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Die Rache des Mestizen

Friedrich Strubberg: Die Rache des Mestizen - Kapitel 24
Quellenangabe
typefiction
authorArmand (Strubberg, Friedrich)
titleDie Rache des Mestizen
publisherim Auftrag hergestellte Sonderausgabe
pages194
correctorhille@abc.de
secondcorrectorGerd Bouillon
senderwww.gaga.net
created20060522
projectid955595cb
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Lafayette in Baltimore

Amerika rüstete sich zum Empfang des greisen Lafayette. die Fregatte »Brandywine« – so genannt zum Gedächtnis an das Gefecht, in dem einst der junge Freiheitskämpfer verwundet wurde – war bereits nach Frankreich gesandt worden, um Lafayette abzuholen. Inzwischen beriet in allen Staaten der Union das Volk, wie man den gefeierten Besuch am würdigsten ehren könne.

Anläßlich dieser Wahl sahen sich Ralph Norwood und Frank Arnold in dem kleinen georgischen Settlement unweit ihrer Besitzungen zum ersten Mal wieder. Viele hundert Bewohner aus der Umgegend hatten sich eingefunden und standen in Gruppen vor dem Gerichtsgebäude, als Ralph in eleganter schwarzer Kleidung auf edlem Pferde, gefolgt von einem Neger als Reitknecht, herangeritten kam. Von allen Seiten wurde er begrüßt, denn er war in kurzer Zeit eine bekannte Persönlichkeit geworden.

Die New Yorker Versicherungsgesellschaft hatte anstandslos zwanzigtausend Dollar für die »Tritonia« an Ralph ausgezahlt. Dieser hatte sich sofort eine Anzahl Negersklaven gekauft und sie an die Feldarbeit gesetzt, hatte seine alte Hütte neu eingerichtet und mit dem Bau eines neuen zweistöckigen Holzhauses begonnen. Auch zeigte er sich seitdem oft in dem Settlement und in Tallahassee, wo er sich Freunde suchte und in den Trinkhäusern immer sehr freigebig war. Er bot alles auf, um eine politische Rolle spielen zu können.

So rechnete Ralph bestimmt damit, daß er zum Vertreter für den Lafayette-Empfang gewählt würde. Als der Sheriff den Beginn der Wahl verkündete, schritt er selbstbewußt in das Gerichtsgebäude, um seinen Wahlzettel abzugeben.

Als Ralph die Treppe vom Wahlzimmer herunterkam, begegneten ihm Frank Arnold und sein Vater, die im Gegensatz zu ihm ihre gewohnte Pflanzertracht trugen. Er schritt an ihnen vorüber, ohne sie einer Beachtung zu würdigen.

»Dieser Schuft!« sagte Frank halblaut. »Ein Wort von mir könnte ihn verderben! Daß er mich nicht grüßt, ist mir nur angenehm! Aber daß er dich nicht kennen will, wo er dir so viel zu verdanken hat, ist schändlich! Am liebsten möchte ich ihm nach und...«

Doch der Alte beruhigte den Sohn. Schweigend sahen beide zu wie Norwood während des Mittagessens im Gasthause von Dennis eine Flasche Wein nach der andern springen ließ.

»Lafayette, Frankreich und die Freiheit Amerikas!« toastete er unter Beifallstürmen.

Um so enttäuschter war Ralph, als später das Ergebnis der Wahl bekanntgegeben wurde. Sein Name wurde unter den gewählten Abgeordneten nicht verlesen, dagegen befand sich Frank Arnold mit einer großen Stimmenmehrheit darunter. Während Frank allseits beglückwünscht wurde, machte sich Ralph schnell auf den Heimweg, wobei er seinem Pferd wütend die Sporen in die Seite stieß.

»Ich hatte keine Lust, mit dem falschen Kerl, dem Arnold, zusammen als Abgeordneter nach New York zu reisen«, erklärte er daheim Eloise. »Er und sein Vater zogen die Leute fast mit Gewalt in die Kneipen, um sie zu traktieren. Darum bat ich meine Freunde, nicht für mich zu stimmen.«

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