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Die sieben Weiber des Blaubart

Ludwig Tieck: Die sieben Weiber des Blaubart - Kapitel 21
Quellenangabe
typenarrative
booktitleSchriften, Achter Band
authorLudwig Tieck
year1828
firstpub1797
publisherG. Reimer
addressBerlin
titleDie sieben Weiber des Blaubart
pages160
created20130527
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Zwanzigstes Kapitel.

Peter faßt einen Vorsatz.

Bernard war entschlossen, seinen Liebling noch einmal aufzusuchen, und den letzten Versuch anzustellen, ob er ihn nicht bessern könnte. Er traf ihn in dem Wäldchen an, das an die Burg stieß.

Seyd Ihr noch nicht besser entschlossen? fragte er den Ritter.

Nimmermehr, antwortete Peter ergrimmt, alle Deine Reden sind umsonst, ich lebe fort, wie es sich eben fügen will, und weiter bekümmere ich mich um nichts.

Sie gingen neben einander, und Bernard suchte seinem Helden die Reize einer romantischen Lebensart recht anlockend darzustellen, um ihn für seinen Plan zu gewinnen.

199 Ihr sprecht immer, rief Peter aus, und wißt nicht, was Ihr wollt. Hat sich da was romantisch zu seyn, wenn sich die Gelegenheit dazu nicht finden will. Wo soll ich die interessanten Situationen, Verwickelungen, Empfindungen und dergleichen denn nun vom Zaune brechen? Es sollte für Euch selber ein Kunststück seyn, einen solchen Lebenslauf zu führen, ob Ihr Euch gleich für so außerordentlich klug haltet.

Jetzt, sagte Bernard, fändet Ihr zwar da die schönste Gelegenheit, etwas aus Euch zu machen.

Wie so?

Erinnert Ihr Euch vielleicht noch der kleinen Adelheid, die mit Euch auferzogen wurde?

O ja.

Sie ist von ihrer Kindheit an von der Fee Almida beschützt worden, die sich eine Freude daraus macht, sanfte Ruhe und Stille, liebliche Heiterkeit über jeden Lebenslauf zu verbreiten. Diese Fee ist in allen Sachen die Feindin von jener unterirdischen, die Ihr die Ehre gehabt habt, kennen zu lernen. Sie wohnt auf einer weit entlegenen Insel in einem Palaste, der mit lauter Gesang und Sonnenschein angefüllt ist, kein Sterblicher naht ihrer Behausung, kein lautes Geräusch ertönt auf der Insel.

Was geht mich das Alles an? fragte Peter.

Adelheid, die sie beschützt, wird sich in Kurzem verheirathen; entführt sie, so habt Ihr eine Braut und eine Fehde mit dem Bräutigam, zugleich ist dies ein Mittel, jene uralte Fee wieder zu versöhnen.

Das Ding sollt Ihr mir nicht zweimal sagen, rief Peter aus; Adelheid war überdies meine Geliebte, als ich noch klein war.

200 So gefallt Ihr mir, sagte Bernard, dadurch wird also auch noch zugleich das Interesse der Empfindung erregt.

Sie überlegten hierauf, auf welche Art sie ihren Vorsatz am besten ausführen könnten.


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