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Die Seherin von Prevorst

Justinus Kerner: Die Seherin von Prevorst - Kapitel 29
Quellenangabe
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authorJustinus Kerner
titleDie Seherin von Prevorst
publisherJ. F. Steinkopf Verlag
printrun2. Auflage
year1963
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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4. Das Mittelreich

Nicht selige Geister sind es, die aus diesem Zwischenreiche erscheinen, nicht reine, durch himmlisches Licht erleuchtete Geister; nein, es sind Hinübergegangene aus der gemeinen Menschenwelt, denen ihre Werke, ihre Begierden und Gewohnheiten, die Irrtümer, die sie in dieser Welt hatten, nachfolgten.

Von diesem Gesichtspunkt aus nehme man die unsrer Seherin aus diesem in unsre Welt hereinragenden Geisterreich im Luftbilde des Nervengeistes sichtbar und hörbar gewordenen Wesen, ihr Begehren und Glauben mit all seinem Irrwahn, und sei nicht der Meinung, Geister können nur geistig sein, und sollten wenigstens vermittelst eines ästhetischen Reizes die Phantasie befriedigen. Hier fällt alles Idealische weg, eben weil die menschliche Hülle wegfällt, die den Heuchler, den Boshaften usw. deckte, und erscheint nun jedes Laster und Verbrechen in seiner Nacktheit, weil es sich in dem leichten Überwurfe, der der Seele noch bleibt (dem Nervengeiste), weit deutlicher ausdrückt als in Fleisch und Blut.

Man denke sich einmal den vom Leibe losen Geist eines Menschen, dessen Seele im Leben selbst sich nur halbtierisch kundgab; und wie viele Menschen der Art sieht man auf dem Markte des Lebens! Die Neigungen und Laster eines solchen Menschen, fällt der Leib ab, bleiben nicht im Leibe, sie bleiben in der Seele zurück, der der Leib gehorchen mußte, und wie wird sich dann ein solcher Geist gebärden, in dem immer noch jene Leidenschaften und Neigungen leben, für den aber kein Leib und keine Sinnenwelt mehr existiert, die sie ausführen! – Wird so ein Geist mit seiner Schwere nicht immer noch zur Sinnenwelt zurückstreben, wo sein Schatz ist? – »Wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.«

Hat der Mensch im Leben immer nur die Welt geliebt und in ihr seinen Schatz gesucht, so bleibt auch nach dem Tode sein Herz (sein Geist) an dieselbe gebunden und kann sich nicht losmachen. Aber eben dieses Nicht-losmachen-Können ist eine Pein, weil zum Genusse des Irdischen der Körper fehlt, der Genuß der höheren Glückseligkeit aber verboten ist, und das ist die gerechte Strafe des Erdenbannes, dem diese Unseligen zu ihrer Besserung hingegeben sind.

Jakob Böhme, dieser Seher, sagt (siehe dessen Menschwerdung Christi, III. T. 4, 3):

»So nun der Leib zerbricht und stirbt, so behält die Seele ihre Bildnis als ihren Willensgeist. Jetzt ist er zwar von dem Leibesbilde weg, denn im Sterben ist eine Trennung; alsdann erscheint die Bildnis mit und in den Dingen, was sie allhier hat in sich genommen, damit sie ist infiziert worden, denn denselben Quell hat sie in sich. Was sie allhier liebte und ihr Schatz gewesen und darein der Willensgeist einging, nach demselben figuriert sich nun auch die seelische Bildnis. Hat einer bei Lebenszeiten sein Herz und Gemüt zum Beispiel in Hoffart gewendet, so quillet derselbe Schatz im Seelenfeuer in der Bildnis immer auf, und fährt über die Liebe und Sanftmut als über Gottes Freiheit aus, und kann diese nicht ergreifen noch besitzen, sondern quillet also in sich in solcher Angstqual, und figuriert sich der Willensgeist immer nach den irdischen Dingen, darein sein Wille ging. Glänzet also damit im Seelenfeuer und steiget immer in Hoffart auf, und will im Feuer über Gottes Sanftmut ausfahren; denn er kann nun keinen andern Willen schöpfen, und nicht in das heilige Mysterium eingehen, darin er möchte einen andern Willen fassen, sondern er lebt nur bloß in sich selber, und hat nichts, mag auch nichts erreichen, als was er bereits im äußern Leben in sich gefaßt. Und also geht es auch einem Geizigen, welcher in seiner Bildnis die Geizsucht magisch hält, und der immer viel haben will, und dem nun immer in seinem Willensgeiste das figuriert wird, damit er bei Leibesleben umging; weil ihn aber dasselbe Wesen verlassen und sein Wesen nicht mehr irdisch ist, so führet er doch den Willensgeist in dieser Gestalt, plaget und quälet sich doch damit.«

Man meint, J. Böhme habe in dieser Schilderung alle jene Gestalten unsrer Seherin vor sich gehabt, so sehr sehen sie einander gleich. Nach H. nimmt die Seele ihren moralischen Wert oder Unwert als bleibend in ihren Lebenskreis auf, während der Sonnenkreis, der der Seele zur Bewegung nach außen und zur Reflexion nach innen diente, nach vollendeten Zyklen mit dem Tode abfällt. Der moralische Wert oder Unwert figuriert sich nun im Willensgeist nach Art und Weise, was die Seele während des Lebens vorzugsweise geliebt hat: denn wo euer Schatz ist, da ist ja auch euer Herz. Jedes Laster, jede Schuld, jedes Verbrechen, überhaupt jede schwere Sünde figuriert sich im Willensgeiste gerade so, als ob er seine Richtung noch in die Welt hätte. Das Figurieren selbst geschieht durch den Nervengeist, den die Seele mit sich nimmt, und der eben die bloß moralischen Charaktere und Gepräge plastisch in sich aufnimmt und ihnen Gestalt gibt, d. h. die Seele nimmt, wie sie ist, durch ihn bildliche Form an. Da aber die falsche Erkenntnis und das Gefühl schon im Willensgeiste steckt, so muß er jetzt in sich selber leben, da ihm alle Hilfsmittel neuer Erkenntnisse und neuer Gefühle, die ihm während des Lebens offenstanden, mit der Trennung entschwunden sind. Hier fühlt man erst, was es um die Liebe im christlichen Sinne ist, denn sie öffnet dem Willensgeist alle Wege zum Himmelreich, und beflügelt ihn mit himmlischem Äther, während der in die Selbstsucht sich hineinlebende Willensgeist sich alle Wege verschließt, und durch die Last der Sünde immer weiter abwärts gezogen wird. Böhme spricht hier beispielsweise nur von Hoffart und Geiz. In den Gestalten unsrer Seherin figuriert sich auch die Schuld und das Verbrechen.

Die andre Welt ist eine aufrichtige Welt, wo der Heuchler uns nicht täuschen kann: denn die Lüge wird an ihrer Farbe erkannt, jedes Laster wird zur Grimasse, der Betrug zum Scheusal und schwere Verbrechen zum Ungeheuer. Unsre Seherin besitzt bloß die Kunst, die Form an sich, d. h. ohne Stoff, und das Kleid der Farben an sich, d. h. ohne Zettel und Eintrag zu sehen. Denn warum sollte die Form und die Farbe nicht auch etwas an sich sein, in einer Welt, wo der Stoff nicht mehr gilt? Wenn unsre Logik überall Form und Stoff unterscheidet, so muß sie doch auch zugeben, daß es eine Form ohne Stoff gebe, und daß die Form noch übrigbleibe, wenn der Stoff wegfalle.

Es gibt Spiegel, welche das einfallende Bild so reflektieren, als ob dasselbe vor dem Spiegel im Raum schwebte, und mit allen Farben und Zeichen daselbst sichtbar wäre. Was hat jetzt ein solches Bild für einen Stoff? Bei den abgeschiedenen Seelen ist es nicht anders. Alles was in ihnen ist, wird zum stofflosen Bilde. Der Wüstling wird in Gestalt – vielleicht irgendeines Tieres erscheinen, zu welchem er sich schon während seines Lebens bekannte. Die Missetat etwa einer Kindsmörderin wird im Bilde heraustreten, und ein solches Weib mag dann mit einem erwürgten Kinde auf dem Arm erscheinen. Und so durch alle Rubriken durch. – Wo der Stoff abgeworfen ist, da wird jede Seele die andre an dem Luftbilde erkennen, welches Geistes Kind der vormalige Mensch war. In den Metamorphosen fällt immer das unterste Glied weg, während oben ein andres sich ansetzt Lassen wir auf dieser Welt den Stoff hinweg, so wird dann die Form das unterste Glied und vertritt die Stelle des Stoffes.

Darum dürfen wir wohl annehmen, daß die plastische Kraft des Nervengeistes, soweit er sich während des Lebens in seinem Typus ausgebildet hat, auch nach dem Tode mit der Seele vereint bleibe und die Seele des weggefallenen Stoffes vertrete, der ja nur das Vehikel des Bildens war. Nur auf der Erde ist ein so grobes Vehikel zum Bilden nötig. In der andern Welt ist die Stoffheit auf ein Minimum reduziert.

Für die Frommen gibt der Himmel seinen Äther her, und der Nervengeist bildet aus ihm ein weißes Lichtgewand, das moralische Licht verbildlicht sich im äußern Lichtstoff; für die Gottlosen gibt die Hölle einen schwarzen Dunst her, in welchen sie sich kleiden: denn auch die moralische Schwere (die Sünde) verbildlicht sich im finstern Dunste. »Weiß«, sagt Pythagoras, »ist das Licht und alles Gute; schwarz die Nacht und das Böse.« Nur in dieser Welt hat die Seele einen so massiven Leib nötig, um das, was ihr aufgetragen ist, auszuführen. In der andern Welt hat sie eine andre Aufgabe, wozu sie des groben Stoßes nicht mehr bedarf.

Was wir Raumfüllung nennen, ist nichts als ein Widerstand, den zwei Körper einander erfahren, d. h. der Kopf kann nicht durch die Wand hindurch, außer er bohrt sich vorher ein Loch; der Widerstand aber gilt nur, wo Stoff dem Stoff begegnet, wo hingegen die Stoffheit aufhört, da gibt es auch keinen Widerstand im Raume. Daher treten die stofflichen Bilder der abgeschiedenen Seelen ebenso leicht durch die Wand hindurch als durch ein offenes Fenster.

Alles liegt daran, daß man den Nervengeist nicht mit den Imponderabilien und noch weniger mit den Ponderabilien verwechselt; er steht um eine ganze Potenz höher als alle physischen und chemischen Kräfte. Wo er frei wirkt, wie in den abgeschiedenen Seelen, da gibt es für ihn keinen Widerstand aus der physischen Welt, vielmehr vermag er die physischen Kräfte sich als eines Vehikels zu seinen Äußerungen zu bedienen, ohne daß wir sehen, wie dieses zugeht.

Unsre Seherin hat recht, die Seelen aus dem Mittelreiche müssen weit unwissender sein, als sie im Leben waren. Denn eben weil sie aus dem Weltzusammenhange herausgerissen sind, in welchem ihre ganze Weisheit bestand, so bleibt nichts mehr übrig, als ihre alte Neigung ohne Befriedigung und das Andenken an ihre Schuld. Plato sagt: »Wer hier lasterhaft lebte, ist nach dem Tode tierischer, als er hier war.«

Es läßt sich leicht denken, daß gleich zu gleich sich geselle und alle zusammen in gleicher Geistesarmut sich befinden, wo weder Lehre noch Unterricht mehr möglich ist. Ist einmal die Scheidung des Guten von dem Bösen geschehen, so muß es dem letztern unendlich schwer werden, sich aus sich selbst emporzuhelfen, da sie von den Guten nichts mehr lernen und absehen können. Darum ist die Zeit der Versäumnis auf dieser Erde für immer verloren, weil eine lange, lange Nacht darauf folgt, die eine zehnfache Mühe erfordert, das letzte glimmende Fünkchen des Guten nicht ersterben zu lassen, und die moralische Schwere, die stärker zieht als die physische, zu überwinden. Die moralischen Gesetze für Lohn und Strafe nach dem Leben sind ebenso genau abgewogen als die physischen auf der Erde, und jeder Geist wird Lohn oder Strafe als die natürliche Folge seiner Handlungen erkennen. Der Böse trägt seine Sündenschuld in einem einzigen Bild in sich, unvertilgbar, wie in eine Tafel eingeätzt. Demnach muß es eine Menge Stufenordnungen geben nach den Graden der Verklärung oder Verworfenheit. Aber zwischen dem Reiche des Lichts und der Finsternis ist das Reich der Dämmerung, und so ist zwischen Himmel und Hölle das Zwischenreich. Wer in der Hölle ist, der steigt nicht mehr herauf in die Welt; wer im Himmel ist, der steigt nicht mehr herab, außer aus Liebe und zum Schutz für die Menschen. Es bleiben daher nur die Weltsüchtigen noch übrig, welche das Reich der Dämmerung füllen. Diese sind es, welche mit ihren Grundneigungen an die Erde gebannt sind, und zahlreich, wie ein luftiges Heerlager, sie umgeben. Aus diesem Reiche sind die Gestalten, welche sich bei unsrer Seherin auch aus früheren Jahrhunderten einfanden, und wovon mehrere sich durchs Gebet erhellten und verschwanden. Die Buße führt bei den Empfänglichen auch zur Besserung; aber wie lange mag es anstehen, bis nicht nur Betrug, Mord und alle Laster gebüßt, sondern auch die Grundneigungen, welche sie hervorbrachten, vertilgt sind? Hier erkenne der Mensch die Zeit der Versäumnis! Denn im Leben sind alle Gnadenwege geöffnet, und Jahre vermögen das schon, was nach dem Leben Jahrhunderte nicht vermögen.

Wohl weiß ich auch, daß, ehe der Verstand des Menschen, der sich seinen Gott, seinen Himmel und seine Hölle, nach seinem Belieben und seinen Wünschen immer gerne selbst konstruiert und gern überall die ihm so ganz bequeme Gnade und Liebe Gottes vor sich herschiebt, sich so gefangennimmt, an das zu glauben, was kraft seines Stolzes und seiner Lebenslust ihm zu glauben so höchst unangenehm und widrig ist, er lieber alle Künste des Scharfsinns und der Dialektik beschwört, kann er sich dadurch nur in diesem kurzen Moment des Lebens eine ihm bevorstehende Zukunft anschwatzen, die seinen Wünschen und Gefühlen in diesem Leibe entspricht. Wohl fällt es auch dem Stolze des Menschen gar schwer, zu glauben, daß er einst in einen Zustand komme, in dem die Nichtigkeit seines Innern erst ans Licht trete, wo die Maske fällt, unter der er sich hier im Leben zu verstecken und auf dem Markte zu glänzen suchte. Schwer auch fällt es dem sogenannten Geistreichen, an Geister zu glauben, die sich nicht geistreich zeigen. Jeder Mensch sollte es nach dem Tode doch wenigstens zur geistreichen Erkenntnis eines Hegel gebracht haben. Nun aber kommen hier Geister läppisch und albern, nach Bibelstellen und Gesängen schmachtend, beim Namen Jesu helle werdend und behauptend, daß nur in diesem Freude und Frieden zu finden sei. An solche Geister können die sogenannten Geistreichen nun vollends gar nicht glauben, und es sind solche Erscheinungen ihnen nur Produkte der kranken Phantasie einer von einem württembergischen Schulmeister einst gut dressierten Schülerin.

»Daß jede im Mittelreiche befindliche Seele an jeden höhern Geist (und deren wird es hoffentlich keine geringe Anzahl geben) sich wenden könne, um durch Anleitung und Unterricht mit Gebet und Glauben sich für das höhere Leben zu befähigen, und daß in diesem Falle die Fortschritte weit größer seien, als wenn sich die niedrigen Geister nur an Menschen halten – daß es übrigens sehr schwer halte, bis solche verstockte Seelen sich wieder zu Gott aufrichten.« – So sagt die Seherin ausdrücklich.

Das so oft schon für die Unsterblichkeit der Seele als Symbol gebrauchte Bild der Raupe weist uns auch auf einen solchen Mittelzustand (Hades, Zwischenreich) nach dem Tode hin.

Aus der Raupe entsteht nach dem Hinsterben nicht sogleich der Schmetterling, sondern es geht diesem ein langer Zwischenzustand, der der Puppe, voraus.

In diesem sich selbst anheimgestellt, ohne die gewöhnliche irdische Ernährung, abgeschlossen vom Sonnenlicht und dem Grünen der Flur, gleichsam in dem Lande der Schatten und des Todes, bildet sich nach und nach der Schmetterling, der um so vollkommener und glänzender sich entfaltet, je mehr Stille und Dunkel den Ort der Verwandlung umgab.

Diejenigen, welche vermeinen, sogleich nach dem Tode in einen Sternenhimmel voll Seligkeit aufgenommen zu werden, diejenigen, welche uns vorwerfen, daß wir vor Sternschnuppen die Sterne nicht sehen, möchten sich wohl gerade so täuschen, als der Wanderer sich täuscht, der ein glänzendes Schloß auf der Höhe erblickt und sich der baldigen Aufnahme in dasselbe erfreut, dem aber das tiefe finstere Tal noch bedeckt ist, das er erst zu durchgehen hat, bis er jenen Glanz nach vielen Mühen erreicht.

Wohl ist mir bekannt, daß die sogenannten Verständigen und auch die sogenannten Geistreichen dieses, und überhaupt auch unsern Glauben, Phantasterei nennen.

Möchten sie doch bedenken, wie nicht unsre Phantasie, sondern ein ganz naturgemäßer Weg uns zu diesem Glauben führt! Viele Erfahrungen glaubwürdiger Menschen, die Erscheinungen magnetischer Zustände, aus welchen bis zur geschichtlichen Evidenz erhobene Tatsachen hervorgingen und manche Andeutungen göttlicher Offenbarung, waren unsre Wegweiser, ganz gegen unsre eigene Phantasie.

Dagegen nehmen diejenigen, die uns Phantasten nennen, ihren Himmel und ihre Hölle aus ihrem eigenen, eitlen Wissen und aus ihrer durch Weltbildung irren Phantasie.

Auch ihnen sind Geistererscheinungen willkommen, aber nur in Novellen und Romanen, und sie sind die starken Geister, die bei wirklicher Erscheinung eines Geistes in Wahnsinn versetzt würden, ihr Glasschädel und ihr ganzes Wissen und Wesen würde dadurch zu mächtig zerrissen. Aber mit welchem Verwundern werden um so mehr sie dereinst nach dem Verschwinden ihrer Isolierung durch den Tod, in einem von ihnen so streng verworfenen, nie geglaubten Zustand erwachen!

Nehmen wir alles zusammen, unerschütterlich bleibt:
1. Daß die moralische Schwere (die Sünde) ebenso gut wie die physische Schwere nach unten zieht und ihre Verwandtschaft mit der Welt nicht fahrenlassen kann.
2. Daß, wenn der Stoff (die Fleischmasse) abgeworfen ist, die Form noch übrigbleibt.
3. Daß die Form, eben weil sie ohne Stoff ist, sich nur in dem plastischen Schema oder typischen Luftbilde darstellen kann.

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