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Die schöne Müllerin

Wilhelm Müller: Die schöne Müllerin - Kapitel 15
Quellenangabe
typeanthology
booktitleDie Winterreise
authorWilhelm Müller
year1994
publisherInsel Verlag
addressFrankfurt am Main und Leipzig
isbn3-458-32601-4
titleDie schöne Müllerin
pages9-40
created19991006
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1821
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Pause

          Meine Laute hab ich gehängt an die Wand,
Hab sie umschlungen mit einem grünen Band –
Ich kann nicht mehr singen, mein Herz ist zu voll,
Weiß nicht, wie ich's in Reime zwingen soll.
Meiner Sehnsucht allerheißesten Schmerz
Durft ich aushauchen in Liederscherz,
Und wie ich klagte so süß und fein,
Meint ich doch, mein Leiden wär nicht klein.
Ei, wie groß ist wohl meines Glückes Last,
Daß kein Klang auf Erden es in sich faßt?

Nun, liebe Laute, ruh an dem Nagel hier!
Und weht ein Lüftchen über die Saiten dir,
Und streift eine Biene mit ihren Flügeln dich,
Da wird mir bange und es durchschauen mich.
Warum ließ ich das Band auch hängen so lang?
Oft fliegt's um die Saiten mit seufzendem Klang.
Ist es der Nachklang meiner Liebespein?
Soll es das Vorspiel neuer Lieder sein?

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