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Erzählungen an Bord

Alfons Paquet: Erzählungen an Bord - Kapitel 7
Quellenangabe
typereport
authorAlfons Paquet
titleErzählungen an Bord
publisherDrei Masken Verlag
printrunZehnte Auflage
year1922
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150716
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Der Knecht

 

Von dem mit sumpfigen Wäldern bedeckten Berge war an einem Mittag, der sich weit und heiß über das menschenleere Land der nördlichen Mongolei ausspannte, ein einzelner Reiter herabgeritten, der an einem Saum von Wald und wilder Wiese, da, wo man fern einen großen See schimmern sah, vom Pferde stieg und wartete. Nach einer Weile folgten ihm zwei Männer mit beladenen Pferden und stiegen, als sie bei ihm angelangt waren, aus den Sätteln. Der eine, ein alter Hunne in einer neuen, feuerroten Kutte, trieb sogleich die Tiere auf die Weide; der andere aber, ein russischer Knecht, streckte sich, ohne die von den Pferden herabgefallenen Packstücke aufzubinden, vor seinem Herrn der Länge nach ins Gras, blickte vor sich hin zu Boden, und sagte: »Von hier ab, Herr, werden wir nicht mehr zusammen reisen.«

»Seit einiger Zeit ist etwas mit dir nicht in Ordnung, Wanja!« antwortete der Herr mit einer Stimme, die ein wenig heiser war, so daß sie eine Spur von Erregung unwillkürlich verriet. »Also heraus mit der Sprache!«

»Weiter nichts,« sagte Wanja. »Ich teile Ihnen, Gospodjin Doktor Berthold, nur mit, daß ich und Zsoso Sie verlassen werden, und daß wir unsere Pferde mitnehmen. Sie mögen dann zu Fuß weiterkommen oder hier verhungern.«

»Darf ich nach dem Grund eures liebenswürdigen Entschlusses fragen?«

»Ich habe alles mit dem Mongolen besprochen«, sagte Wanja ohne aufzublicken. »Auch er will nicht mehr mit Ihnen reisen. Und ich will mit ihm. Ihre Sachen lassen wir hier, wir sind keine Diebe. Sie haben ja die Karte, das Fernglas, – werden schon nach Hause finden.«

»Über dich sage ich kein Wort«, antwortete Berthold. Seine Stimme klang ruhig, aber sie war noch nicht ganz klar. »Seit drei Monaten bist du mein Begleiter. Hast dir anfangs Mühe gegeben, deine Pflicht zu tun. Bald aber habe ich nichts Gutes mehr von dir erwartet, habe tausend Schwierigkeiten durch dich gehabt. Drei Pferde gingen mir durch deine Dummheit verloren ... Wundere mich nur, daß du erst jetzt zum Verräter wirst, jetzt, kurz vor dem Ende der Reise. In Zsoso habe ich mich getäuscht. Er ist der erste Mongole, der Schlechtes an mir tut. Wie konnte mir Sipjägin, dein Landsmann, der uns Gastfreundschaft erwiesen hat, einen solchen Menschen mitgeben? Den Lohn für die Begleitung läßt er sich im voraus zahlen und macht sich nun unterwegs mit dir davon. Merkwürdig.«

»Zsoso geht nicht weiter mit Ihnen«, wiederholte Wanja.

»Er ist nicht mehr wert als du. Geht sofort. Geht mir aus den Augen. Aber die Pferde bekommt ihr nicht.«

»Das werden wir ja sehen. Die Pferde gehören dem Mongolen. Mögen Sie hier verhungern, das ist uns gleichgültig. Aber zuvor bekomme ich noch von Ihnen meinen Lohn und die Papiere.«

»Geld und Papiere?«

»Bitte sich zu erinnern, Herr: wir haben in Seissan im Kontor der Firma Melnikow ausgemacht, daß ich am Ende der Reise meinen Lohn und das Geld für die Heimreise erhalte. Ich verlange mein Geld für dreiundsiebzig Tage.«

»Wir sind hier nicht am Ende unserer Reise, Wanja«, sagte der Deutsche gleichsam verwundert. »Ich kann nicht plötzlich aus diesem Baum eine Schublade herausziehen und dir Geld geben. Das Ende unserer Reise ist Irkutsk. Dort wirst du in zehn Tagen dein Geld erhalten, keine Kopeke zu wenig.«

»Ich sage Ihnen doch, wir sind am Ende unserer Reise, verstehen Sie mich nicht?« sagte Wanja.

»Nichts verstehe ich«, gab Berthold zurück. Seine Hand umklammerte in der Tasche den Revolver; er saß mit dem Rücken gegen einen starken, breiten Baumstamm und verfolgte gespannt jede Bewegung des Burschen, der nur zwei Manneslängen vor ihm hinter einer kleinen Erdwelle im Grase lag. Wenn er den Kopf duckte, dann bot er kein Ziel mehr. In zwei Sprüngen aber konnte er sich auf ihn stürzen. Der Mongole hielt sich abseits. Zum Glück hatte er es also einstweilen mit Wanja allein zu tun. Vielleicht blieb ihm bei einer raschen Bewegung des Burschen nicht einmal Zeit, die Waffe herauszureißen. Aber auch sie zeigen wollte er nicht, solange noch die Möglichkeit einer friedlichen Auseinandersetzung war. Sein Finger hatte den Drücker gefunden; er war bereit, aus der Tasche zu schießen, wie die Amerikaner in Wild-West.

»Sie verweigern mir also mein Geld und meine Papiere?« sagte Wanja lauernd.

»Durchaus nicht«, lächelte Berthold. »Laß uns doch einmal genau ausrechnen, was du zu bekommen hast. Einen Teil habe ich dir ja schon gegeben. Laß sehen: wieviel Tage sind wir beisammen? Am 16. April bist du in meinen Dienst getreten, wir haben heute den 27. Juli. Das sind – warte: April hat dreißig Tage. Mai einunddreißig. Juni dreißig. Warte – das wären einhundertundzwei Tage, oder ebensoviel Rubel, die ich dir schulde. Fünfzehn Rubel gab ich dir vor der Abreise, für deine Frau ... Nochmals erhieltest du fünfzehn Rubel, und zwar in Kobdo ... du kauftest dort chinesische Gegenstände und schicktest sie nach Hause. Später gab ich dir noch sechs Rubel, du wirst dich erinnern. Macht zusammen sechsunddreißig Rubel, die abgezogen werden müssen. Es bleiben demnach sechsundsechzig Rubel für dich.«

»Sechsundsechzig Rubel!« rief Wanja strahlend. Eine nette Summe; er hatte soviel auf einmal noch nie in der Tasche gehabt. Aber das brauchte der andere nicht zu wissen; vielleicht war das noch nicht alles, was er zu fordern hatte. Er machte eine nachdenkliche Miene, denn so schnell konnte er doch das unmöglich nachrechnen. »Dann, außerdem, Herr,« sagte er nach einer Weile und zwinkerte mit den Augen, »bekomme ich von Ihnen das Geld für die Rückreise.«

»Gewiß«, sagte Berthold. »Von Irkutsk ab fährst du mit der Eisenbahn und später eine Strecke zu Schiff. Wieviel das kostet, werden wir später ausrechnen.«

»Aber Sie hören doch, ich will nicht mit Ihnen nach Irkutsk!«

»Dann wirst du auch kein Reisegeld bekommen«, erwiderte Berthold; »deinen Paß werde ich in Irkutsk bei der Polizei abgeben.«

»Wie wollen Sie ohne uns nach Irkutsk kommen!« sagte Wanja frech, aber doch mit einem erstaunten Blick auf seinen Herrn. Dieser schwieg. Mit Verwunderung betrachtete er sein Gesicht, das in Gedanken zu versinken schien und ihn schon gar nicht mehr sah. Auch er selbst fand ja die Sache nicht so einfach; man mußte sehr klug vorgehen mit diesem verdammten Deutschen. Warum hatte er ihm nicht einfach nachts im Zelt das Beil auf den Kopf geschlagen? Man konnte ihn auch binden und im Wald liegen lassen. Sie schliefen doch nebeneinander in dem kleinen Soldatenzelt, waren wochenlang allein gewesen mit ihrem Haß. Doch er getraute es sich nicht allein, wollte lieber auf einen Gefährten warten. Aber die Mongolen, die zuweilen ihre Führer waren, ließen sich gar nicht mit ihm ein; sie haßten ja stillschweigend alle Fremden, ihn so gut wie den andern. Endlich, bei Zsoso, der nun schon vier Tage bei ihnen war und auch den Deutschen haßte, ging es. Zsoso war ärgerlich geworden, daß der Herr sie vorwärts trieb ohne Rücksicht auf die Pferde. Sogleich hatte ihm Wanja den Vorschlag gemacht, den Deutschen zu verlassen. Seitdem hatte Zsoso nachts nicht mehr draußen vor dem Zelt geschlafen, sondern auf dem bloßen Boden zwischen dem Herrn und dem Diener, wie um zu verhüten, daß ohne seinen Willen etwas geschah ... Heute aber war er einverstanden gewesen, wegzureiten. Zwei Säckchen mit schwerem Silber hatte der Herr in dem ledernen Koffer. Daraus hatte er die Pferde bezahlt, die er am Anfang der Reise gekauft hatte, und hatte auch Sipjägin für Zsoso das Geld gegeben. Sipjägin hatte es behalten, denn Zsoso war sein Schuldner. In dem einen Säckchen waren Rubel, in dem andern Sack Silberstücke von verschiedener Größe, die man, wenn es nötig war, mit der Axt zerkleinerte und in kleinen Gewichten für geleistete Dienste an die Mongolen weggab, oder an die Hirten unterwegs für einen Hammel, den man schlachten ließ und mitnahm. Im übrigen knauserte der Herr mit seinem Silber. Er kaufte von den Mongolen nichts, sondern gab ihnen für Gastfreundschaft kleine Taschenmesser zum Geschenk oder Fischchen aus Gummi. Vielleicht war ihm das Geld jetzt ausgegangen? – Für Wanja war jetzt allerlei zu bedenken ...

»Zum Teufel, wo bleibt das Essen? Noch kein Feuer? Was soll das heißen? Packe die Vorräte aus, ich will essen! Nach dem Essen macht, was ihr wollt!« fuhr ihn Berthold plötzlich an, mitten in seine Überlegungen hinein.

Wanja stand verdutzt auf und kratzte sich an den Ohren. »Nun, gut ... nach dem Essen läßt sich besser reden«, sagte er kleinlaut. Hungrig war er auch. Der Herr natürlich blieb ruhig am Baume sitzen und schrieb in sein Notizbuch. Noch einmal kräftig essen konnte nichts schaden, wer kann wissen, was es nachher gibt. Die Sache war aber nicht einfach, hier am hellen Tage ... Es war noch Reis im Sack und ein tüchtiges Stück Schaffleisch. Übrigens ging der Vorrat zu Ende. Man muß von diesen Lebensmitteln unbedingt ein Teil mitnehmen, vervollständigte Wanja seine Betrachtungen, während er begann, Reisig zusammenzulesen. Dabei beobachtete er Berthold verstohlen, der jetzt keinen Augenblick mehr von seinem Notizbuch aufsah. Unheimlich war ihm dieser Deutsche ... konnte sich wie eine Wespe aufregen um ein Garnichts ... gestern noch, als er, Wanja, einem störrischen Pferde ein bißchen mit einem Knüppel aufs Maul schlug ... Dann wieder blieb er still wie ein Toter in Augenblicken, wo andere fluchen oder sinnlos mit der Peitsche dreinschlagen ... wie an dem Morgen, als ihnen beim Überschwimmen eines Flusses zwei Pferde ertranken und ein Teil des Gepäcks verloren ging. Auch in dem wandernden Sandstrom, in den Dünen, wo sie nach dem großen trockenen Sturm zwei Tage lang umherirrten mit versengtem Gaumen und brennenden Augen, und wo die Wasserplätze, die sie fanden, verdorrt oder salzig waren, da schien es, als habe dieser Deutsche vollkommen die Sprache verloren. Ein stummer Gefährte ist schwer zu ertragen. Nie würde er den Abend vergessen. Sie beide, jeder für sich, hatten gedacht, es sei der letzte. Der Deutsche war noch einmal vor das Zelt auf die Anhöhe hinausgegangen, wo man unendlich weit hinaussah. Man sah über die Hungersteppe und die fernen, unzähligen kahlen Berge gegen den blutroten Himmel. Er stand da oben mit dem Gesicht eines Erzengels. An diesem Abend wäre es ihm, Wanja, nicht schwer gefallen, für diesen Fremden zu sterben ... Am folgenden Morgen fanden sie Wasser ganz in der Nähe, und hier verloren sie durch Wanjas ungeschickten Eifer in dem engen, nur tief unten noch mit Wasser ausgefüllten Bodenloch das wichtigste Stück ihrer Ausrüstung, den Eimer ... Der Deutsche aber sagte nichts ... teilte mit ihm wie zuvor das Lager im Zelt, aß nichts, was er nicht mit ihm teilte. Das mußte man ihm lassen: hier gab es keinen Unterschied. Und sie lebten nicht wie arme Fuhrleute von schlechtem Ziegeltee, von altem, kaum genießbarem Salzfleisch und Zwiebeln, die doch gegen den Skorbut nicht helfen, sondern sie lebten beide von frischem Fleisch, von Reis, von Schokolade wie Herren ... Und doch umschnürte jeden ein eiserner Ring. Einen Gott hatte dieser Deutsche, der jede Gemeinsamkeit mit Wanja unmöglich machte: sein Notizbuch. Diesem kleinen Buch in seiner Tasche diente er morgens und abends. Gott allein mochte wissen, was es zu schreiben gab. Dieses Notizbuch aber machte den Menschen unempfindlich gegen alles Äußere. Mehr als einmal war er, Wanja, in Versuchung gewesen, vor den Schreibenden hinzutreten, ihm das Buch aus der Hand zu reißen, es in das Lagerfeuer zu werfen, darauf zu spucken und herumzutreten und zu sagen: »Da hast du ihn, den Teufel mit deinem Büchelchen. Nun laß gut sein und sei ein Mensch ...« Es war ihm auch der Gedanke gekommen, dem Deutschen dieses Notizbuch zu stehlen; sicherlich war darin auch über ihn, Wanja, allerhand Böses aufgeschrieben ... Steine hob der Deutsche auf, gewöhnliche, handgroße Steine, von denen Millionen herumlagen; er sammelte sie in Säckchen und belud damit die Pferde. Viele hatte Wanja heimlich wieder fortgeworfen. Seine größte Freude war, daß nachher alle mit einem Schlag verloren gingen; sie waren bei dem Teil des Gepäcks, den sie bei einem Flußübergang einbüßten. – Und jetzt? Schon wieder saß der Deutsche da mit seinem Notizbuch, als sei nichts geschehen; nahm zum hundertsten Male, wie jeden Tag, das Thermometer aus dem Futterale, faßte mit spitzen Fingern das Ende der Kordel und schleuderte die mit flüssigem Silber gefüllte Glasstange im Kreise herum. Dann sah er auf die Uhr und schrieb neue Zahlen in das ewige Notizbuch.

Wanja seufzte, nahm den Kessel und ging an den Bach hinüber, um Wasser zu holen. Dort sprach er mit Zsoso.

Berthold hatte durch alle diese Dinge Zeit gewonnen, um seine Lage genau zu bedenken. Es war möglich, daß ihn die beiden mit den Pferden verließen. Vielleicht war es nicht so sehr Wanja als der Mongole, der hinter diesem unerhörten Plan steckte, dieser alte unheimliche Hunne mit seinem wie aus schwarzem Ton gebrannten Gesicht und den kleinen stechenden schwarzen Augen; wie einer der Götzen in den chinesischen Tempeln sah er aus. Was dann? Wenn sie wegritten, mußten sie es vielleicht nach einer Stunde schon bereuen, ihm sein Gepäck gelassen zu haben; konnten in der Nacht wiederkommen und ihn überfallen oder räuberische Eingeborene hinter ihm hersenden. Vielleicht war doch der gerade Weg der beste: die beiden mit dem Revolver in der Hand zur Besinnung bringen. Er handelte in der Notwehr; es konnte sein, daß es dann einen Kampf gab auf Leben und Tod, und mindestens Verwundete am Schluß. Dann erst begann die Tragödie. Passierte etwas, so mußte er sich natürlich später auf russischem Boden den Gerichten stellen ... Man kennt diese Untersuchungen einer niemals ganz aufzuklärenden Sache, ohne einen zuverlässigen Zeugen. Nur im äußersten Falle durfte er sich der schrecklichen Möglichkeit aussetzen ... Schließlich war vielleicht das alles doch nur ein Spiel, um ihn ins Bockshorn zu jagen. Wenn es aber Ernst war? Ja, selbst dann noch war es vielleicht die klügste, wenn auch eine sehr gewagte Rechnung, sie einfach ziehen zu lassen, weil eine große Wahrscheinlichkeit bestand, daß sie nach einer Stunde wieder umkehrten, nachdem der Versuch, ihn einzuschüchtern, mißlungen war. Er stellte nun rasch im Geist zusammen, was er aus seinem Gepäck, das zwei Pferdelasten ausmachte, heraussuchen würde, um es im Rucksack mitzutragen: Notizbücher, Proviant, Karten, Instrumente, Kochgeschirr, Feuerzeug und eine Decke. Was das Zelt, die Ledersäcke mit den Kleidern, Wäsche, Büchern, einigen Pfund Silber, das schwere Reitzeug anbetraf, so blieb ihm nichts übrig, als das alles im Wald zu vergraben und sich die Stelle genau einzuprägen. Dann mußte er in Gottesnamen nordwärts marschieren, immer am See entlang. Kurz hinter seinem nördlichsten Zipfel mußte er die russische Grenze erreichen. Mehr als vier Tagemärsche konnte es nicht sein. Hier waren sie seit Tagen keinem Menschen mehr begegnet; dort oben war es doch nicht mehr so unwahrscheinlich, daß er Hirten traf, mit denen er sich verständigen konnte.

Wanja rief zum Essen. Schweigend langte Berthold in den Kessel; auch die andern begannen ihren Hunger zu stillen. Sie zerfetzten mit ihren Messern das graue, gekochte Fleisch, schlürften aus ihren hölzernen Eßschalen die mit Reis vermischte Brühe. Wanja bereitete danach, wie immer, den Tee. Sie waren alle satt geworden. Der Mongole nagte umständlich an einem Knochen, Wanja wischte sich etwas verlegen das Messer an den Schuhen ab. Berthold zündete eine Zigarette an und sagte dann in strengem Ton: »Nun?« Worauf Wanja mit niedergeschlagenen Augen sagte: »Das ist keine Art zu reisen. Menschen und Tiere gehen dabei zugrunde.«

»Dummes Zeug«, sagte Berthold. »Heute ist der sechste Tag unserer Abreise von Sipjägin. Zsoso hat mir versprochen, am fünften Tag an der Grenze zu sein, aber noch sind wir drei Tagereisen von ihr entfernt. Ihr wißt, daß ich Eile habe. Wenn ich euch nicht angetrieben hätte, säßen wir noch an dem großen Fluß und warteten, bis einer käme, der uns auf dem Rücken hinübertrüge.«

Er stand auf und begann auf und ab zu gehen.

Wanja und der Hunne blieben sitzen. Es gab zwischen beiden eine Auseinandersetzung. Berthold merkte an der Art ihrer Unterhaltung, daß sie nicht ganz einig waren. Ein paar Worte verstand er; sie sprachen von Rubeln und von Pferden.

»Sage Zsoso, daß mir drei seiner Pferde bis zur Grenze genügen«, warf Berthold unvermittelt in ihr Gespräch. »Die andern magst du nehmen.« Wanja weigerte sich, diese Worte zu übersetzen; er schwieg. Der Mongole aber sah Berthold fragend an, wies auf die Pferde und machte eine beteuernde Bewegung. Berthold schüttelte den Kopf. Endlich stand der Mongole auf, holte eines der Pferde herbei und zeigte Berthold die wunden Stellen auf dem Rücken des Tieres.

Jetzt sprach Wanja mit ihm und wandte sich dann wieder zu Berthold: »Der Mongole verlangt vierzig Rubel Entschädigung. Seine Pferde sind verdorben. Er wird nicht mit bis zur Grenze reiten.«

»Was sprichst du da?« sagte Berthold streng. »Wenn ich ihm dasselbe Geld, das er im voraus von mir bekommen hat, noch einmal zahle, dann ist er bereit, bis zur Grenze mit mir zu gehen. Das sagte er soeben.«

»Nun, ja ...« verbesserte sich Wanja.

»Du aber willst allein zurückreiten?« drang Berthold weiter.

»Wir sind Freunde. Der Mongole gibt mir zwei Pferde. Damit komme ich bis zu Sipjägin zurück.«

Berthold merkte, daß das gelogen war. »Gute Freunde seid ihr!« höhnte er. »Wirst ihm später hoffentlich seine Pferde zurückgeben. Doch immerhin: Gute Reise und meine Grüße an Sipjägin. Wirst ihm alles richtig erzählen ... Nun warte einen Augenblick, ich habe noch ein Wort mit dem Mongolen zu sprechen. Du siehst, er wartet darauf.«

Wanja machte ein ungläubiges und zugleich ärgerliches Gesicht. Berthold aber nahm den Mongolen am Ärmel und führte ihn ein paar Schritte in den Wald. Jetzt war die Gelegenheit da, die wenigen Worte, die er von der Rabensprache dieser braunen Menschen seinem Gedächtnis heimlich eingegraben hatte, zu verwenden.

»Zsoso!« begann er. »Du willst mich verlassen?«

»Ja,« antwortete der Alte.

»Warum?

»Du bist ein schlechter Mensch.«

»Nicht ich ... Wanja ist ein schlechter Mensch.«

»Meine Pferde gehen zugrunde.«

Berthold schüttelte den Kopf. Er begriff jetzt deutlicher, daß die beiden Leute nur aus seiner Unerfahrenheit Nutzen zu ziehen gedachten. Wie oft kam es vor, daß Reisende ihre schlapp gewordenen Tiere gegen eine kleine Draufgabe bei den Nomaden auf der Weide gegen frische Pferde umtauschten. Warum legte Zsoso den Tieren keine Pflaster auf? Es war nicht anzunehmen, daß dieser Alte hier sich auf Pferde weniger verstünde als sein ganzes Volk von Hirten, das mit den Pferden gleichsam verwachsen ist. So fragte er denn ohne Umschweife: »Wieviel Rubel willst du haben?« Der Hunne schien zu erwachen: er hob sofort beide Hände hoch. Zwei Finger der rechten Hand waren nach innen gebogen. Das bedeutete zwanzig.

»Arba?« fragte Berthold.

»Chörrin!« sagte der Mongole.

»Arba!« wiederholte Berthold, wandte sich zur Seite, nestelte an dem Ledersäckchen, das er unter dem Hemde auf der bloßen Brust trug, und holte zwei Fünfrubel-Scheine hervor. Zsoso nahm sie, hielt sie gegen das Licht, faltete sie ganz klein zusammen und steckte sie tief in den Stiefelschaft. Berthold klopfte ihm auf die Schulter, führte ihn wieder aus dem Walde, wies auf die weidenden Pferde und sagte: »Mein.«

Der Hunne nickte, blieb einen Augenblick unschlüssig stehen, dann ging er zu Wanja und nahm ihn bei der Hand. Wanja stieß ihn zurück. Der Alte kehrte zu Berthold zurück. Kräftig ergriff er mit seiner harten, schwarzen Klaue die leichte Hand des Europäers. Aber auch Berthold sträubte sich gegen den Versöhnungsversuch.

Wanja war im Gras liegen geblieben, ohne sich zu rühren. Mißtrauisch sah er zu, wie jetzt der Hunne aus nasser Erde und etwas Pech, das er bei sich führte, einen Teig machte und diesen Teig den Pferden auf den Rücken schmierte. Berthold stand an den Baum gelehnt. Das Gespräch wurde wieder aufgenommen.

»Ich habe zu wenig Lohn gefordert«, sagte Wanja. »Der Kontorangestellte der Firma Melnikow ist ein guter Freund von mir. Er kam zu mir und fragte, ob ich mit Ihnen reisen wolle. Meinetwegen. Ihm zuliebe verlangte ich nur einen Rubel für den Tag. Hätte zwei Rubel verlangen müssen ... Ein Rubel ist ein Hundegeld für die schwere Arbeit mit Ihnen ... Sie werden mir ein Papierchen schreiben: Zwei Rubel für den Tag. Dann will ich zufrieden sein.«

»Weiter nichts?« sagte Berthold. »Schreibe du doch sogleich das Papierchen. Hier am Walde ... Nimm Tinte und Feder, ich werde unterschreiben.«

»Ich frage Sie, ob Sie mir mein Geld und meine Papiere geben wollen oder nicht! Ich will fort«, drohte Wanja, verzweifelt über die Zumutung, denn er konnte ja nicht schreiben.

Berthold holte, ohne zu antworten, aus der Tasche ein kleines Buch, in dem er blätterte. Er pflegte sonst das Wörterbuch nicht zu benützen, wenn Wanja dabei war; jetzt aber brauchte er rasch einige Ausdrücke, die ihm nicht geläufig waren. Blätternd und mit flüsternden Lippen ging er auf und ab. Er suchte die Worte: Erpresser, Zuchthaus und einige andere.

Wanja schöpfte Mut; er glaubte, daß der Deutsche in seiner schwierigen Lage zu einem Gebetbuch seine Zuflucht nehme und sagte sehr sanft: »Sie können nicht anders, Herr ... Ich will mit anderthalb zufrieden sein. Schreiben Sie ... Früher kommen Sie nicht von hier fort.«

Jetzt zum ersten Male maß Berthold mit einem stählernen Blick den Burschen von oben bis unten. Mit diesem Augenblick war er seiner Sache sicher. Was jetzt noch kam, war nur noch Spiel, Komödie, Verfolgung des Feindes, der alle seine Stellungen räumte. Er hatte das Buch wieder in die Tasche gesteckt. Nun blieb er stehen und hielt, noch warm von den neuen Vokabeln und den Wendungen, die ihm dabei durch den Kopf gegangen waren, seine erste und einzige russische Rede.

»Nun höre mal, Wanja, mein Täubchen. Du mußt zugeben, auch ich habe dir seit einer Stunde aufmerksam zugehört. Was du von mir wolltest, das konnte ich im Anfang nicht so genau wissen. Jetzt verstehe ich. Dir ist das gute Leben wohl in den Kopf gestiegen? Als den Knecht eines Fuhrmanns habe ich dich gefunden, nahm dich mit auf meine Reise, für die Pferde, und um mit den Mongolen zu sprechen ... Dachte, du seist ein einfacher, ehrlicher Mensch für gute und schwere Tage ... Habe alles mit dir geteilt ... Aber einen Judas, einen gewöhnlichen Erpresser habe ich mit mir genommen. Laß mich ausreden! – Weiß wohl, nicht immer bist du schlecht gewesen ... dachte sogar manchmal: aha, ein braver russischer Bursche: arbeitet und verliert den Kopf nicht ... packt ein Pferd beim Maule und schlägt ihm Hufeisen an ... Ein guter Kern steckt in ihm, muß einen ordentlichen Vater gehabt haben ... Gab ich dir nicht fünf Tage frei, als wir uns in Uljassutai aufhielten? Er soll sich belustigen, dachte ich, es sind Landsleute da. Deine Landsleute aber kamen zu mir und sagten: ›Wie können Sie mit einer solchen Wanze reisen? Kennen Sie seine Geschichte? Voriges Jahr hat er in der Betrunkenheit einem Mongolen mit dem Beil den Schädel eingeschlagen ... Darf sich bei uns nicht mehr blicken lassen, wir schämen uns seiner ... und nun kommt er in Ihrem, gewissermaßen ausländischen Schutze ...‹ – ›Er wird das im Jähzorn getan haben, wird es wieder gut machen‹, antwortete ich. Deine Landsleute aber sagten: ›Es ist wegen der chinesischen Beamten, die ihn kennen. Nach dem Landesgesetz müßte er an einen Pfahl gestellt und von hinten langsam erdrosselt werden ... Beeilen Sie sich, fortzukommen, wir stehen für nichts‹. So stiegen wir wieder zu Pferde. ›Gott mit euch ...‹ Später kamen wir zu Herrn Sipjägin. Ich war überrascht über sein Haus in der einsamen Steppe. Er ist ein Altgläubiger, aus Rußland im Kummer fortgezogen, lebt dort als Fischer und mit seinen Herden. Wird nicht sehr erfreut sein über unser Kommen, dachte ich; wollen vorüberreiten. Da kam er schon hervor und lud uns in seinen Hof; seine Frau trug zu essen auf; nachts ließ er uns in seinem Bette schlafen, vier Tage ließ er uns nicht fort, half uns endlich zu frischen Pferden, gab uns Zsoso zum Führer, band uns ihm auf die Seele. ›Er steht in Schuld bei mir, kenne ihn schon lange Jahre‹, sagte Sipjägin; ›er wird euch sicher geleiten‹ – Verwundert wird er sein, Wanja, wenn du nun allein zu ihm zurückkommst. ›Hast du deinen Herrn verlassen?‹ wird er fragen ... ›Unterwegs, auf der Steppe, habe ich ihn verloren, verschwunden war er auf einmal, der schmutzige Ausländer; mögen die Hunde seine Seele fressen ...‹ Wie, das würdest du nicht sagen, Wanja, mein Täubchen? Würdest vielleicht sagen: ›Habe ihm eins vor den Kopf gegeben mit dem Beil, das unterwegs verloren ging ... hielt es aber in meiner Schlafdecke verborgen ... hielt es heimlich in der Hand, als er dort am Saum des Waldes das letzte Mal mit mir sprach, mir Vorhaltungen machte ...‹ Kenne ich dich, Wanja, Täubchen? Aber ein wenig Angst hattest du ... vor dem kleinen schwarzen Freund in meiner Tasche. Sieben Faustschläge hat er im Vorrat, sieben nacheinander ohne Laden ... nicht einmal Zielen ist nötig ... Beunruhige dich nicht, Wanja, es war nur ein Scherz. Aber meinst du denn, ich hätte deine häßlichen Flüche nicht verstanden, gestern und vorgestern abend, als ich dich hieß das Zelt aufrichten. Dachtest, ich verstehe die Worte nicht, die du zu dir selber sagtest, um dem Teufel Mut zu machen: ›Nicht mehr lange, du Hund von einem Ausländer, fremder Affe‹. Sagtest du nicht so? Wo hast du das gelernt? Schließlich bist du ein Bauerssohn, – aber nie hast du früher derartiges in meiner Gegenwart gesprochen ... Kirchenlieder sangst du, wenn dir ängstlich ums Herz war ... Es war einige Male Todesangst in uns, dann Kirchenlieder – nun, das kann ich verstehen. Seit wann aber sind die Flüche aus dir herausgekommen? Seit Sipjägin vielleicht? Sipjägin wußte so gut wie du, daß ich ein Ausländer bin; brauchte ihm gar nicht besonders zu sagen: stehe unter allerhöchstem Schutz ... Er hat mich einfach unter sein Dach aufgenommen ... alle deine Landsleute nahmen mich auf wie Brüder. Was ich kaufte, habe ich bezahlt, aber sie übten Gastfreundschaft weit darüber hinaus in tiefem fremden Lande, wo wir ja alle nichts sind als Eindringlinge. Ihr nehmt diesen heidnischen Hunnen ihre Weidegründe weg, gebt ihnen blaues Tuch und Knöpfchen dazu, und nehmt von ihnen Wolle, Pelze und Vieh, werdet reich dabei ... Ich muß mich begnügen zu reisen, zu messen, wie hoch die Berge sind und wie kalt die Luft ... Willst du nun mich, deinen Wirt, unterwegs im Stich lassen? Ich werde es später jedem erzählen; sehe schon manches Gesicht rot werden vor Ärger über eine solche Erzählung. Die Leute werden sagen: ›Verzeihen Sie diesem Wanja. Ein Bauerssohn kann es nicht gewesen sein, es war irgendein Taugenichts aus den großen Städten, vielleicht der Sohn eines Verschickten. Bei den Soldaten hat er noch nicht gedient, würde sonst wissen, was sich gehört‹«

»Ich weiß, was sich gehört!« murrte Wanja.

»Ich könnte einen Brief an deinen Vater schicken, weiß aber nicht, ob es einen Zweck hat«, fuhr Berthold unbeirrt fort.

»Ich werde früher daheim sein«, unterbrach ihn Wanja nochmals.

»Nun, vor dem Hause deines Vaters wirst du vom Pferde des Hunnen steigen. Es ist nicht einmal dein eigenes. Einen und einen halben Monat brauchst du für die Reise. Mein Brief aber ist in drei Wochen dort, vom heutigen Tage an. Du wirst vom Pferd absteigen, doch dein Vater wird dich nicht einmal begrüßen können; denn im selben Augenblick wird man dich vor Gericht holen und dich, Iwan Stepanowitsch Kolbasnikow, der du dein Wort gebrochen, Erpressungen und Totschlag begangen hast, aus diesem großen freien Sibirien in ein schmutziges Gefängnis nach Rußland schicken.«

Wanja war aufgesprungen. Er schleuderte das Beil, das neben ihm im Gras gelegen hatte, zu seinem hölzernen rotbemalten Sattel und ging entschlossen auf die Pferde zu, die schon in der Nähe standen. Doch dann blieb er stehen und wandte sich noch einmal um: »Ich reite ab.«

»Gott mit dir«, antwortete Berthold. »Aber du wirst auf der Luft reiten müssen. Die Pferde da gehören den Mongolen. Frage ihn zuvor um Erlaubnis. Willst du nicht lieber eine Minute warten? Ich bin noch nicht fertig.«

»Ich werde Sie vor Gericht bringen!« schrie Wanja. »Sie haben gesagt, ich sei ein Erpresser, sei der Sohn eines Verschickten. Für diese Beleidigungen müssen Sie um Entschuldigung bitten.«

»Ich brauche deine Verzeihung nicht. Habe ich mich etwa über deine Beleidigungen aufgeregt? Er wird selber sein Unrecht einsehen, dachte ich. Aber nichts hat sich geändert. Statt dessen, heute, dieser Auftritt!«

»Geben Sie mir mein Geld!« schrie Wanja außer sich, fast weinend. »Und dann ... vergessen wir ... Sie nach dieser Seite, ich nach der andern, Herr ... alles im Guten. Meinen Lohn und meine Papiere geben Sie heraus ... Gutwillig ... Ich werde Sie verlassen.«

Berthold wandte ihm den Rücken und rief den Hunnen. Dieser führte die Pferde herbei, legte ihnen die Sättel auf und begann ungeschickt die umherliegenden Gegenstände aufzuräumen. Wanja stieß ihn ärgerlich beiseite. Schließlich kniete er auf den Boden und band zögernd die Eisen, den Kochtopf, die Näpfe, das Besteck und seinen eigenen blechernen Becher in ein großes Bündel zusammen wie alle Tage.

»Halt!« sagte Berthold. »Dieses hier sind meine Sachen. Die deinen nimm beiseite.«

»Herr«, sagte Wanja, und starrte Berthold mit offenem Mund an. »Sie werden mich um Christi willen nicht umkommen lassen.«

»Du aber wolltest, daß ich hier umkommen sollte. Nun gut. Hast es dir nicht genau überlegt; was soll aus dir werden, wenn wir dich verlassen. So höre. Kannst mit mir reiten bis über die Grenze. Brauchst mir nicht weiter zu dienen, bekommst auch keinen Lohn mehr von heute ab. Dem ersten Russen, den wir treffen, wollen wir alles erzählen, wollen ihn ersuchen, ein Urteil zu fällen. Ob es eine Art ist, den Gefährten unterwegs im Stich zu lassen. Von Herr und Knecht will ich noch gar nichts sagen. Wirst vielleicht nicht zufrieden sein mit seinem einfachen Urteil. Willst vielleicht lieber mit mir vor den Friedensrichter nach Irkutsk kommen; sehr angenehm.«

»Herr«, sagte Wanja. »Ich wollte Sie nicht erzürnen. Geben Sie mir die Hand. Werde weiter dienen.«

»Nun siehst du. Weißt auf einmal, daß du mich brauchst, wie ich dich brauche. Will nichts gehört haben. Nun vorwärts! Wir haben genug Zeit verschwatzt. Werde dir später die Hand reichen, wenn wir Abschied nehmen.«

Der Hunne hielt ihm den Bügel. Berthold stieg in den Sattel und galoppierte das Tal hinunter. Als er allein war, begann er wild und großartig zu singen, wie die Mongolen singen in der einsamen Natur ihrer Berge. Am grell glänzenden See trieb er sein Pferd entlang, die zersplissenen Tannen streiften seine Schultern. Drüben, jenseits der Wasserfläche, die noch nie ein Kiel zerschnitten hatte, blauten hohe kahle, nie von eines weißen Mannes Fuß bezwungene Berge. Das Gottesauge der Landschaft sah erstaunt den Mann mit dem grauen verwegenen Hut und dem leuchtenden Gesicht allein und singend seines Weges reiten. Und erst weit hinter ihm, in eifrigem Trab, die Packpferde; Wanja in seiner grauen Bluse, den Schaftstiefeln, mit dem Beil am Sattel, einsilbig, wie geprügelt, und doch erleichtert; und Zsoso, der kräftig und zufrieden auf seine Pferde einhieb, den Hunnen mit dem kleinen, schwarzen listig treuherzigen Götzengesicht und dem feuerroten Mönchsmantel.

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