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Gutenberg > Unbekannte Autoren >

Die Schildbürger

Unbekannte Autoren: Die Schildbürger - Kapitel 39
Quellenangabe
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typenarrative
authorUnbekannter Autor
titleDie Schildbürger
publisherVerlag von Fleischhauer und Spohn
editorF. S. Haarer
year1854
firstpub1597
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20110101
projectidbcb8898f
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Siebenunddreißigstes Kapitel.

Ein Schildbürger wollte von dem andern einen Magen entlehnen.

Zwei Bauern zu Schildburg waren Nachbarn, d. h. sie hatten ihre Häuser nahe bei einander. An einem gewissen Morgen, ungefähr in der Frühe um die achte Stunde, kam einer der Nachbarn dem andern für's Fenster und klopfte ihm mit einem Finger daran (damit man nicht meinen sollte, es seie mit einem Stiefel geschehen). Der Andere lag noch hinter dem Ofen im Nest, mochte vor Faulheit noch nicht aus der Streu, und schrie deswegen mit halb schlafender und halb wachender Stimme herfür: »Wer klopft da so früh?« »Ich bin's, Nachbar,« sprach der Andere; »was thut Ihr?« Der in der Stube antwortete: »Ich liege im Bett und schlafe noch, aber was wäre Euch lieb, Nachbar?« Der vor de» Fenster sprach: »Wenn Ihr nicht schliefet, so würde ich Euch um Euren Wagen gebeten haben, ich will deswegen noch eine Zeitlang nach Hause und, wenn Ihr erwacht seid, wieder zu Euch kommen.« – »Ach ja, das thut!« sprach der in den Strohfedern. Diese Beiden waren also der ehrlichen und redlichen Ansicht, es verstehe sich von selber, wenn einer im Bett liege, daß er auch schlafe.

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