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Die Verlobten

Alessandro Manzoni: Die Verlobten - Kapitel 30
Quellenangabe
typefiction
authorAlessandro Manzoni
titleDie Verlobten
publisherGutenberg-Verlag, Hamburg
volumeBand 1 und 2
editorDr. Herrman Tiemann
year1929
translatorDaniel Lessmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060803
projectid9d981f8c
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Elftes Kapitel.

Obgleich der größere Zusammenfluß nicht von der Seite her stattfand, von welcher unsere drei Flüchtlinge dem Tale sich näherten, sondern am entgegengesetzten Eingange, so fanden sie doch auf dieser zweiten Hälfte ihres Weges Gefährten der Reise und des Unglücks, welche von Nebenwegen her auf die Hauptstraße getreten waren und noch immer traten. Bei solchen Gelegenheiten sind alle, die einander begegnen, Bekannte. Sooft der Karren einige Leute eingeholt, ließ man sich auf einen Wechsel von Fragen und Antworten ein. Der eine hatte sich, wie unsere Leute, ohne die Ankunft der Soldaten abzuwarten, auf die Beine gemacht; der andere hatte schon die Trommeln und die Pauken gehört; ein dritter wollte die Raubgesellen schon gesehen haben und schilderte sie mit den Farben des Entsetzens.

»Wir sind noch glücklich dran,« sagten die beiden Frauen, »wir wollen dem Himmel danken. Mögen unsere Sachen zum Teufel gehen, wir sind doch wenigstens bei ganzem Leibe heraus.«

Don Abbondio aber wollte gar nicht begreifen, was darin für ein Beruf zur Freude läge; das Zusammenströmen, zumal das gedrängtere auf der andern Seite, wovon er sprechen hörte, fing an, ihm seinen Himmel mit Wolken zu behängen. – »O, was für 'ne Geschichte!« brummte er den Frauen in einem Augenblicke zu, da niemand neben ihnen schritt, »was für 'ne Geschichte! Begreift ihr denn nicht, daß dies Zusammenlaufen von so vielem Volke nach einem Ort die Soldaten mit Gewalt dorthin ziehen heißt? Alle verkriechen sich, alle schleppen fort; in den Häusern bleibt nichts; sie werden also sich einreden, daß dort oben Schätze vorhanden sind. Sie kommen ganz gewiß hin. Weh mir Armen! In was für ein schlimmes Spiel hab' ich mich eingelassen!«

»Was werden sie dort oben hinkommen?« fragte Perpetua. »Sie haben auch ihre Straße zu gehen. Und übrigens hab' ich immer sagen hören, bei Gefahren sei's am besten, mit recht vielen zusammenzuhalten.«

»Mit recht vielen?« rief Don Abbondio. »Armes Frauenzimmer! Weißt du nicht, daß jeder Landsknecht hundert solche Leute verschluckt? Und dann, wenn sie Lust haben, dumme Streiche zu machen, so wär's eine artige Geschichte, mitten im Totschlag drin zu stecken, heh? Ich armer Mann! Auf die Berge flüchten wäre nicht so schlimm. Nun drängt sich alles in ein Loch zusammen! – Lauter Quälgeister!« murmelte er darauf für sich, »in einem fort, in einem fort, wie das vernunftlose Vieh!«

»Auf die Art,« meinte Agnese, »könnten jene von uns das nämliche sagen.«

»Still, still,« sagte der Pfarrer, »mit dem Geschwätz ist nichts mehr anzufangen. Was geschehen ist, ist geschehen; wir stecken einmal drin, und so müssen wir geduldig zappeln. Wie's der Vorsehung beliebt, so wird's gehen; der Himmel lasse es gut für uns ausfallen.«

Als sie das Felsental durchfahren hatten und – nun zu Fuß – den Weg zur Burg hinaufnahmen, sahen sie den Ungenannten schon herabkommen. Dieser hatte den Pfarrer nicht sobald bemerkt und erkannt, als er schon herbeieilte, ihm seine Freude zu bezeugen.

»Herr Pfarrer,« begann er, als er nahe war, »ich möchte Ihnen mein Haus bei einer fröhlicheren Gelegenheit anbieten; auf jeden Fall aber macht es mir das größte Vergnügen, Ihnen in einem Stücke dienen zu können.«

»Mich auf die große Güte Euer erlauchten Gnaden verlassend,« antwortete Don Abbondio, »bin ich in dieser traurigen Lage so frei gewesen, herzukommen und Ihnen beschwerlich zu fallen, und wie Eure erlauchte Gnaden sehen, hab' ich mir sogar herausgenommen, noch Gesellschaft mitzubringen. Dies hier ist meine Haushälterin ...«

»Willkommen!« sagte der Ungenannte.

»Und dies ist eine Frau, welcher Eure Gnaden schon Gutes erwiesen haben; die Mutter jenes ... jenes Mäd ...«

»Luciens Mutter!« sagte Agnese.

»Luciens!« rief der Ungenannte und wandte sich mit gesenkter Stirn zu Agnesen. »Gutes, ich? Ewiger Gott! Ihr erweiset mir Gutes, daß Ihr hierher kommt, zu mir, in dieses Haus! Seid willkommen! Ihr bringt den Segen des Himmels mit Euch!«

»Das wär' gerade!« sagte Agnese, »beschwerlich werde ich Ihnen fallen. Noch dazu,« fuhr sie, seinem Ohre sich nähernd, fort, »hab' ich Ihnen schon einen Dank abzustatten ...«

Der Ungenannte unterbrach diese Worte, indem er eifrig um Nachricht über Lucien bat; als er sie vernommen, wandte er sich, die neuen Gäste nach dem Schlosse zu begleiten.

»Sind sie schon in ihrem Kirchsprengel angekommen?« fragte der Ungenannte.

»Noch nicht, Herr,« war des Pfarrers Antwort, »ich habe aber die Teufel nicht abwarten mögen. Weiß der Himmel, ob ich lebend aus ihren Händen gekommen wäre, um Eurer erlauchten Gnaden beschwerlich zu fallen.«

»Gut; nur beherzt!« ermahnte jener, »jetzt sind Sie vollkommen in Sicherheit. Hier herauf kommen sie nicht; und wenn sie den Versuch machen wollten, so stehen wir schlagfertig da, sie zu empfangen.«

»Wir wollen hoffen, daß sie nicht kommen,« äußerte der Pfarrer. »Und ich höre,« fuhr er fort, indem er mit dem Finger nach den Bergen zeigte, welche gegenüber das Tal schlössen, »ich höre, daß auch auf der Seite dort ein anderer Schwarm von Kerlen sich herumtreibt; aber ...«

»Es ist wahr, aber sorgen Sie nicht, wir sind auch auf ihre Ankunft gefaßt.«

Zwischen zwei Feuern, dachte Don Abbondio, genau zwischen zwei Feuern! Wohin hab' ich mich hineinziehen lassen! Und von zwei solchen Schwatzmäulern! Und der hier sieht gerade aus, als wenn er mit Seelenlust dazwischen steckte. O, was für Leute gibt's doch in dieser Welt! –

Vierundzwanzig Tage verweilten unsre Flüchtlinge im Schlosse, mitten unter beständiger Bewegung, in zahlreicher Gesellschaft, die anfangs außerordentlich stieg. Kein Abenteuer von Bedeutung aber fiel vor. Zwar verging kein Tag, daß man nicht auf das Gerücht von einer anrückenden Landsknechtschar zu den Waffen gegriffen hätte, aber ein Angriff auf die Felsenburg wurde nicht versucht. Manchmal machte sich der Ungenannte an der Spitze seiner Leute auf, um plündernde Nachzügler der abgezogenen Truppen zu vertreiben, die auch Dörfer außerhalb der Marschroute auszuräubern versuchten; aber weitere Begebenheiten trugen sich nicht zu.

Dafür hörte man täglich von den schrecklichen Durchzügen der Landsknechte, und täglich gab es neue Unglücksgeschichten. Einige Neuigkeitskrämer von Handwerk faßten sorgfältig alle die Gerüchte auf, bearbeiteten sie und teilten diese Zubereitung den übrigen mit. Man stritt miteinander, welches die raubsüchtigsten Banden seien, ob das Fußvolk oder die Reiter sich, schurkischer benähmen; man wiederholte sich, so gut man konnte, die Namen der Feldherrn, erzählte sich frühere Gewalttaten, verständigte sich über Rastorte und Märsche; an diesem Tage verbreitete sich dieses Regiment über die und die Dorfschaften, morgen würde es sich auf die und die stürzen, in welchen währenddessen schon ein andres teufelmäßig hauste. Vorzüglich erkundigte man sich und berechnete die Regimenter, die nach und nach über die Brücke von Lecco gingen; denn diese konnte man als fortgegangen betrachten, und das Land war sie los. Jetzt ziehen Wallensteins Reiter hinüber, jetzt das Fußvolk des Marradas, jetzt die anhaltischen Truppen, dann die brandenburgischen Scharen, dann Montecuccolis und Ferraris Schwadronen; nun kommt Altringer, Fürstenberg, Colloredo; jetzt Torquato Conti, hernach andre und wieder andre; so Gott will, ist auch Galasso schon durch, und das ist der letzte. Allmählich zogen sich auch die fliegenden Reiterschwärme der Venezianer zurück, und das ganze Land zur Rechten und Linken war geräumt. Schon entfernten sich vom Schlosse die Flüchtlinge aus den Ortschaften, welche zuerst überfallen und befreit worden; tagtäglich reisten Leute ab, wie man nach einem herbstlichen Ungewitter von den belaubten Ästen eines großen Baumes die Vögel, die sich hinaufgeflüchtet haben, nach allen Seiten wieder fortfliegen sieht. Wir glauben, unser Dreiblatt blieb am längsten; Don Abbondio fürchtete, wenn er so schnell heimkehrte, auf umherschwärmende Nachzügler zu stoßen. Perpetua mochte sagen und wieder sagen, je länger man zögere, desto bessere Gelegenheit gäbe man den Schelmen im Dorfe, das Haus zu erbrechen und auch die Überbleibsel noch fortzuschaffen, es half nicht; wenn es darauf ankam, sich seiner Haut zu wehren, so war's immer der Pfarrer, der recht gegen ihre Zunge behielt; es müßte denn die dringende Nähe der Gefahr ihm den Degen aus der Hand gewunden haben.

Am Tage, der für die Abreise festgesetzt war, ließ der Ungenannte bei der »bösen Nacht« eine Reisekutsche halten. In dieser lag für Agnesen eine ganze Ausstattung an Wäsche. Er zog sie beiseite und brachte sie zur Annahme einer zweiten Goldrolle, um einigermaßen über die Verwüstung, die sie daheim finden würde, sich hinwegsetzen zu können. Sie dankte mit der Hand auf dem Herzen, versicherte aber des öfteren, daß sie von dem vorigen noch eine ziemliche Anzahl liegen habe.

»Wenn Ihr Eure arme gute Lucia wiederseht,« sprach er zuletzt, »ich bin gewiß, sie betet für mich, obwohl ich ihr so viel Böses getan habe; sagt ihr also, daß ich ihr dafür danke und in Gott vertraue, ihr Gebet werde auf ihr eigenes Haupt den Segen des Himmels herabrufen.«

Darauf wollte er die drei Gäste bis zur Kutsche begleiten; Die demütigen und alleruntertänigsten Dankreden des Pfarrers wie die Höflichkeit der Haushälterin möge sich der Leser denken. So reisten sie ab.

Aber nach einer kurzen Strecke Weges schon erblickten unsre Reisenden mit ihren eigenen Augen Dinge, welche sie bis jetzt nur beschreiben gehört hatten; die Weinberge waren geplündert, aber nicht wie nach der Lese, sondern als wenn Hagel und Regensturm zusammen sie zerwühlt hätten; die Reben lagen an der Erde, hin- und hergezerrt und zertreten; die Pfähle waren fortgerissen, die Erde zerstampft, mit Splittern, Blättern und Schößlingen bedeckt, die Bäume zerspalten und geköpft, die Hecken durchbrochen, die Gitter weggeschleppt. Auf den Äckern nichts als zerhackte Türen, zerhauene Bretter, Stroh, Lumpen und Scherben, hügelweis beisammenliegend oder die Wege entlang zerstreut; eine widrige Luft, während ein stinkender Rauch aus dem Innern der Häuser emporqualmte. Die Bauern klaubten teils schmutzige Habseligkeiten hervor, teils setzten sie die Türen wieder ein und standen auch wohl in Haufen beisammen; um ihr Elend miteinander zu bejammern. Während die Kutsche vorüberrollte, wurden von beiden Seiten Hände zum Schlage emporgestreckt und wollten mit Almosen gefüllt sein.

Diese Bilder vor ihren Augen, langte unsre Gesellschaft in der Erwartung, daheim dasselbe zu finden, in ihrem Dorfe an. Ihre Erwartung bestätigte sich.

Agnese ließ in einen Winkel des kleinen Vorhofes, welcher noch die reinste Stelle im Hause geblieben war, die Bündel niederlegen. Dann ward der Besen genommen und die wenige Habe, welche ihr gelassen worden, wieder an Ort und Stelle gesetzt; Zimmermann und Schmied mußten die Türen zurechtmachen. Nachdem alles so ziemlich wieder in Ordnung war, packte sie die geschenkte Wäsche aus, zählte heimlich die neuen Goldstücke und rief: »Ich bin gefallen, stehe aber wieder aufrecht; Gott dem Herrn und der Jungfrau sei gedankt, dem vortrefflichen Manne desgleichen; ich kann wirklich sagen, ich hab' 'nen glücklichen Fall getan.«

Der Pfarrer und seine Wirtschafterin traten ohne Hilfe der Schlüssel in ihr Haus. Bei jedem Schritte, den sie taten, empfanden sie immer mehr einen dumpfigen Geruch, eine Krankenluft, einen Gifthauch, vor dem sie zurückschauderten; mit zugehaltener Nase gehen sie nach der Küchentüre, treten auf den Zehenspitzen und wissen nicht, wohin sie die Füße setzen sollen, um die schmutzigsten Stellen des widrigen Gestreus, welches den Boden bedeckt, zu vermeiden. Nicht ein sauberer Punkt; Trümmer und Bruchstücke aber von Dingen, die früher sich im Hause befunden, überall; Flaumen und Federn, welche unlängst Perpetuas Hühnern gehörten, zerrissene Fetzen von Wäsche, Blätter aus Don Abbondios Kalendern, Scherben, in welche das Küchengeschirr zerschmettert worden – alles beisammen oder umhergeschleppt. Die Mauern hatten die Plünderer mit Fratzenbildern bekritzelt, indem sie durch viereckige Mützen und geschorene Köpfe oder durch große Vollmondsgesichter Priester zu konterfeien meinten und sich's recht angelegen sein ließen, diese Gestalten ebenso schrecklich wie lächerlich herauszubringen; und diese Absicht konnte solchen Künstlern in der Tat nicht fehlschlagen.

»Ah, die Schweine!« schrie Perpetua. – »Die Taugenichtse!« rief Don Abbondio. Und als suchten sie zu entfliehen, liefen sie zu einer andern Türe, die nach dem Garten führte, hinaus. Hier schöpften sie Atem und gingen dann schnell auf den Feigenbaum los; aber ehe sie noch dort waren, sahen sie die Erde aufgewühlt und stießen zusammen ein Geschrei aus. Sie standen endlich bei dem Baum und fanden in der Tat statt des verscharrten Schatzes das offne Loch. Hier fiel etwas nicht ganz Anständiges vor: Don Abbondio band geifernd mit seiner Haushälterin an, weil sie den Mammon schlecht untergebracht; diese ließ es natürlich an Gegenschlüssen nicht fehlen; nachdem beide sich satt geschrien, kehrten sie, mit ausgestreckter Hand noch immer auf das Loch hindeutend, zurück und maulten. Fast überall fanden sie denselben Zustand der Dinge. Es gehörte etwas dazu, das Haus zu reinigen und sämtlichen Unrat wieder fortzuschaffen; die Sache war um so schwieriger, da in diesen Tagen sich kaum eine dienstleistende Hand finden ließ. So mußten sie, wer weiß wie lange, gleichsam in einem Lager hausen, mußten, so gut es ging, sich einrichten, Türen, Geräte, Geschirr allmählich wieder anschaffen und das Geld dazu von Agnesen sich vorschießen lassen.

Diesem Unglück folgte für einige Zeit eine Nachlese von andern höchst widerwärtigen Umständen. Perpetua ließ es nicht am Umherspüren fehlen, sie schielte nach allem, stöberte überall umher und brachte zuletzt als gewiß heraus, daß verschiedenes Hausgerät ihres Herrn, welches man von den Soldaten geplündert und fortgeschleppt wähnte, statt dessen wohlbehalten sich im Hause mehrerer Bauern befand. Sie lag daher ihrem Herrn an, er möchte sich sehen lassen und das Seinige zurückfordern. Eine schlimmere Saite konnte für Don Abbondio nicht angeschlagen werden; mit den Schurken, in deren Händen sich sein Eigentum befand, mochte er weit lieber in Frieden leben, als in unabsehbare Händel sich einlassen.

»Aber wenn ich nun einmal nichts davon wissen will!« sagte er. »Was weg ist, ist weg, wie oft soll ich dir das wiederholen? Das Haus ist mir ausgeplündert worden, und ich soll mich noch obendrein ans Kreuz nageln lassen?«

»So wahr der Herr lebt,« antwortete Perpetua, »Sie lassen sich noch die Augen aus dem Kopfe herausfressen. Bei andern Leuten ist Stehlen 'ne Sünde; bei Ihnen aber ist's 'ne Sünde, wenn's einer nicht tut.«

»Begreif nur einmal, wie unsinnig du sprichst,« entgegnete der Pfarrer, »willst du endlich schweigen?«

Die Haushälterin schwieg, doch nicht so schnell; nachher war alles für sie ein Vorwand, um wieder loszulegen. Dadurch war am Ende der arme Mann so weit gebracht, daß er nicht mehr einen einzigen Klagelaut sich entwischen ließ, wenn ein Gerät im Augenblick, da er es nötig hatte, vermißt wurde; denn mehr als einmal hatte er hören müssen: »Gehen Sie hin und suchen Sie es: bei dem und dem; der hat's, und er würde es nicht heute noch haben, wenn er nicht mit solch 'nem Lamm von Mann zu tun hätte.«

Eine andre lebhaftere Unruhe weckte im Pfarrer die Nachricht, daß täglich, wie er ganz recht vermutet hatte, einzelne Streifsoldaten durchs Land zogen; er zitterte also fortwährend, einem Haufen davon vor der Türe zu begegnen. Schon darum hatte er vor allem andern diese in höchster Eile wieder zurechtmachen lassen und hielt sie sorgfältig mit Riegel und Balken verschlossen. Zum Glück fiel indessen nichts dergleichen vor. Und doch waren diese Schrecken kaum beschwichtigt, als ein neuer sich einstellte. Wir verlassen hier jedoch den armen Mann. Wir haben etwas, weit Wichtigeres als die Furcht eines einzelnen, als die Zerstörung einiger Äcker und ein vorübergehendes Ungemach zu erzählen.

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