Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Julius Stinde >

Die Wandertruppe oder Das Dekamerone der Verkannten

Julius Stinde: Die Wandertruppe oder Das Dekamerone der Verkannten - Kapitel 5
Quellenangabe
authorJulius Stinde
titleDie Wandertruppe oder Das Dekamerone der Verkannten
publisherVerlag von Freund & Jeckel. (Carl Freund.)
year1887
illustratorOscar Wagner
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20170401
projectid356b7564
Schließen

Navigation:

Antonie Dreppler

Antonie Dreppler,

unsere erste Heldenmutter, erzählt:

Liebe Kinder, Ihr wollt, daß ich Euch eine Episode aus meinem Leben zum Besten gebe – ach Ihr wißt nicht, was Ihr verlangt. Ihr sagt, ich müsse schreiben, es sei dies zu meinem und Eurem Ruhme unerläßlich. Obgleich ich dies nicht ganz begreife, so will ich Euch doch den Gefallen thun. Ich will Euch die düsterste Begebenheit aus meinem Leben mittheilen, so wie sie war und wie sie sich zutrug. Ich will nichts abthun und nichts hinzuthun, sondern bei der Wahrheit bleiben, die jedem Künstler und jeder Künstlerin das höchste und unantastbarste Gut ist.

Ich will Euch erzählen, wie ich Mutter ward.

Es war im Jahre – doch wozu sind Jahreszahlen nöthig? – Genug, in der Zeit, von der ich rede, gab es noch viele Ferschten, viele Höfe und viele Hoftheater. An einem dieser Hoftheater war ich engagirt.

Meine Erziehung war eine tadellose gewesen; meine Jugend verlebte ich in dem Kloster der frommen Ursulinerinnen, von denen ich nur Gutes sah und hörte, und die mich lehrten, die Sünde zu fliehen und die Tugend zu achten. Damals wußte ich nicht, daß es Leute giebt, welche die Tugend fliehen und die Sünde lieben. Dies sollte ich erst später erfahren.

Von meinen Angehörigen lebte nur eine betagte Tante. Diese nahm mich zu sich, als ich das Kloster verließ. Es war eine liebe, herzige, alte Dame, die nur das Unglück hatte, täglich an Zahnschmerzen zu leiden. Sobald die Schmerzen eintraten, wandte sie ein altes bewährtes Hausmittel an. Sie nahm nämlich ein wenig guten alten Jamaika-Rum in den Mund, bis sie Ruhe hatte. Oft bedurfte sie einer ganzen Flasche voll von diesem einfachen Hausmittel, ehe die Pein sich gelegt hatte. Dann schlief sie sanft wie ein Engel und ich saß an ihrem Schmerzenslager.

Um auf meinem Posten nicht einzunicken, las ich in den Büchern meiner Tante. Goethe, Schiller und der erhabene Lessing waren meine Lektüre – ach, bald wußte ich sie auswendig, denn die Tante schlief viel und die Bibliothek war nur klein. Ich litt dann an Seelenschmerzen, die jedoch durch das Hausmittel der Braven entschieden etwas gelindert wurden.

Eines Tages – die Tante hatte wieder schrecklich ausgehalten und sehr viel Rum an die Zähne genommen – erwachte sie plötzlich aus ihrem wilden Schlafe, blickte entsetzt um sich und starrte mich an. »Wie geht es, theuerste Tante?« fragte ich, und rückte ihre Kissen.

»Jage die Mäuse fort, die auf der Bettdecke kriechen!« schrie sie. »Da, da die große fette mit den Glotzaugen! – – Jage sie fort!«

»Ich sehe keine einzige Maus, geliebte Tante,« sprach ich sanft, da ich Nichts gewahrte. Sie aber ließ sich nicht beschwichtigen. Ihre Hände zitterten vor Aufregung. Hierauf rief sie angstvoll: »Sage dem schwarzen Mann dort, er soll machen, daß er fort kommt! Hu, er klappert mit den Zähnen!«

»Welchen schwarzen Mann, theure Tante?«

»Den Mann jage hinaus, er sitzt vor mir auf der Bettkante und grinst mich an!« –

Der Armen waren die Zahnschmerzen gewiß zu Kopfe gestiegen. Ich gab ihr den Rest von dem Hausmittel, der sich noch in der Flasche befand und schickte zum Arzte.

Dieser kam und schüttelte das weise Haupt. Er verschrieb eine Arznei und verbot den Weitergebrauch des Hausmittels. Von diesem Augenblick an schwanden die Kräfte der Tante sichtlich und in drei Tagen bahrten wir sie auf. Sie starb an Zahnschmerzen, obgleich sie keinen einzigen Zahn mehr im Munde hatte. Seit Jahren bediente sie sich künstlicher.

Kurz vor ihrem Ende hatte sie noch einen lichten Moment. »Antonie,« sagte sie, »gehe zum Ferschten und grüße ihn von mir. Er wird Dich nicht verlassen, denn er ist ein edler Ferscht.«

Meine Tante hatte wegen persönlicher Verdienste um den Hof eine kleine Pension vom Ferschten empfangen, die mit ihrem Ableben jedoch hinfällig wurde. Der Erlös aus ihren Sachen reichte gerade hin, den Weinhändler zu bezahlen, von dem sie den Rum bezog. Ich stand da: verwaist, ohne Anhalt, ohne Schutz. Was sollte ich beginnen?

Noch rechtzeitig erinnerte ich mich des Rathes, den mir die Tante gegeben. Ich eilte zum Ferschten, der so gnädig war, mir eine Audienz zu bewilligen. Mit Rührung hörte er die Schilderung meiner traurigen Lage an.

»Ja, ja!« Eigene Worte seiner Durchlaucht. sagte er, als ich geendet hatte.

Ueberwältigt sank ich ihm zu Füßen. »Das Leben ist der Güter höchstes nicht!« flüsterte ich kaum hörbar.

»Ah, man hat klassische Bildung!« rief der Ferscht überrascht. »Nun, nun, da läßt sich schon etwas machen. Sie sind gut gewachsen, liebes Kind, Ihr Organ ist nicht ohne, hingefallen sind Sie auch eben nicht übel – in Ihnen steckt ein großes dramatisches Talent!«

»Durchlaucht!« rief ich und blickte ihn fragend an.

»Ei, ei, und die Augen!« fuhren Se. Durchlaucht fort. »Angenehme Seelenbläue. – Sie werden sich schon entwickeln. Das macht sich noch. Die Arme könnten etwas voller sein. Ja, ja, das könnten sie!«

»Ich werde mir Mühe geben, gnädigste Durchlaucht!« hauchte ich.

»Müssen sich fleißig an Mehlspeisen halten,« entgegnete leutselig der Ferscht. »Ja, ja, Mehlspeisen!«

Ich war überwältigt. Ach, wenn die Großen der Erde zu uns reden, wie klingt das doch so ganz anders, als wenn ein gewöhnliches Menschenkind Etwas sagt. Es ist Alles tiefer, erhabener, bedeutender und hinreißender. Warum sind nicht alle Menschen wie die Ferschten.

Weil es zu viel Niedriggeborene in der Welt giebt! Das ist es! –

»Melden Sie sich bei meinem Theaterintendanten,« sagte der Ferscht herablassend. »Sie sind an meinem Hoftheater angestellt!«

»Zu viel Gnade!« lispelte ich unter Thränen des Dankes über so unmenschliche Güte.

»Aber sich keinen Liebhaber anschaffen!« sagte der Ferscht strenge. »So etwas dulde ich nicht!«

»Durchlaucht!« erwiderte ich mit Würde. »Wer sich der hohen, heiligen Kunst ergiebt, wie sollte der wohl der eitlen, irdischen Liebe einen Platz in seinem Herzen einräumen? Ueberdies habe ich Grundsätze, denn ich bin im Kloster der frommen Ursulinerinnen erzogen worden.«

»Na, na!« Eigene Worte seiner Durchlaucht. sagte der Ferscht und deutete mit einer majestätischen Handbewegung an, daß ich entlassen sei.

Ich ging, und auf die Art ward ich ferschtliche Hofschauspielerin.

*

Der gute Ferscht hatte sich nicht in mir getäuscht – ich leistete Bedeutendes.

Warum soll ich nicht sagen, daß ich Bedeutendes leistete? Darf ich aus falscher Bescheidenheit meinen Ruhm unter den Scheffel stellen? Nein, liebe Kollegen, vor allen Dingen der Wahrheit die Ehre – alles Andere ist, wie der Franzose sagt, toute même chose oder Nebensache. Vergleicht man das Theater mit einem Pudding, so sind Ruhm und Beifall die Rosinen darin. Und wer von Euch – Hand auf's Herz, Kollegen und Kolleginnen – liebt die Rosinen etwa nicht? Soweit ich Euch kenne, sind sie Euch nie groß genug.

Doch, wie schon gesagt, ich leistete Ueberbedeutendes. Als ich an einem Tage das »Käthchen von Heilbronn« spielte, war der Applaus so orkanartig, daß der Kronleuchter wankte und ein Stück vom Plafond sich ablöste und ins Parquet fiel. Ausgerechnet achtzehn Personen mußten ohnmächtig an die Luft getragen werden. Meine Kolleginnen behaupteten zwar seit jener Zeit, ich spielte den Kalk von den Wänden, allein es war nur der Neid, der aus ihnen sprach.

Und was vermochten sie mit ihrer Mißgunst und ihrem Neid? – Nichts! – Denn der Ferscht hielt seine starke Hand über mir! Thatsächlich.

Ich ließ mich nicht irre machen. Treu dem Gebote des Ferschten huldigte ich den Mehlspeisen; meine Grundsätze verließen mich nie, und allabendlich, bevor ich auftrat, flehte ich zu dem Schutzgeiste meiner seligen Tante. Und das gab mir Muth und Kraft. Dank dieser einfachen Hausmittel nahm ich zu. – –

Auf Befehl des Forschten mußte ich eines Tages die Julia in »Romeo und Julia« übernehmen, eine Partie, welche bis zu diesem Termin die Alfanzi, unsere erste Liebhaberin, innegehabt hatte. Sie aber war dem Ferschten zu dürr geworden. Und woher hatte sie diese Dürre, diese Klapprigkeit, diese beleidigende Gothik an Ellbogen, Knie, Nase und Beinen? Von ihrer Abgunst, von ihrem Aerger über meinen Ruhm, über die Vergötterung, die mir zu Theil ward. Sie fraß sich selbst vor innerer Bosheit auf.

Der Theaterdiener erzählte mir, daß die Alfanzi Heulkrämpfe vor Wuth bekommen habe, als er die Rolle bei ihr abholte. Ich gab dem braven Greise einen neuen Dukaten für dieses Labsal von Nachricht.

Ich bin nicht niederträchtig, liebe Kollegen und Kolleginnen, aber dieser Alfanzi, diesem Knochengerippe, diesem Scheusal, gönnte ich den Aerger von ganzem Herzen. Sie war eben eine gemeine Kreatur. Doch es sei ferne von mir, über Kollegen auch nur das geringste Nachtheilige zu sagen. Im Gegentheil, wir müssen einander Alle beistehen, uns gegenseitig lieben, achten und ehren und unsere Schwächen mit dem Mantel der Kollegialität zudecken. Dienen wir doch Alle der schönen, veredelnden, sittlich erhebenden Kunst.

Aber, wenn mir eine an den Wagen rennt, der besorg' ich's.

Ich sollte die Julia spielen und ich spielte sie. Shakespeare konnte sich bei mir bedanken, so sprach ich die Balkonscene.

Der Ferscht schickte mir eine Düte echter Malzbonbons auf die Bühne. Die Alfanzi, welche die Gräfin Capulet hatte übernehmen müssen, rasselte hörbar mit den Knochen vor Aerger.

»Sie scheinen die Grippe zu haben, liebe Alfanzi,« sagte ich lächelnd zu ihr, »Sie fiebern ja entsetzlich. Nehmen Sie doch einen von den echten Malzbonbons, die Se. Durchlaucht der Ferscht soeben geruhten, mir zu senden!«

Die Alfanzi brach in ein gellendes hysteriöses Lachen aus. »Der Ferscht,« höhnte sie, »will auch einmal sehen, wie eine gemästete Wachtel die Julia verhunzt. Sie haben keinen Dunst von der Rolle, Theuerste; Sie gehören in den Cirkus und nicht auf die Bühne, meine Beste! Wissen Sie das.«

Mir blieb vor Schreck ein echter ferschtlicher Malzbonbon in der Kehle stecken. »Ungeheuer!« gurgelte ich und wollte mit vorgestreckten Nägeln auf sie losfahren, als ihr Liebhaber, der den Romeo spielte, zwischen uns trat.

»Die Alfanzi steht unter meinem Schutz,« rief er mir zu und ballte seine gemeinen Vorderpfoten, die er dicht unter meine Nase hielt. »Ein Wort und sie sollen glauben, Ostern und Pfingsten fallen auf einen Tag!«

Dann kam der Intendant und trennte uns; dann wurde das Zeichen zum Aufziehen des Vorhangs gegeben und ich mußte hinaus.

Die Nachtigall- und Lerchenscene sollte ich nun mit diesem Romeo spielen, den ich haßte. Ich kochte vor Wuth.

»Willst Du schon gehn? ( Sie Hanswurst! flüsterte ich ihm zu.)
Noch fern ist ja der Tag. ( Sie kriegen's noch.)
Es war die Nachtigall und nicht die Lerche,
Bei deren Ton Dein scheues Ohr erbebte. ( Jawohl, Eselsohren.)
Sie singt auf dem Granatbaum jede Nacht.
Glaub' Trauter mir, es war die Nachtigall.
( Sie bring ich um und den mageren Kleiderständer, die Alfanzi, dazu.)

Romeo.

( Halten Sie's Maul.) Die Lerche war's, des jungen Tages Bote,
Nicht Philomele, ( Sie Gans.) sieh die neidschen Streifen,
Die in dem Osten das Gewölk durchglühn.
Geh' ich, so leb' ich; bleib' ich, muß ich sterben.
( Sie sind ja besoffen; die ganze Stadt weiß, dass Sie trinken.)

Die Alfanzi stand in der Kulisse und lachte. »Bravo, bravo!« lachte sie dem Romeo zu. »Gieb's ihr nur gehörig. So ein Frachtwagen will die Julia spielen.«

Mehr konnte ich nicht ertragen. Ich war nicht länger Herrin meiner Sinne. In dem nächsten Augenblick saßen meine Nägel in dem Antlitz Romeo's. Leider glitten sie machtlos an der schlüpfrigen Fettschminke ab. Die Alfanzi sprang heraus und wollte mich an meinen Zöpfen hinterrücks zu Boden reißen; zum Glück waren es angesetzte und sie mußte sich mit den Strähnen begnügen. Das Publikum johlte vor Wonne, als es diese Kampfscene sah.

Ich wandte mich gegen die Alfanzi. Die aber schrie ins Publikum: »Rettung, Rettung, die Drepplern hat's Delirium.« Großer Aufstand im Publikum. Der Vorhang fiel. – – – –

Ich verbrachte eine grauenhafte Nacht; selbst der Schutzgeist der seligen Tante versagte seine oft erprobte Wirkung: ich flehte vergebens zu ihm.

Am nächsten Morgen wurde ich zum Ferschten befohlen.

»Ei, ei!« sagte er, »das sind ja nette Sachen, die auf dem Theater vor sich gehen.«

»Durchlaucht!« rief ich, »nur die Alfanzi ist schuld!«

»Weiß Alles!« entgegnete der Ferscht. »Sie werden von jetzt ab nicht mehr auftreten, Drepplern. Das Publikum bläst Sie an. Mein Theater ist ein Hoftheater und kein Skandaltheater!«

»Durchlaucht!« schrie ich, »Erbarmen! Die hohe heilige Kunst ist mein Hort, die Luft meines Daseins, sie allein ist der sittlich veredelnde Born, aus dem ich lechzend trinke.«

»Na, na!« sagte der Ferscht.

»Durchlaucht, wenn ich nicht mehr spielen darf, ist der Zweck meines Erdenwallens verloren!«

Der Ferscht sah mich eine Weile prüfend an.

»Sie sind hübsch komplet geworden, liebe Drepplern!« begann er milde.

»Die Mehlspeisen!« schaltete ich schüchtern ein.

»Ich liebe das,« fuhr der Ferscht fort. »Sie werden von jetzt an auf meinem Lustschloß Solitüde Wohnung nehmen. Die Zimmer, welche einst Ihre selige Tante inne hatte, stehen auch Ihnen zur Verfügung.«

»Verstehe ich Sie ganz, Durchlaucht?« raunte ich.

»Nu, natürlich!« entgegnete der Ferscht.

»Ich habe Grundsätze!« erwiderte ich hierauf mit Würde. »Nur an der linken Hand, Durchlaucht!«

»Sie wollen mir Vorschriften machen?« rief der Ferscht, und sein edles Antlitz verfinsterte sich wie ein Gewitter. »Ist das der Dank für meine Gnade? Sie werden meinen Zorn fühlen, so gewiß zweimal sieben vierzehn sindEigene Worte seiner Durchlaucht.

»Von meinen Grundsätzen lasse ich nicht!« entgegnete ich stolz.

»Ich auch nicht!« schrie der Ferscht. – »Sie wollen spielen, – gut, Sie sollen spielen, aber von heute an nur – Mütter!

Bewußtlos sank ich zu Boden.

*

Der Ferscht hielt Wort, ich mußte die Mütter spielen. Zwar gedachte ich im Anfang, mich zu weigern, allein die Kunst stand mir höher als alle anderen Interessen. In ihr fand ich den Trost, dessen ich bedurfte.

So ward ich Mutter, ohne meine Grundsätze aufzugeben. Ich habe sie bis heute konservirt.

Und wie spielte ich die Mütter. Mit welchem Eifer lernte ich meine Rollen, die stets bombenfest saßen, weil ich am Bette der Tante mein Gedächtniß frühzeitig geübt hatte. O, liebe Kollegen und Kolleginnen, welch' ein Hochgenuß ist es doch, auf der Bühne Etwas vorzustellen, wovon man nicht das geringste Verständniß hat.

Denn ich war nur Mutter in der Idee. Dies kann nicht Jede von sich sagen.

Ich hätte in der Solitüde wohnen, den Ferschten und sein Land zu meinen Füßen sehen können, ich wäre allmächtig gewesen und hätte die Alfanzi vernichten können, allein ich verschmähte diese Triumphe, um der hohen Kunst zu dienen und meine Grundsätze unerschüttert zu bewahren.

Dem Ferschten habe ich verziehen, er ruht bereits ausgestopft in seiner Ahnengruft. Die Alfanzi ist Logenschließerin geworden; der elende Romeo heirathete eine Krämerswittwe, die ihm, wie sich's gehört, das Leben gehörig sauer machte.

Ich aber blieb der Kunst treu. Oft, wenn mich der Geist der seligen Tante umschwebt, träume ich von der Vergangenheit, von meinen Erfolgen, von meinen Leiden. Dies sind meine schönsten Stunden. Möge Niemand den rauhen Pfad der Kunst betreten, wer keine Grundsätze hat.

Erste Mütter-Darstellerin.

 << Kapitel 4  Kapitel 6 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.