Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Anna Katherine Green >

Endlich gefunden

Anna Katherine Green: Endlich gefunden - Kapitel 16
Quellenangabe
pfad/green/gefunden/gefunden.xml
typefiction
authorAnne Katherine Green
booktitleEndlich gefunden/Zwischen 7 und 12 Uhr
titleEndlich gefunden
publisherVerlag von Nobert Lutz
seriesDetektiv Gryce Serie
volumeFünfter Band
printrunDreizehnte Auflage
editorAdolf Gleiner
illustratorGeorg Mühlberg
translatorMargarete Jacobi
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20110713
projectid47184ab7
Schließen

Navigation:

Fünfzehntes Kapitel.

Am andern Morgen hielten Gryce und ich zusammen Kriegsrat über die nächsten Schritte, die nun zu tun seien, um den Schlupfwinkel der Schönmakers zu entdecken; denn es stand außer allem Zweifel, daß die beiden Schurken sie entführt hatten.

Eine gründliche Durchsuchung des deutschen Viertels scheint mir zweckmäßig und wird hoffentlich zu einem befriedigenden Ergebnis führen, sagte mein Vorgesetzter; Schmidt und Rosenthal können uns dabei gute Dienste leisten.

Ich schüttelte den Kopf. Sie werden sich schwerlich unter ihren Landsleuten verbergen, besonders da sie ein Mädchen von so auffallender Schönheit bei sich haben, deren Gegenwart nicht unbemerkt bleiben würde. Es muß ihnen doch vor allem daran liegen, Geschwätz und Aufsehen zu vermeiden.

Da können Sie recht haben, sagte Gryce nachdenklich.

Wenn sie es wagen dürften, sie schlecht zu behandeln und schlecht zu kleiden, so stünde die Sache anders, aber das Mädchen ist für sie ein kostbares Besitztum, das wohlerhalten bleiben muß, bis die Zeit kommt, es zu verwerten. Daß die Schurken Herrn Blakes junge Frau nur in der Absicht entführt haben, um Geld von ihm zu erpressen, ist wohl auch Ihre Meinung?

Ohne Zweifel haben sie es zu diesem oder einem ähnlichen Zweck getan. Er ist ein einflußreicher Mann, und sie hoffen wahrscheinlich, mit seiner Hilfe ins Ausland zu entkommen.

Auch im irländischen, französischen oder italienischen Viertel werden wir sie schwerlich finden. Sie könnten dort noch weniger unbemerkt bleiben als unter den Deutschen. Wahrscheinlich sind sie nach Jersey hinübergegangen, oder am Flußufer hinauf. Vielleicht täten wir am klügsten, Schmidt nach Hoboken zu schicken.

Wohl möglich; aber in einer ländlichen Umgebung wären sie leichter aufzuspüren, als in einem der überfüllten Mietshäuser hier in der Stadt.

Wo glauben Sie denn, daß sie sich versteckt halten?

Nun, wenn ich mir die Sache reiflich überlege, versetzte Gryce nach kurzem Stillschweigen, so liegt der Fall wie folgt: Sie nehmen an, und ich pflichte Ihnen darin bei, daß die Männer das Mädchen geraubt haben, um im geeigneten Moment einen Erpressungsversuch bei Herrn Blake zu machen. Er muß also mehr oder weniger der Mittelpunkt aller ihrer Gedanken und Pläne sein. – Was werden zum Beispiel Diebsgesellen, die beschlossen haben, eine Bank zu plündern, zu allererst tun? Sie mieten ein Quartier in der Nähe des Gebäudes, in das sie einbrechen wollen, und graben viele Monate an dem geheimen Gang, durch den sie bis zur Kasse zu dringen hoffen; oder sie suchen die Bekanntschaft der Aufseher und Türschließer, welche den Schatz hüten. Kurz, sie halten sich eine Zeitlang nicht allzufern von ihrer Beute auf, bevor sie sich auf dieselbe stürzen. Aehnlich werden wohl auch die Schönmakers verfahren. Wenn sie sich jetzt auch aus irgendeinem Grunde noch still verhalten, so ist doch Herr Blake und sein Haus sicherlich ihr Hauptaugenmerk; wenn wir nur Zeit hätten – –

Nein, wir dürfen nicht zögern, fiel ich ihm ungestüm ins Wort. Das hochherzige Mädchen in der Gewalt jener Menschen zu wissen, ist ein entsetzlicher Gedanke.

Wenn wir Zeit hätten, wiederholte Gryce bedächtig, so brauchten wir nur ruhig abzuwarten, bis sie uns von selbst in die Hände liefen. Aber das geht leider nicht an, wie Sie ganz richtig bemerkten. Ich schlage deshalb vor, in der Nachbarschaft des Blakeschen Hauses ihre Fährte zu suchen, denn nach meiner Erfahrung werden sie das Wild, auf welches sie lauern, schon jetzt in Sicht behalten wollen.

Ich wohne doch aber selbst schon seit einiger Zeit in der Gegend, kenne jedes Haus von innen und außen und weiß die Namen sämtlicher Einwohner anzugeben. In der ganzen Avenue und den anstoßenden Querstraßen ist auf und ab kein Winkel, in dem sie sich auch nur zwei Tage, geschweige denn zwei Wochen verbergen könnten. Wenn Sie jedoch meinen, will ich trotzdem versuchen – –

Tun Sie das; Schmidt und Rosenthal können unterdessen im deutschen Viertel nachforschen und auch Hoboken und Williamsburgh absuchen. Um unseren Zweck zu erreichen, ist keine Mühe und Anstrengung zu groß.

Und was gedenken Sie zu tun?

Wenn Ihr Auftrag erfüllt ist, kommt die Reihe zu handeln an mich, erwiderte Gryce.

 << Kapitel 15  Kapitel 17 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.