Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Unbekannte Autoren >

Die Schildbürger

Unbekannte Autoren: Die Schildbürger - Kapitel 47
Quellenangabe
pfad/anonymus/schildbu/schildbu.xml
typenarrative
authorUnbekannter Autor
titleDie Schildbürger
publisherVerlag von Fleischhauer und Spohn
editorF. S. Haarer
year1854
firstpub1597
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20110101
projectidbcb8898f
Schließen

Navigation:

Fünfundvierzigstes Kapitel.

Wie die Schildbürger Rath schlugen, andere Wohnungen zu suchen und Alle hinwegzogen.

Die Schildbürger waren ängstlich, weil sie keinen Rath wußten. Ihre Häuser, Hab und Gut waren zerstört und abgebrannt; sie selbst mußten sich vor dem leidigen Murner, welcher Rache über sie zu nehmen geschworen, befürchten: daher suchten sie Rath, fanden aber keinen bessern, als daß sie sich, um vor dem Maushund sicher leben zu können, ganz andere Wohnungen suchten. Sie mußten also ihr Vaterland verlassen und der eine hie und der andere da mit Weib und Kind hinausziehen. An vielen Orten ließen sie sich nieder und pflanzten ihre Zucht weit und breit aus. Damals ging es unsern guten Schildbürgern wie bei den Juden, nur mit dem Unterschiede, daß sie nicht wie diese verachtet und geplagt, noch in bürgerlichen Rechten beschränkt werden; sondern sie werden hoch und theuer gehalten, sind die Beliebtesten allerwärts und gelangen zu Aemtern und Ehren. Man sagt heutiges Tags von so viel närrischen Bauern, welche weit und breit wohnen und viel unsinnige Possen machen; daß diese entweder Alle von diesen Schildbürgern abstammen, oder aber wenigstem solche närrische Possen von denen gelernt und ererbt haben, welche sich zu ihnen verschlagen und hauptsächlich unter ihnen Niedergelassen haben.

Bei diesen ist nun augenscheinlich zu sehen, wie ein erbliches Ding es um die Narrheit und Thorheit sei, und wie so bald Einer, so er sich derselben annimmt, ob derselben zum Schildbürger wird, und sich nicht anders damit besudle, als hätte er Koch angerührt, was Jedermann zur Warnung dienen möchte, damit er wisse, sich davor, wie vor einem lachenden Gifte, zu hüten.

Wem Gott gibt, daß er ist klug und weis',
Weis und klug zu bleiben sich befleiß.
Wer sich selbst thut zum Narren machen,
Desselben soll man billig lachen.
Wart', bis das Alter kommt mit Fug,
Du wirst alsdann noch kindisch g'nug.

 << Kapitel 46 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.