Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Karl Simrock >

Die Schildbürger

Karl Simrock: Die Schildbürger - Kapitel 45
Quellenangabe
typesatire
booktitleDie Schildbürger
authorKarl Simrock
publisherVitalis Verlag
addressFurth im Wald
isbn3-934774-37-7
titleDie Schildbürger
pages119
created20011201
sendergerd.bouillon@t-online.de
Schließen

Navigation:

Vierundvierzigstes Kapitel

Wie die Schildbürger rathschlugen, andere Wohnungen zu suchen und Alle davon zogen.

Es war den Schildbürgern angsthaft, sie wußten nicht, was hierin zu thun das Beste wäre. Ihre Häuser waren verbrannt, Hab und Gut zugleich. Dazu mußten sie vor dem leidigen Murner in Ängsten schweben, der einen Eid geschworen hatte, sich an ihnen zu rächen. Sie sannen derwegen auf Rath und fanden nichts Besseres, als daß sie andere Wohnungen suchten, wo sie vor dem Maushund sicher wohnen möchten. Also verließen sie ihr Vaterland und zogen von einander, Einer hier mit Weib und Kind, der Andere dort hinaus, ließen sich an vielen Orten nieder und pflanzten ihre Zucht weit und breit aus.

Es ging eben dazumalen mit den Schildbürgern zu, wie man einer Stadt pflegt zu sagen, darin sei das Hurenhaus verbrannt, aber die Funken in alle Häuser gestoben. Also ging es mit diesen auch, denn wo sie sich niederließen, da zeugten sie Narren, gleich wie sie auch Narren waren. Daher sagt man noch heutiges Tages von so viel närrischen Bauern und Schildbürgern, welche hin und wieder wohnen und viel wunderliche seltsame Possen reißen: welche Alle von diesen entsprossen oder solche närrische Possen von denen gelernt und ererbt haben, welche sich bei ihnen niedergelassen.

Woran denn augenscheinlich zu sehen, welche ein erblich Ding es sei um die Narrethei und Thorheit, und wie bald Einer, so sich ihrer annimmt, darüber zum Gecken werde und nicht anders sich damit besudle, als wenn er Koth angerührt hätte: denn er bleibt ein Narr, wo ihm der Geck nicht bald in der Jugend geschnitten wird. Welches denn Männiglich zur Warnung dienen soll, damit er sich wisse davor, als einem lachenden Gift, zu hüten.

Wem Gott giebt, daß er klug und weis,
Hab es zu bleiben Müh und Fleiß.
Die selber sich zum Narren machen,
Derselben soll man billig lachen.
Wart, bis das Alter kommt mit Fug,
So wirst du kindisch früh genug.
 << Kapitel 44 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.