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Erzählungen an Bord

Alfons Paquet: Erzählungen an Bord - Kapitel 4
Quellenangabe
typereport
authorAlfons Paquet
titleErzählungen an Bord
publisherDrei Masken Verlag
printrunZehnte Auflage
year1922
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150716
projectid42dc1654
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Schrecken

Vielleicht wäre ich damals unter die Räder gekommen, wenn mich ein großer Schreck nicht zur Besinnung gebracht hätte. Zweimal schlief ich im Asyl. Da man dort nach dem Namen nicht gefragt wird, so ging ich ruhig hin, aber öfter als dreimal darf man nicht kommen. Mit zwei andern Leuten war ich am zweiten dieser Abende unter den letzten gewesen, die man eingelassen hatte. Über unsern Drahtbettstellen standen die Nummern 691, 692, 693.

Der eine war ein kleiner Knirps, ein Tischlergeselle. Wir waren vor dem Einschlafen miteinander bekannt geworden. Er hatte uns, die wir mit den Gesichtern ihm zugewendet dalagen, zugeflüstert, daß er seinem Vater fortgelaufen sei. Vor ein paar Tagen sei er aus Werneuchen gekommen und seitdem in der Stadt umhergezogen. Zuletzt mit einem alten Kerl, einem früheren Metzgermeister. Übrigens habe er vor, Schiffsjunge zu werden. Wir sollten doch morgen mit ihm nach Hamburg gehen. Darüber war er mit einem vergnügten Gesicht eingeschlafen und hatte angefangen zu schnarchen.

Der andere, im Bett Nummer 691, hatte mir erzählt, er sei früher Lederarbeiter gewesen und sei jetzt Kohlenträger. Er stand bis obenhin voll Jammer. Er habe eine Stellung, aber er getraue sich nicht mehr hinzugehen, weil er mit einem Kollegen in Streit geraten sei. Außerdem habe er seinen ganzen Lohn in der Kneipe gelassen, er könne seiner Wirtin das Schlafgeld nicht bezahlen. ›Ich gehe mit nach Hamburg‹, sagte er. ›Gebt bloß auf mich acht, daß wir in keine Kneipe kommen. Alles, nur das nicht!‹

Ich hatte den beiden am Abend ein Beispiel geben können, das ihnen Eindruck machte. Beide hatten in ihren Schuhen schlafen wollen, denn es kam vor, daß einem hier in der Nacht die Schuhe gestohlen wurden. Ich aber hatte meine Schuhe ausgezogen und die beiden unterm Bettpfosten hineingesetzt. Das machten sie mir nach. Ich hatte diesen guten Rat selber erst am Abend vorher in diesem Asyl von einem alten Kerl erhalten, der neben mir auf seinem Bett gesessen hatte und seine Stiefel mit nassem Zeitungspapier sorgfältig putzte und sie dann auf die beschriebene Art in Sicherheit brachte. Er war ein alter ehemaliger Herrschaftsdiener, mit Medaillen auf der Brust, mit Bartstoppeln auf den eingefallenen Backen, mit einer schmutzigweißen Binde und hellgestreifter Weste. Er war früher einmal in Amerika gewesen.

Aber ich wollte ja von den beiden andern Leuten erzählen. Um vier Uhr morgens riß uns eine überlaute elektrische Schelle aus dem Schlaf. Das hieß sofort aufstehen, sich waschen und das Haus räumen. Wir fünfzig Mann im Saal erhoben uns fast gleichzeitig, mit uns alle die siebenhundert in den vierzehn Sälen an den Seiten des Ganges. Wir falteten unsere Drelldecken zusammen und legten sie nach Vorschrift ans Fußende des Lagers. Dann gingen wir zu den Waschbecken. Es schellte noch einmal durch das ganze Haus. Das war das Zeichen, daß wir am Schalter der Küche anzutreten hatten. Dort bekam jeder ein altbackenes Brötchen und einen Becher mit heißer Kaffeebrühe, fünf Minuten später standen wir wieder an der frischen Luft: das Tor wurde sofort hinter uns geschlossen. Einige kleine Trupps blieben noch beisammen, gerade so lange, als es dauerte, bis die wenigen, die im Besitze einer Zigarette oder eines Zigarrenstummels waren, sich Feuer geben lassen konnten. Dann verschwanden alle wie spurlos in den kahlen, rein gefegten Straßen. Der Morgen war kalt und sonnig.

Ich war wieder mit dem Kohlenmann zusammen. Der Kleine lief wie ein Hündchen bald hinter uns, bald vor uns her und schwenkte seine langen Arme mit den großen Händen. Wir verspürten Hunger. Auf einmal war der Kleine verschwunden. Wir beiden gingen langsamer, doch ohne uns nach ihm umzusehen. Nach einer Weile war er wieder bei uns. Unter seiner Jacke hielt er einen weißen, mit blauen und roten Sternchen zierlich geflickten Sack voll frischer warmer Brötchen. ›Wenn das einer sieht!‹ meinte der Kohlenmann erschrocken. Aber der Kleine verteilte rasch die Portionen und schob das leere Säckchen durch einen Gartenzaun. Dann, während wir gemächlich kauend weitergingen, meinte er: ›Das muß für eine größere Familie gewesen sein.‹

Wir gingen quer durch die ganze Stadt bis zur Jungfernheide. Draußen legten wir uns ins Gras; der Tau war schon geschwunden, die Sonne machte warm. Gegen Mittag, als es anfing heiß zu werden – es war im August – setzten wir uns an den Kanal und betrachteten die Kähne, die vorüberzogen. Auch Angler saßen da, und indem wir ihnen zusahen, verging die Zeit.

Als endlich die Schatten länger wurden, wurde es uns plötzlich klar, daß wir eilen müßten, um zeitig ins Asyl zu kommen, denn es wurde schon um sechs geschlossen. Es war noch so schön hier draußen. Da machte der Kleine den Vorschlag, entweder im Freien zu übernachten, oder in die Stadt zu gehen. Die Kaserne am Alexanderplatz sei im Abbruch. Dort könnten wir Quartier beziehen. Er hatte schon einmal dort geschlafen.

Wir überlegten nicht lange. Wir konnten nicht mehr den ganzen Abend hier draußen bleiben und eine endlose kalte Nacht. Der Kohlenmann fürchtete zwar, die Polizei werde uns in der Stadt ausheben. Aber das sagte er erst, als wir schon unterwegs waren. Es war ziemlich weit bis zum Alexanderplatz. Doch wir wollten die Straßen sehen mit ihren blinkenden Läden, den Elektrischen, den Wagen und Gäulen, wenn wir auch mitten in dieser großen lebendigen Lichterbewegung nichts als drei sehr bedenkliche Fußgänger waren.

Der Kleine versicherte uns, daß wir in der Kaserne geborgen seien. Es übernachteten dort fast immer noch andere Leute. Auch müßten wir ja auf dem Weg nach Hamburg mitten durch die Stadt und am andern Ende hinaus. Dann lief er betteln und hatte nach einer Stunde elf Pfennig und ein paar Stücke Brot beisammen. Wir traten in eine Wirtschaft und tranken davon eine Weiße. Ein Gefühl von Schwermut überkam mich, als wir in dieser Wirtschaft die rötlichen, vom Bier geschwollenen, viereckigen Gesichter der Handwerker und der Kutscher sahen.

Erst nach elf Uhr kamen wir an unserem Ziele an. Von dem Kasernengebäude stand nur ein Flügel noch da mit seinen langen Reihen offener Fenster. Die Laternen waren ausgelöscht. In den zerbrochenen Scheiben glitzerte das Mondlicht geisterhaft. Das Hauptgebäude war schon niedergebrochen bis auf wenige Mauern. Das Ganze, von schmalen, dunklen, unbelebten Gassen umgeben, lag da wie ein ungeheurer verwesender Koloß. Man hörte aber aus der Nähe das Geklingel und Rollen der Straßenbahnwagen.

Der Kleine führte uns an einem Bretterzaun entlang bis zu einer Stelle, wo ein lockeres Stück Holz quer über einer schmalen Öffnung hing, gerade so, daß ein Menschenkörper sich noch hindurchwinden konnte. Hier versprachen wir einander, uns nicht zu verlassen, was auch kommen möge. Dann bückte sich der Kleine und verschwand. Ich folgte ihm, und der Kohlenmann kroch hinterher.

Wir befanden uns im Kasernenhof. Vor uns standen in Richtung wie vergessene Soldaten vier kleine Bäume. Rechts lag ein Schuppen, vielleicht der ehemalige Holzstall. Eine Stiege führte von außen unter das Dach. Wir kletterten hinauf. Oben zündete der Kleine ein Streichholz an und leuchtete umher. Der Boden lag voll verfaultem Stroh. Es stank so sehr, daß wir beschlossen, wieder in den Hof hinunterzusteigen.

Im Untergeschoß der Kaserne stand ein Fenster offen. Der Kleine schwang sich hinauf und half uns nach; wir standen nun alle drei in dem öden Flur vor einer breiten Treppe mit eisernem Geländer. Rechts fanden wir einen Raum offen, der früher eine Küche gewesen sein mochte; in der Ecke stand ein halb zerstörter Herd. Die andere Tür dieser Stube war geschlossen, und die Klinke fehlte. Unsere Tür wollte durchaus nicht ins Schloß; wir stemmten uns dagegen und schlugen endlich mit Steinen, die wir aus dem Herde lösten, den Riegel zu. Dann klemmten wir noch Holzstücke in das Schloß und streckten uns nebeneinander auf dem Boden aus, mit den Köpfen gegen die Tür. Wir drängten uns eng zusammen, die Nachtluft sank durch die offenen Fenster kalt herein.

Die andern schienen bald zu schlafen. Nur ich lag wach in einem unsäglichen Gefühl der Verlassenheit auf dem harten, von Mörtel und Ziegelsteinsplittern bedeckten Boden. Die Leiber der beiden unbekannten Menschen schützten mich nur wenig gegen die Kälte; ich verspürte plötzlich ein Zittern, ganz leise und nach innen gehend, wie das Zittern, das dieses feste Gebäude ergriffen hatte, als langsam der Putz von den Wänden abfiel und die Decken lautlos sprangen, bis es nun, von den Menschen aufgegeben, in der dunklen Nacht sich selbst überlassen dastand. Der Mond und die Straßenlichter warfen gespenstische Flecken an die Wand. Zuweilen rasselte draußen eine Droschke vorüber. Unfern schnauften die Stadtbahnzüge; wenn sie in die gewölbte Halle einliefen, brach ein Donner aus. Ich sah einen dieser Züge fahren, fern, auf einer unendlich weiten grünen Ebene, und ihn plötzlich um einen Hügel biegen. Dort über einen Fluß führte eine Brücke, dürr wie ein Skelett und ohne Geländer; auf ihr ging ein Mann mit Medaillen auf der Brust. Er hatte das Gesicht des alten Herrschaftsdieners, der mir im Asyl das Aufbewahren der Stiefel gezeigt und von Amerika erzählt hatte. Der Zug kam rasch, der Mann auf dem Brückengeleis, mit dem Strom tief unter dem Gestänge des Brückenbodens, begann erschreckt zu laufen, er rannte wie ein Besessener. In dem Augenblick als die Maschine ihn fassen wollte, ließ er sich durch die Brücke hinunterfallen. Er fiel tief unten auf den Sand am Ufer, und als er aufstand, griff er an seinen Kopf und taumelte und lachte hell und glücklich über das Blut an seiner Hand. Nun verwandelte er sich in einen andern Menschen, der dort im Asyl den Namen Naturdoktor hatte, einen dicken Kerl mit Schmissen auf der Backe und einem Kneifer auf der Nase. Er trug in einem Futteral aus Pappe ein dickes Buch über die Naturheilmethode unterm Arm, das er nachts als Kopfkissen benutzte. Mit ihm erschien Reinhold, ein blasser Narr, der den Leuten für Zigaretten das Hemd, die Weste oder die Hosenträger abzukaufen pflegte. Er stand plötzlich neben mir und flüsterte mir ins Ohr, er habe gestern mit einem Kollegen von einem Neubau ein bleiernes Rohr gestohlen, ein schweres Ding, die Schultern seien ihm noch rot und blau davon. Das hätten sie gemeinsam versteckt. Nun brauche bloß einer hinzugehen und jenem Mann zu sagen, er habe gesehen, wie das Rohr gestohlen worden sei, dann werde er Angst bekommen und das Bleirohr hergeben, und der andere könne es forttragen und für fünf Groschen verkaufen. Das sei eine sehr einfache Sache. Er werde mir die Wohnung des Kollegen nennen, aber ich müsse ihm etwas dafür geben, vielleicht den Kragen.

Ich wachte auf, mich fror am Halse. Ich hatte meine Jacke als Kissen unterm Kopf liegen, neben mir rechts und links lagen die beiden Leute und schliefen. So wagte ich nicht mich zu rühren und schlief mit diesem Frostgefühl wieder ein. Ich sah den Herrschaftsdiener, den Naturdoktor und Reinhold miteinander gehen, und mich in weiter Entfernung ihnen folgen. Sie schienen zu schweben wie selige Meister gegen alle Angst gefeit, ich sah in banger Verzweiflung zu ihnen auf wie ein Lehrling des Lebens. Ich seufzte und lag mit geschlossenen Augen und muß dann wohl einige Zeit ganz fest geschlafen haben.

Jemand ergriff plötzlich meinen Arm. Ich sah den Kohlenmann halb aufgerichtet neben mir sitzen. Er sah starr über mich hinweg und stotterte: ›Du, – der Kleine – der Andere – ist weg.‹

Ich verstand ihn nicht gleich, doch erschrak ich sehr, als ich den Kleinen nicht mehr bei uns sah. Die Türen waren noch geschlossen, aber das Fenster stand offen. Ich wollte aufstehen, aber in demselben Augenblick machte ein seltsames Geräusch uns erstarren. In der leeren Kaserne, in dem Raum gerade über uns, gingen leichte, ganz langsame, schlürfende Schritte. Dazwischen vernahmen wir ein Hüsteln, einen so klagenden, hohlen, gebrechlichen Laut, daß wir wie versteinert lagen. Zuweilen hielt dieses Röcheln an. Die gelben Widerscheine an der Wand tanzten vor unsern Augen, sie schienen des ganze Zimmer zu überschwemmen. Wir begriffen plötzlich, warum der Kleine geflohen war, ohne an uns zu denken. Er war zum Fenster hinaus.

Vielleicht hatte man uns im Hause gehört. Oben ging eine Tür. Jetzt tasteten die Schritte die steinerne Treppe hinunter, sie kamen deutlich immer näher. Vor unserer Tür hielten sie an. Eine Hand tastete nach der Klinke. Aber auch wir ergriffen die Klinke und hielten sie fest und spürten daran den ohnmächtigen Druck der fremden Hand. Draußen winselte ein Mensch, aber mit der ganzen Gewalt unserer Schultern stemmten wir uns gegen die Tür und hörten nach einer Ewigkeit den Mann, der zu uns wollte, sich wieder entfernen. Sein Schritt ging langsam wieder die Treppe hinauf, und es wurde still.

›Wird wohl die Brötchenfrau gewesen sein‹, sagte der Kohlenmann und verzog das Gesicht. Aber wir konnten nicht lachen, es war uns entsetzlich zumute.

Da fingen oben, gerade über uns, die leisen schlürfenden Schritte wieder an. Sie führten quer über die Decke, dann hielten sie ein, und wir vernahmen ein armseliges hilfloses Jammern. Und nun stürzte der Kohlenmann ans Fenster, schwang sich hinaus, fiel auf die Hände und rannte fort über den Hof. Ich sprang ihm einfach nach. Vor dem Zaun draußen fanden wir uns wieder.

Wir sahen an der nächsten Straßenecke die Droschkengäule mit eingeknickten Beinen stehen. Im Schein der Laternen gingen einzelne Leute vorüber. Wir atmeten auf und setzten uns aufs Pflaster nieder, gerade neben dem Spalt im Zaun. Der Morgen graute. Wir wußten nicht, wohin wir gehen sollten, wir dachten an die Markthallen. Plötzlich stieg neben uns ein Mensch aus dem Loch hervor und ging schwankend, als müsse er gleich umfallen, mit einer Hand ins Leere ausgestreckt, die andre vor der Brust, die Straße hinunter. Es war ein kleiner dürrer Greis. Unter seinem Schlapphut hing weißes langes Haar hervor. Nun sahen wir ihn stehen bleiben und sich an eine Hauswand lehnen und dann langsam wie ein Bündel Kleider zu Boden sinken.

Wir standen beide auf, um nach ihm zu sehen. Wir faßten ihn an den Armen. Er stöhnte schon nicht mehr und sah uns nur an und schüttelte langsam den Kopf. Da ließ der Kohlenmann ihn los und sagte: ›Ich hole einen Schutzmann‹ und ging fort.

Ich beugte mich auf den Alten nieder und faßte ihn am Ärmel und sagte: ›He!‹ Aber er sah mich nur mit offenen Augen an, und sein Arm sank von selber. Da ging ich langsam zwei Schritte seitwärts und blieb stehen und sah mich nach ihm um. Er rührte sich nicht. Ich ging noch ein paar Schritte, sah mich nochmals um, aber er rührte sich nicht und saß wie lauschend. Da ging ich weiter und lief schließlich so rasch ich konnte, bis ich endlich weit von jener Stelle und ganz erschöpft vor einem Brunnen stand. Erst als mir das Wasser eiskalt über Kopf und Hände floß, kam ich zur Besinnung. Ich machte mich sofort auf den Weg nach Hamburg. Göttsche hieß das Heuerbureau, Vorsetzen 53. Eine Woche später fuhr ich die Elbe hinab auf See.«

 

»Wenn ich Sie nicht hier vor mir sähe, würde ich nicht glauben, daß es Ihnen noch einmal gut ging«, meinte der Leutnant nachdenklich.

Der Fremde paffte am Rest seiner Zigarre und lächelte erregt. »Ich muß jetzt doch einmal auf die Uhr sehen«, meinte er. »Sie haben Dienst.«

»Was das anlangt, so können wir ruhig sitzen bleiben. Meine Wache dauert bis neun Uhr. Zu Abend essen können Sie auch bei mir. Es gibt hier zwar nichts als Eier und Wurst zum Abendbrot. Ist Ihnen das gut genug, dann seien Sie mein Gast. Was kennt unsereiner vom Leben als seinen Dienst und die Sonntage, wo man Zivil anzieht und mit dem kleinen Mädchen mal einen Ausflug aufs Land unternimmt. Abgemacht, Sie bleiben!«

Er klingelte. Der Läufer erschien und bekam den Auftrag, eine Flasche Schaumwein zu bringen und das Abendessen zu bereiten.

»Es ist ein harmloser deutscher Kantinensekt,« sagte der Leutnant, als er einschenkte und trank seinem Gaste zu. »Nun müssen Sie noch mehr erzählen.«

»Es ist mir noch niemals in den Sinn gekommen, von diesen alten Geschichten zu plaudern. Sie kommen mir jetzt selber fast fremd auf die Zunge,« sagte der Fremde und nahm die Einladung an. Dann, mit einem anfänglichen Zögern, fuhr er fort: »Meinen Vater verlor ich, als ich zwölf Jahre alt war, die Mutter vier Jahre später. Der Großvater hatte sich meiner angenommen. Wo ich damals war, das wird Ihnen die folgende kleine Geschichte zeigen.

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