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Die Saxoborussen

Oskar Meding: Die Saxoborussen - Kapitel 3
Quellenangabe
typefiction
authorOskar Meding
titleDie Saxoborussen
publisherGlobus Verlag G.m.b.H.
printrun48. bis 57. Tausend
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20070918
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Zweites Kapitel

Es ist ein schönes Stück deutscher Erde dort, wo der grüne Neckar sich aus den Bergtälern hervor in die weite freie Ebene ergießt, um sich mit dem Rhein zu vereinigen und seine Wellen mit denen des mächtigen Stromes vereint nach dem Nordmeer hinab zu rollen. Einst leuchtete hier der Glanz des fröhlichen Hofhalts der Kurfürsten von der Pfalz, und wohl kaum konnte jemals ein deutsches Fürstengeschlecht einen schimmernderen Sitz aufweisen, als es die stolze Burg von Heidelberg war, die von ringsum gebietender Höhe herabsieht auf den grünen Neckar, auf die im Talufer lang hingestreckte Stadt und weit darüber hinaus auf die Rheinebene und die im fernen Nebel dämmernden Hardtberge. Der alte Prachtbau des Heidelberger Schlosses ist zusammengesunken unter den furchtbaren Schlägen des übermütigen Herrschers von Frankreich, der sich den Sonnenkönig nennen ließ, der stolz darauf war, von seinem Hof aus die Strahlen des Geistes über die ganze Welt leuchten zu lassen, und der doch seiner despotischen Laune den blühenden Wohlstand der deutschen Grenzländer opferte, um auf blutgedüngten Feldern und rauchenden Trümmern das Götzenbild seiner majestätischen Allmacht aufzurichten.

Aber wenn auch die Herrlichkeit jener Zeit versank, der freundliche Blick des Himmels blieb auf jener lieblichen Stätte irdischer Schönheit haften. Wo einst die Pracht deutscher Fürstenherrlichkeit schimmerte, da erhebt sich heute die Hochschule deutscher Wissenschaft und strahlt von neuem ihren Glanz aus, weithin über alle Gauen des großen Vaterlandes; die alma mater Ruperto-Carolina steht hoch und geehrt da unter den Pflanzstätten deutscher Kultur, und die deutsche Jugend schöpft dort immer neue Kraft aus den Quellen des Wissens und immer neue Begeisterung aus dem unerschöpflich sprudelnden Born der Freude, der Schönheit und der Freiheit, der unter dem Schatten der grünen Berge hervorsprudelt; was Großes und Schönes dem Geist des deutschen Volkes entkeimt und entwachsen ist, davon gehört ein großer und edler Teil der alten, edeln, geliebten und unvergeßlichen Ruperto-Carolina.

Die stolze Hofburg der alten Pfalzgrafen und Kurfürsten des Rheins läßt nur in ihren Trümmern noch die alte Herrlichkeit erkennen; zersprengt sind die alten Mauern und Türme, und von der hochragenden Schloßterrasse blickt man über die Ruine hin auf die Stadt und das Tal hinab, durch leere Fensterhöhlen und verfallene Prunksäle rauscht der Wind; verklungen sind die fröhlichen Weisen, die einst in diesen Hallen sich mit dem Klange der Pokale an den Festtafeln vermischten; verklungen die flüsternden Stimmen der schönen Damen und der glänzenden Kavaliere, die auf den schattigen Terrassen unter den silbernen Strahlen des Mondes sich suchten und fanden in kosendem Spiel; in die Museen zerstreut sind die Waffen und Rüstungen der Hellebardiere, die klirrend in den Bogengängen des Fürstenschlosses auf und nieder schritten – aber dennoch ist das fröhliche Leben nicht ausgestorben auf der Stätte so vielen Glanzes, so vieler Lust und Herrlichkeit. Von allen Seiten her strömt hier die Blüte der deutschen Jugend zusammen, den schäumenden Becher der so schnell verduftenden Lebensfreude zu kosten und zugleich in tiefen Zügen den edeln, reinen Trank des Wissens zu schlürfen, an keinem andern Orte erfüllt sich wie hier das Dichterwort:

»Neues Leben blüht aus den Ruinen«.

Wenn der Mond aufgeht über den Trümmern des alten Schlosses und mit seinen silbernen Strahlen den hochragenden Kaiserstuhl in seinem dunkeln Waldschmuck beleuchtet, wenn er in zitternd gebrochenen Streifen sich spiegelt in den smaragdgrünen Wellen des Neckars, dann bewegt sich wieder mannigfach gestaltetes Leben auf der hohen Terrasse und in den Parkgängen um die Schloßruine; junge Herzen träumen hier von der hoffnungsreichen Zukunft und weihen ihr Gelübde dem kühnen Ringen des Lebens mit dem Schwur, wie Achill:

»Immer der Beste zu sein und vorzustreben den andern.«

Und was hier in dem Rausch jugendlicher Begeisterung in der Seele Wurzel schlug, das trägt weit hinaus seine Blüten und Früchte in dem Leben des deutschen Vaterlandes und oft weit fernhin bis in fremde Länder und Völker. Und reife Männer kehren hierher zurück aus des Lebens ringenden Kämpfen, um in einem Augenblicke weihevoller Erinnerung die erlahmende Kraft neu zu stärken und frischen Mut zu trinken aus dem ewigen Jugendborn des Geistes und Herzens. Greise kommen hierher, um wehmutsvoll und doch glücklich noch einmal die Stätte zu sehen, von der ihr Leben einst ausging, bevor sie die Erde verlassen, die nirgends so schön ist als hier, und wenn sie auch seufzend erkennen, daß gar so viele von den Träumen und Hoffnungen der Jugend zerschellt sind an den Klippen, untergegangen sind in den Wogen des Lebens, so leuchtet doch ihr erlöschender Blick hier noch einmal höher auf, denn sie erkennen, zurückschauend in die Vergangenheit, daß keine Wolke jemals des Lebens hellen Leitstern verdunkeln kann, der ihnen einst hier aufgegangen: die Ehre – und daß kein brandender Wogendrang jemals den Fels erschüttern kann, auf den sie hier einst ihren Fuß stellten: die Treue. Und wenn sie herabsteigen von dem hohen Schloßberg und zurückkehren in die ferne Heimat, um sich vorzubereiten zur schweren letzten Mensur mit dem Tode, so klingt noch heller und freudiger in ihren alten Herzen das stolze Jugendlied wieder:

»Der die Sterne zählet am Himmelszelt,
Der ist's, der unsre Fahne hält.«

Die Sterne waren aufgegangen über der freundlichen, langgestreckten Neckarstadt, über der phantastischen Schloßruine der alten Pfalz und über den rauschenden Waldbergen des Kaiserstuhls. Am Abhange der Ausläufer dieses Berges, hoch über der eleganten Promenade, die man den »Pariser« nennt, an deren Seite hübsche Villen in freundlichen Gärten sich ausdehnen, liegt das Haus »Zum Riesenstein«, seit langen Zeiten her die Kneipe der Saxoborussia. Das alte, einfache, aber weithin sichtbare Haus enthielt einen größeren, bei besonderen Gelegenheiten gebrauchten Saal und daneben das regelmäßige abendliche Versammlungslokal des Corps. Auf dem kleinen Hofe stand ein mächtiger Mastbaum, an dem bei festlichen Gelegenheiten, sowie jedesmal, wenn am Tage drei Corpsburschen versammelt waren, die große weißgrün-schwarzweiße Fahne des Corps aufgezogen wurde, die die Farben von Sachsen und Preußen miteinander vereint. Die Stelle, auf der dieser Mastbaum sich erhob, gehörte dem Corps; der Grund und Boden war erworben, damit die Fahne auf eigner Stätte aufgezogen werden konnte, und weithin sichtbar verkündete das stolze Banner, daß hier der Sitz der Verbindung sei, die den edeln Wahlspruch führte: »Virtus sola bonorum corona!« das heißt: Die Mannhaftigkeit ist der Güter höchstes.

Das Kneipzimmer bot um die neunte Abendstunde einen eigentümlichen Anblick dar. Die Wände des dreifensterigen Raumes waren mit einfachem Holzgetäfel bekleidet und ringsum dicht bedeckt mit den kleinen, in Goldrahmen gefaßten Silhouetten aller Corpsburschen bis zu den ersten Zeiten zurück. In der Mitte aller dieser Silhouetten hing, auf einer großen Porzellanplatte kunstvoll gemalt, ein geharnischter Ritter mit dem Wappenschilde und der Schärpe des Corps; weiter sah man ringsumher mächtige Trinkhörner mit silbernen Schildern und Beschlägen, gekreuzte Korbschläger mit den weißgrün-schwarzweißen Farben und manche andre wertvolle Trinkgeschirre, von scheidenden Mitgliedern des Corps der Kneipe zum Andenken geschenkt. An den Wänden her liefen hölzerne Bänke, lange hölzerne Tische standen davor, die durch zahlreiche, in ihre Platte geschnittene Namen ihr Alter bekundeten und gewissermaßen eine Chronik des Corps bildeten; einfache Holzstühle standen den Bänken gegenüber und auf den Tischen brannten in zinnernen Leuchtern eine Reihe von Wachskerzen. In einer Ecke des Zimmers war auf einem Kreuzgestell ein Faß Bier kunstgerecht aufgelegt, denn jedes andre Getränk war von der Corpskneipe kommentmäßig ausgeschlossen, und nur Unpäßlichkeit gab die Berechtigung, Zuckerwasser oder leichten Rotwein zu trinken. Neben dem Faß stand vor einem mit hohen, cylinderförmigen Schoppengläsern bedeckten Tisch der Kellner, ein korpulenter Mann von etwa vierzig Jahren, dessen rotes Gesicht, von dem niemals das gutmütige Lächeln verschwand, bewies, daß er nicht die Gewohnheit habe, sich bei seinem Schenkenamt selbst zu vergessen; er trug über der kurzen Jacke eine weiße Schürze. Das ehrenvolle und wichtige Amt, das er schon seit langen Jahren bei dem Corps bekleidete, wurde nach der süddeutschen Sprache mit dem Namen »Fax« bezeichnet, und niemand kannte diesen langjährigen Mundschenken der Saxoborussia, der Generationen auf Generationen hatte kommen und gehen sehen und dem die Geschichte des Corps zur Geschichte seines eignen Lebens geworden war, unter einem andern Namen als dem des Fax vom Riesenstein. Gar stolz und feierlich stand er da an der Spitze von drei halbwüchsigen kleinen Faxen, die scheu und ängstlich zu ihrem Meister aufsahen, seines Winkes gewärtig und gewiß, daß sie bei jedem Verstoß in ihrem Dienst von seiner wuchtigen Hand eine fühlbare Mahnung zur Aufmerksamkeit empfangen würden.

Bald begann sich das Zimmer zu füllen; drei junge Herren traten zuerst ein. Der eine von ihnen war groß und schlank, sein Gesicht mit glattgescheiteltem dunkelblondem Haar zeigte in seinen regelmäßig schönen Zügen den nordländischen Typus, es war Lord Edward Fitzgerald, der Sohn des Herzogs von Nottingham, der in Heidelberg die Rechtswissenschaften studierte und sich in dem Corps, dem er sich mit Begeisterung angeschlossen, zur Würde des zweiten Chargierten emporgeschwungen hatte.

Neben ihm trat der Graf von Steinborn ein, der Sohn eines süddeutschen Diplomaten, der in Paris geboren und auch größtenteils erzogen war und sich nun auf der Universität für den Staatsdienst vorbereitete. Graf Steinborn zeigte, dem jungen Lord Fitzgerald ganz unähnlich, die eigentümliche, etwas gesuchte Eleganz des vornehmen Pariser Dandy; sein braunes Haar war krausgelockt und zeigte deutlich die kunstgerechte Mitwirkung der Hand eines Haarkräuslers. Sein jugendlich hübsches, aber etwas bleiches Gesicht bewegte sich in lebhaftem Mienenspiel, sein kleiner Schnurrbart war aufwärts gespitzt und ein langer, sorgfältig gepflegter, wenn auch noch ziemlich dünner Knebelbart hing weit über sein Kinn herab.

Den beiden folgte ein junger Mann von starker, athletisch gedrungener Gestalt, dessen Erscheinung einen wundersam fremdartigen Eindruck machte; er trug einen kurzen, weit offenen Rock ohne Kragen, das Faltenhemd von weißem Batist, durch kein Gilet verdeckt, war am Halse weit zurückgeschlagen, sein bartloses Gesicht mit kurzen blonden Haaren und hellblauen Augen hatte scharfe, wie vom Meißel geformte Züge und zeigte, wie der mächtige, stierartige Nacken, eine fast kupferbraune Farbe, wie man sie bei Personen findet, die sich rücksichtslos dem Sonnenbrande und den Wetterstürmen auszusetzen pflegen. Es war Mr. Charles Clarke, ein junger Hurone, der Sohn eines großen nordamerikanischen Grundbesitzers, der, nachdem er seine Jugend auf den Besitzungen seines Vaters in unumschränkter Freiheit zugebracht hatte, nun auf die große Tour gesendet war und in Heidelberg sich die in Amerika so hochgeschätzte deutsche Bildung erwerben sollte; auch er, der Sohn der Wildnis, war ebenso wie der auf den Höhen der englischen Aristokratie geborene Lord Fitzgerald mit begeisterter Hingebung von der ritterlichen Poesie des deutschen Corpslebens ergriffen worden, die schwarz und weiße Cerevismütze der Renoncen saß keck auf seinem Haupt, er ersehnte mit Ungeduld den Augenblick, der ihm das weißgrün-schwarzweiße Band bringen sollte, und setzte inzwischen die Heidelberger Philister durch die Rücksichtslosigkeit in Erstaunen und Schrecken, mit der er seine huronische Weltanschauung in überraschenden Akten souveräner Willkür kundgab, wobei er dann freilich den zuweilen gegen ihn ausbrechenden Unmut durch die gleiche Rücksichtslosigkeit besänftigte, mit der er die ihm unbeschränkt zu Gebote stehenden Dollars seines Vaters um sich streute.

Der alte Fax begrüßte die Eintretenden ehrerbietig, munterte seine Gehilfen durch einige schnell und geschickt applizierte Püffe zu aufmerksamer Pflichterfüllung auf und brachte dann Lord Fitzgerald selbst einen schäumend gefüllten Schoppen, während die kleinen Fäxe den beiden andern Herren den gleichen Dienst erwiesen.

»Noch niemand da,« sagte Fitzgerald, indem er dem Grafen Steinborn einen Halben vortrank, während der Fuchs Clarke einen Ganzen auf das spezielle Wohl des zweiten Chargierten zu leeren sich erlaubte – »noch niemand da, selbst die Füchse nicht, das ist noch die Ferienunordnung, und dann wissen sie, daß Kronau nicht da ist – es ist eigentlich gar nicht recht, daß er selbst mit nach Homburg fährt, das Spiel kann doch einmal eine böse Wendung nehmen.«

»Wenn Kronau dabei ist, niemals,« sagte Graf Steinborn, indem er dem vorgetrunkenen Halben nachkam, »er hält streng darauf, daß niemand mehr Geld mitnimmt, als er, ohne sich in Verlegenheit zu setzen, entbehren kann.«

»Gleichviel,« sagte Fitzgerald kopfschüttelnd, »ich hasse das Spiel an den Banken, es wäre besser, wenn wir es ganz verbieten würden; mir wäre es fast ebenso widerwärtig, viel zu gewinnen als zu verlieren.«

»Mir würde es Freude machen,« rief Clarke, »einmal die Bank zu sprengen; ich werde nächstens nach Baden-Baden gehen und den Versuch machen, um zu sehen, welche Gesichter die verdammten Banquiers schneiden, wenn man ihnen etwas von ihrem Raube abnimmt.«

»Das wirst du nicht tun,« sagte Fitzgerald kurz; »wirf dein Geld fort, wie du willst, aber wenn es dir gelänge, die Bank zu sprengen, so soll man nicht sagen, daß die Saxoborussenfüchse sich mit dem fluchwürdigen Gelde der Bank bereichern.«

Clarke beugte schweigend zum Zeichen des Gehorsams das Haupt – der unbändige Sohn der amerikanischen Wälder, der in schrankenloser Freiheit aufgewachsen war und kaum jemals ein Hindernis seines Willens gefunden hatte, unterwarf sich ohne Widerspruch der Autorität, die das freiwillig anerkannte Gesetz des Corps über ihn gestellt.

Die Tür öffnete sich und drei andre junge Leute traten ein. Es war der Studiosus Derenburg, der Sohn eines hohen preußischen Beamten und dritter Chargierter des Corps, ein junger Mann, der in seiner Erscheinung und Haltung bereits trotz der jugendlichen Sorglosigkeit einen Anflug von dem gemessenen Wesen der Bureaukratie zeigte, in deren Kreisen er aufgewachsen war und die künftig seinen Lebensberuf bilden sollte. Im folgten die jungen Freiherren Fritz und Franz von Helmholt, Söhne eines alten süddeutschen Adelsgeschlechts: der Aeltere, Fritz, ruhig und phlegmatisch, von etwas gebückter Haltung, während Franz, der Jüngere, lebhaft, stolz und feurig einherschritt.

»Ich muß meinen Bruder verklagen, Fitzgerald,« rief Franz, nachdem die drei Platz genommen; »seit einem halben Jahre ist er Majoratsherr und mein Vormund, der mir meinen Wechsel auszuzahlen hat; nun ist die Zeit schon lange vorüber, ich habe in aller Form eine Quittung ausgestellt und immer macht er Schwierigkeiten und Winkelzüge. Ich bitte dich, befiehl ihm, daß er mich nicht länger warten läßt.«

»Er gibt zu viel Geld aus,« fiel Fritz von Helmholt mit komischer Würde ein, »ich will mich erst vergewissern, wie viel Schulden er hat, damit ich diese nicht noch einmal zu bezahlen habe.«

»Pfui Fritz,« sagte Lord Fitzgerald, »wie geizig, ich weiß doch, daß vor einem Jahr dein Vormund einen ganz hübschen Posten Schulden für dich bezahlt hat, als du noch minorenn warst, und nun willst du gegen das arme, unmündige Kind da so streng sein! Nein, nein, das ist nicht erlaubt, du sollst ihm morgen in aller Frühe seinen Wechsel bezahlen.«

»Welche Sorgen hat man mit den Kindern,« sagte Fritz achselzuckend – »aber es ist eine harte Aufgabe, Vormund eines solchen Verschwenders zu sein; nun, ich will's morgen noch einmal tun, aber er muß alles beichten, was er noch auf dem Gewissen hat, damit ich später nicht dadurch überrascht werde.«

»Er hat noch hundert Gulden Corpsschulden,« sagte Derenburg trocken, »ich lege Beschlag auf seinen Wechsel, ich habe das Vorrecht.«

»Kein Steuerexekutor kann schlimmer sein als der dritte Chargierte,« sagte Franz; »ich glaube, er betrachtet seine Charge als Vorschule zum künftigen Finanzminister.«

»Es ist doch das Gleiche,« bemerkte Derenburg, indem er durstig den ersten Zug aus seinem Schoppen Fitzgerald zutrank, »jeder will Geld von mir haben und niemand will zahlen, wenn ich nicht wie ein Argus aufpaßte, so würde die Corpskasse bald auf dem Trockenen sein.« Graf Kronau trat mit Hartmann und Lindenberg ein, Fitzgerald räumte ihm den Platz des Vorsitzenden.

»Denkt euch,« rief Kronau, »wir kommen von Homburg zurück – unser Geld haben wir freilich ganz richtig dort gelassen, aber einen Fuchs bringen wir mit, den wir in Frankfurt gefunden, – von Sarkow, ein Pommer, er verspricht Gutes und hat sich schon zum Eintritt gemeldet.«

»Eine sehr anständige Familie,« sagte Derenburg, »mit großem Grundbesitz; soviel ich weiß, ist nur ein Sohn da und das wird wohl unser Fuchs sein.«

»Nun, er hat mir gut gefallen,« sagte Graf Kronau, »er ist im zweiten Semester, und wenn er sich gut paukt, wie ich nicht zweifle, wird ein tüchtiger Corpsbursche aus ihm werden. Luiz Antonio hat ihn nach dem Badischen Hof geführt und wird bald mit ihm kommen, dann könnt ihr ihn gleich kennen lernen – ah, da ist er schon!«

Herr von Souza trat mit dem jungen Sarkow ein. Dieser wurde den übrigen vorgestellt und erhielt seinen Platz neben dem Grafen Kronau; alle tranken ihm nach der Reihe zu und er ließ seine Blicke neugierig und ehrfurchtsvoll zugleich in dem Raum umherschweifen, von dem er schon so viel gehört hatte.

Immer mehr füllte sich die Kneipe, es kamen noch die Füchse des Corps, von Wilberg, von Steinwald und zwei junge Amerikaner aus Boston, die Brüder George Dudley und Charles Edward Howlins, dann eine Anzahl von sogenannten »Mitkneipanten«, Studenten, die sich zum Corps hielten und dessen Schutz genossen, ohne die Farben zu tragen, der griechische Graf Maros mit langem schwarzem Haar und schwarzem Vollbart, ein lang aufgeschossener blonder Amerikaner Mr. Parker und ein eleganter Pariser, der Vicomte von Bellair.

Graf Kronau schlug auf den Tisch.

»Silentium!« rief er mit lauter Stimme – »wir singen das Lied:

›Brüder zu den festlichen Gelagen
Hat ein guter Gott uns hier vereint‹.«

Augenblicklich verstummte jedes Gespräch und in vollem Klange schallte das alte schöne Lied zum aber- und aberhundertsten Male durch diesen Raum, wenn auch nicht ganz musikalisch richtig, so doch von all diesen jugendlich frischen Stimmen voll und wohlklingend gesungen und alle Herzen erfüllend mit dem freien, frischen Geist des deutschen Burschentums.

»Wir wollen Schmollis trinken, Herr von Sarkow,« sagte Graf Kronau, nachdem das Lied beendet war, mit wohlwollender Herablassung; zitternd vor Freude berührte Sarkow mit seinem Glase das des Seniors, und beide schüttelten sich dann die Hände zum Zeichen der hergestellten Brüderschaft. Lord Fitzgerald und die andern alle folgten dem Beispiel des ersten Chargierten, und so sah sich denn Herr von Sarkow ganz überglücklich in die brüderliche Gemeinschaft feiner Kommilitonen aufgenommen.

Franz von Helmholt war der jüngste Corpsbursch und bekleidete als solcher die Würde des Fuchsmajor, dem das Kommando über die Füchse und deren Erziehung besonders obliegt; er ließ die sämtlichen Füchse einen Ganzen auf das Wohl des Gastes trinken. Herr von Sarkow revanchierte sich durch drei Ganze und bat dann den Grafen Kronau um die Erlaubnis, sich zu den Füchsen, denen er bald anzugehören hoffe, setzen zu dürfen. Die Unterhaltung wurde immer lauter und fröhlicher, die Fäxe hatten alle Hände voll zu tun, um die geleerten Schoppen wieder zu füllen, und bald wurde ein zweites Faß an die Stelle des ersten gelegt. Die Füchse und die Mitkneipanten machten untereinander unzählige Bierjungen aus, während die älteren Corpsburschen lächelnd dem Treiben der jungen Welt zusahen, hin und wieder einen der Füchse durch einen zugetrunkenen Halben auszeichneten oder auch wohl irgend einen gemachten Verstoß durch einen dem Schuldigen auferlegten Schoppen pro poena rügten.

Mitten in die fröhliche Gesellschaft hinein trat, die Tür weit öffnend, eine eigentümlich absonderliche Erscheinung. Es war ein großer, athletisch gebauter Mann von etwa fünfzig Jahren, sein volles, grobes Gesicht mit kleinen, listig und verschmitzt blickenden Augen war aufgeschwemmt und zeigte in seiner dunkelroten Farbe die Spuren des reichlichen Genusses herzstärkender Getränke; sein Oberkörper war nur mit einem groben, aber äußerst sauberen Hemde bekleidet, das weit offen stand und den starken braunen Nacken und die behaarte Brust sehen ließ; die Aermel waren bis zum Ellbogen der mächtigen muskulösen Arme aufgeschlagen, auf dem großen Kopfe mit dünnen rötlichen Haaren trug er eine österreichische Mütze von außerordentlicher Höhe, auf der die Farben sämtlicher Heidelberger Corps übereinander angebracht waren. Man sah auf dieser merkwürdigen Mütze das Gelbweißschwarz der Schwaben, das Goldrotgold der Vandalen, das Blauweißrot der Rhenanen, das Grünweißschwarz der Westfalen und das Weißgrünschwarzweiß der Saxoborussen in breiten Streifen übereinandergestellt.

»Hoho, der rote Schiffer!« riefen die der Tür zunächst Sitzenden, als die sonderbare Gestalt in den Lichtkreis trat – »der rote Schiffer – einen Schoppen für den roten Schiffer!«

Der mit dem Namen des roten Schiffers begrüßte Mann, der seines eigentlichen Gewerbes Neckarschiffer war und seine kleinen Ruderboote zu Spazierfahrten auf dem grünen Strom zu vermieten pflegte, bekleidete außerdem die Stelle eines Faktotums der sämtlichen Corps und trug deshalb die sogenannte S. C.-Mütze mit den Farben aller in dem Seniorenkonvent vertretenen Corps; er war seit langen Jahren mit dem Corpsleben verwachsen und spielte eine bedeutende Rolle bei allen Kommersen und Paukereien.

»Nun, Fax,« rief er mit einer etwas heiseren, aber doch lautschallenden Stimme, »hörst du nicht, einen Schoppen für den roten Schiffer!«

Als er das bis zum Rande gefüllte Glas erhalten hatte, nahm er seine Mütze ab und rief: »Der rote Schiffer trinkt einen Ganzen auf das Wohl der Herren Saxoborussen!« Er leerte in einem ungeheuren Zuge das Glas in einem Augenblick, dann füllte er dieses, die kleinen Fäxe zur Seite stoßend, von neuem und rief: »Und noch einen Ganzen trinkt der rote Schiffer auf das Wohl der Füchse, damit sie gut gedeihen und bald jeder von ihnen eine Abführung in das Paukbuch bringen möge.«

»Du bist ein schlechter Kerl, roter Schiffer,« sagte Graf Kronau, »du lügst, dieses wünschest du den Vandalen, wenn du auf ihrer Kneipe bist.« »Donnerwetter, Herr Baron,« rief der rote Schiffer, mit seiner gewaltigen Hand sich vor die Brust schlagend, »das dürfen Sie mir nicht sagen, das kränkt mich – die Herren Vandalen sind vortreffliche Leute, das muß wahr sein, und ich lasse nichts auf sie kommen, aber die Herren Saxoborussen, das sind doch die Besten, und für sie gehe ich durchs Feuer, und wenn ihre Füchse eine Abführung mit zwanzig Nadeln ins Paukbuch bringen, das ist ein Festtag für mich.«

Laut dröhnend schlug er noch einmal auf seine Brust, und um seine Worte zu bekräftigen, nahm er zweien von den kleinen Fäxen die gefüllten Schoppen ab und goß deren Inhalt in einem Augenblick in seine Kehle.

»Laß es gut sein,« sagte Graf Kronau lachend – »was willst du?«

»In drei Tagen,« sagte der rote Schiffer, indem er, militärisch salutierend, in grotesk komischer Haltung zu dem Senior herantrat, »in drei Tagen soll der Antrittskommers sein, die Saxoborussen haben das Präsidium, und ich komme, mir die Befehle zu holen, wie alles eingerichtet werden soll auf der Hirschgasse, denn ohne den roten Schiffer geht's ja doch nicht, und wenn er nicht seine Hand dazu tut, so stimmt und klappt alles nicht.« »Nun, es würde wohl auch ohne den roten Schiffer gehen,« lachte Graf Kronau.

»Herr Baron,« unterbrach ihn der rote Schiffer, indem er ihn in die Seite stieß und rückwärts über die Schulter deutete, »sagen Sie so etwas nicht, die Füchse hören es und das komprimiert mich, das untermontiert meine Stellung.«

»Du bist ein Narr. Jetzt höre zu. Du läßt alles wie gewöhnlich einrichten, die Schärpen und Schläger an die Wand hängen, du bestellst die Musik, um acht Uhr muß der Saal hell sein, verstehst du, weiter ist nichts nötig; die Leute auf der Hirschgasse wissen ja alle, was sie zu tun haben. Doch nun, da ist ein neuer Fuchs gekommen,« sagte er, auf Herrn von Sarkow deutend, »erzähle ihm die Geschichte, wie du den französischen Fechtmeister abgeführt hast, er kennt sie noch nicht und könnte daran zweifeln, daß der rote Schiffer seine Klinge zu führen versteht.«

»Ein neuer Fuchs?« rief der rote Schiffer, indem er Herrn von Sarkows Hand ergriff und diese so mächtig schüttelte, daß der junge Mann fürchtete, sein Arm werde aus den Gelenken gerissen werden – »Fax, einen Schoppen, der neue Fuchs soll leben, sein spezielles Wohl! – Der rote Schiffer hat Durst, oft großen Durst, er trinkt gern seinen guten Schoppen Rotwein, aber leider verdient er nicht viel, er vernachlässigt sein Geschäft, weil er es einmal nicht lassen kann, den ganzen Tag für die Herren Corpsburschen herumzulaufen und für die Herren Saxoborussen ganz besonders – das ist traurig – sehr traurig, wenn der rote Schiffer dürsten muß.«

Er zog ein buntkariertes Taschentuch hervor und fuhr damit über die Augen, indem er zugleich einen schluchzenden Ton hören ließ, der dem unterdrückten Brüllen eines wilden Tieres glich. Unter schallendem Gelächter reichte ihm Herr von Sarkow einige Guldenstücke, worauf er plötzlich, in laute Freude ausbrechend, den jungen Mann umarmte und bis zum Ersticken an seine Brust drückte.

»Der Herr Baron ist ein vortrefflicher Fuchs, ganz vortrefflicher Fuchs, er wird dem Corps Ehre machen, das sage ich vorher. Sehen Sie, Herr Baron,« fuhr er dann fort, »die Geschichte mit dem französischen Fechtmeister verhält sich so: der Kerl kam hierher und wollte Fechtunterricht geben, und da hat der rote Schiffer auch einen Gang mit ihm gemacht – aber, habe ich gesagt, ich brauche keinen Degen, ich könnte den Kerl totstechen und dann hätte ich einen Mord auf dem Gewissen – und da nahm ich einen Stock – so lag ich aus,« sagte er, einen der an der Wand stehenden Spazierstöcke ergreifend und mit überwältigender Komik die Auslagestellung der französischen Fleuretfechter nachahmend – »so lag ich aus – der Kerl tanzte um mich herum – eins, zwei, drei hatte ich ihm seinen Bratspieß aus der Hand geschlagen, und wieder eins, zwei, drei bearbeitete ich ihn mit meinem Stocke, daß der Kerl jämmerlich um Hilfe schrie, und kein fremder Fechtmeister hat seitdem jemals wieder gewagt, mit dem roten Schiffer anzubinden.«

Um seinen Sieg über den Franzosen noch deutlicher zu veranschaulichen, hieb er mächtig auf die kleinen Fäxe ein, die sich unter lautem Wehgeschrei hinter das Faß verbargen; dann warf er den Stock fort, leerte schnell noch einen Schoppen und eilte, seine S. C.-Mütze in der Luft schwingend, hinaus.

»Er wird sicher bald am Delirium tremens zu Grunde gehen,« sagte Graf Kronau, »das wird schade sein, denn er gehört nun einmal dazu. Doch jetzt, da der Antrittskommers bevorsteht, reiben wir einen Salamander auf das Glück unsrer Waffen in dem beginnenden Semester: Exercitium salamandri – eins – zwei – drei!«

Schnell waren die Schoppen geleert, und der donnernde Ton der auf den Tisch gewirbelten Gläser klang durch den Saal, bis endlich auf das letzte Kommando: »Eins, zwei drei!« ein gleichzeitig mit musterhafter Präzision ausgeführter Schlag den Salamander beendete.

»Die Füchse haben nachgeklappt,« sagte Franz von Helmholt kalt und ruhig – denn es verstand sich von selbst, daß die Füchse, auch wenn sie noch so vortrefflich und präzis gerieben hatten, immer nachgeklappt haben mußten – »sie trinken einen Schoppen pro poena.«

Immer lauter wurde die Fröhlichkeit, das Trinkhorn ging herum, ein scherzhaftes Lied folgte dem andern, die Amerikaner sangen unter allgemeinem Jubel den Jankee-Doodle, und endlich begann einer nach dem andern stillschweigend aufzubrechen, bis zuletzt nur noch Herr von Sarkow, der Hurone Clarke und die beiden jüngsten Füchse übrig waren. Herr von Sarkow hatte es für seine Pflicht gehalten, bis zuletzt zu bleiben, aber sein Kopf war ein wenig betäubt, und die Trinkhörner an den Wänden schienen ihm zuweilen einen eigentümlichen Rundtanz rings um ihn her aufzuführen.

»Ich werde dich nach dem Badischen Hof zurückführen,« sagte der Hurone und nahm seinen Arm; während die beiden andern stillschweigend in der Dunkelheit verschwanden, führte er seinen Schützling durch die engen Straßen nach dem Hotel hin. Sie kamen über den großen Museumsplatz, der, ein weites Viereck bildend, von dem Universitätsgebäude und dem sogenannten Museum, der Ressource der Heidelberger Gesellschaft, auf zwei Seiten eingeschlossen war; in der Mitte dieses Platzes stand ein Brunnen, der aus vier Röhren das immerwährend sprudelnde Wasser in ein mächtiges Steinbassin ergoß. Die Sterne funkelten am Himmel, der weite Platz bot in der Beleuchtung des zitternden Sternenlichts und einiger flackernden Straßenlaternen einen phantastischen Anblick, dieser rauschende Brunnen in der Mitte mit seinen steif ausgestreckten Armen erschien wie ein drohendes Gespenst.

Clarke blieb plötzlich stehen, drückte Herrn von Sarkows Arm und sagte: »Halt, mir fällt etwas ein – ich habe lange nicht gemauert, das ist ein guter Gedanke –«

»Gemauert?« fragte Herr von Sarkow, welcher träumend neben ihm hergeschritten war – »was willst du mauern?«

»Warte, du wirst es sehen – o, das ist sehr gut, sehr gut,« sagte er, ganz heiter sich die Hände reibend, »die Philister werden sich wundern – bleibe hier stehen.«

Er führte Herrn von Sarkow an den Rand des Wasserbassins und verschwand in der Dunkelheit. Der junge Mann lehnte sich auf den Rand des Bassins, blickte in das rieselnde Wasser, und wieder schien es ihm, als ob der Brunnen mit seinen Armen sich im Kreise drehe und als ob er mit in dem tollen Tanz umhergewirbelt werde; er tauchte die Hand in das Bassin und befeuchtete mit dem kühlen Wasser seine Stirn. Da schien es ihm, als vernähme er in einiger Entfernung ein leises Klirren und Krachen – er lauschte, schon wollte er der Richtung folgen, aus der die eigentümlichen Töne herüberklangen, da erschien plötzlich aus dem Schatten hervortretend der Hurone neben ihm, er schleppte etwas Schweres hinter sich her, das Sarkow in der Dunkelheit nicht deutlich zu erkennen vermochte.

»War kein Nachtwächter da?« fragte er leise.

Herr von Sarkow verneinte.

»Nun, so gehe im Kreise umher,« sagte Clarke, »sowie du jemand siehst, pfeife, und laß mich machen.«

Herr von Sarkow befolgte, so gut er es mit seinen etwas unsicheren Schritten vermochte, die Anweisung. Nach kurzer Zeit kam Clarke und führte ihn zu dem Brunnen zurück.

»Siehst du da,« sagte er, »das wird ein herrlicher Spaß sein, wenn die Philister morgen aufwachen und den Museumsplatz unter Wasser sehen.«

Herr von Sarkow sah nun zu seinem höchsten Erstaunen und zu seiner großen Erheiterung, daß Clarke vier lange Dachrinnen von Zink von den nächsten Häusern losgebrochen und an die Arme des Rohrbrunnens gesetzt hatte; das Wasser ergoß sich nun in diese über das Bassin hinausragenden Rinnen und floß rauschend auf den Museumsplatz hin, so daß, wenn diese sinnreiche Konstruktion nicht während der Nacht bemerkt wurde, in der Tat der Platz am Morgen unter Wasser gesetzt sein mußte.

»Jetzt fort, schnell fort!« rief Clarke, in kindlicher Freude über seinen so wohlgelungenen Streich lachend, »der Teufel könnte einen Nachtwächter oder einen Pudel herführen.«

Unendlich vergnügt eilten beide davon. Clarke lieferte seinen Schützling glücklich im Badischen Hof ab, und es würde Herrn von Sarkow sehr schwer geworden sein, am nächsten Tage genau die Art und Weise anzugeben, wie er in sein Bett gekommen sei. Er erinnerte sich, als er am nächsten Morgen geweckt wurde, nur ziemlich verworrener Träume, in denen der rote Schiffer, der Riesenstein, die hübsche Schauspielerin Klara Schönfeld in eigentümlichen und immerfort wechselnden Bildern durcheinander schwirrten und in denen er zuweilen den großen Vandalen, der ihm die niedliche Soubrette von Frankfurt entführt hatte, auftauchen sah, um ihn mit kochendem Grimm, eine Dachrinne in der Hand, anzugreifen.

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