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Die Vestalinnen - Band IV

Robert Kraft: Die Vestalinnen - Band IV - Kapitel 41
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typefiction
authorRobert Kraft
titleDie Vestalinnen - Band IV
publisherH. G. Münchmeyer, G. m. b. h., Niedersedlitz-Dresden
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40.

Im Boudoir der Gräfin.

Gräfin Urbanowska nannte sich die Dame, welche vor einigen Wochen in Matagorda die ganze erste Etage eines möblierten Hauses gemietet hatte und nach Engagement einiger Dienst- und Kammermädchen ihre vielen Zimmer nur selten verließ, und zwar nur gegen Abend, wenn es dunkel war, in einem Mietswagen.

Sie las, auf dem Divan behaglich ausgestreckt, die Zeitungen, interessierte sich besonders für die Berichte über Schiffahrt, nahm auch einen Roman zur Hand, rauchte dazu eine Zigarette nach der anderen, setzte sich an das Klavier, spielte und sang zugleich und konnte dann auch wieder stundenlang über den weichen Teppich wandern, oft vor dem Fenster stehen bleibend, bis sie mit dem kleinen, zierlichen Fuße heftig auf den Boden stampfte und sich wieder auf das Sofa warf, um von neuem nach Buch und Zigarettenkästchen zu greifen.

Ihr Name war ein polnischer, also mußte sie eine Polin sein, wie auch ihre schönen Züge, ihre kräftige, üppige Gestalt, das reiche, schwarze Haar und besonders das dunkle Auge, die kleinen Hände und Füße sie zur Tochter dieser durch Schönheit sich auszeichnenden Nation stempelten, aber nie hörte man von ihr ein polnisches Wort, sie sang amerikanische oder italienische Lieder und las englische Bücher.

Auffällig war noch, daß diese Dame sehr viele Stadtbriefe empfing, jeden Tag einige, und doch keinen erwiderte. Nach jedesmaligem Empfang eines solchen orientierte sie sich erst in dem Schiffahrtsbericht der Zeitungen und verglich diesen dann mit dem Briefe.

In den Zeitungen interessierten sie besonders die Berichte über Schiffahrt.

Von Tag zu Tag nahmen ihre Züge einen finstereren Ausdruck an, immer weniger konnte sie es in der bequemen Lage auf dem Polster aushalten. Lektüre vermochten sie nicht mehr zu zerstreuen; am liebsten wanderte sie den ganzen Tag auf und ab. Auch des Abends verließ sie das Haus nicht mehr im geschlossenen Wagen, dessen Verschlag erst draußen auf einsamer Landstraße zurückgeschlagen wurde, damit die Fahrende die frische Nachtluft genießen konnte. Der Gang durchs Zimmer war ihr Bewegung genug; ermüdet sank sie des Abends in die schwellenden Kissen, aber nur, um sich die ganze Nacht schlaflos auf ihnen umherzuwälzen; die brennenden Augenlider wollten sich nicht schließen, und doch fühlte sie sich unsagbar müde.

Eines Tages kam ein Brief, bei dessen Durchlesen ihre Züge zum ersten Male sich aufklärten; eine sonnige Freude erhellte und verschönte sie noch mehr.

»Endlich,« jubelte sie bei der ersten Zeile auf, »endlich kommen sie. Aber was ist das? Auch dieser Schurke ist wieder bei ihnen?« fuhr sie dann fort. »›Wahrscheinlich‹, schreibt er zwar nur, nun ja, dieses ›wahrscheinlich‹ kenne ich schon, es ist so gut wie bestimmt. Ha, was würde ich darum geben, wenn dieser Mensch nicht mehr existierte! Aber er scheint gegen alles gefeit zu sein, was anderen schadet.«

Sie las den Brief zu Ende und setzte ihren Spaziergang durchs Zimmer fort. Ihre Freude hatte sich etwas gelegt, das Gesicht hatte wieder einen ärgerlichen Ausdruck angenommen.

»Also mit der ›Seeschwalbe‹ kommen sie nicht, dieser elende Deutsche, dieser Detektiv, hat eine List gebraucht, um meine Spione auf eine falsche Spur zu lenken. Ein Glück, daß mein Agent schlau genug war, dieselbe zu merken, aber sehr schade, daß er nicht den Namen des Schiffes erfahren hat, mit welchem sie reisen. Doch nur Geduld, sie kommen sicher hierher! Fahren sie auch nicht direkt nach Matagorda, ihr Weg fühlt sie doch schließlich hierher, denn die Damen, das Ziel ihrer Sehnsucht, befinden sich nicht weit von Matagorda. Möchten sie dieselben nie wiedersehen, ich wünschte, die Pläne jener beiden Tölpel gelängen, und der weiße Wolf und die Fischer täten ihre Pflicht.

»Diese beiden Herren glauben natürlich fest daran, die Engländer kämen mit der ›Seeschwalbe‹,« lächelte sie nach einer Pause. »Ihr Agent in Kingston hat eine sehr plumpe List angewendet, um die Absicht der Engländer zu erfahren. Hahaha, er hielt Nick Sharp für einen Diener Lord Harrlingtons, suchte ihn betrunken zu machen und nahm ihm dann seine Papiere ab. Köstlich! Sharp wird ihn schön an der Nase herumgeführt haben!«

Sinnend blieb sie vor dem Fenster stehen und blickte auf die Straße hinaus, auf welcher es auf- und abwogte.

»Wären die Mädchen wirklich tot,« murmelte sie weiter, »so hätte ich leichtes Spiel. James wird außer sich sein, erfährt er das Ende von Miß Petersen, dann aber werde ich auftreten und langsam, aber sicher, meine Fäden spinnen, die zum Siege führen. Wie aber, wenn Miß Petersen ihrem Schicksale entgangen wäre?«

Die Züge des Weibes nahmen einen erschreckenden Ausdruck an, sie drückten eine furchtbar drohende Energie aus.

»Lebt sie doch noch, dann werde ich selbst an's Werk gehen,« kam es zischend von ihren Lippen. »Ich will Tag und Nacht nicht ruhen, bis ich meine Absicht erreicht habe, und was anderen nicht gelungen ist, muß mir glücken. Bah, was ist leichter, als einer Person einen Dolch ins Herz zu stoßen? Jene Feiglinge wagten es natürlich nicht. Immer wußten sie eine Ausrede, warum sie es unterlassen hatten, ich aber werde kurzen Prozeß machen.

»James muß mein werden, es koste, was es wolle, und wenn ich über hundert Leichen zu ihm gelangen sollte.«

Sie strich sich nachdenkend mit der Hand über die heiße Stirn.

»Doch, welche Bilder male ich mir da aus! Die Vestalinnen werden nimmermehr zurückkehren. Es war ein ganz guter Gedanke, den Kirkholm und Spurgeon hatten. Dem weißen Wolf ist nicht leicht zu entkommen. Er wird nicht eher ruhen, als bis er seine Fänge in das zarte Fleisch der Mädchen schlagen kann. Hahaha, wie werden sie unter seinen Klauen zucken! Ich denke, die keuschen Priesterinnen der ›Vesta‹ werden von den Apachen wohl ihres Schmuckes beraubt werden.«

Ein boshafter Triumph prägte sich in ihren Zügen aus.

»Und auch der Gedanke mit den Fischern ist ganz gut,« fuhr sie fort, »sie haben Angst und werden diejenigen, welche um ihr Verbrechen wissen, vernichten. Morgen kann ich vielleicht schon die Nachricht ihres Todes erhalten, aber ich selbst werde mich persönlich überzeugen.« –

Einige Tage waren nach diesem Selbstgespräch vergangen, die Spannung der Gräfin, für einige Tage gelindert, war von neuem erwacht, denn jetzt wollte sie erfahren, ob die Vestalinnen wirklich den Tod erlitten hatten.

Wieder verglich sie eines Morgens die Schiffahrtsberichte mit einem eingelaufenen Schreiben, als ihr die Kammerzofe einen neuen Brief brachte

Sie wartete, bis das Mädchen hinaus war, und riß dann hastig den Umschlag auf.

»Es ist der erwartete Brief,« flüsterte sie mit fliegendem Atem, »das geheime Zeichen ist darauf.«

Kaum hatte sie die ersten Zeilen überflogen, als sie mit tödlicher Blässe im Antlitz auf das Sofa sank und stöhnend das Papier fallen ließ.

»Meine Ahnung,« hauchte sie. »Dieses Weib ist wiederum dem Tode entgangen. Kein Haar ist ihm gekrümmt worden.«

Mit geistesabwesenden Augen starrte sie vor sich hin, sie blickten ausdruckslos ins Leere. Nach und nach wurden sie aber von einem unheimlichen Glanze beseelt, immer drohender wurden sie, immer finsterer, und zuletzt sprang die Gräfin mit einem Ausruf auf, den man nie aus ihrem Munde zu hören geglaubt hätte – es war ein Fluch.

»Himmel und Hölle,« schrie sie, »jetzt kommt die Reihe an mich! Jetzt werde ich versuchen, ob ich Eigenschaft zu einem Bravo Bravo ist der Name für italienische Meuchelmörder, welche sich für Geld dingen lassen.] habe. Noch heute nacht treffe ich Anstalten zur Abreise, verkleidet schleiche ich mich in ihre Nähe, und mein Dolch soll ihr Herz nicht fehlen, und,« fügte sie langsamer hinzu, »auch nicht das mancher anderen.«

Sie hob das Schreiben wieder vom Boden auf; das Zittern hatte sie verlassen; sie war wieder ganz Ruhe und Entschlossenheit.

»Sie haben sich in den Ruinen des Tempels versteckt, in welchem ein mexikanischer Gott verehrt wurde,« las sie weiter, »und werden diese wahrscheinlich erst verlassen, wenn die Wunden einiger Damen geheilt sind. Sie haben schwere Kämpfe mit den Apachen zu bestehen gehabt. Chalmers ist hier eingetroffen und hat seinen Freunden Kirkholm und Spurgeon erzählt, die Damen seien alle vernichtet; auch er ist jetzt also auf die Seite der Vestalinnen getreten und zum Verräter an seinen früheren Kameraden geworden.«

»Chalmers? Chalmers?« flüsterte das Weib sinnend. »Ja, richtig, das ist der Mann, welcher in der Maske eines Predigers sich in fromme Kreise New Yorks zu schleichen wußte, die mit den Vestalinnen korrespondierten. Von diesen erfuhr er immer die Ziele der ›Vesta‹. Auch er ist also übergelaufen. Nun, mich soll das nicht weiter aufregen. Immer zu, sie mögen alle ihren Untergang finden! Der geheimnisvolle Meister hat seine Rolle ausgespielt, jetzt gilt es nur noch, mein Schäfchen in's Trockene zu bringen, James zu gewinnen und – Rache zu nehmen. Mögen die Herren sehen, wie sie fertig werden, sie werden wohl am Galgen enden, wenn sie es nicht vorziehen, mit leeren Händen sich zurückzuziehen! Hahaha,« lachte das Weib, »jahrelang haben sie sich abgemüht, und alles ist nun vergebens. Diese Narren!«

Sie nahm wieder den Brief auf und las ihn zu Ende:

»Gestern nachmittag ist in Matagorda ein Dampfer angekommen, die ›Malaga‹. Auf ihm waren die englischen Herren; sie hielten sich versteckt und verließen das Schiff erst bei Nacht. Es gelang mir, sie zu beobachten, sie wohnen im Hotel Merkurial. Niemand wird sie erkannt haben, sie waren in Mäntel gehüllt und redeten sich mit anderen Namen an. Den Detektiven Nick Sharp habe ich nicht unter ihnen herausgefunden. Sobald ich mehr erfahre, teile ich es Ihnen mit.«

Das Weib glaubte seinen Augen nicht trauen zu dürfen, als es den Schluß des unterschriftslosen Briefes gelesen hatte.

Also die Herren waren schon hier! James wohnte schon eine Nacht mit ihr zusammen in den gleichen Mauern, und sie hatte keine Ahnung davon gehabt!

Mit hämmernden Schläfen sprang sie auf und rannte im Zimmer auf und ab. Diesmal konnte sie sich nicht so leicht beruhigen.

Doch sie mußte sich zur Ruhe zwingen, denn das Kammermädchen trat nach kurzem Anklopfen herein und meldete, daß im Vorzimmer eine Dame warte, welche die Gräfin Urbanowska zu sprechen wünsche.

Sie überreichte der Herrin eine Karte.

Die Gräfin las einen ihr unbekannten Namen, aber sie bemerkte an dem Kärtchen ein Zeichen, daß die Person, welche sie zu sprechen wünschte, mit zu dem Bunde des Meisters gehörte oder vielmehr gehört hatte.

Sie zögerte einen Augenblick. Sie war unschlüssig, ob sie sich stellen sollte, als erkenne sie das Zeichen nicht, hieß aber dann die Dame eintreten zu lassen.

Erschrocken fuhr sie beim ersten Anblick derselben zurück, sie glaubte nicht anders, als Miß Petersen vor sich zu haben, doch lächelte sie sofort über ihre Furcht und hieß die Eintretende mit einem kurzen Gruß willkommen.

»Miß Leigh,« sagte sie kalt, sie zum Sitzen nötigend, »was verschafft mir die Ehre?«

Die junge Dame schien über diesen kalten Empfang etwas verwundert und verstimmt. Sie ließ die Blicke durch das kostbar möblierte Zimmer gleiten, überflog die schöne, üppige Figur der Gräfin und setzte sich in den ihr zugeschobenen Lehnstuhl.

»Sie nennen sich jetzt Gräfin Urbanowska, wenn ich nicht irre?« fragte sie gezwungen lächelnd.

»Allerdings. Woher haben Sie meinen Namen und meine Adresse erfahren, wenn ich fragen darf? Dies nimmt mich wunder.«

»Ich erfuhr, daß hier eine Gräfin Urbanowska wohnte, und aus der Beschreibung eines Mädchens, welches in meinem Hotel dient, entnahm ich, daß es niemand anderes als Sie wären.«

Die Gräfin biß sich auf die Lippen.

Sie hatte vor wenigen Tagen eine Kammerzofe entlassen, weil sie sich ihr gegenüber unangemessen benommen hatte, und diese hatte geplaudert. Sie hatte einen dummen Streich gemacht.

»Was führt Sie zu mir? Sie haben wohl schon vernommen, daß es mit dem Meister, welchen läppischen Namen er sich zugelegt hatte, vorüber ist. Es hat sich alles aufgelöst, es werden keine Gelder mehr ausgezahlt, weil keine mehr zufließen. Jeder hat das behalten, was er gerade besaß, der eine viel, der andere wenig, und jeder muß zufrieden sein.«

»Sie mögen zufrieden sein, ich aber bin es nicht,« entgegnete Miß Leigh, »ich habe mein bares Geld während der Reise so ziemlich verbraucht und besitze kaum so viel, wie ich zum Leben nötig habe.«

Die Gräfin zuckte die vollen Schultern.

»Ich kann Ihnen nicht helfen. Wenn Sie sich nicht während jener Zeit, in welcher Sie für den Meister tätig waren, genügend gesammelt haben, um behaglich davon leben zu können, so ist das nicht meine Schuld. Ich habe es getan.«

»Das glaube ich,« spottete Miß Leigh, sich nochmals im Zimmer umsehend, »und wer so intim mit dem Meister verkehrt hat, dem war dies wohl auch möglich.«

Die Sprecherin hatte bei diesen Worten die Gräfin scharf beobachtet, konnte aber keine Wirkung des Spottes wahrnehmen. Gräfin Urbanowska griff in das Kästchen und zündete sich langsam eine Zigarette an.

»Natürlich, je nachdem wir von dem sogenannten Meister für befähigt oder unbefähigt gehalten wurden, bekamen wir höhere oder gering bezahlte Posten,« entgegnete sie gleichgültig. »Ich hatte das zweifelhafte Glück für eine sehr gewandte – Person gehalten zu werden, den anderen Ausdruck will ich nicht gebrauchen, und wurde daher sogar als Vertraute behandelt. Ich habe mehr erfahren, als mir lieb war. Doch sprechen Sie offen mit mir! Was wünschen Sie? Wir haben zusammen gearbeitet, wir haben uns gut vertragen, und so will ich diesmal eine Ausnahme von meinen Grundsätzen machen. Was wünschen Sie?«

»Geld!«

»Hm, kurz und bündig sind Sie, das muß man Ihnen lassen. Haben Sie versucht, die Summe zu erheben, welche Ihnen nach Erledigung Ihres Auftrages bestimmt war?«

»Ja, aber es war natürlich vergebens. Ich fand fremde Gesichter vor, und das Zeichen wirkte nicht. Dann erfuhr ich auch, wie es mit der Sache des Meisters steht.«

»Sie haben nicht viel mit ihrer Mission erreicht, die Engländer leben noch.«

»Das scheint so, wenn ich auch nicht weiß, wo sie sind. Jedenfalls habe ich meinen Auftrag gut ausgeführt.«

»Wo ist Fernando, der Sie zuerst als Miß Petersen ausgab und Sie auch dem Anscheine nach rauben ließ?«

»Er ist tot. Er ist auf den Pampas in meinen Armen gestorben.«

Der Gräfin Züge nahmen einen merkwürdigen Ausdruck an.

»Sollte er vielleicht am Fieber sterben?« fragte sie leise.

Miß Leigh zögerte nicht, eine Antwort zu geben, die sie zur Mörderin stempelte. Diesem Weibe gegenüber brauchte sie sich nicht zu genieren.

»Ja, er sollte am Fieber sterben,« lächelte sie, und ihre Augen funkelten, wie die einer Katze.

Nach einer kleinen Pause, während welcher sich die Gräfin mit ihrer Zigarette beschäftigt hatte, fragte sie wieder:

»Wo wohnen Sie? Mit welchem Schiff kamen Sie?«

Das Mädchen nannte den Hotel- und den Schiffsnamen.

»Wissen Sie, daß die englischen Lords gleichzeitig mit Ihnen hier angekommen sind?«

Miß Leigh fuhr erschrocken vom Stuhle auf.

»Was?« rief sie. »Ist das wahr?«

»Sicherlich, ich weiß es bestimmt! Gestern nachmittag mit der ›Malaga‹, die fast gleichzeitig mit Ihrem Passagierdampfer hier ankam.«

»Gut, daß Sie mir das mitteilen! Ich muß mich vor ihnen in acht nehmen und ganz besonders vor einem Manne, der in ihrer Gesellschaft ist. Er war furchtbar hinter mir her; nur durch die größte List und Schnelligkeit konnte ich ihm entgehen.«

»Meinen Sie Nick Sharp, den Detektiven?«

»Eben denselben.«

Die Unterhaltung stockte lange Zeit, die Gräfin schien die Blumen des Teppichs zu zählen, und Miß Leigh zündete sich unterdes eine Zigarette an.

Plötzlich stand die Gräfin auf, ging hinaus und kehrte mit einer kleinen Schatulle zurück, der sie ein Pack Banknoten entnahm, die sie aufzählte.

»Dreitausend Dollar,« sagte sie. »Bitte, zählen Sie dieselben nach, und prüfen Sie die Scheine!«

Erstaunt blickte Miß Leigh die Gräfin an. Was hatte dieselbe zu dieser plötzlichen Sinnesänderung gebracht?

Sie mußte sich noch einmal auffordern lassen, dann aber steckte sie die Scheine ein, ohne sie gezählt zu haben.

»Ich habe mir die Sache anders überlegt,« begann die Gräfin, Miß Leigh scharf ansehend, »ich zahle Ihnen die versprochene Summe aus meiner Kasse aus, weil Sie von dem Dienst des Meisters zwar entbunden sind, ich Sie aber gern in meine Dienste nehmen möchte. Verstehen Sie mich nicht falsch,« fuhr sie rasch fort, als das Mädchen eine Bewegung machte, als wollte sie die Taille öffnen, um die auf dem Busen ruhende Summe wieder herauszunehmen, »ich habe mich nicht richtig ausgedrückt. Ich will nicht die Rolle des Meisters auf eigene Faust weiterspielen, das ist ein undankbares Geschäft, aber ich möchte jemanden haben, der mir bei meinem Unternehmen hilft, welches ich vorhabe.«

»Was ist das?«

»Eine Privatsache! Wollen Sie mir beistehen? Ich stelle Ihnen glänzende Bedingungen.«

»Erklären Sie sich näher, dann will ich mich entscheiden!«

Die Gräfin rückte näher an die Besucherin heran und sprach lange und leise mit ihr. Miß Leigh schien darauf einzugehen.

»Sie übernehmen also vorläufig nur die Beobachtung, oder lassen dieselbe vielmehr besorgen, während ich abwesend bin,« schloß die Gräfin Urbanowska. »Sie selbst dürfen sich nicht sehen lassen, weil Sie erkannt werden könnten. Ich überlasse Ihnen diese Wohnung. Sie ist auf ein Vierteljahr bezahlt und ebenso das Dienstpersonal. Sind Sie mit diesem Anerbieten zufrieden?«

»Ich muß es sein, mir bleibt nichts anderes übrig.«

Miß Leigh stand auf.

»Also morgen früh reise ich ab,« sagte die Gräfin, »und eine Stunde vorher schon treffen Sie mit Ihrem Gepäck hier ein. Haben Sie sonst noch etwas zu bemerken?«

»Betreffs dieser Sache nicht, aber wegen etwas anderen,« entgegnete Miß Leigh. »Ich begegnete in Rio de Janeiro einem zerlumpten Menschen, welcher sich mir mit dem Zeichen des Meisters näherte, und zwar derart, daß ich in ihm einen Vertrauensmann erkannte. Er bat mich, für ihn die Ueberfahrt nach Mexiko, Texas oder Louisiana zu bezahlen, und ich nahm ihn mit. Hier angekommen, erfuhr er durch eine allerdings unverzeihliche Nachlässigkeit von mir – ich hatte ein Notizblatt liegen lassen – daß ich eine Gräfin Urbanowska besuchen wollte, und leider auch Ihren eigentlichen Namen. Der Mann wurde sehr aufgeregt und bestand durchaus darauf, Sie aufsuchen zu wollen. Ich machte anfangs Ausreden, aber er bestand so energisch darauf, daß ich ihm nicht wehren konnte. Er wartet jetzt unten, bis ich fertig bin, dann will er zu Ihnen. Lassen Sie ihn vor! Er muß einst eine wichtige Rolle beim Meister gespielt haben. Vielleicht hat er Ihnen wichtige Nachrichten zu bringen.«

Die Gräfin schien nicht neugierig zu sein, sie war sogar ärgerlich über Miß Leigh.

»Er hat sich nicht Ihnen gegenüber ausgesprochen?«

»Nein.«

»Er sah heruntergekommen aus?«

»Ja, sehr.«

»Hat er nicht gesagt, wie er in solche Verhältnisse gekommen ist?«

»Er hat nie darüber gesprochen, und alle meine Fragen ließ er unbeantwortet.«

»Haben Sie eine Ahnung, wer er ist?«

»Auch das nicht, er ist mir fremd.«

»Gut, ich werde ihn empfangen,« meinte die Gräfin nach langem Nachdenken, »mich seiner aber schnell entledigen, wenn er mir nicht paßt. Ich könnte noch einen Mann brauchen, der für mich geschickt zu operieren weiß und treu ist.«

Nachdem Miß Leigh das Zimmer verlassen hatte, trug Gräfin Urbanowska die Schatulle wieder fort und legte sich dann bequem auf das Sofa, eine Zigarette rauchend. Sie erwartete den neuen Ankömmling ohne jede Spannung.

»Es wird ein Bettler sein,« dachte sie, »einer jener Menschen, die früher vom Meister beschäftigt waren und nicht schlau genug gewesen sind, in den guten Zeiten für die schlechten zu sorgen. Er soll der letzte sein, den ich empfange, dann will ich sie ein für allemal mir vom Halse schaffen. Ein veränderter Name und eine andere Wohnung werden sie mir fernhalten.«

Draußen ward die Glocke gezogen; die Gräfin hörte, wie das Mädchen die Tür öffnete, und eine heisere Stimme der Zofe antworten, dann ertönte ein lauter Schrei. Ein heftiger Schritt kam über den Korridor, und die Tür zu dem Boudoir ward aufgerissen.

Schon wollte die Gräfin dem frechen Menschen, der ohne Anmeldung einzudringen wagte, ein drohendes Hinaus zurufen, aber das Wort erstarb auf ihren Lippen, als der schäbig gekleidete Mann, der die Tür hinter sich schloß und ihr so den Rücken kehrte, sich umdrehte und sie sein Gesicht sah.

Die Gräfin empfand bei diesem Anblick eine Anwandlung von Ekel; nie hatte sie einen so häßlichen Menschen gesehen. Das Gesicht dick geschwollen, die Lippen blau, die Nase kolbig, die Augen schlitzförmig und die Hände so geschwollen, daß die Finger nicht sich zu spreizen fähig waren. Das scheußlichste dazu war, daß der von keinem Hut bedeckte Kopf vollkommen nackt und ohne Haare war. Der Mann mochte die Kopfbedeckung draußen gelassen oder überhaupt keine gehabt haben.

Es war jene Jammergestalt, welche Spurgeon und Kirkholm auf dem Quai des Hafens begegnete.

Der Mann stand regungslos an der Tür, die Augen starr auf die Liegende geheftet.

Die Gräfin hatte sich schon wieder gesammelt. Sie kannte keine Furcht, sonst wäre sie wohl erschrocken aufgefahren, als der unbekannte Mensch in ihr Boudoir drang, aber sie war äußerst unwillig.

Sie warf einen Seitenblick auf ein Tischchen, auf welchem, ihr zur Hand, ein Revolver lag.

»Wie können Sie wagen, ohne Anmeldung hier einzutreten?« herrschte sie den Regungslosen an. »Ich habe wohl gehört, wie Sie meine Zofe zur Seite gedrängt haben. Wer sind Sie eigentlich?«

Die Gestalt öffnete den Mund, in dem nicht ein einziger Zahn mehr zu sehen war, und in einem schauerlich krächzenden, heiseren Tone klang es daraus hervor:

»Der Vater deines Kindes.«

Diese Antwort war selbst für die starknervige Gräfin zuviel. Die Zigarette entfiel ihrer Hand und sengte den kostbaren Teppich, aber für Minuten merkte das Weib nicht den brandigen Geruch. Es lag wie betäubt da.

»Was sagst Du, Mensch?« stammelte sie endlich.

Aber ehe die Gestalt noch Antwort geben konnte, sprang die Frau vom Sofa auf und eilte nach der gegenüberliegenden Seite, als wollte sie sich durch Flucht durch die dortige Tür dieser Erscheinung entziehen. Sie glaubte, es mit einem Wahnsinnigen zu tun zu haben.

Doch schnell sprang ihr der Mann in den Weg und streckte die Arme nach ihr aus.

»Zurück, Ungeheuer!« schrie das Weib entsetzt. »Rühre mich nicht an! Komm nicht so nahe heran! Dein Atem ist Gift, ich ekele mich vor dir! Zurück!«

Sie war zurückgewichen und hatte hinter dem Rücken den Revolver vom Tisch genommen. Schnell hielt sie ihn jetzt der Gestalt entgegen.

»Zurück!« rief sie noch einmal.

Aber der Mann war weder wahnsinnig noch furchtsam. Er blieb ruhig stehen, und ein schauderhaftes Grinsen verzerrte das scheußliche Gesicht.

»Kennst du mich nicht mehr, Sarah? krächzte er. »Schöner bin ich freilich nicht geworden. Ja, sieh mich nur entsetzt an, ich bin's wirklich, Eduard Flexan, den du seiner Schönheit wegen liebtest, wenn die Liebe auch nicht lange gedauert hat.«

Die Frau verlor die Fassung. Sie ließ den Revolver sinken und starrte den Sprecher mit einem unsagbaren Ausdruck von Entsetzen an. Noch glaubte sie nicht an die Worte, sie konnte es nicht.

»Ja, ja, ich bin wirklich Eduard Flexan,« fuhr die heisere Stimme fort. »Soll ich dir einige Erkennungszeichen geben?«

»Ihr lügt,« brachte endlich die Gräfin oder – unter welchem Namen wir sie früher kannten – Miß Sarah Morgan stammelnd hervor: »Ihr seid nicht Flexan, Ihr gebt Euch nur für ihn aus.«

»Sprich keine Torheit, Sarah,« spottete der Mann. »Wie sollte ich mich für Eduard Flexan ausgeben, da ich ihm gar nicht ähnlich sehe? Wäre das nicht Wahnsinn? Willst du aber einige Erkennungszeichen haben? Wie geht es Martha, unserem Kinde, auf der Farm meines Vaters, den ich Onkel nenne? Weißt du noch, wie ich dir die Waffe aus der Hand rang, als du einen Selbstmord begehen wolltest, weil dich Lord Harrlington erkannt und darum verschmäht hatte? Soll ich dir unsere Brautnacht schildern, der keine Hochzeit vorausgegangen war? Soll ich dir die Worte wiederholen, die ich von dir aus Eifersucht oft genug zu hören bekam, als du merktest, daß ich Miß Petersen zu besitzen begehrte? Deine Eifersucht dauerte so lange, bis du meiner überdrüssig wurdest, bis sich deine alte Liebe zu Lord Harrlington wieder regte. Soll ich dir schildern, wie du bei einem Mord zuerst als Hehlerin auftratest? O, ich habe ein vorzügliches Gedächtnis! Wort für Wort der Unterhaltung kann ich dir wiedergeben, die wir hatten, ehe du den ersten Meineid leistetest, dem später unzählige andere folgten! Soll ich ...«

»Höre auf! Höre auf!« stöhnte Sarah und sank wie gebrochen auf das Sofa zurück. Sie wollte nichts mehr hören, sie hatte den Mann jetzt erkannt. Er hatte die Wahrheit gesprochen.

Eine lange Pause trat ein. Das Weib hatte sein Gesicht in die Hände gehüllt und wagte nicht aufzublicken. Der Mann hatte sich in einem Lehnstuhl niedergelassen und starrte unverwandt, mit vorgebeugtem Kopfe die an, welche er eben als seine einstige Geliebte bezeichnet hatte.

Endlich richtete Miß Morgan den Kopf auf.

»Eduard,« sagte sie mit tonloser Stimme, »sage es noch einmal, bist du es wirklich?«

»Ja, ich bin es, Eduard Flexan.«

»Was hat dir ein so entsetzliches Aussehen gegeben? Warst du krank? Wo bist du so lange gewesen, ohne Nachricht von dir zu geben? In einem Hospital?«

»In einem Hospital? In der Hölle bin ich gewesen,« murmelte Flexan.

»Erkläre dich deutlicher! Bist du gefangen genommen worden und hast du büßen müssen für das, was du getan hast?«

»Büßen?« rief Flexan und sprang mit geballten Fäusten auf. »Ein Tag an dem Ort, wo ich fast zwei Monate gewesen bin, wäre genug gewesen für einen Mann, der hundert Morde auf dem Gewissen gehabt hätte! Er wäre wie ein Heiliger im Himmel aufgenommen worden. Ich habe gelesen, wie früher Katholiken von Kalvinisten gemartert worden sind. Dem an Händen und Füßen gebundenen und festgeschnallten Manne wurde ein kleiner, eiserner Kasten, in dem sich eine Ratte befand, auf den nackten Leib gesetzt. Auf die obere Seite wurden glühende Kohlen gelegt und der untere Deckel herausgezogen, wodurch die Ratte auf den Leib des Gebundenen kam. Sie fühlte, wie die Hitze immer größer wurde, sie fand kein Loch zum Entfliehen, und wollte sie nicht verbrennen, so mußte sie sich mit den Zähnen einen Ausweg durch den Körper des Gefangenen bahnen. Du schauderst? Das ist entsetzlich, nicht wahr? Nun, ich habe jetzt jeden Tag solche Schmerzen auszustehen, jeden Tag fühle ich, wie die Ratte in meinem Körper bohrt, an den Knochen frißt und mit den Zähnen die Gedärme zerbeißt. Bekomme ich den Anfall, so bin ich kein Mensch mehr. Ich bin ein rasendes Tier, wälze mich auf der Erde und beiße mich vor Schmerz. Warum ich mich nicht selbst töte, denkst du, ich, der ich früher dir gegenüber oft davon sprach, daß ich den Selbstmord jedem anderen Tode vorzöge? Weil ich nicht kann, nicht darf. Erst muß ich Rache genommen haben, Rache, Rache, Rache, wie sie die Welt noch nie gesehen hat.«

Sarah schauderte.

Dem Manne war Schaum vor die Lippen getreten, die Augen waren verschwunden, die unförmlich geballten Fäuste glichen Kegelkugeln, und so rannte der, dem sie sich einst in Liebe hingegeben hatte, der Vater ihres Kindes, im Zimmer auf und ab.

Ihr Mut war dahin; sie wagte vor Entsetzen kaum zu atmen.

»Erzähle, was du gelitten hast, und wie man dich behandelt hat,« sagte sie mit ängstlicher Stimme.

Der Gefragte hielt in der schnellen Wanderung durchs Zimmer nicht inne, als er seine Erzählung begann. Kurzabgerissen kamen die Worte über seine Lippen. Er glich einem Wahnsinnigen, und doch war er es nicht; er sprach die Wahrheit, und Sarah glaubte ihm.

»Du kennst jene Felseninsel, auf welcher die Vestalinnen auf meinen Befehl ausgesetzt wurden. Du selbst hast sie dahin gebracht. Die Insel war nicht verlassen, sie war bewohnt.«

»Was?« rief Sarah erstaunt.

»Sie war bewohnt,« wiederholte Eduard, »doch nicht auf der Oberfläche wohnten die Menschen, sondern in den Felswänden, und der sie dort festhielt, war Felix Hoffmann.«

»Der Kapitän des ›Blitz‹?«.

»Eben derselbe. Dort ließ er in Steinkammern jene höllische Mixtur brauen, deren Rezept ich Narr von ihm haben wollte. Ich habe sie nun selbst gemacht, aber ich kenne sie trotzdem ebensowenig wie vorher.«

»Ich weiß, wovon du sprichst,« unterbrach ihn Sarah, »du meinst die schwarze Substanz. Weiter!«

»Als ich und meine Leute die Insel betraten, fand ich sie leer; die Vestalinnen waren in unterirdischen Kammern geborgen worden. Ich und alle übrigen wurden bald gefangen genommen, ein Kreuzverhör wurde mit uns angestellt, und aus den Fragen merkte ich schon, daß unser ganzer sein gesponnener Plan verraten war, daß die Mädchen und ihre Helfer ganz genau wußten, wer wir waren, und was wir beabsichtigten. Das Siegel des Meisters war ihnen kein Geheimnis. Sie selbst bedienten sich seiner unter unserem Namen, um uns auf eine falsche Spur zu leiten, damit wir an uns selbst zum Verräter würden.«

»Ich dachte es mir,« murmelte Sarah.

»Obgleich Hoffmann nicht selbst auf der Insel ist, erfuhr ich doch, daß alle diese Leute für ihn arbeiteten. Sie hatten fast alle einst unter meinem Befehl gestanden und waren auf eine rätselhafte Weise verschwunden. Ich traf Kapitän Blutfinger, den Kapitän Elidoff, den ich in Australien warb, und andere. Sie waren alle lammfromm, was mir sehr auffiel, aber bald sah ich, daß auch meine Gefährten, so zum Beispiel der Seewolf, willige Arbeiter wurden. Wir bekamen am folgenden Morgen zum Frühstück jeder ein Glas Wein zu trinken, ich wurde etwas schwindlig davon; meine Genossen dagegen waren völlig bewußtlos. In diesem Zustande wurde uns befohlen, wir sollten von jetzt ab dem Befehle unseres Aufsehers gehorsam sein, nie Widerstand leisten, an keinen Fluchtversuch denken und so weiter. Alle murmelten ein unverständliches Ja, und von einer Ahnung erfaßt, stellte auch ich mich völlig berauscht und sagte ein Ja, obgleich ich mir völlig darüber klar war, daß ich die erste Gelegenheit zur Flucht benutzen würde. Nach einigen Stunden wurden wir getrennt, ich, der Seewolf und einige andere meiner Gefährten kamen in eine Kammer, in welcher Quecksilber destilliert und andere Arbeiten mit diesem Metall vorgenommen wurden. Ich versuchte mehrmals mit meinen Leidensgefährten zu sprechen, denn wir konnten die wenigen Aufseher erdrücken, aber sonderbarerweise waren die früheren Mörder und Räuber wie umgewandelt. Warum sollen wir von hier fort? fragten sie immer erstaunt. Wir sind glücklich, wir können es ja nicht besser haben. Es war nichts mehr mit ihnen anzufangen.«

»Sie waren hypnotisiert worden und handelten und dachten unter aufgedrängten, fremden Gedanken,« meinte Sarah.

»Nein, der Trank hat ihnen diese Eigenschaft beigebracht die allerdings auch einer Hypnose glich. Ich war davon frei geblieben.«

»Sagtest du nicht früher einmal, du hättest Opium geraucht, und keine Wirkung davon verspürt?«

»Allerdings.«

»Dann bist du eben für solche Reize nicht empfänglich. Es war dein Glück.«

»Mein Glück?« lachte Flexan furchtbar. »Nun ja, insofern war es ein Glück, als ich mich immerfort mit dem Gedanken an Flucht beschäftigen konnte und jetzt endlich auch die Gelegenheit erhalten habe, diese auszuführen. Aber damals war es kein Glück. Ich fühlte, wie das Quecksilber mich aufzehrte. Heißer als in den Kesseln kochte es in meinem Innern. Dabei hörte ich fortwährend fröhliches Lachen und Scherzen um mich herum, und was das Furchtbarste war, ich mußte mich selbst so fröhlich stellen, um die Wärter zu täuschen. Jeden Morgen bekamen wir den Trank, der uns für eine Stunde bewußtlos machte. Während dieser Zeit wurden uns die alten Befehle wiederholt eingeschärft, fleißig und gehorsam zu sein, und uns gesagt, daß wir glückliche Menschen seien, denen es an nichts gebräche und die allen Grund zur Fröhlichkeit hätten. Mit Lachen und Singen ging es dann an die Arbeit, die in kurzer Zeit den Tod von jedem herbeiführen muß.«

»Schrecklich,« sagte Sarah.

»Ja, und das Schrecklichste war, daß ich mich so verstellen mußte, und doch keine Hoffnung hatte, entfliehen zu können, weil wir zu streng bewacht wurden. Ich wünschte oft, der Trank möchte wirken, damit auch ich träumen könne, ich dachte an Selbstmord, aber der Gedanke an Rache ließ mich leben. Woche auf Woche verging so. Wir arbeiteten von früh bis abends in der Quecksilberkammer, und mein Körper und Gehirn fingen an auszutrocknen.«

»Ich hätte Hoffmann nie zugetraut, daß er so unmenschlich sein könnte,« unterbrach ihn Sarah. »Ich weiß, daß das Einatmen von Quecksilberdämpfen furchtbar schädlich ist. Daß sie aber einen Menschen so entstellen können, wie dich, hätte ich doch nicht geglaubt.«

Eduard Flexan antwortete nicht gleich, er schritt noch aufgeregter im Zimmer auf und ab.

»Ich meinte auch nicht, daß mich das Quecksilber austrocknen und so zurichten würde, wie ich jetzt aussehe,« sagte er endlich. »Wir bekamen öfter Mittel verabreicht, welche gegen jenes gut sind; wir hatten wenig zu leiden, und die Verpflegung war sehr gut. Doch glaube nicht,« setzte er schnell hinzu, »daß Hoffmann dies aus Rücksicht gegen uns als Menschen getan hat, nein, nur darum natürlich, daß er seine Arbeiter möglichst lange am Leben erhalten könne, denn so wohlfeile bekommt er nirgends wieder. Der Haß gegen meine Peiniger, die unbefriedigte Rache war es, welche mich halb wahnsinnig machte.«

»Ah so, wodurch aber wurdest du so entstellt?«

»Ich mußte zu einem furchtbaren Mittel greifen, um mich zu befreien, aber ich hätte es vielleicht doch nicht getan, wenn ich vorher gewußt hätte, daß ich ein so scheußliches Aussehen bekäme. Ueberdies war mein Fluchtplan ein wahnsinniger, und daß die Flucht glückte, ist ein Wunder. Ich merkte, daß die Wachsamkeit der Männer nachließ, man holte uns nicht mehr aus der Arbeitskammer ab, sondern schloß einfach die Tür auf und ließ uns heraus und nach dem Speisesaal gehen.

»Eines Abends führte ich meinen entsetzlichen Plan aus. Ich wußte, daß die Türen zum Arbeitsraume nicht verschlossen wurden, wenn wir ihn verlassen hatten. Wir marschierten in geordneter Reihe an dem Aufseher vorüber, der vor dem Speisesaal stand, und dieser zählte die Leute. Noch nie hatte einer gefehlt.

»Da, mit einem Male fehlte doch einer. Der Aufseher glaubte erst, sich verzählt zu haben, er rief meinen Namen, aber nicht wie sonst erklang ein freudiges: ›Hier, Sir,‹ – ach, wie oft habe ich diese erkünstelte Fröhlichkeit verflucht. Man glaubte, ich sei wahrscheinlich im Arbeitszimmer zurückgeblieben; man sah hinein, konnte aber niemanden erblicken, denn nachdem Eduard Flexan vergeblich im Speisesaal gesucht worden war, begann eine Visitation des ganzen Arbeitsraumes. Jeder Kasten wurde aufgehoben, die Fässer umgekippt, man sah in die Braukessel, in die Feuerherde, denn man glaubte nicht anders, als ich sei verunglückt. Daß sich jemand absichtlich verstecken könne, daran dachten sie nicht. Es wurde uns ja jeden Morgen so schön vorgeredet, recht artig zu sein und beim Ziehen der Glocke sofort das Quecksilberzimmer zu verlassen. Dann suchten sie die ganze Nacht die Insel ab, und bis gegen Morgen hörte ich ihr wüstes Schreien und Befehlen.«

»Ja aber, wo warst du denn?«

Flexan seufzte tief auf.

»Wo ich war? Ich hatte mich bis zuletzt in dem Raume aufgehalten, und als der letzte hinaus war, kroch ich schnell in eine riesige Retorte, unter welcher den Tag über kein Feuer gebrannt hatte. Ich mußte den Gummiverschluß, durch welchen eine Glasröhre ging, herausnehmen, konnte ihn aber glücklicherweise schnell von innen wieder einsetzen.

»In der Hölle muß es noch wunderschön sein im Vergleich zu dem Aufenthalt in der Retorte; sie war noch warm. Die giftigen Dünste umschwebten mich. Bis an die Knie stand ich in der klebrigen, warmen Masse, unfähig, mich aufzurichten oder mich zu setzen. Der Quecksilberdampf nahm mir fast die Besinnung, ich wurde wie wahnsinnig – entsetzlich,« unterbrach sich Flexan stöhnend, »ich kann es nicht beschreiben, was ich in diesen Stunden ausgestanden habe!

»Schließlich stemmte ich mich mit den Händen wenigstens auf den Boden, wodurch ich bis an die Ellenbogen in die klebrige Masse sank, und meinen Kopf lehnte ich an die Wand, welche beim Kochen ebenfalls von der Substanz bespritzt worden war. Was mich diese Stunde gekostet hat, kannst du jetzt sehen.

»Also gegen Morgen hörte das Suchen nach mir auf. Mehr tot als lebendig kroch ich aus der Retorte und ging mit vor Furcht klopfendem Herzen auf die Tür zu. Wenn dieselbe unterdessen geschlossen worden wäre, so hätte ich alle meine Qualen umsonst ausgestanden. Aber nein, sie war noch offen. Wie ein Dieb schlich ich mich durch die Gänge, ich hatte mich während der acht Wochen sehr genau orientiert, und erreichte das Freie durch eine der vielen Höhlen gerade da, wo man durch eine schmale Spalte an das Wasser gelangen konnte.

»Dort wußte ich ein ausgerüstetes Boot liegen. Ich sprang hinein, und als die Morgensonne emporstieg, war die Insel schon außer Sicht, ich war frei.

»Aber noch schwere, entsetzliche Tage kamen für mich. Die giftigen Dämpfe, welche ich eingeatmet hatte, begannen ihre Wirkung. Es riß in den Knochen, zwickte in den Gliedern und brannte mir im Innern, daß ich vor Schmerz bald vergehen wollte. Es war Windstille. Durch angestrengtes Rudern suchte ich meinen Schmerz zu betäuben, aber er vermehrte sich nur. Die Hände schwollen an. Ich fühlte, wie die Haut des Gesichts sich spannte, und ich kann dir das Entsetzen nicht schildern, was mich erfaßte, als mir plötzlich ein Zahn nach dem anderen aus dem Munde fiel, nicht einer blieb darin haften. Ebenso ging es mit Bart- und Kopfhaaren, und als ich mich dann in dem klaren Wasserspiegel besah, bekam ich vor mir selbst einen Ekel.

»Schon am ersten Tage mußte ich mit dem Rudern aufhören. Außer den Schmerzen machte mir dies der unerträgliche Hunger und Durst unmöglich, denn das Boot enthielt nichts weiter als Riemen und Segel. Drei Tage trieb ich so hilflos umher, bis mich ein Schiff auffand und nach Rio de Janeiro brachte.

»Ich erzählte ihnen ein Märchen von einem Schiffbruch. Der Schiffsarzt hielt meine Krankheit erst für Skorbut Skorbut ist eine Krankheit, bei welcher die Gliedmaßen anschwellen und das Zahnfleisch sich so entzündet, daß die Zähne ausfallen. Sie entsteht besondere, wenn der Körper zu lange mit Salzfleisch ernährt wird, und kommt daher am häufigsten auf Segelschiffen vor. und behandelte sie als solchen, bis ich ihm sagte, es sei eine Quecksilbervergiftung. Aber sein Medizinkasten half nichts, das Quecksilber geht nicht wieder aus dem Körper. Das ist meine Geschichte, und nun habe ich nur noch eine Lebensaufgabe: Die furchtbarste Rache an dem zu nehmen, der aus mir einen lebendigen Leichnam gemacht hat, und mit ihm sollen alle untergehen, derentwegen ich von Hoffmann auf der Insel gefangen gehalten wurde.«

Während der Erzählung seiner ausgestandenen Leiden war Flexan oft zusammengeschaudert, seine Stimme hatte manchmal gezittert; bei den letzten Worten aber brach eine nicht zu bändigende Wut hervor. Wie ein wildes Tier rannte er im Zimmer umher, er war plötzlich blind geworden, stieß an Tische und Stühle, rannte mit dem Kopfe gegen die Wand, kurz, benahm sich eben wie ein Wahnsinniger.

Miß Morgan wußte, daß Flexan furchtbar jähzornig war, aber so hatte sie ihn noch niemals gesehen. Plötzlich blieb der Rasende stehen, streckte die Arme aus als wolle er etwas in der Luft fassen, und stürzte dann mit einem Jammerton zu Boden. Und nun bekam das Weib etwas zu sehen, was ihr das Blut zum Stocken brachte.

Der Unglückliche wand sich wie ein Wurm auf dem Teppich, focht mit der Hand umher, krallte sich in die Wolle und stieß ein Winseln aus, welches durch Mark und Bein ging.

Miß Morgan wußte vor Entsetzen erst gar nicht, was sie tun sollte. Bewegungslos blieb sie sitzen und starrte den sich Windenden an. Hilfe durfte sie nicht herbeirufen. Die Mädchen hätten vielleicht das ganze Haus alarmiert. Es war ein Glück, daß das Dienstbotenzimmer zu weit ablag, als daß die Mädchen das Gewinsel hätten hören können.

Schon wollte Miß Morgan wenigstens Wasser besorgen, als die Zuckungen nachließen. Sie wurden immer schwächer und hörten endlich ganz auf. Flexan lag wie ein Toter da.

Miß Morgan überlief ein Grausen. Diesen Mann hatte sie einst geliebt oder glaubte doch, ihn geliebt zu haben. Sie war noch immer dieselbe wie früher, aber was war aus ihm geworden? – Eine scheußliche Gestalt, vor der man sich ekelte, wenn man ihr nur ins Gesicht blickte. Um keinen Preis der Welt hätte sie ihn angerührt.

Flexan hatte sich von seinem Anfall erholt, langsam richtete er sich auf.

»Es ist wieder einmal vorüber,« stöhnte er. »Zehn Stunden etwa habe ich jetzt Ruhe.«

»Um Gottes willen, Eduard, gibt es denn kein Mittel, um dich von diesem Leiden zu heilen?«

»Ja, eins: der Tod kann mich heilen.«

»Warst du bei keinem anderen Arzt als bei dem Schiffsarzt?«

»Ich war im Hospital zu Rio de Janeiro, das Quecksilber geht nicht wieder aus dem Körper, sagten die Aerzte, es frißt so lange, bis sich die Knochen zersetzen.«

»Aber sagtest du nicht, auf der Insel hättet ihr Medizin bekommen, dank welcher ihr von den Quecksilberdämpfen keinen Schaden erlitten habt?«

»Ja, aber hier kennen die Aerzte kein solches Mittel.«

»Dann mußt du es von Hoffmann verlangen. Suche ihn auf und bringe dich mit List oder Gewalt in den Besitz der Arznei.«

Wieder wurde Flexan wütend.

»Gewiß, aufsuchen will ich ihn,« schrie er, »aber keine Medizin will ich von ihm, sondern sein Leben muß ich haben, und wenn ich ihm das Fleisch Stück für Stück mit glühenden Zangen vom Körper reißen kann, dann wird mir schon Linderung werden, dann will ich mir gern eine Kugel durch den Kopf jagen.«

Miß Morgan wollte auf etwas anderes zu sprechen kommen. Es fiel ihr ein, daß sie Flexan vielleicht noch recht gut brauchen könne; er schien ihr jetzt zu allem fähig zu sein. Das Leben achtete er nicht mehr.

»Weißt du, daß es seit deinem Verschwinden mit dem Bunde des Meisters vorbei ist?« begann sie.

»Ich habe es erfahren, konnte es mir auch schon vorher denken,« lachte Flexan höhnisch. »In Rio de Janeiro konnte ich nicht einmal lumpige hundert Dollar zur Reise auftreiben. Niemand verstand oder wollte das Zeichen verstehen, und mich zu erkennen zu geben, wagte ich nicht. Wer hatte mir auch getraut, da ich keine Spur mehr von dem bin, was ich früher war? Nur Miß Leigh nahm sich meiner an. Sie wußte noch nichts von dem Fiasko des Meisters, weil sie aus dem Innern kam, und so gehorchte sie noch dem geheimnisvollen Fingerdruck. Auch Kirkholm und Spurgeon habe ich hier gesehen. Was machen sie?«

Sarah erzählte von den letzten Unternehmungen der beiden Freunde. Die Mädchen wären unversehrt von einigen Trappern nach einer Ruine gebracht worden. Die Ankunft der Engländer verschwieg sie vorläufig.

»Aber wo ist Hoffmann?« knirschte Flexan. »Ihn vor allen Dingen muß ich haben.«

»Seit langer Zeit schon fehlt jede Spur von ihm. Er ist überhaupt nur schwer zu beobachten. Das letzte Mal reiste er mit Kirkholm zusammen nach Kolorado, und ich glaube, letzterer hatte es auf ihn und auf das auf seinem Herzen ruhende Geheimnis abgesehen.«

»So hat ihn Kirkholm schon ermordet?« rief Flexan fast erschrocken, weil er das Opfer seiner Rache entgangen glaubte.

»Schwerlich.«

»Was meinst du, wo ich ihn treffen kann?«

»Unbedingt da, wo sich die Mädchen aufhalten,« entgegnete Sarah Morgan. »Ist er noch nicht dort, so kommt er auf alle Fälle noch hin. Willst du dich mit mir nach der nicht weit entfernten Ruine begeben, wo sie sich aufhalten? Du wirst deine Freude daran haben, wie munter und fröhlich sie sind, und wie sie über deine vergeblichen Anstrengungen spotten. Sie lachen dich tüchtig aus, Flexan, daß du von ihnen so an der Nase herumgeführt worden bist, und besonders Miß Petersen belustigt sich und spottet deiner. Du kennst doch noch Miß Petersen?« fragte Miß Morgan höhnisch.

»Weib, willst auch du meiner spotten?« sagte Flexan. »Du weißt, wie ich mit Ellen stand.«

»Sie wird sich freuen, wenn sie dich wiedersieht,« lachte das herzlose Weib. »Früher konnte sie dich nicht ausstehen, jetzt aber wird sie dir wohl entgegenfliegen.«

»Hölle und Teufel!« knirschte Flexan. »Höre auf, mich mit meiner Häßlichkeit aufzuziehen! Wohl weiß ich, daß auch Ellen sich mit Abscheu von mir wenden würde, aber eben darum, weil ich nie Liebe bei ihr fand und nie Liebe finden werde, will ich ihr von jetzt ab meinen Haß zuwenden. Ebenso, wie ich sie früher mit glühender Liebe verfolgte, soll jetzt mein Haß ihr verderblich werden. Nicht ruhen will ich, als bis sie zu meinen Füßen liegt und um Gnade bettelt. Ja, wahrhaftig, sie soll mir sagen, daß ich schön bin, wunderschön, daß sie noch nie einen so schönen Mann gesehen hat, daß sie mich liebt, dann will ich ihr ins Gesicht speien und sie soll mir doch noch die Füße küssen.«

»Das wird sie wohl nicht tun,« lächelte Sarah überlegen.

»Dann werde ich sie zu Tode martern, langsam, Zoll für Zoll, und ihr Gewinsel soll wie Musik in meinen Ohren klingen. Erst Hoffmann, dann Ellen, dann die übrigen Mädchen und zuletzt die englischen Lords, alle müssen sie daran glauben, jetzt gibt es keine Schonung mehr. Durch sie bin ich schon frühzeitig zum Greise geworden, aber ich will sie wenigstens mit mir ins Grab ziehen.«

Flexan befand sich schon wieder in einer furchtbaren Aufregung. Er redete sich fortwährend in Wut hinein, weil er darin eine Genugtuung fand.

Das paßte in Miß Morgans Plan. Dieser Mann war nicht mehr ihr Geliebter, er galt ihr nur noch als ein Werkzeug, und als solches mußte er ausgenutzt werden. Das, was an ihm ihren Zwecken nützlich war, war nur noch sein grenzenloser Haß, und vielleicht hatte ihn auch die alte Energie noch nicht verlassen.

»So willst du morgen mit mir dorthin kommen, wo sich die Mädchen aufhalten?«

»Ich komme mit.«

»Wir reisen nicht zusammen, du bist eine zu auffällige Erscheinung geworden. Hast du Geld?«

»Ich müßte mir erst welches von meinem Vater verschaffen. Einige Tage vergehen darüber.«

»So kann ich dir aushelfen. Mache dir aber keine Hoffnungen, jemals als Erbe von Ellen auftreten zu können. Eure Fälschungen und Verbrechen sind schon viel zu sehr bekannt geworden. Auch deine übrigen Freunde bilden sich umsonst ein, Besitzer großer Vermögen zu sein, sie sind es nur dem Anscheine nach.«

»Was gilt mir dieses alles? Rache will ich nehmen, nur Rache, das ist mir köstlicher als alles Gold und Silber der Erde.«

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