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Die Rebächle

Hermine Villinger: Die Rebächle - Kapitel 3
Quellenangabe
typefiction
authorHermine Villinger
titleDie Rebächle
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
printrunSechste Auflage
year1911
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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projectiddea8d567
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III

»Wenn ihr nicht schreit, sollt ihr ein Geheimnis erfahren,« sagte Leithammel, lang aufgeschossen jetzt, mit Bewegungen wie ein Junge.

Ihr Blick glitt über die aufhorchenden Schwestern hin, die fragend von den großen Bettüchern aufsahen, in die sie Stücke setzen sollten.

»Ist's was Gutes, Leithammel?« ertönte die Stimme der Unnütz.

»Nein, was Schlimmes.«

Der Mund der Aeltesten zuckte. Sie gab sich alle Mühe, festzubleiben.

»Das letzte Stück Wald verkauft,« preßte sie zwischen den Zähnen hervor.

Nun schrien sie doch auf, alle miteinander.

Unnütz, wie immer bei einer Gemütsbewegung, wollte auf und davon laufen. Sie kam aber nicht vom Fleck, da sie ihre Schürze mit dem Leintuch zusammengenäht hatte. Wie eine Verzweifelte suchte sie sich loszureißen. Es wollte nicht gehen. Da fing sie an zu lachen, lachte wie toll, während ihr Krabb die Schürze auszog und diese behutsam vom Leintuch trennte.

»Still!« fuhr Leithammel die jüngere Schwester an, »wie kannst du so lachen – vielleicht wird uns eines Tages noch Rebach verkauft.«

»O nein, nein!« schrie Unnütz, »Großmama wird uns helfen –«

»Großmama kann sich doch nicht zu Tode spielen,« wies sie Leithammel zurecht.

»Es ist gewiß nicht so traurig,« begehrte Unnütz auf, »ich frage Mademoiselle –«

Leithammel hielt die Schwester fest:

»Du weißt doch, daß sie Papa pflegt – er hat wieder seinen Jagdschnupfen –«

Sie lachte bitter auf.

Dann trat Stille ein. Unbeschreiblich schwer lag's auf all diesen über die Arbeit gebeugten jungen Häuptern.

Plötzlich krähte eine süße Kinderstimme lustig auf – die Stimme des jüngsten Schwesterleins, das mitten auf dem Tisch auf einem Kissen saß.

»Mondkälble« hatte es Großmama getauft, weil das Kind ganz die flache, niedrige Stirn des Vaters hatte.

Bei dem Gejauchze waren die Schwestern plötzlich wie erlöst aus ihrer Versunkenheit aufgefahren. Aller Hände griffen nach den Zipfeln des Kissens, das sie mitsamt dem Liebling hurtig auf dem Tisch hin und her zogen, um das jauchzende Kind umschichtig mit Küssen zu bedecken.

Es hatte der Mutter das Leben gekostet. Alice war nach der Geburt ihrer sechsten Tochter still und müde aus dem Dasein geschieden.

Mit ihr war keine Mutter gegangen, die ihren Kindern unumgänglich nötig gewesen wäre. Und doch, so wenig diese Frau geleistet, sie war der Halt ihres Mannes gewesen, der nach ihrem Tode nur noch zwischen Trinken und Jagen und bösen Katarrhen sein Leben hinbrachte. Gab's keine Jagd, langweilte er sich sträflich in seinem großen, einsamen, ewig mit Tabakrauch durchschwängerten Speisezimmer. Er hätte nur über den Gang zu gehen brauchen, da war Leben und Heiterkeit genug, und junge, liebebedürftige Herzen hätten ihn jauchzend in ihren Bannkreis gezogen. Aber davon wußte er nichts, daß man sich zu seinen Kindern setzt und mit ihnen froh ist. Ein Vater war nach seiner Meinung nur zum Tadeln da. Eine andre Erinnerung hatte er ja auch von seiner eignen Jugend nicht. Mama bezahlte ihm heimlich die Schulden, Papa machte ihm den Rost herunter wegen seiner schlechten Zensuren.

Erschien Großmama auf der Bildfläche, legte sich der Baron unwiderruflich zu Bett. Der Anblick dieser immer gleich frischen, lebtüchtigen Frau irritierte ihn im höchsten Grade. Manchmal aber, wenn sie gegangen war, überkam ihn ein plötzliches Gefühl der Verantwortlichkeit, und er hielt bei Tisch eine längere Rede an seine Nachkommenschaft von den Verpflichtungen, die ihnen der Name Rebach auferlege, daß sie dieser Verpflichtungen stets eingedenk zu sein hätten und sich durch nichts in ihrem Stolz irre machen lassen dürften.

Im übrigen kümmerte er sich nicht im geringsten um seiner Kinder Tun und Treiben, ob sie gesund oder krank waren – wer sie kleidete, ob sie satt zu essen hatten. Dem allem stand er so fern, als lebe er wirklich im Mond. Dafür kannte er den Bestand der Wälder und der Jagd auf das genaueste, und die Bauern, an die er seine Waldungen verkauft, fühlten sich geehrt, einen Baron zum Jagdgenossen zu haben.

Der Schullehrer hatte an einem uralten, aber handfesten Lehnstuhl eine kleine Deichsel und Holzräder angebracht. In diesem sie köstlich dünkenden Fahrzeug holten nun die Rebächle ihre Großmama an der Bahn ab. Denn Poppinante war eines Tages zum Schmerze aller an Altersschwäche gestorben.

»Kinder, ihr seid die beschte Rößle auf der Welt,« sagte Mama Grossi, »ich prahl immer in der Residenz: auf 'm Land fahr ich vierspännig. So gut hab ich's nur bei euch.«

»Wir wollen zu dir kommen und dich alle Tage ins Theater fahren, Großmama,« schlug Unnütz vor.

»Ueber das holperig Pflaster,« rief Mama Grossi aus, »da wolltet ihr euch vergucke! So eine Equipag' war auch ein bißle zu auffallend in der Residenz.«

»Das macht doch nichts,« meinte Unnütz.

»So, wenn uns die Gassenbuben nachrennen?« fragte Leithammel.

»Du wirst mit allen fertig,« gab ihr die jüngere Schwester voll Zuversicht zur Antwort.

Leithammel lachte: »Sie meint, überall auf der Welt sei's wie in unserm Dorf.«

Leithammel war in der letzten Zeit wiederholt wochenlang bei Großmama in der Residenz gewesen. Sie lebten im Komplott miteinander, die beiden. Großmama bildete ihre Aelteste in aller Stille zur Künstlerin aus.

Wenn schon Leithammel in ihrem äußeren Gebaren die gleiche geblieben war, in ihren Augen, die immer kühn und weitschauend waren, tauchte nun plötzlich noch etwas andres auf – etwas wie ein Aufsichbesinnen, als habe sie ihren Haltpunkt gefunden.

Sie zog sich von ihren Schwestern zurück und richtete sich eine kleine Stube für sich allein ein. Droben im Schwalbennest nahm sie ihre Rollen vor.

Hesperus hatte plötzlich aufgehört, der Held ihrer Träume zu sein. Sie vernachlässigte den früher so geliebten Lehrer nun vollkommen, um der Ferdinande und Romeos willen, mit denen sie jetzt im Geiste verkehrte.

Nachdem der Baron sein letztes Stück Wald verkauft hatte, erklärte Großmama:

»Jetzt isch keine Zeit mehr zu verliere, du kommsch für den ganze Winter zu mir. Leithammel –«

Freilich, das Unnützlein! – Mademoiselle hatte zu viel mit der Kleinsten und dem so oft bettlägerigen Baron zu tun, um Unnütz gehörig überwachen zu können. Immer war Leithammel bisher hinter der kleinen Landstreicherin her gewesen. Einmal hatte Leithammel die jüngere Schwester nach langem Suchen spät abends in der Nähe einer Seiltänzerbude gefunden. Die Leute gaben ihre Vorstellung beim Lichte rotleuchtender Fackeln. Abseits, hinter dem mit einem Leinendach überspannten Wagen, stand Unnütz mit einem Bündelein im Arm.

Auf die Frage der Schwester: »Was tust du hier?« gab sie zur Antwort:

»Ich hab' mich zum Seiltanzen verdingen wollen. Es ist so wunderschön, im roten Licht zu tanzen. Jetzt trau' ich mich nicht –«

Immer fehlte ihr der Mut vor dem letzten Schritt, und immer war bisher die Schwester als rettender Engel erschienen, um Unnütz ihrem Abenteuer zu entreißen.

Diese verfaßte in letzter Zeit ellenlange Gedichte, die alle mit »O Hesperus« anfingen. Im Stall, der ehemaligen Wohnstätte Poppinantens, hatte sie ihren Schlupfwinkel. Als Tisch diente ihr die alte, wurmstichige Futterkiste, in deren Inneres Unnütz all ihre Liebeslieder versenkte.

Auch sie war hochaufgeschossen, nur viel schlanker noch als Leithammel und biegsamer. Ihre Haare waren nicht von dem leuchtenden Braun der Schwester, sondern von einem matten, oft wie mit Silber übergossenen Aschblond. Während Leithammel ganz Energie, ganz Lebenskraft war, schien Unnützlein gleichsam nur um seiner Eindrücke willen da zu sein. Scheu wich sie vor allem zurück, was die Heiterkeit ihrer Seele stören konnte; und was sie ängstigte, waren's Träume oder Wirklichkeiten, sie flüchtete immer zur tatkräftigeren Schwester. Trotzdem hatte diese wenig oder gar keinen Einfluß auf Unnütz. Diese erzählte nach wie vor Geschichten, die nicht wahr waren, und wenn Leithammel, was öfters des Abends geschah, im Nachthemd bei ihren Schwestern erschien, um sie in einer feurigen Rede zu ermahnen, doch um Gottes willen etwas Tüchtiges zu werden, damit sie eines Tages imstande seien, ihr geliebtes Rebach zu erhalten – Unnütz schlief sorglos ein, während die Schwestern in heller Angst um ihre Heimat das Blaue vom Himmel versprachen.

Auf diese Weise waren allgemach aus den farblosen Georginen brave, tüchtige Arbeiterinnen geworden, die den Kleiderbedarf für sich und die Schwestern anfertigten. Und groß war die Freude im Haus, als an Mondkälbles weißem Kleidchen eines Tages jene Spitze prangte, die die selige Mama vor so langer Zeit angefangen und niemals fertiggebracht hatte.

Großmama aber sagte mit Genugtuung: »Aus Leithammel und den Georgine wird was, Gott sei Dank, und auch aus Krabb. Der Lehrer hat zwar gesagt, sie sei die Unbegabteste von alle und glotz ihn an, daß er ihr am liebste hundertmal am Tag den Schwamm an den Kopf schmeiße möcht – besonders in der Geographie – Aber im Garte gedeih ihr jedes Pflänzle, und mit ihrem Obst könnt sie Staat mache – Immer wieder ein Ausblick, Cassalele, was liegt an der Geographie – Wenn sie mir nur g'rate, wenn mir nur meine Rebächle g'rate – einerlei was sie ergreife – Freilich, 's Unnützle –«

Großmama seufzte. Sie hatte ihren Liebling schon zum öftern mit in die Residenz genommen. Es war nicht gut ausgefallen. Unnütz erschien Großmamas Stadtwohnung wie ein Käfig. Sie haßte die Gasse mit den wohlgekleideten Menschen und versteckte sich, wenn Besuch kam. Sie lief mutterseelenallein in den Hardtwald, kam nicht heim, und Großmama mußte ihre sämtlichen jungen Verehrerinnen aussenden, um das Unnützlein zu suchen. Nach ein paar Tagen wurde das Kind blaß, wollte nicht essen, weinte in der Nacht und mußte über Hals und Kopf nach Rebach zurückbefördert werden.

»Wir nehme halt einmal 's Unnützle zu uns, Cassalele,« tröstete Großmama die Französin, die über das Kind geseufzt hatte, »wir habe's dann freilich ein bißle knapp, wenn ich von meiner Pension lebe muß, aber lieber in der Residenz hungere, als auf 'm Land im Ueberfluß lebe –«

»Sie vergessen immer Mondkälble, Madame,« erinnerte die Französin.

»Des,« rief Mama Grossi aus, »denk an mich – des heiratet mit siebzehn – das hab ich ihm schon in der Wieg ang'sehe – so e appetitliche Krott habe die Männer gern. Weißsch,« setzte sie seufzend hinzu, »Leithammel und Unnütz, das sind keine bequeme Mädle – die gebe was zu rate auf – die Männer aber habe's gern bequem –«

Wie immer nach solcher Aussprache holte Mademoiselle ein gewisses Kleid aus ihrem Koffer hervor, um es genau auf seinen Wert hin zu prüfen, denn dieses Kleid, das sie so sorgfältig verwahrt hielt, wollte sie tragen, wenn sie einst an der Seite ihrer geliebten Madame durch die Straßen der Residenz ging.

Inzwischen waren die gelblichen Wangen der Französin noch um einen Schatten gelber geworden, ihr Rücken um ein Teil schiefer, und ihre Stimme hatte vollends allen Klang verloren. Trotzdem erschien Mademoiselle nach wie vor jeden Sonntagnachmittag mit dem dunkelblauen Heftchen, das die règles de civilité enthielt, unter ihren Zöglingen. Sie strich sich den ergrauten Scheitel glatt, hüstelte und begann, indem sie mit einem dünnen Stäbchen auf den Tisch schlug: »Mesdemoiselles, attention s'il vous plaît! II faut toujours sortir le petit doigt –«

Daß die Rebächle, die diese Anstandsregeln seit ihrer frühsten Kindheit mit angehört hatten, des Heftes Inhalt immer mit Geduld über sich ergehen ließen, dafür sorgte Leithammel. Sie selber hörte zwar längst nicht mehr zu, sondern repetierte im Innern ihre Rollen, wehe aber jeder der Schwestern, wenn sie gegähnt oder auf sonst eine Weise ihre Langweile kundgegeben hätte – Leithammels lange Arme waren immer bereit, ein strafbares Haupt zu züchtigen.

Vor ihrer Abreise nahm sie noch Unnütz vor und hielt ihr eine lange Rede. Mit dem Herumstreifen sei's jetzt aus, sie müsse arbeiten. An Krabb solle sie sich anschließen. Der Lehrer habe sich angeboten, die Erträgnisse des Rebachschen Gartens mit seinen eignen an Händler zu verkaufen.

»Krabb,« sagte Leithammel, »ist viel jünger als du; es wäre eine Schande, wenn du ihr nicht bei der Gartenarbeit behilflich sein wolltest.«

Unnütz schüttelte den Kopf: »Ich will nicht den ganzen Tag Erde an den Händen haben.«

»Aber ist dir denn gar nichts an Rebach gelegen,« schrie Leithammel, »hast du denn keine Angst, wir könnten die Heimat verlieren?«

»Nein, wir verlieren sie nicht.«

»Wie kannst du das wissen?«

Unnütz zuckte mit einer sorglosen Gebärde die Achsel, ganz wie Großmama.

Sie weinten alle, als Leithammel in einem Kleid der seligen Mama und einem Hut, den die Georginen aufgeputzt, in den Zug stieg. Ganz unbeschreiblich verlassen kamen sich die Rebächle ohne ihren Leithammel vor. Wie von einem Begräbnis kamen sie von der Bahn zurück.

Aber welch seltsames Aufatmen ein paar Tage nach Leithammels Abschied! Niemand, der mehr Ohrfeigen austeilte, der die Größeren an ihre Pflichten mahnte und die Kleineren an ihre Schulaufgaben.

Krabb hatte den ganzen Tag erdige Hände und blieb dem Lehrer jede Antwort schuldig. Unnütz ließ alle übrigen Aufgaben sein und exzellierte nur noch im Aufsatz.

»Sie macht hervorragende Aufsätze,« sagte Hesperus zu Großmama, »aber leider voll orthographischer Fehler.«

»Das macht nix,« erklärte Mama Grossi, »das hat sie von mir. Bin doch was Rechts worde.«

Der Lehrer seufzte: »Ach, Leithammel, Leithammel kommt keine der Schwestern gleich –«

Solange Leithammel aber auf der Schulbank saß und ihren Hesperus anschwärmte, hatte dieser nur Sinn für die schöne Großmama gehabt. In die Residenz fahren, bei der gefeierten Künstlerin Kaffee trinken und sie des Abends spielen sehen – war das Ziel seiner Sehnsucht.

Nun war plötzlich Leithammel sein Abgott, und die ihren kurzen Röckchen entwachsende Unnütz schwärmte für den behäbig gewordenen Hesperus, der seinerseits alle zarten Andeutungen in den Aufsätzen seiner Schülerin unverstanden an sich vorübergehen ließ.

Sie grämte sich jedoch nicht. Jemand mußte geliebt werden, und da sonst niemand da war, traf's den Lehrer. Im übrigen führte Unnütz seit dem Weggang der Schwester erst recht ein Vagabundenleben. Zuweilen des Abends, wenn sie sich droben auf der Burg, im Schwalbennest, oder drunten im Stall bei ihrer Kiste voller Geheimnisse gar so sehr verträumte, kam plötzlich Krabb angestampft und holte die Träumerin heim. Untertags aber, nach der Schule, vermochte sie kein Mensch von ihren Streifereien zurückzuhalten.

Sie kannte Stellen im Wald, von wo aus sie schlanke Rehe mit ihren Kitzlein in fernen Lichtungen auftauchen und behaglich äsen sah. Hirsche mit gewaltigen Geweihen spazierten aus einem ins Abendrot getauchten Weg, äugten einen Augenblick in die Ferne und verschwanden. Rotleuchtende Eichhörnchen liefen an den Stämmen der Bäume empor, und in den jungen Zweigen sangen die Vögel ihr Frühlingslied.

Unnütz sah den Wald üppiger werden, daß durch das dichte Blätterwerk kaum die Sonne noch drang. In den herbstlichen Schmuck sah sie ihn hineinwachsen, daß er aussah wie ein Märchen. Ihr Weg war mit Abenteuern übersät. Sie wurde, wenn die Bienen und Hummeln im Frühjahr die Blumen und Blüten umschwärmten, unbewußt von dem Geheimnis des Werdens erfaßt und sah in ihrer Phantasie beflügelte Königssöhne sich hold neigenden Blumenprinzessinnen nähern. Ein Taumel des Glücks konnte sie erfassen, daß sie lachte und schrie und mit ausgestreckten Armen, leichtfüßig wie ein junges Reh, ins Blaue hineinlief.

Oder sie schlenderte Meile entgegen, wenn diese mit ihrem Karren voll Brot die staubige Landstraße einherzog. Immer wieder mußte ihr Meile die Geschichte ihres Lebens erzählen.

»Wie war's,« forschte Unnütz, »wie war's doch, Meile?«

»Heidegale, so war's,« bekam sie zur Antwort, »nie nix g'habt und alleweil fidel –«

Sie war jetzt achtzig, und es ging etwas mühseliger mit dem Karren voran.

»Bigut,« unterbrach sie ihren Gedankengang; »'s will nimmer so recht mit 'm Schnaufe – i muß schnell e Vaterunserle bete, daß es wieder geht –«

Da legte Unnütz Hand an und half ihr den Karren ziehen.

»Hab i's nit g'sagt,« frohlockte Meile, »nur brav bete, glei isch d' Hilf do –«

»Habt Ihr auch so viel gebetet, wie Ihr noch jung war't, Meile?« erkundigte sich Unnütz.

Die Alte schüttelte lachend den Kopf:

»Heidegale, do war i lustig – wo i gange und g'stande bin, hat's g'heiße: Meile, du bisch au e schöns Meideli. – Aber gut hab i's nit g'habt, bei böse Leut war i – mehr Schläg als Brot, und Kinder g'schleppt bis in d' Nacht. D' Muetter hat dient in der Stadt. Aber wie i fünfzehni war, hat sie mi komme lasse. Heidegale, do ware Soldate – do – Bigut,« unterbrach sie sich, »daß i brav 's Maul halt –« und gab sich eins auf den Mund.

Aber damit gab sich Unnütz nicht zufrieden.

»Gelt, Meile, gesteht's nur – ich sag's keinem Menschen, Ihr habt einen gern gehabt?«

Da lachte die Alte, daß sie eine ganze Weile still stehen mußte vor Husten und Schnaufen.

»Und habt geheiratet?« forschte Unnütz weiter.

»Jo, jo,« nickte Meile und nahm ihren Karren wieder auf, »'s isch e feini Hochzit g'si – d' Musik hab i g'macht, und d' Muetter hat den Takt dazu g'schlage –«

»Und habt's Kätterle kriegt,« freute sich Unnütz.

Die Alte sah plötzlich ernst aus.

»Wohl, wohl, 's Kätterle – sell weiß i noch wie heut – von der Schul isch's heimkomme – in d' Stub isch's g'rennt – Muetter, du bisch kei Bravi. – In selbiger Nacht hab i 's Bete g'lernt. – Jo, jo, in selbiger Nacht –«

»Meile,« fragte Unnütz, »was habt Ihr denn Böses getan?«

Die Alte hustete ein Weilchen, dann meinte sie, und ihre Stimme klang ein wenig unsicher:

»Halt d' Arbet g'scheut. – Aber selbigs Mol isch e g'segnets Johr g'si – niemet het Taglöhner g'nug g'habt – da hab i Arbet kriegt, soviel i hab wolle. – Und bet und weiter g'schafft und alleweil bet – und über eimal war mei Kätterle zwanzig, und e braver Mann hat's g'nomme – weil i so viel bet hab – Gott sei Dank!«

Sie schöpfte Atem: »Jetz isch 's Kätterle lang tot; ihr ältster Bub hat's Häusle und e Stub voller Kinder. 's isch nit gut schaffe mit de Junge, und 's isch au nit gut esse mit de Junge, wenn mer keini Zähn mehr hat. Zur Winterszeit luege mer d' Eiszapfe zum Fenster vom Dachstüble rein. Aber, Heidegale, 's isch alleweil wieder Frühjahr worde und d' Märzveigele hän blüht – der lieb Gott isch halt guet.«

Hatte Unnütz einen Kragen um, so schenkte sie ihn dem Meile, oder auch ihr Taschentuch, ihre Schürze. Manchmal lief sie heim und nahm das erste beste, was sie erwischen konnte, vom Tisch oder aus der Kommode, um Meile damit zu beschenken.

Sie schlich auch hinüber ins Speisezimmer und holte aus ihres Vaters Tabaksbeutel eine Handvoll Tabak. Das war für den ehemaligen Bürgermeister.

Täglich fast stand Unnütz vor dem niedrigen Gitter, das den schmalen Garten umsäumte, vor des Bürgermeisters Haus. Sonnenblumen und Levkojen wuchsen hier wild durcheinander und Rosmarin und Goldlack. Zwischen den Sonnenblumen, die sich hoch am Häuschen hinaufrankten, sah man Tag für Tag, zur Sommers- und Winterszeit, das spitze Gesicht des Bürgermeisters. Er trug eine grauwollene Zipfelmütze, rauchte sein Pfeiflein, spuckte und schaute tiefsinnig die leere Dorfstraße entlang.

Unnütz ging nie vorbei, ohne den Bürgermeister zu mahnen:

»Was ist das für eine Geschichte, die Ihr wißt?«

Worauf er den Kopf schüttelte und immer dieselbe, der Fragerin so geheimnisvoll dünkende Antwort gab:

»Rede isch Kopfarbet. Und Kopfarbet isch schwer. Denn mei Geischt isch der Pflug, und der Bode isch hart. Der Bode isch mei eigner Leib.«

In ihrer Not war Unnütz zu Meile gelaufen, was sie denn machen solle, daß der Bürgermeister rede.

Und Meile riet ihr: »Bring ihm halt e Händli voll Tobak, da wird er schon rede –«

Und als der Bürgermeister seinen Tabak hatte, räusperte er sich und begann:

»Item. I war en braver Mann. Dann bin i Bürgermeischter g'si, und d' Macht isch mir zu Kopf g'stiege, und mei Tun war vom Uebel. Jetzt bin i weise wie der König Salomon. Isch aber g'scheiter, mer isch dumm – denke heißt der eige Leib pflüge –«

Der Bürgermeister spuckte, tat einen Zug aus der Pfeife und setzte seine Rede fort:

»Item. Der Alexi Wehrle war der erscht von unsrer Schulbank, der Bürgermeischter worde isch. Hat sein Sach weg g'schafft. – ›Jo, jo, i verstoh‹ – isch sei Antwort g'si – ›Jo, jo, i verstoh –‹ Wenn der Bürgermeister durch d' Gaß geht, gebe sich Hund und Katz die Pfote. So ging die Red. – Da wollt i's anders mache, hab i denkt, das ging mir flotter von der Hand. Der Alexi isch e Schlafhaub mit seim: ›Jo. jo, i verstoh.‹ – Item isch der Huber Louis Bürgermeischter worde bei der nächste Wahl. Au mit uns auf der Schulbank g'sesse. E braver Mann. Wohl, wohl. Kreuzbrav. Jetz hat er glaubt – holla, hat er glaubt, das Geld in der Gemeindekaß isch e Vermöge. – Und isch der Bauteufel in ihn g'fahre. Bums, sind wir in Schulde g'sesse bis über d' Ohre. – Und wieder hab i denkt: ›Da wollt i's anders mache,‹ hab i denkt. ›Da wär i g'scheiter –‹«

Der Bürgermeister versank in Gedanken – Unnütz wartete und wartete. Er sprach kein Wort mehr.

Tags darauf brachte sie ihm eine neue Ration Tabak.

Der Bürgermeister stopfte sein Pfeifchen und schwieg.

Unnütz brachte mehr und mehr. Schließlich kam sie mit einer Pfeife ihres Vaters.

Da fand der Bürgermeister seine Rede wieder.

»Item. I war e braver Mann. Der Jean Baptist Risterer hat sich bigot sehe lasse dürfe. Manchmal eins über de Durscht, das war sei einzigs Sündli – Item. Schau mir doher! Au im Jean Baptist Risterer isch d' Macht in Kopf g'stiege. Er hat nit g'sagt: ›Jo, jo, i verstoh.‹ – Er hat g'sagt: ›So müßt ihr's mache – Und nit anders. Akkurat so, wie's euer Bürgermeischter will.‹ Da hat's g'heiße: ›Der Risterer will d' Welt verbessere. Mir aber wolle beim alte bleibe.‹ Der Bürgermeischter laßt nit locker: ›Ihr müßt nit nur der katholisch, ihr müßt au der protestantisch Kalender lese, dann kennt ihr d' Welt von beide Seite. – Ihr müßt nit nur z'samme sitze und saufe, ihr müßt politisiere lehre. Politisiere isch der Fortschritt.‹ Aber sie habe der Fortschritt nit g'wollt. Sie habe mich abg'setzt und ihren erschte Bürgermeischter wiederg'holt.

Item geh i nimmer vom Fenster weg. Und schau mir jeden Mann druff an: Bisch noch so brav, sag i, bisch noch so tüchtig – Alterle, du weisch drum noch lang nit, wer du bisch, eh du nit au emal Bürgermeischter warsch –

Wann i jetzt noch e Händli voll Tobak krieg,« setzte er nach einer Pause hinzu, »dann kommt noch die Salomonisch Weisheit –«

Die Geschichte hatte ein Nachspiel. Im Herrschaftshaus gab's große Aufregung. Der Baron ging streng ins Gericht. Wer nahm ihm den Tabak aus dem Beutel? Wer hatte ihm die liebste seiner Pfeifen gestohlen?

Im Hof war's, als er Ernestine anfuhr:

»Sie muß es doch wissen – wer kommt sonst in mein Zimmer – irgendein Kerl raucht meinen Tabak – wer ist der Kerl?«

»Himmelherrgottsakrament,« kam es hageldick von Ernestinens Lippen, und der Besen flog, und der Kübel flog, und die ganze Wäsche klatschte in weitem Bogen vor den Baron hin.

Unnütz kam gerade mit ihrer Handvoll Tabak für die Salomonisch Weisheit aus des Vaters Zimmer. Sie hörte Ernestinens Geschrei, merkte plötzlich, um was es sich handelte, und es fiel ihr wie Schuppen von den Augen.

»Ich, Papa,« stotterte sie und hielt ihm die Handvoll Tabak hin, »ich hab' alles genommen – für des Bürgermeisters wunderschöne Geschichte, Papa –«

Der Baron traute seinen Ohren nicht. Er schrie nach Mademoiselle. Er riß Unnütz vor diese und ihre Schwestern hin.

»Das – das ist Ihre ganze Erziehung – eine Rebach, die stiehlt – eine Rebach, die stiehlt –«

Kein Mensch, der den Mut hatte, diesem laut schreienden, sich wie wahnsinnig gebärdenden Mann entgegenzutreten.

Nach der Peitsche griff er, die an der Tür des Kuhstalls hing.

Aber da kehrte Ernestine, die schon das Haus verlassen wollte, zurück.

Mit kraftvoller Hand entriß sie dem Baron die Peitsche.

»Die isch doch für d' Kuh,« sagte die Magd, »Sie müsse nit so tobe, Herr Baron, Sie könne's jo nit vertrage –«

Sie allein wußte von den Schwächezuständen, von denen der Baron in der letzten Zeit immer häufiger heimgesucht wurde. Auch nach dieser Erregung mußte er sich niederlegen.

Die Französin benachrichtigte Großmama, und sie kam mit Leithammel.

Zum Baron durfte Mama Grossi, wie gewöhnlich, nicht hinein, aber sie suchte Unnütz, die nicht zur Bahn gekommen war und wie ein krankes Tier sich immer verkroch, wenn ihrem Herzen ein Leid geschehen.

Sie kniete im Stall vor der Futterkiste, ein eben unter Tränen angefangenes Gedicht:

Wenn ein edler Vater schwingt die Peitsche
Ob des schuldbeladnen Kindes Haupt –

lag vor ihr.

Schluchzend suchte sie einen Reim auf Peitsche. Da trat Großmama in den Stall. Sie nahm, ohne ein Wort zu sagen, auf der Futterkiste Platz und zog das weinende Mädchen auf die Knie. Nachdem sie es herzlich geküßt hatte, meinte sie ganz lustig, als handle es sich um nichts weniger als um ein Verbrechen:

»Du, Unnützle, was hasch denn eigentlich mit dem Tabak und mit dere Pfeif g'macht?«

»Und Unnütz erzählte: »Dem Bürgermeister hab' ich's gebracht, alles hab' ich ihm gebracht. Er hat mir dafür die wunderschöne Geschicht vom Item erzählt. Umsonst hätt' er's nicht getan.«

Großmama barg einen Augenblick das Gesicht in dem vollen Haar des Lieblings. Dann meinte sie:

»Aber gelt, jetzt weißsch's, man nimmt nit grad so mir nix, dir nix Sache weg. Bisch schon so e lange Stang, Unnützle – 's wär Zeit, daß du anfingsch zu denke –«

»Oh, ich denke, Großmama, ich denke viel,« versicherte Unnütz, »steh nur auf, ich will dir's zeigen.«

Großmama erhob sich, und Unnütz öffnete die Futterkiste.

»Alles Gedichte von mir, Großmama –«

Stockend, mit glühenden Wangen, gab Unnütz ihr Geheimnis preis.

»Aber bitte, nicht lesen, Großmama –«

»Da sei Gott vor,« meinte diese, »e ganze Kischt voll Gedichte. – Kannsch ruhig sein, Mädele.«

Und Unnütz vertraute ihr an: »Ich wollte ein großes Verzeihungsgedicht an Papa richten, – ach, Großmama, Großmama, glaubst du, daß er mir verzeiht –?«

»Ha, natürlich, er hat ja schon alles vergesse, kannsch wieder ganz vergnügt sein, Unnützle –«

Im Laufe des Winters erkrankte der Baron an einer neuen Erkältung, der seine schwachen Kräfte nicht mehr gewachsen waren.

In tiefer Trauer geleiteten die sechs Rebächle ihren Vater zur letzten Ruhestätte. Sie beweinten ihn aufrichtig. Eng zusammengedrängt saßen sie nach dem Begräbnis in ihrem Kinderzimmer und sprachen von ihm als dem besten der Väter, obgleich sie nun wußten, daß er, zu dem Verkauf der Waldungen hin, auch noch fünftausend Mark auf das Herrschaftshaus aufgenommen hatte.

Nur Krabb, die alle Dinge von der praktischen Seite ansah, meinte plötzlich mitten in all die Trauer hinein:

»Wozu hat man denn eigentlich Eltern?«

Leithammel war voll Selbstherrlichkeit. Sie erklärte den Schwestern, daß sie überzeugt sei, es ganz allein zustande zu bringen, Rebach freizumachen. Nach ihrer Ausbildung wolle Großmama mit ihr gastieren. Da müsse ja das Geld zu Tausenden zufließen.

Die Georginen, voll Neid, erklärten, sie brauchten nur erst in einem großen Konfektionsgeschäft eingetreten zu sein, dann könnten auch sie ihr Scherflein zur Erhaltung der Heimat beitragen.

Die noch nicht zwölfjährige Krabb bemerkte altklug: »Ich verdiene schon jetzt, da mir der Lehrer mein Obst und mein Gemüse nach der Stadt verkauft. Er sagt, mit der Zeit könnte ich Hunderte verdienen.«

Unnütz allein saß versonnen da, während die Schwestern sich um ihre Heimat sorgten.

Nicht nur, daß sie für diese nichts tat, sie führte ihr auch noch eine neue Last zu, indem sie sich's nicht nehmen ließ, Meile im Gutshause unterzubringen.

Unnütz hatte die nun schon über Achtzigjährige angetroffen, wie sie eben unter der Last ihres Karrens mitten auf der Landstraße zusammenbrach. Sie half der Alten auf die Beine, aber obgleich diese sich wieder aufraffte, den Karren vermochte sie nicht mehr zu schieben. Unnütz schob ihn bis zum Bäcker.

Das Meile jammerte:

»Die werde bös schaue daheim, wann i kei Arbet mehr tu kann –«

Da sagte Unnütz: »Jetzt kommst du zu uns, Meile, und ruhst dich von der Arbeit aus.«

In einer Kammer überm Stall, da saß nun das Meile und betete den ganzen Tag. Vor ihr auf dem Tisch stand ein Kruzifix mit einem brennenden Lichtstümpchen. Fortwährend zählte sie alle die Gnaden auf, die ihr während ihres langen Lebens zuteil geworden waren. Nur ein einziges Anliegen hatte sie noch auf dem Herzen: die unwirsche Ernestine sanft zu beten.

Denn da Meile ihrer gichtkranken Füße wegen die Kammer nicht mehr verlassen konnte, war Ernestine genötigt, der Alten das Essen zu bringen. Das ging der Magd gegen die Ehr. Denn bei ihr allein hatten die Ermahnungen des Barons an seine Töchter, ihren Namen hochzuhalten, Früchte getragen. Ernestine redete nie ein Wort mit den Bauern im Dorf, pflegte jeden Sonntag das Grab des seligen Barons, und ihre ständige Rede war:

»Ich und der selig gnädig Herr, wir habe uns halt verstande –«

Unnütz aber saß beim Meile und betrachtete mit verwunderten Augen das kleine, zusammengeschrumpfte, über und über mit Falten bedeckte Gesichtchen. Sahen nicht ganz so auch die kleinen Kinder aus, kurz nachdem sie auf die Welt gekommen waren? Ja, auch die jungen Birken im Wald machten in ihrem letzten herbstlichen Schmuck genau den Eindruck wie in ihrem ersten Frühlingskleid –

Alle diese Wahrnehmungen, die Unnütz beschäftigten und über die sie grübelte, kamen in ihren Aufsätzen zutage, die der Lehrer mit immer größerem Staunen las. Dies junge Mädchen sprach oft Dinge aus, die weit, weit über ihre Jahre hinausgingen. Ebenso oft aber kam es vor, daß sie weniger klug war als das kleinste Dorfmädchen.

Unnütz war kein Schulkind mehr, sie nahm nur den Unterricht in der deutschen Sprache fort.

So geschah es, daß dem Lehrer Leithammel ferner und ferner rückte, weil die schlanke Unnütz mit ihren Märchenaugen es ihm angetan.

Diese aber richtete ihre Gedichte jetzt an eine wunderbare, unbekannte Seele, die irgendwo in der Welt herumirrte und nach der ihren suchte, und der früher so oft und heiß von ihr besungene Hesperus war zum gewöhnlichen Sterblichen herabgesunken.

Dafür war aber jetzt Krabb, die Unbegabte, in jene Jahre gekommen, in denen sich ein junges Mädchenwesen nach einem Helden umsieht. Und wenn die kleine Dicke mit ihren erdigen Händchen auch keine Gedichte verfaßte, so war ihre Liebe und Bewunderung für den Lehrer vielleicht um so nachhaltiger.

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