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Ergötzliche Nächte

Giovanni Francesco Straparola: Ergötzliche Nächte - Kapitel 29
Quellenangabe
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typenarrative
authorStraparola
titleErgötzliche Nächte
publisherVerlag Kurt Desch
printrun1. bis 10. Tausend
year1947
translatorHanns Floerke
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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28

Der Kalabrese Cesarino di Berni verläßt mit einem Löwen, einem Bären und einem Wolf Mutter und Schwestern, kommt nach Sizilien, findet dort die Tochter des Königs, die von einem grauenhaften Drachen gefressen werden soll, tötet das Untier mit Hilfe der drei Tiere und bekommt die vom Tode Errettete zum Weibe.

Es lebte vor nicht langer Zeit ein armes Weiblein, das hatte einen Sohn, der hieß Cesarino di Berni aus Kalabrien und war ein sehr wackerer Jüngling, dem sich die Natur günstiger erwiesen hatte als das Glück. Als Cesarino eines Tages das Haus verlassen hatte und übers Land wanderte, kam er an einen schönen reichbelaubten Wald, und von dem Reiz des dichten Grüns angelockt, ging er hinein. Dort geriet er an eine Felshöhle,, in der junge Löwen, junge Bären und junge Wölfe lagen. Er nahm von jeder Gattung ein Junges, führte die Tierchen mit sich nach Hause und zog sie mit vieler Mühe und Sorgfalt zusammen auf. Und so meisterhaft wußte er sie aneinander zu gewöhnen, daß eines gar nicht ohne das andere sein konnte, auch waren sie ganz zahm gegen die Menschen und taten keinem etwas zuleide. Da es nun von Natur Raubtiere waren, die nur zufällig abgerichtet und gezähmt wurden, ging Cesarino, sobald sie im Vollbesitz ihrer Kräfte waren, oft mit ihnen auf die Jagd und kam immer mit Wildbret beladen vergnügt nach Hause; und damit ernährte er sich und die Mutter. Diese wunderte sich gar sehr über die große Beute, die der Sohn heimbrachte, und fragte ihn, wie er es fertig bringe, täglich so viel Getier zu erbeuten. »Mit meinen Tieren«, antwortete er, »verrate es aber bitte niemand, damit man sie mir nicht wegnehme.« Es währte aber nicht lange, da befand sich die Mutter einmal bei ihrer Nachbarin, für die sie eine besondere Freundschaft hatte, weil es eine rechtschaffene Frau war, dienstfertig und liebreich, und indem sie so von diesem und jenem miteinander plauderten, fragte die Nachbarin: »Gevatterin, wie stellt es Euer Sohn nur an, so viel Wild zu erbeuten?« Die Alte erzählte ihr alles, nahm dann Abschied und ging. Kaum hatte sie ihre Gevatterin verlassen, da kam der Mann der letzteren nach Hause; mit vergnügtem Gesicht lief sie ihm entgegen und teilte ihm mit, was sie wußte. Auf diese Nachricht suchte der Mann alsbald Cesarino auf und sagte zu ihm: »Auf diese Weise gehst du also auf die Jagd, mein Söhnchen, und nimmst dir nie einen Genossen mit? Das paßt schlecht zu dem freundschaftlichen Verhältnis, in dem wir stehen.« Cesarino lächelte und mochte ihm keine Antwort geben, doch machte er sich, ohne von der alten Mutter und den geliebten Schwestern Abschied zu nehmen, mit seinen drei Tieren auf und ging auf gut Glück in die Welt. Nach langem Wandern gelangte er in eine öde, unbewohnte Gegend Siziliens; er fand dort eine Einsiedelei, ging hinein, und da niemand darin war, legte er sich mit seinen Tieren zur Ruhe nieder. Bald darauf kam der Besitzer nach Hause, erblickte beim Eintreten die Tiere und wollte bestürzt die Flucht ergreifen. Allein Cesarino, der den Eremiten bereits erschaut hatte, rief ihm zu: »Fürchtet nichts, Vater, und kommt unbesorgt herein, diese Tiere sind ganz zahm, sie werden Euch keinen Schaden zufügen.« Auf Cesarinos Zureden faßte der Einsiedler Mut und betrat seine ärmliche Zelle. Cesarino fühlte sich durch den weiten Weg, den er gemacht hatte, erschöpft, er wandte sich daher an den Einsiedler und fragte ihn: »Hättet Ihr wohl etwas Brot und Wein, daß ich meine verlorenen Kräfte wieder herstellen könnte?« »Jawohl, mein Sohn«, erwiderte jener, »doch vielleicht nicht von der Güte, wie du sie wünscht.« Cesarino zog darauf dem Wild, das er gefangen, das Fell ab, zerlegte es und briet es an einem Spieß, und nachdem der Tisch gedeckt und mit den ärmlichen Speisen besetzt war, die sich vorfanden, aßen sie recht vergnügt miteinander. Nach der Mahlzeit erzählte der Einsiedler Cesarino folgendes: »Es haust nicht mehr weit von hier ein Drache, dessen verpesteter Atem alles umher ansteckt und vergiftet, niemand kann ihm widerstehen, und er verursacht solches Unheil, daß die Bauern sich bald genötigt sehen werden, das Land zu verlassen, überdies muß man ihm täglich einen Menschen zur Nahrung geben, sonst würde er alles verwüsten, und unseligerweise trifft dies harte Los morgen die Tochter des Königs, der an Schönheit, Sittsamkeit und Tugend keine andere Jungfrau gleichkommt, und die der Inbegriff aller Vollkommenheiten ist, – es ist wirklich ein großer Jammer, daß eine solche Jungfrau ohne ihre Schuld so grausam zugrunde gehen soll. »Seid nur guten Muts«, sagte Cesarino zu dem Alten, als er dies vernommen hatte, »Ihr werdet, zweifelt nicht daran, bald die Befreiung der Jungfrau erleben.« Die Morgenröte hatte kaum den Himmel erhellt, als Cesarino schon dem Aufenthalt des furchtbaren Drachen zueilte und seine drei Tiere mit sich führte. Dort sah er die Königstochter, die hingekommen war, um von dem Untier verschlungen zu werden. Er näherte sich ihr, die fassungslos schluchzte, tröstete sie und sagte: »Weint nicht mehr, Fräulein, härmt Euch nicht so, ich bin hergekommen, um Euch zu befreien.« Indem er so sprach, kam der unersättliche Drache mit Ungestüm herausgefahren und wollte mit weitgeöffnetem Rachen die liebliche, zarte Jungfrau, die vor Furcht zitterte und bebte, zerreißen und verschlingen. Allein Cesarino, von Mitleid bewegt, faßte sich ein Herz, hetzte seine drei Tiere auf das gierige Ungeheuer, und sie kämpften so lange mit ihm, bis sie es zu Boden streckten und töteten. Dann schnitt Cesarino ihm mit dem Messer, das er in der Hand trug, die Zunge heraus, steckte sie zu sich und bewahrte sie sorgfältig. Ohne nun der befreiten Schönen ein Wort weiter zu sagen, kehrte er zu der Einsiedelei zurück und erzählte dem Alten, daß er den Drachen getötet und die Prinzessin befreit habe, was diesem zu großer Freude gereichte. Nun traf es sich, daß ein grober, plumper Bauer an dem Ort vorbeikam, wo der gräßliche Drache tot dalag; er sah das furchterweckende Ungeheuer, zog ein tüchtiges Messer heraus, das er an der Seite trug, und schnitt ihm das Haupt vom Rumpf; dies steckte er in einen Sack, den er bei sich trug und ging dann mit großen Schritten der Stadt zu. Er holte bald die Prinzessin ein, die zu ihrem Vater zurückkehrte, begleitete sie, und als sie im königlichen Palaste anlangten, brachte er sie dem König, den die übergroße Freude, die Tochter wiederzusehen, beinahe das Leben gekostet hätte. Überaus vergnügt zog der Bauer den Hut ab und sagte zum König: »Herr, Eure Tochter gebührt mir als Frau, denn ich habe sie vom Tode errettet.« Und zum Zeichen der Wahrheit holte er das scheußliche Drachenhaupt aus seinem Sack hervor und überreichte es dem König. Als dieser den Kopf des gewaltigen, nie gesehenen Ungeheuers betrachtet hatte und sich über die Befreiung der Tochter wie des Landes klar geworden war, ordnete er ein glänzendes Siegesfest an, zu dem alle Frauen der Stadt eingeladen wurden, die sämtlich im größten Putz erschienen und der Prinzessin ihre Glückwünsche darbrachten. Zufällig befand sich der Einsiedler gerade in der Stadt, als man die Vorbereitungen zum Feste traf und hörte von allen Seiten das Gerücht erschallen, ein Bauernkerl habe den Drachen getötet, und zum Lohn für die Errettung der Königstochter bekomme er sie zur Frau. Der Alte vernahm dies mit großem Leidwesen, er unterließ an diesem Tage das Almosensammeln, ging eilig wieder nach seiner Hütte zurück und erzählte Cesarino, was vorging. Dieser war darüber sehr betrübt und zeigte ihm die Drachenzunge zum Beweis, daß er es sei, der den Drachen getötet habe. Der Einsiedler, nun vollkommen davon überzeugt, eilte zum König, zog die ärmliche Kapuze vom Kopfe und redete ihn folgendermaßen an: »Heiligster König, es ist doch höchst widerwärtig, daß ein tückischer und verruchter Mensch, gewohnt in übeln Löchern zu leben, der Gemahl einer Prinzessin werden soll, welche die Blume der Anmut, das Muster der Sittsamkeit, der Spiegel der Tugend und mit allen Reizen begabt ist, um so mehr, da er Eure Majestät zu betrügen sucht, indem er als wahr ausgibt, was er in seinen Hals hineinlügt. Besorgt für die Ehre Eurer Majestät und das Glück Eurer Tochter, bin ich hierhergekommen, Euch zu entdecken, daß er, der sich ihrer Befreiung rühmt, nicht derjenige ist, der den Drachen getötet hat. öffnet daher die Augen, heiligster König, verschließt Euer Ohr nicht und hört auf den, der Euch mit wahrer Liebe zugetan ist.« Die feste Rede des Eremiten machte Eindruck auf den König, er erkannte, daß seine Worte aus dem treuen, aufrichtigen Herzen flossen und schenkte ihnen völligen Glauben. Er befahl augenblicklich, die Vorbereitungen für die Festlichkeiten einzustellen und gebot dem Einsiedler, ihm zu offenbaren, wer der wahre Befreier seiner Tochter gewesen sei. Dieser, der nur darauf gewartet hatte, erwiderte: »Herr, es ist nicht vonnöten, daß ich Euch seinen Namen sage, wenn es aber Eurer Majestät recht ist, will ich ihn vor Euer Antlitz führen, und Ihr werdet einen Jüngling von schöner, anmutiger und stattlicher Gestalt und dem feinsten Anstande sehen, und so freundlich und einnehmend ist sein Wesen und so königlich sind seine Sitten, daß mir bis jetzt noch nicht seinesgleichen vorgekommen ist.« Der König war schon ganz verliebt in den Jüngling und befahl, man solle ihn sofort zu ihm bringen. Da begab sich der Einsiedler wieder zu seiner Hütte zurück und erzählte Cesarino alles. Dieser nahm die Zunge, steckte sie in seine Jagdtasche und ging mit seinen drei Tieren und dem Eremiten zum König, ließ sich vor ihm auf die Knie nieder und sagte: »Geheiligte Majestät, die Arbeit und der Schweiß waren mein, allein die Ehre hatte ein anderer. Ich tötete mit Hilfe dieser meiner Tiere das Ungeheuer, um Eure Tochter zu erretten.« »Und welchen Beweis kannst du mir geben, es getötet zu haben?« fragte der König, »da jener mir das Drachenhaupt brachte, welches du hier hängen siehst?« Da antwortete Cesarino: »Ich begehre nicht einmal die Aussage der Prinzessin, die hier ein hinreichendes Zeugnis sein würde, aber ich will Euch ein Beweisstück zeigen, dessen Glaubwürdigkeit nicht zu leugnen ist: laßt dem Kopfe des Drachen in den Rachen schauen, und Ihr werdet ihn ohne Zunge finden.« Der König ließ sich den Kopf bringen und fand ihn ohne Zunge. Cesarino griff nun in seine Jagdtasche und holte die Zunge des Untiers heraus, die von einer so außerordentlichen Größe war, wie man sie noch niemals gesehen hatte, und bewies dadurch offenbar, daß er der Besieger der grausamen Bestie sei. Der König, sowohl hierdurch wie durch die Aussage seiner Tochter und anderer Anzeichen vollkommen überzeugt, ließ den Bauern ergreifen und ihm sogleich den Kopf vom Rumpfe trennen. Darauf wurde denn mit großem Jubel und Pomp die Hochzeit Cesarinos mit der Prinzessin gefeiert und das Paar genoß die Freuden des ersten Beilagers. Als es der Mutter und den Schwestern Cesarinos zu Ohren kam, wie er den Drachen getötet, die Prinzessin befreit und zur Belohnung ihre Hand erhalten habe, beschlossen sie nach Sizilien zu reisen. Sie bestiegen ein Schiff und erreichten mit günstigem Winde bald das Königreich, wo sie mit großen Ehren empfangen wurden. Die Weiber aber waren noch nicht lange dort, als sich in ihnen ein solcher Neid gegen Cesarino regte, daß sie ihn am liebsten zerrissen hätten. Ihr Haß wuchs von Tag zu Tag und sie nahmen sich vor, ihm heimlich den Tod zu geben. Indem sie nun hin und her überlegten, wie sich dies bewerkstelligen ließe, kam ihnen zuletzt der Gedanke, einen Knochen zu nehmen, ihn zuzuspitzen, seine Spitze zu vergiften und ihn zwischen Bett und Leintücher mit der Spitze nach oben in Cesarinos Lager anzubringen, damit, wenn dieser schlafen ginge und sich, wie junge Leute pflegen, aufs Bett werfe, der Knochen ihn stechen und vergiften möge. Und sie führten ihren verbrecherischen Anschlag unverzüglich aus. Als es Zeit zum Schlafengehen war, suchte Cesarino mit seiner Gemahlin das Schlafgemach auf, legte die Kleider und das Hemd ab, warf sich ins Bett und fiel mit der linken Seite auf die Spitze des Knochens, und solch eine böse Wunde empfing er, daß sie infolge des Giftes augenblicklich aufschwoll, und sobald ihm das Gift ins Herz trat, war er tot. Als die Prinzessin ihren Gemahl entseelt daliegen sah, brach sie in ein lautes Jammern aus und vergoß Ströme von Tränen. Erschrocken liefen die Hofleute auf ihr Geschrei herbei und sahen, daß Cesarino diese Welt verlassen hatte und als sie den Leichnam hin- und herwandten, fanden sie ihn ganz geschwollen und rabenschwarz, woraus sie schlossen, er müsse durch Gift getötet worden sein. Als der König dies erfuhr, ließ er eine große Untersuchung anstellen, da man jedoch keine Gewißheit erlangen konnte, ergab er sich drein, legte samt der Tochter und dem ganzen Hofe Trauergewänder an und befahl ein feierliches, prachtvolles Leichenbegängnis. Während man nun die Vorbereitungen zur Leichenfeier traf, fing der Mutter und den Schwestern Cesarinos an, gewaltig bange zu werden, der Löwe, der Wolf und der Bär möchten sie verraten, wenn sie erführen, ihr Herr sei tot. Sie beratschlagten daher untereinander und kamen auf den Gedanken, ihnen die Ohren mit Blei zu verstopfen, was sie auch zur Ausführung brachten. Dem Wolfe waren die Ohren aber nicht gehörig verstopft worden und er hörte noch ein wenig auf dem einen. Als nun der Leichnam zur Grabstätte getragen ward, sagte der Wolf zum Löwen und Bären: »Gefährten, mir scheint, ich vernehme eine böse Neuigkeit.« Allein jene, welche die Ohren ganz voll Blei hatten, hörten nichts, und sooft der Wolf auch seine Worte wiederholte, es half ihm nichts. Doch bemühte er sich so lange mit Zeichen und Gebärden, bis sie am Ende etwas von Totsein verstanden. Der Bär drang nun mit seinen harten, gebogenen Nägeln so tief in die Ohren des Löwen, daß er ihm das Blei herausziehen konnte, und ebenso tat der Löwe dem Bären und dem Wolf. Als nun alle ihr Gehör wieder hatten, sprach der Wolf zu seinen Gefährten: »Mich dünkt, ich habe etwas vom Tode unseres Herrn verlauten hören.« Und da er auch nicht wie gewöhnlich kam, sie zu besuchen und zu füttern, waren sie überzeugt, er müsse tot sein. Sie verließen daher alle drei das Haus und liefen dorthin, wo die Träger mit dem Leichnam auf der Bahre zur Beerdigung zogen. Die Geistlichen und anderen Personen, die dem Toten das Geleit gaben, ergriffen beim Anblick der Tiere bestürzt die Flucht, die Träger setzten den Sarg nieder und taten desgleichen, andere, die mehr Mut hatten, blieben jedoch, um das Ende abzuwarten. Die drei Tiere arbeiteten nun mit Zähnen und Nägeln solange, bis sie ihren Herrn ganz entkleidet hatten, darauf wandten sie ihn nach allen Seiten und entdeckten die Wunde. »Bruder«, sprach darauf der Löwe zum Bären, »jetzt täte uns ein wenig Fett aus deinen Eingeweiden gute Dienste; wenn man die Wunde damit bestriche, würde unser Herr augenblicklich wieder lebendig.« »Da bedarf es weiter keiner Worte«, erwiderte der Bär, »ich will den Rachen aufsperren, soweit ich kann, und du greife mit deiner Tatze hinein und nimm soviel Fett heraus, wie dir gut scheint.« Der Löwe steckte seine Tatze in den Schlund des Bären, der sich zusammenzog, damit jener tiefer hineinkommen könne, und holte das nötige Fett heraus. Damit salbte er die Wunde seines Herrn und ihre Umgebung, und als sie dadurch gehörig erweicht war, sog er sie aus und legte dann Kräuter von solcher Trefflichkeit darauf, daß sie ihre Kräfte augenblicklich dem Herzen mitteilten und diesem neues Leben gaben. Da begann Cesarino sich nach und nach zu erholen und erwachte endlich ganz aus seinem Todesschlaf. Als dies die Zurückgebliebenen sahen, gerieten sie außer sich vor Verwunderung, liefen sofort zum König und berichteten ihm, Cesarino lebe. Auf diese Kunde eilten der König und seine Tochter, welche Dorothea hieß, Cesarino entgegen, umarmten und küßten ihn mit unsäglicher Freude und führten ihn unter großem Jubel in den Palast. Der Mutter und den Schwestern Cesarinos kam es bald zu Ohren, daß er wieder aufgelebt sei. Sie freuten sich darüber nicht eben sonderlich, doch stellten sie sich sehr erfreut und begaben sich in den Palast. Sobald sie sich aber Cesarino näherten, ließ die Wunde eine große Menge Blut ausströmen, worüber sie heftig erschraken und leichenblaß wurden. Dieser Vorfall erregte beim König einen starken Verdacht gegen sie, er ließ sie gefangensetzen und auf die Folter spannen, worauf sie alles eingestanden und infolgedessen auf Befehl des Königs lebendig verbrannt wurden. Cesarino und Dorothea lebten noch lange Jahre glücklich zusammen und sahen sich mit Nachkommen gesegnet. Die drei Tiere aber wurden, bis sie eines natürlichen Todes starben, auf das sorgfältigste gewartet und gepflegt.

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