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Die Seherin von Prevorst

Justinus Kerner: Die Seherin von Prevorst - Kapitel 11
Quellenangabe
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authorJustinus Kerner
titleDie Seherin von Prevorst
publisherJ. F. Steinkopf Verlag
printrun2. Auflage
year1963
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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10. Einwirkung imponderabler Materien

Einwirkung der Sonne

Die Sonne hatte, solange Frau H. in Weinsberg war, nur folgende Einwirkung auf sie: sobald Frau H. gegen Abend lag, hatte sie die Menstruation immerwährend. Lag sie gegen Mittag, dann hatte sie sie regelmäßig. Blieb die Menstruation aus, so durfte sie sich, damit sie dieselbe erhielte, nur gegen Abend legen. Sie war an einem Ort, wo sie immer gegen Abend lag, und da hatte sie die Menstruation immer. Sie sagte die Ursache im Schlaf, aber man hatte keine Acht darauf.

Da ihr das Sonnenlicht stets Kopfschmerz verursachte, so verlangte sie im Schlafe, man sollte ihr ein Glas auf ihr Sonnengeflecht (Herzgrube) legen, wenn sie die Sonne wieder bescheine. Sobald dies geschah, konnte sie den Einfluß der Sonne wohl ertragen. Es trat dadurch wieder stärkere Isolierung ein.

Einwirkung der Elektrizität

Bei einem Gewitter fühlte Frau H. die Blitzstrahlen hauptsächlich im Unterleib. Blitze, die wir gar nicht sahen, sah sie immer vermittelst des eisernen Ofens. Sie fühlte auch sonst die Blitze immer früher, als sie andre sahen. Sie gaben ihr das Gefühl eines Druckes gegen ihren ganzen Körper her. Während der Blitze selbst setzten sich alle Nerven ihres Körpers in beständige oszillierende Bewegung. Bewegte man bei elektrischer Luft die Finger gegen sie, so sah sie von denselben kleine Blitze in Bogen ausgehen. Bei Männern sah sie diese Blitze hell, bei Frauen stach die Farbe des Strahles ins Blaue. Auch aus den Augen der Menschen, bewegten sie sich, sah sie leuchtende Strahlen ausgehen; bei den Männern in hellem Licht, bei den Weibern in bläulichem. Wasser, das während eines Gewitters fiel, erzeugte in ihr eine ungewöhnliche Wärme, und sie war es zu trinken nicht fähig. Regenwasser ohne Gewitter fühlte sie mild und auch zum Trinken angenehm.

Gab man der Frau H. Eisen in die rechte und Kupfer in die linke Hand, so verursachte es ihr Schläge, die von der rechten Seite gegen die linke durch das Herz durchgingen. Brachte man Kupfer mit Eisen in Verbindung, und gab diese verbundenen Metalle ihr in die linke Hand, so fühlte sie ein Strömen von der linken Hand in den Arm hinauf und dann die ganze linke Seite und den Fuß hinab.

Dagegen konnte sie Kupfer allein berührt nicht ertragen, und auch Eisen allein berührt hatte eine andre Wirkung auf sie. (S. die Versuche mit Metallen.)

Bestrich man Eisen mit irgendeinem andern Metall, zum Beispiel ein eisernes Stängchen, während sie das Ende desselben in der Hand hielt, und wurden diese Striche nicht gegen sie, sondern von ihr ab gemacht, so fühlte sie starke Einströmungen in sich. Noch verstärkt konnten diese werden, wenn man das Eisen mit zweierlei Metallen zugleich bestrich.

Ein solches mit anderm Metall bestrichenes Eisen erkannte sie gut von unbestrichenem, daß es ihre Finger, fuhr sie mit ihnen über dasselbe, anzog, und sie sagte, sie fühle, daß von diesem Eisen nur der Geist des andern Metalles in ihre Finger einströme und das Eisen wieder natürlich werde.

Je nachdem das Eisen mit einem Metalle bestrichen wurde, desto stärker und schwächer ziehend wurde es für sie, und desto öfter oder weniger hatte sie nötig, mit ihren Fingern über dasselbe zu fahren, um es wieder von dem fremden Metallgeiste zu befreien.

Hierauf könnte sich eine galvanisch=elektrische Vorrichtung gründen, die gewiß auch in manchen Krankheiten von Einfluß wäre.

Es müßten Stäbe von verschiedenen Metallen sein, die mit anderem Metall durch eine mechanische Vorrichtung gerieben würden, während der Kranke sich mit ihnen in Verbindung setzte. Die Wirkung könnte noch vermehrt werden, würden diese Stäbe noch über einem fließenden Wasser oder in Ermangelung dessen überhaupt nur über Wasser angebracht.

Ein Fenster mußte bei ihr Tag und Nacht in der höchsten Winterkälte eröffnet bleiben. Sie sagte: sie ziehe aus der Luft einen besonderen Stoff an sich, der ihr zum Leben diene, ein lebendiges, belebendes Prinzip. Gewiß ist die den Sonnenstrahlen so verwandte Luft auch Träger eines Lebensstromes von oben. Sie behauptete auch, daß in der Luft ein Stoff sei, dessen sich die Geister bedienen, um sich hörbar und sichtbar zu machen, und dies sei ein Stoff, der ihr schädlich sei, der aber bei heiterem Himmel noch mehr in der Luft sei, als bei trübem. Er wirkte auch auf andre Menschen nicht gut, aber diesen unfühlbar.

Paracelsus sagt: »Der Mensch ist aus den vier Elementen genommen und wird aus ihnen ernährt, aber nicht bloß sichtbar durch den Magen, sondern auch unsichtbar durch die magnetische Kraft, welche in der ganzen Natur ist und wodurch alle einzelnen Glieder ihre besondere Nahrung an sich ziehen. Durch diese Kraft zieht der Mensch von außen das Chaos an sich, und daraus folgt die Luftansteckung beim Menschen.«

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