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Divan der persischen Poesie

: Divan der persischen Poesie - Kapitel 23
Quellenangabe
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typepoem
authorVerschiedene Autoren
titleDivan der persischen Poesie
publisherVerlag von Otto Hendel
editorJulius Hart
year1887
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Emir Chosru

Der größte der persischen Dichter, die in Indien geblüht haben. Sein Vater war Emir von Latschin im Turkestanischen. Zur Zeit Dschingischans flüchtete dieser nach Indien und wurde von Mohammed Kotolgschah mit der Emirwürde bekleidet. Sein Sohn Chosru folgte ihm in derselben. Gegen das Ende seines Lebens zog sich der Dichter vom Hofe zurück und widmete sich als Jünger des Scheich Nisam-ol-ewlia dem beschaulichen Leben. Emir Chosru war ein äußerst fruchtbarer Dichter; außer lyrischen Gedichten, die gegen eine Million Verse stark sind, schrieb er, wie Nisami und Dschami, einen »Fünfer«: »der Aufgang des Lichtes«, »Chosru und Schirin«, »Leila und Medschnun«, »der Spiegel Alexanders«, die »acht Paradiese«, und prosaische Abhandlungen astrologischen, geschichtlichen und musiktheoretischen Charakters etc. Er starb im hohen Alter 1315 und liegt zu Delhi begraben.

Musik und Poesie

Es sprach ein musikalisches Genie:
Die Musik ist mehr wert als Poesie,
Die eine leicht, bedarf nicht Federkauen;
Die andre muß Papier und Buch verdauen.
Doch ich entscheid' fürs Wort, ich wohlerzogen
In beiden Künsten, die ich abgewogen.
Drei Bücher habe ich in Reim' gebracht,
Drei Bücher habe ich Musik gemacht,
Doch ich entscheide für die Poesie,
Denn die Verständigen begünstigt sie.
Es bildet sich im Innern das Gedicht,
Bedarf des Satzes und des Sängers nicht.
Der Vers läßt sich im stillen rezitieren,
Er wird deshalb am Sinne nichts verlieren.
Der Sänger, singt er noch so fein und hoch,
Bedarf zuletzt vernünft'ger Worte doch.
Der Vers die Braut, das Brautgeschmeid' die Töne,
Auch ohne Schmuck gefällt die Braut, die schöne.

Liebesghasel

An deiner Thüre lieg' ich jede Nacht,
Mit Seufzern werden Tage hingebracht.
Zerbrich mein armes Herz nicht, o mein Leben!
Seit ich dich kenn', verfloß ein ganzes Leben;
Und wär' in Staub zerfallen mein Gebein,
Lebendig würd' es durch die Liebe sein.

Der wahre Wert

Die Schönheit machet nicht des Menschen Wert,
Sein Wert wird durch sein Inneres erklärt.
Wo böses Herz die Schönheit straft zu lügen,
Ist schlechtes Wort gemalt in schönen Zügen.

J. v. Hammer.

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