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Divan der persischen Poesie

: Divan der persischen Poesie - Kapitel 27
Quellenangabe
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typepoem
authorVerschiedene Autoren
titleDivan der persischen Poesie
publisherVerlag von Otto Hendel
editorJulius Hart
year1887
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Scheich Kemal Chodschendi.

Ein Zeitgenosse und Freund Hafis', der ihn und Selman Sawedschi die ersten Dichter seiner Zeit nennt, starb 1389 und liegt zu Tebris begraben. Geboren zu Chodschend, wallfahrtete er nach Mekka und ging von da aus nach Tebris: bei der Eroberung dieser Stadt durch Tokatmischchan wurde er nach Serai in Kiptschak geführt, wo er vier Jahre verblieb. Darauf kehrte er nach Tebris zurück, wo ihm Sultan Oweis Dschelair ein Haus erbauen ließ. Timurs Sohn, Emiranschah, machte ihm später ein Geschenk von 10,000 Dukaten, um seine Schulden zu bezahlen. Kemal ist der Verfasser von Ghaselen und Bruchstücken, die in Hafisischem Geist geschrieben sind.

Liebesghasel.

In dem Banne deiner Augen ruht dies Herz voll Liebesbangen,
Gleich der Nachtigall, die in des Vogelstellers Netze ward gefangen.

Wenn du glänzend gehst vorüber, eine reiche Karawane,
Stöhnt mein Mund, mein Seufzen ist das Läuten deiner Karawane.

Zu mir wendet sich dein Antlitz, das die Locken schön umwallen,
Deine Locken sind wie Feuer, die in dürre Reiser fallen.

Deiner Schönheit Glut ergriff mich, lodre auf in Feuerfluten,
Alle Welt verbrennt in deinen allgewalt'gen Schönheitsgluten.

Dieser Mund, so süß wie Zucker, gleicht weinvollem Goldpokale,
Gleich der Mücke stirbt, wer einmal trank von deines Mundes Schale.

Heller ward es, als mein Seufzer stieg zu dir empor am Morgen,
Doch mein Geist ward von der Seufzer Rauch gleichwie in Nacht geborgen.

Laß, Kemal, dein Blut als Opfer auf der Schönheit Altar rinnen,
Giebst du nicht dein Leben willig, bald reißt's doch der Tod von hinnen.

J. H.

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