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Die Rache des Mestizen

Friedrich Strubberg: Die Rache des Mestizen - Kapitel 31
Quellenangabe
typefiction
authorArmand (Strubberg, Friedrich)
titleDie Rache des Mestizen
publisherim Auftrag hergestellte Sonderausgabe
pages194
correctorhille@abc.de
secondcorrectorGerd Bouillon
senderwww.gaga.net
created20060522
projectid955595cb
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Falsches Spiel

Zwei Abende darauf saß Ralph Norwood am Lagerfeuer Tallihadjos. Er berichtete, daß die Regierung durch die Friedensverhandlungen mit den Seminolen nur ein paar Jahre Zeit gewinnen wolle, in denen sie rings um das Indianergebiet Forts anlegen und mit Truppen besetzen werde. Dann würden sie plötzlich von allen Seiten losschlagen und die Seminolen in die Sümpfe jagen. Er könne nur raten, möglichst bald den Krieg zu beginnen.

Ralph riet ihm, den Kampf nicht eher zu eröffnen, bis er von ihm einen Wink erhalten habe. Er bleibe jetzt in Tallahassee und werde ihn von allen Bewegungen und Unternehmungen der Weißen ständig unterrichten. Das Indianerblut habe in ihm über das weiße gesiegt.

Nachdem die Beratung beider beendet war, rief Tallihadjo seinen Sohn Tomorho und die Frauen ans Feuer heran.

Tallihadjo erzählte aus seinen jungen Tagen, wie er auf der Bärenjagd Tom Norwood, dem Vater Ralphs, das Leben gerettet hatte. Dabei spielte er mit seinen kleineren Kindern. Als die Zeit des Schlafens gekommen war, ließ der Häuptling für den Gast die besten Felle am Feuer ausbreiten. Ralph schlief bereits eine Weile, da saß er noch und starrte in die auf- und abzüngelnden Flammen.

Geräuschlos trat Onahee zu ihm und berührte seine Schulter. Ein Kopfnicken rief ihn. Sie ging ihm voran nach dem Ufer des rauschenden Flusses.

»Du hast Ralph dein Herz geöffnet und in seine Hand das Geschick der Seminolen gelegt«, sagte sie ernst. »Eine Schlange in deiner Hütte ist gefährlicher als tausend im Walde!«

»Ralph ist der Sohn meines Freundes Tom.«

»Der junge Panther würgt bei der Beute seinen eigenen Vater, wenn er stark genug ist!«

»Ralphs Mutter war eine Seminolin, ist er nicht ein halber Indianer?« meinte Tallihadjo mit leichtem Zweifel.

»Die weißen Menschen hassen die roten, und Ralph haßt diese doppelt, weil sie schuld sind, daß seine Hautfarbe nicht so bleich ist, wie die des Volkes, bei dem er lebt. Er ist ein Bastard!«

»Er zählt sich nicht zu den Weißen, er dient ihnen nur zum Schein, um uns zu helfen.«

»Und wenn er dir nur zum Schein dient und dich an die Bleichgesichter verrät?«

»In deinem Herzen ist es finster, Onahee, wie in der Nacht, wo uns alles schwarz erscheint! Der Sohn meines alten Freundes, dem ich hier eine Heimat sicherte, kann nicht zum Verräter an mir und dem Volk werden, dem er Heimat und Dasein verdankt.«

Tallihadjo wandte sich nachdenklich zum Lager zurück. Schweigend folgte ihm Onahee, das Herz voller banger Angst. Aber sie wußte, daß jede weitere Widerrede vergebens war.

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