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Die Totenfresser

Niklaus Manuel: Die Totenfresser - Kapitel 17
Quellenangabe
typedrama
booktitleDie Totenfresser
authorNiklaus Manuel
year1923
firstpub1523
publisherH. Haessel Verlag
editorFerdinand Vetter
addressLeipzig
titleDie Totenfresser
pages133
created20100308
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Siebenter Auftritt.

Gebet des Doktors.

             
Doctor Lúpolt SchúchnitLŭtpold B. Schŭchnit H, Schüch nit B. Lúpolt Sch. vielleicht = Berchtolt Haller: vgl. o. vor 975 und Anm..
[1834]   Ach her Jesu Crist, du groestegroste H. găb,      1665
[1835]   Du bist uns geschenckt von himel herab,
Das du all die hasthabest H. selig gemacht,
Die dich bisher darfúr hand geacht,
(1145)
[1838]   WerWer: parallel zu Die 68: (und) jeden der . . . in dich glopt und halt din pot1669 abgeändert mit Einschiebung zweier Verse, die gegen ›menschenler‹ gerichtet sind: Spur theologischer Überarbeitung?
[1841]   Und sůcht sust keinn anderen got 1670
[1842]   Denn vatter, sun, heiligenheiliger H, s. und heligen B. geist!
Du bist der derNur einmal der B. unsern presten weist
Und hast das selb in menschlicher natur 85
(1150)
[1845]   Erlitten: hunger, turst, hitz und kelty sur,
Desglichen och des túffels argen list,
1675
Von dem du selb angevochten bist!
Darzů hat dich die welt duraechtduraecht]et[: verfolgt.,
Damit du uns zů eren braechtbråcht als Ind. Praet. 2. Sg.: brachtest, gebracht hast..
(1155)
[1850]   Ach du trostlicher suesser Jesu Crist,
SidSid B] So H. du och unser schoepfer bist
1680
Und unser brůder, recht fleisch und blůt:
Ach lieber her, mach uns och gůt,
Das wir den vatter mit dir erbenerbind H; wegen des Reimes durch B abgeändert: mögind erben; der Verf. schrieb hier vermutlich das gemeindeutsche erben (Ind.).,
(1160)
[1855]   Das wir uns nit lăssind verderben
Der menschen gsatzt und falschen weg
1685
Und was uns da inn ougen legläg B] leg H: Cj. Praet. = laege: liegen möchte.!
Du hast uns och so trúlich glert,
Uns hertzlich gwarnet, empsig gwert
(1165)
[1860]   Vor valschen propheten, menschengyfftValsch p. (Vor f.) H. p. und m. B. menschengyfft: Menschengabe oder Menschengift?;
Das nit glychfoermig ist der gschrifft,
1690
Nit anzunemmen, denn stracks fúrgănfŭr gon H.
In dim wort das du hast verlănverlon H.,
Als du och hast thănthon H. in menschlichemmenschlihē H. leben,
(1170)
[1865]   In allen sachen allweg antwurt geben:
›Es stăt da und da also geschriben!‹
1695
Dardurch hastu den túfel vertribenMatth. 4, 4. 7. 10; Luk. 4, 4. 8. 12.,
Desglichen och aller glerten mundMatth. 12, 3. 15, 4 u. ö., 86
Das dich niemand úberwinden kund.
(1175)
[1870]   Hilf das wir alsoalzo H. menschenleer verachtind
Und allein dein goetlich wort betrachtind,
1700
Gantz nút uff uns armen menschen hănhan H.,
Und uns gantz froelich uff dich verlănverlon H.!
Dann in dir sind volkomen alle tugent
(1180)
[1875]   Durch die wir selig werden mugent:
Sust werind wir ewig all verlorn,
1705
Dann wir sind all in súnden porn1705/06 umgestellt und geändert B.
Und sind und thůnd nút anders den súnd;
Aber, Jesu, du bist allein der frúnd
(1185)
[1880]   Der uns gnad von Got erwarb,
Da din lyb am crútz erstarb!
1710
Du bist der priester und das opfer bede,
[1883]   Got geb was des bapsts satzung darvon rede,1711/12 bêde: rede, ›literarischer‹ Reim. – Nach 1712 weitere 4 Vss. gegen das Meßopfer: dogmatische Ausführung von Vs. 12 für den Druck B.
[1888]   Ach her, hilt das uff aller diser erd (1190)
DinDin] Ain H, Das war e. B. goetlich evangelium prediget werd
[1890]   Cristenlich, und wol angenommen! 1715
Dann es ist lange zyt darzů kommen
Das mans hat wie ein merly zelt
Und denn grad in einn winkel gstelt,
(1195)
Und des bapsts aplăß und ban
[1895]   Die můstend allweg zů forderst dran, 1720
Und so sy nit fundentfündent H. in der gschrifft
Das allein ir eer und nutz antrifft,
NămentNomēt H. sy die heiden denn zů zúgen 87
(1200)
Damit sy am canzelan der c. H. Manuel braucht in eigenhändigem Briefe das Mask.: am kanzel. moechtindmogend H. lúgenlúgen [sonst liegen]: ›literarischer‹ Reim.:
[1900]   Des ward der Arestotiles hoch gebrisen, 1725
Damit sy vast ir sach bewisenbewisen [bewisend H]: ›literarischer‹ Reim..
Her, verlich dinverlich gib d. H. gnad darzů
Das man imm furhin recht thů!
(1205)
Denn ich gloub dinem wort gestracksgestrax H..
[1905]   Welt Got, ich kúnd mit einerainex H. acksax H. 1730
Die baepstlichen recht eins streichs zerschiten
– Das hieß recht wider den Túrcken stryten! –
Und die subtilen schuellerenschůlerleren B.
(1210)
All imm schyßhus umherkeren!Mit 1734 bricht das Spiel ab H; das Weitere hier nach B.
[1910]   Es ist ein nüwer sündflusssúndfluss: süddt. ›Umdeutschung‹ von sinflůt = große, lange Flut. gewesen, 1735
Das wir die narry ie hand gelesen.
Vergib uns, herr, durch din hoche güete!
Hilf dass sich fürhin iederman hüete
Vor dem den man so hoch hartreit!Vgl. o. 1264.
[1915]   Ich han im mins teils gar abgeseit. 1740
Du hast uns zůgesagt vergebung der sünd
Und dass wir durch dich sigend des vaters fründ;
Nun bist du ewig, warhaft und frumm:
Ich darf weder brief noch sigel drum;
[1920]   Du haltest was du zů hast geseit, 1745
So der schantlich lügt den man da treit
Oder füert in dem vergulten schlittendem vergulten schlitten: dem Tragstuhl, vgl. o. 1264. Die nachfolgende Gegenüberstellung des Papstes auf der Tragsänfte und Christi auf dem Esel bildet den Kern zu dem gleichzeitig entstandenen Spiel Manuels, PCG.. 88
Du bist nit me denn einmal geritten
Uf einem armen einfalten tier,
[1925]   Glichet sich einem esel schier; 1750
Darzů so was er ouch nit din.
Din kronen die ist dörnin gsin
Und waertward B nach Druck G: alle andern haben wert, was (bzw. waert) richtige (bes. schwzdt.) alte Analogieform der 2. Ps. Sg. Präs. des stk. Vbs. ist: nhd. warst. von aller welt verschetzt.
Min hoffnung ist in dich gesetzt
[1930]   Und nit in den katsakkatsack: Kotsack, als Bezeichnung des sterblichen Menschen wie (ebenfalls vom Papst gebraucht) madensack, Bb. 753., der stirbt als ich! 1755
Ach süesser Jesus Christ, ich bitten dich:
Erlücht uns alle durch dinen geist,
Die oberkeiten ouch allermeist,
Dass sie die schäfli füerind recht
[1935]   Und sich erkennind dine knechtsich als deine Knechte erkennen. Die folgende Ausführung bezieht sich vermutlich auf Reibungen zwischen den geistlichen Reformfreunden und der Obrigkeit zu Bern vor dem Erlaß des Reformationsmandats von Viti und Modesti (15. Brachmonat) 1523. 1760
Und nit selb wellind herren sin,
Ir eigen gedicht mischlind in
Und dinen schäflin schüttind für!
Herr, du bist doch allein die tür
[1940]   Dardurch wir werdind in himel găngon B.! 1765
Her, erbarm dich úber iederman,
Alle menschen, niemants usgenommen!
Herr, lass uns all zů genaden kommenkummen B. 89
Und verlihe uns dinen götlichen segen!
[1945]   Amen. Versiglet mit dem schwytzerdegenschwytzerdegen: das schriftstellerische und künstlerische Monogramm Manuels, der Schweizerdegen (Dolch), womit der Dichter alle seine echten Fastnachtsspiele (TF, PCG, AK, Bb) am Schluß beglaubigt.. 1770
 
End. Gott sye lob.
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