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Die Tasse des Königs

Josephine Siebe: Die Tasse des Königs - Kapitel 11
Quellenangabe
typefiction
authorJosephine Siebe
titleDie Tasse des Königs
publisherVerlag A. Anton & Co.
illustratorArthur Scheiner
yearo.J.
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150616
projectid56118ca0
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10. Kapitel
Osterzeit – Frühlingsfreude

Der Winter mag sich nicht gern hinauswerfen lassen, die Turnauschen suchen Schneeglöckchen, und Herr Butzebach redet mit dem Rektor Hagemeister am Gartenzaun. Nettchen muß in drei Generalscheuerfeste ihre Nase stecken; Herr Butzebach will eine Kaffeegesellschaft geben, und warum alle Gäste wo anders hingehen wollen und Sünder keine Rätsel raten kann.

 

In den kommenden Tagen, sie vergingen für Neustadt alle in einem gemächlichen Gleichmaß, brauchte Nettchen viel Geduld, Peter gegenüber, denn der schrieb eben nicht, immer noch nicht. Der Schwager auf dem Postwagen blies lustige und wehmütige Lieder, er brachte Reisende und holte Reisende ab, er leerte seine Briefsäcke in dem Posthaus, aber nie war ein Brief von Peter Hagemeister darunter. Die Tage reihten sich zu Wochen, und der Winter, er war in diesem Jahr besonders kalt und unerfreulich, sah die Zeit nahen, wo er einmal wieder zur allgemeinen Freude hinausgeworfen wurde. Weil ihm das Hinauswerfen ebenso wenig Spaß machte, wie es meist allen Hinausgeworfenen macht, bekam er im März die allerschlechteste Laune; doch es half ihm nichts, und eines Tages begann Mamsell Turnau den Unterricht mit den Worten: »Kinder, in meinem Garten blüht schon ein Schneeglöckchen.«

»Dann müssen wir nach der Mühle gehen und welche suchen,« zehn Stimmen riefen es zugleich, und Mamsell Turnau erklärte bereitwillig: »Ich geh mit.«

Am Nachmittag wanderte die fröhliche Schar wirklich nach der Mühle hinaus, und wer sie im Städtchen wandern sah, der sagte: »Die Turnauschen gehen Schneeglöckchen suchen, nun wird's Frühling.«

Es wurde auch Frühling, wie schon so viele tausend Male in der Welt, und wieder sagten viele Menschen wie vorher und wie sie noch immer wieder sagen werden: »So schön war der Frühling noch nie.« Die Blumen schossen so geschwind aus der Erde heraus, wie fröhliche Gedanken in Kinderherzen aufblühen, und die Büsche hatten es eilig, sich in grüne Schleier zu hüllen.

Nettchen Dibelius erlebte täglich neue Gartenwunder, und sie erlebte sie doppelt, denn in diesem Jahr mußte sie auch in Herrn Butzebachs Garten nachsehen, wie weit es da mit dem lieben bunten Frühlingsgesindel war, mit Krokus, Veilchen, Märzbecher, Hyazinthen, Aurikeln, Tulpen und Narzissen. Im elterlichen Garten war die Fülle reich, aber Nettchen kannte doch jeden Winkel, da blühte kein Veilchen von ihr und den kleinen Brüdern ungesehen auf, aber in des neuen Onkels Garten konnte sie förmliche Entdeckungsreisen machen, und manchmal stand sie ratlos vor einem grünen Spitzchen: was wollte das werden? Würde eine himmelblaue Blumenprinzessin daraus entsteigen, eine goldgelbe Schöne oder eine feuerrote stolze Jungfer Tulipan?

»Nimm dir ein Ellenmaß mit und miß, wieviel sie gewachsen sind, Nanette,« riet Onkel Jukundus wohl neckend. Er ging aber doch immer mit in den Garten, und wenn Nettchen selig lachend herumhüpfte, dann sagte er auch: »So schön war der Frühling noch nie.«

Einmal führte der Entdeckungsgang die beiden an den Zaun, der den Schulgarten von Herrn Butzebachs Reich schied, dort trafen sie den Rektor Hagemeister. Der blieb stehen und grüßte hinüber, höflich, doch nicht sehr freundlich, und fragte so verdrießlich, als wäre seine gute Laune im kalten Januar sitzen geblieben: »Hat der Musjeh Peter noch nicht geschrieben, Herr Nachbar?«

»Nein, noch nicht,« erwiderte Herr Butzebach kurz, aber er lächelte dazu. Nettchen vergaß, daß so ein kleines Mädchen nichts hineinzureden hatte, sie rief eifrig: »Er schreibt schon noch!«

»So, er schreibt noch. Ei, sieh mal an, was die Mamsell Naseweis alles wissen will.« Herr Rektor Hagemeister runzelte die Stirn, er sah sehr geärgert aus, Nettchen wurde glühend rot, und wenn gleich am Zaun ein dunkles Schlupfwinkelchen gewesen wäre, sie hätte sich geschwinde hineingezwängt.

»Ich denke auch, er wird noch schreiben, Herr Nachbar,« redete da Herr Butzebach freundlich dazwischen. »Aber ein schöner Frühling dies Jahr, wie? Was macht die verehrte Mamsell Schwester? Sie sollten mich einmal nachbarlich besuchen, es wäre mir recht erfreulich.«

»Gewiß, gewiß, sehr gern,« brummelte der Rektor ein wenig verlegen, und dann nahm er einen kurzen eiligen Abschied und schritt tiefer in den Schulgarten hinein. Die Sache mit seinem Neffen Peter kränkte ihn mehr, als jemand ahnte. Er fühlte wohl, er hatte damals zu rasch verurteilt, und das bereute er längst. Es ärgerte ihn auch, daß Herr Butzebach den Buben so rasch fortgebracht hatte, so Hals über Kopf, er war doch zur Versöhnung bereit gewesen, denn heimlich im Herzen lebte ihm auch der Gedanke, Peter findet den rechten Weg schon wieder. Und daß Peter nicht schrieb, auch an ihn nicht schrieb, tat ihm weh. Warum tat der Junge denn, als wäre Neustadt für ihn eine versunkene Welt?

Nettchen Dibelius war ganz still geworden, schweigend wanderte sie an des Onkels Hand im Garten umher, bis sie plötzlich einen tiefen Seufzer tat: »Herr Rektor ist böse.«

»Bewahre, Kind, mein lieber Nachbar ist nicht böse, denke nur das nicht, und nächste Woche, wenn wir Ostern feiern, bitte ich ihn sicher einmal zu mir zum Besuch.«

»Noch zehn Tage, dann ist Ostern,« jubelte Nettchen, »und morgen gibt's Ferien.«

»Dann bringst du mir deine Zensur!«

»Ja, Onkel Jukundus, gleich wenn ich aus der Schule komme,« versicherte Nettchen. Sie hatte keine Sorge um ihre Zensur, denn die gute Mamsell Turnau war so verschwenderisch mit »lobenswert«, »gut«, »sehr gut«, »vortrefflich« und ähnlichen Lobwörtern wie der Frühling in diesem gesegneten Jahr mit Blumen.

Am nächsten Vormittag gab es denn vor Mamsell Turnaus Schule auch ein frohes Getümmel, die Mädchen schwenkten ihre Zeugnisse wie Freudenfahnen. Nur drei heulten jämmerlich, die setzten das Sträßchen, in dem die Schule lag, beinahe unter Wasser, und der Kummer dieser drei dämpfte der anderen Jubel. Je zwei nahmen eine der Unglücklichen unter die Arme, und so zogen sie die Straße entlang über den Liebfrauenplatz, und Madame Busse, die mit ihrem Strickzeug wieder am Fenster ihrer Putzstube saß, dachte erschrocken: »Lieber Himmel, die armen Mädchen, die sind gewiß zum letztenmal in der Schule gewesen.«

So war es auch. Zum letztenmal hatten Lorchen, Emilie und Dorothea in Mamsell Turnaus Schulstube gesessen, wie Opferlämmer kamen sie sich vor, in Sack und Asche hätten sie am liebsten getrauert, aber sie hatten doch ihre schönsten hellen Kleider an, trugen schon die neuen Schutenhüte mit Blumenkränzlein darauf, und als Lotte Langmann, die noch in der Schule blieb, ehrfürchtig sagte: »Nun werdet ihr Mamsell genannt«, da versiegten allgemach die Tränen.

Oh, es war doch ganz fein, nicht mehr ein Schulmädchen zu sein, und Emilie sagte mitleidig: »Ihr Armen, die Ferien sind so kurz.«

»Schnipp, schnapp, tut euch nicht so,« riefen Adelheid und Jettchen, »uns sind sie lang genug.«

»Ja,« sagte auch Nettchen Dibelius, »aber fein ist's doch, daß Ostern ist.«

Es freuten sich alle auf Ostern, das in diesem Jahr schon so hübsch im Frühling drin lag, auch die Erwachsenen taten es, nur die Hausfrauen seufzten: »Wenn doch das Reinemachen erst vorüber wäre.«

In allen Häusern wurde gescheuert, gewaschen, gewischt, geklopft und der Staub aus allen Winkeln hinausgejagt. Dabei lernten Lorchen, Emilie und Dorothea erkennen, daß es gar nicht leicht ist, wenn man aufgehört hat, ein Schulmädchen zu sein und Mamsell genannt wird. Überall mußten sie mit zugreifen, immer hieß es: »Ihr seid ja nun erwachsen.« Die andern, die noch unter Mamsell Turnaus Zepter standen, die hatten es leichter, sie halfen auch da und dort im Hause, aber immer dachten die Mütter: »Nun ja, sie haben gerade Ferien.« Sie drückten manchmal beide Augen zu, und daher kamen für die Töchter viele arbeitslose lustige Ferienstunden heraus.

Am allermeisten zu tun hatte Nettchen Dibelius. Freilich, es war mehr eine Arbeit mit Mund und Beinen, die sie leistete. Nettchen mußte, es ging wirklich nicht anders, in drei Generalscheuerfeste ihre kleine Nase hineinstecken, denn zu gleicher Zeit begannen Wischtuch und Besen ihren tollen Tanz im Elternhaus, bei Onkel Jukundus und im Dibeliushaus am Markt. Himmel ja, war das eine Wirtschaft!

»Kein ruhiges Plätzchen im Hause!« seufzte der Justizrat. »Friedrich,« das war Nettchens Vater, »ich rette mich zu euch!«

»Bleiben Sie lieber hier, Vater,« riet der Sohn, »bei uns ist's noch schlimmer.«

Fräulein Malve ging, das weitgebauschte Kleid mit beiden Händen vorsichtig gerafft, auf den Fußspitzen durch das Haus, sie hatte eine heftige Abneigung gegen Scheuer- und Waschfeste, aber Staub mochte sie auch nicht leiden. »Ich werde zu Freund Jukundus gehen, Sünder, kommen Sie mit; jetzt wird bald die Kanzlei drankommen. Ich kann jedenfalls hier nichts helfen.«

»Ich auch nicht.« Sünder seufzte und begleitete Mamsell Dibelius durch die im Frühlingssonnenschein liegenden Straßen zu Herrn Butzebach. Den fanden sie im Garten, dort ließ er sich die Sonne auf den Rücken scheinen, er jammerte auch: »Im Haus ist's fürchterlich, die reine Überschwemmung, und das Kind, die Nanette, tut, als wäre es die lustigste Sache von der Welt.«

Da kam Nettchen durch den Garten angerannt, ihre Wangen glühten, und die sonst so zierlich geordneten Haare waren zerzaust. »Onkel Jukundus, Onkel Jukundus,« jauchzte sie, »ach, bitte, sage mir, wer ist die wunderwunderschöne Frau in deinem Zimmer?«

Herrn Butzebachs eben noch heiteres Gesicht wurde tiefernst, er strich Nettchen sacht die Haare aus der Stirn, »es ist ein Bild deiner Tante Nanette,« sagte er langsam.

Es war, als zöge eine Wolke über die Sonne, Nettchen erschauerte, und weil sie nichts zu sagen wußte, legte sie beide Arme um des Onkels Hals: »Ich habe dich lieb.« Und nach einem Weilchen flüsterte sie in ehrfürchtiger Scheu: »Sie war so schön.«

Die drei alten Leute nickten, und Nettchen ahnte nicht, daß sie alle drei dachten: »Wie du ihr gleichst, du, die junge Nanette Dibelius.«

»Nun sage mir,« unterbrach Herr Butzebach das ernste Schweigen, »wie hoch steht das Wasser in dem Zimmer, wird jemals alles ausgestaubt sein?«

»Mittwoch ist alles fertig,« berichtete Nettchen, »und bei uns auch, und nun muß ich zu Großmama laufen, Mutter hat gesagt, ich soll's tun.«

»Na, dann lauf nur, aber vergiß das Wiederkommen nicht!«

Das vergaß nun Nettchen freilich nicht. Jeden Tag lief sie mit flinken Füßen durch Haus und Garten, und jeden Tag berichtete sie von neuen Blumenwundern. Am Gründonnerstag kam sie auch, da war in allen Häusern das Scheuerfest überwunden, und Herr Butzebach saß in seinem Gartensaal und freute sich der reinlichen Stille. »Nanette,« rief er der Kleinen entgegen, »jetzt mußt du Gäste einladen, am Ostersonnabend will ich Kaffeegäste haben. Nun rate, wen?«

»Tante Malve und Sünder!«

»Weiter, noch mehr, das sind zu wenig.«

»Meine Eltern?« fragte Nettchen zögernd.

»Die habe ich schon eingeladen, dein Vater fährt gerade am Sonnabend noch über Land, er will nachkommen, aber deine Mutter will kommen, und ich denke, deine Großmutter tut es auch. Zu denen mußt du hingehen und sie einladen; aber jemand fehlt noch, meinen Nachbar, Herrn Rektor Hagemeister und seine Mamsell Schwester, die lade dazu.«

»Ich?« rief Nettchen, und vor Schreck wäre sie beinahe in eine der großen Glastüren gefallen. Doch ihr Onkel hielt sie noch fest. »Willst du mir den Gefallen nicht tun, Nanette?«

»Ja, gewiß,« stammelte Nettchen, obgleich es ihr himmelangst wurde bei dem Gedanken, dem gestrengen Herrn Rektor zu begegnen. »Ich gehe gleich,« meinte sie hastig. Ihr fiel es ein, jetzt war vielleicht der Rektor nicht daheim, es war seine Spaziergehstunde, und Fräulein Aurelie, vor der fürchtete sie sich nicht weiter, die war zu ihr immer lieb und nett.

»So geh. Sei recht höflich und sage, eine Ablehnung würde mir herzlich leid sein.«

Nettchen versprach, alles wohl zu besorgen, und dann lief sie davon; sie tröstete sich selbst, er ist nicht da, sicher nicht, jetzt nicht, und dann rannte sie an der Türe den gestrengen Herrn beinahe über den Haufen.

»Na nun, was will denn die Mamsell Naseweis hier?« Ein wenig grollend, doch nicht allzu sehr klang die Frage, und Nettchen stotterte und stammelte die Einladung heraus, und der Herr Rektor antwortete ganz freundlich: »Sage deinen lieben Eltern einen schönen Gruß, und es wäre uns eine Ehre und ein Vergnügen, und wir würden kommen.«

Herr Rektor Hagemeister nickte freundlich, und dann schritt er mit gewichtigen Schritten von dannen, und Nettchen Dibelius stand da, wie einstmals die zu Salz erstarrte Madame Lot.

Was hatte sie nun gemacht, ganz verkehrt hatte sie es angefangen? Sollte sie dem Rektor nachlaufen? Dazu hatte sie den Mut nicht, und sie beschloß, erst in das Großelternhaus zu laufen, dort die Einladung vorzubringen, vielleicht half ihr dort jemand!

Sie rannte also, denn um langsam zu gehen, war sie viel zu aufgeregt, nach dem Marktplatz, und dort fand sie die Großeltern und Tante Malve gemütlich auf der Steinbank vor dem Hause sitzen. Sünder stand daneben, er stand ein wenig vorgeneigt, wie immer, in der Hand hielt er einen Strauß Frühlingsblumen, auf den er mit liebevoller Andacht herniederschaute, und Tante Malve sagte: »Sünder, Sie sind und bleiben der rechte Blumennarr, das hat unser Nettchen von Ihnen geerbt.«

»Da kommt sie,« entgegnete Sünder, »ja, Kind, was fehlt dir denn, du siehst ja so aufgeregt aus?«

Nettchen fing schon von weitem an zu reden, sie brachte hastig die Einladung vor, redete dazwischen von Herrn Rektor Hagemeister, es ging alles flink und durcheinander, und Tante Malve sagte erstaunt: »Merkwürdig von dem Herrn Rektor, unser Nettchen als Botin zu wählen. Und überhaupt, am Sonnabend vor dem Fest, ich denke, wir sagen ab.«

»Ach,« rief Nettchen kläglich, »nun ist's wieder falsch, Onkel Jukundus läßt doch einladen, und der Herr Rektor will zu den Eltern kommen.«

»Das ist sonderbar, deine Mutter hat doch gesagt, sie wolle Hagemeisters zum zweiten Feiertag bitten, hat sie nun ihren Plan geändert?« fragte die Justizrätin. »Und am Ostersonnabend, ja, seit wann bittet da eine Hausfrau Kaffeegäste zu sich?«

»Ach, es ist ja alles falsch,« jammerte Nettchen, »die Eltern sollen doch zu Onkel Jukundus kommen.«

»Der will dahin kommen, die sollen dorthin kommen, wer soll nun eigentlich kommen, und wohin? Mamsell Konfusionsrätin, erzähle mal, wer soll zu Herrn Butzebach kommen?«

Der Großvater fragte es, langsam, wie es seine Art war, und seine Ruhe half Nettchen dazu, nun endlich die Bestellung richtig zu sagen.

»Freund Jukundus gibt eine Kaffeegesellschaft,« rief Fräulein Malve aufgeregt und verwundert, »lieber Himmel, es geschehen Zeichen und Wunder. Ich kann's kaum glauben.«

»Aber ich glaube es.« Die Justizrätin lachte still vor sich hin. »Denn daß es keiner Hausfrau einfallen würde, am Ostersonnabend eine Kaffeegesellschaft zu geben, das ist mal sicher. So etwas bringt nur so ein alter, einsamer Junggeselle fertig!« sagte sie.

»E steckt etwas dahinter!« Fräulein Malve kam gar nicht aus der Verwunderung heraus; »Sünder, ahnen Sie, was es ist?«

»Rätsel raten war immer meine schwache Seite, Mamsell Dibelius,« Sünder schmunzelte vor sich hin. »Dies konnten Sie allzeit besser. Ich will mir denn auch nicht meinen alten Kopf zerbrechen, sondern mit dem Kinde zu Hagemeisters gehen, damit die Verwirrung ein Ende hat. Komm, Nettchen!«

»Ach ja,« rief Nettchen aufatmend, sie faßte des alten Freundes Hand und zog den rasch mit fort, »komm, komm, jetzt ist der Herr Rektor nicht zu Hause, wir sagen es Mamsell Aurelie!«

»Sünder ist ein Heimlicher, ich bin sicher, er weiß, was los ist,« brummelte Fräulein Malve ärgerlich. »Eine Kaffeegesellschaft bei Jukundus! Unglaublich, ich muß mich mal ins Ohr zwicken, damit ich auch weiß; daß ich wach bin.«

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