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Die Verlobten

Alessandro Manzoni: Die Verlobten - Kapitel 38
Quellenangabe
typefiction
authorAlessandro Manzoni
titleDie Verlobten
publisherGutenberg-Verlag, Hamburg
volumeBand 1 und 2
editorDr. Herrman Tiemann
year1929
translatorDaniel Lessmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060803
projectid9d981f8c
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Nachwort des Herausgebers

Der vorliegenden Neuausgabe von Manzonis »Die Verlobten« liegt die erste deutsche Übersetzung des Werkes zugrunde, die kurz nach dem Erscheinen des Originals (vgl. die Einleitung, S. 6, Anmerkung) 1827 erschien. Sie stammt aus der Feder von Daniel Lessmann (1794 –1831), der, Historiker und Dichter, auch sonst in der deutschen Literatur als kenntnisreicher, talentvoller Schriftsteller bekannt ist.

Wir haben mit Bedacht diese älteste Übersetzung neueren deutschen vorgezogen. Sie scheint uns in ihrer Sprache dem Stil des Originals am nächsten zu kommen, was kaum wundernehmen kann, da sie ja fast in der gleichen Zeit wie dieses entstanden ist. Schon in dieser Gleichzeitigkeit liegt ein hoher Reiz, der noch dadurch erhöht wird, daß der Stil der Übersetzung von klassischem Gepräge ist. Es ist die Sprache der Zeit des alten Goethe, der den Roman so eingehend gelesen und so sehr bewundert hat (vgl. Einleitung, S. 8). Mag diese Sprache zunächst etwas breit und langatmig erscheinen, man wird sich bald darin eingelesen haben und ihre Schönheiten empfinden. Wir haben uns daher nicht für befugt gehalten, in ihr inneres Gefüge durch zu viele Modernisierungen störend einzugreifen.

Dagegen schien es uns nötig, die manchmal allzu weit auseinandergezogene Handlung etwas zu straffen, maßvoll zu kürzen, ohne dem Ganzen des Kunstwerkes Wesentliches zu nehmen. Von größeren Episoden sind z. B. gestrichen worden die Beschreibung der Hungersnot in Mailand, die der Pest vorangeht, die nähere Beleuchtung von Don Ferrantes und Dame Prassedes Charakteren, eine Lebensbeschreibung des Kardinals Federigo Borromeo und manche Einzelzüge aus der historischen Beschreibung der Pest (im Kapitel 12 des zweiten Teiles), zu deren Kürzung schon Goethe geraten hat. Im übrigen sind nur nebensächliche Züge gekürzt worden. Wir hoffen, daß dieses Verfahren Billigung bei allen findet, die das prachtvolle Werk einem modernen Leserkreis, und zwar dem deutschen, wieder nahebringen möchten.

Dr. H. T.

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