Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Herbert George Wells >

Die Zeitmaschine

Herbert George Wells: Die Zeitmaschine - Kapitel 16
Quellenangabe
typefiction
authorHerbert George Wells
titleDie Zeitmaschine
publisherrororo
year1951
translatorFelix Paul Grewe
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150313
projectid88fe3eac
Schließen

Navigation:

Die Rückkehr des Zeitreisenden

So kehrte ich zurück. Lange Zeit muß ich auf der Maschine bewußtlos gewesen sein. Die blinkende Folge der Tage und Nächte begann von neuem, die Sonne wurde wieder golden, der Himmel blau. Ich atmete mit größter Freiheit. Die schwankenden Konturen des Landes ebbten und fluteten. Die Zeiger schwangen auf den Zifferblättern rückwärts. Schließlich sah ich wieder die undeutlichen Schatten der Häuser, die Zeugen der dekadierenden Menschheit. Und auch sie verwandelten sich und verschwanden, und andere kamen. Dann, als der Millionenzeiger auf Null stand, verringerte ich die Geschwindigkeit. Ich begann unsere eigene kleine und vertraute Architektur zu erkennen, der Tausenderzeiger lief auf seinen Ausgangspunkt zurück, Tag und Nacht folgten sich immer langsamer. Dann umgaben mich die alten Wände des Laboratoriums. Sehr vorsichtig diesmal, verlangsamte ich den Mechanismus.

Ich sah eine Kleinigkeit, die mir sonderbar schien. Ich glaube, ich habe Ihnen gesagt, als ich aufbrach und ehe meine Geschwindigkeit sehr hoch wurde, war Mrs. Watchett, wie mir schien, mit der Geschwindigkeit einer Rakete durchs Zimmer gegangen. Als ich zurückkehrte, durchfuhr ich die Minute, in der sie durch das Laboratorium ging, noch einmal. Aber jetzt erschien jede Bewegung von ihr als die genaue Umkehrung der früheren. Die Tür am untern Ende ging auf, und sie glitt ruhig das Laboratorium herauf, mit dem Rücken nach vorn, und sie verschwand hinter der Tür, durch die sie vorher eingetreten war. Kurz davor meinte ich Hillyer auf einen Moment gesehen zu haben; aber er verschwand wie ein Blitz.

Dann hielt ich die Maschine an und sah mich wieder in dem alten, vertrauten Laboratorium um, sah meine Werkzeuge, meine Geräte, genau wie ich sie verlassen hatte. Ich stieg sehr zittrig von dem Ding ab und setzte mich auf meine Bank. Mehrere Minuten hindurch zitterte ich heftig. Dann wurde ich ruhiger. Um mich war wieder meine alte Werkstatt, genau wie sie gewesen war. Ich hätte dort geschlafen haben können, alles hätte ein Traum sein können.

Und doch – nicht ganz! Das Ding war vom Südostwinkel des Laboratoriums aufgebrochen. Es war im Nordwesten gelandet, an der Wand, wo Sie es gesehen haben. Das gibt Ihnen die genaue Entfernung meines kleinen Rasens vom Piedestal der Sphinx; wohin die Morlocken meine Maschine geschleppt hatten.

Eine Zeitlang brütete mein Gehirn. Dann stand ich auf und ging durch den Gang hierher – hinkend, denn die Ferse schmerzte noch, ich fühlte mich arg schmutzig. Ich sah die Pall Mall Gazette auf dem Tisch an der Tür. Ich fand, das Datum war wirklich heute, und als ich auf die Uhr sah, fand ich, daß es fast acht Uhr war. Ich hörte Ihre Stimmen und Tellergeklapper. Ich zögerte – ich fühlte mich so elend und schwach. Dann roch ich gutes, gesundes Fleisch und öffnete die Tür zu Ihnen. Den Rest wissen Sie. Ich wusch mich, aß, und jetzt erzähle ich Ihnen die Geschichte.«

 << Kapitel 15  Kapitel 17 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.