Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Unbekannte Autoren >

Die Schildbürger

Unbekannte Autoren: Die Schildbürger - Kapitel 29
Quellenangabe
pfad/anonymus/schildbu/schildbu.xml
typenarrative
authorUnbekannter Autor
titleDie Schildbürger
publisherVerlag von Fleischhauer und Spohn
editorF. S. Haarer
year1854
firstpub1597
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20110101
projectidbcb8898f
Schließen

Navigation:

Siebenundzwanzigstes Kapitel.

Wie die Schildbürger eine Bitte an den Kaiser brachten und wie derselben entsprochen wurde.

Da der Kaiser länger bei sein» Schildbürge» verweilte, als er zuvor beabsichtigte, nahte die Zeit heran, in welcher er seinen Reichsgeschäften wieder nachgehen sollte, was er ihnen kund thun ließ. Zugleich entbot er ihnen, falls sie Beschwerden haben sollten, ihm solche anzuzeigen, indem er ihnen beweisen wolle, daß sie einen gnädigsten Herrn an ihm hätten. Dieses Anerbieten erfreute die Schildbürger nicht wenig, ließen ihm deswegen alsbald durch ihren Schultheißen im Namen u«d von wegen eines wohlweisen Raths ihr Begehren folgender Maßen vortragen.

Weil sie vor einiger Zeit von fremden und ausländischen Fürsten und Herren oft und viel beschickt und von Haus abgefordert worden seien; während ihrer Abwesenheit sie aber an ihrer Habe großen Schaden gelitten hätten, so seien sie aus gedachten Gründen veranlaßt und gezwungen worden, um großem Ungemach zuvorzukommen und hochschädlichen Abgang ihrer Güter zu vermeiden, eine närrische Weise anzunehmen, damit man ihnen das Abfordern erlasse, und sie bei Haus und Hof bleiben dürften. Weil sie nun gespürt und gefunden hätten, daß ihnen ihre Narrheit bisher ersprießlich und nützlich gewesen sei, und sie deswegen in derselben fortfahren möchten, aber besorgen müßten, weil die ganze Welt so boshaftig sei, daß sie an ihrem Vorhaben aufgehalten, verhindert, verlacht und verspottet werden möchten, wie denn heutigen Tages kein Narr sicher sei, daß ihn nicht Jedermann für einen Narren halten wolle: daher wagen sie folgender Gestalt ihr Begehren an den Kaiser gelangen zu lassen; er möchte ihr Vorhaben nicht nur bestätigen, sondern ihnen auch ein Privilegium darüber ertheilen, daß sie von Jedermann, daran ungehindert, unbekümmert und ungevexirt bleiben möchten«.

Als der Kaiser diese Bitte angehört hatte und dieselbe gegründet fand, gewährte er sie ihnen gnädigst, versicherte sie auch noch, darüber mit dazu gehörigen Sigillen und Briefen, worüber ein Auszug nachfolgen wird.

Nun zog der Kaiser, nachdem er der Kurzweil satt hatte, hinweg und die Schildbürger mit ihrer Ritterschaft begleiteten ihn wieder. Hiefür ließ ihnen der Kaiser eine gute Verehrung geben und abdanken: wie sie diese Verehrung verzehrten, davon wird nun im zweitfolgenden Kapitel die Rede sein.

 << Kapitel 28  Kapitel 30 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.