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Gutenberg > Unbekannte Autoren >

Die Schildbürger

Unbekannte Autoren: Die Schildbürger - Kapitel 32
Quellenangabe
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typenarrative
authorUnbekannter Autor
titleDie Schildbürger
publisherVerlag von Fleischhauer und Spohn
editorF. S. Haarer
year1854
firstpub1597
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20110101
projectidbcb8898f
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Dreißigstes Kapitel.

Wie zwei Schildbürger mit einander die Häuser vertauschen.

Die Schildbürger waren unter Anderm auch händelisch bei ihrer Narrheit, und trieben es so weit, daß es ihnen zur Gewohnheit wurde. Und wie sie zuvor aus weisem und wohlbedachtem Rath die Thorheit angefangen hatten, ebenso schlug sie ihnen in ihre Natur und Art, so daß sie künftig nicht mehr aus Weisheit Narrheit trieben, sondern aus rechter, erblicher und angeborener Dummheit; denn sie konnten nichts wehr thun, es war Alles närrisch, es war Alles lauter Narrheit und Thorheit schon, was sie dachten, geschweige erst was sie anfingen.

So waren namentlich zwei unter ihnen, die gehört haben wollten, daß die Leute zu Zeiten durch Tauschen viel gewonnen hätten, daher sie beide auch ihr Heil an einander versuchen und wagen wollten, wurden deswegen einig, einen Häusertausch zu machen, und geschah dieser Handel gerade, als sie des Kaisers Verehrung verzehrten. Wie denn solche Sachen überhaupt gerne zu geschehen pflegen, wenn der Witz ausgewichen und der Wein eingeschlichen ist.

Als nun Jeder dem Andern sein Haus einräumen sollte, nahm der Eine, welcher zu oberst im Dorf wohnte, sein Haus (denn damals hatten die Bauern noch keine so großen Paläste, wie sie jetzt haben), und führte dasselbe stückweis in's Dorf hinab, der Andere aber, welcher zu unterst im Dorfe wohnte, daß seine dagegen hinauf, und hatten also so einander den Tausch gehalten und geliefert. Wer lacht doch? Ei, Lieber lachet! oder ist es nicht zum Lachen, so falzt es mit dem Nachfolgenden, dann wird es wohl geschmackt werden.

Man muß ja eins, mit dem andern verkaufen und also Böses mit Gutem vertreiben.

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