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Die Verschwörung des Fiesco zu Genua

Friedrich Schiller: Die Verschwörung des Fiesco zu Genua - Kapitel 11
Quellenangabe
typetragedy
booktitleSchillers Sämmtliche Werke, Erster Band
authorFriedrich Schiller
year1879
publisherJ. G. Cotta'sche Buchhandlung
addressStuttgart
titleDie Verschwörung des Fiesco zu Genua
pages384-385
created20001002
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Fünfter Aufzug.

Nach Mitternacht. – Große Straße in Genua – Hie und da leuchten Lampen an einigen Häusern, die nach und nach auslöschen – Im Hintergrund der Bühne sieht man das Thomasthor, das noch geschlossen ist. In perspectivischer Ferne die See. – Einige Menschen gehen mit Handlaternen über den Platz, darauf die Runde und Patrouille – Alles ist ruhig. Nur das Meer wallt etwas ungestüm.

Erster Auftritt.

Fiesco kommt gewaffnet und bleibt vor dem Palast des Andreas Doria stehen. Darauf Andreas.

Fiesco. Der Alte hat Wort gehalten – im Palast alle Lichter aus. Die Wachen sind fort. Ich will läuten. (Läutet.) He! holla! Wach' auf, Doria! Verrathner, verkaufter Doria, wach' auf! Holla! Holla! Holla! Wach' auf!

Andreas (erscheint auf dem Altane). Wer zog die Glocke?

Fiesco (mit veränderter Stimme). Frage nicht! Folge! Dein Stern geht unter, Herzog, Genua steht auf wider dich! Nahe sind deine Henker, und du kannst schlafen, Andreas?

Andreas (mit Ehre). Ich besinne mich, wie die zürnende See mit meiner Bellona zankte, daß der Kiel krachte und der oberste Mast brach – Andreas Doria schlief sanft. Wer schickt die Henker?

Fiesco. Ein Mann, furchtbarer als deine zürnende See, Johann Ludwig Fiesco.

Andreas (lacht). Du bist bei Laune, Freund. Bring deine Schwänke bei Tag. Mitternacht ist eine ungewöhnliche Stunde.

Fiesco. Du höhnst deinen Warner?

Andreas. Ich dank' ihm und geh zu Bette. Fiesco hat sich schläfrig geschwelgt und hat keine Zeit für Doria übrig.

Fiesco. Unglücklicher alter Mann – traue der Schlange nicht! Sieben Farben ringen auf ihrem spiegelnden Rücken – du nahst – und gählings schnürt dich der tödliche Wirbel. Den Wink eines Verräthers verlachtest du. Verlache den Rath eines Freundes nicht. Ein Pferd steht gesattelt in deinem Hof. Fliehe bei Zeit! Verlache den Freund nicht!

Andreas. Fiesco denkt edel. Ich hab' ihn niemal beleidigt, und Fiesco verräth mich nicht.

Fiesco. Denkt edel, verräth dich, und gab dir Proben von Beidem.

Andreas. So steht eine Leibwache da, die kein Fiesco zu Boden wirft, wenn nicht Cherubim unter ihm dienen.

Fiesco (hämisch). Ich möchte sie sprechen, einen Brief in die Ewigkeit zu bestellen.

Andreas (groß). Armer Spötter, hast du nie gehört, daß Andreas Doria Achtzig alt ist, und Genua – glücklich? (Er verläßt die Altane.)

Fiesco (blickt ihm erstaunt nach). Mußt' ich diesen Mann erst stürzen, eh' ich lerne, daß es schwerer ist, ihm zu gleichen? (Er geht einige Schritte tiefsinnig auf und nieder.) Nun, ich machte Größe mit Größe wett – Wir sind fertig, Andreas, und nun, Verderben, gehe deinen Gang"

(Er eilt in die hinterste Gasse – Trommeln tönen von allen Enden. Scharfes Gefecht am Thomasthor. Das Thor wird gesprengt und öffnet die Aussicht in den Hafen, worin Schiffe liegen, mit Fackeln erleuchtet.)

Zweiter Auftritt.

Gianettino Doria in einen Scharlachmantel geworfen. Lomellin. Bediente voraus mit Fackeln. Alle hastig.

Gianettino (steht still). Wer befahl, Lärmen zu schlagen?

Lomellin. Auf den Galeeren krachte eine Kanone.

Gianettino. Die Sklaven werden ihre Ketten reißen. (Schüsse am Thomasthor.)

Lomellin. Feuer dort!

Gianettino. Thor offen! Wachen in Aufruhr! (Zu den Bedienten.) Hurtig, Schurken! Leuchtet dem Hafen zu! (Eilen gegen das Thor.)

Dritter Auftritt.

Vorige. Bourgognino mit Verschwornen, die vom Thomasthor kommen.

Bourgognino. Sebastian Lescaro ist ein wackrer Soldat.

Zenturione. Wehrte sich wie ein Bär, bis er niederfiel.

Gianettino (tritt bestürzt zurück). Was hör' ich da? – Haltet!

Bourgognino. Wer dort mit dem Flambeau?

Lomellin. Es sind Feinde, Prinz! Schleichen Sie links weg.

Bourgognino (ruft hitzig an). Wer da mit dem Flambeau?

Zenturione. Steht! Eure Losung!

Gianettino (zieht das Schwert, trotzig). Unterwerfung und Doria.

Bourgognino (schäumend, fürchterlich). Räuber der Republik und meiner Braut! (Zu den Verschwornen, indem er auf Gianettino stürzt.) Ein Gang Profit, Brüder! Seine Teufel liefern ihn selbst aus. (Er stößt ihn nieder.)

Gianettino (fällt mit Gebrüll). Mord! Mord! Mord! Räche mich, Lomellin!

Lomellin. Bediente (fliehend). Hilfe! Mörder! Mörder!

Zenturione (ruft mit starker Stimme). Er ist getroffen. Haltet den Grafen auf! (Lomellin wird gefangen.)

Lomellin (knieend). Schont meines Lebens, ich trete zu euch über!

Bourgognino. Lebt dieses Unthier noch? Die Memme mag fliehen. (Lomellin entwischt.)

Zenturione. Thomasthor unser! Gianettino kalt! Rennt, was ihr rennen könnt! Sagt's dem Fiesco an!

Gianettino (bäumt sich krampfig in die Höh). Pest! Fiesco – (Stirbt.)

Bourgognino (reißt den Stahl aus dem Leichnam). Genua frei und meine Bertha – Dein Schwert, Zenturione. Dies blutige bringst du meiner Braut. Ihr Kerker ist gesprengt. Ich werde nachkommen und ihr den Brautkuß gegen. (Eilen ab zu verschiedenen Straßen.)

Vierter Auftritt.

Andreas Doria. Deutsche.

Deutscher. Der Sturm zog sich dorthin. Werft Euch zu Pferd, Herzog.

Andreas. Laß mich noch einmal Genuas Thürme schauen und den Himmel! Nein, es ist kein Traum, und Andreas ist verrathen.

Deutscher. Feinde um und um! Fort! Flucht über die Grenze!

Andreas (wirft sich auf den Leichnam seines Neffen). Hier will ich enden. Rede Keiner von Fliehen. Hier liegt die Kraft meines Alters. Meine Bahn ist aus. (Calcagno fern mit Verschwornen.)

Deutscher. Mörder dort! Mörder! Flieht, alter Fürst!

Andreas (da die Trommeln wieder anfangen). Höret, Ausländer! Höret! das sind die Genueser, deren Joch ich brach. (Verhüllt sich.) Vergilt man auch so in Eurem Lande?

Deutscher. Fort! Fort! Fort! indeß unsre deutschen Knochen Scharten in ihre Klingen schlagen. (Calcagno näher.)

Andreas. Rettet euch! Laßt mich! Schreckt Nationen mit der Schauerpost: die Genueser erschlugen ihren Vater –

Deutscher. Mord! Zum Erschlagen hat's noch Weile – Kameraden, steht! Nehmt den Herzog in die Mitte! (Ziehen.) Peitscht diesen welschen Hunden Respect vor einem Graukopf ein –

Calcagno (ruft an). Wer da? Was gibt's da?

Deutsche (hauen ein). Deutsche Hiebe! (Gehen fechtend ab. Gianettinos Leichnam wird hinweggebracht.)

Fünfter Auftritt.

Leonore in Mannskleidern. Arabella hinter ihr her. Beide schleichen ängstlich hervor.

Arabella. Kommen Sie, gnädige Frau, o kommen Sie doch –

Leonore. Da hinaus wüthet der Aufruhr – Horch! war das nicht eines Sterbenden Aechzen? – Weh! sie umzingeln ihn – Auf Fiescos Herz deuten ihre gähnenden Rohre – Auf das meinige, Bella – Sie drücken ab – Haltet! haltet! Es ist mein Gemahl! (Wirft ihre Arme schwärmend in die Luft.)

Arabella. Aber um Gotteswillen –

Leonore (immer wilder phantasierend, nach allen Gegenden schreiend). Fiesco! – Fiesco! – Fiesco! – Sie weichen hinter ihm ab, seine Getreuen – Rebellentreue ist wankend. (Heftig erschrocken.) Rebellen führt mein Gemahl? Bella? Himmel? Ein Rebell kämpft mein Fiesco?

Arabella. Nicht doch, Signora, als Genuas furchtbarer Schiedsmann.

Leonore (aufmerksam). Das wäre Etwas – und Leonore hätte gezittert? Den ersten Republikaner umarmte die feigste Republikanerin? – Geh, Arabella – wenn die Männer um Länder sich messen, dürfen auch die Weiber sich fühlen. (Man fängt wieder an zu trommeln.) Ich werfe mich unter die Kämpfer.

Arabella (schlägt die Hände zusammen). Barmherziger Himmel!

Leonore. Sachte! Woran stößt sich mein Fuß? Hier ist ein Hut und ein Mantel. Ein Schwert liegt dabei. (Sie wägt es.) Ein schweres Schwert, meine Bella; doch schleppen kann ich's noch wohl, und das Schwert macht seinem Führer nicht Schande. (Man läutet Sturm.)

Arabella. Hören Sie? hören Sie? das wimmert vom Thurm der Dominicaner. Gott erbarme! wie fürchterlich!

Leonore (schwärmend). Sprich, wie entzückend! In dieser Sturmglocke spricht mein Fiesco mit Genua. (Man trommelt stärker.) Hurrah! Hurrah! Nie klangen mir Flöten so süß – Auch diese Trommeln belebe mein Fiesco – Wie mein Herz höher wallt! Ganz Genua wird munter – Miethlinge hüpfen hinter seinem Namen, und sein Weib sollte zaghaft thun? (Es stürmt auf drei andern Thürmen.) Nein! Eine Heldin soll mein Held umarmen – Mein Brutus soll eine Römerin umarmen. (Sie setzt den Hut auf und wirft den Scharlach um.) Ich bin Porcia.

Arabella. Gnädige Frau, Sie wissen nicht, wie entsetzlich Sie schwärmen. Nein, das wissen Sie nicht. (Sturmläuten und Trommeln.)

Leonore. Elende, die du Das alles hörst und nicht schwärmst! Weinen möchten diese Quader, daß sie die Beine nicht haben, meinem Fiesco zuzuspringen – Diese Paläste zürnen über ihren Meister, der sie so fest in die Erde zwang, daß sie meinem Fiesco nicht zuspringen können – Die Ufer, könnten sie's, verließen ihre Pflicht, gäben Genua dem Meere Preis und tanzten hinter seiner Trommel – Was den Tod aus seinen Windeln rüttelt, kann deinen Muth nicht wecken? Geh! – Ich finde meinen Weg.

Arabella. Großer Gott! Sie werden doch diese Grille nicht wahr machen wollen?

Leonore (stolz und heroisch). Das sollt' ich meinen, du Alberne – (Feurig.) Wo am wildesten das Getümmel wüthet, wo in Person mein Fiesco kämpft – Ist das Lavagna? hör' ich sie fragen – den Niemand bezwingen kann, der um Genua eiserne Würfel schwingt, ist das Lavagna? – Genueser! Er ist's, werd' ich sagen, und dieser Mann ist mein Gemahl, und ich hab' auch eine Wunde. (Sacco mit Verschwornen.)

Sacco (ruft an). Wer da? Doria oder Fiesco?

Leonore (begeistert). Fiesco und Freiheit! (Sie wirft sich in eine Gasse. Auflauf. Bella wird weggedrängt.)

Sechster Auftritt.

Sacco mit einem Haufen. Calcagno begegnet ihm mit einem andern.

Calcagno. Andreas Doria ist entflohen.

Sacco. Deine schlechteste Empfehlung bei Fiesco.

Calcagno. Bären, die Deutschen! pflanzten sich vor den Alten wie Felsen. Ich kriegte ihn gar nicht zu Gesicht. Neun von den Unsern sind fertig. Ich selbst bin am linken Ohrlappen gestreift. Wenn sie das fremden Tyrannen thun, alle Teufel! wie müssen sie ihre Fürsten bewachen!

Sacco. Wir haben schon starken Anhang, und alle Thore sind unser.

Calcagno. Auf der Burg, hör' ich, fechten sie scharf.

Sacco. Bourgognino ist unter ihnen. Was schafft Verrina?

Calcagno. Liegt zwischen Genua und dem Meer, wie der höllische Kettenhund, daß kaum ein Anchove durch kann.

Sacco. Ich lass' in der Vorstadt stürmen.

Calcagno. Ich marschiere über die Piazza Sarzana. Rühr dich, Tambour! (Ziehen unter Trommelschlag weiter.)

Siebenter Auftritt.

Der Mohr. Ein Trupp Diebe mit Lunten.

Mohr. Daß ihr's wißt, Schurken! Ich war der Mann, der diese Suppe einbrockte – Mir gibt man keinen Löffel. Gut. Die Hatz ist mir eben recht. Wir wollen eins anzünden und plündern. Die drüben baxen sich um ein Herzogthum, wir heizen die Kirchen ein, daß die erfrornen Apostel sich wärmen.

(Werfen sich in die umliegenden Häuser.)

Achter Auftritt.

Bourgognino. Bertha verkleidet.

Bourgognino. Hier ruhe aus, lieber Kleiner. Du bist in Sicherheit. Blutest du?

Bertha (die Sprache verändert). Nirgends.

Bourgognino (lebhaft). Pfui, so steh auf! Ich will dich hinführen, wo man Wunden für Genua erntet – Schön, siehst du? wie diese. (Er streift seinen Arm auf.)

Bertha (zurückfahrend). O Himmel!

Bourgognino. Du erschrickst? Niedlicher Kleiner, zu früh eiltest du in den Mann – Wie alt bist du?

Bertha. Fünfzehn Jahr.

Bourgognino. Schlimm! Für diese Nacht fünf Jahre zu zärtlich – Den Vater?

Bertha. Der beste Bürger in Genua.

Bourgognino. Gemach, Knabe! Das ist nur Einer, und seine Tochter ist meine verlobte Braut. Weißt du das Haus des Verrina?

Bertha. Ich dächte.

Bourgognino (rasch). Und kennst seine göttliche Tochter?

Bertha. Bertha heißt seine Tochter.

Bourgognino (hitzig). Gleich geh und überliefre ihr diesen Ring. Er gelte den Trauring, sagst du, und der blaue Busch halte sich brav. Jetzt fahre wohl! Ich muß dorthin. Die Gefahr ist noch nicht aus. (Einige Häuser brennen.)

Bertha (ruft ihm nach mit sanfter Stimme). Scipio!

Bourgognino (steht betroffen still). Bei meinem Schwert! Ich kenne die Stimme.

Bertha (fällt ihm um den Hals). Bei meinem Herzen! Ich bin hier sehr bekannt.

Bourgognino (schreit). Bertha! (Sturmläuten in der Vorstadt. Auflauf. Beide verlieren sich in einer Umarmung.)

Neunter Auftritt.

Fiesco tritt hitzig auf. Zibo. Gefolge.

Fiesco. Wer warf das Feuer ein?

Zibo. Die Burg ist erobert.

Fiesco. Wer warf das Feuer ein?

Zibo (winkt dem Gefolge). Patrouillen nach dem Thäter! (Einige gehen.)

Fiesco (zornig). Wollen sie mich zum Mordbrenner machen? Gleich eilt mit Spritzen und Eimern! (Gefolge ab.) Aber Gianettino ist doch geliefert?

Zibo. So sagt man.

Fiesco (wild). Sagt man nur? Wer sagt das nur? Zibo, bei Ihrer Ehre, ist er entronnen?

Zibo (bedenklich). Wenn ich meine Augen gegen die Aussagen eines Edelmanns setzen kann, so lebt Gianettino.

Fiesco (auffahrend). Sie reden sich um den Hals, Zibo!

Zibo. Noch einmal – Ich sah ihn vor acht Minuten lebendig in gelbem Busch und Scharlach herumgehn.

Fiesco (außer Fassung). Himmel und Hölle – Zibo! – den Bourgognino lass' ich um einen Kopf kürzer machen. Fliegen Sie, Zibo – Man soll alle Stadtthore sperren – alle Felouquen soll man zu Schanden schießen – so kann er nicht zu Wasser davon – diesen Demant, Zibo, den reichsten in Genua, Lucca, Venedig und Pisa, – wer mir die Zeitung bringt: Gianettino ist todt – er soll diesen Demant haben. (Zibo eilt ab.) Fliegen Sie, Zibo!

Zehnter Auftritt.

Fiesco. Sacco. Der Mohr. Soldaten.

Sacco. Den Mohren fanden wie eine brennende Lunte in den Jesuiterdom werfen –

Fiesco. Deine Verrätherei ging dir hin, weil sie mich traf. Auf Mordbrennereien steht der Strick. Führt ihn gleich ab, hängt ihn am Kirchthor auf.

Mohr. Pfui! Pfui! Pfui! Das kommt mir ungeschickt – Läßt sich nichts davon wegplaudern?

Fiesco. Nichts.

Mohr (vertraulich). Schickt mich einmal zur Prob auf die Galeere.

Fiesco (winkt den Andern). Zum Galgen.

Mohr (trotzig). So will ich ein Christ werden!

Fiesco. Die Kirche bedankt sich für die Blattern des Heidenthums.

Mohr (schmeichelnd). Schickt mich wenigstens besoffen in die Ewigkeit.

Fiesco. Nüchtern.

Mohr. Aber hängt mich nur an keine christliche Kirche.

Fiesco. Ein Ritter hält Wort. Ich versprach dir deinen eigenen Galgen.

Sacco (brummt). Nicht viel Federlesens, Heide! Man hat noch mehr zu thun.

Mohr. Doch – wenn halt allenfalls – der Strick bräche? –

Fiesco (zum Sacco). Man wird ihn doppelt nehmen.

Mohr (resigniert). So mag's sein – und der Teufel kann sich auf den Extrafall rüsten. (Ab mit Soldaten, die ihn in einiger Entfernung aufhenken.)

Eilfter Auftritt.

Fiesco. Leonore erscheint hinten im Scharlachrock Gianettinos.

Fiesco (wird sie gewahr, fährt vor, fährt zurück und murmelt grimmig). Kenn' ich nicht diesen Busch und Mantel? (Eilt näher, heftig.) Ich kenne den Busch und Mantel! (Wüthend, indem er auf sie losstürzt und sie niederstößt.) Wenn du drei Leben hast, so steh wieder auf und wandle! (Leonore fällt mit einem gebrochenen Laut. Man hört einen Siegesmarsch. Trommeln, Hörner und Hoboen.)

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