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Drei Teilhaber

Bret Harte: Drei Teilhaber - Kapitel 11
Quellenangabe
typefiction
authorBret Harte
titleDrei Teilhaber
publisherVerlag von Robert Lutz
printrunFünfte Auflage
yearo.J.
translatorMargarete Jacobi
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20151008
projectid10667f27
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Neuntes Kapitel

Ein verlassener Stollen und neben dessen Mündung am Abhang der Auswurf des Berges: roter Schlamm, Kies und ein eigentümlicher Lehm, der dort Zement genannt wird; ein schmaler Felsvorsprung rechts und links davon, auf welchem Haufen von Quarz, Erzabfällen und Steinen im dichten Unterholz von Eichen- und Myrtenbüschen halb verborgen liegen; eine baufällige Hütte aus Baumstämmen, Rinde und Flußkieseln – das waren die äußeren Bestandteile von Marschalls Parzelle. Durch Feuer oder Sprengarbeit hatte man den Berg abgeholzt und von Gestrüpp und Dickicht befreit, Baumäste waren gestutzt, Schößlinge ausgerodet worden; auch konnte man die Trümmer und Ueberreste einer gewissen Halbkultur bemerken: Der Boden vor der Hütte war bedeckt mit zerbrochenen Kisten und Zinnbüchsen, mit Faßdauben, Reifen und weggeworfenen Lappen von Kleidungsstücken und Wolldecken. Die ganze Parzelle mit ihren wenig malerischen, übelriechenden und unordentlich umhergestreuten Abfällen, erzählte eine widerliche Geschichte von schmutziger Habgier, Selbstsucht und Nachlässigkeit, die hier gehaust und den Ort wieder verlassen hatten, der wie ein Schmutzfleck in dem Landschaftsbilde lag und noch abschreckender aussah als er vom ersten Morgenrot beschienen wurde. Wahrlich, der letzte Platz in der Welt um dessen Besitz die Menschen streiten und kämpfen sollten!

So dachte Barker, als sie einer hinter dem andern langsam darauf zuschritten. Er war mit Demorest und Stacy allein, denn Marschall und Hamlin sollten nach einem zuvor verabredeten Plan im Hinterhalt bleiben, bis Steptoe mit seiner Bande zum Vorschein käme. Sie fanden die Parzelle zum Glück noch unbesetzt und waren zuerst an Ort und Stelle. Steptoes Leute, die nicht wußten, daß ihr Vorhaben entdeckt war, hatten sich Zeit genommen. Sie verließen sich darauf, daß sie mit Leichtigkeit früher als Marschall und der sachverständige Grubeninspektor eintreffen könnten. Einige hatten zuvor noch in der Schenke am Kieferberg ein Zechgelage gehalten; andere versahen sich erst unterwegs mit Schaufeln, Hacken und Pfannen, damit sie als Bergleute auftreten könnten. Dadurch waren Marschalls Anhänger sehr im Vorteil; denn sie hatten ihre Flinten mitgebracht, während die Gegner sich der Parzelle zuerst nur mit ihren friedlichen Werkzeugen beladen näherten.

Stacy, der stillschweigend die Führung des Zuges übernahm, wies, sobald sie die Parzelle erreicht hatten, Barker und Demorest ihre Stellung hinter zwei Haufen von Quarzabfällen auf dem Felsvorsprung an, die ihnen als treffliche Brustwehr dienten. Er selber postierte sich an die Mündung des Stollens, die dem Fußpfad zunächst war. Jeder von ihnen wußte, was er zu thun hatte; die Besitzergreifung war geglückt, das übrige mußten sie abwarten. Was für Gedanken mochten sie wohl in dem Augenblick bewegen? – Der charakteristische Ausdruck ihres Wesens hatte sich merkwürdig verändert: Demorest, der Philosoph und schwermütige Träumer war voller Ingrimm und Wachsamkeit; Barkers sonst so leicht veränderliche Miene blieb starr und ernsthaft; Stacy sah kriegerisch aus in Haltung und Gebärde.

Lange brauchten sie nicht zu warten. Vom Felsenpfad herab tönte das Geschrei halb angetrunkener Menschen, in das sich grobe Possen und rohes Gelächter mischten. Dann erschien Steptoe mit einigen seiner Gesellen, die zur Feier des Einzugs ihre Hacken und Schaufeln klirrend aneinander schlugen und mit dem Blechgerät auf den Schmelzpfannen Musik machten. Trotz der friedlichen Werkzeuge erkannten die drei Freunde sofort, woher die Fremden stammten. Sie gehörten zu dem verlotterten Gesindel aus den Werften San Franciscos, zu den Landstreichern aus Sacramento und andern sittenlosen Bergstädten; vermutlich war nicht ein einziger wirklicher Bergmann unter ihnen. Barker und Demorest glühten vor Zorn und Verachtung; aber Stacy blieb ruhig; er wußte, weß Geistes Kinder sie waren.

Als Steptoe an der Oeffnung des Stollens vorbeischritt, ward ihm plötzlich ein ›Halt!‹ zugerufen.

Er sah auf und erblickte kaum dreißig Schritte vor sich Stacy mit gespanntem Gewehr, während Barker und Demorest stark bewaffnet hinter ihrer Brustwehr auf dem Felsvorsprung auftauchten. Sie waren im Besitz der Parzelle – sein Plan mußte verraten sein! Von einem Schein des Rechts war für ihn keine Rede mehr; der Raufbold und Uebelthäter erkannte, daß er nun selbst zum Angriff schreiten müsse. Aber er sah auch ein, daß es sich hier nicht um einen Kampf mit elenden Mietlingen handelte, aus denen seine eigene Schar bestand; nein, die Gegner waren Männer in Stellung und Würden, deren Tod kein geringes Aufsehen machen mußte. Auch konnten die Revolver, welche ein paar von seinen Leuten im Gürtel trugen, gegen ihre Flinten nichts ausrichten. Trotzdem ließ er sich nicht einschüchtern, während seine Gesellen bei dem plötzlichen Hemmnis halb wütend, halb furchtsam durcheinander liefen, wie ein Rudel Wölfe ohne Führer. »Holt die übrigen mit den Gewehren herbei,« flüsterte er dem Nächststehenden grimmig zu. Dann trat er Stacy gegenüber.

»Wer wagt es hier, friedlichen Bergleuten in den Weg zu treten, die auf ihrer eigenen Parzelle an die Arbeit gehen wollen?« fragte er rauh und brach dann plötzlich, zu seinen Leuten gewandt, in ein heiseres Lachen aus: »Wißt ihr, wer es ist, Jungens? Nicht 'mal die Bank – nur Jim Stacy, den die Bank gestern fortgejagt hat, um sich selbst vom Bankerott zu retten. Jim Stacy und seine verkrachten Spießgesellen! Was hat denn dieser Dieb hier zu suchen – in Marschalls Stollen, dem einzigen Platz, auf den Marschall selbst noch ein Anrecht hat? – Busenfreunde von Marschall sind wir zwar nicht, aber doch seine Nachbarn auf derselben Parzelle; wir werden's nicht dulden, daß hergelaufene Strolche ihn vertreiben. Ist's nicht so, Jungens!«

Die Leute hatten den Ruf zu den Waffen wohl verstanden. »Nein, wir dulden's nicht!« schrieen sie und griffen nach ihren Hacken und Revolvern. Schon im nächsten Augenblick konnte der Kampf ausbrechen.

Da sagte plötzlich eine Stimme in ihrem Rücken:

»Bemüht euch deshalb nicht, ihr Leute! Ich bin Marschall und habe die Herren hergeschickt, die Parzelle zu besetzen, bis ich mit dem Grubeninspektor ankäme.« Zugleich traten zwei Männer aus einem Myrtengebüsch hinter Steptoe und seiner Schar hervor.

Marschall war ein schmächtiger, hagerer, überarbeiteter und früh gealterter Mann; sein Gefährte, der Inspektor, auch von schlanker Gestalt, trug eine Brille und einen roten Vollbart, was ihm ein sehr sachverständiges Aussehen gab; in seinem langen Reisemantel glich er fast einem Geistlichen. Wie groß auch ihre Berechtigung vom moralischen und gesetzlichen Standpunkt aus sein mochte, als eine große Verstärkung für Stacys Partei waren die beiden kaum zu betrachten.

Seltsamerweise kam es aber Steptoe hauptsächlich auf den Schein dieser Berechtigung an, weil er darauf seine Zukunftspläne baute. Ihm fiel plötzlich ein, daß der Inspektor ja der einzige unbeteiligte Zeuge zwischen beiden Parteien war. Konnte er ihm etwas über den Sachverhalt aufbinden, ehe es zu dem eigentlichen Kampfe kam, aus dem er natürlich als Nichtkombattant entfliehen würde, so waren vielleicht seine späteren Aussagen für Steptoes Partei von großem Nutzen. »Nun gut,« sagte er zu Marschall, »so rufe ich den Herrn Inspektor zum Zeugen, daß wir hier im friedlichen Besitz unseres Teils der Parzelle von diesen Fremden mit Waffengewalt angegriffen worden sind. Ob sie auf Euern Befehl handeln oder nicht, jedenfalls habt Ihr es zu verantworten, wenn ein Unglück geschieht.«

»Fehlgeschossen!« rief der Inspektor, während er sich Brille, Bart und Perücke abriß, worauf Jack Hamlins Gesicht zum Vorschein kam. »Auf mein Zeugnis darf sich Herr Steptoe-Hornburg nicht verlassen; auch bin ich wohl der letzte Zeuge, den er jemals aufrufen wird!«

Allein er hatte nicht auf Steptoes Wut und Verzweiflung gerechnet, als ihm auch diese Hoffnung fehlschlug. Der scheußliche Mordgedanke, den er schon in der Schenke vor seinen Helfershelfern ausgesprochen, fuhr dem Schurken wieder durch den Sinn. Mit einem wilden Zuruf an seine Genossen erhob er die Spitzhacke gegen Marschall, der neben ihm stand und ließ sie krachend auf seinen Schädel niedersausen. Sogleich fielen mehrere Schüsse; zwei von Steptoes Leuten stürzten zu Boden; Steptoe selber hatte Stacys Flintenkugel am Bein getroffen und er sank ins Knie. Da hörte er den Schritt seiner anrückenden Leute dicht hinter sich und wälzte sich auf dem abschüssigen Felsvorsprung zur Seite, um sie vorbei zu lassen. Er rollte jedoch zu weit und geriet auf den schlüpfrigen Rutschweg, der dazu diente, das wertlose Gestein aus dem Stollen fortzuschaffen. Sein verzweifelter Versuch sich festzuhalten mißlang; das trügerische Geröll glitt mit ihm weiter und weiter in den Abgrund, bis er zuletzt bewußtlos, aber ohne Schaden genommen zu haben, fünfhundert Fuß tiefer in dem Buschwerk auf der nächsten Felsplatte liegen blieb.

Als er wieder zu sich kam, waren droben Lärm und Geschrei verstummt. Er wußte, daß er in Sicherheit war, denn die Felsplatte ließ sich nur auf einem drei Meilen weiten Umweg erreichen. Wenn es ihm gelang, sich noch etwa hundert Schritt weiter zu schleppen, bis zu einer Stelle, von wo ein im Haselgebüsch versteckter Bergpfad allmählich zur Poststraße hinunter führte, so war er geborgen. Nachdem er sich das Bein verbunden hatte, so gut es ging, kroch er schleunigst auf Händen und Füßen weiter. Seit er mit der Hacke Marschall den Schädel gespalten hatte, war sein einziger Gedanke, sich durch die Flucht zu retten. Daß er später wiederkommen und sich Rache und Schadenersatz holen werde, unterlag für ihn keinem Zweifel. Nun rollte er, hinkte und kroch von Busch zu Busch durch das Dickicht bergab, bis er endlich die rote Landstraße nur wenige Fuß unter sich sah.

Wenn er nur ein Pferd hätte, so würden bald viele Meilen zwischen ihm und seinen Verfolgern liegen! Vielleicht konnte er sich eins verschaffen. Vereinzelte Reiter kamen oft auf der Straße daher – Goldgräber oder Mexikaner. Seinen Revolver trug er im Gürtel. Was kümmerte es ihn, wenn er noch einem Menschen das Lebenslicht ausblasen müßte, um sich vor den Folgen der eben begangenen That zu schützen. Jetzt hörte er Hufschlag; aber es waren nur zwei Mönche, die auf ihren Maultieren vorbeitrabten. Zähneknirschend vor Enttäuschung schaute er ihnen nach. Doch gleich darauf vernahm er rascheres Pferdegetrappel in ihrem Rücken; ein Knabe kam dahergeritten. Bei seinem Anblick fuhr Steptoe in die Höhe – es war sein eigener Sohn!

Blitzschnell fiel ihm ein, daß Eddy ihm gesagt hatte, er werde an dem Tage den Pater von der Bahn abholen. Zuerst schämte er sich seiner schmählichen Niederlage und wollte sich vor dem Knaben verbergen; aber sein Wunsch zu entkommen war doch noch stärker. Ueber den Wegrand gebeugt rief er ihm zu. Der Knabe sah überrascht auf und sprengte dann sogleich zu ihm heran.

»Gieb mir dein Pferd, Eddy,« sagte Steptoe; »ich habe Pech gehabt und muß fort.«

Der Sohn sah des Vaters Gesicht, seine zerrissenen Kleider und das verbundene Bein – die ganze Sache war ihm verständlich; hatte er doch schon Aehnliches erlebt. Er wurde abwechselnd blaß und rot; dann rief er, während seine Augen seltsam funkelten: »Nimm mich mit, Vater, wie du es früher so oft gethan hast! Ich bringe dir Glück!«

Verzweiflung und Aberglauben gehen Hand in Hand. Warum sollte er ihn nicht mitnehmen? Sie hatten schon manche Gefahr glücklich zusammen bestanden. Wenn er den Knaben bei sich hatte, würde eine etwaige Beschreibung der Persönlichkeit die Verfolger vielleicht verwirren. »Hilf mir aufs Pferd, Eddy,« sagte er, »und dann steige vor mir auf.«

»Hinter dir, meinst du wohl!« rief der Knabe lachend, während er dem Vater in den Sattel half.

»Nein,« versetzte Steptoe rauh, » vor mir, hörst du wohl! Und wenn hinter dir irgend etwas geschieht, sieh dich nicht um. Falle ich 'runter, so halte nicht still! Steige nicht vom Pferd, sondern laß mich liegen! Hast du verstanden?« setzte er grimmig hinzu.

»Ja,« sagte der Knabe bebend.

»Dann ist's recht,« erwiderte der Vater in sanfterem Ton, hielt ihn mit einem Arm fest und ergriff die Zügel. »Klammere dich an, wenn wir zum Kreuzweg kommen; ich werde gleich abschwenken und zum Kloster reiten, wie damals. Vielleicht haben wir wieder Glück!«

Es waren die letzten Worte, die sie miteinander wechselten, denn als sie sich beim Kreuzweg rasch zur Linken wandten, kamen Jack Hamlin und Demorest auf der andern Straße von rechts dicht hinter ihnen drein. »Halt!« erscholl Jacks Zuruf; aber als Antwort ließ Steptoe einen Peitschenhieb auf sein Pferd niedersausen, daß es einen mächtigen Satz vorwärts that. Plötzlich legte Jack die Hand auf Demorests Flinte, welche dieser zum Schuß bereits erhoben hatte. »Warten Sie! Er hat jemand bei sich – wohl einen verwundeten Kameraden – der soll's nicht büßen! Zielen Sie auf das Pferd – recht weit nach vorn – Hals oder Schulter!«

Demorest schwenkte rechts ab auf der Straße und legte an. Der Schuß krachte und es schien als sei Steptoes Pferd nicht getroffen, sondern plötzlich auf ein Hindernis vor ihm gestoßen; es senkte den Kopf, die Vorderfüße knickten ein; dann überschlug es sich auf dem Boden und schleuderte seine beiden Reiter ein paar Fuß weit weg.

Steptoe richtete sich auf den Knieen empor, den Revolver in der Faust, aber die andere Gestalt regte sich nicht. »Ergebt euch!« sagte Jack, die Waffe anlegend. Beide Schüsse krachten gleichzeitig; Jacks Kugel hatte Steptoes Hirn durchbohrt – Jack selber war unverletzt.

Die beiden Männer stiegen ab und liefen, von einem gemeinsamen Gefühl getrieben, nach der Gestalt hin, die gleich nach dem Sturz regungslos liegen geblieben war.

»Bei Gott, es ist ein Knabe!« rief Jack und beugte sich über die Leiche, deren Kopf lose zwischen den Schultern hing. »Hat den Hals gebrochen und ist so tot wie sein Spießgesell.« Plötzlich fuhr er zusammen und begann zu Demorests Verwunderung, den Handschuh von des Knaben lebloser Rechten zu ziehen.

»Was thun Sie?« fragte Demorest, den es kalt überlief.

»Sehen Sie her!« sagte Jack, auf die schmale weiße Hand deutend. Der Zeigefinger und der Mittelfinger waren nur zwei verkrüppelte Stummel, die der ausgestopfte Handschuh verborgen hatte.

»Großer Gott! Van Loos Bruder!« rief Demorest, entsetzt zurückweichend.

»Nein!« erwiderte Jack grimmig; »es ist Steptoes Sohn – ich habe das längst vermutet!«

»Sein Sohn?« wiederholte Demorest.

Jack warf einen langen, mitleidigen Blick auf die beiden Leichen. »Ja,« sagte er. »Aber an Ihrer Stelle würde ich Barker nichts von dieser Entdeckung mitteilen.«

»Weshalb denn nicht?«

»Nun, als unser Scharmützel dort unten vorbei war und man Barker die Nachricht brachte, daß seine Frau samt ihren Diamanten bei der Feuersbrunst im Hotel verbrannt war, hieß es auch, Frau Hornburg hätte sein Söhnchen gerettet.«

»Gewiß,« sagte Demorest – »aber was hat das damit zu thun?«

»O nichts,« meinte Jack mit leichtem Achselzucken, »als daß Frau Hornburg die Mutter des Knaben war, der dort liegt.«

###

Zwei Jahre später saßen Demorest und Stacy am Feuer in der alten Hütte auf Marschalls Parzelle, die jetzt nach Gesetz und Recht ihnen gehörte. Durch die offene Thür sahen sie das mächtige Black-Spur-Gebirge und die bleiche Schneelinie der Sierras noch ebenso fern und unverändert vor sich liegen, wie damals vom Kieferberg aus. Auch sonst schien alles noch zu sein wie in früheren Tagen, denn wieder war es Barkers Stimme die sie aus ihren Träumen aufscheuchte. Er kam draußen, auf dem bereits dämmrigen Pfad einher und begrüßte sie mit hellem Zuruf.

»Aho!« rief Demorest heiter, »Barker, alter Junge, hast du wieder Glück gehabt?« Sie sahen, daß seine Augen von derselben himmlischen Freude strahlten, wie an einem hochwichtigen Abend vor sieben Jahren.

»Nächsten Monat feiere ich meine Hochzeit mit Constanze Hornburg!« stammelte er atemlos. »Der kleine ›Sta‹ liebt sie schon, als ob sie wirklich seine Mutter wäre. Wünscht mir Glück!«

Ein leichter Schatten zog über Stacys Antlitz; aber er sprang zuerst auf, schüttelte Barker herzlich die Hand und sagte mit lauter Stimme: »Amen!«

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