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Erzgebirgische Geschichten. Erster Band

Elfrid von Taura: Erzgebirgische Geschichten. Erster Band - Kapitel 18
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authorElfrid von Taura
titleErzgebirgische Geschichten. Erster Band
publisherCarl Rümpler
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correctorJosef Muehlgasner
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4.

Die Zeit des Gimpelfangs war wieder da, und es that auch noth, denn Meister Ungers Kapelle war durch einen in letzter Zeit ungewöhnlich starken Absatz sehr zusammengeschmolzen und er mußte rekrutiren. Hannchen hatte sich längst auf diesen Zeitpunkt gefreut, denn nun lag ihr Vater zu halben Tagen im Vogelherd und sie konnte den Geliebten unter den Augen ihrer Mutter täglich bei sich empfangen.

Dieser war inzwischen Meister geworden, erfreute sich einer guten Kundschaft, und sein Hauswesen war so in den Stand gesetzt, daß er jeden Tag ein Weibchen heimführen konnte. Bisher war es ihm nur selten vergönnt gewesen, die dazu Auserkorene auf Augenblicke verstohlen zu sprechen – mit welchem Entzücken ging er am ersten Nachmittage, da Meister Unger auf dem Vogelfang war, frank und frei in das ihm geöffnete Haus!

Ein Glück war es, daß der »Kunz-Karl-Fried« nicht im Orte hauste, sonst wäre dem glücklichen Freiersmann die Freude bald wieder versalzen gewesen; aber die Wellersgrüner konnten ihn immerhin zu seinem Schätzchen gehen sehen, die hielten das Geheimniß eines liebenden Paares heilig. Einiges Aufsehen machte es indeß, als man erfuhr, der Sacher Heinrich, der sich in der Schänke so kräftig gegen den Vogelfang ausgesprochen, habe jetzt selbst im Niederwellersgrüner Hammerwalde einen Vogelherd angelegt – aber auch dies fand man bald in der Ordnung, indem man es als ein »Blendwerk« deutete, daß der pfiffige Liebhaber nothgedrungen dem Vater seiner Liebsten vormache, um diesem die Meinung beizubringen, er wäre gleich ihm selber auf dem Vogelfang, während er ganz gemüthlich um das Töchterlein freiete. Als aber Meister Unger die sonderbare Mär von Heinrichs Anstalten zum Vogelstellen hörte, rieb er sich vergnügt die Hände. »Da hat man das Großmaul!« sagte er, »wie es außer der Zeit war, da konnt' er gut wider das Vogelstellen predigen, aber kaum ist die Zeit da, da kann er's selbst nicht lassen. Ja, lehrt mich das nicht kennen! Was einmal zum Vogelfang geboren ist, kann sein' Lebtag' nicht davon loskommen! – Meine Tochter kriegt er aber nun doch nicht!«

Vier Wochen des herrlichsten Wetters für den Vogelfang gingen in das Land. Täglich ging Meister Unger ans Werk und täglich kehrte er heim, ohne mehr zu fangen, als hin und wieder einen »lumpigen Quäker«. Das edlere Geflügel, wie Grünertse, Zippen, namentlich aber Gimpel, schien ihm ganz und gar den Rücken gekehrt zu haben. Noch drei gelernte Gimpel hatte er in seinem Besitz und die Nachfragen nach diesen Sängern häuften sich wie noch nie. Nach Monatsfrist war er auch nicht um einen reicher.

Man hätte glauben sollen, das fortwährende Fehlschlagen aller Bemühungen wäre das Grab von Seiner Majestät Geduld geworden; aber man hat keinen Begriff von der Geduld eines leidenschaftlichen Vogelstellers. Meister Unger wurde durch das Mißlingen seiner Operationen nur um so erpichter, zumal da die Anreizungen von Außen – Bestellungen auf gelernte und ungelernte Gimpel – sich mehrten. Aus diesen Bestellungen ersah er zugleich, welch' ungeheuern Ruf er erlangt hatte, und er war nicht der Mann, der gegen solchen Ruf gleichgültig sein, ihn ohne Schmerz verlieren konnte. Davon, daß viele Aufträge fingirt, ein bloßes Machwerk Rußbuttenlobels waren, hatte er freilich keine Ahnung. Statt des halben, legte er sich bald den ganzen Tag auf seine Lieblingsbeschäftigung; es fehlte wenig, so wäre er ganz hinaus auf den Vogelherd gezogen. Es war aber Alles umsonst – das Glück hatte sich entschieden von ihm gewendet. Dagegen mußte er hören, wie dem Sacher die »rarsten« Vögel zuströmten und wie dieser bereits im Besitz einer so zahlreichen Gimpelkapelle sei, wie er selbst sie nie beisammen gehabt. Da wurde dem Gimpelkönig angst und bang um seinen Ruhm – wenn jetzt bei seiner Anwesenheit zu Hause ein städtischer Besuch kam, versteckt' er sich und ließ sich verläugnen, denn er wußte nicht, wie er seine Armuth an Sängern beschönigen sollte. Er begann an Zauberei zu glauben, und als er eine Zeitlang weiter nichts fing, galt es ihm als ausgemacht, daß sein Vogelherd behext sei – und wer konnte der Hexenmeister anders sein, als der in Welschland und Frankreich mit allen Teufelskünsten bekannt gewordene Sacher? – Der Hexenmeister war jedoch Niemand als Rußbuttenlobel, welcher sich im Besitz eines Mittels befand, wodurch der für die Vögel ausgehängte Köder diesen schon von Weitem verleidet wurde – eine feine Essenz, womit Lobel in der Nacht die Beeren, oder worin sonst der Köder bestand, besprengte und dadurch die Vögel verscheuchte.

Mittlerweile machte der Müller aus Neuhahn vergebliche Versuche, sich bei Frau Unger sowohl, als bei Hannchen in Gunst zu setzen. Ein goldener Henkeldukaten an schwarzem Sammethalsbande wurde von ersterer ohne Antwort zurückgeschickt, und eine schwere goldene Halskette erfuhr bei Hannchen, die eben keine Danae war, gleiches Schicksal. Herr Kunz, der nicht begriff, wie ein Frauenzimmer blind gegen die Reize des Goldes sein könnte, argwöhnte ganz richtig, daß doch wohl der Sacher Heinrich noch zu dem Hannchen schleiche. Er legte sich in den Hinterhalt, um darüber ins Reine zu kommen, und brauchte nicht lange zu lauern, um seinen Verdacht bestätigt zu finden. Eine Stunde später erfuhr Meister Unger auf dem Vogelherd die Schreckenspost, daß der Mensch, der an all seinem Unglück schuld war, hinter seinem Rücken in sein Haus »auf die Freiet« ginge. »Der Mensch bringt mich unter die Erde!« rief der betrogene Vater aus und das Wasser trat ihm in die Augen vor Zorn und Schmerz. Er kratzte sich hinter den Ohren, raufte sich die Haare, lief im Vogelherd auf und ab und fragte: »Was soll ich thun? Den Vogelherd verlassen und nach Hause eilen, dort Ordnung zu schaffen? Aber wer weiß, mach' ich nicht gerade heute einen guten Fang? O ich geplagter Mann! Drin in meinem Hause geht's drunter und drüber und hier hält mich das Geschäft. – Herzens-Karl-Fried«, redete er diesen weinerlich an, jetzt kann ich unmöglich von hier fort – Ihr müßt Euch gedulden – wenn ich nach Hause komme, will ich meinem Weibsen den Marsch schon machen. Verlaßt Euch auf mich, der Tischler kommt mir nicht wieder ins Haus!«

Es giebt keine blindere und verkehrtere Leidenschaft als die Eifersucht einer aufdringlichen Liebe. Kunz begriff nicht, daß eine angefochtene Liebe nur heißer und fester wird. Als Meister Unger am Abend seinem »Weibsen den Marsch machte« und Heinrichs Besuche in seinem Hause streng untersagte, unterwarfen sich zwar Weib und Kind dem Verbote; aber die wußten schon, wo sie waren: sie waren ja »d'rham« in Wellersgrün, im lieben Gebirge, wo verfolgte Liebe überall Schutz findet, wenn nicht unter dem eigenen Dache, so doch in irgend einem Nachbarstübchen, oder, wenn es sein muß, draußen im schattigen Tannenwald. »Ihr werdet einander doch dann und wann sehen,« tröstete die Mutter ihr Kind, »morgen gehst Du zur Muhme Christliebe zu Rocken, und wenn früh das Rußbuttenlobel kommt, so steck' ich's ihm, dann erfährt's Dein Heinrich schon.«

Die Bestellungen auf Gimpel, welche Meister Unger erhalten und angenommen hatte, beliefen sich schon auf ein paar Dutzend, und er hatte noch immer nur seine alten drei Stück. Man kam und mahnte – er vertröstete – aber seine Hoffnungen auf eine Wendung seines Unsterns schlugen fehl – er konnte sein Wort nicht halten – er stand am Abgrunde seines Ruhmes. Heinrich hatte eine Menge der begehrten Vögel und zum Theil schon gelernte – wenn Ungers Kunden davon erfuhren, so war er »gepritscht«, und Heinrich trat an seine, so lange mit Ehren behauptete Stelle. Als er eines Abends glücklos wie immer heimkehrte, kam ihm wohl der Gedanke, es koste vielleicht nur ein Wort bei dem Tischler, so ließe dieser ihm einen Theil seiner Herde, und er könne damit seine Ehre retten – aber dieses Wort zu sprechen, war ihm unmöglich. Den Abend darauf schüttete er gegen Rußbuttenlobel, dem er nicht im mindesten mißtrauete, sein ganzes Herz aus. Der schlaue Wächter unterließ nicht, auf der einen Seite den Ehrgeiz des alten Voglers gehörig zu streicheln, auf der andern aber Heinrichs Virtuosen in das glänzendste Acht zu stellen. In der That war es dem jungen Tischlermeister gelungen, ein paar Gimpel vorzüglich gut abzurichten; der eine sang sogar zwei Melodieen: »Kommt a Vogerl g'flogen« und »Hörst Du nicht die Vöglein singen« – ohne allen Anstoß und mit einer Richtigkeit des Zeitmaßes, die Unger seinen Sängern nie beizubringen wußte. Diesen Vogel taufte Rußbuttenlobel den »Steiermärker« und er hatte es durch seine Beredtsamkeit bald dahin gebracht, daß Meister Gottfried von Begierde brannte, den »Steiermärker« zu hören, ja wo möglich zu besitzen. Lobel äußerte jedoch bescheidene Zweifel in Bezug aus die Erfüllung des letzten Wunsches, dagegen versprach er zur Erreichung des ersten behülflich zu sein, nur müsse er abwarten, wenn Heinrich einmal einen Nachmittag nicht zu Hause wäre, da wolle er dem Meister den Steiermärker auf den Vogelherd bringen.

Der Nachmittag, wo Heinrich nicht zu Hause war, mußte natürlich bald kommen, und Rußbuttenlobel zog vergnügt mit dem Käfig, welcher den Steiermärker beherbergte, hinaus nach Ungers Vogelherd. Der arme Mann hatte eben wieder einen Schritt näher zum Grabe seines Ruhmes gethan: er hatte »kein Schwänzel« gefangen und war recht niedergeschlagen, als Lobel in den Herd eintrat. Dem ehrlichen Boten das Bauer entreißen, das es verhüllende Tuch wegziehen und den Gimpel nach allen Seiten betrachten, war eins. Lobel intonirte und der Steiermärker begann. Lange lange schon war dem Gimpelkönig auf seinem jetzt wackeligen Throne kein Ohrenschmauß zu Theil geworden, wie in diesem Augenblick. Es war ihm, als müsse er den Sänger küssen – er schnalzte mit der Zunge – klatschte in die Hände – er setzte den Vogel vor sich auf die Bank und kauerte andächtig davor – am Ende fing er an zu greinen und sagte: »Mit mir ist's aus – wenn die Leute dich hören, Steiermärker, so will kein Mensch von mir einen Gimpel mehr, und ich heiße der Gimpelkönig nur noch zum Spott! – Rußbuttenlobel, verschafft mir den Steiermärker!«

»Das steht nicht in meiner Macht – Ihr könnt denken, daß mein Vetter den Vogel auch gern hat – ja, ich sag' Euch, er hält ihn wie seinen Augapfel, und wenn er wüßte, daß ich ihn hier herausgetragen hätte – ich käme ins Teufels Küche!«

»Oho! ich werd' ihn nicht behexen, wie mir der Sacher den Vogelherd behext hat,« erwiederte Meister Unger. »Lobel! ich bitt' Euch, verhelft mir zu dem Gimpel da!«

»Ich will dem Heinrich sagen, daß Ihr –«

»Nein! nein! er darf nicht wissen, daß ich den Vogel haben will.«

»Das würde ihm ja doch nicht verborgen bleiben, wenn der Vogel in Eure Hände käme,« sagte Lobel und versprach alles Mögliche zu thun, um seinem Vetter den Gimpel feil zu machen.

Von Stund' an war es um den letzten Rest von des Gimpelkönigs Seelenruhe geschehen. Der Gesang des Steiermärkers klang ihm in den Ohren, wo er ging und stand. Daheim, auf dem Vogelherd, auf dem Felde, überall war es ihm, als hörte er's tönen: »Kommt a Vogerl g'flogen, setzt sich auf mein'n Hut« – er träumte wachend und schlafend von dem niedlichen Sänger. Er fing schon an, den Zwiespalt mit dem Eigenthümer desselben zu beklagen, begann zu bereuen, daß er ihn beleidigt, geschlagen, aus dem Hause gewiesen – ach! wenn es ihm nur möglich gewesen wäre, dem Beleidigten die Hand zur Versöhnung zu bieten! Wie sich jetzt herausstellte, war es dem Tischler ja mit dem Verdammen des Vogelfanges gar nicht so ernst gewesen, als man es aufgenommen hatte – jetzt ließ sich schon mit ihm leben – aber ihm entgegengehen? – nein – das wäre eine Erniedrigung gewesen, ein solcher Gedanke durfte nicht aufkommen. »Wenn nur das Rußbuttenlobel käme!« seufzte der Geplagte, als er wieder leer vom Vogelherd heimkehrte.

Rußbuttenlobel kam.

»Es kann nicht anders sein,« klagte der unglückliche Vogelsteller dem würdigen Polizeimann, »mein Vogelherd ist behext – zwei Tage hab' ich wieder kein Schwänzel gefangen.«

»Das glaub' ich,« sagte Lobel, »in den letzten zwei Tagen ist mein Vetter beständig auf seinem Herd gewesen, da konntet Ihr nichts fangen, Meister Unger!«

»Wie so? – sagt mir's, wie so?«

»So fragt man die Bauern aus, Meister Unger –«

»Lobel, sagt mir's – es soll Euer Schade nicht sein – der Sacher kann hexen, gelt?«

Lobel machte eine geheimnißvolle Miene, rückte seine Mütze, kratzte sich das Hinterhaupt, nahm den Frager beim Arm und flüsterte ihm ins Ohr: »Versprecht Ihr mir, daß Ihr mich nicht verrathen wollt, Meister Unger?«

Dieser schwor »Stein und Bein« und Lobel sagte darauf: »Der Heinrich hat ein Mittel, alle Vögel eine Stunde im Umkreis an sich zu locken – ich weiß nicht, worin es besteht, aber so viel kann ich Euch sagen: die Kraft liegt im Köder – die Beeren sind in eine Flüssigkeit getaucht, deren Bereitung ich vergebens erforscht habe, sonst hätte ich Euch längst ein Fläschchen davon verschafft –«

»Um's Himmelswillen, verschafft mir eins!« unterbrach ihn der leichtgläubige Hörer.

»Das ist unmöglich, ich müßt' es denn stehlen – das wäre ein schöner Streich von einem Polizeimann. Aber hört – ich weiß einen Weg, Euch zu helfen. So viel hab' ich nach und nach ausspionirt, daß mein Vetter vor jedem Fang frische Beeren – ich glaub', es sind Pfaffenhütle – nimmt und sie auf dem Vogelherd selbst zubereitet. Ihr müßt sehen, wie Ihr solche Beeren in Eure Gewalt bekommt. Der Heinrich bleibt nie wie Ihr einen ganzen Nachmittag auf dem Herd – er geht stundenlang davon weg und wieder hin, wie's ihm gelegen ist. Nun dürft Ihr nur einmal abpassen, wenn er eine solche Pause macht – da schleicht Ihr – ja so, das geht nicht – eine Mannsperson und eine verheirathete Weibsperson darf die Beeren, wenn sie einmal geweiht sind, nicht berühren, sonst verlieren sie ihre Kraft; es muß eine reine Magd sein, welche die Beeren nimmt – und auch nicht zu jeder Zeit darf das geschehen, sondern nur zum Neumond –«

»Ich schick's Hannel,« fiel Meister Unger ein.

»Aber wird die gehen – wird die ihren Herzensschatz bestehlen?«

»Ei was! – so was ist kein Diebstahl, dergleichen kommt unter Jägersleuten vor. Also zum Neumond, sagt Ihr, muß es geschehen

»Zu keiner andern Zeit – all solch Hexenwerk will beim Neumond getrieben sein.«

»Gut – wenn haben wir den nächsten Neumond

»Uebermorgen.«

»Das ist herrlich! Aber wird da der Sacher gerade auf den Vogelherd gehen

»Und wenn er sonst nie ginge, den Neumond versäumt er nicht. Instruirt nur's Hannel gut, damit sich's nicht erwischen läßt! Und noch eins, das ich bald vergessen hätte – wenn sie hingeht, muß sie stracks nach dem Herd gehen, darf nicht davor stehen bleiben, sich nicht umsehen und keinen Laut von sich geben, bis sie bei den Beeren ist, und wenn sie die hat, muß sie, ohne sich umzusehen, wieder fortgehen. Das schärft ihr ja recht ein!«

In der Erwartung des Neumonds und des damit verknüpften Hexenstückleins schlichen dem Gimpelkönig die Stunden langsam dahin. Er hatte jetzt für nichts mehr Sinn als für den Köderraub, selbst der Steiermärker trat etwas in den Hintergrund, doch vergaß er ihn nicht ganz, und als am Vorabend des verhängnißvollen Tages ein Brief von Leipzig an ihn kam, worin ein Unbekannter anfragte, ob es wahr sei, was man von dem wunderbaren Gimpel spräche, der zwei Melodieen mit unerhörter Virtuosität sänge, und ob dem Herrn Unger – denn sonst könne doch Niemand im Besitz eines solchen Wunders sein – das Thier feil wäre – als Meister Unger diesen Brief gelesen, behauptete der Steiermärker den gleichen Platz mit dem morgenden Abenteuer. Er konnte unmöglich schlafen – als Lobel in der Nähe die zehnte Stunde abrief, schlich er sich hinaus zu ihm und bat ihn, nach dem Abrufen zu ihm zu kommen und ein Gläschen »Eibenstöcker« mit ihm zu trinken, denn als Krämer führte er selbst seinen Magentrost im Laden.

Lobel ließ nicht vergebens auf sich warten. Was die Beiden da mit einander ausgemacht haben, weiß ich nicht; aber am folgenden Morgen erschien der Wächter sehr früh bei Heinrich, lachte im ganzen Gesichte und sagte: »Heinrich, das Eisen ist warm – nun schmiede zu! Heute oder nie wird die Komödie aus.«

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