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Ein tragisches Geheimnis

Julian Hawthorne: Ein tragisches Geheimnis - Kapitel 7
Quellenangabe
authorJulian Hawthorne
titleEin tragisches Geheimnis
publisherVerlag von Robert Lutz
yearo.J.
printrunSiebente Auflage
firstpub
translatorMargarete Jacobi
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20180101
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Sechstes Kapitel.
Eine Nachteule

Die zwei Detektives, welche bei den Pfandverleihern Nachforschungen gehalten, statteten ihren Bericht innerhalb der nächsten vierundzwanzig Stunden ab. Ihre Liste enthielt einige Dutzend Artikel, welche seit dem Tage von Louis Haniers Ermordung versetzt worden waren, Artikel der verschiedensten Art, Uhren, Ringe, einen Spazierstock mit goldenem Knopf, eine emaillierte Tabaksdose und drei Revolver. Von letzteren hatte der eine 0,38" im Kaliber, die beiden andern jedoch 0,32" – folglich paßte die Kugel hinein, die Louis Hanier das Leben genommen. Einer von beiden war höchstwahrscheinlich die Waffe, nach welcher der Inspektor suchte.

Dieser saß allein in seinem Zimmer, studierte die Beschreibungen aufs sorgfältigste und trug sie in sein Notizbuch ein:

»Ein Revolver von Smith und Wesson, Kaliber 32, fünf Kammern, langer Lauf, weißer Griff, Nickelbeschlag. Versetzt von – Evans 43. Straße W. Nr. 312.«

»Ein französischer Revolver, Selbstspanner, No. 32 im Kaliber, fünfläufig, Ebenholzgriff, Nickelbeschlag. Versetzt von Eduard Mc. Bride, Ecke der Bowery und 6. Straße.«

So lautete der Nachweis. Zunächst kam es nun darauf an, die Herren Evans und Eduard Mc. Bride aufzuspüren. Sowohl Namen als Adressen konnten falsch sein – oder sie waren richtig und die Eigentümer im stande sich genügend auszuweisen. Daß der wahre Schuldige seinen wirklichen Namen und Wohnort angegeben haben sollte, war kaum anzunehmen. Und was dann? – Dann blieb möglicherweise Louis Haniers Mord für immer in Geheimnis gehüllt. Inzwischen galt es, auch den geringsten Anhaltspunkt zu benutzen. So wurde denn einer der Leute wieder ausgeschickt, um zu ermitteln, ob die beiden Namen und Adressen recht seien. Der Detektive entledigte sich seines Auftrags aufs pünktlichste. Sein Bericht lautete:

»Von dem Mann, der sich Evans nennt, ist keine Spur zu finden. Er versetzte die Waffe am Morgen des 31. Dezember um 11 Uhr. Eine genaue Beschreibung seiner Persönlichkeit fehlt; er sieht verkommen aus und ist schlecht gekleidet. In der 43. Straße Nr. 312 ist ein Mann Namens Evans nicht wohnhaft.«

»Eduard Mc. Bride ist bekannt. Das Eckhaus der Bowery und 6. Straße ist ein Wirtshaus. Mc. Bride wohnt nicht dort, aber einige Stammgäste wußten Näheres über ihn. Sie sagten aus, er sei Droschkenkutscher und abends fast täglich auf dem Broadway zu finden. Die Erkundigungen bei den verschiedenen Droschkenbesitzern ergaben, daß der Betreffende nirgends fest angestellt war, sondern nur zuweilen eine Droschke mietete, um nachts in den Straßen auf verspätet Heimkehrende zu fahnden. Solche Gelegenheitskutscher mit Nachtdroschken nennt der Volksmund ›Nachteulen‹. Mc. Brides gegenwärtiger Wohnort war nicht zu ermitteln.«

Was eine ›Nachteule‹ ist, darüber brauchte der Inspektor keine Belehrung. Menschen von dieser Sorte gehören zu den gewöhnlichen Erscheinungen vieler großer Städte und auch New-Yorks. Es sind meist leichte, lustige Gesellen, bei denen das Geld nicht haftet und die es zu nichts bringen, obgleich sie sich wohl auch gelegentlich einmal anstrengen. Sie kennen die Nachtseiten des großstädtischen Lebens aus eigener mannigfaltiger Erfahrung, sind schlau und schlagfertig, stets bei der Hand, wo Geld zu machen ist und nicht allzu wählerisch in den Mitteln. Für eine rechtzeitig eintretende Gedächtnisschwäche werden sie von ihren Auftraggebern oft reichlich belohnt. Im allgemeinen stehen die Leute nicht gerade im besten Geruch. Es giebt unter ihnen gewissenlose Gauner, die stets stark nach Beute ausspähen und sich nicht lange besinnen, einen Kunden übers Ohr zu hauen, der nicht recht fest auf den Füßen steht. Andere sind regelrechte Diebshehler und Helfershelfer bei Unthaten und Verbrechen, die ohne ihren Beistand kaum ausgeführt werden könnten.

»Wenn Eduard Mc. Bride eine ›Nachteule‹ ist,« murmelte der Inspektor vor sich hin, »so steht er aller Wahrscheinlichkeit mit Leuten von der Sorte, wie ich sie suche, in Verbindung. Wir müssen ihn finden – koste es, was es wolle.«

Das Wetter war naß und trübe, aber bei solcher Nacht findet eine ›Nachteule‹ draußen am ersten ihre Rechnung. So verließ denn der Inspektor in wasserdichtem Ueberzieher das Hauptpolizeiamt und schlenderte den Broadway hinunter in Begleitung eines Untergebenen. Trotz der abscheulichen Witterung waren die Theater gefüllt – die Ballsaison befand sich auf dem Höhepunkt, und alle Welt ging ihrem Vergnügen nach. Wenn eine leere Droschke langsam die Straße heruntergefahren kam, rief sie der Inspektor an und unterwarf den Kutscher einem kurzen Verhör. Dies blieb jedoch erfolglos, bis er die Gnadenkirche erreichte; hier endlich antwortete ein Droschkenkutscher auf des Inspektors Frage: »Nein, Mc. Bride heiße ich nicht, aber weiß, wo er steht.«

»Wo denn?«

»Auf dem Droschkenstand im Union Square; ich komme eben von dort.«

»Gut, fahren Sie mich hin und zeigen Sie ihn mir.«

Der Mann wandte sein Pferd um, der Inspektor stieg mit seinem Begleiter ein und die Droschke fuhr einige Minuten später langsam über den Platz, bis sie plötzlich hielt und der Kutscher zum Fenster hereinrief:

»Sehen Sie den Wagen mit dem Schimmel dort drüben beim Laternenpfahl?«

»Ja.«

»Den fährt Mc. Bride, er steht daneben und raucht eine Pfeife.«

Der Inspektor entließ den Kutscher und schritt auf den Besitzer des Schimmels zu, der sofort die Pfeife aus dem Munde nahm und mit berufsmäßiger Beflissenheit fragte:

»Droschke gefällig?«

»Nein, mein Freund, aber ich habe mit Ihnen zu reden.«

Dabei stellte sich der Inspektor gerade unter die Laterne, so daß ihr volles Licht auf den Droschkenkutscher fiel, der vor ihm stand. Es war ein kurzer, untersetzter Bursche mit aufgedunsenem Gesicht, grauen zwinkernden Augen und einem Mund von enormer Breite. Der Ausdruck seines ganzen Wesens war sorglose unverwüstliche gute Laune; auf die Frage des Inspektors, ob er Eduard Mc. Bride sei, antwortete er mit vollem, wenn auch heiserem Brustton:

»Ganz recht, Herr, so heiß ich.«

Der Inspektor wußte, wie wichtig es ist, seinen Mann zu überrumpeln, ehe er Argwohn schöpft. So fiel er denn geradezu mit der Thür ins Haus.

»Sie haben letzte Woche einen Revolver versetzt?«

Mc. Bride gab nicht die geringste Ueberraschung oder Verlegenheit zu erkennen.

»Jawohl, Herr,« antwortete er bereitwillig.

»Wo haben Sie ihn herbekommen?«

Der Mann sah dem Inspektor einen Augenblick scharf ins Gesicht und brach dann in ein schallendes Gelächter aus, wobei er mit den Armen in der Luft herumfocht und mit den Füßen stampfte. »Ja, eine wunderliche Geschichte,« rief er, sich endlich wieder fassend. »Das kam so: Wann weiß ich nicht mehr genau, aber so um Neujahr herum. Ich war wohl eine Stunde leer gefahren und wollte mit dem Pferd zurück in den Stall, da riefen mich zwei an, ein Mann und eine Frau.«

»Um welche Zeit war es?«

»So um Mitternacht herum.«

»In welcher Gegend?«

Der Mann kratzte sich hinter den Ohren. »Genau weiß ichs nicht – aber in der fünften Avenue, ich war eben an Stewarts Haus vorbei.«

»War es eine kalte sternklare Nacht?«

»I bewahre! So wie heute, nur schlimmer und der Wind blies einen durch und durch! – Ich halte an – und die zwei steigen ein. Wohin? frage ich. Der Mann sagt: ›26. Straße bis zur sechsten Avenue, ich sage Ihnen schon, wo Sie halten sollen.‹«

»Die 26. Straße, zwischen der sechsten und siebenten Avenue?« wiederholte der Inspektor, höchlich erstaunt über diese unerwartete Entdeckung. »Nun, nur weiter!«

»Ich fahre die erste Querstraße links bis zur sechsten Avenue, dann bei der 26. Straße um die Ecke und immer geradeaus, bis der Mann ans Fenster klopft und ›Halt!‹ ruft. Gerade bei dem alten Holzhof, den Sie vielleicht kennen.«

»Da stiegen sie aus?«

»Nur die Frau, der Mann blieb sitzen und sagte, ich soll warten.«

»Was that die Frau?«

»Sie ging an das alte Haus rechter Hand – es war ganz dunkel, alles schon zu Bett – und klingelte an der Thür. Aber niemand kam. Nach einer Weile klingelte sie wieder und dann sah ich Licht im Laden und jemand öffnete und ließ sie herein. Nach etwa fünfzehn Minuten kam sie wieder, stieg in die Droschke, der Mann stand am Schlag und sagte zu mir: ›Fahren Sie uns dahin zurück, wo wir eingestiegen sind.‹ Das that ich; beim Aussteigen gab er mir einen Zweidollarschein – und weiter weiß ich nichts von ihm.«

»Würden Sie das Haus in der 26. Straße wieder finden?« fragte der Inspektor und sah dem andern voll ins Gesicht.

»Ich denke wohl,« war die bereitwillige Antwort. »Schon weil da neulich der Mord passiert ist – mit dem Franzosen, wie hieß er doch! – Die Geschichte stand ja in der Zeitung; sie ist in derselben Nacht, nur etwas später, passiert.«

»Könnten Sie die beiden Leute wiedererkennen?«

Mc. Bride bedachte sich. »Den Mann wohl,« sagte er endlich, »er war so groß wie Sie, Herr, nur älter und hatte einen Bart. Die Frau war ganz in ihren Mantel gewickelt und trug einen Schleier übers Gesicht, so daß ich nicht sehen konnte, wie sie aussah.«

»Was hat aber das alles mit dem Revolver zu thun?«

»Ja so, das hätte ich fast vergessen,« sagte der biedere Mc. Bride, ohne die Fassung zu verlieren. »Das war so: Als ich ins Stallgebäude fuhr und die Droschke aufmachte, um die wollene Decke herauszunehmen, fiel etwas zu Boden; wie ichs aufhebe, ists ein Revolver mit schwarzem Griff. Ich konnte das Ding nicht brauchen und ihre Wohnung wußte ich auch nicht; so trug ichs denn am nächsten Morgen zum Pfandverleiher und ließ mir ein paar Dollars dafür auszahlen. Das ist das Kurze und Lange von der Geschichte.«

»Wann sagten Sie, daß Sie die beiden nach der 26. Straße gefahren haben?«

»Um zwölf herum.«

»Wie wissen Sie, daß es nicht später war?«

»Na, zehn Minuten habe ich sie hingefahren, dann fünfzehn gewartet, das macht fünfundzwanzig – zehn wieder zurück und von da in den Stall, sind wieder zwanzig, und als ich das Pferd abgeschirrt hatte, war es ein Uhr – so stimmt die Rechnung.«

»Hatte die Frau etwas in der Hand, als sie wieder herauskam?«

»Wie soll ich das wissen? Ich hab' nur den Mantel gesehen, Hände und Arme waren darunter – aber etwas Großes war es wohl nicht.«

»Entstand kein Lärm im Hause, während sie darin war?«

»Nicht daß ich wüßte! Aber Wind und Regen heulten und klatschten so laut, daß ich's vielleicht überhört habe.«

»War kein Lauf des Revolvers mehr geladen, als Sie ihn fanden?«

»Das kann ich nicht sagen, ich habe nicht nachgesehen.«

»Kennen Sie mich?« fragte der Inspektor plötzlich ganz unvermittelt.

»Freilich, Herr Inspektor, wie sollt' ich nicht; jemand Unbekanntem hätt' ich doch nicht das alles erzählt!« versetzte Mc. Bride mit wohlgefälligem Grinsen.

»Nun gut, Sie werden die Geschichte wiederholen müssen und Ihre Aussage beglaubigen.«

Er winkte seinem Begleiter, der etwas abseits gewartet hatte und befahl ihm, mit dem Mann nach dem Stall zu fahren und ihn dann aufs Polizeiamt zu bringen. »Sie werden mich da finden; notieren Sie alles genau, was er sagt,« fügte er leiser hinzu. Der Untergebene gehorchte, die Droschke fuhr fort und der Inspektor stand allein auf der nassen schlüpfrigen Straße.

Langsam schritt er weiter, unbekümmert, daß ihm der Wind den Regen ins Gesicht peitschte, in seine Gedanken vertieft. – Mc. Brides Zeugenaussage hatte ihn völlig überrascht. Sie bestätigte offenbar die Ansicht des Schleppfuß und konnte von Wichtigkeit sein. Zwei Personen, ein Mann und eine Frau, die auf heimlichen Wegen waren und nicht entdeckt zu werden wünschten, hatten Haniers Laden in der Sturmnacht des 29. Dezember aufgesucht. Nur ein dringender Grund konnte sie zu solcher Stunde und bei solchem Wetter dahin führen. Der Mann hatte einen Revolver bei sich, aber nichts sprach dafür, daß derselbe in der Weinstube abgefeuert worden, ja nach Mc. Brides und Frau Haniers Erzählung war dies sogar ganz unmöglich. Wenn der Unbekannte aber nicht an die Möglichkeit gedacht hätte, die Waffe zu gebrauchen, würde er sie schwerlich mitgenommen haben. Es war auch keineswegs ausgeschlossen, daß Mc. Bride die Wahrheit verhehlte und mehr von der Pistole wußte, als er eingestehen wollte.

»Was er aber über seine nächtliche Fahrt gesagt hat, muß wahr sein,« überlegte der Inspektor bei sich, »es stimmt zu genau mit Frau Haniers Bericht überein. Er kann den Revolver in der Droschke gefunden haben, nach dem Laden zurückgegangen sein und den Besitzer umgebracht haben. Undenkbar wäre das nicht!

Warum hätte er dann aber Haniers Haus überhaupt erwähnt? – Er konnte ja eine beliebige Straße nennen, in die er das Paar gefahren. Ich hätte ihm das Gegenteil nicht beweisen können. Welcher Schuldige giebt wohl aus freien Stücken Thatsachen an, die ihn verdächtig machen? – Nein, bis jetzt spricht alles zu seinen Gunsten und was er vorgebracht hat, erscheint mir glaubwürdig. – Natürlich muß ich mich näher nach ihm erkundigen; aber wenn es sich bestätigt, daß er am 30. Dezember um ein Uhr mit den Pferden im Stall war – so ist er unschuldig.

Was das geheimnisvolle Paar betrifft, so sind besonders zwei Punkte bemerkenswert: Erstens, daß der Mann mit dem dunkelgrauen Bart, der am Morgen nach dem Morde in Gesellschaft der Frau vor dem Hause gesehen worden, derselbe war, welcher sie die Nacht zuvor in der Droschke begleitete, und zweitens, daß sie die Möglichkeit ins Auge faßten, Gewalt brauchen zu müssen. Verübten sie auch die That nicht bei dieser Gelegenheit und mit diesem Revolver – sie konnten sich an Stelle des von Mc. Bride gefundenen leicht einen andern verschaffen, damit zurückkehren und Hanier umbringen.

Aber das sind lauter Hypothesen. Bis jetzt liegt nichts vor, was sie mit dem Mord in Verbindung bringt. Wüßte man, daß die Frau bei ihrem ersten Besuch das silberne Etui nicht zurückbekam, so wäre das ein Anhalt. Hierüber kann aber außer Hanier niemand Aufschluß geben – und der ist tot.

Ob der Detektive oder Mc. Bride die Personen wiedererkennen würde, ist auch nicht einmal sicher und so scheint mir, daß wir nach allem um keinen Schritt weiter gekommen sind.«

Als der Inspektor zu diesem ungünstigen Ergebnis gekommen war, runzelte er die Stirn und eilte rascher vorwärts. Bald jedoch nahmen seine Gedanken eine andere Richtung.

»Da wäre ja noch die Sache mit dem Evans zu erledigen,« murmelte er. »Daß der Mann nicht zu ermitteln war, ist verdächtig. Der Pfandverleiher, bei dem der Revolver mit dem weißen Griff versetzt worden, heißt Rosenthal, steht in gutem Ruf und wohnt in der neunten Avenue, nur zwei Straßen von Haniers Haus entfernt. Wahrscheinlich wohnt der Mann, der sich Evans nennt, in der Nähe von Rosenthals Laden. Wenn er ein liederlicher Gesell ist, wird man ihn am leichtesten in einer der Branntweinschenken jenes Stadtteils auffinden können. Ist er dagegen ein geordneter Mensch, so beweist die Thatsache, daß die Kugel in seinen Revolver paßt, so gut wie nichts – und wir sind nicht weiter als zuvor. – Auf jeden Fall müssen die Schänken in der Nähe der 26. Straße überwacht und Rosenthal angewiesen werden, jeden, der die Pistole einlösen will, unter irgend einem Vorwand so lange festzuhalten, und sie ihm nicht auszuliefern, bis ich Mitteilung erhalten habe.«

Als der Inspektor ins Polizeiamt zurückgekehrt war, ließ er Mc. Bride rufen, seine Zeugenaussage zu Protokoll nehmen und von ihm unterschreiben. Der Zeuge blieb genau bei seiner ersten Angabe und der Inspektor hielt es nach reiflicher Erwägung für unnötig, den Mann in Gewahrsam zu behalten, zumal von verschiedenen Seiten bestätigt worden war, daß er sich am 30. Dezember kurz vor ein Uhr im Stallgebäude befunden habe. Er wurde daher entlassen, mit der Weisung, sich bereit zu halten bei einer etwaigen Vorladung zu erscheinen, auch blieb er einstweilen unter polizeilicher Aufsicht.

Bis jetzt war alle Anstrengung, das Dunkel aufzuhellen, so gut wie vergeblich gewesen. Allein die Schwierigkeiten, die es zu überwinden gab, steigerten nur das Interesse des Inspektors an dem verwickelten Fall. Sein Entschluß, trotz alledem doch noch zum Ziele zu gelangen, war unerschütterlicher denn je.

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