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Die Theegesellschaft

Ludwig Tieck: Die Theegesellschaft - Kapitel 4
Quellenangabe
typecomedy
booktitleSchriften, Zwölfter Band
authorLudwig Tieck
year1829
firstpub1796
publisherGeorg Reimer
addressBerlin
titleDie Theegesellschaft
pages66
created20131021
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Zweiter Auftritt.

Vorige. Rothmann, der mit vielen linkischen Bücklingen hineintritt.

Rothmann. Guten Abend, wie gehts? – Ei sieh da, lieber Ehlert! – Kommen Sie auch einmal wieder nach Berlin? Sie sehn recht wohl aus; Sie sind wohl immer noch recht gesund?

Ehlert. Ja.

Werner. Er ist jetzt Justizkommissarius und Bräutigam.

Rothmann. Da gratulire ich von ganzem Herzen. – Sie haben recht, der Mensch ist immer noch nicht, – wie soll ich sagen, – so ganz glücklich, – so ganz ein wahrer Weltbürger, – bis er verheirathet ist.

Ehlert. Ja.

Rothmann. Und wenn man denn auch eine Wirthschaft führt, so muß man es schon aus ökonomischer Rücksicht thun.

Ehlert. Ja. –

Rothmann. A propos! Werner! man spricht ja wieder von einem türkischen Gesandten.

Werner. So?

Rothmann. Und morgen sind die neuen Arkadier.

Ehlert. Die neuen?

Werner. Der Titel ist ein wenig unverständlich, so wie das neue Sonntagskind. Man glaubt, das Neue lockt.

Rothmann. Und Kosegarten hat eine neue Ekloge geschrieben.

Ehlert. Ist sie gut?

Rothmann. So, so! Sie könnte besser sein. – Nächstens werden wir in Berlin wieder die Affen-Akademie haben.

Ehlert. Das ist ein wunderlicher Titel.

Werner. Du weißt ja, daß der Affe ein nachahmendes Thier ist: warum soll er nicht einmal auch so nachahmen?

Rothmann. Sie reisen wohl blos durch Berlin?

Ehlert. Blos durch.

Rothmann. Ach das Reisen ist eine herrliche Sache, – man sieht so viel Neues, man kömmt immer zu neuen Gegenständen, man bleibt nicht so an demselben Orte.

Ehlert. Ja, das ist wahr.

Rothmann. Lieber Werner, seid einmal ein gescheidtes Kerlchen, und geht noch ein wenig mit mir unter den Linden: – wenn es Ihnen nicht zuwider ist.

Ehlert. O im geringsten nicht.

Rothmann. Es ist doch gut, wenn man zuweilen ausgeht.

Ehlert. Ja wohl.

Rothmann. Ich bin heut Abend bei Herrn Ahlfeld zum Souper.

Werner. Ich auch, aber ich habe fast keine Lust hinzugehn.

Rothmann. Nun so wollen wir heut Abend zusammen bleiben.

Werner. (Der fatale Mensch!) – Oder, wie wär's, Ehlert, wenn wir alle zu Ahlfeld gingen? – Ich stelle Dich vor, – Du giebst Deine Briefe ab; –

Ehlert. Wenn Du meinst.

Werner. Du wirst Dich freuen, den Mann kennen zu lernen.

Ehlert. Aber ich bin nicht angezogen.

Werner. Du kömmst von der Reise: wer wird sich um solche Kleinigkeiten kümmern! – Ich gehe und ziehe mir nur einen Rock an, ich bin sogleich wieder da. Ab.


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