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Erich Randal

Theodor Mügge: Erich Randal - Kapitel 19
Quellenangabe
typefiction
booktitleErich Randal
authorTheodor Mügge
year1856
firstpub1856
publisherVerlag von Meidinger Sohn
addressFrankfurt a. M.
titleErich Randal
pages830
created20090617
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Neunzehntes Kapitel.

Alles war aufgeboten, um dies Fest zu einem glänzenden zu machen, und die stattlichen Säle des Schlosses strahlten von Lichtglanz und schön geschmückten Frauen. Es war wohl keine darunter, die an blitzenden Steinen und reichen Gewändern sich mit Constanze Gurschin messen konnte, doch manche, die an Jugend und Schönheit nicht zurückstanden. Unter allen die lieblichste und rosigste erschien jedoch Louisa endlich neben ihrer Beschützerin, begleitet von ihrem Bruder und dem Fähnrich Ridderstern, der sich zu ihnen gesellt hatte und mit hartnäckiger Unverschämtheit sein Recht alter Bekanntschaft und der Zusage vom vorigen Tage geltend machte. Frau von Gurschin hatte ihre Absichten erfüllt, sie hatte Louisa als eine Dame geschmückt und alle kindliche Ländlichkeit von ihr abgestreift. Ein weites Gewand von röthlichem Silberflor, Festons von Blumen und Atlasbändern und goldener Schmuck um Hals und Arme ließen nichts mehr von dem Kinde der finnischen Berge erkennen. Die langen Zöpfe waren verschwunden, sie hatten sich zum Theil in eine Fülle kleiner Locken verwandelt, oder waren zu einem künstlichen Geflecht verschürzt, auf dem ein reiches Diadem befestigt war. Die zierliche Gestalt wurde dadurch vergrößert, und wohl ließ sich in ihrem Gesicht die Freude bemerken, welche sie über die erstaunten Blicke empfand, mit denen sie von so vielen Augen gemustert wurde. Ihre Eitelkeit war geweckt, und das dunkle Verlangen, zu gefallen, angefacht. Sie wußte, was dies Anschauen ihr sagte; die großen Wandspiegel warfen 376 ihr Bild zurück, und ihr Ohr vernahm leise Worte, die sie gut genug verstand. Selbst Ebba hatte ihr zugelächelt und sie geküßt, selbst in ihren Blicken war ein Bekenntniß liebevoller Bewunderung, und Sam Halset hatte seine Augen weit aufgerissen und geschrien, es sei erstaunlich, was Flittern und Zindel aus einem Menschen machen könnten. Louisa wollte Niemanden gefallen als ihm, der weit fort war; aber es war ihr doch lieb, solchen Beifall zu finden, lieb, daß Lindström bei sieben und siebenzig Schock Teufeln schwor, sie sei die Allerschönste, die er je gesehen, und der Fähnrich Ridderstern zehnmal sein Wort darauf gab, keine Prinzessin, und wäre es eine aus dem Mohrenlande, könnte reizender sein, denn von Helsingfors bis Abo gäbe es kein Fräulein, das im Stande sei, sich mit ihr zu vergleichen. Nur einer stand tief im Saale, halb verborgen hinter einer Säule, der nahte sich ihr nicht, und als sie nach ihm hinblickte, bemerkte sie, daß er traurig und düster sein Gesicht abwandte, als wolle er sie nicht ansehen. Es war Louisa lieb, daß Magnus sich von ihr zurückzog, und doch that es ihr weh. Sie hätte ihn gern versöhnt, allein sie fürchtete sich davor. Ihre Gedanken waren bei Alexei. O! warum war er nicht hier! Was würde er sagen, wenn sie so vor ihn hin träte? Wie würde sein Auge leuchten, wenn er hörte, was die schönen jungen Offiziere flüsterten? Magnus war der Einzige, der finstere Blicke auf sie warf, und wie unverständig, trotzig benahm er sich, wie stierte er aus der Ferne sie an und lief davon, statt freundlich und artig zu sein.

Da schmetterte die Musik einen lustigen deutschen Walzer, und der Fähnrich Ridderstern führte sie in die Reihen und war so leicht auf seinen Füßen wie ein Reh am Pajäne. Tanz auf Tanz folgte. Der junge Fürst Dolgorucki löste den schwedischen Fähnrich ab, und noch immer stand Magnus Munk hinter dem Pfeiler und sah auf sie hin, so daß der Fürst es bemerkte und lächelnd nach ihm fragte.

Er heißt Magnus, sagte sie. Sein Vater ist unser Freund.

Und er verdient diesen Namen doch nicht minder?

Aber er ist kein Freund unseres Freundes Serbinoff, fiel sie ein.

Dann keine Gnade für ihn! rief der junge Fürst, und wie er lachend nach Magnus hinblickte, sah er ihn dunkel erröthen und lachte noch mehr.

377 Die älteren Herren umstanden den Tanzplatz und betrachteten das frohe glänzende Treiben, oder sie bildeten Gruppen und waren in lebhafter Unterhaltung begriffen; der größere Theil auch zerstreute sich durch die Zimmerreihe, wo Spieltische ihrer warteten und Erfrischungen aller Art geboten wurden. Admiral Cronstedt sowohl wie der russische General Suchtelen wandelten auf und ab, bald von Herren und Damen begleitet, bald in den verschiedenen Kreisen stehend, welche sich um sie versammelten. Die vornehmen Gäste wechselten zuweilen höfliche Worte, und Beide unterhielten sich mit Frau von Gurschin, die von zahlreichen Anbetern umringt war. Otho Waimon, der den Tanz so wenig liebte, wie er im Stande war, sich mit so trefflichen Tänzern zu messen, hatte sich zurückgezogen; doch dann und wann wurde er von den schönen Augen seiner Freundin gesucht, die ihm lebhafter folgten, als er mit Ebba zusammentraf, welche an seinem Arme durch den Saal ging.

Wir haben uns in den letzten Tagen wenig gesehen, sagte sie. Sie waren zu sehr beschäftigt, Cousin Otho.

Da Sie mich nicht bemerkten, erwiederte er, muß ich glauben, daß Ihre Augen Ihren Gedanken folgten.

Sie mögen Recht haben, versetzte Ebba lächelnd. Es gibt viel zu denken in diesem Schlosse. Glauben Sie an Ahnungen, lieber Otho?

Ich bin ein Finne, lächelte er, darum bin ich abergläubisch.

Erinnern Sie sich, als die Hompuseiche über unserem Kopfe zerbrach?

Ich erinnere mich wohl daran, sagte Otho.

Glauben Sie noch, daß es ein unheilvolles Zeichen war?

Sie haben es damals anders gedeutet.

Ich bin ängstlich geworden, sagte sie. Ich habe geträumt, ich glaube mit offnen Augen. Ich sah den alten Hompus leibhaft vor mir stehen, gestern, nachdem Sie die finnische Sprache besungen hatten. Er lachte in seinen grauen Bart, sah Sie an und lachte noch hohnvoller.

Warum erzählen Sie mir dies Gesicht, Cousine Ebba?

378 Weil Hompus sich darauf zu mir wandte, und mir in's Ohr sagte: Endlich habe ich ihn. Er wird nicht wieder mit Erich zurückkehren; Ihr werdet ihn nicht wiedersehen.

Weßhalb wählen Sie für das, was Sie sagen wollen, eine Geisterbeschwörung?

Um den Geist der Wahrheit und der Erkenntniß in Ihnen aufzurütteln, flüsterte sie ihm zu. Sie sind in Gefahr, Otho!

In welcher Gefahr?

Ebba blickte ihn forschend an. Was tragen Sie da für eine herrliche Nadel? Nie habe ich sie bisher gesehen.

Es ist ein Geschenk, sagte er, und mit trotziger Bestimmtheit fügte er hinzu: Ein Geschenk von Constanze Gurschin, das sie mir zum Andenken gab.

Und was haben Sie ihr dafür geschenkt?

Otho erröthete. Nichts, erwiederte er stolz, was für Sie Interesse haben könnte, Cousine Ebba.

Ihr strafender Blick heftete sich so fest auf ihn, daß seine Unruhe größer wurde.

Ich will nicht dagegen streiten, antwortete sie, doch sagen Sie mir, ob Hompus Randal Recht hat; ob es wirklich wahr ist, daß Sie entschlossen sind, uns zu verlassen?

Wer hat Ihnen das gesagt?

Soll ich es wiederholen? Eine Geisterstimme! – Was hat Otho Waimon mir einst versprochen? Haben Sie mir nichts mitzutheilen aus alter Freundschaft?

Ich weiß in Wahrheit nicht, sagte er, ob ich recht thun würde, auf täuschende Geisterstimmen zu antworten.

Gott behüte Sie vor allen Täuschungen, Cousin Otho, und lasse Sie zur rechten Zeit immer das Rechte erkennen!

Ich denke, er hat mich vor Täuschung bewahrt, erwiederte er, und mich vor kläglichem Wahn behütet.

So danken Sie ihm dafür, und Gott behüt's! wie der alte Lars sagt: Es ist ein Glück, daß das echte schwedische Blut in mir ist, das Alles ertragen kann. Aber noch Eines, Cousin Otho, ehe Sie von mir gehen. Der alte grimmige Hompus wird dennoch nicht Recht 379 behalten. Am Pajäne wollen wir unseren Freund erwarten, wenn er seines Glückes im fremden Lande überdrüssig ist, und wieder ein finnischer Bauer sein will.

Und dieser Tag wird kommen, Cousin Otho, er wird sicherlich kommen, fuhr sie leise fort, indem sie ihn fest und klar anschaute. Wer weiß, wie bald; denn ein stolzer, freiheitsliebender Mann wie Sie, kann nicht lange in Banden liegen, die seiner unwürdig sind. Er wird sie zerreißen. Und nun gehen Sie. Dort steht Constanze Gurschin und erwartet Sie, und hier kommt Erich, dem ich vor zwei Stunden gesagt habe, daß ich in Halljala mit ihm leben und sterben will.

Ohne seine Antwort abzuwarten ging sie Erich entgegen, und Otho eilte fort. Seine Brust war voll Blut, er athmete schwer, der bittere Hohn in ihm brachte ein Lachen auf seine Lippen, als er hinüber blickte, wo Frau von Gurschin leise winkend ihren Kopf neigte. Es war ihm unmöglich, diesem Zeichen zu folgen; um alle Seligkeit hätte er jetzt nicht mit ihr reden mögen, und eben begann die Musik wieder. Er irrte durch die Nebenzimmer; ein Büfet stand dort mit feurigen Weinen und Getränken besetzt. Hastig griff er nach vollen Gläsern und leerte sie, eine andere Gluth loderte in ihm auf, und weiter durch große stille Räume lief er mit sich selbst redend, und seine Hände ballend. – Plötzlich hörte er Schritte hinter sich, ein Gewand rauschte, ein zitternder Schauder mischte sich mit den Flammen in seinem Blut. Das war sie, sie setzte ihm nach. Constanze! murmelte er, indem er sich umwandte, doch seltsamer Irrthum! – Mary Halset stand vor ihm, so blaß und kalt wie der Todesengel, in dessen Nähe alle Wünsche und alles Leben zerrinnen. – Fragend und erstaunt sah Otho die Jungfrau an.

Ich habe dich gesucht, sagte sie. Ich muß dich sprechen.

Es ist lange her, Mary, seit mir das nicht mehr geschah, antwortete er.

Gleichviel, erwiederte sie. Folge mir nach.

Wohin?

Folge mir nach, wiederholte sie. Wenn du ein Mann bist, fürchte dich nicht vor einem Mädchen, die an deinen Mannesnamen glaubt.

380 Er widersetzte sich nicht mehr; rasch und leise führte sie ihn durch mehrere Zimmer fort, bis in ein völlig dunkles, das sie mit einem Schlüssel öffnete, und es dann wieder verschloß.

Otho's Fuß stieß an ein Bett. Wer wohnt hier? fragte er.

Mein Vater, sagte sie, und an der Wand forttappend öffnete sie eine Nebenthür und zog ihn herein. Du bist in meiner Kammer, fuhr sie fort, indem sie den Schlüssel umdrehte.

Was soll ich hier? flüsterte er.

Warte, sagte sie eben so leise. Kein Laut darf dich verrathen, hüte dich vor jedem Geräusch. Ich höre sie kommen.

Wen?

Mary antwortete nicht. Die Thür wurde aufgeschlossen, feste Schritte ließen sich hören. Jemand setzte einen Armleuchter hart auf den Tisch, der Lichtschein drang durch kleine Fugen und Ritzen. Wir können uns doch hier ganz ungestört unterhalten? fragte eine sanfte aber tiefe Stimme.

Fortfahren, wo wir heut früh aufhörten, antwortete ein anderer Mann im helleren Ton.

Wo ist Halset?

Er ist am Spieltisch und seine Tochter tanzt.

Eine Stille folgte. Haben Sie mit ihm gesprochen? fragte der Erste darauf.

Ja, antwortete der Andere.

Er wird kommen?

Er wird kommen, doch seien Sie nachsichtig. Es hat Mühe gemacht, ihn hierher zu bringen, noch mehr Mühe, ihn zu dieser Unterredung zu bestimmen.

Was rathen Sie also? begann der Erste wiederum, nachdem er nochmals geschwiegen hatte.

Keine Bedingungen, kein Drängen. Nur allgemeine Vorstellungen, alles Übrige überlassen Sie mir.

Er mag selbst seine Bedingungen machen. Welche es auch sein mögen, sie sind bewilligt.

Darüber können wir später verhandeln, erwiederte der Andere. Im Übrigen gibt es nur eine Art, die diesen zähen stolzen Baum fällen kann.

381 Welche meinen Sie?

Er hat nur eine Leidenschaft. Betrachten Sie sein Gesicht.

Er ist geizig. Gold also!

Viel Gold. So viel, daß alle Bedenken darin zerschmelzen.

Glauben Sie, daß wir sparen wollen? fragte der Erste lächelnd. Wir wissen genau, was davon abhängt. Ich habe gänzlich freie Hand. Was meinen Sie zu einer Million? Noch zu wenig?

Nun denn, zwei Millionen, fuhr er fort, als sein Begleiter wahrscheinlich ein verneinendes Zeichen gemacht hatte.

Das läßt sich hören, wenn – sie sicher sind, flüsterte dieser jetzt.

Jede Bürgschaft soll ihm gewährt werden, jedes Pfand dafür, das er verlangt.

Kein Zweifel also, aber – alles Geld der Erde würde nicht ausreichen, ihn zu einem Schritt zu bewegen, wenn nicht auch Mittel gefunden werden, die der Welt gegenüber ihn decken.

Wir decken und schützen ihn gegen Jeden, sagte der Erste im besonders festen und höheren Tone.

Das ist nicht genug. Ihm gewiß nicht genug.

Was schlagen Sie vor?

Er muß sich selbst vertheidigen können, erwiederte der Andere so leise flüsternd, daß er kaum gehört wurde. Der König hat ihn beleidigt. Er nahm ihm willkürlich die einträgliche Stelle des Generaladjutanten für die Flotten. Ich habe Ihnen gesagt, er habe nur eine Leidenschaft, das ist falsch. Er ist rachsüchtig bis zum Äußersten; er haßt den König, und kann es ihm nimmer vergessen.

Dieser Haß wird uns helfen.

Er wird uns helfen; aber es gibt Menschen, die, was sie auch immer thun mögen, eine Rechtfertigung vor sich selbst haben müssen. Der Glaube muß ihnen bleiben, daß ihre Handlungen nothwendig waren, gegen Vorwürfe müssen sie sich mit einigen Gründen vertheidigen können und – wer Schimpf auf sie werfen will, muß es nicht beweisen können.

Sie haben Recht, vollkommen Recht! seine Ehre muß bewahrt bleiben, fiel der Erste ein. Mir scheint dies jedoch keine sehr schwierige Aufgabe. Gegen Meinungen ist nichts zu machen, doch Beweis darf Niemand führen, und an Vertheidigern wird es ihm nicht fehlen.

382 Was aber die persönliche Sicherheit betrifft, so gibt es ja Friedensschlüsse genug, bei denen man durch einen Artikel die vollständige Amnestie und Niederschlagung jeder Untersuchung für alle diejenigen ausbedungen hat, welche etwaiger Vergehen angeklagt waren.

Ein leises Klopfen an der Thür unterbrach die Unterhaltung. Es ist Wright, murmelte der Eine der Beiden; er gibt uns das Zeichen. Der Oberst bringt ihn her. Da sind sie schon.

Wiederum wurden Schritte gehört, und gleich darauf trat Jemand herein, dessen Stimme die gespannte Erwartung vermehrte, mit welcher Otho in seinem Versteck stand. Es war, wie er nicht zweifeln konnte, Admiral Cronstedt, den er vernahm. Alle seine Ahnungen erhielten dadurch Gewißheit.

Man hat mir gesagt, General Suchtelen, begann der Admiral, daß ich Sie hier finden würde, und ich komme Ihnen Lebewohl zu sagen. Ich will mich niederlegen. Morgen in der Frühe kehre ich nach Helsingfors zurück.

Tief beklage ich es, mein theurer Admiral, daß die Umstände mir nicht gestatten Sie begleiten zu können, erwiederte Herr von Suchtelen. Hoffen wir daher, daß es uns bald vergönnt sein möge, offener und herzlicher uns wieder zu finden, als es hier geschehen konnte.

Es ist trübselig genug, antwortete Cronstedt, daß wir um ein paar freundliche Worte zu wechseln uns hier verbergen. Immer aber besser hier uns sehen, als vor den Wällen Sweaborg's.

Und dennoch wird es geschehen, Excellenz, sagte Suchtelen. Ich fürchte sehr, daß ich Sie dort besuchen muß, bitte aber mich gnädig zu empfangen.

Ein Gelächter folgte diesen Worten. Bei der jetzigen winterlichen Kälte, rief der Herr, welcher die Unterhaltung mit dem General geführt, dürfte ein heißer Empfang doch jedenfalls der angemessenste sein!

Mein lieber Oberst Jägerhorn, fiel Herr von Suchtelen ein, darauf müssen wir allerdings gefaßt sein, aber wollte Gott, wir könnten es abändern, und tapferen Männern großes Leid ersparen.

Wem wird damit gedient? fragte der Oberst Wright, der den Admiral begleitet hatte. Um wessen Trotz und Starrsinn sollen wir unser Blut verspritzen?

383 Der König ist der unverantwortliche Herr, antwortete Jägerhorn, während Cronstedt schwieg.

Ja, unverantwortlich sind seine Handlungen, fuhr Wright fort. Finnland soll es jetzt kennen lernen, wie es die deutsche Provinz kennen gelernt hat.

Still, Oberst Wright, das sind hastige Worte. Wir werden unsere Pflicht thun, wie es sich ziemt, sagte der Admiral; mögen wir auch Schmerz dabei empfinden. Ich hoffe jedoch noch immer, daß die Wolken sich wieder zerstreuen.

Diese Hoffnungen sollen uns begleiten, mein theurer Admiral! rief Herr von Suchtelen. Unter allen Verhältnissen wird sich niemals der hohe Grad von Hochachtung und Verehrung verringern, den ich für Sie empfinde. Ich darf wohl sagen, daß das ganze russische Heer so denkt; jedes Herz sich dort bei dem Gedanken beunruhigt fühlt, gegen Männer, die wir brüderlich lieben, das Schwert ziehen zu müssen.

Cronstedt neigte sich stumm, aber Oberst Jägerhorn erwiederte: Zu lange haben die beiden Nationen in zahllosen Kämpfen sich gemessen, um nicht gegenseitig sich zu achten. Auch bei uns ist Trauer genug, wenn der lange Friede gebrochen werden sollte.

Meine lieben Herren, versetzte der General, machen wir uns keine Illusionen. Wenn der König dem, wie ich glaube, gerechten Verlangen des Kaisers nicht nachgibt, so ist der Krieg unvermeidlich.

Sagen Sie das mit solcher Bestimmtheit, General, fragte Cronstedt?

Ja, ich sage Ihnen aufrichtig, was ich denke, und verhehle Ihnen nicht, daß nach den Nachrichten, wie wir diese haben, kein Zweifel daran sein kann. Kaiser Alexander hat bei den Verhandlungen in Tilsit mit Napoleon ein Übereinkommen abgeschlossen, den König auf jeden Fall zu bewegen, von dem Bündniß mit England abzulassen, und wenn er sich dessen weigert, ihn dazu zu zwingen.

Auf jeden Fall Krieg also, rief Oberst Wright, denn Niemand wird sich einbilden, daß König Gustav nachgibt.

Leider nein, sagte Jägerhorn halblaut; lieber läßt er Finnland verloren gehen.

Der Kaiser Napoleon wird und kann eine dauernde Eroberung Finnlands, die schlimmsten Falls möglich wäre, nicht zugeben, begann 384 der Admiral und er sprach damit aus, was am schwedischen Hofe sowohl, wie in ganz Schweden die allgemein verbreitete Meinung war. Der Besitz der finnischen Küsten und Häfen verschaffte Rußland in der Ostsee ein eben so entschiedenes Übergewicht, wie der Besitz der Krim im schwarzen Meere. Noch bedauerte man es, in Paris sowohl wie in London, die Vernichtung des Tatarenstaates und den argen Frieden von Kainardsche nicht gehindert zu haben, wie viel weniger also würde die Napoleon'sche Staatsweisheit es zulassen, daß die Ostsee und Finnland in Rußlands Hände fielen? Zeitungen und Schriften hatten darüber mancherlei zu Tage gefördert, und nicht wenig trug dieser Glaube zu der Sicherheit in Stockholm bei. Des Königs Anhänger lachten darüber, daß die Russen Finnland erobern wollten und selbst die den König hassende Partei, welche den Angriff und die Eroberung rachsüchtig wünschte, damit der starrsinnige Mann endlich gedemüthigt werde, dachte doch nicht daran, daß die Russen das Land behalten könnten. Mochten die Russen gründlich siegen, Finnland mußte ja doch zuletzt auf Napoleon's Befehl an Schweden zurückgegeben werden.

Meine Herren! sagte General Suchtelen, wir sind hier allein und können ein offenes vertrautes Wort sprechen, wie Soldaten es thun dürfen. Was die Diplomaten aushecken, geht uns nichts an; allein ich möchte meine Ehre dafür verpfänden, daß Finnland, wenn es angegriffen und erobert werden sollte, nicht zurückgegeben wird. Zwei Male ist es geschehen, zum dritten Male nicht wieder! soll der Reichskanzler gesagt haben, und, wie man mir erzählt hat, ist darüber mit dem Kaiser Napoleon im Voraus Alles abgemacht worden, Napoleon hat die Einverleibung Finnlands bewilligt. Überdies kostet ein Krieg viel Geld, und wer soll dies bezahlen? Wir haben sechszigtausend Mann zwischen Frederiksham und dem Ladogasee, eben so viele stehen weiterhin bereit.

Und, wie wir erfahren haben, ist ein ganzer Wagen voll Annenorden in Wiborg angekommen, fügte Jägerhorn lächelnd hinzu.

Die Lage ist ernsthaft, fuhr der General fort. Ich will es Ihnen nicht leugnen, daß alle Mittel vorbereitet sind, um, wenn es sein muß, den Krieg mit äußerstem Nachdruck zu führen.

385 Was haben wir dagegen aufzuweisen? fiel Oberst Wright ein. Bei Gott! wer sein Vaterland liebt, muß darauf bedacht sein, das Elend von ihm abzuwenden.

Das Vaterland verlangt allerdings nicht, daß man sich blind opfern soll, sagte Jägerhorn, Jeder muß nach seinem Gewissen und seiner besten Überzeugung handeln. Eine schwere Hand drückt auf Schweden, wird sie fortgenommen, so wird auch diese Zeit vorübergehen.

Er blickte dabei Suchtelen an, der lächelnd nickte. Wer Übles zu thun geneigt ist, sagte der General, thut jedenfalls am wenigsten, je weniger Mittel er dazu behält. Mit der schwedischen Nation wird Rußland keinen Krieg führen, es weiß, daß sie schuldlos an allen diesen Vorgängen ist und daß, wenn es in ihrer Macht stände, gewiß das Vernünftige geschähe. Von unserer Seite wird daher auch Alles gethan werden, was möglich ist, um die Leiden zu mildern, die der Krieg mit sich bringt. Es macht keine Freude, gegen Männer zu streiten, welche man lieber umarmen möchte. Je eher daher das Unglück vorübergeht, um so willkommener wird es für uns Alle sein.

Der Admiral stand auf vom Tische. Wir vermögen nichts daran zu ändern, sagte er, unser innigster Wunsch muß es aber sein, den rechten Weg zu finden zum Heile unseres armen Landes, das aus so vielen Wunden blutet. Dazu möge Gott uns Allen helfen! Und so verlasse ich Sie, mein General; mag, wenn wir uns wiedersehen, der dunkle Himmel heller geworden sein.

Suchtelen drückte ihm herzlich die Hand. Ein Held, wie Sie es sind, Excellenz, sagte er, erkennt immer den rechten Weg. Wer so hoch in Ehren steht, hat nicht nöthig, nach Ruhm zu geizen. Der schönste Ruhm bleibt, wie ich denke, der Ruhm der Tapferkeit, die mit besonnener Weisheit in inniger Vereinigung lebt. An diesem Lorbeerkranz auf Ihrem Haupte wird niemals der Neid nagen. Möge er immer neue Blüthen treiben. Dies wünschen jederzeit selbst Ihre Feinde, unter denen Sie so viele warme Freunde und aufrichtige Bewunderer haben.

Nach einigen anderen gewechselten Höflichkeiten schieden sie. Der Admiral ging zuerst. General Suchtelen blieb mit dem Obersten 386 Wright einige Minuten über allein, und Beide sprachen leise. Nur als sie den Anderen folgten, sagte der Oberst lauter: Meine Offiziere denken wie ich, dieselbe Stimmung ist in anderen Regimentern. Alles wird rasch und leicht gehen; ist Sweaborg unser, so ist die Sache für immer entschieden.

Ja, wenn es unser ist, erwiederte der General. Bis dahin aber, mein theurer Oberst, werden noch im günstigsten Falle Monate vergehen, und wer weiß –

Der Oberst murmelte Etwas, aus dem nur der Name Jägerhorn hörbar war.

Er ist sehr geschickt, Sie haben Recht, sagte Suchtelen darauf; er wird nicht ablassen.

Wie die Spinne im Netz von ihrer Beute nicht abläßt, murmelte der Oberst. Im Übrigen wird meine Nichte Constanze ihm tapfer beistehen. In nächster Woche wird sie nach Helsingfors fahren und dort einige Zeit ihren Wohnsitz nehmen.

Vortrefflich! erwiederte der General. Frau von Gurschin ist eben so liebenswürdig, wie voller diplomatischer Talente. Der Dank des Kaisers wird nicht ausbleiben. Jetzt aber lassen Sie uns gehen, man möchte uns vermissen.

Sie entfernten sich, und nach einigen Minuten war es finster und still. Otho Waimon stand regungslos an der Wand der Kammer, betäubt von dem, was er gehört, und erdrückt von den Trümmern aller seiner Hoffnungen und seines Glaubens, die über ihm zusammenbrachen. Verachtung, Zorn, Schrecken und bitterer Schmerz ballten sich in seiner Brust zusammen. Verrath und Feigheit sah er am Arbeitsstuhl sitzen, um sein Vaterland den Russen zu überliefern. Die Ersten, die Höchsten waren dabei thätig. Schweden waren es, Soldaten, die in niederträchtiger Ehrlosigkeit Finnland und ihren eigenen König verrathen wollten; was die Geschichte von solchen Dingen erzählte, war diesmal noch übertroffen. Und Alles war Lüge, Alles Täuschung. Eine russische Provinz sollte Finnland werden, in der die Privilegien blühten, bis endlich Alles russisch war. Die Wright's, Halset, der Adel, die Priester, das waren die Gehilfen dazu, und Weiber halfen, diese Gurschin, die man aus Petersburg abgeschickt 387 hatte, um die Intriguen verlockender zu machen. – Eine ingrimmige Wuth durchtobte ihn. Er tappte nach der Thür und stieß einen wilden Fluch aus, als es ihm nicht gelang, diese zu öffnen.

Mary Halset stand neben ihm. Wohin willst du? fragte sie.

Den Verräthern die Larve abreißen, sagte er.

Ich habe sie dir gezeigt, Otho Waimon, denn ich kannte sie und wußte von ihren Plänen, erwiederte Mary; aber ich wußte nicht, daß du dich und mich fruchtlos verderben würdest. Wir sind Beide von finnischem Blut. Besonnenheit und Klugheit soll das Erbe unserer Väter sein. Was würde es dir helfen, wenn du ein Geschrei erhöbest? Du würdest als ein Verleumder behandelt, beschimpft und bestraft, vielleicht müßtest du es auf der Stelle mit deinem Leben bezahlen. Du hast keinen Zeugen.

Du bist ein Zeuge.

Ich kann kein Zeugniß geben, das meinen Vater treffen müßte, fuhr Mary fort; wollte ich aber auch, es würde wenig helfen. Welches Gewicht könnten meine Aussagen gegen so mächtige Männer haben, in deren Gewalt wir uns Beide befinden?

Wahr! wahr! rief Otho, aber wo ist ein Weg, den ich gehen kann?

Hörtest du nicht, erwiederte Mary daß dieser Russe sagte, es könnte noch Monate dauern, ehe seine Arglist glücken, ehe Sweaborg in seine Hände fallen würde?

So sagte er, ja.

Dann bleibt noch Zeit, ihn darin zu hindern. Du mußt nach Stockholm, Otho Waimon, das ist der Weg, der allein helfen kann. Du mußt zu dem Könige gehen, mit dem Könige sprechen. Ihm sagen, was du weißt, ihn auffordern, Finnland zu retten.

Ich soll den Schwedenkönig aufsuchen! rief Otho, überrascht von dem Gedanken.

Willst du ein Russe werden? fragte sie.

Nein, niemals! murmelte er hastig. Bei Gott! ich will nicht. – Ich will nach Stockholm, will bis in seine Königsburg dringen, ihm zuschreien, daß er verrathen ist. Wie kann es aber geschehen? fügte er bedächtiger hinzu; wir sind weit davon.

388 Alle die kleinen Häfen an der Küste haben um diese Zeit noch freies Meer und Verbindungen mit Schweden, erwiederte Mary. Geh nach Ecknäs, nach Hangö oder Finnby, überall wirst du Fischerböte treffen. Hast du Muth, dein Vaterland vor den Russen zu schützen, so darfst du nicht an den Pajäne zurückkehren.

Ich kann fort, zu jeder Zeit, noch in dieser Nacht, antwortete Otho. Du hast Recht, was geschehen soll, muß schnell geschehen. Hier gibt es Pferde und Schlitten genug, die mich rasch an die Küste und weiter bringen. Gute Nacht, Mary habe Dank! Du bist ein entschlossenes Mädchen. Ich bewundere dich mehr, wie ich es je gethan. Lebe wohl!

Warte noch, Otho Waimon, antwortete sie. Wo reden nicht hilft, müssen Thaten sprechen, sagt unser Sprichwort. Ich rede nicht mehr, aber nimm dies, du wirst es brauchen.

Sie legte eine schwere Börse in seine Hand, er nahm sie an. Auch dafür danke ich dir, kluge Mary. Hast du mir noch Etwas zu sagen?

Nichts, Otho. Du bist ein finnischer Mann von hellem Geist und großer Stärke. Gott schirme dich und helfe dir bei Allem, was du thust!

Leise verließ er sie. Erhitzt von den Vorstellungen, die ihn beschäftigten, irrte er durch die Räume, suchte seine Gedanken zu ordnen und seine Entschlüsse zu fassen. Die Musik schallte aus der Ferne; endlich trat er heran, Constanze schwebte in den Armen eines russischen Offiziers an ihm vorüber. Die großen Steine ihrer Halskette warfen glänzende Strahlen, sie lächelte, als sie seine hohe Gestalt an der Thür lehnen sah. Plötzlich verließ sie ihren Tänzer und kam zu ihm.

Was gibt's? fragte sie. In welcher Gesellschaft waren Sie? Wer hat Sie gelangweilt?

Böse Geister, die mir gesagt haben, nichts sei wahr in der Welt, nicht einmal die Wahrheit, antwortete er.

Es nimmt Alles ein Ende, Lüge wie Wahrheit, lachte Frau von Gurschin, so auch dieser Ball. Ich habe genug daran und möchte alle diese Steine und Flittern von mir werfen, um Trost in 389 Ihr zerrissenes Herz zu bringen, mein empfindsamer Freund. Wenn ich gehe, folgen Sie mir, wir müssen den bösen Feind beschwören.

Mit einem brennenden Blick, der über ihn hinflog, überließ sie ihn den Qualen, die ihn folterten, dem Blut, das wild durch ihn hinrollte, dem Hohn, der diese zärtliche Einladung verachtete, und dem Gefühl tiefer Entrüstung, das alle Regungen siegend überwand.

Fort von hier! folge dir, wer da will, sagte er, als er durch die Gallerie ging, die in den Vorsaal und zu den Treppen führte. O, Ebba!

Als er den Namen aussprach, öffnete sich die Thür vor ihm. Ein Herr, in einen weiten Mantel gewickelt, die Pelzmütze über die Ohren gezogen, trat herein und breitete seine Arme aus.

Otho! rief er. Glück und Segen! Du bist der Erste, der mir begegnet. Alles tanzt, Herr und Knecht. – Es war Serbinoff.

Du bist wieder da? fragte Otho, mechanisch seinen Kuß duldend, den er nach russischer Sitte erhielt.

Ja, da bin ich und komme zur rechten Zeit, um mich warm zu machen; denn es ist eine Nacht für euren teuflischen Hiisi, um aus seiner Eishölle heraufzusteigen und sich wohl auf Erden zu fühlen. Ich bin da, mein Bruder, und bringe dir gute Nachrichten mit, die du auf der Stelle hören sollst. Graf Buxthövden wünscht dich zu sprechen. Er erwartet dich in Wiborg. Reise, sobald du kannst, morgen schon.

Ich werde reisen, erwiederte Otho. Aber glaubst du, Serbinoff, daß es ehrlich gemeint ist?

Welche Frage? welche Zweifel! Ich habe dem General Alles mitgetheilt, du wirst ihn vorbereitet finden. Er wird dir Vorschläge machen. Den Aufstand vorzubereiten, wird deine Aufgabe sein. Waffen, Geld, alle möglichen Unterstützungen werden dir nicht fehlen.

Und ich selbst?

Mache deine Bedingungen, fordere, du wirst offene Hände und offene Augen finden. Du wirst der Führer der Schaaren sein, welche dir folgen, danach muß sich dein Rang richten. Mit dem Patent als kaiserlicher Oberst, fügte er noch leiser hinzu, wird man dir entgegen kommen. Sei klug, mein Freund, so kannst du mehr erlangen.

390 Und Finnlands Freiheit, sagte Otho, arglistig lächelnd.

Serbinoff blickte ihn durchdringend an. Darüber, versetzte er, haben wir schon verhandelt, Buxthövden wird dir mehr davon sagen. Man theilt die Haut nicht eher, ehe das Wild erlegt ist, tapferer Oberst Waimon.

Sehr wahr! rief Otho, wir wollen warten.

Zunächst sorge für dich, und laß mich sorgen. Aber wie hast du deine Tage verlebt? Voller Vergnüglichkeit, wie ich denke. Wie steht es mit der Gurschin?

Sie hat mich nach Petersburg eingeladen.

Ich gratulire! lachte Serbinoff. Ruhe aus in ihren weichen Armen, wenn es in Finnland nichts mehr für dich zu thun gibt. Sie wird alle deine Noth himmlisch vergelten. – Aber jetzt rede von Louisa, stille meine Sehnsucht.

Meine Schwester tanzt mit deinem Freunde Dolgorucki.

Ich muß sie überraschen. Komm, Otho, daß ich mich ausschäle, ich will Vieles noch von dir hören.

Heut nicht, antwortete Otho.

Wo willst du hin? Warum verläßt du mich?

Ich muß dich verlassen, Serbinoff; aber du – ich bleibe dein Freund, ich glaube an dich!

Was soll das sein? rief Serbinoff. Höre doch, Otho!

Otho hörte nicht. – Was hat er vor? Was ist geschehen? sagte Graf Alexei ihm nachblickend. Wäre es möglich, daß ein Verdacht – Er ist eifersüchtig! lachte er, die Gurschin hat ihn toll gemacht. Um so besser, entkommen darf er uns nicht. Ich fühle ein wirkliches Verlangen nach meinem kleinen Nix, zunächst zu ihr, dann werde ich erfahren, was diesem dicken finnischen Kopf widerfahren ist. – Heda! ihr da! – Diener sprangen mit Lichten herbei, Serbinoff folgte ihnen die Treppe hinauf in sein Zimmer. 391

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