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Die schöne Kastellanin

Hans Grasberger: Die schöne Kastellanin - Kapitel 10
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typenovelette
authorHans Grasberger
booktitleMeisterwerke neuerer Novellistik Band 3
titleDie schöne Kastellanin
publisherMax Hesses Verlag
seriesMeisterwerke neuerer Novellistik
volumeDritter Band
printrun
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year
firstpub
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080911
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VIII.

Gericht und Gewitter.

Als der Bezirksrichter am andern Tag seine Kanzlei betrat, wurde ihm vom Diener eine eben eingelangte Schrift überreicht.

Das war eine Denunziation, die den Leser mehr und mehr in Erstaunen, Ärger und Bestürzung versetzte.

Er schickte nach dem Gendarmerieführer, und der war schon auf dem halben Wege zu ihm und trat sichtlich besorgt ein.

»Ich weiß, um was es sich handelt,« sagte er; »der ganze Ort schon ist voll davon, und man hört das unsinnigste Gerede. Immer von neuem züngelt der alte Brand auf: es ist Zeit, ihn gründlich auszutreten.«

»Da lesen Sie die Anzeige, Freund, und fragen Sie sich, ob nicht der Kerl vor allem andern festzunehmen sei. Er verrät die genaueste Lokalkenntnis, macht aus seinem Rachedurst kein Hehl, ist längst berüchtigt, und da der vor etlichen Jahren erfolgte Einbruch noch immer unaufgeklärt ist, erscheint der Fall nicht ausgeschlossen, daß der Schuft im vermeinten Sicherheitsgefühl, im schadenfrohen Übereifer uns selbst in die Falle läuft.«

Der Führer darauf, nachdem er das Papier durchgesehen: »Ihn dingfest zu machen, ist gewiß gerechtfertigt. Er stachelt uns das Volk sonst noch zu toller Wut auf. Eine garstige Kröte das! Aber die beiden Glücklichen dauern mich; weiß Gott, das wird mein sauerster Gang werden.«

»Und bleibt uns etwas anderes übrig, als die Freunde zu überfallen?« sagte der Richter. »Wir müssen recht eigentlich zwischen sie treten, ehe noch das schreckliche Gerücht ihnen zu Gehör kommt; wessen wär' er nicht fähig, gespornt vom verletzten Ehrgefühl? Die Denunziation ist klar, ist unterschrieben und bietet Anhaltspunkte genug; ihre Wirkung macht sich nur zu sehr schon fühlbar: wir müssen einschreiten, blutet uns auch das Herz dabei.«

Und was die beiden Männer, die Recht und Ordnung zu wahren hatten, beschlossen, trat zum Teile in der nächsten Stunde schon zutage, indem der Wegeinräumer eingebracht wurde.

Der hatte sich einen anderen Triumph erwartet und schritt gedrückt einher.

Es war ein schwüler Sommertag. Die schöne Frau im Schlosse hatte unruhig geschlafen und wachte in Gedanken auf, die für sie etwas Beschämendes, Peinigendes hatten.

Sobald der Mann draußen bei der Arbeit war, legte sie die unselige Brosche zu den übrigen Kleinodien der längst verblichenen kleinen Komtesse, mit dem Vorsatz, heute noch den ganzen Inhalt des Schächtelchens der Gruft zurückzuerstatten.

Das heiterte sie aber noch keineswegs auf. Wie draußen die Luft niederwuchtete, so lag es schwer auf ihrer Seele. Sie machte sich Vorwürfe, nannte sich eitel, dumm und konnte doch keinen Namen finden für das, was sie angestellt.

Es wäre ihr schon eine Erleichterung gewesen, dem Manne sagen zu können, was sie eigentlich mit der Brosche gewollt. Er hatte gestern nur wenig nach dem Verlauf der Hochzeit und mit keinem Worte danach gefragt, wie sie ausgesehen, was sie angehabt, wie ihr die Frauen und sie ihnen gefallen. Wird er sie auslachen, wird er auffahren und brummen? Sie wußt' es nicht, und mit Kindischem, Nichtigem wollte sie ihm nicht kommen.

Der Druck, das Bangen wich nicht. Sie plauderte mit ihrem Kleinen und versuchte, sich in dessen mögliche Zukunft zu vertiefen. Und der Knabe fragte: »Mama, wo hast du denn das schöne Ding?« Er deutete auf den Platz der fehlenden Brosche, und das gab ihr einen Stich ins Herz.

Wieder, wie gehetzt, schritt sie ratlos auf und nieder.

Sie geht ans Fenster und sieht draußen eine finster dräuende Wetterwolke aufgebaut, und sommerliche Mittagsgewitter gebaren wütig.

Und Ferdinand ist nicht da ... Ach, daß sie ein Mann wäre und allen Schrecken Trotz bieten könnte!

Und das alles wegen der armseligen Brosche! Was denn nur der dumme Hausierer an ihr finden konnte? Und ja, ja, sie konnte und durfte nicht sagen, woher sie sie hatte. Pfui, daß man so etwas tun kann, das einen in Verlegenheit versetzt und hinterher mit Verdruß und Ekel erfüllt!

Das ist's! Herrschaftlich hatte sie erscheinen wollen, sie, die Nachtwächter-Resi. Vater, was wirst du von mir denken? »Und du bist wie ein Rab' auf alles, was glänzt,« hat die gute Frau Wagner gesagt!

»Wenn nur Ferdinand da wäre! Er ist so ruhig, so besonnen. Und wenn er mich nur recht ausschelten wollte: das täte mir gut, dann würde mir wieder leicht.«

Nun brach's draußen los, daß die Wipfel sausten und die Äste krachten. Der Knabe fuhr entsetzt vom Fenster zurück, die Mutter erschrak, daß der zarte Leib zitterte.

Und niemand da! Und sie kann nicht hinaus zu ihm! »Heiliger Gott, bin ich denn so – schlecht!«

Und nun fängt der schreckliche Donner an, niederschmetternd und langhin grollend, über ihr Haupt hin, daß der Boden schwankt und die Fenster klirren.

Blitz auf Blitz! »Wenn's nur schon aus wär'! Von solch lichter Schlange ein Biß täte wohl ...«

Finster ward's, der Regen peitschte nieder, und wieder blickte sie aus nach den fahrenden Lichtern.

Und Gott im Himmel! was ist das? Es blitzt auch zwischen den dunklen Bäumen vom Tal auf.

»Gendarmen! Sie kommen zu uns; das gilt mir, sie holen mich

»O, diese Schande!«

»Ferdinand, Ferdinand, komm und rette deine Frau! Ich hab' ja nichts Schlechtes getan ... züchtige mich wie ein ungeratenes Kind! Aber komm!«

»Und hast du denn kein Erbarmen für mich, himmlischer Blitz?«

Und jetzt schlich sie ans Fenster, als fürchte sie trotz der Sturmesnacht gesehen zu werden.

»Nein, nein! Sie können ja auch nach St. Wolfgang hinauf; wie oft hab' ich sie dort schon vorübergehen sehen! Und hab' mir nichts dabei gedacht, und heut' machen mich die Gedanken noch verrückt!«

»Ach Gott, das, das, das ist der Weg zu uns! Nein, ich will nicht in die Keuchen, und ich will nicht zu dem garstigen Mann in die Keuchen ... lieber sterben!«

»Fluch mir nicht, wenn du groß bist, liebes Kind! Vergiß meine Küsse, meinen – letzten Kuß!«

»Ferdinand, Ferdinand! ach, du kommst zu spät!«

Ein Jammerschrei aus Kindesmund!

Dann ward's plötzlich still in den Zimmern der Frau Verwalterin.

Die beiden Gendarmen traten wirklich ins Schloß; man konnte glauben, daß sie des Unwetters wegen Unterstand suchten; der eine war der Führer selbst und dem Verwalter persönlich befreundet. Er erkundigte sich daher auch gleich nach diesem.

»Er ist noch nicht zurück, wird aber zum Mittagmahl erwartet,« hieß es.

»Und was macht die Frau?«

»Bitte einzutreten,« sagte das Mädchen; »ich will sie rufen.«

Es traten aber beide ein, und das Mädchen kam zurück, als hätt' es den – Tod erblickt.

Es konnte nur gegen die Tür weisen, nicht reden, sondern rang die Hände, davoneilend und in ein krampfhaftes Schluchzen ausbrechend.

Das befremdete die beiden Männer, und der Anblick, der sich ihnen darbot, mußte selbst auch ein standhaftes Gemüt erschüttern.

Sie fanden die schöne Frau am Fensterkreuz – erhängt.

Schnell eilte, die Wehr an die Wand lehnend, der Führer herbei, um zu sehen, ob noch Leben in der Unglücklichen, Aber kein Pulsschlag, kein Hauch war in ihr mehr zu ergründen.

Mägde stürzten herein und fingen zu jammern an.

Der Führer aber fuhr sie an: »Legt sie lieber sanft aufs Bett und gebt ihr ein Tüchlein, einen Flor um den Hals, damit dem armen Manne das schrecklichste Bild erspart bleibe.«

»Und wo ist das Kind?« fragte er.

Man fand die Tür ins nächste Zimmer abgesperrt, der Schlüssel aber war nicht abgezogen.

Und in diesem anderen Zimmer erblickte man den Kleinen auf dem Boden, in Tränen gebadet, – schlafend.

Ein erleichternder Seufzer entfuhr dem Führer.

Mittlerweile war der Richter vorgefahren.

Als die Männer angesichts der Leiche Blicke wechselten, feuchteten sich ihre Augen.

Und nun kam Ferdinand hereingestürzt.

Er erstarrte. Die Augen traten aus den Höhlen. Keinen Atemzug tat er, blaß im Gesicht. Wenn er plötzlich, vom Herzschlag gefällt, zusammengebrochen wäre oder geistestoll aufgeschrien hätte, es wäre nicht zu verwundern.

Nun reißt er den Flor vom Hals der Stummen weg, und einen rotbläulichen Streifen gewahrend, brüllt er, mit einem Schlag der Rechten auf seine Stirne, wild auf: »Gerechter Gott!«

Richter und Führer nahmen ihn, seiner Hände sich bemächtigend, in die Mitte und sagten: »Fasse dich! Sei ein Mann! Das Leben hat seine Rätsel, seine Tragik.«

Jetzt erst scheint er die Männer wahrzunehmen und ihre Bedeutung zu erkennen.

»Und schweigt denn alles grauenvoll? Gibt mir niemand Aufklärung?« schrie er.

Der Richter wies die klagenden Weiber hinaus und sagte zum Schmerzverlornen: »Unheilvoll, erschütternd bleibt's immer, aber hoffentlich wird kein Schatten eines Verdachtes an dem Andenken deiner Frau haften.«

Und nun gab man ihm unter wenigen, aber gewichtigen erklärenden Worten die Anzeige zu lesen.

»Das ist die Hand Mayers!« rief er überrascht aus.

»Ja, des Schurken! Aber lies und urteile, ob wir anders vorgehen konnten.«

Der Arme fuhr sich wieder und wieder an die Stirn und schien in dem zitternden Papier keinen rechten Sinn zu finden.

Die Männer aber hatten Geduld und »Siehst du, so steht's,« – »Und das mit der Brosche war so,« – »Und das mag sie beunruhigt, in der Schreckensstunde des Gewitters verwirrt haben.« – »Als Unglück ist es zu fassen, als bejammernswerter Verlust, aber ihr Andenken wird rein erstrahlen.« So und ähnlich die beschwichtigenden Freundesworte.

Bald aber ließ sich an der Tür, die dem Weibervolk wehren sollte, Frau Grethis Stimme hören:

»Das wäre doch sonderbar, wenn die Beschließerin nicht zur Frau Verwalterin hinein dürfte!«

Und die gute Alte kniete beim Totenbett nieder, betete, erhob sich dann, der Verblichenen die geschlossenen Augen, die gefalteten Hände küssend, und wendete sich zu den Männern mit den Worten:

»Das kommt von dem scharfen Zugreifen der Herren Männer. Gleich mit Strick und Eisen muß eingeschritten werden, versteht sich. Die hätte was entwendet, veruntreut und sich zugeeignet? Meine Seligkeit setz' ich zum Pfand, und ich verhoff' mir eine, daß sie unschuldiger und reiner ist, als der erste Sonnenstrahl nach so einem Gewitter. Ein schreckhaftes Wesen hat sie gehabt, ich kenn' sie ja schon von Kind auf. Und akkurat hat man sie damals zum toten Weißgerber hineinlassen müssen! Auch ich bin in der Gruft gewesen und hab' weiß Gott wie viele Wachskerzlein drin aufgesteckt: warum zieht man nicht auch mich ein? Vielleicht ist auch an mir 'was hängen geblieben, und so unschuldig wär' ich schon nicht, wie die da, die Arme, die alles, was durch ihre Hand gegangen, schöner und besser wieder auf seinen Platz gestellt hat. Schreckhaft ist sie gewesen, ich bleib' dabei. Bei so einem Unwetter allein, und glitzernde Bajonette auch noch: das zusammen hat sie nicht ausgehalten. Ich wär' ohnehin gern herübergeeilt, wenn ich abkommen hätt' können ...«

Und die ehrliche Frau entfernte sich weinend.

Nun mahnte der Richter: »Gehen wir an unser ernstes Geschäft; je eher wir dasselbe abtun, desto bälder kommen wir auch in die Lage, der unglücklichen Frau Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.«

Und nun kamen die Schlüssel im Wandkästchen, kam die unscheinbare Schachtel mit dem glänzenden, nach den neidlosen Eigentümerinnen geordneten Inhalte, bei dem auch die verhängnisvolle Brosche ihren Platz einnahm, kam die Kapelle und jeder wieder in Stand gesetzte Nutz- und Schmuckgegenstand darin, und kamen die Frauensärge in der Gruft, die mehr Blumen als Menschenstaub bargen, und deren' Fundstücke man sich nicht anders oder vollständiger denken konnte: Eines nach dem andern kam an die Reihe, um für die Verklärte und ihr seltsames und traumhaftes, aber harmloses, unbewußt im Dienste des Schönen stehendes Tun und Treiben Zeugnis abzulegen.

Die besorgten Mienen der Männer verschwanden, wachsende Rührung aber netzte ihre Augen.

Im Einräumerhäuschen sah's anders aus; hier fand sich in der Tat der eine und andere fehlende Sargfuß wieder.

Nach der Amtshandlung im Schlosse fertigte der Richter an die Frauen im fernen Gartenstöckl das Telegramm ab:

»Sohn und Enkel befinden sich wohl. Die Frau und Mu

tter aber ward während des Unwetters jäh dahingerafft. Der Wagen kommt Sie abholen. Fassung nötig und erwünscht.

Der Bezirksrichter N. N.«

Als die Leiche aufgebahrt war, kam auch die alte Urschl heran und holte aus ihrem Bettelsacke unter blödem Lächeln eine Handvoll Kindertand: Katzensilber, weiße und blaue Steinchen, Beeren u. dgl. hervor, alles der Schläferin darreichend. Als diese nicht, wie sonst, ihre schönen Augen darauf richtete, schickte die Närrin sich an, die gleichgültige Freundin zu wecken. Das ließ man ihr nicht angehen, und sie entfernte sich höchlich verwundert.

Zur Totenwache ließ Ferdinand niemand zu.

Er war mit der Toten, auf deren Antlitz Schönheit und Friede wiedergekehrt war, allein. Erst war er keines Gefühls, keines Gedankens fähig; dumpf an Sinn und Herzen starrte er auf sie nieder.

Dann überkam ihn ein stilles Weinen und Schluchzen; er drohte in sich zusammenzubrechen und mußte sich auf einen Stuhl niederlassen.

Und hinter den Tränen dämmerten Anklagen und Vorwürfe auf.

»Wie konnt' ich dieses schöne junge Leben an mich und an das einsame Schloß ketten? Selbstsucht, sträfliche Selbstsucht war's!

In die große Stadt hätte sie gepaßt, wo die schönen Sachen gemacht werden und in den Auslagen einander überbieten. In marmornen Kirchen, in Galerien und Museen hätte, sich ihr Auge schulen und sättigen können, und sie hätte so wenig eine gierige Hand danach ausgestreckt wie nach den Sternen.

Dahin hätten wir ihr den Weg ebnen sollen ... als ob wir sie nicht auch so nur zu bald verlieren mußten!«

Und aufspringend, gegen sich selber eifernd, schlug er sich vor den Kopf: »Ich Tor, ich selbst hab' ihr das goldene Gitter gewiesen und sie nach den Geheimnissen der Gruft lüstern gemacht! Statt sie aus ihrem Traumreich sacht herauszuführen, stieß meine Sorglosigkeit, mein plumpes Selbstgenügen sie noch tiefer hinein ...

Warum ging nicht ich zur dummen Bauernhochzeit? Die paar Stunden, wie leicht hätt' ich sie wieder eingebracht! Und ich kannte doch auch ihre Gewitterfurcht ...«

Und wieder versank er in dumpfes Weh; es müßte ihm das Herz abdrücken, vermeinte er.

Als der Tag anbrach, trat er ans Fenster. Aber wie fahl erscheint ihm, was sich lichtet, wie zwecklos die Arbeit, wie verloren, verwirkt sein Leben!

Übernächtigkeit und Morgenfrost rütteln an dem starken Mann.

Und ja, welche geistige Zwiesprach' er mit der Toten gehalten, kein Mensch soll darum wissen ...

Dem Leichenbegängnis folgte von weit und breit viel Volk. Es setzte reichliche Tränenspenden ab – sollte damit der Verklärten Abbitte geleistet werden? Äußerlich hielt sich Ferdinand aufrecht, ungebrochen. Selbst seiner Mutter und Schwester gegenüber vermied er, von der Verstorbenen zu sprechen; seine Sorge drehte sich um das Kind, das seine Züge trug.

Als der Graf eintraf, reichte er seinem Verwalter die Hand und sagte: »Wenn Sie so alt werden wie ich, werden Sie einsehen, daß alles Schöne gefährdet und von kurzer Dauer ist.«

Wie Ferdinand allen Geschäften nachging, so machte er auch die Jagden mit, selbstverständlich auch die im Gemsgebirge.

Und man erwartete bereits seine Rückkunft, als im Schloß die Nachricht eintraf, er, der Verwalter sei von der Kahlwand – abgestürzt und unten zerschmettert aufgefunden worden.

Die Frauen wechselten bei dieser erneuten Schreckenskunde nur Blicke tiefen, grauenvollen Verständnisses – jede ging in ein anderes Zimmer, sich auszuweinen.

Der Graf kehrte wider Vermuten zurück und machte den Frauen einen Kondolenzbesuch.

Er ließ sich den Kleinen vorstellen und sagte: »Das ist junges, frisches Leben – erhalten Sie sich ihm zuliebe! Und was er von heute an bis zu seiner Selbständigkeit, ob er nun ein Gelehrter, ein Offizier, ein Kaufmann werden mag, benötigen wird, ich sorge für ihn. Am liebsten wär' es mir freilich, wenn aus ihm meinem Hause ein so treuer Diener und Freund werden möchte, wie dies sein Vater gewesen.«

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