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Die Sebalds. Zweiter Band. Exodus

Wilhelm Jordan: Die Sebalds. Zweiter Band. Exodus - Kapitel 4
Quellenangabe
typefiction
authorWilhelm Jordan
titleDie Sebalds. Zweiter Band. Exodus
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
printrunDritte Auflage
year1904
firstpub1885
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20150715
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Einundzwanzigstes Kapitel.

Kompaß- und andere Störungen.

 

Er löste rechnend leichter auf
Den schwierigsten Kometenlauf,
Als schief gestellte Räthselfragen
Nach ihrem launischen Betragen.

 

Am nächsten und den nächstfolgenden Tagen war das Wetter regnerisch, die See bei frischer Brise ziemlich bewegt. Das Schiff stampfte beträchtlich. Es konnte daher nicht auffallen, daß Hildegard ihren gewohnten Spaziergang auf Deck unterließ. Aber auch die Mahlzeiten hatte sie nicht, wie bisher immer, im großen Speisesaal eingenommen, sondern in der Damenkajüte. Der Seekrankheit war sie nicht unterworfen, befand sich auch, wie die Stewardeß versicherte, durchaus wohl. Offenbar also wollte sie mit Arnulf nicht zusammentreffen. Nur die Schlußwendung des Gespräches nach dem Nordlicht konnte schuld sein an dieser Umstimmung.

Arnulf war unzufrieden mit sich selbst, nicht bis Europa gewartet zu haben mit der begonnenen Enthüllung. Seit Cliffhouse waren ihm die Tage, die Wochen geflogen. Jetzt reckten sich die Stunden zu unerträglicher Länge. Er nahm Bücher vor, erst einen Roman aus der Schiffsbibliothek, dann ein wissenschaftliches Werk aus seinem Koffer. Je nach einer halben Seite ward er inne, daß die Augen ihm Buchstaben und Worte, aber seinem anders beschäftigten Geist keine Vorstellung, keinen Gedanken zuführten.

Als mit der Logleine die Schnelligkeit der Fahrt gemessen wurde, versuchte er diesem ihn stets fesselnden Seemannsgeschäft seine ganze Aufmerksamkeit zu widmen und zählte die dem Logger von der Haspel durch die Hand laufenden Knoten. Als aber der Oberbootsmann, der die Sanduhr hielt, mit dem üblichen »Tack« das Zeichen gab zum Anhalten und Einholen der Leine, und Arnulf etwas erstaunt ausrief: »Wie, nur acht?« da versetzte der neben ihm stehende zweite Offizier:

»Nein, Herr Arnulf, heute haben Sie sich zum ersten Mal arg verzählt. Wir segeln elf Knoten, nur einen halben weniger als gestern.«

Er schämte sich und nahm sich dann etwas mehr zusammen, als er gleich darauf, wie beinahe täglich, demselben Offizier mit dem Senkthermometer die Temperatur des Wassers messen half. Sie erwies sich an der Oberfläche anderthalb, in einer Tiefe von zwanzig Faden sogar drei Grad niedriger als vorgestern. Nachdem man den Golfstrom längst weit hinter sich hatte, war das eine auffällige Erscheinung in einer geographischen Breite von ungefähr vierundvierzig Graden nördlich, wo die Wasserwärme sehr beständig zu sein und von einem Tage zum andern selten mehr als um kleine Bruchtheile eines Grades zu schwanken pflegt.

»Wahrscheinlich Eisfelder in der Nähe!« meinte der Offizier. »Werden in der Nacht mit halber Kraft laufen müssen.«

Arnulf aber hielt eine andere Erklärung für möglich. Erst jetzt entsann er sich wieder einer Vermuthung, die ihm vorgestern bei dem ungewöhnlich intensiven Nordlicht aufgestiegen, aber über der Szene mit Hildegard völlig in Vergessenheit gerathen war.

»Sind wir unserer Breite sicher?« fragte er den Offizier.

»Nicht besonders,« versetzte dieser. »Die letzte zuverlässige Mittagshöhe erhielten wir vor vier Tagen. Wie vorgestern und noch weit mehr gestern die Sterne im Fernrohr tanzten, wo sie durch's Gewölk überhaupt einen Augenblick zum Vorschein kamen, das haben Sie ja selbst gesehen.«

Arnulf machte sich an's Werk, durch Beobachtungen zu ermitteln, ob wirklich eingetreten sei, was er für möglich hielt. Aus seinem wohlgefüllten Kasten für wissenschaftliches Rüstzeug holte er einen Kompaß, der weit größer war als der zwar auch sehr genau gearbeitete, aber winzige an seiner Uhrkette, dazu ein zweites Instrument, in dem vor einem aufrecht stehenden, glasüberdeckten Zifferblatt die überaus empfindliche Inklinationsnadel schwebte. Die Nordweisung des Kompasses verglich er mit dem Stande der Schiffsbussole vor dem Steuerrade. Bei größtmöglicher Annäherung an die letztere fand er sie fast genau übereinstimmend, aber schon in einer Entfernung von wenigen Schritten merklich abweichend. Dann stieg er, nach eingeholter Erlaubniß des Kapitäns, die Wanten empor in den Mastkorb. Wohl eine halbe Stunde lang stellte er dort sowohl mit dem Kompaß als mit der Inklinationsnadel eine Reihe von Beobachtungen an und notirte sie in seiner Brieftasche. Sie schienen seine Vermuthung zu bestätigen.

Als er aber am Tisch der Kajüte die verwickelte Rechnung unternahm, die das Maß der vermutheten Thatsache in Zahlen ergeben mußte, bevor es möglich war, über ihre praktische Bedeutsamkeit oder Gleichgültigkeit zu urtheilen, da fand er sogleich, daß ihm einige unerläßliche Data fehlten. Er schlug sich mit der flachen Hand vor die Stirn, wie zur Strafe für diese unverzeihliche Zerstreutheit, nicht von vornherein an diese Hauptsache gedacht zu haben. Der Höhe des Mastkorbs über Deck und Wasserlinie, auch der Entfernung seiner Instrumente von der Schiffsbussole im Augenblick der Beobachtung mußte er auf ungefähr einen Dezimeter sicher sein, wenn das Resultat seiner Rechnung nicht bis zur Wertlosigkeit unzuverlässig ausfallen sollte. Er kehrte also zurück auf Deck, um die fraglichen Abstände durch Abschreiten und mittelst seines Sextanten annähernd zu schätzen, sich auch beim Kapitän darnach zu erkundigen. Dieser, ein erprobter Seemann von ausgezeichneter Tüchtigkeit und Herrschergabe, auch wohlgeübt in der praktischen Anwendung der wenigen astronomischen und physikalischen Hülfsmittel seines Berufs, aber über diese Routine hinaus auch völlig Laie in den Naturwissenschaften, wie die englischen Kapitäne fast immer, belächelte seine Vermuthung als eine Schrulle, gab ihm aber eine Aufrißzeichnung des Schiffs im Maßstabe von 1:300, aus der sich die gewünschten Entfernungen, falls die Zeichnung korrekt war, bis auf etwa einen Viertelmeter verlässig bestimmen ließen.

Für morgen nahm er sich genauere Messung vor, versuchte jedoch die Rechnung schon jetzt, unter Zugrundelegung dieses Behelfs, durchzuführen. Aber zwei-, dreimal fand er die gemachten Ansätze mangelhaft und selbst verkehrt, so daß er sie wieder ausstreichen mußte. Nur schwerfällig rückte er vor mit Zahlenoperationen, die ihm sonst spielend geläufig waren.

Endlich kam er in besseren Zug. Da erschien die Stewardeß, einige Speisen auf einem Präsentirbrett unter Glocken von Weißmetall in die Damenkajüte tragend. Als sie die Thür zu dieser öffnete, sah er einen Augenblick von einer am Tisch sitzenden Dame eine Handbreite vom Saum ihres wohlbekannten dunkelgrauen Seidenkleides. Nun war es aus mit seiner Rechenkunst. Nachdem er einige Minuten gewartet, um bei der Rückkehr der Aufwärterin noch einmal ebenso flüchtig desselben Anblicks theilhaftig zu werden, that er sein Rechenpapier in die Brieftasche und verließ die Kajüte.

Mit hastigen Schritten die ganze Länge des Schiffes hin und her durchmessend, vertiefte er sich in Gegrübel über die Gründe, welche Hildegard bewögen, ihm so geflissentlich auszuweichen. Eine Auslegung reihte sich an die andere. Jede folgende gefiel ihm weniger und dünkte ihm in seiner Verstimmung dennoch nur desto wahrscheinlicher, je unwillkommener.

»Meine voreilige Offenheit,« sagte er sich, »hat den Schein planloser Unbefangenheit verscheucht, den mein bisheriges Auftreten für Hildegard haben konnte. Sie hat nicht Unrecht, wenn sie mich jetzt eines vorberechneten Anschlages auf ihre Person bezichtigt. Fühlt sich nicht jedes Frauenzimmer verstimmt, wenn es entdeckt, daß ein Mann sich's herausgenommen, ihre Vorsehung zu spielen? Darf sie nicht selbst beleidigt sein, wenn sie merkt, daß ich sie nur eben habe ziehen wollen wie eine Schachfigur? Pflegt das die Frauen nicht auch dann zu verdrießen, wenn das Ziel ihren eigenen Wünschen entspricht?«

Letztere Frage weckte einen schlimmeren Zweifel. »Ich habe vorausgesetzt,« sagte er sich, »daß ebenso, wie Ulrich, auch Hildegard zwar die Hoffnung, aber noch nicht den Wunsch aufgegeben, das unmöglich Scheinende einst doch noch verwirklicht zu sehen. Ist diese Voraussetzung nicht am Ende falsch? Welchen Grund hatte ich für dieselbe? Ulrich's Briefe, außerdem nichts, als ihre gelegentlich hingeworfene Aeußerung, sie gedenke ledig zu bleiben.«

Er wiederholte sich aus dem Gedächtniß den Hauptinhalt der beiden umfangreichen, sehr oft gelesenen Briefe, die sein Bruder im Wirthshause am Klönsee und einige Tage später aus Einsiedeln geschrieben. In Todesangst, in Folge der jähen Erkältung einem Delirium nahe genug, um den verstorbenen Bruder Lothar zu erblicken im herunterschwebenden Helfer, hatte Hildegard die Offenbarung der Liebe zu erleben geglaubt. Auch der Bericht über jenes Wagengespräch hatte ja noch Symptome ihrer krankhaften Aufregung erwähnt. Nach der Scheideszene im Gasthause zu Einsiedeln hatte sie, heftig fiebernd, eine Woche lang das Bett gehütet. Erst am neunten Tage war sie mit ihrem Vater und in Begleitung des Wildheuers nach Bad Stackelberg abgefahren, zwar noch blaß und matt, aber, dank ihrer kräftigen Natur, doch so weit hergestellt, daß Ulrich, ihretwegen beruhigt, wenn auch schweren Herzens, gleich darauf die Heimreise angetreten. War nicht ihre so plötzlich erwachte Neigung, ihre für eine junge Aristokratin sehr auffällige, fast anstößige Offenheit und entgegenkommende Hingebung zumeist auf Rechnung dieser leiblichen, ihre Zurechnungsfähigkeit beeinträchtigenden Zustände zu schreiben? Erschien ihr nicht vielleicht schon längst ihr schweizerisches Liebesabenteuer als die Verirrung eines Fiebertraums, den sie jetzt bei nüchternen Sinnen nur noch belächelte?

Er kannte sie jetzt aus eigener Erfahrung als ein kerngesundes, entschlossenes und bei lebhafter Phantasie doch keinesweges schwärmerisch angelegtes Mädchen. Von ihrem Eifer, ihrer Tüchtigkeit und Umsicht als Mitregentin einer großen Laudwirthschaft hatte der Graf ihm oft und gern erzählt. Bei solchem Lobe seiner Tochter konnte der sonst vornehm kühle Mann warm werden bis zur Begeisterung. Daß dabei ein Vaterwunsch in Bezug auf Arnulf mitspielte, ließ er natürlich ungesagt; doch gab er sich so wenig Mühe, es zu verbergen, daß er sich wunderte, seine Gedanken nicht errathen zu sehen von dem sonst so luchsäugigen jungen Naturforscher. Was umflorte diesem den Scharfblick?

Wie jedes Auge seinen Blindfleck hat, und zwar gerade da, wo der Sammelstrang der Sehnerven eintritt, um sich auf der Netzhaut auszubreiten, so war Arnulf's helles Urtheil mit Trübung behaftet, wann es betraf, was ihm unlöslich verbunden schien mit dem Brennpunktbilde seiner Vorstellungen, dem Glück seines geliebten Bruders und der großen Zukunft, die er dem schwärmerisch Verehrten zudachte und vorbereiten half. Der Vorsatz, dem brüderlichen Leander zu dieser Hero die Brücke zu schlagen über die trennende Tiefe, war der Drehpol seines Trachtens vom Tage der Begegnung am Gestade des stillen Meeres und machte ihn blödsichtig, und nicht nur für manches Zeichen der Hoffnungen des Grafen, sondern auch für die Regungen des eigenen Herzens.

Wie es ihm nicht von fern in den Sinn kam, daß dieser Vater ihn in's Auge gefaßt haben könne als angemessenen Schwiegersohn, so blieb ihm vollends fremd der fast noch näher liegende Gedanke: daß für diese kühne Reiterin, für diese als scharf prüfende, thatkräftige Gutsherrin und Meisterin der Wirthschaft gepriesene Mustertochter seines uralten Geschlechts Er selbst, der erwerbslustige, weltfrohe und glückliche Sinnenmensch, ein mehr geeigneter Lebensgenosse sein würde, als der im alten kleinen Hause an die Sebalduskirche wie festgenagelte Pastor, der trotz ähnlicher Anlagen die doch vielleicht unmögliche Versöhnung der Theologie mit der Wissenschaft und die Anpassung des Christenthums an die Lebensbedingungen der erwachsenen Menschheit zu seinem Berufe gemacht hatte.

Aber so wenig er in der Verblendung seiner brüderlichen Liebe zu der Einsicht kam, daß an der Seite Ulrich's, bei der Ausübung seines Apostelamts, die besten Gaben Hildegard's, verurtheilt zur Nichtverwendung, unbeglückend und darum unbeglückt verwelken würden, so hochwahrscheinlich fand er es gleichwohl, daß ein so geartetes Mädchen eine von bestrickend wundersamen Erlebnissen angefachte Leidenschaft mit genau dieser Einsicht als schwärmerischen Irrthum durchschaut und in ihrem Herzen ausgelöscht haben könne.

Bei dieser der Wahrheit sehr nahen Vermuthung blieb er stehen. Die selbstlose, für den Bruder darüber empfundene Betrübniß hinderte seine grübelnden Gedanken, den letzten kleinen Schritt zu thun durch die halb offenstehende Pforte zur eigentlichen Ursache dieser grollenden Flucht Hildegard's.

Es war ihm willkommen, dem weiteren Ausspinnen dieser Betrachtungen entzogen zu werden, als der Graf auf Deck erschien und eine Partie Schach im Rauchzimmer vorschlug.

Nach wenigen Zügen gerieth er in Bedrängniß und nach einer halben Stunde hatte der Graf, strahlend von Freude, zum ersten Mal einen glänzenden Sieg erfochten. Seine Befriedigung minderte sich, als ihm ein schülerhaftes Versehen Arnulf's in der zweiten Partie nach kaum fünfzehn Minuten ein Mat bei vollem Brett erlaubte.

»Lassen wir's für heute!« sagte er bedauernd, als er in noch kürzerer Frist zum dritten Mal gewonnen. »Ich sehe, Sie sind zerstreut bis zur Wehrlosigkeit. So billige Siege machen mir kein Vergnügen. Was haben Sie nur?«

Arnulf schämte sich, die Wahrheit zu gestehen. Er entschuldigte sein schlechtes Spiel mit dem Vorgeben, daß er sich eine begonnene, aber wegen unzureichender Beobachtungen abgebrochene Rechnung nicht aus dem Kopfe schlagen könne.

»Ach ja,« versetzte der Graf, »ich sah Sie vorhin im Mastkorbe mit Instrumenten beschäftigt. Was beobachteten Sie da?«

»Das ist nicht leicht zu erklären. Es hängt zusammen mit dem ungewöhnlich intensiven Nordlicht von vorgestern. Ein solches bezeichnet stets die höchste Stufe einer magnetischen Spannung der Erde, welche recht oft schon mehrere Tage vorher begonnen hat und ebenso lange nachwirken kann. Unser Dampfer ist aus Eisen gebaut. Schon das macht die Schiffskompasse weit minder verläßlich, als sie in hölzernen Schiffen sind. Man kompensirt die Wirkung dieser Wände und Rippen von Eisen durch die schon beim Bau vorgesehene möglichst gleichmäßige Vertheilung ihrer Massen nach allen Seiten, wo das nicht anging, durch Neutralisirung der einseitig überwiegenden Partieen mittelst ungefähr gleich stark wirkender in entgegengesetzter Richtung angebrachter gediegener Eisenklötze. Den dennoch stets übrig bleibenden und oft beträchtlichen Fehler ermittelt man möglichst genau durch wiederholte Versuche, so daß ihn der Kapitän allemal in Rechnung bringen kann, bevor er seine Steuerbefehle gibt. Nun ist es aber erwiesen, daß frei schwebendes Eisen bei starken magnetischen Störungen zeitweise selbst magnetisch wird und so manche Wahrnehmung spricht dafür, daß eben dies auch mit einem eisernen Schiffe geschehen kann. So hege ich denn den Verdacht, daß sich im Laufe der letzten vier oder fünf Tage unser Dampfer in einen großen Magneten verwandelt habe. Ich glaube dafür eine vorläufige Bestätigung erkannt zu haben in dem Winkelunterschiede zwischen der Weisung, die mein Kompaß auf dem Mastkorbe zeigte, und der Nordweisung sowohl der Schiffsbussole als seiner eigenen in nächster Nähe der letzteren. Leider kenne ich weder die Höhe des Mastkorbes über Deck, noch seinen schrägen Abstand von der Steuerbussole genau genug, um mittelst des Inklinationsinstrumentes die Gesammtwnkung des Schiffskörpers einigermaßen genügend zu bestimmen. Dieselbe scharf zu erlangen wird mir überhaupt nicht möglich sein. Dazu müßt' ich erst wissen, wie stark an unserem gegenwärtigen Ort die reine Inklination ohne ihre Vermehrung durch die Anziehungskraft des Schiffes ist. Zwar steht sie in meinen Tabellen für alle zugänglichen Breiten und Längen und für unser Jahrzehnt. Aber eben die Breite, auf der wir uns nach der Schiffsrechnung befinden sollen, ist mir verdächtig, und den Betrag zu finden, um den sie falsch sein kann, ist das eigentliche Ziel meiner Rechnung. Ich bewege mich also mit dieser von vornherein in dem fehlerhaften Zirkel, eben das Gesuchte theilweise voraussetzen zu müssen. Gleichwohl hoffe ich morgen, nach minutiösen Messungen, eine wenigstens annähernd vertrauenswürdige Antwort auf die Frage zu finden, ob die Magnetisirung unseres Schiffes eine für unsere weitere Fahrt bedenkliche Höhe erreicht und die Verwirrung seiner führenden Seele, der Bussole, bis zu gefährlicher Unzuverlässigkeit gesteigert hat. Das zu fürchten habe ich Grund; denn ein in allen Phasen so vollkommenes und glanzvoll ausgebildetes Nordlicht habe ich bisher nur jenseits des sechzigsten Breitengrades, und auch da nur im Winter, in so niedriger Breite aber und im August noch niemals gesehen. Selbst mein winziger Uhrkettenkompaß zitterte vorgestern in bedeutenden Ausschlägen und verrieth, daß der beständige magnetische Wind während des Maximums der leuchtenden Entladungen des magnetischen Gewitters zum Orkan angewachsen war, obgleich wir nicht das Mindeste davon fühlten.«

»Magnetischer Wind und Orkan?« warf der Graf ein. »Das verstehe ich nicht.«

»Die geheimnißvolle Eigenschaft der Magnetnadel, ungefähr nach Norden zu weisen, machen wir uns am besten begreiflich, wenn wir sie betrachten als eine Art von Windfahne. Aber nicht die Strömungen der Luft, die wir Wind zu nennen gewohnt sind, sondern die für uns anderweit durchaus unmerklichen, billionenfach geschwinderen Strömungen eines in gleichem Maße feineren Stoffes, der Weltluft, des Aethers, bewirken, daß die magnetische Stahlnadel nur in der Richtung dieser Strömungen einigermaßen zur Ruhe kommt, wenn auch niemals vollständig, da wir sie mit genügend starker Vergrößerung jederzeit etwas zittern sehen.«

»Das will mir nicht in den Kopf. Für die Angabe des Windes einer unbegreiflich feinen strömenden Luft hat doch die flach schwebende, wohl zehnmal so breite als dicke Stahlnadel des Kompasses die für eine Windfahne allerunzweckmäßigste Gestalt. Würde sie zu solchem Dienst nicht besser geeignet sein, wenn sie wie das Blech der gewöhnlichen Windfahne, mit ihrer Breite hochkant stünde? Und was vollends hilft zum Windfahnendienst die Magnetisirung?«

»Sie lassen sich irreführen durch einen Hülfsvergleich, der wie alle Vergleiche auch nur unvollkommen zutrifft. An der Blechtafel der gewöhnlichen Windfahne streicht die Luft draußen an beiden Seiten vorbei und gibt ihr dadurch die Richtung. Das feine Fluidum Weltluft, Aether, oder, immer vergleichsweise gesagt, der magnetische Wind, streicht durch das Innere der Kompaßnadel ihrer Länge nach. Eben ihre Durchlässigkeit für ihn erlangt sie durch die Magnetisirung. Sie kommen der richtigen Vorstellung wenigstens nahe, wenn Sie sich das gewöhnliche, nichtmagnetische Eisen vorstellen als ein regelloses Gefilz von lauter überaus kurzen und dünnen Röhrenstückchen, die in allen denkbaren Richtungen wirr durcheinander liegen. Das Umlaufen eines elektrischen Stromes in einer herumgewundenen Drahtspirale bewirkt zeitweise, das regelrechte Bestreichen mit einem Magnete aber dauernd, daß diese Röhrenstückchen sich alle in einer Richtung ordnen, sich polarisiren, wie der wissenschaftliche Ausdruck lautet, und mit ihren Enden geradlinig aneinanderfügen zu Röhren von der Länge der ganzen Nadel. So ist diese, wie etwa eine Mitrailleuse aus einer Anzahl von Gewehrläufen, aus vielen Millionen paralleler Röhren zusammengesetzt und erhält ihre Nordsüdweisung durch das mehr oder minder nordsüdliche Hindurchblasen des magnetischen Windes. – Solche Illustrationen bleiben zwar immer behaftet mit beträchtlicher Unrichtigkeit; aber sie vermitteln immerhin mit der stellvertretenden Anschauung so viel Verständniß der für uns noch übersinnlichen Ursachen der Naturerscheinungen, als ohne die Formelsprache der Mathematik überhaupt zu erzielen ist.«

»Eine schwache Dämmerung geht mir auf. Ich danke bestens, habe jedoch für jetzt von der Wissenschaft genug. Im Gehirn beginnt's mir zu kreiseln von der Anstrengung, Ihnen zu folgen. Zur Sache also! Gesetzt, Sie hätten Recht mit Ihrem Verdacht: kann daraus ernstliche Gefahr für uns erwachsen?«

»Ja, das halt' ich für möglich, obgleich der Kapitän mich dafür auslacht. Wenn der Schiffskörper in hohem Grade magnetisch geworden ist, kann das die Kompaßweisung so beträchtlich fälschen, daß wir, in Ermangelung korrigirender astronomischer Beobachtungen, um zwei bis drei Breitengrade, und zwar in unserem Falle nordwärts, vom richtigen Kurs abgewichen sein könnten. Bleibt das Wetter noch so weit durchsichtig, als es trotz der zunehmenden Bewölkung jetzt noch ist, dann hätte das nichts zu sagen und würde höchstens eine Verlängerung der Fahrt verschulden. Wenn aber dichter Nebel einträte, könnten wir früher als vermuthet in die Nähe des Landes gelangen, und zwar in das durch kleine Inseln und Riffe schwierige Gewässer vor der Nordwestküste Irlands. Dann würden wir allerdings ernsten Gefahren ausgesetzt sein. Zwei bis drei Tage jedoch sind wir mindestens noch entfernt von Europas nächsten Küsten, brauchen uns also zunächst nicht zu beunruhigen. Morgen will ich Beobachtung und Rechnung wieder aufnehmen. Sagen Sie also Ihrer Tochter noch nichts von meiner vielleicht grundlosen Besorgniß. Immerhin aber wird es gerathen sein, einige hoffentlich überflüssige Vorsichtsmaßregeln zu treffen. Unter Ihren Kojen finden Sie Schwimmgürtel. Ueben Sie sich, einen solchen schnell und richtig anzulegen; ich will's Ihnen zeigen. Veranlassen Sie dazu, wie zum Scherz, auch Ihre Tochter. Frauenkleidung erschwert es und macht Probeversuche räthlich. Ich habe Frauen ertrinken gesehen durch den Schwimmgürtel, weil er ihnen, wie gewöhnlich zu weit, statt unter den Armen festgebunden zu sein, beim Hinunterspringen in's Wasser bis über die Hüfte gerutscht war, auf der Kleiderfülle festsaß, sie umkippen ließ und statt des Oberkörpers ihre Beine über Wasser hielt. Ihre Korbflasche lassen Sie sich mit Cognac füllen; in Ihr Umhangtäschchen thun Sie die wasserdicht in Staniol gepackte Stangenchokolade, welche Sie, meinem Beispiel folgend, in New-York kauften. – Einen Schiffsuntergang hab' ich nur auf dem Mississippi erlebt, wo sich unser zu Berg fahrender Dampfer auf einem sogenannten Sawyer spießte, einem Baum, der mit dem Wurzelende am Grunde wie vor Anker liegt, die in der Strömung hin und her pendelnde Stammspitze aber in schräger Richtung lanzenartig aufstreckt. In See hab' ich ein sechsstündiges Festsitzen auf einer Untiefe im mexikanischen Meerbusen mitgemacht. Eine Anzahl voreiliger Passagiere und angetrunkener Matrosen kam dabei um's Leben, obwohl selbst das Fahrzeug, dank der eingetretenen Flut bei landwärts umgesprungenem Stauwinde, mit geringer Beschädigung wieder flott wurde. Aber nicht nur meine eigene Beobachtung bei diesen beiden Unfällen, auch mein aufmerksames Studium vieler Berichte über Schiffbrüche spricht für die Regel, daß Diejenigen die meiste Aussicht haben auf Rettung, die bis zum letztmöglichen Augenblick an Bord ausharren. Im ersten Schreck thut man leicht das Allerunvernünftigste. Die zuerst in die Boote Stürzenden sind in neun Fällen von zehn unrettbar verloren. Die überlebenden Zeugen hatten fast immer entweder die Mäste des sinkenden Fahrzeugs erklommen, deren oberstes Spieren- und Takelwerk geraume Zeit über Wasser zu bleiben pflegt, da solche Katastrophen selten auf hoher See, sondern meistens in der Nähe der Küsten eintreten, oder sie hatten sich auf dem fast leer gewordenen Schiff tragende Hölzer losgebrochen und selbst Nothfloße improvisirt. Auch geh' ich niemals in See, ohne ein Knäuel Leine von Manilahanf, ein Päckchen starker Nägel, einen derben Bohrer und ein handliches Beil mitzunehmen und bereit zu halten. Doch wie gesagt, vorerst seh' ich keinen Grund zur Besorgniß. Ich glaube Sie nun hinlänglich zu kennen, um keine Störung Ihres Behagens zu fürchten von diesem Bekenntniß meiner so Manchem übertrieben und selbst lächerlich erscheinenden Vorsicht.«

Der Kapitän hatte die Vermuthung Arnulf's zwar belächelt, aber doch nicht so unbeachtet gelassen, als er sich zur Wahrung seiner Autorität den Anschein gab. Ob nun die Meldung des Offiziers von der beträchtlichen Erniedrigung der Temperatur des Wassers ihn stutzig gemacht; ob sein Versuch, trotz der Bewölkung den verwaschenen Schimmerfleck, der die Stelle der Sonne verrieth, zu einer nothdürftigen Bestimmung ihrer Mittagshöhe zu benutzen, verbunden mit der Kartirung der nach dem Log gelaufenen Distanzen den Verdacht einer zu hohen Breite bestätigt: – Er selbst hatte sich an's Steuerrad verfügt und unter Einschärfung strengster Geheimhaltung erst einen Viertelkreis von unmerkbar allmäliger Abweichung von der geraden Linie, dann sechs volle Stunden steil südwärts zu steuern befohlen. Erst gegen Mitternacht, als außer dem Offizier und der Mannschaft der Wache Alles in den Kojen lag, ließ er, wieder selbst gegenwärtig, nahezu in den ursprünglichen ostnordöstlichen Kurs zurückdrehen.

Wegen angeblich nothwendiger frischer Theerung der Wanten blieb Arnulf am folgenden Tage der Aufstieg in den Mastkorb zu weiteren Beobachtungen untersagt. Auch ließ ihn die wieder normale Wasserwärme und die während kurzer Klärung genommene Mittagshöhe, aus der sich der 45. Grad nördlicher Breite ergab, seine Vermuthung als irrig aufgeben. Vollends überzeugt, die Schiffsrechnung mit Unrecht angezweifelt zu haben, und bereit, es auch einzugestehen, war er, als ihm am späten Abend des viertfolgenden Tages der Kapitän ein genau im Norden am Saum des Horizonts aufblinkendes Drehfeuer zeigte und ihm erklärte, daß es sich durch das Zeitintervall zwischen Aufblitzen und Erlöschen zu erkennen gebe als der Leuchtthurm auf Mizenhead, der südlichsten Spitze Irlands. Falls nicht die jetzt noch nordwestliche, aber mehr und mehr nordwärts drehende scharfe Brise sehr versteife, oder im St. Georgskanal der dort nur allzu häufige Nebel mit halber Kraft zu laufen nöthige, werde man binnen etwa sechsunddreißig Stunden in den Mersey einlaufen können.

Das war Arnulf sehr erwünscht. Seit sich Hildegard für ihn hartnäckig unsichtbar gemacht, sah er der Landung mit Ungeduld entgegen. Er grollte sich selbst, seiner Einfalt, mit allem Gegrübel keine genügende Erklärung seiner verdrossenen Stimmung zu finden, wie seiner Schwäche, diesen ärgerlichen Zustand nicht mit Mannesstolz zu selbstgenügsamer Heiterkeit besiegen zu können. Zugleich versuchte er sich hineinzureden in einige Erbitterung auf Hildegard und überlegte, wie er beim unfraglichen Wiedersehen im Hafen, in Liverpool, auf der längst mit dem Vater verabredeten gemeinschaftlichen Heimfahrt, mit kühler Zurückhaltung oder deutlichem Schmollen Vergeltung üben solle.

Dabei zuckte ihm ein mehr als albern romantischer, bereits an Frivolität streifender Einfall durch's Gehirn: »Schade, daß meine Vermuthung einer wegen Mißweisung des Kompasses drohenden Gefahr sich als irrig herausgestellt hat! Hülfe, vielleicht Rettung wäre süßeste Rache gewesen für den Tort, den sie mir angethan mit ihrem überempfindlichen Eigensinn.« Sogleich aber schalt er sich: »Ruchloser Narr!« und begleitete dies gedachte Tadelwort mit der gewohnten Strafgeste für dumme oder gar verwerfliche Gedanken, einem Klapp wider die Schläfe. Denn eben ertappte er sich darauf, daß dieser nichtswürdige Wunsch ausgekrochen sei aus dem Gelüst, mit Erwiederung einer Kränkung durch eine Wohlthat eine Rolle von ähnlicher Wirkung zu spielen, wie sein Bruder im Spalt des Glärnischgletschers. Besonders die Nebenbuhlerschaft gegen Ulrich war es, wogegen hiebei sein Empfinden sich auflehnte. Trotzdem fielen ihm noch immer nicht die Schuppen von den Augen.

Das in kurzen und gleichmäßigen Pausen wiederholte Läuten der Schiffsglocke auf dem Vorderkastell und der langgezogene, mehr brüllend als schrillend alle fünf Minuten dazwischen ertönende Ruf der Dampfpfeife trieben ihn am nächsten Morgen früher als gewöhnlich aus seiner Koje.

Auf Deck angelangt, fühlte er die Temperatur der Luft gegen gestern auffällig erniedrigt. Das Nachschaukeln der See war noch beträchtlich, obgleich der steil nördlich gewordene Wind fast ausgeathmet hatte und die dünne graue Rauchschleppe des mit halber Kraft schleichenden Schiffes nur um einen geringen Winkel aus der nordnordöstlichen Kurslinie abzulenken vermochte. Aber der unten wenigstens zur Alleinherrschaft gelangte Polarstrom, der sommerwarmen Meeresfläche aufliegend, machte die Flut förmlich dampfen. Während die Mastspitzen bis in die oben heitere Bläue hineinragten, war der Nebel unten so dicht, daß man vom Achterdeck aus den Kapitän auf der Kommandobrücke nur durch einen verschwimmenden Schatten angedeutet sah.

Arnulf begab sich in die große Kajüte, neben welcher der Graf mit seiner Tochter eine geräumige, sonst vierbettige, jetzt durch einen Vorhang getheilte Kabine bezogen hatte. An die Thür klopfend, forderte er den bereits im Ankleiden Begriffenen auf, ihm Gesellschaft zu leisten beim Frühstück, das er, heute zwei Stunden vor der üblichen Zeit, eben bestellt habe. Er gab sich Mühe, möglichst ruhig, ja, gleichgültig zu sprechen, um Hildegard nicht zu erschrecken.

Hastig erschien der Graf mit noch ungeknöpfter Weste und erst im Hinaustreten auch mit dem linken Arm in den Rockärmel fahrend.

»Was gibt's?« frug er leise und nach der Thür zurückdeutend mit einer Handbewegung, die zu verstehen gab, daß auch seine Tochter schon wache. »Wozu das Geläut und Gebläse mit der Baßpfeife? Ist Gefahr zu befürchten?«

»Man trifft nur die in vielbefahrenem Gewässer bei dichtem Nebel üblichen Vorsichtsmaßregeln. Mein Verdacht scheint völlig grundlos gewesen zu sein. Wir steuern den richtigen Kurs, befinden uns im St. Georgskanal und könnten ohne den Nebel, der nur fünf Knoten zu laufen gestattet, schon morgen Vormittag in Liverpool landen. Aber eben dieser Nebel macht Bereitschaft für denkbare Gefahr auch uns rathsam. Was ich in irriger Voraussetzung vorschlug, könnte sich nun dennoch als nicht überflüssig erweisen. Sorgfältige Vorsicht dünkt mir keine üble Genossin der Tapferkeit. Zur Sicherung des Lebens immer wieder zu thun, was sich vielleicht schon hundertmal als müßig erwiesen hat, ist doch mindestens ebenso vernünftig, als im wohlbewachten und wahrscheinlich niemals abbrennenden Hause lebenslänglich die Feuerassekuranz zu bezahlen.«

»Habe Alles gethan, was Sie riethen,« versetzte der Graf, »auch mit Hildegard, so sehr sie sich anfangs berief auf ihre Meisterschaft im Schwimmen, eine förmliche Wettkomödie aufgeführt mit Anlegen und Festschnüren der Rettungsgürtel. Sie brauchte dazu bald kaum halb so viel Zeit …«

Das hastige Geklirr der elektrischen Schelle vor der Kajütenthür unterbrach ihn. Sogleich nochmals wiederholt, galt es der weiblichen Bedienung. Auch war über der Thür zur Kabine des Grafen das Blechtäfelchen mit rother Innenseite aufgeklappt. Die Stewardeß erschien und trat hinein. Die handbreite Längslücke zwischen der Decke des Kajütensaals und der Seitenwand der Kabine erlaubte Arnulf, den von Hildegard leise gesprochenen Auftrag gleichwohl deutlich zu verstehen. Sie verlangte auch für sich das Frühstück zu dem der beiden Herren aufgetragen.

»Das Versteckspiel soll also endlich aufhören!« dachte Arnulf und war nicht wenig neugierig auf den Friedensschluß oder doch Waffenstillstand nach vieltägigem Schmollkriege. Er antwortete theils gar nicht, theils recht unpassend auf die Bemerkungen und Fragen, mit denen der Graf die Viertelstunde bis zum Erscheinen des Thees und der Kollation ausfüllte. Das nicht unzufriedene Lächeln über seine Zerstreutheit, mit dem sein Tischgenosse endlich verstummte, ließ ihn seine Spannung auf Hildegard's Wiederauftritt kaum wahrnehmen, geschweige denn auslegen.

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