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Die Saxoborussen

Oskar Meding: Die Saxoborussen - Kapitel 23
Quellenangabe
typefiction
authorOskar Meding
titleDie Saxoborussen
publisherGlobus Verlag G.m.b.H.
printrun48. bis 57. Tausend
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20070918
projectid64f3d23c
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Zweiundzwanzigstes Kapitel

Den Bewohnern der Wasserheilanstalt wurde nach dem fröhlichen Abend die Ruhe, die sie erst spät in der Nacht gefunden, nicht lange gegönnt. Schon bei dem ersten Grauen des nächsten Morgens ertönte rings um das Haus auf allen durch das Städtchen Weinheim führenden Wegen rasselnder Trommelschlag und der gleichmäßige Schritt marschierender Kolonnen; dazwischen vernahm man Signalhörner, Kommandorufe und zuweilen auch den mehr oder weniger melodischen Gesang vieler Stimmen. Zuerst erwachten die Damen und blickten neugierig aus den Fenstern, schnell aber fuhren sie wieder zurück, denn ringsum zogen Truppenkolonnen vorüber. Auf der Chaussee der Bergstraße rückten in scharfem Trabe Dragoner und einige Batterien Artillerie vor, und sogar in unmittelbarer Nähe des Hauses durch die Weingärten marschierte Infanterie in ziemlich aufgelösten Reihen auf dem Fußwege vor. Miß Maggins sank mit einem lauten Angstruf auf die Kniee nieder, denn als sie ihr von zahlreichen Haarwickeln umgebenes Haupt spähend gegen die Fensterscheibe drückte, hatten einige neben dem Garten durch die Weinberge marschierende Infanteristen lachend ihre Gewehre auf sie angelegt, und die Dame, die sich aus den Träumen ihres spät erblühten Liebesfrühlings so plötzlich durch die drohenden Gefahren des männermordenden Krieges aufgeschreckt sah, zog sich schnell wieder auf ihr Lager zurück und drückte ihren Kopf jammernd in die Kissen, um nichts von all den Schrecken zu sehen, die ihrer Ueberzeugung nach unmittelbar über das friedliche Haus hereinbrechen mußten. Von den hydropathischen Prozeduren, die am Tage vorher den verhängnisvollen Zorn von Charles Clarke erregt hatten, war heute keine Rede, denn der alte Badewärter, umgeben von seinen sämtlichen Gehilfen, stand ängstlich lauschend hinter der Gartenhecke, um die unerwarteten Truppendurchzüge zu beobachten. Bald erschien auch der Doktor der Anstalt, um seinen Patienten bei allen möglichen Verwicklungen zur Seite zu stehen, und allmählich fanden sich dann auch die Saxoborussen, sowie der Colonel und Mr. Willis in dem Speisesaal ein.

Mit Mühe nur bewegte der Doktor Miß Maggins, sich in das Zimmer des Professor Rotin zu begeben und dort die Ereignisse abzuwarten, wahrend Charles Clarke und der Colonel abwechselnd bei ihnen erschienen, um sie zu beruhigen und ihnen Mut zuzusprechen.

Immer mehr Truppen rückten vor, ohne daß die Ruhe des Hauses gestört wurde, denn nur hin und wieder traten einzelne der Vorüberziehenden in den Garten ein, um einen Trunk zu erbitten, und wenn sie zuweilen Wein oder Bier verlangten, beruhigten sie sich regelmäßig bei der Mitteilung, daß das Haus eine Krankenanstalt sei, denn alle diese Soldaten der roten Republik waren im allgemeinen gutmütige und harmlose Landeskinder, denen es unendlich fern lag, die Gewalt, die sie für den Augenblick in ihren Händen hielten, zu mißbrauchen.

Endlich sprengte ein Reitertrupp gegen das einzeln liegende Haus, von dem man weit hinaus die Gegend übersehen konnte, heran. Auf das laute Klopfen öffnete der Doktor die Haustür, es war der General Siegel mit seinem Stabe, teils Freischärler in blauen Blusen, teils Offiziere in badischen Uniformen, denen man das Bestreben ansah, in Haltung, Manier und Redeweise ihren Kameraden aus dem Volke möglichst gleich zu erscheinen. Unter ihnen befand sich auch der junge Schlöffel, der exaltierte Volkstribun der Revolution, der aber dennoch durch die Eleganz seiner jugendfrischen Erscheinung sowie durch den edeln Ernst seines Wesens sich ungemein vorteilhaft von allen seinen Begleitern, besonders auch von dem finsteren, fanatischen Siegel, unterschied.

»Wir wollen einen Augenblick hier ausruhen,« sagte Siegel kurz und kalt, indem er mit mißtrauischen Blicken die in dem Speisesaal versammelte Gesellschaft betrachtete, »bis die Truppen weiter vorgerückt sind. Lassen Sie Posten ausstellen,« befahl er einem seiner Adjutanten, »die uns benachrichtigen sollen, sobald die letzten Abteilungen vorübergezogen sein werden.«

Er setzte sich ohne weiteres an den Tisch und befahl dem Doktor, einen Imbiß und einige Flaschen Wein herbeizubringen. Während dieser sich entschuldigend erklärte, daß sein Haus eine Wasserheilanstalt sei und daß er, um das Verlangte herbeizuschaffen, zuvor einen Versuch in der Stadt machen müsse, trat Schlöffel in das Zimmer und erkannte sogleich die Saxoborussen, die ihm mit freundlichem Gruß entgegentraten. Charles Clarke brachte, um seinen und seiner Freunde großmütigen Befreier so würdig und gut als möglich zu bewirten, den ganzen Vorrat seiner Punschessenz herbei, den er unter der Firma des von dem Doktor gestatteten Himbeersaftes in die Anstalt geschmuggelt hatte; Brot, Butter und kaltes Fleisch war im Hause vorhanden, und so saß denn bald die so sonderbar zusammengesetzte Gesellschaft miteinander bei einem improvisierten Frühstück, dessen Honneurs die Saxoborussen mit heiterer Ungezwungenheit zu machen übernahmen, während Siegel und die Offiziere seines Stabes sich nur zu einer mißtrauisch kühlen Höflichkeit gegen die von Schlüssel ihnen vorgestellten jungen Leute herbeiließen.

»Nun, meine Herren,« sagte Schlöffel, der bei aller seiner demokratischen Begeisterung immer den Ton und die Manieren der guten Gesellschaft beibehielt, »ich begreife es, daß Sie unsrer Sache auch jetzt wohl noch nicht freundlicher gesinnt sein mögen als bei unsrer letzten Begegnung, aber bald werden Sie sich doch von der gewaltigen Expansionskraft des Gedankens der Freiheit überzeugen.«

»Das wird nicht so ganz leicht sein,« erwiderte Herr von Sarkow, »Sie tragen diesen Gedanken in seiner idealen Gestalt in sich, und so könnte er ja vielleicht einmal die Welt beherrschen unter der Voraussetzung einer ebenso idealen Menschheit – aber heute ist die Welt zu Ihrem Ideal so wenig reif, als sie es zu demjenigen des Marquis Posa einst war.«

»In kurzer Zeit werden Sie anders denken,« erwiderte Schlöffel, während Siegel und die übrigen finstere, feindliche Blicke auf den jungen Studenten warfen, der es wagte, eine den ihnen geläufigen Phrasen so entgegengesetzte Sprache zu führen – »dort draußen marschieren unsre Bataillone, die Kämpfer des Volksheeres, die den Gedanken der Freiheit in sich tragen und für ihn das Leben zu opfern bereit sind; sie ziehen aus zu einem unblutigen Kampf, zu einem friedlichen Siege.«

»Ein unblutiger Kampf, ein friedlicher Sieg?« fragte Herr von Sarkow, »und dazu Bajonette und Kanonen? Das sind Gegensätze, die ich nicht verstehe und nicht vereinigen kann.«

»Warten Sie,« rief Schlöffel, »Sie werden es bald verstehen, denn heute noch wird die Sache des Volkes ihren höchsten Triumph feiern! Drüben an der nahen Grenze, der Grenze, die fürstliche Willkür zwischen den Bruderstämmen des deutschen Volkes aufgeschlagen hat. Stehen die hessischen Truppen, die von der verblendeten Bundesregierung aufgeboten sind, um gegen die heilige Sache des Volkes zu Felde zu ziehen; aber jene Soldaten gehören selbst dem Volke an, die Leiden des Volkes sind ihre Leiden und des Volkes Befreiung wird ihre Befreiung sein. Wir wissen, daß sie alle fühlen und denken wie wir, wir werden ihnen mit ausgestreckter Bruderhand entgegengehen, wir werden ihnen die Arme öffnen und ihnen Anteil bieten an dem heiligen Erlösungswerke der geknechteten Menschheit. Wir wissen, daß in ihren Herzen allen das Feuer der Revolution, die Liebe der Freiheit glüht, und in heiligen Flammen wird sich unsre Begeisterung mit der ihrigen vereinen, mit einem Schlage, in einzigem, einstimmigem Jubelruf wird das Hessenland sich mit uns verbünden, um die Fahne der Freiheit weiter und weiter zu tragen – dies Beispiel aber wird eine zündende Wirkung in ganz Deutschland ausüben, überall werden die verblendeten Söhne des Volkes, die aus Trägheit, Gewohnheit und Furcht im Söldnerdienste der Tyrannei stehen, sich ihrer ursprünglichen unveräußerlichen Rechte der Freiheit und Menschenwürde erinnern, sie werden das Joch einer doch nur eingebildeten Gewalt abschütteln und die Waffen, die ihnen der Despotismus in die Hand gab, für ihre und ihrer Brüder Freiheit erheben. Heute wird die große Frage entschieden werden; nach dem Beispiel, das die braven Hessen geben, können die Fürsten keine Söldner mehr finden, um das freie Volk zu unterdrücken – auch Sie, meine Herren, werden dann der heiligen Fahne der Freiheit folgen. Sie sind ja jung wie ich, und die Jugend ist gut und edel, und wir,« sagte er, indem ein glückliches Lächeln sein von Begeisterung strahlendes Gesicht verklärte, »wir werden auch Sie nicht zurückweisen, obwohl Sie lange gezögert und gezweifelt haben, denn jeder ist willkommen in dem großen Bruderbunde der Freiheit, ob er früher oder später kommt, sich der gemeinsamen heiligen Arbeit der Völker anzuschließen.«

Herr von Sarkow sah ihn mit einem Blick voll sympathischen Mitleids an.

»Das heißt,« sagte er kopfschüttelnd, »in trockene Prosa übersetzt: Sie nehmen an, daß die hessischen Truppen einfach ihren Fahneneid vergessen und zu Ihnen übergehen werden. Ich glaube das nicht, und wenn es dennoch geschehen sollte, so wird ein solches Beispiel kaum weitere Nachahmung finden, gewiß nicht in Preußen – Sie sind selbst Preuße und kennen die preußische Armee, sie hat gegen die Versuchung im eignen Lande stand gehalten und wird gegen Sie um so gewisser ihre Schuldigkeit tun.«

»Ihre Schuldigkeit ist, im Volke aufzugehen!« rief Schlöffel, »von dem sie einen Teil bildet. Sie rechnen mit den alten Begriffen, die der Despotismus künstlich erzeugt und genährt hat, aber wir treten in eine neue Zeit und haben den hohen Beruf, ein neues Evangelium durch die Welt zu tragen. Auch das Christentum, das bis jetzt die Menschheit beherrschte, hatte seine Wunder, weil es den Geist der Freiheit in die alte Welt hineintrug, wir werden ebenso unsre Wunder haben, denn der Glaube an eine heilige Wahrheit trägt immer und überall die Wunderkraft in sich.«

Eine Ordonnanz meldete, daß die letzten Truppenzüge die Stadt Weinheim passiert hätten.

Der General Siegel erhob sich.

»Wir müssen aufbrechen,« sagte er, »um an die Spitze unsrer Kolonnen zu eilen. Nach meinen Nachrichten stehen die Hessen zwischen Hemsbach und Heppenheim und wir müssen mit unsrer Avantgarde dort eintreffen. Da diese Herren hier,« fügte er finster und drohend hinzu, »unsrer Sache so wenig Vertrauen schenken und sich so offen als Feinde des Volkes bekennen, so sollten wir sie mit uns nehmen, vielleicht ist es gefährlich, sie hier im Rücken unsrer Linien zurückzulassen.«

»Nein!« rief Schlöffel, »nein, diese Herren sollen frei und unangetastet hier bleiben; was wäre die Freiheit, wenn sie nicht an sich selbst glaubte, wenn sie sich auf ihrem Siegeszuge durch die Welt vor waffenlosen Gegnern fürchten wollte? – Für diese Herren hier bürge ich, ich habe ihr Wort, daß sie nichts gegen unsre Sache unternehmen.«

»Gut denn,« sagte Siegel, »so brechen wir auf.«

Ohne Gruß ging er mit seinen Ordonnanzoffizieren hinaus, Schlöffel verabschiedete sich mit einem Händedruck von den Saxoborussen.

»Halten Sie ein,« fügte Herr von Sarkow, von tiefer Teilnahme fortgerissen, »halten Sie ein, kehren Sie um von dem verhängnisvollen Wege, bleiben Sie hier bei uns. Sie dienen einer verlorenen Sache, Sie werden mit ihr zu Grunde gehen, und bei Gott, Sie sind Besseres wert.«

»Und wäre meine Sache verloren,« erwiderte Schlöffel, »ich stehe und falle mit ihr; was wäre ich überhaupt noch auf Erden wert, wenn ich meine Ueberzeugung verleugnete und feige zurückstände, wo es gilt, sie zum Siege zu führen? Leben Sie wohl, wenn wir uns wiedersehen, werden Sie nicht mehr für mich bangen, mich nicht mehr bedauern – Sie werden mich beneiden, daß ich unter den ersten vorangegangen bin auf dem Wege in das Reich der Freiheit.«

Er schwang sich in den Sattel und sprengte davon. Traurig blickte ihm Herr von Sarkow nach, bevor er in das Haus zurückkehrte.

Der Tag verging in banger Unruhe, kaum wurde das Mittagessen berührt, bei dem heute den strengen Regeln der Kur gemäß das Wasser wieder in seine vollen Rechte getreten war; denn während man noch bei Tisch saß, dröhnte weither Kanonendonner vom Melibokus herüber, und die Herren eilten trotz der Bitten der zitternden Damen hinaus auf die nächsten Höhen, um nach der Gegend hinzuspähen, von der die Kanonensalven herüberklangen, die zu beweisen schienen, daß statt des gehofften Verbrüderungsfestes die Begegnung mit den hessischen Truppen zu einem ernsten Zusammenstoß geführt habe. Und in der Tat entsprachen die Ereignisse durchaus nicht den Erwartungen, die der junge Schlöffel mit so zuversichtlicher Begeisterung ausgesprochen hatte.

Die revolutionären Truppen waren auf der Bergstraße bis in die Gegend zwischen Hemsbach und Heppenheim vorgerückt, wo sie die hessischen Vorposten erblickten. Trotz der von Schlöffel so gewiß verkündeten und vorausgesetzten Bereitwilligkeit der hessischen Soldaten, sich der Sache der Revolution anzuschließen, hatte Siegel dennoch auch die Möglichkeit eines Kampfes ins Auge gefaßt und seine Truppen in einer Art von Schlachtordnung aufgestellt, die freilich vom militärischen Gesichtspunkt aus das Sonderbarste war, was wohl je in der Kriegsgeschichte vorgekommen sein mochte. Die Dragoner, von denen ein Teil unter dem Obersten von Hinkeldey durch die Berge davongezogen und glücklich über die Grenze entkommen war, standen in dem Verdacht geheimer Sympathien für den Großherzog; man traute ihnen nicht ganz und hatte sie deshalb in geschlossenen Schwadronen an die Spitze der sonderbaren, in langer Linie auf der Bergstraße zusammengedrängten Schlachtordnung gestellt. Unmittelbar hinter den Dragonern stand die Infanterie, und endlich schloß sich zuletzt die Artillerie mit ihren Munitionswagen an.

Als man so den feindlichen Vorposten gegenüber Aufstellung genommen hatte, wurde ein Parlamentär vorausgeschickt, um den hessischen Truppen ein großes Paket von gedruckten Proklamationen zu überbringen, in denen sie im Namen der Freiheit aufgefordert wurden, mit ihren badischen Brüdern gemeinsame Sache zur Befreiung Deutschlands von der Fürstentyrannei zu machen. Nachdem diese Proklamationen übergeben und der Parlamentär zurückgekehrt war, eilte eine Anzahl der badischen Freischarenführer unter lauten Hochrufen für die hessischen Brüder den Vorposten entgegen, die sich dichter zusammengezogen hatten, und hinter denen, wie man bemerken konnte, größere Truppenkolonnen vorrückten. Aber statt daß die hessischen Truppen, wie man erwartet hatte, unter Freudenrufen den Badensern entgegenkamen, begann aus den hessischen Reihen ein nachdrückliches Feuer, mehrere der Blusenmänner, die, ihre Hüte in der Luft schwenkend, voranstürmten, brachen zusammen, und ihre jammernden Wehklagen mischten sich mit den wilden Verwünschungen ihrer Gefährten, die schleunig umkehrten und in die badische Aufstellung zurückeilten.

»Verrat – Verrat!« hörte man ringsum schreien, »sie schießen, sie morden uns – es sind feige Fürstenknechte, Feinde des Volkes und der Freiheit!«

Siegel saß finster auf seinem Pferde.

»Man hat uns belogen,« sagte er, »nachdem einmal Blut geflossen, ist an keine Verbrüderung mehr zu denken – dieser Geck von Mieroslawski wird triumphieren.«

»Nein, das wird er nicht!« rief Schlöffel, »er hat lange für die Freiheit gekämpft, er kannte die Verblendung besser als wir, in der die Fürsten ihre Soldknechte zu halten verstehen, – aber darum war unser Glaube dennoch schön, und die heilige Sache der Freiheit wird dennoch siegen, wenn sie auch mit Blut besiegelt werden muß. Der Sieg des Gedankens ist uns nicht zu teil geworden, jetzt müssen die Waffen unsre Sache zum Siege führen – vorwärts zum Angriff, die Söldner der Tyrannei sollen die Kraft des freien Volkes fühlen.«

»Zum Kampf – zum Kampf! Tod den Verrätern, Untergang den Tyrannen!« riefen die Blusenmänner ringsum, während die früheren Offiziere ernster und schweigsamer wurden.

Siegel warf einen bedenklichen Blick auf die hinter der Tirailleurkette heranrückenden feindlichen Bataillone, aber immer lauter wurden die Kampfesrufe, sie setzten sich durch die Reihen der Truppen fort, die Infanterie drängte in fast aufgelösten Gliedern vor und schob sich bereits zwischen die Pferde der letzten Dragonerschwadron. Es schien unmöglich, die Bewegung aufzuhalten. Siegel erteilte den Dragonern den Befehl, gegen die feindliche Infanterie zu chargieren; Schlöffel, von einigen jungen Freischärlern begleitet, sprengte zur vordersten Schwadron vor, Signale schmetterten, die Kommandoworte erschallten, und zuerst im Trabe, dann in voller Carriere jagten die Dragoner mit geschwungenen Säbeln den hessischen Bataillonen entgegen. Die Infanterie folgte laut rufend in immer mehr sich auflösenden Gliedern nach.

Als die Dragoner nahe an die feindlichen Linien herangekommen waren, empfing sie ein mörderisches Feuer.

Die ersten Reihen brachen zusammen, ein wilder Knäuel von Menschen und Pferden wälzte sich auf dem Boden; die folgenden Reiter versuchten, über die Gefallenen hinweg vorwärts zu sprengen, aber immer neue Salven trachten ihnen entgegen, immer mehr häuften sich die gefallenen Menschen und Pferde.

Die erste Schwadron stockte, die zweite drängte nach, neue Lücken rissen die feindlichen Kugeln in die dichter und dichter zusammengedrängte Masse. Da erfaßte die Reiter ein wilder Schrecken, die vordersten wendeten ihre Pferde und drängten rückwärts, und in wenigen Augenblicken jagten die Schwadronen in aufgelöster Flucht davon; sie sprengten in die vordringende Infanterie ein, die erschreckten Soldaten wehrten mit Kolbenschlägen und Bajonettstichen die bäumenden und um sich schlagenden Pferde ab, die Dragoner versuchten sich mit ihren Säbeln einen Weg zur Flucht zu bahnen, und während die hessischen Bataillone unter fortgesetztem Feuer vorrückten, entspann sich ein wilder Kampf zwischen den Dragonern und der Infanterie.

»Verrat – Verrat – man mordet uns, Tod den Dragonern!« rief man von allen Seiten, und immer mehr verwirrte sich die Masse der Fliehenden und der von hinten nach vorwärts Dringenden ineinander.

Schlöffel sprengte in den aufgelösten Reiterhaufen hinein, mit Bitten und Drohungen versuchte er die Dragoner zum Stehen zu bringen; er schwang seinen Säbel gegen die Fliehenden, er hielt ihnen die Mündung seiner Pistole entgegen, aber alles war vergebens, kein einzelner vermochte sich dem Strom der allgemeinen Flucht entgegenzusetzen, und immer weiter rückwärts wälzte sich die aufgelöste Masse.

Da plötzlich krachten die Kanonen der badischen Batterien. Der Führer derselben mochte die Absicht haben, über die eignen Truppen hinweg zu feuern, um die Feinde zum Stehen zu bringen, aber die Kanonen waren nicht richtig bedient und verschiedene Kartätschenladungen schlugen in die dichten Massen der Fliehenden ein.

Jetzt löste sich die letzte Ordnung auf, von allen Seiten erhob sich lauter und lauter das Geschrei über vermeintlichen Verrat; die Dragoner und die Infanterie drängten in vollständiger Auflösung rückwärts gegen die Artillerie, bald war alles nur noch ein wüstes Durcheinander, in dem jeder rücksichtslos seine Waffen brauchte, um jeden andern niederzuwerfen, der seiner Flucht im Wege stand, und der allgemeine Schrecken vermehrte sich in jedem Augenblick durch das fortgesetzte Feuer der vorrückenden hessischen Bataillone.

Die Dragoner hatten sich durch die Infanterie im eigentlichsten Sinne des Wortes durchgeschlagen, viele von ihnen waren von den wütenden Freischärlern von den Pferden geschossen oder gestochen worden, der Rest floh, mit den Artilleristen vermischt, die die Pferde von den Kanonen losgesträngt hatten, in vollem Jagen auf der Bergstraße gegen Weinheim zurück. Siegel hatte sich, nachdem er sich von der absoluten Unmöglichkeit eines jeden ferneren Widerstandes überzeugt, ebenfalls zur Flucht gewendet und sprengte, von seinem Stabe umgeben, bald den Fliehenden weit voraus; die Infanterie vermochte nur langsamer zurückzuweichen und befand sich, so sehr sie auch die Flucht beschleunigte, immer noch im Bereich des Feuers der nachdrängenden Linien des Feindes.

Die Saxoborussen mit dem Colonel Coombe und Mr. Willis waren auf der Höhe der Weinberge bis gegen Hemsbach hin vorgegangen; der Wunsch, etwas von dem Gefecht zu sehen, dessen Gewehrfeuer sie immer deutlicher vernahmen, ließ sie jeder Gefahr vergessen, das lebhafte Feuern bewies ja, daß von der Völkerverbrüderung nicht die Rede gewesen sei, und alle waren in hohem Grade gespannt daraus, welchen Ausgang der Zusammenstoß genommen. Die kleine Gesellschaft hatte sich auf einer vorspringenden Höhe, die einen weiten Ausblick auf die Bergstraße hin gestattete, gelagert: noch immer konnte man nichts entdecken, aber immer näher hörte man das Feuer herankommen, ein sicherer Beweis, daß die Freischaren sich auf dem Rückzuge befinden mußten. Der Colonel stand weit voraus zwischen den Weinstöcken, sein Doppelglas vor den Augen, spähte er eifrig in die Ferne; der alte Soldat erwachte in ihm, das Feuer schien ihn anzuziehen, wie sein Element, seine magere Gestalt war hoch aufgerichtet, seine Muskeln spannten sich elastisch, sein sonst so kaltes und gleichgültiges Gesicht zuckte in kriegerischer Erregung, und wenn ihn Miß Maggins in diesem Augenblick hätte sehen können, so würde sie sich vielleicht noch mehr mit der durch Herrn von Sarkow herbeigeführten Wendung ihres Schicksals ausgesöhnt haben.

Immer näher krachten die Salven, endlich wirbelte an der Wendung des Weges um eine Bergecke Staub auf und man sah einen Reitertrupp in vollem Jagen heransprengen. Der Colonel eilte zwischen den Weinstöcken bis zur Straße herab, die übrigen folgten ihm, wenn auch Mr. Willis' bleiches Gesicht sehr wenig Neigung zeigte, sich so nahe an die Kriegsgefahr heranzubegeben.

Der Reitertrupp war herangekommen – es war der General Siegel mit seinem Stabe; er erkannte die fast unmittelbar an der Chaussee zwischen den Weinstücken stehende Gesellschaft.

»Elende Fürstenknechte!« rief er, drohend seinen Säbel schwingend; »sie freuen sich des Verrats am Volk, man sollte an ihnen die Rache beginnen.«

Er hielt einen Augenblick sein Pferd an und wendete sich zu seiner Umgebung, als ob er ihr einen Befehl erteilen wollte.

Da krachte eine neue Salve ganz nahe hinter den Bergen, die Saxoborussen waren zwischen den Weinstöcken für die Reiter unerreichbar, mit einem Fluch auf den Lippen gab Siegel seinem Pferde die Sporen und sprengte weiter davon, seine Begleiter folgten ihm, einige von ihnen hatten ihre Pistolen hervorgezogen und feuerten unter lauten Verwünschungen auf die jungen Leute, allein die Kugeln pfiffen hoch über deren Köpfe hin. Auf schäumenden Pferden jagten die Dragoner heran.

»Was gibt es?« fragte Herr von Sarkow die ersten vorübersprengenden Reiter.

Aber es war unmöglich, eine andre Antwort zu erhalten als das eine Wort: »Verrat«, das die Fliehenden immer wieder und wieder erschallen ließen und in das sie den ganzen Ausdruck ihres Schreckens und ihrer Wut legten.

Die Dragoner waren vorübergejagt, von ferne sah man die aufgelösten Infanteriemassen sich heranwälzen.

»Jetzt ist's in der Tat Zeit, daß wir uns zurückziehen,« sagte der Colonel, »es ist kein Zweifel, daß sie vollständig geschlagen sind, und es ist gefährlich, in das Gedränge der Fliehenden zu geraten, auch sind wir jetzt unsern Schutz und Beistand den Damen schuldig.«

Man brach auf und kehrte eilig zur großen Freude des Mr. Willis, der bei jeder neuen Gewehrsalve zusammenzuckte und sich immer näher an den Colonel herandrängte, nach Weinheim zurück. Aber schon in einiger Entfernung von der Heilanstalt befand man sich mitten im dichten Gedränge der Flüchtigen, die in panischem Schrecken unaufhaltsam weiter stürmten, obgleich die verfolgenden hessischen Truppen längst schon zurückgeblieben waren; sie mochten sich nicht weiter auf der immer engeren Straße vorwagen, und aus stets weiterer Entfernung hörte man das endlich ganz nachlassende Feuer, so daß nun auch die Fliehenden ein wenig Atem schöpften und Zeit fanden, auf die dringenden Fragen zu antworten und das Vorgefallene unter den heftigsten Verwünschungen auf die Dragoner und die Artilleristen, sowie insbesondere auch auf den General Siegel, zu erzählen. Von Schlöffel wußte niemand etwas, einzelne hatten ihn noch gesehen, wie er sich zwischen die Dragoner warf, um deren Flucht aufzuhalten.

»Er wird mit den andern Verrätern längst vorausgeflohen sein,« sagte ein Soldat in einer halbzerrissenen badischen Uniform; »sie verdienten alle den Galgen, diese Maulhelden, einen Schuß Pulver sind sie nicht wert, und doch, wenn ich einen von ihnen vor mir sähe, würde ich meine letzte Patrone daran setzen, um ihn vom Pferde zu schießen. Uns geschieht's ganz recht, da war es doch besser unter dem Großherzog; der Teufel soll diese Republik holen. ich will nichts mehr von dem Schwindel wissen, und meine Knochen sind mir zu lieb, um sie für diese Feiglinge und Verräter daran zu setzen.«

Er zog seine Uniform aus, warf sein Gewehr weit von sich und sagte:

»Ich gehe nach Hause und warte ab, bis sie ihren Strick gefunden haben, mich sollen sie nicht wieder zur Schlachtbank führen.«

Schnell sprang er über den Graben am Wege und eilte durch die Weinberge nach den waldigen Höhen hinauf. Sein Beispiel fand Nachahmung, immer mehr und mehr der Flüchtigen warfen ihre Uniformen, ihre Waffen, ihre Schärpen und roten Federn fort und schlugen sich in die Berge, um ihre Heimatsorte zu erreichen; das Vertrauen und die Zuversicht waren geschwunden, und je größer der Rausch gewesen war, der alle diese jungen Leute betört und gefangen gehalten hatte, um so empfindlicher machte sich die Ernüchterung fühlbar, so daß der Zug der nach Heidelberg Zurückkehrenden sich immer mehr verringerte und endlich fast nur noch die zugezogenen Turner von Hanau und Frankfurt den Marsch auf der Straße fortsetzten.

Dieser erste, so ganz mißglückte Zusammenstoß mit den regulären Truppen war verhängnisvoll für die ganze Bewegung; die Hoffnung, daß es gelingen werde, die Nachbarländer in die revolutionäre Bewegung hineinzuziehen, war verschwunden, das Vertrauen in die ursprünglichen Führer gebrochen, von nun an wußten alle, daß es sich nur noch um einen Verzweiflungskampf gegen eine unerbittliche Uebermacht handelte, und nur der rücksichtslosen Energie Mieroslawskis, der mehr für seinen eignen militärischen Ruf als für die unhaltbar verlorene Sache eintrat, gelang es, die zersplitterten Streitkräfte der Revolution zu den mit der Hartnäckigkeit der Verzweiflung fortgeführten Kämpfen zu sammeln.

Vor dem Hause der Wasserheilanstalt standen die Aufwärter und reichten den erschöpften Flüchtlingen Wasser und was sie sonst irgend an Erfrischungen auftreiben konnten. Der Professor und die beiden Damen saßen in unruhiger Sorge um das Schicksal der Herren in dem Speisesaal, und als diese endlich erschienen, flog Miß Maggins wie eine zitternde Taube dem Colonel entgegen, sie schlang ihre Arme um ihn und brach in ein hysterisches Weinen aus; Fräulein Célie aber reichte Charles Clarke stumm die Hand, und ihr glücklich aufleuchtender Blick erfüllte ihn mit ebenso großer Freude, als sie der Colonel bei der stürmischen und leidenschaftlichen Begrüßung der sonst so stolzen und spröden Gebieterin seines Herzens empfand.

Herr von Sarkow und seine Freunde blieben vor der Tür und verteilten, was sie irgend übrig hatten, an die Flüchtigen, jede politische Rücksicht verschwand ja in diesem Augenblick, die jungen Leute fühlten nur das menschliche Mitleid mit den armen, bis zum Tode ermatteten und halb verschmachteten Menschen, die dem Fanatismus und dem Ehrgeiz geopfert wurden und selbst im Falle des Sieges ihrer Sache kaum von dessen Früchten einen Anteil erhalten haben würden.

Da nahte, als die fliehenden Freischaren in immer dünneren Reihen vorüberzogen, ein mit einem Pferde bespannter Munitionswagen; zu seiner Seite gingen zwei junge Leute in blauen Blusen, deren einer die Zügel des Pferdes in der Hand führte. Der Wagen war von der Munition entleert und mit grünbelaubten Zweigen angefüllt. Auf diesem improvisierten Lager, das die Erschütterung der Bewegung milderte, ruhte, lang ausgestreckt, eine menschliche Gestalt, halb mit einer schwarzrotgoldenen Schärpe bedeckt. Als dieses Gefährt, langsam auf dem Wege dahinfahrend, bis zu dem Hause herangekommen war, stieß Herr von Sarkow einen Ruf schmerzlicher Ueberraschung aus; er hatte in der auf den grünen Zweigen ruhenden Gestalt den jungen Schlöffel erkannt, seine Brust war entblößt, gerade an der Stelle des Herzens sah man eine blutige Kugelwunde, sein Gesicht war bleich wie Marmor, das schwarze Haar hing über die Zweige herab, die Augen waren geschlossen, um die fest aufeinandergepreßten Lippen schwebte ein freundliches und friedliches Lächeln.

»Mein Gott!« rief Herr von Sarkow zu dem Wagen hinein, »er ist verwundet – ich fürchtete es, ich wußte wohl, daß er nicht fliehen würde.«

Die beiden Freischärler blickten finster auf den eleganten jungen Mann, dessen ganze Erscheinung zeigte, daß er nicht zu ihnen gehörte. »O, halten Sie, halten Sie, meine Herren, nur einen Augenblick! Ich kann kaum sagen, daß der arme Verwundete da mein Freund war, aber ich achte und ehre ihn, er war ein reines, treues und großes Herz.«

Jetzt hielten die beiden das Pferd an.

»Er ist tot,« sagte der eine von ihnen mit dumpfer Stimme; »wir sahen ihn im Sattel wanken, sein Pferd sprengte zurück, es gelang uns, ihn aufzunehmen und auf diesem Wagen davon zu führen, aber bald schon hauchte er seine Seele aus, ohne nur noch ein Wort sprechen zu können, die Kugel hatte sein edles Herz zu gut getroffen, und vielleicht,« fügte er grimmig hinzu, »war es sogar die Kugel eines nichtswürdigen Verräters, der den Feinden unsrer heiligen Sache feige den Rücken gewendet und seine verfluchte Waffe gebraucht hat, um sich zur schimpflichen Flucht den Weg zu bahnen.«

Herr von Sarkow war mit den übrigen an den Wagen herangetreten, er legte seine Hand auf Schöffels bleiche Stirn und empfand sogleich die eisige Kälte des Todes; wehmütig beugte er sich über das Gesicht des Gefallenen, der ruhig zu schlummern und sanft zu träumen schien.

»Wohl ihm,« sagte er, während eine Träne an seinen Wimpern glänzte, »er ist gefallen mit der freudigen Begeisterung, mit dem Glauben an seine Sache im Herzen, er ist davor bewahrt geblieben, das traurige Ende zu sehen, das über alle diese unglücklichen Verirrten hereinbrechen wird. – Wenn sie alle wären wie er, die die Freiheit auf den Lippen führen und das arme Volk zur Schlachtbank hetzen, um ihren neidischen Haß, ihren gierigen Ehrgeiz zu befriedigen – wenn sie alle wären wie er, so wäre wohl ein Weg der Versöhnung zu finden statt des Vernichtungskampfes, der sie vertilgen muß, um die heilige Ordnung der Welt zu erhalten. Friede sei mit ihm im Reich der ewigen Wahrheit, in das er eingegangen ist; auch in seinem Herzen stand unser edler Wahlspruch geschrieben: Virtus sola bonorum corona, er hat ihn besiegelt mit dem Tode für seinen Glauben und seine Ueberzeugung.«

Herr von Sarkow pflückte einen blühenden Fliederzweig von dem Gebüsch vor dem Hause und legte ihn auf die Brust des Toten, seine Freunde folgten seinem Beispiel, und alle falteten die Hände zu einem kurzen, stillen Gebet. Die beiden Freischärler blickten erstaunt auf diese jungen Leute, die ihre Feinde waren und doch in dem toten Gegner den edlen Menschen ehrten; sie drückten ihnen allen stumm die Hände, und langsam bewegte sich der traurige Zug weiter auf der Straße nach Heidelberg hin.

Ernst und trübe ging der Tag zu Ende. Gegen Abend kehrte der Bote zurück, den Herr von Sarkow nach Trottlingen gesendet; er bestätigte, daß Frau von Wartenstein auf dem dortigen Schlosse anwesend sei, und brachte zugleich die Nachricht, daß der Weg dorthin vollkommen frei wäre und in der ganzen Gegend überhaupt keine Truppenbewegungen stattfänden.

Luiz Antonio jubelte auf bei dieser Nachricht; er drängte den Freund, sogleich abzureisen, und Herr von Sarkow wagte ihn nicht zurückzuhalten, da er überzeugt war, daß ihn die Leidenschaft zu irgend einer tollen Unvorsichtigkeit fortreißen würde.

Es fand sich ein kleiner Wagen im Städtchen, Herr von Sarkow mietete diesen und teilte den Freunden mit, daß er mit Luiz Antonio einen Besuch auf einem nahen Gute der Baronin Starkenburg machen wolle, um sich nach dem Schicksal ihrer Mannheimer Bekannten zu erkundigen. Graf Steinborn schüttelte wohl ein wenig bedenklich den Kopf, aber die Saxoborussen waren zu sehr gewöhnt, ihren Freunden gegenüber in allen persönlichen Angelegenheiten die strengste Diskretion und Zurückhaltung zu beobachten, als daß er oder Charles Clarke, der ohnehin ausschließlich mit Fräulein Célie Rotin beschäftigt war, eine Bemerkung oder gar eine Einwendung gemacht hätten. So fuhren denn Herr von Sarkow und Luiz Antonio noch mit einbrechender Nacht auf dem kleinen hölzernen Wagen, von einem Weinheimer Ackerbauer geführt, auf dem steilen und schwierigen Bergwege dahin, der sie nach der Versicherung des Bauern am Morgen des nächsten Tages nach Trottlingen führen sollte.

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