Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Hugh Conway >

Eine Familiengeschichte. Erster Band

Hugh Conway: Eine Familiengeschichte. Erster Band - Kapitel 15
Quellenangabe
authorHugh Conway
titleEine Familiengeschichte. Erster Band
publisherVerlag von J. Engelhorn
year1886
translatorNatalie Rümelin
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20181223
projectid805f27fd
Schließen

Navigation:

Vierzehntes Kapitel.
Die Hoffnung versiegt nie und nimmer

Nachdem Beatrice das Zimmer verlassen hatte, stand Frank noch eine Weile regungslos: er konnte sich nicht gleich über seine Lage klar werden. Unklar und unbestimmt fühlte er, daß das Fehlschlagen seiner Hoffnung einen gewaltigen Wechsel für ihn mit sich bringen müsse, aber er bebte davor zurück, sich ein vollendetes Bild seines künftigen Lebens zu entwerfen, wie es sich gestalten mußte, unbelebt durch die Liebe, die, wie er jetzt einsah, unentbehrlich war, um dem Bilde Farbe und Schönheit zu verleihen.

Er verstand es nicht, er konnte es nicht fassen, nicht glauben. Frank Carruthers war, obgleich er eine ziemlich gute Meinung von sich hatte, keineswegs ein Geck, der jede Höflichkeit, jede Freundlichkeit von seiten einer Frau gleich als Symptom einer glühenden Leidenschaft für seine Person auffaßte. Obgleich er sich wochenlang um Beatrice bemüht hatte, konnte er sich nicht einer einzigen Handlung ihrerseits erinnern, von der er hätte sagen können: Das hat mir Hoffnung gemacht und mich vorwärts getrieben. Sie hatte nie gezögert, ihre Hand aus der seinen zurückzuziehen, nie war ein Erröten über ihr Antlitz geflogen, wenn sie ihn hatte kommen sehen; die ernsten grauen Augen hatten nie mit bedeutungsvollen Blicken auf ihm geruht – vielleicht war es gerade der Mangel an jeder Koketterie, an jeder Ermutigung, die sie ihm von Anfang an so wert gemacht hatte.

Und doch, trotz alledem war etwas, mußte etwas gewesen sein, er konnte, er wagte es nicht, dies unbekannte Etwas näher zu bezeichnen – und während der letzten paar Tage mehr als sonst – das ihm, um wenig zu sagen, großen Trost gewährt hatte. Er hatte geglaubt, vielleicht war es auch nur Täuschung gewesen, in der Art, wie sie mit ihm sprach, vielleicht auch in der Art, wie sie ihn ansah, eine Veränderung zu bemerken. Ja, es mußte etwas gewesen sein, denn obgleich er dies in Gedanken, nicht in Worte kleidete, so wußte Carruthers doch gewiß, daß, wenn Beatrice sich immer gegen ihn gezeigt hätte, wie in den ersten Tagen ihrer Bekanntschaft, ihn auch die leidenschaftlichste Liebe seinerseits nicht hätte bewegen können, die Frage zu stellen, die er soeben mit solch schmerzlichem und unvorhergesehenem Erfolg an sie gerichtet hatte.

Sein anscheinend sorgloses Wesen barg ein stolzes, tiefempfindendes Herz; auch dem heißgeliebtesten Weibe hätte er dieses Herz nicht angeboten ohne Hoffnung.

Aber auch in der tiefsten Bitterkeit seines Kummers dachte er nicht daran, ihr einen Vorwurf zu machen. Alles war vorbei – daran war nicht zu zweifeln. Er war ganz verwirrt und begriff dieses kurze, bündige Zurückweisen seiner Liebe nicht.

Die Luft im Zimmer bedrückte ihn, er wollte hinaus ins Freie und alles nochmals überdenken.

Er bückte sich und hob eine Blume auf, die von ihrem Kleide gefallen war; er nahm einen Handschuh, den sie auf dem Klavier hatte liegen lassen.

»Wie die Liebe sich immer gleicht,« sagte er mißmutig, »man lacht über die Dummheiten anderer, und wenn die Stunde für einen geschlagen hat, dann thut man dasselbe. Ein Handschuh! Eine Blume! Althergebrachte Erinnerungszeichen, jeder Originalität bar! Welch ein Narr ich bin!«

Trotz dieser Selbsterkenntnis behielt er beides und schöpfte ohne Zweifel so viel Trost daraus, als der Besitz derartiger Gegenstände zu gewähren vermag.

Er vergaß die ganze Tischgesellschaft, nahm seinen Hut und ging in den Garten hinaus.

Trotz seiner erzwungenen Ruhe muß er doch sehr aufgeregt gewesen sein, denn er begann den Prozeß des Nachdenkens damit, daß er seine Absätze so tief in den untadelhaft glatten Kiesweg einbohrte, daß man am anderen Morgen eine halbe Stunde mit der großen Walze zu arbeiten hatte, um die dadurch entstandenen Unregelmäßigkeiten wieder auszugleichen. Beschämt über diesen Ausbruch seiner Leidenschaft, zog er sich in den hintersten Teil des Gartens zurück, wo er sich, des Oktoberwindes und der Feuchtigkeit nicht achtend, auf einen Stuhl warf und versuchte, sich Rechenschaft über das letzte Ereignis abzulegen und zu erwägen, inwiefern seine Zukunft dadurch beeinflußt würde. Er mochte seinen Kopf zermartern wie er wollte, er gelangte immer nur zu den nämlichen Resultaten. Erstens liebte er Beatrice mehr als je; zweitens verstand er nicht, warum sie ihn abgewiesen hatte; drittens würde ihn nichts in der Welt dazu vermögen, eine Frau, welche ihm die eben an Beatrice gestellte Frage einmal mit »nein« beantwortet hatte, zum zweitenmal zu fragen, ob sie sein Weib werden wolle.

»Nein,« sagte Frank, »ich werde nicht vor ihr im Staub kriechen. Die meisten Männer scheinen das zu thun, wenn sie verliebt sind. Zum Kuckuck! Ich werde es nie thun! Darin will ich originell sein, und sollte mir auch das Herz darüber brechen.«

Diese Bemerkungen bezogen sich offenbar auf Beschluß Numero drei – ein Beschluß übrigens, dessen die Liebe stets zu spotten pflegt. Angenommen, ein Mann, der noch zehnmal so stolz ist, als Carruthers, sei ebenso hoffnungslos verliebt, so könnte doch das Mädchen, das er liebte, wenn sie nur wollte, mit Leichtigkeit in jeder Woche des Jahres eine neue Erklärung der unendlichen Leidenschaft erlangen. O ja – alle Liebenden können »kriechen«, wenn es not thut.

Plötzlich kam diesem eigenartigen Liebhaber ein sonderbarer Einfall; er wollte zu Sylvanus Mordle gehen; nicht als ob er beabsichtigt hätte, ihm sein Leid zu klagen – das wäre mehr als »kriechen« gewesen – aber er fand einen gewissen grimmigen Trost darin, mit einem anderen Manne zusammen zu sein, der dasselbe Schicksal zu tragen hatte wie er, oder, um es poetisch auszudrücken, dessen fröhlich dahinsegelndes Lebensschiff an demselben Felsen Schiffbruch gelitten hatte, an dem auch das seine gestrandet war. Außerdem würde Mordle sicherlich von Fräulein Clauson sprechen – er that es ja immer – und wieder sagte er zu sich selbst: »Was für ein Narr bin ich!« setzte aber dessenungeachtet seinen Weg nach des Vikars Wohnung fort.

Des Vikars Haus stand in einer Reihe von neuen Gebäuden, die ein allzu sanguinischer Baumeister auf einem unweit der Kirche gelegenen Grundstück aufgeführt hatte. Als mit dem Bau der Häuser begonnen wurde, hatten sich die Dorfbeamten darüber gewundert, wer dieselben bewohnen würde. Es waren rote Backsteinhäuser mit Gesimsen aus Sandsteinen – die Art Häuser, die man als »Wohnung für bessere Familien« zu bezeichnen pflegt. Als solche standen sie eine Stufe über den Bauernhäusern, aber viele, viele Stufen unter denen der Familien von »Stellung«. Da die Hälfte der Wohnungen noch heute leer stehen, hat es der Erbauer längst aufgegeben, sich über die Verwunderung der Dorfbevölkerung zu verwundern.

Als Frank in Mordles Zimmer trat, sprang dieser auf und begrüßte den unerwarteten Besuch freudig aber erstaunt: »Sie hier? Das ist prächtig, aber was ist denn los?«

»Ich kam nur zum Rauchen und Plaudern.«

»Dachte, Sie hätten Gesellschaft heute – alle die Vornehmen –«

Frank erschrak. »Ich habe sie ganz vergessen,« sagte er mit einem für ihn ungewöhnlichen Mangel an Vorsicht.

»Vergessen! Wie wird sich Horace entsetzen! Wie bekümmert wird Herbert sein! Na, einerlei, hier sind Sie nun einmal!«

Während er dies sagte, bewegte sich der Vikar emsig im Zimmer herum und brachte Cigarren, Whiskey und Wasser herbei und setzte es für Frank zurecht.

Aber Herr Carruthers saß still und regungslos. Er betrachtete Mordle und dachte, ob dieser sich wohl auch so unglücklich gefühlt habe, als Beatrice ihn abgewiesen hatte, wie er, Frank Carruthers, jetzt sei. Er vertiefte sich so in diesen Gedankengang, daß er die forschenden Blicke nicht bemerkte, die Mordle auf ihn richtete; endlich begann dieser: »Hören Sie 'mal, Carruthers; Sie vergessen eine Gesellschaft! Sie kommen hierher, um mit mir zu rauchen und zu plaudern. Sie rauchen aber nicht – Sie plaudern nicht. Was ist denn los?«

»Nichts.« Frank raffte sich auf und nahm eine Cigarre.

»Nichts!« sagte der Vikar, »das heißt sehr viel!«

»Nun ja, also sehr viel!«

»Und sehr viel heißt – sagen Sie mir, Carruthers, was es heißt. Darf ich Ihnen Glück wünschen?«

Sylvanus fühlte einen eigentümlichen Druck im Halse, kämpfte ihn aber mannhaft nieder. Frank wunderte sich über den Scharfblick des Vikars. Verliebte wundern sich immer über das übernatürliche Ahnungsvermögen, mit dem ihre Freunde begabt zu sein scheinen.

»Darf ich Ihnen Glück wünschen?« wiederholte Mordle.

»Sie mögen mir wünschen, was Sie wollen; die Wahrheit aber ist, daß wir Leidensgefährten sind.«

»Sie haben sich erklärt?«

»Und bin abgewiesen worden.« Frank stieß diese Worte scharf hervor. Mordle sah aus wie die verkörperte Ueberraschung. Er reichte seinem Gast die Hand.

»Zum Teufel,« sagte Frank, »ich brauche kein Mitleid. Haben Sie's getragen, werd' ich's auch tragen können.«

»Ihr Fall ist anders; Sie waren des Erfolges sicher!«

»Wenn ich das war, so ist es nur eine Täuschung gewesen, die bei einem Manne meines Alters nur natürlich ist.«

»Erklären Sie diese Behauptung deutlicher!«

»Je älter Sie werden, desto geneigter sind Sie auch zu derartigen Selbsttäuschungen. Ein Mann zwischen dreißig und vierzig macht sich viel leichter weis, er werde von einem Mädchen geliebt, als ein Junge von zwanzig Jahren.«

»Na,« sagte Mordle, »ist mir alles neu, dies! Lassen Sie mich darüber nachdenken.« Der Geistliche liebte derartige Beweisführungen. Plötzlich sah er wieder auf.

»Das ist alles – Unsinn!« sagte er. »Junge von zwanzig – bescheiden und gut, kann nicht einsehen, warum ihn eine Frau lieben sollte. – Mann von dreißig oder vierzig – erfolgreich im Leben – hat seine Kraft mit der seiner Nebenmenschen gemessen – zweifelt nicht daran, daß er wert sei, geliebt zu werden. Sie sehen, wie trügerisch Ihr Beweis ist.«

»Einerlei,« sagte Frank, »es kommt nicht darauf an, wie Sie's auffassen.«

»Hören Sie, Carruthers,« sagte Sylvanus und legte seine Hand auf Franks Schulter, »folgen Sie meinem Rat und geben Sie sich mit diesem ›Nein‹ nicht zufrieden.«

»Ich werde meine Hand und mein Herz nie einer Frau zum zweitenmal antragen.«

»Sie können sie diesem Mädchen zwanzigmal anbieten und glücklich sein, wenn sie dieselbe dann annimmt. Zwanzigmal wird aber nicht nötig sein. Sie liebt Sie, Carruthers.«

»Welchen Unsinn Sie schwatzen!«

»Ich spreche niemals Unsinn; ich habe Sie beide zusammen gesehen, ich habe sie genau beobachtet, als ob sie ein Glied meiner Herde wäre, das Neigung zeigte, der Kirche abtrünnig zu werden. Ich habe bemerkt, was Ihnen entging, und nochmals sage ich Ihnen: Geben Sie sich mit dem ›Nein‹ nicht zufrieden.«

»Wir wollen von 'was anderem reden,« sagte Frank.

Sie sprachen von etwas anderem, aber wie es zu gehen pflegt, wenn jemand verliebt ist, Franks Gedanken kehrten immer wieder auf den einen Punkt zurück. Endlich warf er das Ende seiner Cigarre weg und sagte dem Vikar gute Nacht. Mordles lebhafte, freundliche Ermahnung, die Hoffnung nicht aufzugeben, hatte ihm gut gethan, obgleich er sich noch immer schwur, nicht zu »kriechen« und nicht noch einmal anzufragen.

Nachdem ihn sein Gast verlassen hatte, richtete sich Sylvanus hoch auf, klopfte sich beifällig auf die Brust und sagte: »Es war großmütig, sehr großmütig, einem Nebenbuhler in dieser Weise zu helfen. Aber ich bin ja ganz und gar genesen, da konnte ich es schon fertig bringen.«

Er pflegte sich stets zu versichern, daß er von seiner Liebe geheilt sei. Vielleicht war er es auch. Es mag darum sein, wie es will, jedenfalls ist der ehrwürdige Herr Sylvanus Mordle bis zum heutigen Tage unvermählt geblieben.

Frank ging nach Hazlewood House und entschuldigte sein sonderbares Verschwinden mit einem peinigenden Kopfschmerz. Es war merkwürdig, daß auch Beatrice durch heftige Kopfschmerzen auf ihrem Zimmer festgehalten wurde.

»Es muß ein Gewitter in der Luft liegen,« sagte Herbert, der argloseste der Menschen.

Gegen halb zwölf Uhr empfahlen sich die Gäste. Herr Turner, der den Freund Lord Kelstons für einen möglichst orthodoxen Aristokraten hielt, verabschiedete sich aufs ehrerbietigste von Herrn Simmons, ohne zu ahnen, wie schwer er denselben beleidigt hatte. Horace und Herbert atmeten erleichtert auf, als ihr judenhassender Gast das Haus verlassen hatte. Sie waren zu verständig, als daß sie daran gedacht hätten, sich wegen des unglücklichen Zwischenfalls zu entschuldigen – sie waren nur doppelt höflich gegen den bedeutenden Israeliten. Endlich waren alle gegangen und das Aufräumen begann.

Frank sah in düsterer Stimmung zu, wie Horace und Herbert von Fenster zu Fenster gingen und die Läden befestigten und Barren und Riegel untersuchten. Frank lächelte nicht einmal, als Herbert feierlich das Silber nachzählte und mit Whittaker in die ledernen Futterale verpackte, während Herbert den Inhalt halbvoller Sherryflaschen zusammengoß, so daß es wieder eine volle gab. Endlich waren die häuslichen Pflichten erfüllt, Horace und Herbert sahen Frank an und fragten, ob es ihm recht sei, zu Bett zu gehen.

Frank fuhr aus seiner Träumerei auf. Er hatte nicht die geringste Lust, zu Bette zu gehen, und sagte deshalb: »Ich bin durch die frische Luft so wach geworden, daß ich noch lange nicht schlafen kann. Wenn ihr nichts dagegen habt, will ich im Bibliothekzimmer noch einige Briefe schreiben.«

Sie hatten natürlich sehr viel dagegen, waren aber zu höflich, dies auszusprechen, und Frank sagte ihnen gute Nacht.

»Bitte, schraube den Docht herunter, ehe du die Lampe ausbläsest,« sagte Horace.

»Und,« bat Herbert, »drehe den Kaminteppich um, er hält dann um so länger.«

Frank versprach alles, obgleich er nicht einsah, in welcher Weise die Nacht- oder Morgenluft die Dauerhaftigkeit des Kaminteppichs beeinträchtigen könnte. Dann ging er in die Bibliothek, schloß die Thüre hinter sich und war nun endlich wieder allein mit seinen Gedanken, die sich immer um denselben Mittelpunkt drehten und die wir nicht zu wiederholen brauchen, da wir sie schon alle kennen und sie durchaus nicht heiterer wurden. Sogar Herr Carruthers selbst wurde derselben schließlich überdrüssig und machte den Versuch, ihre Einförmigkeit durch Briefschreiben zu unterbrechen. Aber der Anblick von Feder und Papier erweckte eine starke Versuchung in ihm, mit ihrer Hilfe Beatrice alles, was er ihr schon gesagt, noch einmal so beredt zu sagen, wie er es hatte thun wollen, als sie ihm so plötzlich das Wort abschnitt. Sein Stolz gestattete ihm indessen nicht, den Beschluß Numero drei so schnell über den Haufen zu werfen.

Dann begann er zu lesen; natürlich griff er zur Lyrik; alle Verliebten wenden sich ihr so sicher zu, wie eine Ente dem Wasser. Er nahm Tennyson von einem Regale herab und empfand zum erstenmale in seinem Leben Mitleid mit dem so schlecht behandelten, egoistischen Helden von Lacksley Hall. Nach Tennyson fiel ihm ein Band von Frau Brownings in die Hände und er las alles über den Dichter, der, obgleich er Lady Geraldine so leidenschaftlich liebte, doch dickfellig genug war, das Vorhandensein eines entsprechenden Gefühles von seiten der Dame nicht zu entdecken.

Und gerade als Carruthers da angelangt war, wo die liebliche Dame nächtlicherweile bei dem Dichter erscheint und das ganze Werben in ziemlich kühner Weise selbst besorgt, klopfte es leise und leicht an die Thüre der Bibliothek. Ein wilder aber nicht unnatürlicher Gedanke durchzuckte sein Gehirn.

Sollte sich die eben gelesene Scene wiederholen? Konnte das Beatrice sein? – Frank öffnete rasch die Thüre und war nicht wenig enttäuscht, als er auf der Schwelle die schwarz verhüllte Gestalt Frau Millers, der Kinderfrau, erblickte. Was in aller Welt konnte sie um diese Stunde der Nacht von ihm wollen?

»Sie – Frau Miller!« rief er aus. »Ist etwas geschehen?«

»Darf ich eintreten?« fragte sie.

»Gewiß, womit kann ich Ihnen dienen?«

Sie trat ein und schloß die Thüre sorgsam hinter sich. Franks Verwunderung stieg immer höher. Er konnte nicht umhin, sich den Schrecken und das Staunen auszumalen, die Horace und Herbert befallen würden, wenn sie wüßten, daß er sich des Morgens um ein Uhr mit einem weiblichen Gliede ihrer Haushaltung im Gespräch befinde.

Frau Miller trat näher zu ihm hin.

»Darf ich einige Worte mit Ihnen reden, Herr Carruthers?« Sie bat zwar respektvoll um diese Gunst, aber immerhin wie jemand, der völlig überzeugt ist, daß sie gewährt werde.

»Sprechen Sie immer zu,« sagte Frank gutmütig, »hat sich im Hause etwas ereignet?«

»Nichts, als das, was Sie wissen, Herr Carruthers.«

Ihre Worte hatten eine Bedeutung, die Frank nicht entging. Sie sagten ihm nur allzu deutlich, daß Frau Miller vollständig auf dem Laufenden war über das, was sich zwischen Beatrice und ihm ereignet hatte. Er stöhnte innerlich. Der Gedanke, daß die Abweisung, die er erfahren, im Dienstbotenzimmer besprochen werde, war ihm höchst peinlich.

»Lassen Sie mich hören, was Sie mir zu sagen haben.« Er sprach unfreundlicher, als sonst seine Gewohnheit war.

Die sonderbare Person legte ihre Hand auf seinen Arm; sie war fast so groß wie er, so daß ihre Gesichter nahezu in gleicher Höhe standen; Frank hatte noch nie den wilden, glühenden Blick der dunklen Augen bemerkt, die in dem bleichen, abgezehrten Antlitz brannten.

Er begann zu überlegen, ob sie auch ganz bei Sinnen sei. Aber sie sprach vernünftig, obgleich ihre Stimme leidenschaftlich klang.

»Herr Carruthers,« sprach sie, »sagen Sie mir, wie sehr Sie Fräulein Beatrice lieben.«

Diese plötzliche Frage berührte Frank unangenehm; er runzelte die Stirne und erwiderte:

»Ich bin nicht gewöhnt, Fremde in mein Vertrauen zu ziehen.«

»Mißverstehen Sie mich nicht, Herr Carruthers.« – Die Frau sprach mit beunruhigendem Ernst. – »Beruhigen Sie mich, sagen Sie mir, lassen Sie mich hören, daß Sie sie von ganzem Herzen und mit ganzer Seele lieben – daß die Erde, die ihr Fuß betritt, heiliger Grund für Sie ist – daß Sie sie lieben, daß Sie ihr treu sein werden bis in den Tod! Sagen Sie mir dies und machen Sie mich glücklich. Sie schämen sich doch sicherlich nicht, daß Sie sie lieben?«

Ihr Wesen machte einen solchen Eindruck auf Carruthers, daß er für einen Augenblick vergaß, daß er nur mit einem Dienstboten sprach.

»Nein,« sagte er langsam, während sich seine Augen fest an die Wand ihm gegenüber hefteten. »Nein, ich schäme mich meiner Liebe zu ihr nicht. Was es Sie angeht, kann ich mir zwar nicht denken, aber ich liebe Ihre Herrin so sehr, als ein Mann ein Weib überhaupt zu lieben vermag.«

Frau Miller beugte sich hinab und küßte seine Hand. Sie murmelte einige Worte, die er nicht verstand. Wie den meisten Männern, falls sie nicht Prinzen oder Könige sind, so widerstrebte es auch Frank, sich die Hand küssen zu lassen.

»Haben Sie noch sonst etwas zu sagen?« fragte er.

»Nur dies, Herr – Sie wollen warten, nicht wahr?«

»Warten! Auf was?«

»Auf sie – auf Fräulein Beatrice. Ach, Herr Carruthers, nicht wahr, Sie gehen nicht im Zorne von ihr und werfen sich nicht an das erste beste Puppengesicht weg, das Ihnen zulächelt? Nicht wahr, Sie werden warten auf das Weib, das Sie lieben – fünf, zehn, zwanzig Jahre werden Sie warten, wenn es sein muß, nicht wahr?«

Sie umklammerte seinen Arm und ihre Augen hafteten mit glühendem, flehendem Blicke in den seinen.

»Ich werde nie eine andere Frau heiraten,« antwortete Frank.

»Nein – niemals. Warten Sie auf sie. Sie wird zuletzt die Ihre werden.«

Ein plötzlicher Gedanke zuckte durch sein Gehirn. War dies sonderbare Weib aus eigenem Antriebe zu ihm gekommen, oder hatte Beatrice sie geschickt? Sein Herz pochte heftig.

»Hat Ihnen Fräulein Clauson diesen Auftrag an mich gegeben?« fragte er.

»Nein, mein Herr; Fräulein Beatrice würde Ihnen keine Botschaft durch Dienstboten senden. Sie weiß nicht, daß ich hier bin. Versprechen Sie, es ihr nicht zu sagen! Versprechen Sie es mir, ich beschwöre Sie! Sie würde mir nie vergeben!«

Ihr Gesicht wurde noch bleicher als zuvor, als die Möglichkeit, Frank könne Beatrice von dieser nächtlichen Unterredung erzählen, vor ihr aufstieg. Sie schien in solche Verzweiflung zu geraten, daß Frank sich beeilte, sie zu beruhigen und ihr zu versprechen, der Sache keine Erwähnung zu thun. So sonderbar auch das Wesen dieser Frau war, schien ihm doch etwas zu sagen, daß sie es gut meine.

»Sie würde mir niemals vergeben, wenn sie es wüßte.« Sie flüsterte diese Worte in so schmerzerfülltem Tone, als ob dies etwas zu Entsetzliches wäre, um nur daran denken zu können.

»Sagen Sie mir, warum Sie sich mit meiner Angelegenheit befassen, was Sie dies alles kümmern kann,« fragte Frank.

»Was es mich kümmern kann? Nun denn, sie ist alles für mich in dieser und jener Welt. Weil ich mich töten würde, wenn ich ihr dadurch ein Leid ersparen könnte. Hören Sie wohl, Herr Carruthers. Vor langer Zeit – sie war erst siebzehn Jahre alt – rettete sie mich vor dem Verschmachten, vor dem Tode und vor noch Schlimmerem. Sie nahm mich zu sich, kleidete und ernährte mich und sorgte, daß ich am Leben blieb. Ich sage Ihnen, Herr Carruthers, wenn ich mit einem Fuße auf der goldenen Schwelle der himmlischen Pforte stünde, wenn meine Augen schon einen Schimmer der Herrlichkeit des Herrn und seiner Engel gesehen und meine Ohren den Klang der himmlischen Harfen vernommen hätten, und unter mir gähnte der höllische Schlund, und ich könnte sie glücklich machen dadurch, daß ich meinen Fuß zurückzöge, so würde ich es thun und mich in die ewige Verdammnis stürzen.«

Ihre Gestalt reckte sich hoch empor und schien zu wachsen, als sie in wildem Entzücken diesen Wortschwall hervorstieß. Unzweifelhaft klingen solche Ausdrücke übertrieben, wenn sie die Zuneigung einer Frau zu einer anderen schildern sollen, aber in Wahrheit ist die Größe der Liebe, die ein Weib für ein anderes empfinden kann, noch nie richtig geschätzt worden.

Sogar Frank, der, wie anzunehmen ist, Fräulein Clauson der außergewöhnlichsten Bewunderung für würdig erachtete, fand die leidenschaftliche und gottlose Weise, in der Frau Miller ihre Gefühle für ihre Herrin schilderte, übertriebener, als irgend eine Veranlassung zu rechtfertigen vermochte. Immerhin wurde er milder gegen sie gestimmt, als sie das Lob des Weibes anstimmte, das er liebte.

»Das ist ja die reine Abgötterei,« sagte Frank nicht unfreundlich.

»Nennen Sie es, wie Sie wollen! Ich fühle, wie ich rede, und noch mehr.«

»Und weil Sie sie lieben, wollen Sie ihre Zukunft in meine Hände gelegt sehen, weil Sie überzeugt sind, daß sie dann glücklich sein würde?«

»Ja, Herr Carruthers. Ich habe Sie tagtäglich beobachtet und gesehen, daß Sie sie lieben. Ich habe mich nach Ihnen erkundigt. Ueberall spricht man gut von Ihnen und außerdem –«

Sie zögerte. Carruthers hoffte, sie würde den Satz mit einigen Andeutungen über den wahren Stand von Beatrices Gefühlen zu Ende führen. Frau Millers Versicherung, daß sie gute Gründe dafür habe, ihn zum Warten aufzufordern, wäre ihm dreifach willkommen gewesen. Verliebte und Ertrinkende gleichen sich, was das Greifen nach Strohhalmen betrifft, aufs Haar.

»Nun, und außerdem –?« fragte Frank, als er sah, daß sie noch immer zögerte.

»Sie gehören beide zu den Erwählten,« sagte sie in sonderbar feierlichem Tone. »Sie tragen das Zeichen auf Ihrer Stirne.«

»Was meinen Sie denn eigentlich?« fragte Frank ganz bestürzt.

Sie faltete ihre Hände und ihre Augen strahlten in seltenem Glanze, als sie ausrief: »Was ich meine! Ist es denn möglich, daß die Erwählten des Herrn, die zu Heiligen erlesen sind, über die Erde wandeln, ohne es zu ahnen? Ich sehe es, ich lese es auf Ihrem, auf Fräulein Beatrices Antlitz. ›Viele sind berufen, wenige sind auserwählt.‹ Sie gehören zu den wenigen.«

Endlich begriff Frank, daß er es mit einer Art von religiösem Fanatismus zu thun hatte, der an Wahnsinn grenzt. Seine Bestürzung wich neugierigem, etwas spöttischem Mitleid.

»Wenn man's nur glauben könnte, wäre es sehr befriedigend,« sagte er. »Sagen Sie mir doch, warum Sie in betreff unserer so sicher sind; wir gehören doch offenbar einem anderen Glauben an als Sie.«

»Glauben, was Glauben! Sie waren auserlesen, ehe denn ein Glauben in die Welt gekommen war. Das Siegel wird den Erwählten aufgedrückt, ehe sie den ersten Atemzug thun. Es ist möglich, daß ein Heide, der nie das Wort Gottes hörte, auf den höchsten Stufen von des Allmächtigen Thron ruhen wird, während solche, die auf Erden das heiligste Leben geführt haben, in dem ewigen Feuer schmachten werden.«

»Das ist ja das Non plus ultra von Prädestination,« dachte Frank. »Warum sind Sie aber in betreff Fräulein Clausons und meiner Ihrer Sache so sicher?« fragte er.

»Ich kann es auf Ihren Stirnen lesen. Glückseligkeit wird in dieser und jener Welt Ihr Teil sein.«

Franks lustige Ader regte sich, und er hatte nicht übel Lust, sich bei Frau Miller nach dem endgültigen Geschick des höflichen Horace und des freundlichen Herbert mit ihren guten Herzen und ihrem altjüngferlichen Wesen zu erkundigen. Er hätte auch gern gewußt, was aus dem gesetzten Whittaker und aus William Giles, dem Kutscher, einstens werden würde. Aber er unterdrückte diese Fragen, weil er sah, daß das, was für ihn nur ein Scherz, für das blasse Weib neben ihm tödlicher Ernst war. Er wollte sich nicht in theologische Erörterungen einlassen und um diese Zeit der Nacht den Pelagius bei diesem weiblichen Anhänger Augustins spielen. Er wußte auch, daß selbst die besten Theologen Oxfords nicht vermochten, die Beweise der Anhänger der Lehre von der Vorherbestimmung und des dieser entsprechenden Glaubens an die ewige Verdammnis logisch zu widerlegen, zudem war Theologie nicht gerade Herrn Carruthers' Lieblingswissenschaft. Deshalb begnügte er sich damit, die tröstliche Hoffnung auszudrücken, daß Frau Miller ebensoviel Gewißheit in betreff ihrer eigenen Errettung habe.

»Ich!« rief sie aus und erbebte wie vor Schrecken, »ich habe Tag und Nacht gebetet – Tag und Nacht – und habe um ein Zeichen gebeten. Die Antwort ist gekommen,« stöhnte sie mehr als sie sprach, »ich bin eine der vielen.« Ihr Gesicht zeigte den Ausdruck so gänzlicher Hoffnungslosigkeit, daß Frank von Mitleid für sie ergriffen wurde.

»Geben Sie doch diesen traurigen Glauben auf, gute Frau, und vertrauen Sie auf die Barmherzigkeit, die allen denen erwiesen wird, die ihrer begehren. Sprechen Sie einmal mit Herrn Mordle oder dem Pfarrer darüber oder mit sonst jemand, dessen Sache es ist, solche Dinge zu erklären. Und nun, glaube ich, ist es Zeit, uns – ›Gute Nacht‹ zu sagen.«

»Gute Nacht! Ich danke Ihnen,« sagte Frau Miller und ging mit gesenktem Haupte und langsamen Bewegungen, aus denen ihre innere Hoffnungslosigkeit nur allzu deutlich sprach, zur Thüre.

Da sagte Carruthers plötzlich: »Warten Sie noch einen Augenblick, ich möchte Fräulein Clauson ein paar Worte schreiben!«

»Liebesbriefe thun kein gut!«

»Es handelt sich nicht um einen Liebesbrief,« sagte Frank etwas scharf.

Frau Miller wartete, während er eilig die Worte schrieb: »Ich habe meine Frage gestellt, und Sie haben mir geantwortet, lassen Sie mich nun nur noch wissen, ob ich das Haus verlassen oder so lange bleiben soll, als ich früher beabsichtigt hatte. Ganz der Ihre F. C.«

»Sie haben ihr nichts Unfreundliches geschrieben?« fragte Frau Miller, als sie den Brief nahm.

»Nein, mein Wort darauf.«

»Und Sie versprechen, zu warten?«

»Ich muß wohl warten, ob ich will oder nicht,« entgegnete Frank bitter.

»Gute Nacht, Herr Carruthers!« Frau Miller knickste höflich und glitt geräuschlos aus dem Gemach.

Frank versank wieder in Sinnen. Wie wunderbar war es doch, daß in den wenigen Stunden, die verflossen waren, seit Beatrice ihn abgewiesen, ihn zwei Menschen aufgefordert hatten, zu warten und die Hoffnung nicht zu verlieren! – Mordle in seiner heiteren, optimistischen Weise, Frau Miller in ihrer finsteren, halb verzückten, überspannten Raserei. Die arme Frau! Wie nahe war sie nicht dem religiösen Wahnsinn mit ihren düsteren Begriffen von Vorherbestimmung, die um so schrecklicher und trostloser waren, als man sie nicht widerlegen konnte. Trotzdem hatten ihm die Worte Frau Millers, die so viel mit ihrer Herrin zusammen war, mehr Trost gegeben und die nie versiegende Hoffnung in Franks Herzen eher zu erwecken vermocht, als die seines anderen Beraters, Herrn Mordles.

Endlich entschloß sich Frank, auch sein Lager aufzusuchen. Es ist zu hoffen, daß er das Frau Miller gegebene Versprechen besser halte, als das, die Lampe herabzuschrauben und den Kaminteppich umzudrehen, was er beides schnöde vergaß. Armer Horace, armer Herbert! Hätten sie auch noch gewußt, daß ihr Vetter nachts um ein Uhr eine geheime Zusammenkunft mit einer ihrer Dienerinnen gehabt hatte! –

Der letzte Hoffnungsschimmer erstarb in Frank, als er am anderen Morgen ein Briefchen bekam, das ihm – es ist ja stets nur ein Schritt vom Erhabenen zum Komischen – mit seinem Rasierwasser gebracht wurde und folgende Zeilen enthielt: »Bitte, reisen Sie ab. – B. C. – P. S. Halten Sie mich nicht für unfreundlich. Es ist so besser für Sie.«

Er zerdrückte das Papier in der Hand und verwünschte zwar nicht Beatrice, aber sein Mißgeschick. Er konnte an demselben Tage nicht abreisen, ohne den Verdacht der beiden Brüder zu erwecken, erhielt aber – wie alle Leute in solchen Fällen – einen Brief oder ein Telegramm, das seine Abreise am nächsten Morgen unerläßlich nötig machte, was seine gastfreundlichen Vettern, die ihn lieb gewonnen hatten, sehr bedauerten.

Sie zwangen ihm das Versprechen ab, nach Beendigung des nächsten Semesters wieder nach Hazlewood House zu kommen. Er gab ihnen sein Wort darauf. Nur so konnte er vermeiden, ihnen eine Erklärung dessen zu geben, was seine Anwesenheit bei ihnen künftig unmöglich machte. Natürlich sah er Beatrice, wie sonst auch; aber weder durch Wort noch Blick machte er eine Anspielung auf das, was zwischen ihnen vorgefallen war. Sie ihrerseits schien scheu und befangen zu sein, und es war, als ob ihr altes apathisches Wesen wieder die Oberhand gewinnen wolle. Dr. Carruthers' Behandlung des Trübsinns war nicht die richtige gewesen und seine Kur gänzlich mißglückt!

Als der Wagen vorgefahren war und Horace schon die Zügel ergriffen hatte, wandte sich Frank zu Beatrice und reichte ihr die Hand zum Lebewohl. »Ich kam körperlich leidend hier an,« dachte er bei sich selbst, »und reise mit einem chronischen Gemütsleiden wieder ab. Der Tausch ist kein vorteilhafter!«

»Kommst du nicht mit uns, Beatrice?« fragte Horace.

Das junge Mädchen zog seine Hand zurück, zauderte eine Sekunde und sagte dann plötzlich mit einem Aufwand von Energie, der durch die Gelegenheit nicht gerechtfertigt erschien: »Ja, ich will mitgehen! Wartet nur eine Minute auf mich!«

Und wirklich war sie in einer Minute zum Mitfahren bereit. Sie stieg zu Frank in den Wagen, während Herbert wie immer neben Horace saß, der kutschierte. Auf der Fahrt nach dem Bahnhof von Blacktown wurde nur wenig geredet, aber als der Zug hinausfuhr, erhielt Frank einen Abschiedsblick von Beatrice, der ihm bestätigte, daß jenes Etwas, das ihn zu seiner Bewerbung ermutigt hatte, doch vorhanden war, und mit neuer Hoffnung erfüllt, trennte er sich von Beatrice und seinen gütigen Wirten.

Merkwürdigerweise verlor, als so die unsterbliche Hoffnung aufs neue in ihm erwachte, der Gedanke, dem Entschluß Numero drei, den er an jenem Abend gefaßt hatte, untreu zu werden und vielleicht doch zu »kriechen« und dieselbe Frage noch einmal an Beatrice zu richten, plötzlich alle Bitterkeit. Und seines Stolzes ungeachtet, erschien ihm diese Thatsache nicht einmal in einem unfreundlichen Lichte!

 << Kapitel 14  Kapitel 16 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.