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Die Reden Gotamo Buddhos - Erster Band

Karl Eugen Neumann: Die Reden Gotamo Buddhos - Erster Band - Kapitel 19
Quellenangabe
typetractate
authorKarl Eugen Neumann
titleDie Reden Gotamo Buddhos - Erster Band
publisherR. Piper & Co.
printrunDritte Auflage
year1922
correctorAlfred Wey
senderwww.gaga.net
created20140625
projectid34cdc679
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15

Zweiter Theil
Fünfte Rede

Das Maass

Das hab' ich gehört. Zu einer Zeit weilte der ehrwürdige Mahāmoggallāno im Lande der Bhagger, bei der Stadt Suṃsumāragiram, im Forste des Bhesakaḷā-Waldes. Dort nun wandte sich der ehrwürdige Mahāmoggallāno an die Mönche: »Brüder Mönche!« – »Bruder!« erwiderten da aufmerksam jene Mönche dem ehrwürdigen Mahāmoggallāno. Der ehrwürdige Mahāmoggallāno sprach also:

»Fordert, ihr Brüder, ein Mönch auf: ›Warnen mögen mich die Ehrwürdigen, ich bedarf ihrer Verwarnung ‹, und es steht misslich um ihn, missliche Dinge machen sich geltend, er ist ungeduldig und nimmt eine Belehrung ungeziemend auf, so können ihn eben die Ordensbrüder kaum einer Warnung oder Belehrung werth halten, können eine solche Person vertrauten Umgangs nicht würdig erachten.

»Welche Dinge nun, Brüder, machen sich misslich geltend? Da ist, Brüder, ein Mönch boshaft und folgt dem Triebe böser Regungen. Wenn aber, Brüder, ein Mönch boshaft ist und dem Triebe böser Regungen folgt, so ist das eben ein Ding, das sich misslich geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch brüstet sich und verachtet die anderen. Wenn aber, Brüder, ein Mönch sich brüstet und die anderen verachtet, so ist das eben ein Ding, das sich misslich geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch ist zornig und zornverzehrt. Wenn aber, Brüder, ein Mönch zornig ist und zornverzehrt, so ist das eben ein Ding, das sich misslich geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch ist zornig und aus Zorn feindsälig. Wenn aber, Brüder, ein Mönch zornig ist und aus Zorn feindsälig, so ist das eben ein Ding, das sich misslich geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch ist zornig und flucht aus Zorn. Wenn aber, Brüder, ein Mönch zornig ist und aus Zorn flucht, so ist das eben ein Ding, das sich misslich geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch ist zornig und lässt zornverwandte Worte hören. Wenn aber, Brüder, ein Mönch zornig ist und zornverwandte Worte hören lässt, so ist das eben ein Ding, das sich misslich geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch fährt auf eine Ermahnung gegen den Ermahner los. Wenn aber, Brüder, ein Mönch auf eine Ermahnung gegen den Ermahner losfährt, so ist das eben ein Ding, das sich misslich geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch beleidigt auf eine Ermahnung den Ermahner. Wenn aber, Brüder, ein Mönch auf eine Ermahnung den Ermahner beleidigt, so ist das eben ein Ding, das sich misslich geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch widerspricht auf eine Ermahnung dem Ermahner. Wenn aber, Brüder, ein Mönch auf eine Ermahnung dem Ermahner widerspricht, so ist das eben ein Ding, das sich misslich geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch zieht den Ermahner von einem ins andere, schweift vom Gegenstande ab und legt Verdrossenheit, Hass und Misstrauen an den Tag. Wenn aber, Brüder, ein Mönch den Ermahner von einem ins andere zieht, vom Gegenstande abschweift und Verdrossenheit, Hass und Misstrauen an den Tag legt, so ist das eben ein Ding, das sich misslich geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch giebt auf eine Ermahnung Verstöße nicht zu. Wenn aber, Brüder, ein Mönch auf eine Ermahnung Verstöße nicht zugiebt, so ist das eben ein Ding, das sich misslich geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch ist häuchlerisch und neidisch. Wenn aber, Brüder, ein Mönch häuchlerisch ist und neidisch, so ist das eben ein Ding, das sich misslich geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch ist eifernd und selbstsüchtig. Wenn aber, Brüder, ein Mönch eifernd ist und selbstsüchtig, so ist das eben ein Ding, das sich misslich geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch ist listig und gleißnerisch. Wenn aber, Brüder, ein Mönch listig ist und gleißnerisch, so ist das eben ein Ding, das sich misslich geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch ist störrisch und eitel. Wenn aber, Brüder, ein Mönch störrisch ist und eitel, so ist das eben ein Ding, das sich misslich geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch hat nur für das vor Augen Liegende Sinn, greift mit beiden Händen zu, lässt sich schwer abweisen. Wenn aber, Brüder, ein Mönch nur für das vor Augen Liegende Sinn hat, mit beiden Händen zugreift, sich schwer abweisen lässt, so ist das eben ein Ding, das sich misslich geltend macht. Das nennt man, Brüder, Dinge, die sich misslich geltend machen.

»Fordert aber, ihr Brüder, ein Mönch nicht auf: Die tief im Wesen des Ordens begründete Geringschätzung aller Riten (vergl. die keineswegs seltene Ehi-bhikkhu-upasampadā) giebt sich auch hier, fast überraschend, zu erkennen: selbst die, Vin. vol. I. p. 159, klar normierte Pavāraṇā-Feier mag der Mönch, ganz nach Belieben, mitmachen oder nicht mitmachen, es gilt gleich; wie eben schon ein alter, dem Śaṉkhas ( Saṇh. VII, 16, 4) zugeschriebener Spruch sagt: Hṛdi sarvam pratiṣṭhitam. ›Warnen mögen mich die Ehrwürdigen, ich bedarf ihrer Verwarnung‹, und es steht günstig um ihn, günstige Dinge machen sich geltend, er ist geduldig und nimmt eine Belehrung geziemend auf, so können ihn eben die Ordensbrüder wohl einer Warnung oder Belehrung werth halten, können eine solche Person vertrauten Umgangs würdig erachten.

»Welche Dinge nun, Brüder, machen sich günstig geltend? Da ist, Brüder, ein Mönch nicht boshaft, folgt nicht dem Triebe böser Regungen. Wenn aber, Brüder, ein Mönch nicht boshaft ist, dem Triebe böser Regungen nicht folgt, so ist das eben ein Ding, das sich günstig geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch brüstet sich nicht, verachtet nicht die anderen. Wenn aber, Brüder, ein Mönch sich nicht brüstet und die anderen nicht verachtet, so ist das eben ein Ding, das sich günstig geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch ist nicht zornig, nicht zornverzehrt. Wenn aber, Brüder, ein Mönch nicht zornig ist und nicht zornverzehrt, so ist das eben ein Ding, das sich günstig geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch ist nicht zornig, nicht feindsälig aus Zorn. Wenn aber, Brüder, ein Mönch nicht zornig ist und nicht feindsälig aus Zorn, so ist das eben ein Ding, das sich günstig geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch ist nicht zornig, flucht nicht aus Zorn. Wenn aber, Brüder, ein Mönch nicht zornig ist und nicht flucht aus Zorn, so ist das eben ein Ding, das sich günstig geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch ist nicht zornig, lässt keine zornverwandten Worte hören. Wenn aber, Brüder, ein Mönch nicht zornig ist und keine zornverwandten Worte hören lässt, so ist das eben ein Ding, das sich günstig geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch fährt nicht auf eine Ermahnung gegen den Ermahner los. Wenn aber, Brüder, ein Mönch auf eine Ermahnung nicht gegen den Ermahner losfährt, so ist das eben ein Ding, das sich günstig geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch beleidigt nicht auf eine Ermahnung den Ermahner. Wenn aber, Brüder, ein Mönch auf eine Ermahnung den Ermahner nicht beleidigt, so ist das eben ein Ding, das sich günstig geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch widerspricht nicht auf eine Ermahnung dem Ermahner. Wenn aber, Brüder, ein Mönch auf eine Ermahnung dem Ermahner nicht widerspricht, so ist das eben ein Ding, das sich günstig geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch zieht den Ermahner nicht von einem ins andere, schweift nicht vom Gegenstande ab und legt nicht Verdrossenheit, Hass und Misstrauen an den Tag. Wenn aber, Brüder, ein Mönch den Ermahner nicht von einem ins andere zieht, vom Gegenstande nicht abschweift, keine Verdrossenheit, keinen Hass und kein Misstrauen an den Tag legt, so ist das eben ein Ding, das sich günstig geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch leugnet nicht auf eine Ermahnung Verstöße. Wenn aber, Brüder, ein Mönch auf eine Ermahnung Verstöße nicht leugnet, so ist das eben ein Ding, das sich günstig geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch ist frei von Häuchelei und Neid. Wenn aber, Brüder, ein Mönch frei ist von Häuchelei und Neid; so ist das eben ein Ding, das sich günstig geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch ist frei von Eiferung und Selbstsucht. Wenn aber, Brüder, ein Mönch frei ist von Eiferung und Selbstsucht, so ist das eben ein Ding, das sich günstig geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch ist frei von Listigkeit und Gleißnerei. Wenn aber, Brüder, ein Mönch frei ist von Listigkeit und Gleißnerei, so ist das eben ein Ding, das sich günstig geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch ist frei von Starrsinn und Eitelkeit. Wenn aber, Brüder, ein Mönch frei ist von Starrsinn und Eitelkeit, so ist das eben ein Ding, das sich günstig geltend macht. Weiter sodann, Brüder: ein Mönch hat nicht nur für das vor Augen Liegende Sinn, greift nicht mit beiden Händen zu, lässt sich leicht abweisen. Wenn aber, Brüder, ein Mönch nicht nur für das vor Augen Liegende Sinn hat, nicht mit beiden Händen zugreift, sich leicht abweisen lässt, so ist das eben ein Ding, das sich günstig geltend macht. Das nennt man, Brüder, Dinge, die sich günstig geltend machen.

»Nun, Brüder, hat ein Mönch mit folgendem Maaße sich selber zu messen: ›Eine Person, welche boshaft ist und dem Triebe böser Regungen folgt, die ist mir unliebsam, unangenehm; wenn ich nun aber boshaft wäre und dem Triebe böser Regungen folgte, so würde ja ich den anderen unliebsam, unangenehm werden.‹ Ein also erkennender Mönch, ihr Brüder, hat den Herzensentschluss zu erzeugen: ›Ich will nicht boshaft sein, nicht dem Triebe böser Regungen folgen. – Eine Person, welche sich brüstet und die anderen verachtet, die ist mir unliebsam, unangenehm; wenn ich nun aber mich brüstete und die anderen verachtete, so würde ja ich den anderen unliebsam, unangenehm werden.‹ Ein also erkennender Mönch, ihr Brüder, hat den Herzensentschluss zu erzeugen: ›Ich will mich nicht brüsten, die anderen nicht verachten. – Eine Person, welche zornig ist und zornverzehrt, die ist mir unliebsam, unangenehm; wenn ich nun aber zornig wäre und zornverzehrt, so würde ja ich den anderen unliebsam, unangenehm werden.‹ Ein also erkennender Mönch, ihr Brüder, hat den Herzensentschluss zu erzeugen: ›Ich will nicht zornig sein, nicht zornverzehrt – Eine Person, welche zornig ist und aus Zorn feindsälig, die ist mir unliebsam, unangenehm; wenn ich nun aber zornig wäre und aus Zorn feindsälig, so würde ja ich den anderen unliebsam, unangenehm werden.‹ Ein also erkennender Mönch, ihr Brüder, hat den Herzensentschluss zu erzeugen: ›Ich will nicht zornig sein, nicht feindsälig aus Zorn. – Eine Person, welche zornig ist und aus Zorn flucht, die ist mir unliebsam, unangenehm ; wenn ich nun aber zornig wäre und aus Zorn fluchte, so würde ja ich den anderen unliebsam, unangenehm werden.‹ Ein also erkennender Mönch, ihr Brüder, hat den Herzensentschluss zu erzeugen: ›Ich will nicht zornig sein, nicht fluchen aus Zorn. – Eine Person, welche zornig ist und zornverwandte Worte hören lässt, die ist mir unliebsam, unangenehm; wenn ich nun aber zornig wäre und zornverwandte Worte hören ließe, so würde ja ich den anderen unliebsam, unangenehm werden.‹ Ein also erkennender Mönch, ihr Brüder, hat den Herzensentschluss zu erzeugen: ›Ich will nicht zornig sein, keine zornverwandten Worte hören lassen. – Eine Person, welche auf eine Ermahnung gegen den Ermahner losfährt, die ist mir unliebsam, unangenehm; wenn ich nun aber auf eine Ermahnung gegen den Ermahner losführe, so würde ja ich den anderen unliebsam, unangenehm werden.‹ Ein also erkennender Mönch, ihr Brüder, hat den Herzensentschluss zu erzeugen: ›Ich will nicht auf eine Ermahnung gegen den Ermahner losfahren. – Eine Person, welche auf eine Ermahnung den Ermahner beleidigt, die ist mir unliebsam, unangenehm; wenn ich nun aber auf eine Ermahnung den Ermahner beleidigte, so würde ja ich den anderen unliebsam, unangenehm werden.‹ Ein also erkennender Mönch, ihr Brüder, hat den Herzensentschluss zu erzeugen: ›Ich will nicht auf eine Ermahnung den Ermahner beleidigen. – Eine Person, welche auf eine Ermahnung dem Ermahner widerspricht, die ist mir unliebsam, unangenehm; wenn ich nun aber auf eine Ermahnung dem Ermahner widerspräche, so würde ja ich den anderen unliebsam, unangenehm werden.‹ Ein also erkennender Mönch, ihr Brüder, hat den Herzensentschluss zu erzeugen: ›Ich will nicht auf eine Ermahnung dem Ermahner widersprechen. – Eine Person, welche den Ermahner von einem ins andere zieht, vom Gegenstande abschweift und Verdrossenheit, Hass und Misstrauen an den Tag legt, die ist mir unliebsam, unangenehm; wenn ich nun aber den Ermahner von einem ins andere zöge, vom Gegenstande abschweifte und Verdrossenheit, Hass und Misstrauen an den Tag legte, so würde ja ich den anderen unliebsam, unangenehm werden.‹ Ein also erkennender Mönch, ihr Brüder, hat den Herzensentschluss zu erzeugen: ›Ich will den Ermahner nicht von einem ins andere ziehn, nicht vom Gegenstande abschweifen, keine Verdrossenheit, keinen Hass, kein Misstrauen an den Tag legen. – Eine Person, welche auf eine Ermahnung Verstöße nicht zugiebt, die ist mir unliebsam, unangenehm; wenn ich nun aber auf eine Ermahnung Verstöße nicht zugäbe, so würde ja ich den anderen unliebsam, unangenehm werden.‹ Ein also erkennender Mönch, ihr Brüder, hat den Herzensentschluss zu erzeugen: ›Ich will auf eine Ermahnung Verstöße nicht leugnen. – Eine Person, welche häuchlerisch ist und neidisch, die ist mir unliebsam, unangenehm ; wenn ich nun aber häuchlerisch wäre und neidisch, so würde ja ich den anderen unliebsam, unangenehm werden.‹ Ein also erkennender Mönch, ihr Brüder, hat den Herzensentschluss zu erzeugen: ›Ich will nicht häuchlerisch sein, nicht neidisch. – Eine Person, welche eifernd ist und selbstsüchtig, die ist mir unliebsam, unangenehm; wenn ich nun aber eifernd wäre und selbstsüchtig, so würde ja ich den anderen unliebsam, unangenehm werden.‹ Ein also erkennender Mönch, ihr Brüder, hat den Herzensentschluss zu erzeugen: ›Ich will nicht eifernd sein, nicht selbstsüchtig. – Eine Person, welche listig ist und gleißnerisch, die ist mir unliebsam, unangenehm; wenn ich nun aber listig wäre und gleißnerisch, so würde ja ich den anderen unliebsam, unangenehm werden.‹ Ein also erkennender Mönch, ihr Brüder, hat den Herzensentschluss zu erzeugen: ›Ich will nicht listig sein, nicht gleißnerisch. – Eine Person, welche störrisch ist und eitel, die ist mir unliebsam, unangenehm; wenn ich nun aber störrisch wäre und eitel, so würde ja ich den anderen unliebsam, unangenehm werden.‹ Ein also erkennender Mönch, ihr Brüder, hat den Herzensentschluss zu erzeugen: ›Ich will nicht störrisch sein, nicht eitel. – Eine Person, welche nur für das vor Augen Liegende Sinn hat, mit beiden Händen zugreift, sich schwer abweisen lässt, die ist mir unliebsam, unangenehm; wenn ich nun aber nur für das vor Augen Liegende Sinn hätte, mit beiden Händen zugriffe, mich schwer abweisen ließe, so würde ja ich den anderen unliebsam, unangenehm werden.‹ Ein also erkennender Mönch, ihr Brüder, hat den Herzensentschluss zu erzeugen: ›Ich will nicht nur für das vor Augen Liegende Sinn haben, nicht mit beiden Händen zugreifen, mich leicht abweisen lassen.‹

»Nun, Brüder, hat ein Mönch sich selber also zu erforschen: ›Bin ich etwa boshaft und folge dem Triebe böser Regungen?‹ Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung erkennt: ›Freilich bin ich boshaft und folge dem Triebe böser Regungen‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung erkennt: ›Nein, ich bin nicht boshaft, folge nicht dem Triebe böser Regungen‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Weiter sodann, ihr Brüder: ein Mönch hat sich selber also zu erforschen: ›Brüste ich mich etwa und verachte die anderen?‹ Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung erkennt: ›Freilich brüste ich mich und verachte die anderen‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung erkennt: ›Nein, ich brüste mich nicht, verachte nicht die anderen‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Weiter sodann, ihr Brüder: ein Mönch hat sich selber also zu erforschen: ›Bin ich etwa zornig und zornverzehrt?‹ Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung erkennt: ›Freilich bin ich zornig und zornverzehrt‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung erkennt: ›Nein, ich bin nicht zornig und zornverzehrt‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Weiter sodann, ihr Brüder: ein Mönch hat sich selber also zu erforschen: ›Bin ich etwa zornig und aus Zorn feindsälig?‹ Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung erkennt: ›Freilich bin ich zornig und aus Zorn feindsälig‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung erkennt: ›Nein, ich bin nicht zornig und feindsälig aus Zorn‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Weiter sodann, ihr Brüder: ein Mönch hat sich selber also zu erforschen: ›Bin ich etwa zornig und fluche aus Zorn?‹ Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung erkennt: ›Freilich bin ich zornig und fluche aus Zorn‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung erkennt: ›Nein, ich bin nicht zornig, fluche nicht aus Zorn‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Weiter sodann, ihr Brüder: ein Mönch hat sich selber also zu erforschen: ›Bin ich etwa zornig und lasse zornverwandte Worte hören?‹ Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung erkennt: ›Freilich bin ich zornig und lasse zornverwandte Worte hören‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung erkennt: ›Nein, ich bin nicht zornig, lasse keine zornverwandten Worte hören‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Weiter sodann, ihr Brüder: ein Mönch hat sich selber also zu erforschen: ›Fahr' ich etwa auf eine Ermahnung gegen den Ermahner los?‹ Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung erkennt: ›Freilich fahr' ich auf eine Ermahnung gegen den Ermahner los‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung erkennt: ›Nein, ich fahre nicht auf eine Ermahnung gegen den Ermahner los‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Weiter sodann, ihr Brüder: ein Mönch hat sich selber also zu erforschen: ›Beleidige ich etwa auf eine Ermahnung den Ermahner?‹ Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung erkennt: ›Freilich beleidige ich auf eine Ermahnung den Ermahner‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung erkennt: ›Nein, ich beleidige den Ermahner nicht auf eine Ermahnung‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Weiter sodann, ihr Brüder: ein Mönch hat sich selber also zu erforschen: ›Widerspreche ich etwa auf eine Ermahnung dem Ermahner?‹ Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung erkennt: ›Freilich widerspreche ich dem Ermahner auf eine Ermahnung‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung erkennt: ›Nein, ich widerspreche nicht dem Ermahner auf eine Ermahnung‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Weiter sodann, ihr Brüder: ein Mönch hat sich selber also zu erforschen: ›Ziehe ich etwa den Ermahner von einem ins andere, schweife vom Gegenstande ab und lege Verdrossenheit, Hass und Misstrauen an den Tag?‹ Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung erkennt: ›Freilich zieh' ich den Ermahner von einem ins andere, schweife vom Gegenstande ab und lege Verdrossenheit, Hass und Misstrauen an den Tag‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung erkennt: ›Nein, ich ziehe den Ermahner nicht von einem ins andere, schweife vom Gegenstand nicht ab, lege keine Verdrossenheit, keinen Hass, kein Misstrauen an den Tag‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Weiter sodann, ihr Brüder: ein Mönch hat sich selber also zu erforschen: ›Geb' ich etwa auf eine Ermahnung Verstöße nicht zu?‹ Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung erkennt: ›Freilich geb' ich auf eine Ermahnung Verstöße nicht zu‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch hei seiner Erforschung erkennt: ›Nein, auf eine Ermahnung leugne ich Verstöße nicht‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Weiter sodann, ihr Brüder: ein Mönch hat sich selber also zu erforschen: ›Bin ich etwa häuchlerisch und neidisch?‹ Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung erkennt: ›Freilich bin ich häuchlerisch und neidisch‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung erkennt: ›Nein, ich bin ohne Häuchelei, ohne Neid‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Weiter sodann, ihr Brüder: ein Mönch hat sich selber also zu erforschen: ›Bin ich etwa eifernd und selbstsüchtig?‹ Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung erkennt: ›Freilich bin ich eifernd und selbstsüchtig‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung erkennt: ›Nein, ich bin ohne Eiferung, ohne Selbstsucht‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Weiter sodann, ihr Brüder: ein Mönch hat sich selber also zu erforschen: ›Bin ich etwa listig und gleißnerisch?‹ Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung erkennt: ›Freilich bin ich listig und gleißnerisch‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung erkennt: ›Nein, ich bin ohne List, ohne Gleißnerei‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Weiter sodann, ihr Brüder: ein Mönch hat sich selber also zu erforschen: ›Bin ich etwa störrisch und eitel?‹ Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung erkennt: ›Freilich bin ich störrisch und eitel‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung erkennt: ›Nein, ich bin ohne Starrsinn, ohne Eitelkeit‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Weiter sodann, ihr Brüder: ein Mönch hat sich selber also zu erforschen: ›Hab' ich etwa nur für das vor Augen Liegende Sinn, greif ich mit beiden Händen zu, lass' ich mich schwer abweisen?‹ Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung erkennt: ›Freilich hab' ich nur für das vor Augen Liegende Sinn, greife mit beiden Händen zu, lasse mich schwer abweisen‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von ebendiesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung erkennt: ›Nein, ich habe nicht nur für das vor Augen Liegende Sinn, greife nicht mit beiden Händen zu, lasse mich leicht abweisen‹, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Wenn da der Mönch, ihr Brüder, bei seiner Erforschung etwa alle diese bösen, schlechten Dinge an sich merkt, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, um Befreiung von eben allen diesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung etwa keines von allen diesen bösen, schlechten Dingen mehr finden kann, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.

»Gleichwie etwa, Brüder, ein Weib oder ein Mann, jung, frisch, gefallsam, in einem Spiegel oder in einer reinen lauteren, hellen Wasserfläche das Bild des eigenen Antlitzes prüfend betrachtet, und wenn sich da irgend ein Fleck oder Schmutz zeigt, ebendiesen Fleck oder Schmutz zu beseitigen sucht; doch wenn sich da kein Fleck oder Schmutz zeigt, eben darum erfreut ist, ›Heil mir, ich bin rein‹: also nun auch, ihr Brüder, hat da ein Mönch, der bei seiner Erforschung etwa alle diese bösen, schlechten Dinge an sich merkt, um Befreiung von eben allen diesen bösen, schlechten Dingen zu kämpfen. Wenn aber, Brüder, der Mönch bei seiner Erforschung etwa keines von allen diesen bösen, schlechten Dingen mehr finden kann, so hat ein solcher Mönch, ihr Brüder, ebendiese sälig heitere Übung im Guten Tag und Nacht zu pflegen.«

Also sprach der ehrwürdige Mahāmoggallāno. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des ehrwürdigen Mahāmoggallāno.

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