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Dr. Thorns Lebensabend

Rudolf Hawel: Dr. Thorns Lebensabend - Kapitel 6
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authorRudolf Hawel
titleDr. Thorns Lebensabend
publisherGerlach & Wiedling
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Sechstes Kapitel

Herr Dr. Thorn war mit seiner häuslichen Einrichtung vollständig fertig geworden, selbst das Museum war schon in größter Ordnung. Der herrliche Fund war in einer separaten Vitrine untergebracht worden. Die prachtvolle Situla war wiederhergestellt worden; St. Ruprechts geschickter Klempnermeister mit dem Genie Dr. Thorns im Vereine hatten das uralte Gefäß wieder in jene Form gebracht, in der es einst vor so vielen Jahrhunderten benutzt worden war. Nun prangte es geschmückt mit edelster, dunkelgrüner Patina hinter den Spiegelscheiben der Vitrine, neben ihr lagen der bronzene Schöpflöffel, die drei Lanzenspitzen und das verrostete Hackmesser. Auch zwei Tongefäße standen da, sie waren selbstverständlich ältester Provenienz; Dr. Thorn hatte sie aus den in der Sandgrube gefundenen Tonscherben mühsam zusammengeflickt. Die Kunde von den Schätzen Dr. Thorns hatte sich weit über die Grenzen von St. Ruprecht verbreitet. Ein angesehenes Wiener Tagblatt, das dann und wann wissenschaftlichen Tendenzen huldigte, hatte sogar ein Feuilleton aus der Feder eines berühmten Gelehrten gebracht, und die Bewohner von St. Ruprecht waren nicht wenig stolz geworden auf ihren neuen und so gelehrten Mitbürger. Auch wissenschaftliche Zeitschriften hatten sich eingehend mit dem Funde beschäftigt, und in den Mitteilungen des Anthropologischen Vereines ward mit staunenswerter Gelehrsamkeit dargetan, wie alt die Sachen seien, und die berühmte Situla samt den Nebendingen ward in trefflichen Bildern dargestellt.

Einem im Orte aber verursachte dieser Ruhm geheime Kränkung, und dieser eine war der Herr Bürgermeister. In keinem der Blätter, die von dem Funde erzählten, war sein Name erwähnt worden, und er war ein Mann, dessen Seele gierig war nach öffentlicher Anerkennung. Dr. Thorn wußte sich das lange nicht zu deuten, daß der Bürgermeister gegen ihn so kühl geworden sei; endlich machte ihn der Doktor auf das Versehen der Journalistik aufmerksam und man beschloß, bei nächster Gelegenheit die Sache wieder gutzumachen. Und diese Gelegenheit, fand sich recht bald. Im Oktober feierte der Herr Bürgermeister seinen sechzigsten Geburtstag, und die Tafelrunde beschloß, ihn so festlich als möglich zu begehen. Die Feuerwehr rückte aus, selbstverständlich auch die Veteranen in Paradeadjustierung, und beide Körperschaften sangen vereint vor dem Fenster des Herrn Bürgermeisters den schönen Chor »Das ist der Tag des Herrn«. Der Herr Oberlehrer dirigierte die Sängerschar in der Uniform des Feuerwehrhauptmannes, denn die Mitglieder des Männergesangvereines St. Ruprecht gehörten fast durchweg einer der beiden Vereinigungen an. Die unmusikalischen Veteranen und Feuerwehrleute trugen qualmende Fackeln, um den Sängern zu leuchten. Die Serenade ward nur wenig gestört durch Pascha, der mit Frau Pauline ebenfalls ausgerückt war und, als der Doktor in einer formvollendeten Anrede die Taten und Verdienste des Herrn Bürgermeisters pries, fürchterlich zu bellen anfing, worauf er von Frau Pauline sofort nach Hause geführt wurde.

Den Abend beschloß ein Bankett im Gemeindegasthaus, bei dem noch viele Reden gehalten wurden. Der Oberlehrer pries den Gefeierten als Förderer und Freund von Lehrer und Schule, ein hervorragender Funktionär der Feuerwehr lobte ihn als werktätigen Mitarbeiter in ihrer Korporation und der älteste Veteran zählte seine Verdienste, die er sich um die alten Krieger erworben hatte und die allzumal in Spendung von zeitgemäßen Bierfasseln bestanden, auf. Die Dankesrede des Herrn Bürgermeisters war großartig, einmal half ihm der Doktor, dann der Herr Lehrer weiter, und auch Dr. Thorn betätigte sich mit anerkennenswertem Eifer als Souffleur. Die Rede klang in ein Hoch auf den Kaiser aus, die anwesenden Mitglieder des Männergesangsvereines St. Ruprecht stimmten die Volkshymne an, und alles war ungemein gerührt und ergriffen. Lange, lange in die Nacht hinein dauerte das Gelage. Der Herr Bürgermeister ward schließlich von einer großen Zahl seiner Freunde nach Hause begleitet, was für ihn von großem Vorteil war, da er in eine höchst wehmütige Stimmung geraten war und fortwährend bedauerte, daß sein Sohn, der jetzt in Melk heiligen Studien obliege, nicht bei dieser erhebenden Feier sein konnte. Beim Haustor wollte er noch eine Ansprache halten, aber die Rede stand ihm plötzlich still und ein heftiger Schlucken überfiel ihn, worauf die Obrigkeit mit vieler Mühe ins Bett gebracht wurde.

In sämtlichen Bezirksblättern und sogar in einem hervorragenden Wiener Blatte ward das Fest beschrieben und der Name Aloisius Melcher konnte unzählige Male gedruckt gesehen werden. Vierzehn Tage lang ging der Bürgermeister wie in stiller Verklärung einher, gegen seine Freunde, besonders aber gegen Dr. Thorn war er von liebenswürdiger Zuvorkommenheit, während er Unterstehende, wie zum Beispiel Nachtwächter, Gemeindediener und die Ortsarmen, nun mit unsäglich vornehmer Herablassung behandelte.

Die Besitzung Dr. Thorns kam allmählich in jenen Zustand, den sich der Herr Doktor in den letzten Jahren immer geträumt hatte. Sehr hübsch war der Hof mit dem alten Kastanienbaum. Die Mauer an der Sonnenseite war mit Schlingrosen bezogen, und Dr. Thorn freute sich unendlich darauf, die Dekoration im nächsten Jahre blühen zu sehen.

»Es wird herrlich werden«, sagte er zu seiner Schwester, »wenn das Glühen und Leuchten an dieser Wand anheben wird!«

Frau Pauline saß jeden schönen Nachmittag bei dem Tisch unter dem Kastanienbaum, es war ihr Lieblingsplätzchen geworden, und mit zarter Aufmerksamkeit trachtete der Bruder, den Platz so anheimelnd als nur möglich zu gestalten. Auch Pascha schien große Freude an seiner Villa zu haben, deren Vorhang mit einem großen, gelben, von Frau Pauline mit Seide gestickten »P« geziert war. Meist lag der Hund zu Frau Paulinens Füßen oder ging mit ihr im Blumengarten spazieren. Wie sehr er sich aber als Hausbesitzer fühlte, bewies der Umstand, daß er, wenn er durch irgendein Wort oder eine Tat seiner Herrenleute oder gar des Gesindes sich beleidigt fühlte, sich sofort in seinen Salon zurückzog und sich vor einer Stunde nicht mehr sehen ließ.

Der Blumengarten war erst im Werden begriffen, aber alle Beete waren schon für den Frühling hergerichtet. Sogar ein Springbrunnen war vorgesehen, aber er hatte eine etwas umständliche Einrichtung. Wenn man die Wasserkunst in Gang setzen wollte, mußte man vorher einen auf dem Hausboden stehenden massiven Zinkbehälter mittelst einer Druckpumpe mit Wasser füllen, worauf dann nach dem altertümlichen Gesetz der kommunizierenden Gefäße der Springbrunnen im Blumengarten lustig zu plätschern anfing. Der Gemüsegarten war durch kundige Hände ebenfalls schon für das nächste Frühjahr bereitgestellt und die öde Sandgrube war unter Leitung des Försters bereits aufgeforstet worden. Die Kosten dieser Anlage erwiesen sich als sehr bedeutende wegen des ungeheuren Durstes, den der Herr Förster bei dieser Arbeit entwickelte. War es sehr heiß, so trank er Bier, bei angenehmer Temperatur bevorzugte er Wein und bei Kälte und Regen nahm er größere Quantitäten Slibowitz zu sich. Waren es die großen Mengen Feuchtigkeit, die bei der Aufforstung verwendet wurden oder ein höchst zusagender Boden, die jungen Kiefern gediehen glänzend. Der Förster gab sich auch unendlich viel Mühe, mindestens dreimal in der Woche sah er nach, wie der Wald gedeihe, und ließ sich dabei mit einigen Gläschen für seinen hingebenden Pflichteifer belohnen.

Die meiste Freude bereitete Frau Pauline der Hühnerhof, der wirklich zu einer Musteranlage geworden war. Die Hühnerställe waren mit den neuesten Einrichtungen versehen, der Teich mit dem kaum halben Meter breiten Bache war recht ansehnlich geworden, so daß das Entenpaar, der Enterich mit glänzend dunkelblauem Spiegel geschmückt, fast fünf Minuten brauchte, ihn zu umkreisen.

Fünf große graue Hühner mit einem riesigen Hahne trieben sich im Hofe herum und stritten mit den Tauben und Enten um das Futter, das ihnen Frau Pauline oder eines der Mädchen hinstreute. Am herzigsten waren die kleinen zierlichen Zwerghühner, deren Hahn trotz seiner Kleinheit eine unglaubliche Frechheit entwickelte. Als die Hühnchen einmal mit Pascha beim Jausentische Frau Pauline Gesellschaft leisteten und sie einen Brocken hinunterwarf, nach dem der Hund schnappte, versetzte ihm der Zwerghahn einen derartigen Hieb mit dem Schnabel, daß sich Pascha gekränkt in seine Villa zurückzog und trotz allen Rufens vor einer Stunde nicht herauszubringen war.

Die Zwerghühner genossen auch den Vorzug vor allem anderen Hausgeflügel, daß sie ungestört sich im Garten bewegen konnten, da sie nicht wie die gewöhnlichen Haushühner die unangenehme Eigenschaft besaßen, den Boden aufzukratzen und außerdem durch Vertilgung schädlicher Insekten vielen Nutzen stifteten.

Auch ein zahmes Reh war in einem eigenen Verschlag im Hühnerhof untergebracht. Daß man das zierliche Tierchen nicht mehr frei im Garten laufen ließ, wo es sich sehr hübsch und so ungemein »parkmäßig« gemacht hatte, wie Dr. Thorn sagte, hatte seinen guten Grund darin, daß das Böckchen ein ganz ordinärer Bengel war, der jeden rauflustig anging und mit den zwei scharfen Zacken seines Geweihs recht ernstlich bedrohte. Man mußte stets mit einem ordentlichen Prügel bewaffnet sein, um den Bock abzuwehren, wenn man einen Spaziergang im Garten machen wollte. Der Bock war Dr. Thorn vom Förster zum Geschenk gemacht worden, und dieser war auch der einzige, dem Hansi, so war er von Frau Pauline genannt worden, im weiten Bogen aus dem Wege ging. Der Förster hatte ihn einmal in die Wäsche genommen, wie sich der rauhe Weidmann auszudrücken pflegte. Im Kiefernforst hatte ihn der Bock hinterwärts in sehr schmerzhafter Weise angegangen, so daß der Förster einen für sein Alter und seine sonstige Gesetztheit recht ansehnlichen Sprung machte. Als aber der Raufbold ein zweitesmal auf den Förster eindrang, packte ihn der riesenstarke Mann mit jähem Griff beim Geweih und karbatschte ihn mit der Hundspeitsche erbärmlich durch. Der Bock wollte sich in tunlichster Eile dieser rauhen Behandlung entziehen, da ihn aber der Förster mit eisernem Griff am Gehörn festhielt, so blieb ihm nur übrig, mit dem grausamen Mann herumzutanzen, während hageldicht die Hiebe der Hundspeitsche auf sein braunes Fell niederklatschen. Endlich ließ der Förster keuchend los, und Hansl empfahl sich in tunlichster Eile, sprengte wie verrückt durch den Gemüse- und Blumengarten, setzte im Hof über den ruhig daliegenden Pascha hinweg, sprang über das niedere Türchen des Hühnerhofes und verbarg sich verängstigt in seinem Verschlag. Als nach einigen Minuten Dr. Thorn und der Förster aus dem Föhrenwald zurückkamen, bemerkten sie, über die Planke des Geflügelhofes hinüberschauend, daß Hansl auf dem Rücken liegend, sein schmerzendes Hinterteil im scharfen Sand in konvulsivischen Zuckungen hin und her rieb.

»Aha – beißt's, Hansl?« fragte befriedigt der Förster; »Herr Doktor, dö Wix hat er sich schon sauber verdient!«

Die Annahme, daß die Lehre, die Hansl vom Förster erhalten hatte, ihn zu einem anständigen Benehmen veranlassen werde, erwies sich leider als trügerisch. Ein Vorfall, bei dem Herr Dr. Thorn eine höchst lächerliche Rolle spielte, brachte Hansl gänzlich um die bisher genossene Freiheit. Dr. Thorn ging mit Hansi zum Kiefernforst hinaus;. War's der Waldgeruch, der Hansi plötzlich rabiat machte, oder die angeborene verderbliche Anlage, plötzlich faßte er auch Dr. Thorn von hinterwärts und riß mit seinen zwei Spießen ihm auf eine lange Strecke hin die Hose auf. Dr. Thorn sprang erschreckt auf.

»Aber Hansi!« sagte er begütigend.

Hansi senkte jedoch neuerlich in höchst bedrohlicher Weise sein zierliches Haupt und Thorn fand es für sehr geraten, sofort auszukneifen.

An der Planke, die den Kiefernforst von der Landstraße trennt, steht eine Bank. Thorn springt hinauf, geängstigt, klammert sich am Plankenrande an und stößt mit den Füßen nach dem Bocke, der ihn fortwährend attackiert. Zum Glück kommt draußen auf der Landstraße just der Herr Lehrer mit seinem weißen Foxterrier vorüber. Thorn ruft ihn an.

»Das werden wir gleich haben«, sagt der Herr Lehrer, »Foxl komm her da!«

Der Hund hat das Reh schon verspürt, er heult vor Aufregung. Der Herr Lehrer reicht den Hund dem Doktor Thorn hinauf, Thorn nimmt ihn und will ihn sänftiglich auf die Bank niederlassen; aber kaum hat Foxl den Bock erschaut, als er aufheulend vor Jagdeifer vom Plankenrande schnurstracks auf den Boden springt. Hansi läßt ab von seinem Herrn und betrachtet einen Moment verwundert die neue Erscheinung. Aber schon fährt ihm Foxl an die Kehle, erschreckt nimmt Hansi Reißaus, Foxl tollt hinten nach und wie ein Sturmwind saust die wilde Jagd durch den Garten.

Indessen klettert der Herr Lehrer über die Planke, ein dicht daranstoßender Kilometerstein erleichtert dem schon etwas behäbigen Herrn die turnerische Übung. Auch Doktor Thorn leistet Hilfe, endlich steht der Herr Lehrer aufatmend auf sicherem Boden.

Aus der Ferne tönt das zornige Gebell Foxls. Näher kommend, bemerken die beiden Herren, daß Foxl den Bock weidgerecht verbellt hat. Hansl wehrte sich mit dem Gehörn gegen den zornwütigen Angreifer. Aber in diesem Moment rast Pascha herein. Hansl, sein Hausgenosse ist in Gefahr; ein Tritt des großen Hundes, und Foxl fliegt heulend zur Seite. Dann entspinnt sich ein wütender Kampf und nur mit außerordentlicher Anstrengung gelingt es, die beiden Hunde voneinander zu trennen. Der Herr Lehrer hält Foxl auf dem Arme, trotzdem kläfft der Köter mit bleckendem Gebiß nach dem großen Hunde, und Dr. Thorn muß sich mit Gewalt anstrengen, Pascha zur Ruhe zu bringen.

Hansl hat sich angesichts der etwas verworrenen Verhältnisse empfohlen und liegt schon in seiner Hundshütte drüben im Hühnerhofe.

Nach diesem Vorfall wurde Hansl der Ausgang für ewige Zeiten verboten, und wenn er ja einmal durch die Nachlässigkeit eines Dienstmädchens durchbricht, dann geht ihm Dr. Thorn bewaffnet mit einer ungeheuren Hundspeitsche, mit der man ein Nilpferd erschlagen könnte, entgegen und jagt ihn in die ihm zugewiesenen Appartements zurück.

Auch eine Kaninchenzucht hat sich Herr Dr. Thorn angelegt. Dank der vortrefflichen Einrichtungen gedeiht die Kolonie außerordentlich; es sind belgische graue Riesenkaninchen, so groß wie Spanferkel. Die erste Zucht ging durch einen unangenehmen Zufall zugrunde. Herr Dr. Thorn hatte, als er mit den wichtigsten Einrichtungen seines Besitztums fertig geworden war, seine Freunde zu einer kleinen Festversammlung zu sich geladen. Selbstverständlich war auch der Herr Lehrer dabei gewesen, eine halbe Stunde nach ihm war auch, ohne direkt eingeladen zu sein, sein Foxl erschienen. Während der Herr Pfarrer in seiner lieben, gütigen Weise den Wunsch aussprach, Dr. Thorns Haus möge wachsen, blühen und gedeihen, war Foxl in den Hühnerhof gedrungen, in den Kaninchenstall eingebrochen und hatte Alte und Junge grausam umgebracht. Und als alles mit dem Pfarrer anstieß, kam Just Foxl daher, der den Haushaltungsvorstand der Kaninchenfamilie im Rachen trug.

Sofort war es mit allen festlichen Gefühlen vorüber, Foxl bekam von seinem Herrn einen Tritt in den Hintern, der ihn veranlaßte, den Schauplatz seiner Übeltat sofort zu verlassen. Dann ward eine Untersuchung des Kaninchenstalles vorgenommen.

Diese ergab ein höchst betrübendes Resultat. Im Stalle sah es aus, wie seinerzeit in Bethlehem, nach dem aus der Bibel bekannten bethlehemitischen Kindermord. Da lag die tote Mutter, um sie herum die greulich hingemordeten Kleinen, und das Blut sickerte aus dem Stalle heraus.

Der Herr Lehrer erklärte sich sofort bereit, den Schaden gutzumachen.

»Nein, nein«, sagte Dr. Thorn, »aber wenn Sie mit Ihrem Foxl wieder zu Besuch kommen, dann bringen Sie ihn nicht ohne einen sehr sicheren Maulkorb.«

Der Herr Lehrer war wütend über den Mörder und versprach, wenn er heimkomme, das Untier sofort niederzuschießen. Er kam leider nicht dazu, da Foxl auf mehrere Tage unsichtbar wurde. Und als er dann, demütig auf dem Bauche kriechend, wieder erschien, war seines Herrls Zorn zum größten Teil verflogen. Er bekam wohl eine auserlesene Tracht Prügel, so daß er weithin die Dorfflur mit seinen Klagelauten erfüllte, aber er blieb zum großen Mißvergnügen der anderen Lebewesen der Mitwelt erhalten.

Die Angelegenheit ging vorüber, ohne eine Mißstimmung zurückzulassen. Und als der Herr Lehrer von einem Kollegen, der sich ebenfalls mit großem Eifer der Kaninchenzucht hingab, aus seinem Sack ein Paar prachtvoller, langohriger Lapin Belier erwarb und sie Herrn Dr. Thorn übergab – er nahm sie erst nach langem Sträuben an –, da war Thorn hochentzückt.

»Jetzt dürfen Sie mir aber Foxl gar nicht mehr ins Haus bringen!« sagte er mit glücklicher Miene.

Und in diesem Wort lagen, frohe Anerkennung und sanfter Verweis zugleich.

Geschmückt mit solchen Ereignissen, die am Schluß fast immer eine höchst erheiternde Wirkung ausübten, floß die Zeit dahin.

»Mein Lebensabend gestaltet sich sehr angenehm«, pflegte Dr. Thorn zu seiner Schwester zu sagen, »einige Kleinigkeiten ausgenommen, womit ich unseren Hansl und den Foxl des Herrn Oberlehrers meine, bin ich sehr zufrieden.«

Aber wenn die Sonne wochenlang recht klar und heiß geschienen hat, kommt auf einmal ein recht greulicher Tag mit Sturm, Blitz und Donner und wolkenbruchartigem Regen, damit die Menschen nicht verwöhnt werden und vermessentlich glauben, sie seien nur auf Erden, um lauter Glück und Freude zu genießen.

Eine Zigeunerbande war in das Dorf gekommen. Sie lagerte draußen auf dem Anger, und selbst die schärfsten Befehle des Herrn Bürgermeisters, das Weichbild von St. Ruprecht zu verlassen, fruchteten nichts, die Bande mit Weibern und Kindern, etwa dreißig Köpfe stark, richtete sich wohnlich auf dem Anger ein.

Das bunte Treiben draußen im Zigeunerlager übte auf die Bewohner von St. Ruprecht eine starke Anziehung aus. Wer halbwegs Zeit hatte, befand sich am Anger, obwohl die fremden Gäste in ihrem Verkehr durchaus nicht angenehm waren. Die Kinder – die Kleinen vollständig nackt, die größeren höchst notdürftig bekleidet – bettelten in der unverschämtesten und zudringlichsten Weise. Eine alte, unsäglich häßliche Dame – die Dorfinsassen behaupteten, sie hätte auch Läuse – war stets bereit, jedem, der es wünschte, die Zukunft zu offenbaren. Erst hatte sie großen Zulauf, als sie aber der jungen, hübschen Frau des Doktors prophezeite, daß sie sehr bald einen jungen, hübschen und sehr reichen Herrn heiraten werde, schwand in der Bevölkerung der Glaube an ihre prophetische Gabe.

Die Männer zeigten eine leidenschaftliche Vorliebe für den Pferdehandel, machten aber trotzdem keine Geschäfte, denn die Bevölkerung wußte von früheren Gelegenheiten her, daß die Gebarung der Söhne Indiens durchaus keine redliche sei und jeder noch erklecklich daraufgezahlt habe, der mit ihnen in Verbindung getreten war. Aber auch sonst machten sich die fremden Leute im Ort recht unangenehm. Weiber und Kinder zogen bettelnd von Haus zu Haus, und es kostete viele Mühe, die Frechen wieder loszukriegen. Sie nahmen alles: Butter, Eier, Milch, Brot, Gemüse der verschiedensten Art, und es war durchaus nicht selten, daß nach ihrem Abgang verschiedene Gegenstände fehlten, die man ihnen durchaus nicht als Almosen gegeben hatte.

Auch zu Dr. Thorn waren die Fremdlinge gekommen; er hatte ihnen großmütigerweise vierzig Heller gegeben, und sie hatten sich dringendst erkundigt, ob der gnädige Herr vielleicht einige alte Hosen oder Röcke zu vergeben hätte. Sie waren in die Küche gedrungen und wollten mit aller Gewalt einen ganz tadellosen, neuen, kupfernen Topf reparieren. Thorn wußte nicht, wie er die unangenehmen Gäste losbekommen sollte.

Da kam Pascha Dr. Thorn zu Hilfe. Während die Fremden in der Küche sich mit der Köchin stritten, trabte Pascha herein. Mit dumpfem Knurren sprang er auf den kunstbeflissenen fremdländischen Klempner hinauf, so daß sich dieser a tempo auf die kalten Steinfliesen der Küche niedersetzen mußte. Dieses Ereignis verstimmte die Herrschaften derart, daß sie sofort das Haus verließen.

Der Stammtisch im Gemeindegasthaus war an; diesem Abend schlecht besucht. Der Herr Lehrer, der Doktor, der Pfarrer und sogar der Herr Stationsvorstand waren zu Hause geblieben. Sie wagten es wegen der im Orte herrschenden Unsicherheit nicht, das Haus zu verlassen. Es erschienen nur der Herr Förster, der Herr Bürgermeister und der Herr Dr. Thorn.

Das Gespräch drehte sich nur um die Invasion.

»Es traut sich ja keiner vom Hause fort«, sagte der Bürgermeister, »die Kerle sind so schlau, daß sie einem unterm Schlafen das Bett wegstehlen, und man merkt's nicht einmal. Ich habe bereits an die Bezirkshauptmannschaft telegraphiert, hoffentlich werden morgen die Kerle abgeschafft.«

»Na, zu mir kommen sie nicht«, sagte der Förster, »war auch noch keiner da, um zu betteln; und sie würden doch was kriegen bei mir.«

Er deutete pantomimisch an, worin die Gabe bestehen könnte, und es war leichtlich zu ersehen, daß selbst Zigeuner nach solchen Sachen kein Verlangen tragen.

Mählich ward auch Dr. Thorn bange um Haus und Hof. Früher als sonst machte er sich auf den Heimweg.

Daheim angekommen, sperrte er erst sorgfältig alle Eingänge ab. Dann setzte er sich zur Frau Pauline hinüber, um mit gemütlichem Schauder die Gefahren zu besprechen, die ihnen von dem fremden Volke drohten. Schließlich begann er die Sache vom anthropologisch-ethnographischen Standpunkt zu besprechen. Er erklärte, wie rätselhaft dieses Volk sei und daß in seiner Sprache Elemente aller Sprachen zu finden seien, vor allem des Rotwelschs, jenes Idioms, das als das Esperanto sämtlicher Gauner und Diebe anzusehen ist. Seine Ausführungen waren so interessant, daß Frau Pauline nach kurzer Zeit die Augen zufielen.

Bald danach suchte auch Dr. Thorn sein Bett auf. Die Nacht ließ sich sehr unruhig an. Dr. Thorn konnte sich nicht überwinden, noch einmal bei allen Türen zu versuchen, ob sie auch fest geschlossen seien. Im Schlafrock, mit der Hundspeitsche bewaffnet, ging er durch den Hof zur Gartentür hin, trat in den Hühnerhof ein und fand zu seiner Befriedigung, daß alle Türen ordnungsgemäß geschlossen seien. Im Hühnerhof kam ihm Hansl entgegen, die fremde weiße Gestalt erregte seine Neugierde. Als er bedrohlich sein Haupt senkte, zeigte ihm Thorn die Peitsche, Hansl wendete sich gekränkt ab und trabte in seine Hütte zurück.

Dr. Thorn legte sich hierauf wieder zu Bette und hüllte sich fröstelnd in seine Bettdecke. Er hatte noch nicht lange geschlafen, als ihn ein sonderbares Geräusch weckte. Es klang wie ärgerliches Fluchen einer starken Männerstimme, aber es waren fremde, unverständliche Laute, die an sein Ohr drangen.

In diesem Moment schlug auch Pascha an. Mit wütendem, zornigem Gebell zeigte er an, daß sich im Hause etwas Ungehöriges begebe.

Dr. Thorn stand auf, zog den Schlafrock an und nahm den Revolver aus dem Waffenschrank. Immer wütender wurde das Gebell des Hundes.

Als Thorn in den Hof trat, sah er trotz des ungewissen Lichtes, daß Pascha mit Macht an die Tür des Hühnerhofes tobte. Er schloß sie auf und der Hund stob in die Nacht hinaus. Thorn lief ihm nach.

Ein seltsamer Anblick bot sich ihm. Der Rehbock hatte einen Zigeuner gestellt, und der Kerl versuchte vergebens, sich mit Fußtritten von dem Tier zu befreien. Pascha sprang mit beiden Tatzen dem Eindringling an die Brust, und im Moment lag der Mann auf dem Kies des Hühnerhofes, Pascha stand, drohend die Zähne fletschend, über ihm.

Ehe noch Thorn zu dieser halb lächerlichen, halb recht ernsthaften Gruppe – Hansl trampelte erregt um die beiden herum – gelangen konnte, krachte ein Schuß.

Wütend fuhr der Hund dem Eindringling an die Kehle.

»Pascha, zurück!« donnerte Dr. Thorn.

»Was ist los?« fragte plötzlich eine fremde Stimme.

Über der Planke war der Kopf des Postenführers von Meilbach sichtbar.

»Herr Postenführer – bitte – bitte hereinzukommen!« rief Dr. Thorn.

Er öffnete dem Gendarmen die Tür des Hühnerhofes.

Pascha stand noch immer drohend über dem Zigeuner. Thorn rief ihn zurück. Hansl trollte sich, als ihm sein Herr die Peitsche zeigte.

Der Gendarm fragte den eingedrungenen Fremdling,, was er da zu tun habe, und als er keine genügende Antwort gab, lud er ihn ein, mitzukommen.

»Bin ich ehrlicher Mann«, versicherte das Individuum, fand aber mit dieser Angabe nicht den geringsten Glauben.

Der Gendarm legte dem fremden Herrn Handschellen an, was diesen sehr verstimmte. Dann ward er in das Haus spediert und einer gründlichen Untersuchung unterzogen. Das Ergebnis dieser Untersuchung war: ein noch mit fünf Schüssen geladener Revolver, eine Kollektion Schlosserwerkzeuge und eine Geldsumme im Betrage von dreiundsechzig Hellern.

Das Ereignis hatte Frau Pauline und die beiden Dienstmädchen aufgestört. Mit schauderndem Entsetzen sahen sie auf den Einbrecher, mit tiefer Bewunderung auf den Gendarm, der mit ihm sprach, als wenn sich die beiden schon jahrelang kennen würden.

»Also vorwärts!« kommandierte der Gendarm. »Komm schon«, sagte der Verhaftete. »Aber erlauben noch«, setzte er noch dazu, »wann der gnädige Herr so gut sein wollt, bin ich jo armer, armer Kerl, hob'n S' vielleicht ainen Schnaps zu Haus'?«

Und er hob flehentlich die Arme empor, daß die Ketten klirrten.

»Ist's erlaubt?« fragte Dr. Thorn.

Der Gendarm zuckte ungewiß die Achseln.

»Eigentlich«, meinte er, »ist es gegen die Vorschrift.«

»Na also, einen Schnaps – Marie schnell – den Slibowitz!« sagte Dr. Thorn.

Marie brachte die Flasche und zwei Gläser.

»Sehr gut – wirklich sehr gut«, sagte der Arrestant, als er das Gläschen zu sich genommen hatte.

Die Damen waren ungeheuer gerührt, als sie sahen, mit welcher Anstrengung der Mann mit den gefesselten Händen das Glas zum Munde geführt hatte. Auf einen Wink des Doktors ward ihm noch einmal eingeschenkt.

Auch der Gendarm trank ein Gläschen.

»Also weiter – weiter!« befahl er dann.

»Komm schon – komm schon«, sagte gutmütig der Zigeuner und ging voran.

Im Hausflur wäre die Eskorte bald über einen dunklen Gegenstand gefallen, der da mitten auf dem Boden lag.

»Der Hund!« sagte der Gendarm.

Beim Licht der Lampe sah man, daß Pascha inmitten einer Lache Blutes am Boden lag.

»Pascha, Pascha – ja, was ist's denn?« fragte fast weinend Dr. Thorn.

Mühsam hob der kranke Hund den Kopf.

»Er ist angeschossen worden; ich hab ja den Schuß gehört«, sagte der Gendarm.

»Von dem Kerl da!« schrie Thorn. In diesem Moment schwand alles Mitleid aus den Weiberherzen.

»Wos – de Kedl hat auf Pascha g'schossen?« fragte die Köchin, und im selben Moment hatte der Arrestant eine Ohrfeige im Gesicht, daß er sich darin einwickeln konnte.

Marie fuhr ihm zornmütig in die Haare, Thorn stand mit geballter Faust vor dem Unglücklichen, und der Gendarm hatte Mühe, ihn vor der Lynchjustiz zu schützen.

»Beser Hund – sehr beser Hund – wullt beißen«, verteidigte sich der Arrestant.

»Weiter ... weiter ... marsch ... vorwärts!« Der Gendarm stieß den Zigeuner zur Tür hinaus.

Dr. Thorn sperrte auf, er war so erregt, daß er lange nicht damit fertig werden konnte.

»So ein Schuft! So ein Kerl!« schrie er mit schluchzender Stimme.

Das Haustor stand offen. Da kehrte sich der Arrestant noch einmal an den wütenden Hausherrn.

»Gnä Herr ... ich bitt' Sie ... nur noch ein Glasl... Slibowitz, sein sehr gut ... nur ein Glasl!« sagte er.

In diesem Moment tat Dr. Thorn etwas, was er noch nie in seinem Leben getan hatte, er gab dem Arrestanten eine wuchtige Ohrfeige, daß er taumelte.

»Vorwärts!« Vorwärts!« trieb der Gendarm den Geschlagenen an.

Unter dem Wutgeheul der Damen verließ die Eskorte den Schauplatz.

Schwer atmend lag Pascha im Hausflur. Müde hob er den Kopf.

»Pascha! Pascha!« rief weinend Frau Pauline.

Der Hund wedelte mit dem Schwanze und hob den Kopf nach dem Frauerl hin. Mühsam erhob er sich, ging fast taumelnd durch den Flur und wollte in die Hundehütte hinaus.

Thorn führte ihn in sein Schlafzimmer. Dort wurden Decken ausgebreitet und der Hund darauf gebettet. Dankbar hob das arme Tier die Pfote.

»Schnell den Hufschmied«, befahl Thorn. »Herr Katzlinger soll sofort kommen!«

Marie stürmte zur Tür hinaus.

In einer Viertelstunde kam der Schmied. Er untersuchte sorgfältig den Hund, der ihm, als ob er verstünde, was mit ihm geschehe, dankbar die Hand leckte.

»Brav, brav, Pascha«, sagte Katzlinger und strich ihm liebkosend über den mächtigen Kopf.

»Es ist nicht mehr viel zu machen mit ihm«, sagte er, »er hat einen Lungenschuß erhalten; an einer solchen Verletzung geht jeder Hund zugrunde!«

Der Hund ward verbunden. Er ließ alles dankbar mit sich geschehen, ohne nur einen Laut von sich zu geben.

»Wie lange kann's noch dauern mit ihm?« fragte Dr. Thorn.

»Höchstens zwei bis drei Tage!« antwortete der Schmied. »Länger auf keinen Fall!«

Es war vier Uhr morgens, als Dr. Thorn zu Bette ging. Die ganze Zeit war er bei dem Hund geblieben.

Am nächsten Morgen erkannte man, daß der Hund rettungslos verloren sei. Er hustete und bei jedem Hustenanfall kam geronnenes schwarzes Blut zutage.

Um acht Uhr früh waren im Orte drei Gendarmen erschienen, die die Zigeunerbande zum Kreisgericht nach St. Pölten transportierten.

Paschas Mörder hatte noch bei Nacht, diesen Weg antreten müssen.

Die Teilnahme um den kranken Hund war eine außerordentliche; alle Freunde Thorns erschienen, um mit den Worten: »Pascha, brav, braves HunderI, wird schon wieder gut werden!« und so weiter ihr tiefes Mitgefühl auszudrücken.

So elend der Hund war, er wedelte doch dankbar mit dem Schwanze zu allen diesen Äußerungen tiefen Mitgefühls.

Nachmittags kam auch der Herr Förster zu Besuch. In Hundeangelegenheiten war er Fachmann. Er verordnete sofort Schießpulver mit Tafelöl. Da aber indes bereits der Bezirkstierarzt dagewesen war und größte Ruhe für den Kranken empfohlen hatte, so blieb der weise Rat des Herrn Försters unbeachtet.

Abends saßen Dr. Thorn und Pauline im Hofe unter dem großen Kastanienbaum.

»Da schau! Wer kommt denn da!« sagte plötzlich Frau Pauline.

Auf den Stufen, die vom Hausflur hinab in den Hof führten, war Pascha erschienen.

»Ja, so komm doch, Pascha, mein guter Hund!« rief erfreut Dr. Thorn und ging zu dem Tier hin.

Mühsam schleppte sich der Hund über die Stufen herab. Frau Pauline kam dem Hund entgegen; er wedelte mit dem Schwänze bei ihren Liebkosungen.

Auf einmal drang ein Blutstrom aus seinem Rachen, ein Zittern überlief den ganzen Körper, dann stürzte das Tier zusammen.

An seinen gebrochenen Augen erkannte Thorn, daß Pascha tot sei.

Vielen mag es lächerlich vorkommen, über den Tod eines Tieres zu weinen, aber ich muß sagen, es sind in der Welt wenig so ehrliche Tränen geflossen, als die es waren, die Herr Dr. Thorn und Frau Pauline um den toten Pascha weinten. Groß war der Jammer der beiden Mägde. Es waren die reinen Klageweiber. Kathi, die Köchin, wünschte nichts sehnlicher, als den Zigeuner in greifbarer Nähe zu haben. Die Behandlung, die ihm nach den Andeutungen Kathis zuteil geworden wäre, hier zu detaillieren, ist einfach unmöglich, weil sich jedes empfindende Herz vor solchen Scheußlichkeiten entsetzen würde.

Pascha ward ihm Kiefernforst eingegraben. Der berühmteste Bildhauer von Melk ward beauftragt, ihm ein seiner würdiges Denkmal zu schaffen.

Aus dem Dunkel des Kiefernforstes leuchtet ein hoher, weißer Obelisk heraus; er trägt in Goldbuchstaben die Worte:

»Meinem treuen Freunde Pascha.«

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