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Die Seherin von Prevorst

Justinus Kerner: Die Seherin von Prevorst - Kapitel 19
Quellenangabe
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typetractate
authorJustinus Kerner
titleDie Seherin von Prevorst
publisherJ. F. Steinkopf Verlag
printrun2. Auflage
year1963
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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18. Das Schauen

Über das Schauen drückte sich die Seherin mit Hinweisung auf jene Kreise also aus:

»Der Sonnenzirkel (Kreis) ist die Welt, unser Sonnenkreis, und diesen hat jeder Mensch in sich auf dem Lebenszirkel (Kreis) der Seele. Wie im Sonnenzirkel diese Welt liegt, so liegt im Lebenszirkel eine ganz andre höhere, daher die Ahnungen, die in einem jeden Menschen von einer höhern Welt liegen. Im Schauen tritt der Geist aus dem Lebenszirkel (Lebenskreis) heraus und in das Zentrum des Sonnenkreises hinein, und da ist dann dasjenige Schauen, was die Menschen fassen und begreifen können, dem Menschen aber jetzt dunkler wurde, als es ihm ehemals war. Hier schaut der Mensch dann die Welt, in der er ist, in ihrem eigentlichsten Wesen, ohne Schleier und Scheidewand zwischen ihm und den Dingen, welcher Schleier und Scheidewand sich sonst zwischen ihn und dieselben stellt. Schaut der Geist länger in dieses Zentrum des Sonnenkreises, so schaut er aber nur wie ein Blitzstrahl, zugleich von diesem Zentrum auch in das Zentrum des Lebenskreises. Dieses letztere Schauen nimmt der Geist mit sich in seinen Sitzpunkt im Lebenszirkel und trägt es aber dann in diesem, ohne es aussprechen zu können, ohne Bewußtsein, nur wie eine Ahnung da in sich. Dieses Schauen, das viel tiefer ist, also das bloß im Zentrum des Lebenszirkels, das der Geist wohl auffassen, aber nicht von sich geben kann, hat der Geist nur, wenn er in den Sonnenzirkel geht und von dem Zentrum desselben in das Zentrum des Lebenszirkels, sein eigenes Zentrum, sieht, er hat es nie bloß in seinem Zentrum. In diesem seinem eigenen Zentrum sieht er wohl nichts andres, als eine andre höhere Welt, die wir nicht begreifen und nicht fassen, die der Mensch aber ebenso im Lebenszirkel in sich trägt, wie er die Welt, in der er lebt, im Sonnenzirkel in sich trägt. Daher in jedem Menschen, wie schon gesagt, die Ahnungen von einer solchen höheren Welt. Ein Somnambules kann kein andres Schauen aussprechen, als dasjenige im Zentrum des Sonnenkreises, und das bezieht sich allein auf unsern Sonnenkreis und aufs Mittelreich, das in unserm Luftraum ist usw. Das tiefere Schauen im Zentrum des Lebenszirkels hat noch keine Somnambule ausgesprochen.

Bei der Trennung des Geistes von der Seele im Tode könnte es der Geist der Seele noch aussprechen, wäre er nicht so unmächtig gemacht.«

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