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Die Reden Gotamo Buddhos - Erster Band

Karl Eugen Neumann: Die Reden Gotamo Buddhos - Erster Band - Kapitel 36
Quellenangabe
typetractate
authorKarl Eugen Neumann
titleDie Reden Gotamo Buddhos - Erster Band
publisherR. Piper & Co.
printrunDritte Auflage
year1922
correctorAlfred Wey
senderwww.gaga.net
created20140625
projectid34cdc679
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32

Vierter Theil
Zweite Rede

Im Gosiṉgam-Walde

II

Das hab' ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene im Forste des Gosiṉgam-Waldes, mit gar manchen wohlbekannten Oberen, wohlbekannten Jüngern, mit dem ehrwürdigen Sāriputto und dem ehrwürdigen Mahāmoggallāno, mit dem ehrwürdigen Mahākassapo und dem ehrwürdigen Anuruddho, mit dem ehrwürdigen Revato und dem ehrwürdigen Ānando und mit anderen wohlbekannten Oberen, wohlbekannten Jüngern zusammen.

Als nun der ehrwürdige Mahāmoggallāno gegen Abend die Gedenkensruhe beendet hatte, begab er sich dorthin wo der ehrwürdige Mahākassapo weilte, und sprach zum ehrwürdigen Mahākassapo also:

»Komm', Bruder Kassapo, lass' uns zum ehrwürdigen Sāriputto gehn, die Lehre zu hören.«

»Gern, Bruder«, erwiderte der ehrwürdige Mahākassapo dem ehrwürdigen Mahāmoggallāno.

Und der ehrwürdige Mahāmoggallāno und der ehrwürdige Mahākassapo wie auch der ehrwürdige Anuruddho begaben sich nun dorthin wo der ehrwürdige Sāriputto weilte, die Lehre zu hören. Der ehrwürdige Ānando aber erblickte diese Ehrwürdigen, wie sie sich zum ehrwürdigen Sāriputto begaben, die Lehre zu hören, und nachdem er sie gesehn ging er zum ehrwürdigen Revato und sprach also zu ihm:

»Es begeben sich, Bruder Revato, jene Edlen dorthin wo der ehrwürdige Sāriputto weilt, die Lehre zu hören; komm', Bruder Revato, lass' uns zum ehrwürdigen Sāriputto gehn, die Lehre zu hören.«

»Gern, Bruder«, erwiderte der ehrwürdige Revato dem ehrwürdigen Ānando.

Und der ehrwürdige Revato und der ehrwürdige Ānando begaben sich nun dorthin wo der ehrwürdige Sāriputto weilte, die Lehre zu hören.

Da sah der ehrwürdige Sāriputto den ehrwürdigen Revato und den ehrwürdigen Ānando von ferne herankommen, und nachdem er sie gesehn sprach er zum ehrwürdigen Ānando also:

»Willkommen sei der ehrwürdige Ānando, gegrüßt der ehrwürdige Ānando, der des Erhabenen wartet, dem Erhabenen nahe ist. Entzückend, Bruder Ānando, ist der Gosiṉgam-Wald, herrlich die klare Mondnacht, die Bäume stehn in voller Blüthe, himmlische Düfte, meint man, wehn umher. Was für ein Mönch, Bruder Ānando, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen?«

»Da hat, Bruder Sāriputto, ein Mönch viel gehört, ist Behälter des Wortes, Hort des Wortes der Lehre; und was da am Anfang begütigt, in der Mitte begütigt, am Ende begütigt und sinn- und wortgetreu das vollkommen geläuterte, geklärte Asketenthum überliefert: das kennt er, behält er, beherrscht er mit der Rede, bewahrt es im Gedächtniss, hat es von Grund aus verstanden. Er legt den vier Arten von Hörern Mönchen und Nonnen, Anhängern und Anhängerinen. die Lehre dar, im Ganzen, im Einzelnen und im Zusammenhang, zur völligen Wunschesvertilgung. Ein solcher Mönch, Bruder Sāriputto, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen.«

Nach diesen Worten wandte sich der ehrwürdige Sāriputto an den ehrwürdigen Revato:

»Der ehrwürdige Ānando, Bruder Revato, hat nach seinem Begriffe geantwortet. Jetzt fragen wir den ehrwürdigen Revato: Entzückend, Bruder Revato, ist der Gosiṉgam-Wald, herrlich die klare Mondnacht, die Bäume stehn in voller Blüthe, himmlische Düfte, meint man, wehn umher. Was für ein Mönch, Bruder Revato, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen?«

»Da wird, Bruder Sāriputto, ein Mönch durch die Gedenkensruhe erquickt und beglückt, erkämpft innigen Geistesfrieden, widerstrebt nicht der Schauung, gewinnt durchdringenden Blick, ist ein Freund leerer Klausen. Ein solcher Mönch, Bruder Sāriputto, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen.«

Nach diesen Worten wandte sich der ehrwürdige Sāriputto an den ehrwürdigen Anuruddho:

»Der ehrwürdige Revato, Bruder Anuruddho, hat nach seinem Begriffe geantwortet. Jetzt fragen wir den ehrwürdigen Anuruddho: Entzückend, Bruder Anuruddho, ist der Gosiṉgam-Wald, herrlich die klare Mondnacht, die Bäume stehn in voller Blüthe, himmlische Düfte, meint man, wehn umher. Was für ein Mönch, Bruder Anuruddho, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen?«

»Da blickt, Bruder Sāriputto, ein Mönch mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Gränzen hinausreichenden, über tausend Welten hin. Gleichwie etwa, Bruder Sāriputto, ein scharfsehender Mann von der Zinne eines hohen Thurmes tausend Gehöfte im Kreise überblicken mag: ebenso auch, Bruder Sāriputto, blickt ein Mönch mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Gränzen hinausreichenden, über tausend Welten hin. Ein solcher Mönch, Bruder Sāriputto, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen.«

Nach diesen Worten wandte sich der ehrwürdige Sāriputto an den ehrwürdigen Mahākassapo:

»Der ehrwürdige Anuruddho, Bruder Kassapo, hat nach seinem Begriffe geantwortet. Jetzt fragen wir den ehrwürdigen Mahākassapo: Entzückend, Bruder Kassapo, ist der Gosiṉgam-Wald, herrlich die klare Mondnacht, die Bäume stehn in voller Blüthe, himmlische Düfte, meint man, wehn umher. Was für ein Mönch, Bruder Kassapo, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen?«

»Da ist, Bruder Sāriputto, ein Mönch selbst Waldeinsiedler und preist das Waldeinsiedlerthum, lebt selbst von Almosenspeise und preist das Leben von Almosenspeise, trägt selbst die geflickte Fetzenkutte und preist das Tragen der geflickten Fetzenkutte, besitzt nur drei Kleidungstücke und preist das bloße Besitzthum dreier Kleidungstücke, Unterkleid, Oberkleid und doppelte Toga; vergl. Mahāvaggo p. 287 ff. hat selbst wenig Bedürfnisse und preist die Bedürfnisslosigkeit, ist selbst zufrieden und preist die Zufriedenheit, ist selbst zurückgezogen und preist die Zurückgezogenheit, flieht selbst die Welt und preist die Weltflucht, ist selbst standhaft und preist die Standhaftigkeit, ist selbst ordenstüchtig und preist die Ordenstugend, hat selbst das Glück der Vertiefung erfahren und preist das Glück der Vertiefung, hat selbst die Weisheit errungen und preist die Errungenschaft der Weisheit, hat selbst die Erlösung errungen und preist die Errungenschaft der Erlösung, hat selbst die Wissensklarheit der Erlösung errungen und preist die Errungenschaft der wissensklaren Erlösung. Ein solcher Mönch, Bruder Sāriputto, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen.«

Nach diesen Worten wandte sich der ehrwürdige Sāriputto an den ehrwürdigen Mahāmoggallāno:

»Der ehrwürdige Mahākassapo, Bruder Moggallāno, hat nach seinem Begriffe geantwortet. Jetzt fragen wir den ehrwürdigen Mahāmoggallāno: Entzückend, Bruder

Moggallāno, ist der Gosiṉgam-Wald, herrlich die klare Mondnacht, die Bäume stehn in voller Blüthe, himmlische Düfte, meint man, wehn umher. Was für ein Mönch, Bruder Moggallāno, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen?«

»Da halten, Bruder Sāriputto, zwei Mönche ein Gespräch über die Lehre, stellen sich Fragen, und nachdem sie die Fragen gegenseitig beantwortet haben, gehn sie auseinander, jeder für sich, und lehrreich war ihr Gespräch und anregend. Ein solcher Mönch, Bruder Sāriputto, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen.«

Und nun wandte sich der ehrwürdige Mahāmoggallāno also an den ehrwürdigen Sāriputto:

»Jeder von uns, Bruder Sāriputto, hat nach seinem Begriffe geantwortet. Jetzt fragen wir den ehrwürdigen Sāriputto: Entzückend, Bruder Sāriputto, ist der Gosiṉgam-Wald, herrlich die klare Mondnacht, die Bäume stehn in voller Blüthe, himmlische Düfte, meint man, wehn umher. Was für ein Mönch, Bruder Sāriputto, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen?«

»Da hat, Bruder Moggallāno, ein Mönch das Herz in seiner Gewalt und nicht ist er in der Gewalt des Herzens. Welcher Vertiefung er sich morgens erfreuen will, dieser Vertiefung erfreut er sich morgens, welcher Vertiefung er sich mittags erfreuen will, dieser Vertiefung erfreut er sich mittags, welcher Vertiefung er sich abends erfreuen will, dieser Vertiefung erfreut er sich abends. Gleichwie etwa, Bruder Moggallāno, ein König oder ein Fürst aus einer Truhe voller verschiedenfarbiger Gewänder gerade das Gewand für den Morgen auswählen würde, das er morgens tragen will, gerade das Gewand für den Mittag auswählen würde, das er mittags tragen will, gerade das Gewand für den Abend auswählen würde, das er abends tragen will: ebenso auch, Bruder Moggallāno, hat ein Mönch das Herz in seiner Gewalt und nicht ist er in der Gewalt des Herzens. Welcher Vertiefung er sich morgens erfreuen will, dieser Vertiefung erfreut er sich morgens, welcher Vertiefung er sich mittags erfreuen will, dieser Vertiefung erfreut er sich mittags, welcher Vertiefung er sich abends erfreuen will, dieser Vertiefung erfreut er sich abends. Ein solcher Mönch, Bruder Moggallāno, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen.«

Und der ehrwürdige Sāriputto wandte sich nun zu jenen Ehrwürdigen und sprach also:

»Jeder von uns, ihr Brüder, hat nach seinem Begriffe geantwortet. Kommt, ihr Brüder, lasst uns zum Erhabenen gehn und die Sache dem Erhabenen berichten: wie uns der Erhabene antworten wird, so wollen wir es halten.«

»So sei es, Bruder«, erwiderten da jene Ehrwürdigen dem ehrwürdigen Sāriputto.

Und jene Mönche begaben sich dorthin wo der Erhabene weilte, begrüßten den Erhabenen ehrerbietig und setzten sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend sprach nun der ehrwürdige Sāriputto zum Erhabenen also:

»Da hatten sich, o Herr, der ehrwürdige Revato und der ehrwürdige Ānando dorthin begeben wo ich weilte, die Lehre zu hören. Ich sah den ehrwürdigen Revato und den ehrwürdigen Ānando von ferne herankommen, und nachdem ich sie gesehn sprach ich zum ehrwürdigen Ānando also: »Willkommen sei der ehrwürdige Ānando, gegrüßt der ehrwürdige Ānando, der des Erhabenen wartet, dem Erhabenen nahe ist. Entzückend, Bruder Ānando, ist der Gosiṉgam-Wald, herrlich die klare Mondnacht, die Bäume stehn in voller Blüthe, himmlische Düfte, meint man, wehn umher. Was für ein Mönch, Bruder Ānando, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen?‹ – Hierauf, o Herr, erwiderte mir der ehrwürdige Ānando: 'Da hat, Bruder Sāriputto, ein Mönch viel gehört, ist Behälter des Wortes, Hort des Wortes der Lehre; und was da am Anfang begütigt, in der Mitte begütigt, am Ende begütigt und sinn- und wortgetreu das vollkommen geläuterte, geklärte Asketenthum überliefert: das kennt er, behält er, beherrscht er mit der Rede, bewahrt es im Gedächtniss, hat es von Grund aus verstanden. Er legt den vier Arten von Hörern die Lehre dar, im Ganzen, im Einzelnen und im Zusammenhang, zur völligen Wunschesvertilgung. Ein solcher Mönch, Bruder Sāriputto, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen.'«

»Gut, gut, Sāriputto, wie es eben Ānando recht beantworten kann. Denn Ānando, Sāriputto, hat viel gehört, ist Behälter des Wortes, Hort des Wortes der Lehre: und was da am Anfang begütigt, in der Mitte begütigt, am Ende begütigt und sinn- und wortgetreu das vollkommen geläuterte, geklärte Asketenthum überliefert: das kennt er, behält er, beherrscht er mit der Rede, bewahrt es im Gedächtniss, hat es von Grund aus verstanden. Er legt den vier Arten von Hörern die Lehre dar, im Ganzen, im Einzelnen und im Zusammenhang, zur völligen Wunschesvertilgung.«

»Hierauf, o Herr, wandte ich mich an den ehrwürdigen Revato: ›Der ehrwürdige Ānando, Bruder Revato, hat nach seinem Begriffe geantwortet. Jetzt fragen wir den ehrwürdigen Revato: Entzückend, Bruder Revato, ist der Gosiṉgam-Wald, herrlich die klare Mondnacht, die Bäume stehn in voller Blüthe, himmlische Düfte, meint man, wehn umher. Was für ein Mönch, Bruder Revato, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen?‹ – Hierauf, o Herr, erwiderte mir der ehrwürdige Revato: 'Da wird, Bruder Sāriputto, ein Mönch durch die Gedenkensruhe erquickt und beglückt, erkämpft innigen Geistesfrieden, widerstrebt nicht der Schauung, gewinnt durchdringenden Blick, ist ein Freund leerer Klausen. Ein solcher Mönch, Bruder Sāriputto, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen.'«

»Gut, gut, Sāriputto, wie es eben Revato recht beantworten kann. Denn Revato, Sāriputto, wird durch die Gedenkensruhe erquickt und beglückt, erkämpft innigen Geistesfrieden, widerstrebt nicht der Schauung, besitzt durchdringenden Blick, ist ein Freund leerer Klausen.«

»Hierauf, o Herr, wandte ich mich an den ehrwürdigen Anuruddho: ›Der ehrwürdige Revato, Bruder Anuruddho, hat nach seinem Begriffe geantwortet. Jetzt fragen wir den ehrwürdigen Anuruddho: Entzückend, Bruder Anuruddho, ist der Gosiṉgam-Wald, herrlich die klare Mondnacht, die Bäume stehn in voller Blüthe, himmlische Düfte, meint man, wehn umher. Was für ein Mönch, Bruder Anuruddho, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen?‹ – Hierauf, o Herr, erwiderte mir der ehrwürdige Anuruddho: 'Da blickt, Bruder Sāriputto, ein Mönch mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Gränzen hinausreichenden, über tausend Welten hin. Gleichwie etwa, Bruder Sāriputto, ein scharfsehender Mann von der Zinne eines hohen Thurmes tausend Gehöfte im Kreise überblicken mag: ebenso auch, Bruder Sāriputto, blickt ein Mönch mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Gränzen hinausreichenden, über tausend Welten hin. Ein solcher Mönch, Bruder Sāriputto, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen.'«

»Gut, gut, Sāriputto, wie es eben Anuruddho recht beantworten kann. Denn Anuruddho, Sāriputto, blickt mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Gränzen hinausreichenden, über tausend Welten hin.«

»Hierauf, o Herr, wandte ich mich an den ehrwürdigen Mahākassapo: ›Der ehrwürdige Anuruddho, Bruder Kassapo, hat nach seinem Begriffe geantwortet. Jetzt fragen wir den ehrwürdigen Mahākassapo: Entzückend, Bruder Kassapo, ist der Gosiṉgam-Wald, herrlich die klare Mondnacht, die Bäume stehn in voller Blüthe, himmlische Düfte, meint man, wehn umher. Was für ein Mönch, Bruder Kassapo, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen?‹ – Hierauf, o Herr, erwiderte mir der ehrwürdige Mahākassapo: 'Da ist, Bruder Sāriputto, ein Mönch selbst Waldeinsiedler und preist das Waldeinsiedlerthum, lebt selbst von Almosenspeise und preist das Leben von Almosenspeise, trägt selbst die geflickte Fetzenkutte und preist das Tragen der geflickten Fetzenkutte, besitzt selbst nur drei Kleidungstücke und preist das bloße Besitzthum dreier Kleidungstücke, hat selbst wenig Bedürfnisse und preist die Bedürfnisslosigkeit, ist selbst zufrieden und preist die Zufriedenheit, ist selbst zurückgezogen und preist die Zurückgezogenheit, flieht selbst die Welt und preist die Weltflucht, ist selbst standhaft und preist die Standhaftigkeit, ist selbst ordenstüchtig und preist die Ordenstugend, hat selbst das Glück der Vertiefung errungen und preist das Glück der Vertiefung, hat selbst die Weisheit errungen und preist die Errungenschaft der Weisheit, hat selbst die Erlösung errungen und preist die Errungenschaft der Erlösung, hat selbst die Wissensklarheit der Erlösung errungen und preist die Errungenschaft der wissensklaren Erlösung. Ein solcher Mönch, Bruder Sāriputto, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen.'«

»Gut, gut, Sāriputto, wie es eben Kassapo recht beantworten kann. Denn Kassapo, Sāriputto, ist selbst Waldeinsiedler und preist das Waldeinsiedlerthum, lebt selbst von Almosenspeise und preist das Leben von Almosenspeise, trägt selbst die geflickte Fetzenkutte und preist das Tragen der geflickten Fetzenkutte, besitzt selbst nur drei Kleidungstücke und preist das bloße Besitzthum dreier Kleidungstücke, hat selbst wenig Bedürfnisse und preist die Bedürfnisslosigkeit, ist selbst zufrieden und preist die Zufriedenheit, ist selbst zurückgezogen und preist die Zurückgezogenheit, flieht selbst die Welt und preist die Weltflucht, ist selbst standhaft und preist die Standhaftigkeit, ist selbst ordenstüchtig und preist die Ordenstugend, hat selbst das Glück der Vertiefung errungen und preist das Glück der Vertiefung, hat selbst die Weisheit errungen und preist die Errungenschaft der Weisheit, hat selbst die Erlösung errungen und preist die Errungenschaft der Erlösung, hat selbst die Wissensklarheit der Erlösung errungen und preist die Errungenschaft der wissensklaren Erlösung.«

»Hierauf, o Herr, wandte ich mich an den ehrwürdigen Mahāmoggallāno: ›Der ehrwürdige Mahākassapo, Bruder Moggallāno, hat nach seinem Begriffe geantwortet. Jetzt fragen wir den ehrwürdigen Mahāmoggallāno: Entzückend, Bruder Moggallāno, ist der Gosiṉgam-Wald, herrlich die klare Mondnacht, die Bäume stehen in voller Blüthe, himmlische Düfte, meint man, wehn umher. Was für ein Mönch, Bruder Moggallāno, mag dem Gosiṉgam-Wald Glanz verleihen?‹ – Hierauf, o Herr, erwiderte mir der ehrwürdige Mahāmoggallāno: 'Da halten, Bruder Sāriputto, zwei Mönche ein Gespräch über die Lehre, stellen sich Fragen, und nachdem sie die Fragen gegenseitig beantwortet haben, gehn sie auseinander, jeder für sich, und lehrreich war ihr Gespräch und anregend. Ein solcher Mönch, Bruder Sāriputto, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen.'«

»Gut, gut, Sāriputto, wie es eben Moggallāno recht beantworten kann. Denn Moggallāno, Sāriputto, ist der Lehre Sprecher.«

Nach diesen Worten wandte sich der ehrwürdige Mahāmoggallāno an den Erhabenen und sagte:

»Und nun, o Herr, sprach ich zum ehrwürdigen Sāriputto: ›Jeder von uns, Bruder Sāriputto, hat nach seinem Begriffe geantwortet. Jetzt fragen wir den ehrwürdigen Sāriputto: Entzückend, Bruder Sāriputto, ist der Gosiṉgam-Wald, herrlich die klare Mondnacht, die Bäume stehn in voller Blüthe, himmlische Düfte, meint man, wehn umher. Was für ein Mönch, Bruder Sāriputto, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen?‹ – Hierauf, o Herr, erwiderte mir der ehrwürdige Sāriputto: 'Da hat, Bruder Moggallāno, ein Mönch das Herz in seiner Gewalt und nicht ist er in der Gewalt des Herzens. Welcher Vertiefung er sich morgens erfreuen will, dieser Vertiefung erfreut er sich morgens, welcher Vertiefung er sich mittags erfreuen will, dieser Vertiefung erfreut er sich mittags, welcher Vertiefung er sich abends erfreuen will, dieser Vertiefung erfreut er sich abends. Gleichwie etwa, Bruder Moggallāno, ein König oder ein Fürst aus einer Truhe voller verschiedenfarbiger Gewänder gerade das Gewand für den Morgen auswählen würde, das er morgens tragen will, gerade das Gewand für den Mittag auswählen würde, das er mittags tragen will, gerade das Gewand für den Abend auswählen würde, das er abends tragen will: ebenso auch, Bruder Moggallāno, hat ein Mönch das Herz in seiner Gewalt und nicht ist er in der Gewalt des Herzens. Welcher Vertiefung er sich morgens erfreuen will, dieser Vertiefung erfreut er sich morgens, welcher Vertiefung er sich mittags erfreuen will, dieser Vertiefung erfreut er sich mittags, welcher Vertiefung er sich abends erfreuen will, dieser Vertiefung erfreut er sich abends. Ein solcher Mönch, Bruder Moggallāno, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen.'«

»Gut, gut, Moggallāno, wie es eben Sāriputto recht beantworten kann. Denn Sāriputto, Moggallāno, hat das Herz in seiner Gewalt und nicht ist er in der Gewalt des Herzens. Welcher Vertiefung er sich morgens erfreuen will, dieser Vertiefung erfreut er sich morgens, welcher Vertiefung er sich mittags erfreuen will, dieser Vertiefung erfreut er sich mittags, welcher Vertiefung er sich abends erfreuen will, dieser Vertiefung erfreut er sich abends.«

 

Nach diesen Worten sprach der ehrwürdige Sāriputto zum Erhabenen also:

»Wer hat nun wohlgesprochen, o Herr?«

»Alle habt ihr wohlgesprochen, Sāriputto, der Reihe nach. Und nun hört auch von mir, was für ein Mönch dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen mag. Da setzt sich, Sāriputto, ein Mönch nach dem Mahle, wenn er vom Almosengange zurückgekehrt ist, mit verschränkten Beinen nieder, den Körper gerade aufgerichtet, und pflegt der Einsicht: ›Nicht eher will ich von hier aufstehn, als bis ich ohne anzuhangen das Herz vom Wahn erlöst habe.‹ Ein solcher Mönch, Sāriputto, mag dem Gosiṉgam-Walde Glanz verleihen.«

 

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Ehrwürdigen über das Wort des Erhabenen.

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