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Ellen Olestjerne

Franziska zu Reventlow: Ellen Olestjerne - Kapitel 7
Quellenangabe
typefiction
booktitleEllen Olestjerne
authorFranziska zu Reventlow
year2002
publisherAllitera Verlag
addressMünchen
isbn3-935877-52-8
titleEllen Olestjerne
pages3-171
created20030423
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1903
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Als Ellen in dem kleinen Badeort ankam, regnete es in Strömen. Nachmittags kam ein Telegramm von Allersen, das Lisa ihr nachgeschickt hatte: »Warum so lange keine Nachricht, bin in Unruhe?«

So setzte sie sich in der niedrigen Bauernstube an den Tisch und schrieb einen langen Brief an ihn, während schwere Tropfen an die Scheiben schlugen und die Kühe draußen in den Wiesen dumpf gegen den Himmel brüllten. Sie wurde traurig und nachdenklich dabei – wieder etwas, das sich von ihr loslöste, und es schien ihr eine ewige Wiederholung, daß sie Liebe wollte und Liebe nahm und im Grunde doch immer nur an sich selbst dachte – geliebt sein wollte, aber ohne etwas dafür hinzugeben.

Nun lag auch das hinter ihr, das letzte, was sie an die Vergangenheit band.

Jeden Sonntag fuhr sie in die Stadt zu Reinhard und wohnte jedesmal in demselben Hotel, das seiner Wohnung gegenüberlag. Die Leute kannten sie schon und lächelten, wenn Ellen mit ernster Miene ein Balkonzimmer nach Norden verlangte. Reinhard holte sie von der Bahn mit seinem übermütigsten Gesicht, und sie drängten sich zusammen durch das sonntägliche Gewühl, um in den Wald hinauszukommen.

Draußen in ihrem Badeort lebte Ellen anfangs ganz für sich allein. Ihr war, als ob das Leben jetzt Flügel bekommen hätte, die sie hintrugen, wo es schön und sonnig war. Malen, den ganzen Tag malen, oder ein Boot nehmen, stundenlang auf den Wellen umhertreiben, ohne sich um Zeit und Stunde zu kümmern, mit dem wundervollen Gefühl, daß kein Mensch auf der weiten Welt ihr mehr dreinredete.

An ihrem Mittagstisch waren meist langweilige Ehepaare und einzelne Damen, dann kam noch ein älterer, kränklicher Herr dazu, mit dem Ellen bald Freundschaft schloß. Er wußte die ganze Gesellschaft durch seine bissigen Bemerkungen und schlimmen Witze in Spannung zu halten – und sah aus wie ein kranker Teufel mit dem spitzen, grauen Bart und den verglasten, fahlen Augen. Aber Ellen konnte ihn gut leiden und stimmte zum Entsetzen der übrigen in seinen Ton ein, sie genoß es wie einen Triumph, wenn die ganze Tafelrunde sich still oder laut empörte. Er fragte die jungen Frauen, wie viele Kinder sie hätten, schlug dann die Augen zum Himmel und legte seine Hand auf die Ellens.

»Haben Sie gehört? – Fünf Kinder! – Sehen Sie, ich wollte Ihnen schon einen Antrag machen, aber so weit brächten wir es nimmer – ich habe höchstens noch zwei Jahre zu leben.«

»Nein, dieser Zynismus geht doch zu weit«, sagte eine behäbige, blonde Witwe, nachdem er fort war. »Sie sind noch so jung und können das nicht so verstehen, aber auf solche Scherze sollten Sie wirklich nicht eingehen.«

Und nun erhoben sie alle ihre warnenden Stimmen, sie fanden es schon lange befremdlich, daß Ellen so allein stand, und hätten sie gerne etwas unter ihre schützenden Flügel genommen.

Bald darauf fehlte er bei Tisch.

»Wo ist Herr Markus?« fragte Ellen.

»Krank – besuchen Sie ihn doch!« klang es im Chor in einer Tonart, die deutlich sagte: »Sie werden doch nicht –«

»Ja, das ist wahr, wo wohnt er denn?«

Gleich nach Tisch ging sie hin, er lag im Bett, blaß wie die Wand, mit schrecklich verdrehten Augäpfeln. Von nun an kam sie jeden Tag, brachte ihm Blumen, räumte sein Zimmer auf, das in arger Unordnung war, und ließ sich seine Leiden erzählen.

»Sie sind ein gutes Kind«, sagte er, »aber es bringt kein Glück, wenn man so weichherzig ist. Was haben Sie davon, wenn Sie einen alten Krüppel besuchen und sich ins Gerede bringen. Ja, wenn's ein junger Kerl wäre.«

Aber sie verstand sich so gut mit dem kranken Teufel und liebte diese Stunden, wo sie an seinem Bett saß und er über die verdammten Weiber schimpfte und ihr immer wieder die Schwindsucht weissagte, weil sie hustete.

»Aber lachen Sie nur, lachen Sie nur, es vergeht früh genug.«

 

Inzwischen lernte Ellen andere Menschen kennen. – Sie ruderte eines Abends in ihrem kleinen weißen Boot aus dem Hafen. Eben vor ihr war eine größere Segelbarke hinausgefahren, und nun erschien jemand am Kai, der sich verspätet hatte, rief sie an und bat, sie möchte ihn bis zum Segelboot mitnehmen. Der Wind war schwach, und sie hatten es bald erreicht. Ellen kannte niemand von der Gesellschaft, aber es schien ein lustiges Volk zu sein. Alles lachte und lärmte durcheinander und Weinflaschen gingen von Hand zu Hand. Ihr Begleiter ließ ihr keine Ruhe, bis sie ihr Boot festmachte und mit einstieg. Aber er schien nicht mehr ganz sicher auf den Füßen zu sein, und beinahe wären sie zusammen ins Wasser gefallen, gaben sich aber noch zur rechten Zeit einen Ruck und stürzten nun über ein paar Schultern und Köpfe weg mitten ins Schiff hinein. Da lagen sie beide auf den Knien und sahen sich verwirrt an, während die andern ringsum in die Höhe fuhren, aufschrien oder lachten. Ein paar Herren sprangen auf, um Ellen zu helfen:

»Sehr liebenswürdig von Ihnen, uns so zu überraschen, darf man fragen, wo Sie so gut springen gelernt haben? Das war ja schon mehr geflogen.«

»Von dem da«, sagte Ellen, während sie vorsichtig aufstand, denn der Boden war voller Glasscherben.

»Leonhard«, stellte er sich jetzt rasch vor, immer noch auf den Knien, »ich bitte tausendmal um Verzeihung – aber schön war es doch«, und mit einem andächtigen Blick küßte er ihr die Hand. Die übrigen hatten sich inzwischen von ihrem Schrecken erholt und stimmten ein lautes Jubelgeschrei an:

»Sehr schön – bravo Leon! Leon soll leben – die junge Dame soll leben. – Festhalten, sonst springt sie auf der andren Seite wieder hinaus. – Wein her – wo ist der Wein?«

Sie bekamen jetzt einen Platz auf der Bank, und alle stießen mit ihnen an.

»Hab' ich's vielleicht nicht gut gemacht?« rief Leonhard in den Lärm hinein. »Wir fahnden nämlich schon eine ganze Zeit auf Sie«, wandte er sich zu Ellen, »die alten Hexen aus Ihrer Pension haben uns allerhand erzählt. – Sie sind hier nur noch ›die junge Dame mit dem Herrn Markus‹.«

Ellen sah ihn jetzt etwas genauer an – er hatte rötlich blondes Haar, das dicht und wirr um den Kopf stand, und redete alles mit einer Heiterkeit, der nicht zu widerstehen war. Es sah aus, als lachte der ganze Mensch bei jeder Bewegung. Und diese strahlende Lebensfreude schien sich seiner Umgebung mitzuteilen, sie lachten alle mit, wenn er anfing zu sprechen.

Er mußte ihr nun erklären, wer die andern waren. Ein bunt zusammengewürfelter Kreis war es, der sich hier oben an der See gefunden hatte. Er selbst, Leonhard, kam vom Rhein her mit zwei Freunden, von denen einer kurzweg als »der Regierungsrat« vorgestellt wurde, der zweite mit dem fliegenden roten Schlips war Opernsänger, und man nannte ihn Harry. Dann gab es noch ein internationales Ehepaar, das unter sich französisch sprach, mit zwei Töchtern, eine stellenlose Gesellschafterin und ein paar junge Leute, die nicht weiter in Betracht kamen. Im ganzen wußte man nicht viel voneinander, man vergnügte sich nur zusammen und – damit schloß er seinen Vortrag – Ellen sollte von nun an mittun, da sie jetzt glücklich eingefangen war. Und das tat sie denn auch. Das Gelage wurde immer lauter und fröhlicher, je weiter sie auf die See hinauskamen, und anfangs achtete niemand darauf, daß der Himmel sich bezog und leise Donner in der Ferne rollten. Allmählich ballten die Wolken sich immer dunkler zusammen. – die Damen wurden ängstlich und ließen den Schiffer umwenden. Aber der Wind ließ nach und es ging sehr langsam.

»Wenn Sie jetzt in Ihrem kleinen Ruderboot allein hier draußen wären«, sagte Ellens Nachbar.

»O, ich käme rascher damit vorwärts wie so.«

»Aber so weit hinaus können Sie mit dem Dings doch nicht rudern.«

Das stachelte ihren Ehrgeiz. »Wollen wir wetten, daß ich eher daheim bin wie Sie?« Und ehe er sie zurückhalten konnte, war sie schon beim Steuer und kletterte in ihr Boot hinab. Wieder gab es Tumult. »Sie ist des Teufels – halt sie, Leon – fang sie!« Aber Leon kam zu spät.

Das Gewitter zog rasch herauf und einzelne heftige Windstöße fuhren in die Segel. Ellen blieb eine Zeitlang neben der Barke, die dann plötzlich rasch vorwärtstrieb. Man winkte und rief, aber sie konnte nichts mehr verstehen, denn das Unwetter brach jetzt los. Schwere Donnerschläge rollten über den Himmel und schienen unten im Wasser zu widerhallen. Dann folgten sie sich immer schneller, und sie konnte kaum mehr sehen, so blendeten die Blitze, es kam ihr vor, als ob sie rechts und links neben ihr in die Wellen hineinzuckten und wieder aufsprühten. Dann klatschte der Regen nieder in langen hellen Streifen, in einem betäubenden Gewirr von Ringen und Tropfen. Das Boot schaukelte vorwärts, rückwärts, legte sich auf die Seite und tanzte wie unter einer Peitsche. Ellen verlor ein Ruder, fing es glücklich wieder auf, dabei flog der eine Ruderpflock heraus, und nun rutschte es bei jedem Schlag hin und her. Endlich war sie bei den Büschen angekommen, die am Ausgang des Hafens das Fahrwasser markierten. Das war eine Strecke, die sie sonst in fünf Minuten zurücklegte, aber jetzt brauchte es fast eine halbe Stunde, bis sie endlich triefend im Hafen ankam – das Boot war halb voll Wasser – die ganze Segelgesellschaft stand unter ihren Schirmen am Ufer und daneben der Fischer, dem das Boot gehörte.

Sie empfingen Ellen mit großem Lärm und zogen sie mit in die Strandhalle, um einen Grog zu trinken. Leonhard rückte ganz nah an sie heran und schüttelte den Kopf: »Furchtbar toll – Sie sind furchtbar toll. – Sagen Sie mal, was fällt Ihnen eigentlich ein?«

Sie war noch ganz berauscht von der wilden Fahrt und von der Gefahr, ihre Augen leuchteten: »Aber schön war es doch! Am liebsten möchte ich gleich noch einmal hinaus.«

»Kind, Kind«, sagte er, »spielen Sie nicht so mit Ihrem Leben. Wir haben Sie schon oft gesehen, wenn Sie sich auf dem Wasser herumtrieben und die Meergreise von Ihrem Mittagstisch am Ufer die Hände rangen. – Wer sind Sie denn eigentlich?«

Da legte plötzlich jemand die Hand auf ihre Schulter und Markus stand hinter ihr, schweigend stellte er ein Glas Kognak vor sie hin und sah zu, wie sie es austrank.

»O unglückselige Ellen«, sagte er dann mit seiner schneidenden Stimme. »Sehen Sie, junger Mann – die Schwindsucht hat sie schon im Leibe und dabei säuft sie wie ein alter Seemann. Nein, nein, ich würde Sie doch nicht heiraten, obgleich Sie mich kompromittiert haben.«

»Wie schade«, sagte Ellen, »ich gleich.«

Und nun legte er feierlich die eine Hand aufs Herz und reichte ihr die andre: »Heirate mich und sei mein Weib, – damit wie du ich froh und glücklich sei.« Ellen schlug ein, der lärmende Chor rief Bravo und wollte Markus mit an den Tisch ziehen, aber er schlug seinen Mantel um sich und wandelte stumm hinaus.

»Also Ellen«, sagte Leon wie in tiefem Nachdenken. »Ellen – die furchtbar tolle Ellen.«

 

Von nun an war Ellen tagtäglich mit ihren neuen Bekannten zusammen. Kam sie morgens an den Strand hinunter, so sah sie schon von ferne Leon mit beiden Armen winken und hörte seine jubelnde Stimme: »Da kommt sie, da kommt meine tolle Ellen«, und dann schwenkte er sie im Kreise rundum, bis sie um Gnade bat und beide sich außer Atem ins Gras warfen. Für jeden Tag wußte er neue Unternehmungen, sie ruderten und segelten, wanderten zur Ebbezeit weit auf den festen, grauen Schlamm hinaus, spannten des Strandwirts Ackergäule vor einen klappernden alten Leiterwagen, fuhren von Dorf zu Dorf und durchschwärmten nach der Rückkehr die halben Nächte im Freien vor den Gasthäusern. Es war ein ununterbrochenes Fest; wo sie hinkamen, gab es Leben und übermütige Lust. Ellen gab sich diesem stürmischen Sommerleben in gedankenloser Freude hin. Bald war ja ihre Zeit sowieso abgelaufen – Reinhard war zu seinen Eltern gereist, und wenn er zurückkam, wollten sie noch ein paar Tage zusammensein, dann kam München. Es lag alles so klar und froh vor ihr, sie schrieb glückselige Briefe an Reinhard und erzählte ihm von ihren Freunden und den tollen Fahrten.

Der Tag ihres Scheidens rückte heran, und es kam hier und da ein wehmütiger Ton in ihr Beisammensein mit dem frohen Gefährten.

»Kind, Kind, nun soll ich dich hergeben«, sagte Leon, »und du gehst ebenso lachend fort, wie du gekommen bist.«

Dann wurde sie wohl einen Augenblick ganz still, aber gleich darauf faßte sie ihn bei den Schultern und schüttelte ihn. »Nein, ich möchte gerne noch bei dir bleiben, aber ich freue mich doch auch so darauf, ihn wiederzusehen. Kannst du dir nicht denken, wie ich mich freue?« Er nahm ihre Hand, mit der andern fuhr sie ihm langsam durch die Haare.

»Leon, ich darf mich nicht in dich verlieben, das wäre wirklich schlimm.«

»Auch nicht für einen Tag, wenn du doch so bald schon fortgehst? Kind, eigentlich waren wir doch alle beide verliebt, diese ganze Zeit, oder glaubst du nicht? – Und das Heute gehört uns noch, laß morgen morgen sein.«

Zu guter Letzt waren sie noch einmal alle zusammen nach einer von den kleinen weißen Sandinseln hinausgesegelt. Es sollte eigentlich eine Seehundsjagd sein, man hatte Flinten mitgenommen und lag den ganzen Nachmittag hinter den großen Strandsteinen auf der Lauer. Aber die meisten von ihnen hatten noch nie einen Seehund gesehen, und kam eins der runden schwerfälligen Tiere zum Vorschein, dann brachen sie in ein so schallendes Gelächter aus, daß es gleich wieder den Rückzug antrat. Keiner dachte auch nur daran, ihm einen Schuß nachzuschicken. Aber das war so vergnüglich, daß der Schiffer mehrfach zur Abfahrt mahnen mußte, und als sie schließlich aufbrachen, war die Flut schon so weit vorgerückt, daß man das Boot nur watend erreichen konnte. Lachend, schwankend und durchnäßt kamen sie endlich an Bord. Ellen und Leon wanderten, bis an die Brust im Wasser, noch dreimal um das Boot herum – sie wollten von einem alten Seemann erfahren haben, das sei ein sicheres Mittel gegen alle Seeunfälle. Dann sprangen sie wie bei Ellens erstem Auftreten mitten in das Schiff hinein, während das Wasser von ihren Kleidern niederrann. »Ihr beiden«, sagte der Regierungsrat und wiegte seinen schon etwas grauen Kopf hin und her, »was schaut ihr euch denn so an? Gebt euch doch lieber einen Kuß. – Was soll nur aus dir werden, Leon, wenn du sie nicht mehr hast?«

»Uns hat Gott geschieden«, sagten sie einstimmig in feierlichem Ton und küßten sich vor aller Augen.

Während der langen Heimfahrt senkte sich allmählich eine matte Stimmung über die sonst so unermüdlich frohe Gesellschaft. Einer nach dem andern suchte sich einen bequemen Platz auf der Bank oder am Boden und schlief ein. – Der Schiffer legte die langen Ruder aus, um dem schwachen Wind nachzuhelfen – bei jedem Schlag leuchteten die durchschnittenen Wellen in grünlichem Schimmer auf, und von den Rudern rann es wie flüssiges, vielfarbiges Silber. Ellen saß mit Leon beim Steuer, er hatte sie in einen großen Mantel gewickelt und hielt sie an sich gedrückt wie ein kleines Kind. Sie sahen dem Meerleuchten zu und sprachen leise miteinander.

Erst nach Mitternacht kamen sie heim, einige zogen sich gleich zurück, um zu schlafen, die andern gingen durchfroren und in ihren nassen Kleidern zur Strandhalle. Sie alarmierten das ganze Haus, gingen selbst in die Küche, wirtschafteten am Schenktisch herum und deckten im großen Saal den Tisch. Wer wollte wohl an Schlafen denken, heute mußte noch bis zum Morgen gefeiert, Kälte und Müdigkeit weggejubelt werden. Und sie feierten und jubelten, und die Wellen der Freude gingen immer höher. Nach Tisch setzte Harry, der Opernsänger, sich ans Klavier und raste wilde Tanzmelodien herunter, die andern tanzten um die Tische, durch den Saal und zur Tür hinaus durch die Straßen. Mit gefüllten Gläsern klopften sie an die Fenster derer, die schon zur Ruhe gegangen waren und ließen nicht nach, bis sie wieder herauskamen und mittaten, meist in wunderlichen Kostümen, Schlafröcken oder rasch übergeworfenen Mänteln. Hier und da öffneten sich auch noch andere Fenster, und scheltende Stimmen wurden laut, denn in dieser Nacht kam keiner von den Badegästen zu einer ruhigen Stunde Schlaf.

Zwischendurch fanden Ellen und Leon sich auf der Bank vor dem Hause zusammen.

»Küsse mich, Kind«, bat er immer wieder, »nur heute, nur heute noch, – laß morgen morgen sein.«

Und sie sagte nicht mehr nein.

»Liebst du ihn denn wirklich so?« fragte er. Ja; und sie glaubte, daß sie sehr glücklich mit ihm sein würde. »Ach, wie können wohl zwei Menschen auf die Länge glücklich miteinander sein!« Ellen wußte, daß er verheiratet war, und hörte nachdenklich zu, wie er darüber sprach – auch dieser lachende Mund kannte das Lied von der unausbleiblichen Enttäuschung und Ernüchterung. Und sie dachte sich noch die Liebe wie einen immerwährenden Rausch – nur mußte es dann wirklich die eine, große Liebe sein. – Aber das hatte sie ja schon jedesmal geglaubt, wenn sie liebte. »Und immer kommt wieder ein anderer«, dachte Ellen. – Sie war so sicher gewesen, daß sie Reinhard liebte und von nun an alle ihre Gedanken nur ihm gehören würden. Und nun saß sie da in der Sommernacht und wußte dem strahlenden Verlangen, das sie umwarb, nicht nein zu sagen – laß morgen morgen sein. – Noch als der Festlärm längst verklungen und alle schlafen gegangen waren, gingen die beiden langsam durch dämmernde Straßen und küßten sich wieder und wieder.

Ziemlich bleich und übernächtigt fand sich die wilde Tafelrunde um Mittag wieder zusammen. Ellen hatte heute nicht den Mut, sich bei Tisch in ihrer Pension sehen zu lassen, denn die ganze Badegesellschaft war nur noch ein einziger Sturm von Entrüstung über das nächtliche Gelage.

Wie sie beim Kaffee saßen und die ermatteten Lebensgeister sich wieder zu regen begannen, kam Markus. Er hatte eine Drehorgel umgehängt, blieb an der Tür stehen und sang mit hohler Stimme ein altes Leierkastenlied:

»Am Weidenbaum, am Weidenbaum
Da fand ich ein Gerippe:
Da zog sie aus den Krinolin
Verfluchte sich – und es – und ihn
Und hing sich an die Strippe.«

Als der Beifallssturm sich wieder gelegt hatte, kam er an den Tisch und setzte sich neben Ellen und Leonhard: »Da sitzen sie wieder Hand in Hand und trinken Kognak. – Ja, lachen Sie nur, in dem Lied steckt tiefe Lebensweisheit. Hüten Sie sich, Ellen, die Welt hat Fallstricke und Gefahren.«

»Ich reise ja heute abend schon«, sagte sie, »vormittags war ich bei Ihnen, um adieu zu sagen.«

»Ja, ja – deshalb bin ich auch hergekommen«, er faßte ihre beiden Hände und sah sie an, »lieben Sie nur weiter, Kind, so lange es was zu lieben gibt. Und denken Sie manchmal an den grämlichen, alten Kerl, dem Sie etwas von Ihrem Sonnenschein gegeben haben.«

Ein paar Stunden später sah Ellen vom Kupeefenster aus noch einmal Leons blonde Mähne im Abendlicht flattern und hörte noch einmal seine frohe Stimme:

»Leb' wohl, du furchtbar tolles Kind.«

Sie zog wieder in ihr altes Quartier bei Lisa Seebald ein. Für einen der nächsten Abende hatte die ein kleines Verlobungsfest in Szene gesetzt. Detlev war gekommen, um seine Schwester noch einmal zu sehen, ehe sie nach München ging, und Reinhard wollte ein paar Freunde mitbringen. Als Ellen gegen Abend in ihrem Zimmer war und ihren Koffer packte, brachte das Dienstmädchen ihr einen Brief herauf – darin lag eine Karte mit Versen:

Fahr' wohl, mein Lieb, der Abend graut –
Fahr' wohl, wir müssen uns trennen.
Das Scheiden ist ein bittres Kraut,
Von heißen Tränen ist's betaut
Und seine Blätter brennen.
Dort drüben am Meer eine Weide steht –
Die Äste hängen hernieder –
Ein Blatt sich wirbelnd zur Erde dreht,
Wer weiß, wohin es der Wind verweht:
Zurück kehrt's nimmer wieder.
Schau' mich noch einmal lächelnd an,
Das will ich zum letzten bitten.
Du hast mir viel zulieb getan
Und treulich wollt' ich zu dir stahn –
Die Welt hat's nicht gelitten.
Drum fahr' wohl, Ellen, fahre wohl.
Das Glück mög' dich geleiten.
Seit unsrem Abschied, das weißt du wohl,
Ist Leon toller noch wie toll.
Er kann das Scheiden nicht leiden.

Und in ganz kleiner Schrift am Rand: »Als traurigen Abschiedsgruß von deinem traurigen Leon.«

Ellen saß auf dem Koffer, die Karte in der Hand, und sah abwesend vor sich hin. Wehmütig lockend zog es wieder an ihr vorüber, die ganze frohe Zeit – sein Lachen, – die Sommernachtsstunde vor dem Wirtshaus.

Dann hörte sie unten die Haustür gehen und viele Stimmen durcheinandersprechen. Lisa rief, und sie mußte hinuntergehen. Das Zimmer sah festlich aus mit Blumen und Weinranken und den grünen Römern auf weißgedecktem Tisch. Detlev ging herum, stellte sich vor und machte die Honneurs. Er umarmte Reinhard halb im Scherz als Schwager.

»Daß ihr euch verlobt habt – richtig verlobt. – Ich finde, Ellen ist ganz aus der Rolle gefallen – aber ich bin sicher, sie kommt doch mit einem Skizzenbuch unter dem Arm zur Trauung. Und jetzt wollen wir eine gehörige Orgie feiern, um der Sache etwas von ihrem Spießbürgertum zu nehmen. Nicht wahr, Lisa?«

»Ja, wenn Detlev Olestjerne nur Weingläser sieht, ist ihm jede Familienfeier recht«, sagte die. Ellen war dem Bruder von Herzen dankbar, daß er mit seiner gewohnten Lebhaftigkeit alle ins Gespräch zog und immer wieder zum Lachen brachte, während sie sich um den Tisch sammelten, anstießen, einer von Reinhards Freunden am Klavier den Brautgesang spielte und Lisa sie der Reihe nach mit Weinranken bekränzte.

Ihr gingen immer noch Leons Verse durch den Sinn und sie lächelte etwas mühsam, wenn Reinhard sie ansah und fragte: »Fehlt dir etwas, Ellen, du bist heute so still?«

 

München, 20. August

In München –. Ich kann immer noch nicht begreifen, daß es kein Traum ist.

Es ist etwas so ganz Neues, allein zu leben und nur mit sich selbst zu reden, und jetzt fühle ich erst, wie mir das not tat. Ich möchte mir doch endlich einmal angewöhnen, für mich selbst über mein Leben Chronik zu führen. Bisher sind solche Versuche immer gescheitert – man bekommt das dumme Gefühl, als ob man vorm Spiegel steht und Monologe darüber hält, wie man aussieht.

Die Malschulen feiern noch bis Oktober, so arbeite ich in einem Atelier, das fünf Malerinnen zusammen haben – vormittags Zeichnen und nachmittags Modellieren. Meine Wohnung ist nur ein paar Häuser davon, ein großes helles Dachzimmer, freundliche alte Wirtsleute.

Die Luft hat beinah etwas Südliches in diesen heißen Tagen, die Straßen ganz weiß von dem flimmernden Kalkstaub. – Und das Arbeiten in unserm großen kühlen Atelier, und dann wieder in die Sonne hinaus, den ganzen Tag sein eigner Herr sein, keinen Moment des Tages sich nach anderen richten zu müssen! So habe ich mir's geträumt, das ist endlich die Luft, in der ich leben kann. Mein Gott, und jetzt muß ich arbeiten, arbeiten bis aufs Blut, und dann faßt mich der Jammer an um all die verlorene Zeit, was für Jahre hätte ich jetzt schon arbeiten können. Und die Angst, ob meine Kraft doch noch voll ist – manchmal jubelt es in mir, und ich möchte alle Himmel stürmen, aber dann kommt wieder dies sonderbare Gefühl, als ob irgend etwas fehlte – als ob da irgendein toter Punkt wäre, über den ich nicht wegkam. Da habe ich nun, seit ich halbwegs selbständig denken kann, diesen Heißhunger nach der Kunst gehabt – wie man sich mit allen Gedanken nach einem geliebten Menschen sehnt. Aber in dem Augenblick, wo er da ist und man mit ihm zusammenschmelzen möchte in jeder Empfindung, da versagt wieder die innere Glut und man tut nur so, als wäre es, was es sein sollte. Manchmal glaube ich überhaupt, ich bin wirklich mit dem verkehrten Fuß auf die Welt gekommen und werde mich nie zurechtfinden.

 

5. September

Allmählich lerne ich meine Kolleginnen kennen; sie sind im ganzen ziemlich langweilig, nur mit der Dalwendt freunde ich mich immer mehr an. Sie ist aus meiner Heimat, sieht aus wie eine Germania, groß, mit schwerem blonden Haar. Wir gehen nachmittags zusammen ins Café und dann spazieren. München ist wundervoll in dieser Sommer-Herbststimmung mit dem blauen Duft. Gestern lud sie mich den Abend zu sich ein. Sie lebt mit ihrer Mutter, die den ganzen Tag arbeitet, um ihr das Studium zu ermöglichen. So etwas greift mich an meiner sentimentalen Seite an. – Die Erinnerungen sind mir noch zu nah, ich darf nicht daran denken, – an nichts, als daß ich jetzt weiterkomme. Nach Tisch ließ sie mich ihre Sachen sehen, Federzeichnungen, alle möglichen Kompositionen. Ich bin ganz in mich zusammengesunken. Was hat die für ein Können und ist kaum älter wie ich. Wir gingen noch spät im Mondschein an die Isar hinunter, standen lange auf der Brücke und sprachen von unserm Leben und von der Kunst.

Jetzt ist es nach Mitternacht, ich bin eben erst heraufgekommen, habe die Fenster weit aufgemacht, Mondlicht und Nacht kommen von draußen herein. Heute hab' ich einen Einblick in das ganze, bewußte Schaffen eines andern Menschen getan und ringe nun darum, das auch in mir zu finden. Es ist wie Gebetsstimmung in mir.

 

9. September

Früh an der Akademie, um ein Modell zu suchen. Ich war schlecht angezogen – wie immer, denn ich habe überhaupt fast nichts mehr anzuziehen – und wurde selbst für ein Modell gehalten. Ein Maler wollte mich mitnehmen, ich hatte die größte Lust, aber ich darf jetzt nur für meine Arbeit leben und keine Kindereien treiben.

 

14. September

In den Bergen gewesen, und da bekam ich Heimweh nach dem Meer, nach dem Freien, Weiten. Die andern lachten mich aus, weil ich mir die Berge höher vorgestellt hatte. Überhaupt bin ich fast immer enttäuscht, wenn ich etwas sehe, das ich mir irgendwie vorgestellt habe. Es ist nie so überwältigend, wie ich es haben wollte.

Zu Hause Briefe von Reinhard vorgefunden. Er freut sich über meine jetzige Lebenslust. – Es kommt mir fast wie Ironie vor – denn ich bin gar nicht lustig – mir ist, als ob mein Leben in einer Krisis wäre, die vielleicht alles verschlingt.

Ich denke viel über Reinhard und über unser Verhältnis nach. Wie waren wir glücklich zusammen diesen Sommer – ich war also doch einmal wirklich glücklich und glaubte selbst daran. Aber mitten im Glück dachte ich wieder an einen anderen – Leon –, es zuckt immer noch etwas in mir nach, wenn ich seine Karte lese, und ich möchte ihn wiedersehen. Das war noch bei allen meinen Lieben so. Vielleicht kann ich überhaupt nicht ganz und ungeteilt lieben – das habe ich mir schon oft gesagt – oder wenigstens nicht einen allein. Wie oft haben Reinhard und ich darüber gesprochen – er glaubt selbst, daß er sehr frei denkt – aber nur da, wo es nicht unser Verhältnis zueinander angeht. Er ist im Grunde doch ein moralischer Mensch und ich bin es nicht, das ist die ganze Geschichte. Hätte ich ihm von Leon erzählt, so wäre alles zwischen uns aus gewesen.

Gestern sprach ich mit der Dalwendt darüber – sie ist auch verlobt; aber noch ganz unschuldig – aus Überzeugung, weil sie es so will. Bei mir ist es immer nur, daß ich gezwungen bin oder mich zwingen lasse, nach dem Empfinden eines andern zu handeln. Mir selbst gegenüber habe ich nie das Gefühl, etwas einzubüßen – im Gegenteil, mich drückt oft nur meine Tugend nieder, dies ewige Vorbeigehen am Leben, und manchmal verlangt mich danach, mich besinnungslos in den Strudel zu stürzen.

 

20. September

Heut haben wir den ganzen Abend in einer Schnapsschenke gezeichnet – eine niedrige, verräucherte Gaststube, wo wahre Banditengestalten an langen Tischen saßen, mit kleinen Schnapskelchen aus dickem gelbem oder rotem Glas vor sich. Die Strolche fühlten sich sehr geschmeichelt und sagten, wir sollten nur bald wiederkommen.

Nachher an der Isarbrücke bis Mitternacht, dann allein an meinem Fenster. Wie gut ist es, so allein zu leben – ob ich es wohl jemals aushalte, mit jemand anderm immer zusammen zu sein? – Wie soll das später werden? Auf alle Fälle bin ich entschlossen, erst in mehreren Jahren zu heiraten, wenn wir denn durchaus heiraten müssen. Nach meinem Gefühl wäre es viel schöner, nur hier und da eine Zeit zusammenleben und dann jeder wieder seinen eignen Weg gehen. Ich möchte es immer so haben wie jetzt, nur ans Malen denken und alles tun, was mir einfällt.

 

30. September

Morgen fängt die Malschule an, ich bin in dieselbe eingetreten wie die Dalwendt – für den Nachmittag gehen wir in eine andre zum Modellieren. Der Auszug aus unserm Atelier ging mit Hindernissen vor sich; die andern hatten schon tags vorher ihre Sachen holen lassen, und die Dalwendt und ich standen ratlos vor einer Horde von Dienstmännern und Modellen, die alle Geld haben wollten. Schließlich luden wir unsre Staffeleien und Modellierböcke selbst auf und trugen sie fort.

Wie es mit dem Geld gehen soll, weiß ich überhaupt noch nicht. Bei all den Anschaffungen und dem doppelten Schulgeld bleibt mir zum Leben fast nichts übrig. Ich habe heute alles ausgerechnet, für Kleider, Schuhe, Essen, Trinken und was sonst zum täglichen Leben gehört. Es ist nicht viel.

 

4. Oktober

Unser jetziges Atelier ist ein »gemischtes«, Maler und Malerinnen zusammen. Außer uns noch einige Amerikaner, Polen und ein früherer Offizier, von Baldern. Der, die Dalwendt und ich finden uns in den Pausen als Rauchkollegium zusammen. – Von acht bis elf Uhr arbeiten wir in der Zeichenschule, dann bis eins modellieren, nachmittags noch zwei Stunden zeichnen und dann der Abendakt. Außerdem skizzieren, soviel es geht. Gut, daß ich eine solche Gesundheit habe – was andre Leute angegriffen sein nennen, kenne ich überhaupt nicht.

 

9. Oktober

Natürlich mußte wieder etwas kommen – ich wußte es. Die Ruhe konnte nicht dauern, für mich kommt niemals Ruhe. –

Wo war mein Verstand, daß ich eine Zeitlang daran glaubte – an ein volles Glück zu Zweien, »mit Weinlaub im Haar«, wie wir in alten Zeiten sagten, in voller Freiheit, schrankenlosem Verstehen bis ins Letzte hinein – an all das, was es nie für Menschen gegeben hat und nie geben wird. Ich hatte vergessen und vergessen wollen, daß es unmöglich ist. – Ich hätte mit allem brechen sollen und für mich allein bleiben.

Weil Allersen nach München gekommen ist, um hier weiter zu studieren, verlangt Reinhard von mir, ich sollte nach Berlin zu seinen Verwandten gehen und dort arbeiten. Wir wechseln endlose Briefe darüber, und diesmal gebe ich nicht nach. Von München fort, nachdem ich zum erstenmal die Atmosphäre gefunden, in der ich atmen kann, von der ich alles erwarte. – »Unser Glück muß allem andern vorangehen« – da liegt es eben – darin fühle ich ganz anders. Ich kann nicht an Zusammenleben und Glück denken, ehe ich mich selbst gefunden habe, und endlich bin ich auf dem Wege dazu; aber es ist noch alles so unklar und verworren in mir. Man soll mich in Ruhe lassen. – Auf die Höhe hinaufkommen oder daran kaputt gehen, – aber diese beiden Möglichkeiten soll man mir lassen. Wie kann ich da jetzt nach Glück fragen? Und wenn er soweit nicht mit mir gehen kann, müssen sich unsre Wege trennen. Ich brauche gerade diese Zwanglosigkeit – meine Mutter würde sagen Zügellosigkeit – meines hiesigen Lebens. Und vielleicht ist das auch das richtigere Wort – ich kann keine Zügel vertragen.

Wenn ich ihm nur begreiflich machen könnte, daß das alles furchtbarer Ernst ist – vielleicht ist es auch meine Schuld, daß mich niemand ernst nimmt. Sie nehmen mich alle nur von meiner Clownseite, die andre kennt selbst Reinhard nicht – nur ich selbst.

Im Grunde bin ich halb gleichgültig dagegen, was nun werden mag. Ich stürze mich nur in die Arbeit. Beim Aufwachen kommt alle Morgen so ein Gefühl, daß irgend etwas Bedrückendes da ist. Im Bett beim Kaffeetrinken denke ich darüber nach, aber dann wird es abgeschüttelt, mit einem Sprung ins kalte Wasser, und für den ganzen Tag vergessen.

 

20. Oktober

Eine ganze Woche briefliche Auseinandersetzungen. Er wirft mir rücksichtslosen Egoismus vor – ja, den habe ich auch, wo es sich um dies eine handelt. »Unser Glück«, immer wieder unser Glück – was einmal auch für mich so schöne volle Worte waren, kommt mir jetzt fast wie eine Redensart vor, wie wenn man bei einem Gottesdienst sitzt, nachdem man längst den Kinderglauben verloren hat. Und ich bleibe bei meinem Nein. –

 

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