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Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen: Dietwalt und Amelinde - Kapitel 9
Quellenangabe
typenarrative
booktitleGrimmelshausen Werke II (Bibliothek der frühen Neuzeit Band 17)
authorHans Jacob Christoffel von Grimmelshausen
year1997
publisherDeutscher Klassiker Verlag
addressFrankfurt am Main
isbn3-618-66470-2
titleDietwalt und Amelinde
pages145
created20000831
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1670
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Nun dieses schöne Haar und das darmit bezierte Angesicht beschaute Amelinde mit angeregten hertzlichen Seufftzern damals viel inbrünstiger und andächtiger / als sie etwan hiebevor zu thun gewohnt gewesen; so / daß es der Printz warnehmen muste / und dannenhero zu ihr sagte / mein auserwählte Princessin / ich wurde unweißlich thun / wann ich jetzunder umb die Ursach eurer Seufftzen fragte / sintemal ich ja selbst genugsamb vor Augen sehe / und bey mir selbst wol finde / daß wir mehr Ursach zu weinen als zu lachen haben; Allein will mich beduncken euere hertzliche Seufftzen werden vermehret und viel tieffer geholet als zuvor / und euer holdselig Angesicht lasse vielmehr Sorg und Traurigkeit scheinen als bisher noch niemalen geschehen / da wir doch Gott-Lob die meiste Gefahr überwunden: und Hoffnung haben / zunächst unter uns am Gebürg gute Leut anzutreffen / bey denen wir uns mit Speis und Tranck widerumb erquicken könnten; Eben darumb / antwortet Amelindis / weil wir bald Leut antreffen werden / wird meine Bekümmernis grösser / sintemal mein tapfferer Printz als ein Printz aussihet / ich selbsten aber von jederman vor schön gehalten werde; dannenhero wir von den Leuten zu denen wir kommen / entweder bald entdeckt: oder doch sonst gar leichtlich in ein ander Unglück gerahten könnten; Wir haben gelesen was der Patriarch Abraham wegen der Schönheit seiner Sara gethan / als er sich unter den Frembden aufhalten muste / wird uns derowegen rahtsam seyn / daß wir uns vor dißmal auch in die Zeit schicken / und unsere uns allbereit sehr gefährliche Schönheiten (die ohne das durch ein geringe Kranckheit leichtlich gar hingenommen werden können) um Gottes willen / (der uns auch solche verliehen) nach Müglichkeit zu verstellen; bis uns etwan der liebe Gott widerumb mit seinen Gnadenblicken anschauet; Es wäre mein unvorgreiffliche Meinung / mein liebstes Hertz liesse sich seine güldene Haar benehmen / damit ihn nicht jederman gleich im ersten Anblick vor einen Printzen halte / so wolte ich mich selbsten / wann mirs anders mein tapfferer Printz erlaubet / also zurichten / das ander Mannsbilder vielmehr ein Abscheuen und Grauen als eine Liebe gegen mir fassen sollen; Dietwalt antwortet; Ach unvergleichliche Princessin / ich weiß nicht ob euere Schönheit / oder euere Tugend oder euer Verstand und Vorsichtigkeit am grösten ist! was meine Haar anbelangt / ist deren Verlust vor nichts zu rechnen / massen sie wol wider wachsen würden / bis mir Gott widerumb in einem Stand zu leben gönnet / in welchem mir solche zu tragen geziemeten; Aber euere Schönheit verderben: und dardurch die alleredelste Creatur die auff der Welt lebt / verschänden zu lassen? darzu / O allerliebste Princessin / werde ich mich nimmermehr verstehen können; und wolle mich mein Gott behüten / daß ich in Ewigkeit nicht zugebe / daß meine Amelindis umb meinetwillen der Englischen Gaben beraubt werde / damit sie Gott und die Natur vor allen andern Menschen so reichlich gezieret; Tapffere Printz / antwortet Amelindis / ich werde meine Schönheit nicht austilgen / sondern ohne meinen Nachtheil und Schaden nur verstellen und verbergen / bis uns Gott gleichwol wieder in einen Stand hilfft / darinn ihr solch beschützen und selbst wider ohne Gefahr lang Haar zu Zierte tragen könnet; und damit erzehlte die Princessin ihrem Printzen / welcher Gestalt es geschehen könnte / so sie auch alsobald beiderseits ins Werck setzten.

Jn deß einen erschlagenen Mörders Pack oder Bagage-Sack / hatten sie unterschiedliche Gewürtz von gantzen Nägelein / Pfeffer / Muscaten und sonst allerhand Aromaten gefunden; Welches Amelindis zu sich genommen / und neben ihrem Printzen bey einer Brunnquel vom Zimmet / Nägelein und andern dergleichen hertzstärckenden Sachen im Mund keuete / ihre abgematte und erlegene Lebens-Geister widerumb ein wenig dardurch zu erquicken und auffzumuntern; bey demselben Gewürtz befande sich auch etwas von gantzem Saffran / davon legte die edle Amelindis etwas in frisch Wasser / und demnach dasselbe ihrem Beduncken nach eben recht färbte / erbate sie ihren Printzen / daß er sie mit einem darinn genetzten Tüchlein im Angesicht überall damit übermahlte / darvon sie ein Ansehen überkam als eine Gelbsichtige die bereits 14. Tag im Grab gelegen; Also verdeckte Dietwalt den unschätzbarlichen Schatz seiner Liebsten Schönheit nur mit einer falschen Farb / gleichwie einer thut der anderwerts seinen Schatz vor den Räubern in das Erdreich vergräbt; und gleichwie er diesen hohen Werth nicht umb alle Reichthumb der Welt gegeben hätte / also schnitte hingegen Amelindis dem Printzen sein goldfarbes Haar hinweg / welches sie vor kurtzer Zeit mit keinem Königreich vertauscht haben wolte; O Lobwürdiger Entschluß dieser edlen Jugend! welche ohne zweiffel mehr gethan / wann sie nur gewust hätte / daß es ihre Nohtdurfft durch den Göttlichen Willen also erfordert; und was vermeinet mein hochgeehrter Leser wol? solte der eintzige hoffärtige Gedancken noch nicht hiermit abgebüst: die Göttliche Gerechtigkeit ausgesöhnet: oder wenigst die himmlische Güte zur Barmhertzigkeit bewegt worden seyn? Sollen dann diese hohe Personen von dessentwegen / daß sie ihre Grösse wusten und sich darinn erfreuen / so viel gesündigt haben / daß sie durch diese ihre freywillige Buß vermittelst deren sie alles verlassen / was die Menschen hochschätzen / und sich selbst den Bettlern gleich gemacht / noch nicht überflüssig genug gethan: und damit ihr Ubersehen ausgelescht haben? Mein freundlicher Leser ich ziehe die Achsel ein und halte mit meinem nichtigen Urtheil zuruck! den Folg dieser Histori fortzusetzen.

Als sich nun dieses edle Paar erzehlter massen vermaßqueriret und wie gemeld ein wenig ausgeruhet und mit Gewürtz und Wasser erlabt hatten / tratten sie miteinander das Gebürg hinunter gegen einem Dorff / und Castel / das ihnen bald ins Gesicht kam / und da sie es erlangten / gab sich Dietwalt vor einen von den Gessatern aus / welches Kriegs Leute waren / die dem Krieg nachziehen und einem jeden Herren der sie bestellet umb Gelt dieneten / weilen dann nun Dietwalt noch hin und wider von der Mörder Blut besprengt war / als muste er sich auch von seinem eignen Vogt und Unterthanen daselbsten desto schärffer examiniren lassen; er bekannt gern / daß er aus Noht-Wehr fünff Kerl erschlagen müssen / weil sie ihn umbbringen: und ihm sein armes Weib schänden wollen; als aber jederman solches schwerlich glaubte / wurde er verstrickt gehalten / bis durch hingeschickte Männer die Warheit erfahren würde; da solche wider kamen und alles bestättigten / was Dietwalt ausgeben / wurde der Printz von Allermänniglich mit Verwunderung angesehen und beynahe noch nicht geglaubt / daß ein eintziger junger Soldat diese fünff Ertz-Räuber und Landzwinger / die jemalen auf einmal 12. oder 15. Mann erschlagen / 20. gejagt und gantze Dörffer erschreckt / erlegt haben solte; Der Ambtmann selbst / der auff dem Castel wohnete / wolte diesen jungen Helden sehen / damit er seine ritterliche Faust loben: und ihn / weil er die gantze Nachbarschafft von diesen grausamen Bestien erledigt / ehren und begaben könnte.

Wann das tückische Glück anfahet sich von einem zu wenden und seine Art zuerkennen zu geben / so wirfft es einen gemeiniglich aus einer Gefahr in die andere / und treibet es so lang / bis es gleichwol verwütet: und seine Bosheit genug ausgeübet hat; Dietwalt war dem Ambtmann kaum ins Castel unter Augen kommen / als ihn derselbe erkannte und hertzlich erschrack / da er seinen Gnädigsten Lands Fürsten der Zierte seiner Haar beraubt sahe! weil damal einem Printzen kein grösserer Schimpff widerfahren konnte / als wann man ihn beschere und in ein Closter steckte / welche eben damals anfiengen in Auffgang zu kommen / und zugleich grosser Herren Gefängnis zu seyn; Er konnte nicht ersinnen / wie doch immermehr die Sach mit seinem Printzen beschaffen seyn möchte / doch schwieg er still / und wolte zuvor gewiß wissen und versichert seyn / ob ihn seine Augen nicht betrügen / sintemalen er ihm selbst noch nicht recht glauben konnte / daß ein solcher grosser Fürst so unversehens in einem solchen elenden Stand auffziehen solte; als er aber auch das Burgundische Wappen auff seines Schwerds Knopff gestochen sahe / damit Dietwalt seine Hand-Brieflein zu versieglen pflegte / sihe da verwundert er sich nicht mehr daß er die fünff Mörder überwunden / sintemal sein unvergleichliche Stärck und Helden-Tapfferkeit überall berühmt war / sondern er hatte vielmehr Ursach nachzusinnen / was doch mit seinem Fürsten umbgehen möchte / und wie er sich in dieser seltzamen und ungewöhnlichen Sach gegen ihm verhalten solte? Endlich resolvirt er sich / nach dem er jederman von den Seinigen aus dem Zimmer geschafft hatte / zu sagen / Gnädigster Fürst und Herr / etc. So sich meine Wenigkeit an deren Person nicht irret / wie ich dann einiger Jrrung mich auch nicht vermuhte / so bitte unterthänigst / dieselbe geruhen gnädigst / mir als ihrem gehorsamsten Vasalen und getreuen Diener Gnädigst zu befehlen / was ich bey dero jetzigem Stand / der mir sehr verwunderlich: ja mitleidenlich: und wann ichs zu sagen erkühnen darff / fast seltzam vorkommt / thun oder lassen solte; damit ich beydes gegen Eur Fürstlichen Gnaden Person und dero Ständen / Landen und Leuten mich nicht vergreiffe / oder in einem und dem andern zu viel oder zu wenig thue; Dietwalt der lieber unerkannt verblieben wäre / antwortet / seine Reden kämen ihm eben so seltzam vor / indem er ihn vor seinen Lands-Fürsten halten wolte / da er doch weder Schappel noch Gebände: weder Stadt noch Comitat / so einem Fürsten gebühre / an: und umb sich habe: Weil dann nun hieraus genugsam erscheine / daß er dißmals irre / so wäre sein Bitten er wolle ihn als einen Pilger der die heilige Oerter im gelobten Land zu besuchen Vorhabens / passiren lassen / wormit er ohnzweifel seines Fürsten Gnädigsten Willen Folg leisten: wann er aber solches nicht thue / dessen höchste Ungnad auff sich laden würde; der Ambtmann verstunde diese zweideutige Reden wol und wurde noch bestürtzter; Gnädigster Herr / sagte er / meine allererste Schuldigkeit ist / Eur Fürstl. Gn. vor allen Dingen unterthänigsten Gehorsam zu leisten; wie werde ich aber (ach ich bitte demütig dieselbe geruhen mir meine sorgsame Gedancken die mich auffs eusserst ängstigen / gnädigst zuverzeihen) bey dero Land und Leuten verantworten können / dafern vielleicht Eur Fürstl. Gn. diese weite und gefährliche Reise wider deren Willen auff sich genommen haben / das ich sie passiren lasse; in dem mir bekannt / daß dero Land bey besorglich vorstehenden Kriegs-Zeiten ihres Gnädigsten Lands-Fürsten bedürfftig / ja ohne Nachtheil einen solchen Helden nicht entbehren kan; Gnädigster Herr stehet nicht einem jedwedern Mittglied zu / vor den gantzen Leib: vornemblich aber vor das Haubt zu sorgen? wie Gnädigster Herr / wann ich nun aus Mangel genugsamer Vorsichtigkeit so viel an mir ist / entweder des Haubts / oder des Leibs / oder vielleicht deren beyden Heil und Wolfahrt verliederlichte? Lieber Ambtmann / antwortet Dietwalt / ich lobe euere Treu / die ihr beydes mir und dem Land zu erzeigen begierig seyd / werde auch nicht unterlassen / dieselbe zu meiner Widerheimkunfft gnädigst zu erkennen; im übrigen aber gebühret euch zu gehorsamen wie ihr selbsten gesagt / und nicht zu wissen noch nachzugrüblen / was Ursachen wegen euer Lands-Fürst eine Sach vornimmt / die euren nidrigen Augen seltzam vorkommt; Jhr möchtet euch vielleicht einbilden / daß ich etwan einer Ubelthat wegen von den Meinigen verjagt worden: oder von mir selbst ausgerissen und aus Furcht der Straff entflohen wär; und solcher Gedancken halber konnte ich euch auch gar nicht verargen; diß aber wird euch dieselbige benehmen / daß ich auff solchen Fall meine Flucht nicht auff hieher: sondern unter den Schutz der Kron Franckreich zu meinen Schwer: oder wann ich dorthin nicht kommen dörffte / in das Königl. Burgundische Haus genommen haben würde / welche beyde Kronen genugsam wären mich zu beschützen; aber dieweil ich euch vor einen ehrlichen Mann ansehe / so will ich euch nicht verhalten / daß ich sambt meiner lieben Gemahlin unseren Fürstl. Hof ohne eines eintzigen Menschen Wissen heimlich verlassen / gewisser Ursachen halben / daran uns und unseren Landen und Leuten und derer Wolfahrt mercklich gelegen / etliche Zeit uns unerkannt in der Frembde auffzuhalten und einige Wallfahrten zu verrichten / ist demnach mein ernstlicher Befehlch / Will und Meinung / daß ihr / so viel euch vor dißmal von mein und meiner Gemahlin Person wegen bekannt und wissent ist / bey Verliehrung euers Kopffs verschweigen: und zween Brief / den einen an meinen Schwager Printz Dieterichen von Metz / und den anderen an meine Lands-Stände und Regierung überbringen: oder sonst zu ihrer behörte Recht bestellen sollet; und diese euere getreue Verrichtung wollen wir umb Euch und die Eurige künfftig mit Fürstl. Gn. danckbarlich erkennen; Soltet ihr euch aber erkühnen / unsere Personen an unserem Vorhaben im geringsten zu verhindern; so würde euch viel zu spat gereuen / daß ihr euers gebiedenten Lands-Fürsten gnädigstem Willen vorsetzlich widerstrebet / hieran muste der Ambtmann genug haben / wiewol er sich vorgesetzt hatte / den Printzen im Nahmen der gesammten Lands-Stände entweder aufzuhalten oder wider mit Gewalt zuruck zu senden; Er befahl / man solte das Soldaten Weib / also nennet er die Princessin Amelindis / auch auff das Castel kommen lassen / mit ihrem Mann zu speisen / dessen sie dann hochbedürfftig war / die Ambtmännin richtet den Jmbs zu / die Unterthanen aber halten die Cörper der erschlagenen Mörder sammt aller Beut die sich hoch belieffe / dieweil Dietwalt keinen geblündert und die Bauren ihre Speluncke sammt allem bisher zusammen gebrachten Raub gefunden hatten; Jndessen verfertigte Dietwalt seine Schreiben / das eine an seinen Schwager Printz Dieterichen von Metz / in welchem er ihm sein Land und Leut in Pflichte zu nehmen / zu beschützen und zu regieren bestens befahle und recommendirte / zu welchem Amelindis auch eins beyschlosse / in welchem sie ihrem Bruder ihre vorstehende Abwesenheit zuwissen machte; das ander Schreiben von Dietwalten / war an seine Lands-Stände / Rähte und Regierung / indem er sie sammt allen seinen Unterthanen ihrer Pflichten entliesse / doch daß sie ihren schuldigen Gehorsam seinem Schwager bis zu seiner Widerkunfft erweisen und ihme zu dem Ende schweren solten / der sie auch als ihr natürlicher Herr wol beschützen würde; Er bedeutet ihnen auch darneben / daß sie hinfort keinem Schreiben mehr / daß mit seines Schwerds Knopff versiglet und bekräfftigt wäre / gehorsamen: oder Glauben zustellen solten; und diese Schreiben waren so beweg: und hertzbrechlich geschrieben / daß sie keiner wann er gleich ein steinernes Hertz und Gemüt gehabt hätte / ohne Vergiessung der Thränen lesen konnte / er liesse sie den Ambtmann lesen ehe er sie beschlosse / deme die Augen überlieffen ehe er damit ans End kam.

Damit wir uns aber nicht zu lang in diesem Castel wie in einem Gefängnis auffhalten / so ist kürtzlich zu wissen / daß Dietwalt dem Ambtmann beyde Schreiben sammt seinem Schwerd übergab / und einen Eid von ihm nahm / jene gleich folgenden Tags ihrer Behörde zu übersenden / dieses aber bis zu seiner Widerkunfft / so fern ihm anders Gott das Leben verliehe / getreulich zu verwahren und in keines andern Menschen Hände kommen zu lassen; Demnach erquickten sich Dietwalt und seine Liebste beydes mit Speis und Ruhe / verwechsleten ihre Kleidungen umb geringer / und giengen des andern Tags mit einem Wegweiser auff die rechte Hand / das Gestatt des Mittelländischen Meers zu erreichen / umb sich im Gebiet der Marsilier auffzuhalten / bis der liebe Gott ihr Elend ändern: und sie mit Verbesserung ihres Standes widerumb erfreuen würde; Als sie sich nun mit Betlen bis dahin durchgebracht / Dietwalt aber mit Arbeiten sich nicht ernehren konnte / zumalen er weder von obengedachtem Ambtmann / noch der Beute die er von den Mördern erobert / oder sonst nirgents her nichts zur Zehrung begehrt und mit sich genommen hatte / es auch sonst kleine Stücklein Brod vor den Thüren da er das Allmosen oder ein Pilger- oder Soldaten Steuer samlet / und noch viel mehr Helff dir Gott setzte; Sihe da verdingte er sich zu einem Bauren ihme das Vieh zu hüten / die Princessin aber dienete den Bauersweibern in demselbigen Flecken mit Nähen / Waschen / Spinnen und dergleichen verächtlicher Frauen Arbeit / dardurch sie ihr Stücklein trucken Brod kümmerlich eroberten und sich schwerlich durchbrachten; Jn welchem armseligen Leben wir sie etliche Jahr lassen: und hingegen zu Folge unserer Histori vernehmen müssen / was sich hingegen in Gallia unterdessen vor Krieg erreget und geendigt haben.

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