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Victor von Scheffel: Ekkehard - Kapitel 55
Quellenangabe
typefiction
booktitleEkkehard
authorJoseph Victor von Scheffel
year1979
publisherFleischhauer & Spohn
addressStuttgart
isbn3-87230-301-5
titleEkkehard
pagesIII-XV, 1-419
created19990430
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1855
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Zweiundzwanzigstes Kapitel

Auf dem Wildkirchlein

Jetzund, vielteurer Leser, umgürte deine Lenden, greif zum Wanderstab und fahr mit uns zu Berge. Aus den Niederungen des Bodensees zieht unsere Geschichte ins helvetische Alpenland hinüber; dort ragt der hohe Säntis vergnüglich in die Himmelsbläue, wenn er just nicht vorzieht, die Nebelkappe ums Haupt zu hüllen, und schaut lächelnd in die Tiefen, wo der Menschen Städte zu eines Ameisenhaufens Größe zusammenschrumpfen; und um ihn steht eine Landsgemeinde stolzer Gesellen versammelt von gleichem Schrot und Korn, die recken ihre kahlen Scheitel einander entgegen und blasen sich Nebelwolken zu, ein Rauschen und Sausen zieht durch ihre Schlüfte, und was sie über menschliches Dichten und Treiben sich zuflüstern, klang vor tausend Jahren schon ziemlich verächtlich und hat sich seither nicht um vieles gebessert.

Ohngefähr zehn Tage, nachdem die Mönche der Reichenau im Hohentwieler Burgturm an Stelle eines Gefangenen ein Häufchen Asche vorgefunden und viel Verhandlung gepflogen hatten, ob ihn in böser Mitternacht der Teufel bewältigt und zu Asche verbrannt, oder ob er entwichen sei, schritt ein Mann längs dem weißgrünschäumenden Sitterbach über sprießende Matten und Felsgestein bergaufwärts.

Er trug einen Mantel aus Wolfsfell über ein mönchisch Gewand, eine lederne Tasche umgeschlagen, in der Rechten einen Speer. Oftmals stieß er die eherne Spitze ins Erdreich und stemmte sich am Schaft, die Waffe als Bergstock nutzend.

Rings um ihn stille tiefe Einsamkeit. Langgestreckte Nebelstreifen lagen über dem wilden Tal, wo die Sitter dem Seealpsee entspringt, aber hoch drüber weg schauten grimmige Steinwände, von spärlichem Grün umsäumt, himmelan. Die Berghalden, wo jetzt in schindelumhüllten Hütten ein fröhlich Hirtenvolk zahlreich nistet, waren damals zumeist öde und spärlich bewohnt; nur fern in der Niederung des Tals stund die Zelle des Abts von Sankt Gallen und wenig Behausungen dabei. Nach der blutigen Feldschlacht bei Zülpich war eine kleine Schar freiheitsliebender alemannischer Männer, die dem Franken ihren Nacken zu beugen nimmer erlernen mochten, in diese Einöde gezogen;Vgl. Zellweger, Geschichte Appenzells. – Es ist eine interessante Aufgabe, die alemannische Sprache Appenzells, die auch so, wie sie heutzutage gesprochen wird, noch mannigfache Anklänge an das Althochdeutsch aus Notker Labeos Zeiten enthält, in ihren reichen dialektischen Formen und Wendungen zu verfolgen. Gründliche Anleitung hiezu gibt Titus Tobler, Appenzellischer Sprachschatz, Zürich 1837. in zerstreuten Ansiedelungen saßen ihre Nachkommen und trieben in Sommerszeit ihre Herden zur Alp, kräftig verständige Bergbewohner, die unangetastet vom Lärm der Welt ein einfach freies Leben genossen und den folgenden Geschlechtern vererbten.

Steiler und rauher ward der Pfad, den der Mann einschlug. Jetzt stund er unter senkrecht aufstarrender Felswand; ein schwerer Wassertropfen war aus dem Kalkgestein auf sein Haupt niedergetrauft, da schaute er prüfend empor, ob der grauenhafte Überhang noch anhalte mit dem Einsturz, bis er vorüber. Aber Felswände vermögen länger im schiefen Zustand zu verharren als das, was Menschenhände bauen; es stürzte nichts herab als ein zweiter Tropfen.

Mit der Linken am Gestein sich anlehnend, schritt der Mann vorwärts. Immer schmäler ward der Steig, der schwarze Abgrund zur Seite rückte näher, schwindelnde Tiefe gähnte herauf... Jetzt schwand auch die letzte Spur eines Pfades. Zwei mächtige Fichtenstämme waren als Brücke über den Abgrund gelegt. Es muß sein! sprach der Mann und schritt unverzagt drüber. Er atmete hoch auf, wie er drüben wieder Boden unter den Füßen verspürte, und machte Halt, um sich den grausigen Platz zu betrachten. Es war ein schmaler Felsvorsprung, über und unter ihm senkrechte gelbgraue Steinwand, in der Tiefe, kaum sichtbar, ein Silberstreif im Grün des Tales, der Waldbach Sitter, und scheu versteckt im Tannendunkel der meerfarbige Spiegel des Seealpsee. Genüber gepanzert und gewappnet die Schar der Bergesriesen – die Feder will zu fröhlichem Sang aufjodeln, da sie ihre Namen schreiben soll: der langgestreckte rätselvolle Kamor, die gewaltigen Mauern der Boghartenfirst und Sigels Alp und Maarwiese, auf deren Zinnen wie Moos auf den Dächern würziger Graswuchs grünt, dann der Hüter des Seegeheimnisses, der »alte Mann« mit runzelgefurchter Steinstirn und weißumschneitem Haupt, des hohen Säntis Kanzler und Busenfreund.

Ihr Berge des Herrn, benedeiet den Herrn! sprach der Wandersmann, ergriffen von der Wucht des Eindrucks. Viel hundert Bergschwalben flatterten aus den Spalten des Gesteins. Ihr Flug soll gute Vorbedeutung sein.

Er tat etliche Schritte vorwärts. Da war die Felswand mächtig zerklüftet, eine doppelte Höhle tat sich auf, aus rohem Schaft zusammengefügt stand ein schmucklos Kreuz dabei, Tannenstämme an der einen Höhlenwand zum Blockhaus geschichtet und nach Art der damals üblichen Kriegsgerüste oder Belagerungstürme mit zusammengefügtem Flechtwerk überdacht, deuteten auf menschliches Anwesen. Kein Laut unterbrach die Stille.

Der Fremde kniete vor dem Kreuz nieder und betete lang.

Es war Ekkehard, – der Ort, wo er betete, das Wildkirchlein.

Unversehrt war er auf seinem Bergrutsch, als ihn Praxedis befreit, in die Tiefe gefahren; der andere Morgen fand ihn erschöpft beim alten Moengal in Radolfzelle. »Ach, daß ich in der Wüste ein Hüttlein der Wandersleute haben könnte, so wollte ich mein Volk verlassen und mich von ihnen absondern, denn sie sind Lügner und treulos zusammen,« sprach er mit den Worten des Propheten,Jeremias IX. 2. nachdem er dem Leutpriester sein Leid geklagt.

Da wies ihm der Alte den Säntis.

Hast recht, sprach Moengal. Der heilige Gallus hat's ebenso gemacht. »In der Einsamkeit will ich verharren und auf den warten, der meine Seele gesund machen soll«;.. ecce elongavi fugiens et mansi in solitudine et expectabam eum, qui me salvum faceret. Vita St. Galli bei Pertz, Monum. II. 8. er wär' vielleicht kein Heiliger geworden, wenn er anders gesagt und getan hätte. Verbeiß deinen Schmerz. Wenn der Adler siech wird und seine Augen dunkeln und seine Federn zergehen wollen, steigt er himmelan, so weit ihn seine Schwingen tragen.Siehe Physiologus, ein Weistum von Tieren und Vögeln; von des aran geslâhte, bei Wackernagel, altdeutsches Lesebuch I. 165. Sonnennähe verjüngt. Tue desgleichen. Ich weiß dir ein gut Plätzlein zum Gesunden.

Er beschrieb ihm den Weg.

Du wirst einen droben finden, fuhr er fort, der seit zwanzig Jahren nicht mehr viel von der Welt gesehn hat, er heißt Gottschalk. Grüß ihn von mir; so Gott will, sind seine Sünden vergeben.

Der Leutpriester verschwieg aber, um welcher Sünden willen sein ehemaliger Freund dort Buße tat. Den hatte in teuern Zeiten das Kloster einst ins Welschland gesendet, Korn einzukaufen, da kam er gen Verona und ward gut aufgenommen vom streitsüchtigen Bischof Ratherius und tat seine Andacht in der ehrwürdigen Kathedralkirche. Dort lag unverschlossen im güldenen Sarg der Leib der heiligen Anastasia, und die Kirche war leer und den Gottschalk verführte der Teufel, daß er nach Deutschland wollte ein Andenken mitbringen, da nahm er von der Heiligen Leib soviel er unter seiner Kutte mitschleppen konnte:quantum sub sua cuculla potuit portare.. einen Arm und einen Fuß und etliche Wirbelknochen und fuhr heimlich von dannen.Es war etwa seit dem 8. Jahrhundert in Deutschland und Frankreich das Verlangen heimisch geworden, die Kirchen mit irdischen Überresten von Heiligen so reichlich als möglich und um jeden Preis zu versorgen. Dieses Verlangen hatte im zehnten Jahrhundert einen neuen Aufschwung genommen und erreichte seine höchste Glut in dem sächsischen Königshause. Otto der Große wußte keine größeren Schätze zu sammeln als Reliquien und brachte besonders für sein geliebtes Magdeburg einen großen Vorrat zusammen... Da sich Kirchen und Gemeinden nur selten freiwillig zu Gunsten anderer ihrer Reliquien entäußerten, so scheute man sich nicht vor dem Mittel des Zwanges und Raubes, und als das Vaterland der Heiligen, Italien, wo damals die Reliquien wenig geachtet wurden, sich den Deutschen wieder auftat, da gehörte es zu den schönsten Aussichten der letzteren, nun im reichen Maße und zwar um Geld oder durch List oder auch mit Gewalt ihr Verlangen erfüllen zu können. Dieser Sehnsucht scheint auch der heilige Metro zum Opfer gefallen zu sein. Aber seine Ruhe war verloren von jener Stunde, in Wachen und Traum stand die Heilige vor ihm, sie ging an der Krücke verstümmelt und zerrissen und forderte ihren Arm zurück und ihren Fuß – über Schluchten und Alpenpässe folgte sie ihm, an der Schwelle des heimischen Klosters trat sie ihm dräuend entgegen; da warf er halb wahnsinnig die Reliquienbeute von sich und floh auf die Höhen beim Säntis, den Lebensrest büßend zu verbringen, und schuf sich dort seine Klause.

Zwei Tage hatte der alte Moengal seinen jungen Freund beherbergt, dann schaffte er ihn nächtlich über den See. Geh mir nicht ins Kloster zurück, sprach er beim Auseinandergehen, daß dich das dumme Gerede nicht umbringt. Spott schadet mehr als Strafe. Es gehört dir ein Denkzettel, aber die frische Luft soll dir ihn bringen, die hat ein Recht dazu, die andern nicht. Speer und Wolfspelz schenkte er ihm zum Abschied.

Scheu und heimlich zog Ekkehard von dannen. Es war eine bittere Empfindung, da er nächtlich an seinem noch halb in Trümmern liegenden Kloster vorüberschlich; etliche Lichter glänzten zu ihm herüber, er beflügelte seinen Schritt. Auch an der Abtszelle im Gebirgsland zog er ohne Ankehr vorbei, er wollte von des Klosters Leuten nicht erkannt sein.

... Jetzt war sein Gebet beendigt. Er schaute erwartungsvoll nach dem Höhleneingang, ob Gottschalk, der Einsiedel, nicht heraustrete und den neuen Ankömmling begrüße. Es regte sich nichts, die Höhle stund leer. Sancta Anastasia, ignosce raptori! Heilige Anastasia, verzeihe deinem Räuber! war mit eingetrocknetem Kräutersaft an die lichte Felswand angeschrieben. Ein steingehauener Trog fing das herabtropfende Felswasser; es lief über den Rand herab.

Er trat in die Kammer. Etliche tönerne Schüsseln standen bei einer Steinplatte, die als Herd gedient haben mochte. Ein grobgarniges Fischnetz lag in der Ecke, Hammer, Spaten, ein verrostet Beil dabei, auch viel zugeschnittene Kienspäne.

Auf tannenen Scheitern war eine Streu geschüttelt, von Moder und Gewürm zerfressen. Zwei Ratten sprangen, vom Eintretenden verscheucht, in eine Spalte des Bodens.

Gottschalk! rief Ekkehard durch die hohle Hand. Dann tat er einen Schrei, wie er unter Leuten im Gebirg als Anruf üblich ist. Aber niemand erschien. Nähere Umschau zeigte, daß der Einsiedel nicht erst seit heute die Klause verlassen. In einem Krug war Milch zur Kruste eingetrocknet. Da trat Ekkehard betrübt wieder auf den schmalen Streif Erdreich, der zwischen Höhle und Abgrund das Stehen ermöglichte. Sein Blick wandte sich zur Linken. In weiter Ferne blaute ein Stück Bodensee über den Bergrücken. Die Pracht der Gebirgswelt vermochte nicht ein Gefühl von unendlichem Weh zu bannen. Einsam und gottverlassen stand er auf der jachen Höhe. Er reckte sein Ohr, als müsse er eines Menschen Stimme erlauschen. Aber nur das einförmig leise Rauschen des Windes durch die Tannen der Tiefe tönte herauf.

Seine Augen wurden feucht.

Es war spät geworden. Wohin?... Ein starker Hunger zerstreute seine Gedanken. Er trug noch für drei Tage Speise bei sich. Da setzte er sich vor die Höhle und verzehrte unter Tränen seinen Abendimbiß. Sein Berg warf lange blaue Schatten auf die Wände gegenüber, nur die steinernen Gipfel glühten noch im Sonnenlicht.

Solang das Kreuz am Felsen steht, werd' ich nie ganz verlassen sein! sprach er. Er trug etliches Gras vom Abhang zusammen und richtete sich ein Lager auf die Stelle des vermoderten. Kühle Nachtluft zog herauf. Da hüllte er sich in Moengals geschenkten Mantel und legte sich nieder. Der Schlaf ist ein gutes Heilmittel für die Leiden der Jugend. Er kam auch über Ekkehard trotz Herzeleid und einsamer Felswildnis.

Die erste Dämmerung des Morgens zog über dem Haupte des Kamor auf, nur der Tagsternsô der tágostérno in scônero fárewo skînet. Worte der Notkerischen Paraphrase des Marcianus Capella. schien noch in schöner Farbe, da fuhr Ekkehard aus dem Schlummer. Es war ihm, als hab' er ein lustig scharfes Hirtenjauchzen gehört. Dann glänzte im tiefen dunkeln Grund der Höhle ein Licht auf. Er glaubte zu träumen, als läg' er noch im Kerker, und Praxedis nahe befreiend. Aber das Licht kam näher, Fackelglanz brennenden Kienspans; eine hochgeschürzte Maid trug die einfache Leuchte. Er sprang auf. Unerschrocken stand sie vor ihm und sprach: Gott willkommen!

Es war ein keck halbwildes Wesen von gelblicher Hautfarbe und sprühenden Augen, aus den Flechten des dunkelschwarzen Haares glänzte eine schwere silberne Nadel in Form eines Löffels, der geflochtene Korb auf dem Rücken und der Alpstock in der Rechten bezeichnete die Bewohnerin der Berge.

Heiliger Gallus beschirme mich vor neuer Versuchung! dachte Ekkehard, aber sie rief vergnügt: Gott willkommen noch einmal! Der Vater wird recht froh sein, daß wir einen neuen Bergbruder haben. Man merkt's an der wenigen Milch der Kühe, sagt er immer, daß der alte Gottschalk tot ist.

Es klang nicht wie die Stimme eines weiblichen Dämon.

Ekkehard war noch schlaftrunken. Er gähnte. Vergelt's Gott! sprach die Maid. Warum vergelt's Gott? fragte er.

Weil Ihr mich soeben nicht verschluckt habt! lachte sie, und eh' er weiter fragen konnte, woher und wohin, sprang sie mit dem Kienspan zurück und verschwand in der Höhle.

Bald kam sie wieder. Ein graubärtiger Senn, in eine Decke von Lämmerfell gehüllt, folgte ihr.

Der Vater will's nicht glauben! rief sie Ekkehard entgegen.

Bedächtig schaute der Hirt auf den fremden Gast. Er war ein rauher Mann, der einst in grüner Jugendzeit beim altherkömmlichen Kraftspiel des Steinstoßens den hundertpfündigen Feldstein wohl über zwanzig Schritt weit von sich geschleudert, ohne einen Fuß zu verrücken; sein gebräuntes Antlitz und seine sehnigen nackten Arme waren itzt noch Denkzeichen alter ungeschwächter Kraft.

Ihr wollt unser Bergbruder sein? sprach er gutmütig zu Ekkehard und reichte ihm die Hand. Recht so!

Ekkehard war verlegen ob der wilden Erscheinung.

Ich gedachte den Bruder Gottschalk zu besuchen, erwiderte er.

Beim Strahl! da kommt Ihr zu spät, sprach der Senn. Der hat sich verfallen im vorigen Herbst,»Den 4. November 1853 mittag 11 Uhr ist der Eremit Anton Fäßler verunglückt und ist totgefallen auf Pommen im Sail. Requiescat in pace.« Eintrag im Fremdenbuch des Wildkirchlein. es war eine böse Geschichte. Schaut auf! – er wies ihm eine Felswand in der Tiefe, – auf jenen Hang ist er ins Laubsammeln gegangen, ich hab' ihm selber geholfen; da fuhr er auf einmal empor, als hätt' ihn eine Schlange gebissen, gegenüber auf den hohen Kasten hat er gedeutet; heilige Anastasia, rief er, du bist wieder ganz und stehst auf beiden Füßen und winkst mit beiden Armen!... auf und davon ist er gesprungen, als wär' zwischen dem Fels unten und dem hohen Kasten drüben kein Tal und kein Abgrund, mit kyrie eleison! ging's in die greuliche Tiefe – Gott hab ihn selig! Aber erst im heurigen Frühjahr haben wir den Leichnam gefunden, zerklemmt in den Felsen, und die Lämmergeier waren drüber und haben einen Arm und ein Bein vertragen, kein Mensch weiß wohin...

Mach ihm keine Angst! sprach die Maid und stieß den Sennen an.

Deswegen mögt Ihr Euch doch bei uns festsetzen, sprach der Senn. Ihr bekommt, was wir dem Gottschalk gaben, Milch und Käs und drei Ziegen in den Stall, die mögen grasen, wo sie wollen. Im Notfall mögt Ihr auch mehr heischen, wir hier oben sind keine Geizkrägen und Musmehlspalter. Ihr predigt uns dafür an den Sonntagen und sprecht den Segen über Alm und Weiden, daß Wetter und Bergsturz kein Verderb bringen, und läutet die Tageszeit.

Ekkehard sah zweifelhaft in den starren Höhlenraum. Es tat ihm wunderwohl, Menschen in der Nähe zu wissen, aber rätselhaft war's, woher sie kamen. Sind Eure Almen in des Berges Tiefe? fragte er lächelnd.

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