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Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen: Dietwalt und Amelinde - Kapitel 6
Quellenangabe
typenarrative
booktitleGrimmelshausen Werke II (Bibliothek der frühen Neuzeit Band 17)
authorHans Jacob Christoffel von Grimmelshausen
year1997
publisherDeutscher Klassiker Verlag
addressFrankfurt am Main
isbn3-618-66470-2
titleDietwalt und Amelinde
pages145
created20000831
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1670
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DER ANDER THEIL.

DJese der Allobroger Gegend / oder wie es jetzt genannt wird / der Saphoyer Landschafft / hatte damals allerhand Nationen und also auch vielerley Religions-Verwandten zu Einwohnern; Als Ost-Gothier so Arrianisch: Francken / so zum Theil Catholisch: und Celten oder alte überbliebene Gallier die mehrentheils noch Heydnisch: so dann noch etliche Allobroger die allerdings noch keiner Religion zugethan waren; So befanden sich daselbsten nicht weniger auch noch einige Römer / die sich zum Theil da ihr Vatterland noch in völligem Flor stunde: und dann zum Theil der schweren Kriege und wunderbarlichen Läuffe halber / in diesem gebürgigen: und also auch vor langwürigen Kriegsschwarm in etwas mehrers versichertem Geländ nidergelassen hatten; Gleich wie nun aber diese unterschiedliche Völcker in ihrem Gottesdienst auch unterschiedliche Meinungen hatten / also waren sie hingegen ja doch eines Sinns / daß sie in ihrer von Natur wolverwahrten Landschafft lieber einem einigen Haubt unterthan; Als etlichen ausländischen Königen gehorsamen: und gleichwol gewärtig seyn solten / wann sich mit der Zeit der einen oder andern Kron Status änderte / daß alsdann mit ihrem äussersten Verderben umb sie erst gekriegt werde; derowegen beflisse sich ein jedwedere Art Leut ihren neuen Fürsten auffs beste zu bewillkommen / und ihme von denen / die sie als Gott oder ihre Götter ehreten / zu anstehender Regierung alles Glück und Heil zu wünschen; die Römische brachten ihre Lateinische Carmina: Ihrer Nation Astrologi übergaben seltzame- Nativitätweiß gestelte Prognosticken; die Teutsche sangen ihm zwar Neue: doch mit Altfränckischen Reimen verfertigte Lob-Lieder / und die Gallier konnten nicht unterlassen / durch dergleichen Gesäng offentlich auszubreiten / was ihre Druidas und Alrunen (das ist / ihre abgöttische Priester und Priesterinnen) von ihren Göttern und Göttinnen künfftigs erkundigt hatten / so ihrem jungen Fürsten widerfahren solte; Jn diesem stimmten sie gemeiniglich überein / wann Dietwalt die Waffen zuergreiffen gezwungen: oder sonst Gelegenheit zum Krieg haben würde / daß er alsdann die gantze Welt unter sich bringen werde; welches dann einen solchen jungen heroischen Herrn wie er war / mehr kützelte als vonnöhten gewesen; dann er und seine Liebste in solchem Wolstand und unversehenlichen Glück eins Theils anfiengen sich selbst nicht mehr zu kennen; massen alle Menschen in dergleichen Fällen / sonderlich hohe Personen und junge Leute / zu thun pflegen; welche / je mehr sie das Glück (das sie aber bey weitem noch nicht halber kennen) anlachet / und ihnen ihre Fuchsschwäntzer / sonderlich durch so beschaffne Weissagungen (die aber vor dem Ausgang noch lang niemand völlig verstehet) vorplaudern; Je mehr sie sich bethören lassen; sintemal die Menschliche Gebrächlichkeit in diesem Fall so wol an Grossen als Kleinen ihr Theil zu haben bezeugt.

Einsmals spatzierte Dietwalt mit seiner Liebsten im Lustgarten der allerdings einem irrdischen Paradeis gleichte / frischen Lufft zu empfahen; da er dann durch des Orts Wollustbarkeit und seine grosse Glückseligkeit darinn er lebte / angesport würde / zu erkühnen / daß er sagte: Ach mein Amelinde! Jst auch ein glückseliger Paar in der gantzen weiten Welt / daß sich uns vergleichen mag? Leben wir nicht vermögter als die mächtigste Könige? in dem wir alles deß jenigen was Könige haben mögen / ohne alle Sorge so still und geruhiglich geniessen! Unsere Unterthanen seyn uns hold und getreu! Unser Land ist von allem feindlichen Anlauff versichert und beschlossen! und über das so haben wir die Kron Franckreich die uns auff allen Nohtfall beschützt; alle Burgunder die uns verthätigen: und die sammtliche Ost Gothier die uns keinem Frembden zum Raub lassen würden! Welches alles doch gegen euch / O Aller-Edelste Princessin / nichts zu rechnen ist; als die ich hieher schetze / als die Besitzung aller Königreich und Käiserthumb! Und wie würden sich erst unsere Freuden mitsammt der grossen Herrlichkeit vermehren / die uns zustehen wird / wann ich den empfangenen Weissagungen nach auch ein Monarch über die gantze Welt werden: und solche Ehr durch die Helden-Kräffte meiner Fäuste selbst erobern solte? Würde nicht unser Lob bey der gantzen Nachwelt zu ewigen Zeiten besungen: und gleichsam bis an Himmel hinauff erhoben: und dabey insonderheit auch meiner Gemahlin gedacht werden? Man wird von uns beyden genug zu rühmen haben; von mir: daß ich zu meiner Zeit alle Mannsbilder an Heldenmuht / Herrlichkeit und grosser Macht: von euch aber / daß ihr alle Weibsbilder in der Welt mit Tugend / Schönheit und Glückseligkeit weit übertroffen!

Amelindis liesse ihr nicht allein diese eitele Ruhmretigkeit nicht übel gefallen / sondern bildet ihr auch allbereit grosse Ding ein: Sie gedachte das Glück hätte die gantze Welt beraubt und sie allein beseligt / oder hätte solches noch wenigst zu thun im Sinn und hieran erst den Anfang gemacht; Da nun diß junge Paar sich mit dergleichen Reden und Gedancken ergetzte / und einander mit höchster Zufriedenheit durch einen Lustgang spazieren führte / erschiene unversehens ein elender Bettler / welcher mit etwas Ungestümme ein Allmosen forderte / Dietwalt zog einen Ring vom Finger / den ihme ehmalen seine Mutter geben / und reichte ihn hin / weil er eben kein Gelt bey sich finden konnte / noch seine Leut bey ihm hatte etwas von ihnen zu lehnen; Der Bettler / nach dem er ihn empfangen / sagte: höre Dietwalt / wann du es leiden möchtest / so hätte ich etwas mit dir zu reden / daran dir ohnzweifel nicht wenig gelegen ist; Dietwalt antwortet / sage nur her; Darauff sagte der Bettler / ich bin ein Bott von Gott gesendet / dir zu sagen / sihe ich habe dich ohn alles dein Zuthun und Verdienen und ohne alle deine Mühe und Arbeit in den jenigen Stand gesetzet / darinn du dich jetzunder befindest; Jch habe eurer beyder Vereheligung verfügt / euch mit Land und Leuten versehen / und mehr beglückseliget / als ihr von mir begehren und hoffen dörffen; Wo ist aber bisher die Erkanntnis solcher Gnaden und die schuldige Danckbarkeit so darauf billig folgen sollen / geblieben? Fahet ihr hingegen nicht an / euch der Hoffart zu unterwerfen / und euch von den Heydnischen Götzen Priestern und der Caldeer Warsagungen verleiten und betriegen zu lassen / daß ihr darüber meiner gar vergesset? Sie haben dir die Beherrschung der gantzen Welt vorgesagt; Weist du aber nicht daß es bey mir stehet solches zu verhängen? Und was wäre dir damit geholffen / wann ichs zugebe / du aber dardurch deine Seligkeit verliehrest? Wäre es dir nicht weit rahtsamer / du giengest mit deiner Gemahlin zehen Jahr lang ins Elend / deine Hoffart abzubüssen / wann sich die Gelegenheit anbeut / dich hier zeitlich durch Waffen groß: hingegen aber ewiglich verdammt zu machen? Als der Bettler / so ohnzweifel ein Engel gewesen / dieses geredet / verschwande er vor ihren Augen / und liesse das Edel junge Paar voller Sorg und Schrecken gantz bestürtzt da stehen; der Lust ferner zu spatzieren war dahin / die vorige Hoffnung sammt dem Vorsatz sich auff bevorstehende Gelegenheit groß zu machen / verschwand / und erzeigte sich bey ihnen eine solche demütige Reu / daß sie beyde auff die Knie niederfielen / und Gott umb Verzeihung ihres Ubersehens baten; Ach allerliebste Amelindis / sagte Dietwalt / ergebt euch der heiligen Gedult / viel besser ists / zehen Jahr hie zeitlich im Elend als dort ewig verlohren zu seyn / wir wollen dem getreuen Gott nicht aus Händen gehen / welcher sich unsers Jammers wol wider erbarmen: und nach überstandener Züchtigung uns schon widerumb mit seinen Gnaden segnen wird: mit solchem und dergleichen Gespräch verfügten sie sich in ihr Zimmer / und hatten / wie leicht zu gedencken / dieselbe Nacht wenig Schlaff.

Deß andern Tags erschienen drey ansehenliche Gesandschafften / eine von Dieterichen von Bern / die begehrte daß er Krafft der Belehnung mit der bestimmten Anzahl Volcks ihrem König wider etliche Allemanier / so zwar des grossen Ludwigs bezwungene Unterthanen waren / zu Hülff ziehen solte; Die ander von König Gundebalde dem Jüngern aus Burgund seinem Oehm / deren Werbung war sintemal der alte König Gundebald diese Welt gesegnet / und dessen älterer Sohn der junge Gundebald die Regierung des Reichs angenommen / daß er derowegen sich einstellen: und die Lehenpflichte gegen ihme ablegen solte; Die dritte war von König Ludwigen selbsten / welcher gleich wie die Ost-Gothier gethan hatten / auch Krafft der Lehen-Pacten / von ihm begehrte / daß er mit der gewissen Anzahl Volcks Persöhnlich erscheinen / und ihme in einem Krieg helffen solte / den er ohn umbgänglich vor die Hand nehmen müste: Er fertiget alle drey mit einerley Antwort ab / daß er nemblich Werckstellig machen wolte / was Gott und die Lehen-Rechte von ihm erforderten; Da gedachten nun alle seine getreue Rähte / die umb obige Warsagungen wusten / jetzt hätte sich die Zeit genähert / in deren ihr Fürst zu angezeigter Hoheit gelangen würde; Dietwalt und seine Liebste aber / solche Ehr und mitsichbringende Seelen-Gefahr zu fliehen / stahlen sich noch dieselbige Nacht heimlich hinweg / und giengen miteinander freywillig ins Elend / in welchem Stand er sich nicht mehr vor verbunden hielte / weder dem einen noch dem andern von seinen Lehnherrn / als deren Lehen er nicht mehr besesse / ihrem Begehren nach zu erscheinen; Er nam nichts mit sich als sein Ritterschwerd untern Arm und führet seine zarte Princessin bey der Hand; Jn welcher elenden Pilgerschafft wir sie dann hinwallen lassen wollen / bis wir die Kriege vernommen haben / die sich nach ihrem Abwesen zugetragen.

Daß der alte König Gundebald in Burgund den Weg aller Welt gangen / wird mein hochgeehrter Leser erst droben verstanden haben / auch daß sich sein ältister Sohn / auch Gundwald genannt / der Regierung des Königsreichs unterfangen; Solches wolten ihm aber seine beyde Brüder Gottmeyr und Hilffreich nicht zugeben / sondern vermeinten billich zu seyn / daß ihres Vattern hinterlassenes Königreich unter sie die Gebrüder zugleich getheilt würde / das war aber Gundebald am wenigsten zu thun gesinnet / und daß umb so viel desto mehr / weil er der Regierung / bereits bey seines Vattern Leb-Zeiten gewohnet: des gantzen Volcks Gunst mehrentheils hinweg: und auch ein grosse Kriegs-Macht beieinander hatte / auff die er sich nicht wenig verliesse; Derowegen beworben jene beyde sich allerseits umb Hilff und Beystand / Gottmeyr zwar brachte seins Sohns Dietwalts Saphoja in seine Treu / Hilffreich aber hatte seinen Tochter-Mann König Ludwigen etlicher massen zum Beystand / bekamen auch Leut von den Burgundern auff ihre Seite / als welche nicht alle mit ihres Brudern Gundebalden Verfahrung zufrieden waren; Wormit diese beyde Gebrüder eine ansehenliche Kriegs-Macht zusammen brachten / und Gundwalden in offenem Feld angriffen / überwanden und dergestalt auffs Haubt schlugen / daß beydes Feind und Freund nicht anders glaubten / als er wäre auch selbst persöhnlich in der Schlacht oder Flucht umbkommen / und also der Krieg allerdings damit geendigt / allermassen Gottmeyr und Hilffreich sich aus dem Feld: und nacher Wien am Roddan begeben / so damals der Burgundischen Cron noch zuständig war / und daselbst als in einem befriedeten Land ihre Hofhalt: und Regierungen anstellen.

Aber Gundbald war aus angeregter Schlacht entrunnen / und hielte sich indessen bey seinen wolvertrauten Leuten heimlich auff / und als seine Brüder das Feld geraumet hatten / er auch sahe / daß die Burgunder beydes seines Lehens und seiner Gegenwart fro waren / brachte er in unglaublicher Eil ein grosses Kriegs-Heer aus ihnen zuwegen / mit welchem er sehr schnell und ehe sichs jemand versehen mögen / vor Wien ruckte und seine Brüder belägerte; Die Burger waren ohne das gut Gundwaldisch / und demnach sie in Bälde sich keines Entsatzes getrösten konnten / fielen sie demselben gar zu / wordurch er dann die Stadt erobert / Hilffreichen gefangen bekam / und ihn auff offnem Platz als einen Rebellen der sich wider seinen König gesetzt hätte / enthaubten liesse; Als seine Gemahlin diese Brüderliche Tyranney und Blutvergiessung erfahren / hat sie ohnezweiffel nicht darzu gelacht / sondern vielmehr solche Grausamkeit verflucht / Gott geklagt und billiche Rach begehrt; Aber der schreckliche Tyrann und Wüterich furchte weder Gott noch den gewaltigen König Ludwig / so dieser beeden Tochter / Frau Clothilden zur Ehe hatte / sondern liesse deren die er erst mit Hinrichtung ihres Gemahls zur Wittib gemacht / einen Stein an Hals hencken und sie im Roddan versencken / der ander Bruder Gottmeyer hatte sich mit etlichen in einen Thurn retirirt / den liesse Gundewald mit Feur umblegen / anzünden und sammt gedachten seinem Bruder verbrennen; Der jüngste Bruder Gottgiessel oder Gutgesell wie ihn etliche nennen / ward zwar auch gefangen / weil er aber noch jung / und keine Schuld an dem jenigen trug / was seine andere beyde Brüder wider Gundewaldum angefangen / kam er vor dißmal noch mit dem Leben darvon; Gleichwie nun unser in dem Elend herumb wallende Printz Dietwalt hierdurch Vatterlos worden / also nahm hingegen sein Schwager Printz Dieterich von Metz in seinem Nahmen Saphojen ein / solches vor ihn wider allen Uberfall zu beschützen.

Diese des Gundewaldi an seinen Brüdern verübte grausamkeit vernahme die Königin Clothild mit schmertzlichem Mitleiden / und ihr Gemahl König Ludwig hätte sich ehe des Himmelsfall als einer solchen schrecklichen That gegen Gundebaldo versehen; Wie? Du Unchristlicher Tyrann / sagte er / hast du erkühnen dörffen meiner Gemahlin liebe Eltern / und eines so mächtigen Königs wie ich bin / Schwer und Schwieger so erbärmlich hinzurichten? Solte dich die Majestät der Fränckischen Kron / die du hierdurch verletzest: und die Furcht derselbigen Waffen / die du hiermit wider dich erregest / nicht von dieser lästerlichen That abgeschreckt haben? Wie hast du dir doch immermehr einbilden dörffen / daß dir solcher unverantwortlicher Bruder-Mord / mit dem du das Königliche Burgundische Haus gantz Unchristlicher Weise / betrübest und dir selbst beydes Gott und Menschen zuwider gemacht hast / ungestrafft hingehen werde? Hättest du unter dem Vorwand einige Rebellion zu Bestrafen deine blutdurstige Händ nur in deiner beyden Brüder Blut gewaschen / so hätte sich eine solche grausame That bey den Barbarischen Heyden noch etlicher massen beschönen lassen; Aber auch meine unschuldige Schwieger als einen Hund zu erträncken und ihre Tochter Tronam wie eine Ubelthäterin ihres Vatterlands zu verweisen und ins Elend zu verjagen / die doch niemalen kein Schwerd wider dich gezuckt / das ist je zu viel; zu unchristlich; zu abscheulich und bey allen Völckern unverantwortlich: welche grausame Wüterey auch von mir nicht ungestrafft hingehen kan.

Weilen dann nun über diß Gundewald das Königreich Burgund allein für sich behielte und seinem übrigverbliebenen Bruder Gottgiesel keinen abgesonderten Theil darvon zukommen lassen wolte / entflohe derselbige zu König Ludwigen seinem Schwager in Franckreich / und begehrte Hülff und Raht / welches er auch von dem ohne daß zu billicher Rach geneigtem König durch Unterhandlung seiner Mumen der Königin Clothilden leichtlich erhielte; doch mit dem Geding und Vorbehalt / wann die Francken Burgund erobern würden / daß alsdann die Landschafft jenseit der Sona gegen Franckreich gelegen / König Ludwigen verbleiben solte / als welche ohne daß der Königin Clothilden oder Leithilden Morgengab war / solches gieng Gottgiesel leichtlich ein / als dessen er sich auch zum Theil anfänglich freywillig anerbotten; Darauff ergriffen die Francken unversehens ihre Waffen / und eroberten Niderburgund in unglaublicher schneller Eil.

Gundwald sahe wol daß er einem solchen starcken Feind viel zu schwach war / nahm derowegen mit Ludwigen einen sehr schweren und nachtheiligen Frieden auff / aber gar nicht des Fürsatzes solchen zu halten / sondern bessere Zeit und Gelegenheit zu erwarten / sich an seinem Bruder Gottgesell zu rächen / welchem durch diesen Krieg und darauff folgenden Frieden mit mehr als dem halben Königreich geholffen ward; welchen Frieden Ludwig umb so viel desto williger eingieng / weil er besorgen muste / Gundwald würde beydes die Ost- und West-Gothier in seine Hülff wider ihn in Harnisch bringen und einen solchen Krieg übern Hals ziehen / der ihm glücklich hinaus zu führen viel zu schwer fallen würde; Gottgiesel hatte kaum das ihme zugefallene Theil Landes in Gelübd genommen / sich zu Wien am Roddan gesetzt / und Ludwig sein Kriegs-Heer aus dem Feld geführt / da sammelte Gundewald abermal seine Burgunder heimlich und doch eiligst zusammen / machte es Gottgieseln wie ers zuvor seinen andern beyden Brüdern gemacht hatte; belagerte ihn unversehens und kam durch Verrähterey bey dunckler Nacht mit einer Anzahl Burgundern in die Stadt / die den folgenden Morgen auch das übrige Volck mit einem grossen Lermen einliessen / da es dann hergieng / wie es bey dergleichen Kürben zu gehen pflegt; Gottgiesel und der Bischoff waren in die Thum-Kirch entflohen / wurden aber beyde heraus geführt und ohn alle Gnad des Lebens beraubt.

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