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Gerhart Hauptmann: Die Weber - Kapitel 5
Quellenangabe
typedrama
authorGerhart Hauptmann
titleDie Weber
publisherPropyläen Verlag
editorHans-Egon Haß
year1965
firstpub1892
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150724
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Zweiter Akt

Das Stübchen des Häuslers Wilhelm Ansorge zu Kaschbach im Eulengebirge. In einem engen, von der sehr schadhaften Diele bis zur schwarz verräucherten Balkendecke nicht sechs Fuß hohen Raum sitzen: zwei junge Mädchen, Emma und Bertha Baumert, an Webstühlen – Mutter Baumert, eine kontrakte Alte, auf einem Schemel am Bett, vor sich ein Spulrad – ihr Sohn August, zwanzigjährig, idiotisch, mit kleinem Rumpf und Kopf und langen, spinnenartigen Extremitäten, auf einem Fußschemel, ebenfalls spulend. Durch zwei kleine, zum Teil mit Papier verklebte und mit Stroh verstopfte Fensterlöcher der linken Wand dringt schwaches, rosafarbenes Licht des Abends. Es fällt auf das weißblonde, offene Haar der Mädchen, auf ihre unbekleideten, mageren Schultern sowie dünne, wächserne Nacken, auf die Falten des groben Hemdes im Rücken, das, nebst einem kurzen Röckchen aus härtester Leinewand, ihre einzige Bekleidung ist. Der alten Frau leuchtet der warme Hauch voll über Gesicht, Hals und Brust: ein Gesicht, abgemagert zum Skelett, mit Falten und Runzeln in einer blutlosen Haut, mit versunkenen Augen, die durch Wollstaub, Rauch und Arbeit bei Licht entzündlich gerötet und wäßrig sind, einen langen Kropfhals mit Falten und Sehnen, eine eingefallene, mit verschossenen Tüchern und Lappen verpackte Brust.

Ein Teil der rechten Wand mit Ofen und Ofenbank, Bettstelle und mehreren grell getuschten Heiligenbildern steht auch noch im Licht. – Auf der Ofenstange hängen Lumpen zum Trocknen, hinter dem Ofen ist altes, wertloses Gerümpel angehäuft. Auf der Ofenbank stehen einige alte Töpfe und Kochgeräte, Kartoffelschalen sind zum Dörren auf Papier gelegt. – Von den Balken herab hängen Garnsträhne und Weifen. Körbchen mit Spulen stehen neben den Webstühlen. In der Hinterwand ist eine niedrige Tür ohne Schloß. Ein Bündel Weidenruten ist daneben an die Wand gelehnt. Mehrere schadhafte Viertelkörbe stehen dabei. – Das Getöse der Webstühle, das rhythmische Gewuchte der Lade, davon Erdboden und Wände erschüttert werden, das Schlurren und Schnappen des hin- und hergeschnellten Schiffchens erfüllen den Raum. Dahinein mischt sich das tiefe, gleichmäßig fortgesetzte Getön der Spulräder, das dem Summen großer Hummeln gleicht.

Mutter Baumert, mit einer kläglichen, erschöpften Stimme, als die Mädchen mit Weben innehalten und sich über die Gewebe beugen. Mißt er schonn wieder knipp'n!?

Emma, das ältere der Mädchen, zweiundzwanzigjährig. Indem sie gerissene Fäden knüpft. Eine Art Garn is aber das au!

Bertha, fünfzehnjährig. Das is aso a bissel Zucht mit der Werfte.

Emma. Wo a ock bleibt aso lange? A is doch fort schonn seit um a neune.

Mutter Baumert. Nu ebens, ebens! Wo mag a ock bleiben, ihr Mädel?

Bertha. Ängst Euch beileibe ni, Mutter!

Mutter Baumert, 'ne Angst is das immer! Emma fährt fort zu weben.

Bertha. Wart amal, Emma!

Emma. Was is denn?

Bertha. Mir war doch, 's kam jemand.

Emma. 's wird Ansorge sein, der zu Hause kommt.

Fritz, ein kleiner, barfüßiger, zerlumpter Junge von vier Jahren, kommt hereingeweint. Mutter, mich hungert.

Emma. Wart, Fritzl, wart a bissel! Großvater kommt gleich. A bringt Brot mit und Kerndl.

Fritz. Mich hungert aso, Mutterle!

Emma. Ich sag' dersch ja. Bis ock nich einfältich. A wird ja gleich kommen. A bringt a scheenes Brotl mit und Kerndlkoffee. – Wenn ock wird Feierabend sein, da nimmt Mutter de Kartuffeischalen, die trägt se zum Pauer, und der gibbt er derfire a scheenes Neegl Puttermilch firsch Jungl.

Fritz. Wo is er'n hin, Großvater?

Emma. Beim Fabrikanten is a, abliefern an Kette, Fritzl.

Fritz. Beim Fabrikanten?

Emma. Ja, ja, Fritzl! unten bei Dreißichern in Peterschwalde.

Fritz. Kriegt a da Brot?

Emma. Ja, ja, a gibbt'n 's Geld, und da kann a sich Brot koofen.

Fritz. Gibbt der Großvatern viel Geld?

Emma, heftig. O heer uf, Junge, mit dem Gerede. Sie fährt fort zu weben, Bertha ebenfalls. Gleich darauf halten beide wieder inne.

Bertha. Geh, August, frag Ansorgen, ob a nich will anleucht'n.

August entfernt sich, Fritz mit ihm.

Mutter Baumert, mit überhandnehmender, kindischer Angst, fast winselnd. Ihr Kinder, ihr Kinder, wo der Mann bleibt?!

Bertha. A wird halt amal zu Hauffen reingegangen sein.

Mutter Baumert weint. Wenn a bloß nich etwan in a Kretscham gegang'n war'!

Emma. Ween ock nich, Mutter! Aso eener is unser Vater doch nich.

Mutter Baumert, von einer Menge auf sie einstürzender Befürchtungen außer sich gebracht. Nu ... nu ... nu sagt amal, was soll nu bloß wern? Wenn a's nu ... wenn a nu zu Hause kommt ... Wenn a's nu versauft und bringt nischt ni zu Hause? Keene Handvoll Salz is mehr im Hause, kee Stickl Gebäcke ... 's mecht' an Schaufel Feurung sein ...

Bertha. Laß 's gutt sein, Mutter! m'r hab'n Mondschein. M'r gehn in a Pusch. M'r nehmen uns August'n mite und holn a paar Rittl.

Mutter Baumert. Gelt, daß euch d'r Jäger und kriegt euch zu pack'n!

Ansorge, ein alter Weber mit hünenhaftem Knochenbau, der sich tief bücken muß, um ins Zimmer zu gelangen, steckt Kopf und Oberkörper durch die Tür. Haupt - und Barthaare sind ihm stark verwildert. Was soll denn sein?

Bertha. Se mechten Licht machen!

Ansorge, gedämpft, wie in Gegenwart eines Kranken sprechend. 's is ja noch lichte.

Mutter Baumert. Nu laß du uns ooch noch im Finstern sitzen.

Ansorge. Ich muß mich halt ooch einrichten. Er zieht sich zurück.

Bertha. Nu da siehste's, aso geizig is a.

Emma. Da muß man nu sitzen, bis'n wird passen.

Frau Heinrich kommt. Eine dreißigjährige Frau, die ein Kind unterm Herzen trägt. Aus ihrem abgemüdeten Gesicht spricht marternde Sorge und ängstliche Spannung. Gu'n Abend mitnander.

Mutter Baumert. Nu, Heinrichen, was bringst uns denn?

Frau Heinrich, welche hinkt. Ich hab' mer an Scherb eingetreten.

Bertha. Nu komm her, setz dich. Ich wer sehn, daß ich'n rauskriege. Frau Heinrich setzt sich, Bertha kniet vor ihr nieder und macht sich an ihrer Fußsohle zu schaffen.

Mutter Baumert. Wie geht's d'n d'rheeme, Heinrichen?

Frau Heinrich, verzweifelter Ausbruch, 's geht heilich bald ni mehr. Sie kämpft vergebens gegen einen Strom von Tränen. Nun weint sie stumm.

Mutter Baumert. Fer unsereens, Heinrichen, wärsch am besten, d'r liebe Gott tät' a Einsehn hab'n und nähm' uns gar von d'r Welt.

Frau Heinrich, ihrer nicht mehr mächtig, schreit weinend heraus. Meine armen Kinder derhungern m'r! Sie schluchzt und winselt. Iich weeß m'r keen'n Rat ni mehr. Ma mag anstelln, was ma will, ma mag rumlaufen, bis ma liegenbleibt. Ich bin mehr tot wie lebendig, und is doch und is kee Anderswerden. Neun hungriche Mäuler, die soll eens nu satt machen. Von was d'n, hä? Nächten Abend hatt' ich a Stickl Brot, 's langte noch nich amal fir de zwee Kleenst'n. Wem sollt' ich's d'n geb'n, hä? Alle schrien sie in mich nein: Mutterle, mir, Mutterle, mir ... Nee, nee! Und dad'rbei kann ich jetzt noch laufen. Was soll erseht wem, wenn ich zum Lieg'n komme? Die paar Kartoffeln hat uns 's Wasser mitgenommen. Mir hab'n nischt zu brechen und zu beißen.

Bertha hat die Scherbe entfernt und die Wunde gewaschen. M'r wolln a Fleckl drumbind'n, – zu Emma – such amol eens!

Mutter Baumert. 's geht uns ni besser, Heinrichen.

Frau Heinrich. Du hast doch zum wenigsten noch deine Mädel. Du hast'n Mann, der de arbeiten kann, aber meiner, der is m'r vergangne Woche wieder hingeschlag'n. Da hat's 'n doch wieder gerissen und geschmissen, daß ich vor Himmelsangst ni wußte, was anfangen mit'n. Und wenn a so an Anfall gehabt hat, da liegt a m'r halt wieder acht Tage feste im Bette.

Mutter Baumert. Meiner is ooch nischt ni mehr wert. A fängt ooch an und klappt zusammen, 's liegt'n uf d'r Brust und im Kreuze. Und abgebrannt sind m'r ebenfalls ooch bis uf a Fennich. Wenn a heut ni und a bringt a paar Greschl mit, da weeß ich ooch ni, was weiter werd'n soll.

Emma. Kannst's glooben, Heinrichen. Wir sein aso weit ... Vater hat mußt Ami'n mitnehmen. Wir miss'n 'n schlacht'n lass'n, daß m'r ock reen wieder amal was in a Mag'n krieg'n.

Frau Heinrich. Hätt'r nich an eenziche Handvoll Mehl iebrich?

Mutter Baumert. O ni aso viel, Heinrichen; kee Kerndl Salz is mehr im Hause.

Frau Heinrich. Nu da weeß ich nich! Erhebt sich, bleibt stehen, grübelt. Da weeß ich wirklich nee! – Da kann ich m'r eemal nich helfen. In Wut und Angst schreiend. Ich wär' ja zufriede, wenn's uf Schweinfutter langte! – Aber mit leeren Händ'n darf ich eemal nich heemkommen. Das geht eemal nich. Da verzeih' mersch Gott. Ich weeß mer da eemal keen'n andern Rat ni mehr. Sie hinkt, links nur mit der Ferse auftretend, schnell hinaus.

Mutter Baumert ruft ihr warnend nach. Heinrichen, Heinrichen! mach ni etwan 'ne Tummheit.

Bertha. Die tut sich kee Leids an. Gloob ock du das nich.

Emma. Aso macht's doch die immer. Sie sitzt wieder am Stuhl und webt einige Sekunden.

August leuchtet mit dem brennenden Talglicht seinem Vater, dem alten Baumert, der sich mit einem Garnpack hereinschleppt, voran.

Mutter Baumert. O Jes's, o Jes's, Mann, wo bleibst ock du aso lange!?

Der alte Baumert. Na, beeß ock ni gleich. Laß mich ock erscht a brinkl verblasen. Sieh lieber dernach, wer de mitkommt.

Moritz Jäger kommt gebückt durch die Tür. Ein strammer, mittelgroßer, rotbäckiger Reservist, die Husarenmütze schief auf dem Kopf, ganze Kleider und Schuhe auf dem Leibe, ein sauberes Hemd ohne Kragen dazu. Eingetreten, nimmt er Stellung und salutiert militärisch. In forschem Ton. Gu'n Abend, Muhme Baumert!

Mutter Baumert. Nu da, nu da! bist du wieder zu Hause? Hast du uns noch nich vergessen? Nu da setz dich ock. Komm her, setz dich.

Emma, einen Holzstuhl mit dem Rocke säubernd und Jägern hinschiebend. Gu'n Abend, Moritz! Willst amal wieder sehn, wie's bei armen Leuten aussieht?

Jäger. Nu sag m'r ock, Emma! ich wollt's ja ni gloob'n. Du hast ja a Jungl, das balde kann Soldate werden. Wo hast d'r d'n den angeschafft?

Bertha, die dem Vater die wenigen mitgebrachten Lebensmittel abnimmt, Fleisch in eine Pfanne legt und in den Ofen schiebt, während August Feuer anmacht. Du kennst doch a Finger Weber?

Mutter Baumert. M'r hatt'n 'n doch hier mit im Stiebl. A wollt' se ja nehmen, aber a war doch halt eemal schonn ganz marode uf de Brust. Ich ha doch das Mädel gewarnt genug. Könnt' se woll heern? Nu is a längst tot und vergessen, und die kann sehn, wie s' a Jungen durchbringt. Nu sag m'r ock, Moritz, wie is denn dirsch gangen?

Der alte Baumert. Nu bis ock ganz stille, Mutter, fer den is Brot gewachsen; der lacht uns alle aus; der bringt Kleeder mite wie a Ferscht und an silberne Zylinderuhre und obendruf noch zehn Taler bar Geld.

Jäger, großpratschig hingepflanzt, im Gesicht ein prahlerisches Schwerenöterlächeln. Ich kann nich klagen. Mir is's ni schlechtgangen under a Soldaten.

Der alte Baumert. A is Pursche gewest bein Rittmeester. Heer ock, a red't wie de vornehmen Leute.

Jäger. Das feine Sprechen hab' ich mer aso angewehnt, daß iich's gar ni meh loon kann.

Mutter Baumert. Nee, nee, nu sag mir ock! aso a Nischtegutts, wie das gewest is, und kommt aso zu Gelde. Du warscht doch nie nich fer was Gescheuts zu gebrauchen; du konnt'st doch kee Strähnl hintereinander abhaspeln. Ock immerfort naus; Meesekasten ufstelln und Rotkätlsprenkel, das war dir lieber. Nu, is nich wahr?

Jäger. 's is wahr, Muhme Baumert. Ich fing ni ock Kätl, ich fing ooch Schwalben.

Emma. Da konnten mir immerzu reden: Schwalben sind giftich.

Jäger. Das war mir egal. Wie is Euch d'n d'rgangen, Muhme Baumert?

Mutter Baumert. O Jes's, gar gar schlimm in a letzten vier Jahrn. Sieh ock, ich ha halt's Reißen. Sieh d'r bloß amal meine Finger an. Ich weeß halt gar nich, hab' ich an Fluß kriegt oder was? Ich bin d'r halt aso elende! Ich kann d'r kee Glied ni bewegen, 's gloobt's kee Mensch, was ich muß fer Schmerzen derleiden.

Der alte Baumert. Mit der is jetzt gar schlecht. Die macht's ni mehr lange.

Bertha. Am Morgen zieh mersche an, am Abend zieh mersche aus. M'r missen se fittern wie a kleenes Kind.

Mutter Baumert, fortwährend mit kläglicher, weinerlicher Stimme. Ich muß mich bedien lassen hinten und vorne. Ich bin mehr als krank. Ich bin ock 'ne Last. Was hab' ich schon a lieben Herrgott gebeten, a soll mich doch bloßich abruffen. O Jes's, o Jes's, das is doch halt zu schlimm mit mir. Ich weeß doch gar nich ... de Leute kennten denken ... aber ich bin doch's Arbeiten gewehnt von Kindheet uf. Ich hab' doch meine Sache immer konnt leisten, und nu uf eemal, – sie versucht umsonst, sich zu erheben – 's geht und geht ni mehr. – Ich hab' an guten Mann, und gute Kinder hab' ich, aber wenn ich das soll mit ansehn ...! Wie sehn die Mädel aus!? Kee Blutt haben se bald ni mehr in sich. An Farbe harben se wie de Leintiecher. Das geht doch immer egal fort mit dem Schemeltreten, ob's aso an Mädel dient oder nich. Was hab'n die fer a bißl Leben, 's ganze Jahr kommen si nich vom Bänkl runter. Ni amal a paar Klunkern hab'n se sich derschind't, daß se sich kennten d'rmite bedeck'n und kennten sich amal vor a Leuten sehn lassen oder an Schritt in die Kirche machen und kennten sich amal 'ne Erquickung holen. Aussehn tun se wie de Galgengeschlinke, junge Mädel von funfzehn und zwanzig.

Bertha, am Ofen. Nu das raucht wieder aso a bißl!

Der alte Baumert. Nu, da sieh ock den Rauch. Na, da nimm amal an, kann woll hier Wandel wern? A sterzt heilig bald ein, d'r Owen. Mir missen 'n sterzen lassen, und a Ruß, den missen m'r schlucken. Mir husten alle, eener mehr wie d'r andre. Was hust't, hust't, und wenn's uns derwircht und wenn gleich de Plauze mitegeht, da frägt uns ooch noch kee Mensch dernach.

Jäger. Das is doch Ansorchens Sache, das muß a doch ausbessern.

Bertha. Der wird uns woll ansehn. A muckscht aso mehr wie genug.

Mutter Baumert. Dem nehmen m'r aso schonn zuviel Platz weg.

Der alte Baumert. Und wemmer erscht uffmucken, da fliegen mer naus. A hat bald a halb Jahr keene Mietzinse ni besehn.

Mutter Baumert. Aso a eelitzicher Mann, der kennte doch umgänglich sein.

Der alte Baumert. A hat au nischt, Mutter, 's geht'n o beese genug, wenn aooch keen'n Staat macht mit seiner Not.

Mutter Baumert. A hat doch sei Haus.

Der alte Baumert. Nee, Mutter, was redst'n. An dem Hause dahier, da is ooch noch nich a klee Splitterle seine.

Jäger hat sich gesetzt und eine kurze Pfeife mit schönen Quasten aus der einen, eine Quartflasche Branntwein aus der andern Rocktasche geholt. Das kann auch hier bald ni mehr aso weitergehn. Ich hab' mei Wunder gesehn, wie das hierum aso aussieht under a Leuten. Da leben ja in a Städten de Hunde noch besser wie ihr.

Der alte Baumert, eifrig. Gelt, gelt ock? Du weeßt's auch!? Und sagt man a Wort, da heeßt's bloß, 's sein schlechte Zeiten.

Ansorge kommt, ein irdenes Näpfchen mit Suppe in der einen, in der anderen Hand einen halb fertiggeflochtenen Viertelkorb. Willkommen, Moritz! Bist du auch wieder da?

Jäger. Scheen Dank, Vater Ansorge.

Ansorge, sein Näpfchen ins Röhr schiebend. Nu sag m'r ock an: du siehst ja bald aus wie a Graf.

Der alte Baumert. Zeich amal dei scheen Uhrla. A hat'n neuen Anzug mitgebracht und zehn Taler bar Geld.

Ansorge, kopfschüttelnd. Nu jaja! – Nu nee nee! –

Emma, die Kartoffelschalen in ein Säckchen füllend. Nu will ich ock gehn mit a Schaln. Vielleicht wird's langen uf a Neegl Abgelassene. Sie entfernt sich.

Jäger, während alle mit Spannung und Hingebung auf ihn achten. Na nu nehmt amal an: wie oft habt ihr m'r nich de Helle heiß gemacht. Dir wern se Moritz lehrn, hiß 's immer, wart ock, wenn de wirscht zum Militär kommen. Na nu seht ersch, mir is gar gutt gegangen. A halb Jahr, da hatt' ich de Kneppe. Willich muß man sein, das is 's Haupt. Ich ha'n Wachtmeister de Stieweln geputzt; ich ha'n 's Ferd gestriegelt, Bier geholt. Ich war aso gefirre wie a Wieslichen. Und uf'n Posten war ich: Schwerkanon ja, mei Zeug, das mußt' ock immer aso finkeln. Ich war d'r erschte im Stalle, d'r erschte beim Appell, d'r erschte im Sattel; und wenn's zur Attacke ging – marsch marsch! heiliges Kanonrohr, Kreuzdonnerschlag, Herrrdumeinegitte!! Und ufgepaßt hab' ich wie a Schißhund. Ich dacht' halt immer: hier hilft's nischt, hier mußt de dran glooben; und da rafft' ich m'r halt a Kopp zusammen, und da ging's ooch; und da kam's aso weit, daß d'r Rittmeester und sagte vor d'r ganzen Schwadron ieber mich: das is ein Husar, wie a sein muß. Stille. Er setzt die Pfeife in Brand.

Ansorge, kopfschüttelnd. Da hast du aso a Glicke gehabt?! Nu jaja! – nu nee nee! Er setzt sich auf den Boden, die Weidenruten neben sich, und flickt, ihn zwischen den Beinen haltend, an seinem Korbe weiter.

Der alte Baumert. Da wolln m'r hoffen, daß de uns dei Glicke mitebringst. – Nu soll mer woll amal mittrinken?

Jäger. Nu ganz natierlich, Vater Baumert, und wenn's alle is, kommt mehr. Er schlägt ein Geldstück auf den Tisch.

Ansorge, mit blödem, grinsendem Erstaunen. O mei, mei, das gieht ja hier zu ... da kreescht a Braten, da steht a Quart Branntwein, – er trinkt aus der Flasche – sollst leben, Moritz! Nu jaja! nu nee nee! Von jetzt an wandert die Schnapsflasche.

Der alte Baumert. Kennten m'r nich zum wenigsten zu allen heilichen Zeiten aso a Stickl Gebratnes hab'n, statts daß ma kee Fleisch zu sehn kriecht ieber Jahr und Tag? – Aso muß ma warten, bis een wieder amal aso a Hundl zulauft wie das hier vor vier Wochen: und das kommt ni ofte vor im Leben.

Ansorge. Hast du Ami'n schlachten lassen?

Der alte Baumert. Ob a m'r vollens ooch noch derhungern tat ...

Ansorge. Nu jaja – nu nee nee.

Mutter Baumert. Und war aso a nette, betulich Hundl.

Jäger. Seid ihr hierum immer noch aso happich uf Hundebraten?

Der alte Baumert. O Jes's, Jes's, wenn m'r ock und hätt'n 'n genug.

Mutter Baumert. Nu da da, aso a Stickl Fleesch is gar ratlich.

Der alte Baumert. Hast du keen'n Geschmack ni mehr uf so was? Nu da bleib ock bei uns hier, Moritz, da werd a sich bald wieder einfinden.

Ansorge, schnüffelnd. Nu jaja – nu nee nee, das is ooch noch 'ne Guttschmecke – das macht gar a lieblich Gerichl.

Der alte Baumert, schnüffelnd. D'r reene Zimt, mecht' man sprechen.

Ansorge. Nu sag uns amal deine Meinung, Moritz. Du weißt doch, wie's in d'r Welt draußen zugeht. Werd das nu hier amal andersch werden mit uns Webern, oder wie?

Jäger. Ma sollt's wirklich hoffen.

Ansorge. Mir kenn d'r nich leben und nich sterben hier oben. Uns geht's leider beese, kannst's glooben. Eener wehrt sich bis ufs Blutt. Zuletzt muß man sich dreingeb'n. De Not frißt een's Dach ieberm Koppe und a Boden unter a Fießen. Frieher, da man noch am Stuhle arbeiten konnte, da hat man sich halbwegens mit Kummer und Not doch kunnt aso durchschlag'n. Heute kann ich m'r schonn ieber Jahr und Tag kee Stickl Arbeit mehr erobern. Mit der Korbflechterei is ooch ock, daß man sei bißl Leben aso hinfristen tutt. Ich flechte bis in de Nacht nein, und wenn ich ins Bette falle, da hab' ich an Beehmen und sechs Fenniche derschind't. Du hast doch Bildung, nu da sag amal selber, kann da woll a Auskommen sein bei der Teurung? Drei Taler muß ich hinschmeißen uf Haussteuer, een'n Taler uf Grundabgaben, drei Taler uf Hauszinse. Vierzehn Taler kann ich Verdienst rechen. Bleib'n fer mich sieben Taler ufs ganze Jahr. Dadervon soll ma sich nu bekochen, beheizen, bekleiden, beschuhn, ma soll sich bestricken und beflicken, a Quartier muß ma hab'n und was da noch alles kommt. – Is 's da a Wunder, wenn man de Zinse ni zahln kann?

Der alte Baumert. 's mißt amal eener hingehn nach Berlin und mißt's 'n Keeniche vorstelln, wie's uns aso geht.

Jäger. Ooch nich aso viel nutzt das, Vater Baumert. 's sein er schonn genug in a Zeitungen druf zu sprechen gekommen. Aber die Reichen, die drehn und die wenden an Sache aso ... die ieberteifeln a besten Christen.

Der alte Baumert, kopfschüttelnd. Daß se in Berlin den Pli nich hab'n!

Ansorge. Sag du amal, Moritz, kann das woll meeglich sein? Is da gar kee Gesetze d'rfor? Wenn eens nu und schind't sich's Bast von a Händen und kann doch seine Zinse ni ufbringen, kann m'r d'r Pauer mei Häusl da wegnehmen? 's is halt a Pauer, der will sei Geld hab'n. Nu weeß ich gar nich, was de noch wern soll? – Wenn ich halt und ich muß aus dem Häusl nausgehn ... Durch Tränen hervorwürgend. Hier bin ich geborn, hier hat mei Vater am Webstuhle gesessen, mehr wie virzig Jahr. Wie oft hat a zu Muttern gesagt: Mutter, wenn's mit mir amal a Ende nimmt, das Häusl halt feste. Das Häusl hab' ich errobert, meent' a iebersche. Hie is jeder Nagel an durchwachte Nacht, a jeder Balken a Jahr trocken Brot. Da mißt' ma doch denken ...

Jäger. Die nehmen een's Letzte, die sein's kumpabel.

Ansorge. Nu jaja! – nu nee nee! Kommt's aber aso weit, da wär' mirsch schonn lieber, se triegen mich naus, statts daß ich uf meine alten Tage noch nauslaufen mißte. Das bißl Sterben da! Mei Vater starb ooch gerne genug. – Ock ganz um de Letzte, da wollt'n a bißl angst wern. Wie ich aber zu'n ins Bette kroch, da wurd' a ooch wieder stille. – Wenn ma's aso bedenkt: dazemal war ich a Jungl von dreizehn Jahrn. Miede war ich, und da schlief ich halt ein, bei dem kranken Manne – ich verstand's doch nich besser –, und da ich halt ufwachte, war a schonn kalt.

Mutter Baumert, nach einer Pause. Greif amal ins Röhr, Bertha, und reich Ansorgen de Suppe.

Bertha. Dahier eßt, Vater Ansorge!

Ansorge, unter Tränen essend. Nu nee nee – – nu jaja!

Der alte Baumert hat angefangen, das Fleisch aus der Pfanne zu essen.

Mutter Baumert. Nu, Vater, Vater, du wirscht dich doch gedulden kenn'n. Laß ock Berthan vor richtich vorschirrn.

Der alte Baumert, kauend. Vor zwee Jahren war ich's letzte Mal zum Abendmahle. Gleich dernach verkooft' ich a Gottstischrock. Dadervon kooften m'r a Stickl Schweinernes. Seitdem da hab' ich kee Fleesch ni mehr gessen bis heut abend.

Jäger. Mir brauchen o erscht kee Fleesch, fer uns essen's de Fabrikanten. Die waten im Fette rum bis hieher. Wer das ni gloobt, der brauch ock nuntergehn nach Bielau und nach Peterschwalde. Da kann ma sei Wunder sehn: immer e Fabrikantenschloß hintern andern. Immer e Palast hintern andern. Mit Spiegelscheiben und Türmeln und eisernen Zäunen. Nee, nee, da spiert keener nischt von schlechten Zeiten. Da langt's uf Gebratnes und Gebacknes, uf Eklipaschen und Kutschen, uf Guvernanten und wer weeß was. Die sticht d'r Haber aso sehr! Die wissen gar nich, was de schnell anstelln vor Reechtum und Iebermut.

Ansorge. In a alten Zeiten da war das ganz a ander Ding. Da ließen de Fabrikanten a Weber mitleben. Heute da bringen se alles alleene durch. Das kommt aber daher, sprech' ich: d'r hohe Stand gloobt ni mehr a keen Herrgott und keen Teiwel ooch nich. Da wissen se nischt von Geboten und Strafen. Da stehln se uns halt a letzten Bissen Brot und schwächen und untergraben uns das bißl Nahrung, wo se kenn'n. Von den Leuten kommt's ganze Unglicke. Wenn unsere Fabrikanten und wärn gute Menschen, da wärn ooch fer uns keene schlechten Zeiten sein.

Jäger. Da paßt amal uf, da wer ich euch amal was Scheenes vorlesen. Er zieht einige Papierblättchen aus der Tasche. Komm, August, renn in de Schelzerei und hol noch a Quart. Nu, August, du lachst ja in een Biegen fort.

Mutter Baumert. Ich weeß nich, was mit dem Jungen is, dem geht's immer gutt. Der lacht sich de Hucke voll, mag's kommen, wie's will. Na, feder, feder! August ab mit der leeren Schnapsflasche. Gelt ock, Alter, du weeßt, was gutt schmeckt?

Der alte Baumert, kauend, vom Essen und Trinken mutig erregt. Moritz, du bist unser Mann. Du kannst lesen und schreiben. Du weeßt's, wie's um de Weberei bestellt is. Du hast a Herze fer de arme Weberbevelkerung. Du sollt'st unsere Sache amal in de Hand nehmen dahier.

Jäger. Wenn's mehr ni is. Das sollte mir ni druf ankommen; dahier! den alten Fabrikantenräudeln, den wollt' ich viel zu gerne amal a Liedl ufspieln. Ich tät' m'r nischt draus machen. Ich bin a umgänglicher Kerl, aber wenn ich amal falsch wer und ich krieg's mit der Wut, da nehm' ich Dreißichern in de eene, Dittrichen in de andre Hand und schlag' se mit a Keppen an'nander, daß'n 's Feuer aus a Augen springt. – Wenn mir und mer kennten's ufbringen, daß m'r zusammenhielten, da kennt m'r a Fabrikanten amal an solchen Krach machen ... Da braucht m'r keen'n Keenich derzu und keene Regierung, da kennten m'r eenfach sagen: mir wolln das und das und aso und aso ni, und da werd's bald aus een'n ganz andern Loche feifen dahier. Wenn die ock sehn, daß ma Krien hat, da ziehn se bald Leine. Die Betbrieder kenn' ich! Das sein gar feige Luder.

Mutter Baumert, 's is wirklich bald wahr. Ich bin gewiß ni schlecht. Ich bin gewiß immer diejenigte gewest, die gesagt hat, die reichen Leute missen ooch sein. Aber wenn's aso kommt ...

Jäger. Vor mir kennte d'r Teiwel alle holn, der Rasse vergennt' ich's.

Bertha. Wo is denn Vater? Der alte Baumert hat sich stillschweigend entfernt.

Mutter Baumert. Ich weeß nich, wo a mag hin sein.

Bertha. Is etwan, daß a das Fleescherne ni mehr gewehnt is?!

Mutter Baumert, außer sich, weinend. Nu da seht ihrsch, nu da seht ihrsch! Da bleibt's 'n noch ni amal. Da wird a das ganze bissel scheenes Essen wieder von sich geben.

Der alte Baumert kommt wieder, weinend vor Ingrimm. Nee, nee! mit mir is bald gar alle. Mich hab'n se bald aso weit! Hat man sich amal was Guttes dergattert, da kann ma's ni amal mehr bei sich behalt'n. Er sitzt weinend nieder auf die Ofenbank.

Jäger, in plötzlicher Aufwallung, fanatisch. Und daderbei gibt's Leute, Gerichtsschulzen, gar nich weit von hier, Schmärwampen, die de's ganze Jahr nischt weiter zu tun haben, wie unsern Herrgott im Himmel a Tag abstehln. Die wolln behaupten, de Weber kennten gutt und gerne auskommen, se wärn bloß zu faul.

Ansorge. Das sein gar keene Mensche. Das sein Unmensche sein das.

Jäger. Nu laß ock gutt sein, a hat sei Fett. Ich und d'r rote Bäcker, mir hab'n 's 'n eingetränkt, und bevor m'r abzogen zu guter Letzte, sangen m'r noch's »Bluttgerichte«.

Ansorge. O Jes's, Jes's, is das das Lied?

Jäger. Ja, ja, hie hab' ich's.

Ansorge. 's heeßt doch, gloob' ich, 's Dreißicherlied oder wie.

Jäger. Ich wersch amal vorlesen.

Mutter Baumert. Wer hat denn das Lied derfund'n?

Jäger. Das weeß kee Mensch nich. Nu heert amal druf. Er liest, schülerhaft buchstabierend, schlecht betonend, aber mit unverkennbar starkem Gefühl. Alles klingt heraus: Verzweiflung, Schmerz, Wut, Haß, Rachedurst.

Hier im Ort ist ein Gericht,
noch schlimmer als die Femen,
wo man nicht erst ein Urteil spricht,
das Leben schnell zu nehmen.

Hier wird der Mensch langsam gequält,
hier ist die Folterkammer,
hier werden Seufzer viel gezählt
als Zeugen von dem Jammer.

Der alte Baumert hat, von den Worten des Liedes gepackt und im tiefsten aufgerüttelt, mehrmals nur mühsam der Versuchung widerstanden, Jäger zu unterbrechen. Nun geht alles mit ihm durch: stammelnd, unter Lachen und Weinen, zu seiner Frau. Hier ist die Folterkammer. Der das geschrieben, Mutter, der sagt die Wahrheet. Das kannst du bezeugen ... Wie heeßt's? Hier werden Seufzer ... wie? hie wern se viel gezählt ...

Jäger .... als Zeugen von dem Jammer.

Der alte Baumert. Du weeßt's, was mir aso seufz'n een'n Tag um a andern, ob m'r stehn oder liegen.

Jäger, während Ansorge, ohne weilerzuarbeiten, in tiefer Erschütterung zusammengesunken dasitzt, Mutter Baumert und Bertha fortwährend die Augen wischen, fährt fort zu lesen.

Die Herrn Dreißiger die Henker sind,
die Diener ihre Schergen,
davon ein jeder tapfer schind't,
anstatt was zu verbergen.

Ihr Schurken all, ihr Satansbrut ...

Der alte Baumert, mit zitternder Wut den Boden stampfend. Ja, Satansbrut!!!

Jäger liest.

... ihr höllischen Kujone,
ihr freßt der Armen Hab und Gut,
und Fluch wird euch zum Lohne.

Ansorge. Nu jaja, das is auch an Fluch wert.

Der alte Baumert, die Faust ballend, drohend. Ihr freßt der Armen Hab und Gut –!

Jäger liest.

Hier hilft kein Bitten und kein Flehn,
umsonst ist alles Klagen.
»Gefällt's euch nicht, so könnt ihr gehn
am Hungertuche nagen.«

Der alte Baumert. Wie steht's? Umsonst ist alles Klagen? Jedes Wort ... jedes Wort ... da is all's aso richtig wie in d'r Bibel. Hier hilft kein Bitten und kein Flehn!

Ansorge. Nu jaja! nu nee nee! da tutt schonn nischt helfen.

Jäger liest.

Nun denke man sich diese Not
und Elend dieser Armen,
zu Haus oft keinen Bissen Brot,
ist das nicht zum Erbarmen?

Erbarmen, ha! ein schön Gefühl,
euch Kannibalen fremde,
ein jedes kennt schon euer Ziel,
's ist der Armen Haut und Hemde.

Der alte Baumert springt auf, hingerissen zu deliranter Raserei. Haut und Hemde. All's richtig, 's is der Armut Haut und Hemde. Hier steh' ich, Robert Baumert, Webermeister von Kaschbach. Wer kann vortreten und sag'n ... Ich bin ein braver Mensch gewest mei lebelang, und nu seht mich an! Was hab' ich davon? Wie seh' ich aus? Was hab'n se aus mir gemacht? Hier wird der Mensch langsam gequält. Er reckt seine Arme hin. Dahier, greift amal an, Haut und Knochen. Ihr Schurken all, ihr Satansbrut!! Er bricht weinend vor verzweifeltem Ingrimm auf einem Stuhl zusammen.

Ansorge schleudert den Korb in die Ecke, erhebt sich, am ganzen Leibe zitternd vor Wut, stammelt hervor. Und das muß anderscher wern, Sprech' ich, jetzt uf der Stelle. Mir leiden's ni mehr! Mir leiden's ni mehr, mag kommen, was will.

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