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Die Presbyterianer

Walter Scott: Die Presbyterianer - Kapitel 11
Quellenangabe
authorWalter Scott
titleDie Presbyterianer
publisherG. Grote'sche Verlagsbuchhandlung
year1876
translatorBenno Tschischwitz
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160926
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Kapitel IX

Stieg ich mit Dir denn in den Nachen ein,
Zu schaukeln nur im Sommersonnenschein?
Soll ich vom Schiff hinweg zum Ufer streben,
Wenn Wogenschwall und Stürme sich erheben?

Prior.

Während Lady Margarethe mit dem hochadligen Dragonersergeanten das obige Gespräch pflog, beehrte ihre Enkelin, die ihrer Großmutter Begeisterung für alles, was dem königlichen Blute entstammte, in etwas geringerem Grade theilte, den Sergeanten Bothwell bloß mit einem einzigen Blicke, der ihr eine große gewaltige Gestalt mit rauhen, harten Zügen zeigte, in denen sich Stolz, sorgenloser Leichtsinn und Unzufriedenheit mischten. Die andern Soldaten fesselten ihre Aufmerksamkeit noch viel weniger; von dem Gefangenen dagegen, obgleich er eingehüllt und vermummt war, konnte sie unmöglich ihr Auge wenden. Sie tadelte sich selbst darüber, daß sie einer Neugierde nachgab, die dem Gegenstande derselben unangenehm zu sein schien.

»Ich möchte wohl wissen, wer dieser arme Mensch ist,« sagte sie zu Jenny Dennison, ihrer Dienerin.

»Ich dachte das eben auch, Fräulein Editha; aber Cuddie Headrigg kanns nicht sein, der ist schlanker und nicht so stark.«

»Vielleicht,« fuhr Fräulein Bellenden fort, »ist es einer von unsern armen Nachbarn, für dessen Schicksal wir Ursache hätten, etwas zu thun.«

»Ich kann bald erfahren, wer's ist,« sagte die kecke Jenny, »wenn die Reiter nur erst in Ruhe sind und sich's bequem machen. Den einen davon kenne ich recht gut, den hübschesten und jüngsten.«

»Ich glaube, Du kennst alle jungen und müßigen Bursche in der Umgegend,« erwiderte ihre Gebieterin.

»O nein, Fräulein Editha, so weit dehne ich meine Bekanntschaften doch nicht aus. Natürlich muß unser eins zuletzt die Leute am Gesicht kennen lernen, wenn sie immer stehen und Maulaffen feilhalten, und einen in der Kirche und auf dem Markte anstieren. Aber gesprochen habe ich noch wenig junge Leute, die hier im Hause ausgenommen, und die drei Stennisons und Tom Rand und den jungen Müller, und die fünf Howisons in Nethershiels, und den langen Tom Gilry, und – –«

»O, ich bitte Dich, kürze Deine Liste von Ausnahmen ab, die wirklich zu lang zu werden droht; sag mir nur, woher Du den jungen Soldaten kennst.«

»Ei, Fräulein Editha, es ist ja Tom Halliday, der Soldatentom, wie man ihn heißt; er wurde verwundet beim Conventikel von Outerside und lag hier in der Kur. Ich kann ihn bitten um was ich will, der Tom schlägt mir nichts ab, dafür steh ich.«

»So versuch es,« sagte Fräulein Editha, »ob Du eine Gelegenheit findest, ihn nach dem Namen des Gefangenen zu fragen, dann komm in mein Zimmer und sage mir, was Du gehört hast.«

Jenny Dennison entfernte sich mit dem Auftrage, kehrte aber bald mit einem Gesicht zurück, das deutlich zeigte, wie bestürzt sie war, und daß sie an dem Schicksal des Gefangenen den lebhaftesten Antheil nehme.

»Was hast Du?« fragte Editha ängstlich, »ists doch der arme Cuddie?«

»Cuddie, Fräulein Editha? o nein, es ist nicht Cuddie,« schluchzte das treue Kammermädchen, das recht gut wußte, wie viel Schmerz die Nachricht ihrer jungen Gebieterin verursachen mußte. »Ach du lieber Himmel! Fräulein Editha, es ist ja der junge Milnwood selbst.«

»Der junge Milnwood!« rief Editha, bis auf den Tod erschrocken; »es ist unmöglich – rein unmöglich! Sein Oheim hält sich zu den Indulgenzgeistlichen, hat nicht die geringste Verbindung mit dem widerspenstigen Volk, und er selbst hat sich nie in diese unselige Spaltung gemischt. Er ist gänzlich unschuldig; er müßte denn für irgend ein verletztes Recht sich erhoben haben.«

»O mein theures Fräulein!« sagte die Dienerin, »heut zu Tage fragt man nicht, was Recht oder Unrecht ist; wäre er so unschuldig wie ein neugebornes Kind, sie würden doch, wenns ihnen einfiele, ein Mittel finden, ihn für schuldig zu erklären; aber Tom Halliday sagt, es könne ihm den Kopf kosten, denn er habe einen von den fünf Männern beherbergt, die den alten Kerl von Erzbischof erschlagen haben.«

»Den Kopf!« rief Editha, schnell aufspringend, mit bebendem, hastigem Tone sprechend, »das kann nicht sein, das darf nicht sein. Ich will mit ihm sprechen, sie sollen ihm nichts zu Leide thun.«

»O mein theures gnädiges Fräulein, denkt doch an Eure Großmama, denkt an die Gefahr und an die Schwierigkeit,« entgegnete Jenny. »Er ist unter strengem Gewahrsam, bis Claverhouse morgen kommt, und wenn er sich nicht völlig rechtfertigt, so, sagt Tom Halliday, werden sie's kurz mit ihm machen. Niedergekniet! – Fertig! – Schlagt an! – Feuer! – gerade wie sie's mit dem alten tauben John Macbriar machten, der keine von den an ihn gerichteten Fragen verstand und ums Leben kam, weil er nicht hörte.«

»Jenny,« sagte die junge Dame, »muß er sterben, so sterb ich mit ihm. Es ist jetzt nicht Zeit von Gefahr und Schwierigkeiten zu sprechen, ich will einen Plaid umwerfen und mit Dir hinunter an den Ort schleichen, wo sie ihn gefangen halten. Ich will mich der Wache zu Füßen werfen und den Menschen beschwören, so wahr er selig zu werden hofft –«

»Gott behüte,« unterbrach das Mädchen, »unser junges Fräulein zu den Füßen des Soldatentom! mit dem von seiner Seele sprechen, dem armen Schelm, der kaum weiß, ob er eine hat oder nicht, außer wenn er bei ihr schwört – das geht nicht an. Aber was sein muß, muß sein, und ich werde eine Liebessache nicht verlassen. Wenn Ihr den jungen Milnwood durchaus sehen müßt, so will ich alle Gefahr auf mich nehmen und Tom Halliday zu bearbeiten suchen. Aber Ihr müßt mich gewähren lassen, und kein Wort sprechen, er hält am östlichen Theile des Thurms Wache bei Milnwood.«

»Geh, geh, hole meinen Plaid,« sagte Editha. »Verschaff mir nur seinen Anblick, und ich werde schon ein Mittel finden, ihn der Gefahr zu entreißen. – Eile, wenn Du je etwas von mir hoffst.«

Jenny eilte und kehrte bald mit einem Plaid zurück, in welchen Editha sich hüllte, so daß ihr Antlitz völlig und ihre Person theilweise bedeckt war. Dies war die Art, wie Damen in dieser Zeit den Plaid trugen, so daß die ehrwürdigen Kirchenväter mehr denn einmal ein förmliches Verbot gegen solche Tracht ergehen ließen, weil sie meinten, daß sie den Liebesintriguen Vorschub leistete. Aber die Mode war auch diesmal mächtiger als das Gesetz, und so lange Plaids getragen wurden, gebrauchten die Frauen aus allen Ständen sie gelegentlich als eine Art Schleier. In England trugen die Frauen schon zu Shakespeares Zeit eine Art Masken, wenn sie sich öffentlich zeigten oder sich der Sonne auszusetzen hatten. Männer trugen Schleier oder zogen den Mantelkragen über das Gesicht. Nachdem Editha sich so eingehüllt hatte, eilte sie am Arm ihrer Dienerin mit wankenden Schritten an den Ort, wo Morton gefangen gehalten wurde. Es war ein kleines Gemach in einem der Thürme, das an eine Gallerie stieß, auf welcher die Schildwache auf- und abging. Denn der Sergeant Bothwell, der gewissenhaft sein Wort hielt, und vielleicht auch auf des Gefangenen Jugend und Benehmen Rücksicht nahm, hatte ihm die Kränkung erspart, den Posten in sein Zimmer zu stellen. Halliday ging daher mit einem Carabiner im Arm in der Gallerie auf und ab, tröstete sich von Zeit zu Zeit mit einem Schluck aus der gewaltigen Bierkanne, die an einem Ende des Ganges auf dem Tische stand und summte das muntere schottische Liedchen:

»Zwischen Johnston und Dundee, da liegt ein Revier,
Dorthin ziehst du, Schätzchen, dereinst mit mir.«

Jenny Dennison ermahnte das Fräulein nochmals, ihr freie Hand zu lassen.

»Ich weiß mit dem Soldaten richtig umzugehen,« sagte sie, »ich kenne seine Art, denn so roh er auch ist – aber Ihr dürft kein einzig Wörtchen sprechen.«

Sie öffnete die Thür der Gallerie, gerade als die Wache derselben den Rücken zugewendet, und in die Weise einfallend, die er trällerte, sang sie mit dem koketten Tone bäuerischen Scherzes:

»Und zog ich dem armen Soldaten nach,
Es brächte bei Freunden und Eltern mir Schmach,
Ein Laird oder Lord, die passen zu mir,
Darum zieh ich nimmer und nimmer mit dir.«

»Eine hübsche Aufforderung, beim Jupiter!« rief die Wache und drehte sich um, »und gar zwei auf einmal!« Aber es ist nicht leicht, den Soldaten mit seinem eigenen Bandelier zu prügeln; darauf nahm er das Lied wieder auf, wo das Mädchen innegehalten:

»Und wenn du mir folgst, so mach ich dich froh,
Du theilst meinen Tisch und mein Lager von Stroh;
Und marschiren beim Klange der Trommeln wir,
So ziehst du, mein Schätzchen, dereinst mit mir.«

»Nun komm, hübsches Dirnlein, und gib mir einen Schmatz für mein Lied.«

»Das fällt mir nicht ein, Herr Halliday,« antwortete Jenny mit einem Blick und einem Tone, der gerade die nöthige Verachtung über den Vorschlag ausdrückte, »und verlaßt Euch darauf, Ihr werdet meine Gesellschaft nicht lange genießen, wenn Ihr nicht artiger seid. – Ich kam nicht mit meiner Freundin her, um solchen Unsinn zu hören – Ihr solltet Euch was schämen, das solltet Ihr wahrhaftig.«

»Nun, welcher Unsinn hat Euch denn hergeführt, Jungfer Dennison?«

»Meine Verwandte hat ein besonderes Geschäft mit Eurem Gefangenen, dem jungen Herrn Heinrich Morton, und ich komme mit ihr, um mit ihm zu sprechen.«

»Den Teufel auch!« antwortete die Schildwache. »Wie denkt Ihr denn mit Eurer Base hineinzukommen? Durch das Schlüsselloch zu schlüpfen, seid Ihr viel zu dick, und vom Thür öffnen kann nicht die Rede sein.«

»Die Rede braucht nicht davon zu sein; aber geschehen kanns,« versetzte das beharrliche Mädchen.

»Wollen sehen, meine artige Jenny,« sagte der Soldat, und sang, während er auf- und abging:

»Schau hinein ins Brünnelein,
Hannchen, liebes Hannchen;
Schaust darin dein Antlitz fein,
Schaust dich, schmuckes Hannchen.«

»So wollt Ihr uns also nicht hineinlassen, Herr Halliday? Gut, schon gut. Dann habt Ihr mich und dies hübsche Ding da zum letzten Mal gesehen,« sagte Jenny, und hielt zwischen Daumen und Zeigefinger einen Silberthaler.

»Gib ihm Gold! gib ihm Gold!« flüsterte ihr das Fräulein ängstlich zu.

»Silber ist schon viel zu gut für einen Burschen, der sich nichts daraus macht, ob ihm ein hübsches Mädchen zuwinkt oder nicht. Und was noch schlimmer wäre, er dächte am Ende, es stecke mehr hinter Euch, als eine Base von mir. Wahrhaftig, das Silber sitzt bei uns nicht so dick, geschweige denn Gold!«

Als sie ihrem Fräulein diesen Rath leise zugeflüstert, sagte sie laut: »Meine Base will nicht länger warten, Herr Halliday, also – gute Nacht!«

»Wart ein wenig! wart ein wenig!« sagte der Soldat, »sagt mal, Jenny, wenn ich Eure Base mit dem Gefangenen sprechen lasse, so müßt Ihr mir so lange Gesellschaft leisten, bis sie wieder heraus kommt, dann können wir alle zufrieden sein.«

»Da müßte mir der Satan in den Beinen sitzen,« sagte Jenny; »glaubt Ihr, meine Base und ich wären hergekommen, unsern guten Namen zu verlieren, indem wir mit Euch oder Eurem Gefangenen schwatzten, ohne daß jemand sieht, daß es ehrlich zugeht? Ei, ei! welcher Unterschied ist doch zwischen Versprechen und Erfüllen bei gewissen Leuten? Ihr wolltet immer den armen Cuddie bei mir herabsetzen, aber hätt ich ihn um eine Gefälligkeit gebeten, er hätte sich nicht zweimal bitten lassen, und wärs ihm auch an den Hals gegangen.«

»Der verdammte Cuddie!« rief der Dragoner, »es wird ihm noch allen Ernstes den Hals kosten, hoff ich. Ich habe ihn heute zu Milnwood mit der alten puritanischen Vettel von Mutter gesehen, und hätt ich gedacht, daß er mir hier wieder aufgetischt würde, so hätte ich ihn meinem Pferde an den Schwanz gebunden – Ursache genug hätten wir dazu.«

»Gut, sehr gut – seht nur zu, daß Ihr nicht noch mit dem Cuddie von weitem zu thun kriegt, wenn Ihr ihn mit so vielen rechtschaffenen Leuten zwingt, auf die Moore zu gehen. Er trifft sein Ziel. Beim Vogelschießen war er der dritte, und auf sein Versprechen kann man sich verlassen, wie auf sein Auge und seine Hand, obgleich er nicht so viel Aufsehens davon macht, wie Leute Eurer Bekanntschaft. Aber mir gilts gleich, komm, Base, wir wollen fort.«

»Bleibt, Jenny! hol mich der Henker, wenn ich mehr Umstände mache als ein anderer, sobald ich einmal mein Wort gegeben,« sagte der Soldat in zögerndem Tone. »Wo ist der Sergeant?«

»Er trinkt und randalirt mit dem Verwalter Harrison und John Gudyill,« antwortete Jenny.

»Aha! Na, dann sitzt er fest; und wo sind meine Kameraden?« fragte Halliday.

»Die leeren die Braunbierkrüge mit dem Jäger, dem Falkner und andern von der Dienerschaft.«

»Haben sie reichlich Bier?«

»Sechs Gallonen, so gut als wirs je gemaischt haben,« sagte das Mädchen.

»Nun, gut denn, meine schmucke Jenny,« sagte der nachgiebige Krieger; »die sitzen fest bis zur Ablösung, und vielleicht noch etwas länger, und wenn Ihr mir versprechen wollt, das nächste Mal allein zu kommen –«

»Vielleicht ja, vielleicht auch nicht,« sagte Jenny; »aber wenn Ihr den Thaler bekommt, wirds Euch eben so recht sein.«

»Hol mich der Henker, wenns an dem ist,« sagte Halliday und nahm das Geld; »es ist doch immer etwas für die Gefahr; denn wenn Claverhouse hört, was ich gethan habe, so errichtet er mir ein Pferd so hoch wie der Thurm von Tillietudlem. Aber jeder im Regiment nimmt, was er kriegen kann, und wahrhaftig, Bothwell und sein königliches Blut gibt uns ein gut Exempel. Und wenn ich Euch trauen wollte, Ihr kleiner loser Teufel, so käme ich leicht um Mühe und Lohn, während dieser Bursch da,« auf den Thaler blickend, »überall gültig ist, wohin er kommt. Vorwärts also, die Thür ist offen für Euch; greint und flennt nicht zu lange mit dem jungen Whig, sondern haltet Euch bereit, wenn ich an der Thür zum Aufbruch rufe, als ob man bliese: Aufgesessen, Marsch!«

Mit diesen Worten riegelte Halliday die Thüre auf, ließ Jenny und ihre angebliche Base ein, riegelte dann hinter ihnen wieder zu, nahm schnell den gleichgültig gemessenen Soldatenschritt an und pfiff zum Zeitvertreib ein Lied, wie wachthabende Soldaten zu thun pflegen.

Als sie die Thüre langsam öffneten, erblickten sie Morton, die Arme auf den Tisch und den Kopf darauf gestützt, in tiefer Niedergeschlagenheit. Er schlug die Augen empor, als die weiblichen Gestalten eintraten und schien erstaunt zu sein. Als ob die Bescheidenheit jenen Muth erstickte, den die Verzweiflung angefacht, blieb Editha einen Schritt von der Thüre stehen, ohne sprechen oder vorwärts gehen zu können. Alle Pläne zur Hilfe, Rettung oder Unterstützung, welche sie dem Geliebten mitzutheilen gedachte, schienen plötzlich ihrem Gedächtniß entschwunden und ließen nur verwirrte Gedanken zurück, in die sich die Befürchtung mischte, sich in Mortons Augen durch einen Schritt entwürdigt zu haben, der übereilt und unweiblich erscheinen konnte. Sie hing regungslos und fast ohnmächtig am Arm der Dienerin, die sich vergebens bemühte, sie zu ermuntern und ihr Muth einzuflößen.

»Wir sind nun einmal hier,« flüsterte sie, »und müssen unsere Zeit benützen; denn ohne Zweifel wird der Korporal oder der Sergeant die Runde machen, und es wäre Schade, wenn der arme Halliday für seine Gefälligkeit bestraft würde.«

Morton war, die Wahrheit ahnend, inzwischen schüchtern etwas näher gekommen, denn welches andere weibliche Wesen im Schlosse außer Editha konnte solch innigen Antheil an seinem Schicksale nehmen? Und dennoch ließ ihn die verhüllende Kleidung und das Dämmerlicht befürchten, daß er einen dem Gegenstande seiner Neigung nachtheiligen Irrthum begehen könne. Jenny, deren rasches und dreistes Wesen sie zu dergleichen Dingen sehr tauglich machte, beeilte sich, das Eis zu brechen.

»Herr Morton, Fräulein Editha ist sehr betrübt wegen Eurer gegenwärtigen Lage und –«

Es war nichts weiter nöthig. Er befand sich an ihrer Seite, fast zu ihren Füßen, drückte ihre nicht widerstrebende Hand an seine Lippen und überhäufte sie mit den innigsten Danksagungen.

Einige Minuten stand Editha regungslos wie ein Heiligenbild, dem von einem Gottesfürchtigen die Anbetung dargebracht wird, und als sie sich hinreichend erholt hatte, um ihre Hand aus der seinigen zu winden, vermochte sie nur mit schwacher Stimme die Worte hervorzubringen: »Ich habe einen seltsamen Schritt unternommen, Herr Morton, einen Schritt,« fuhr sie zusammenhängender fort, da sie sich zwang, ihre Gedanken zu ordnen, »der mich vielleicht Eurer Mißbilligung aussetzt; aber ich habe Euch zu lange gestattet, die Sprache der Freundschaft zu reden, als daß ich Euch verlassen könnte, wenn die Welt Euch zu verlassen scheint. Wie kommt Ihr in diese Gefangenschaft? Was kann geschehen? Kann mein Oheim, der Euch so hoch achtet, kann der Eurige Euch nützlich werden? Gibts keine Mittel? Welchen Ausgang kann das möglicher Weise haben?«

»Sei er, welcher er wolle,« antwortete Heinrich und versuchte sich wieder der Hand zu bemächtigen, die sich ihm erst entzogen, und die nun willig in der seinen blieb, »sei er, welcher er wolle, von diesem Augenblick an ist er der willkommenste meines düstern Lebens. Euch, theuerste Editha, verzeiht, ich sollte Fräulein Bellenden sagen, aber das Unglück hat Anspruch auf eigenthümliche Vorrechte, Euch verdanke ich die wenigen glücklichen Augenblicke, die mein trübes Dasein erhellten, und wenn ich jetzt von demselben scheiden muß, so wird die Erinnerung an dieses Glück die Trübniß meiner letzten Stunde erheitern.«

»Aber ists denn wirklich so, Herr Morton?« fragte Fräulein Bellenden. »Seid Ihr, der sich so wenig in diese unseligen Händel zu mischen pflegte, plötzlich so tief in dieselben verwickelt worden, daß nichts anderes, als –

Sie stockte, unvermögend, das Wort auszusprechen, das zunächst folgen sollte.

»Nichts anderes, als das Leben mein Vergehen sühnen kann, wollt Ihr sagen?« entgegnete Morton mit gefaßtem aber melancholischem Ton; »ich glaube, das hängt ganz allein von meinen Richtern ab. Meine Wachen sprachen von der Möglichkeit, durch Eintritt in fremde Dienste der Strafe zu entgehen. Früher glaubte ich, mir könne die Wahl nicht schwer fallen, doch, Fräulein Bellenden, seit ich Euch wiedergesehen, fühle ich, daß eine solche Verbannung für mich viel bitterer sein würde als der Tod.«

»Und ist es denn wahr,« fragte Editha, »daß Ihr so entsetzlich unbesonnen gewesen seid, um mit jenen grausamen Verbrechern, die den Primaten ermordet, Umgang zu pflegen?«

»Ich wußte nicht einmal, daß ein solches Verbrechen begangen worden,« erwiderte Morton, »als ich unglücklicher Weise einem dieser unsinnigen und grausamen Männer, dem alten Freunde und Kriegsgefährten meines Vaters, ein nächtliches Unterkommen gewährte. Doch meine Unkunde wird mir wenig helfen, denn wer außer Euch, Miß Bellenden, wird mirs glauben? Und was noch schlimmer ist, ich weiß nicht, ob ich es über mein Herz hätte bringen können, dem Flüchtigen eine Zufluchtsstätte zu verweigern, selbst wenn mir das Verbrechen bekannt gewesen wäre.«

»Und durch wen und unter wessen Autorität wird die Untersuchung über das, was Ihr gethan, stattfinden?« fragte Editha ängstlich.

»Unter dem Obersten Graham von Claverhouse, wie ich gehört,« sagte Morton, »einem Mitglied der Militärcommission, welcher der König, der Staatsrath und das Parlament, das unsere Freiheiten sonst besser schützte, die Entscheidung über Gut und Leben anvertraut haben.«

»Claverhouse!« sagte Editha mit schwacher Stimme. »Barmherziger Himmel, Ihr seid verloren, bevor noch die Untersuchung beginnt. Er schrieb meiner Großmutter, daß er morgen früh hier eintreffen werde auf seinem Wege ins Gebirge, wo einige verzweifelte Menschen, angefeuert durch zwei oder drei Theilnehmer an dem Morde des Primaten, sich zum Widerstande gegen die Regierung zusammengerottet haben sollen. Seine Ausdrücke erfüllten mich mit Schauder, obgleich ich nicht wußte, daß – daß – ein Freund – –«

»Seid meinetwegen nicht allzusehr betrübt, theuerste Editha,« sagte Heinrich, sie in seinen Armen haltend. »Claverhouse ist zwar ein ernster mitleidsloser Mann, doch in jeder Beziehung auch tapfer, redlich und bieder. Ich bin eines Kriegers Sohn und will meine Sache als Soldat führen. Er wird vielleicht eine schlichte ungeschminkte Vertheidigung freundlicher anhören als ein hinterlistiger Richter, der den Mantel nach dem Winde hängt. Und in der That, in einer Zeit, wo alle Stützen der Gerechtigkeit so morsch geworden sind, will ich lieber mein Leben verlieren durch offene militärische Gewalt, als durch den Hokuspokus eines Rechtsgelehrten genarrt werden, der die Kenntniß der zu unserem Schutze gegebenen Gesetze zu unserem Verderben verdreht.«

»Ihr seid verloren, Ihr seid verloren, wenn Ihr gegen Claverhouse Eure Sache verfechten wollt!« seufzte Editha. »Mit Stumpf und Stiel ausrotten!« sind seine mildesten Ausdrücke. Der unglückliche Primat war sein intimer Freund und früher sein Gönner. »Keine Entschuldigung, keine Ausflucht,« sagt er in seinem Briefe, »soll diejenigen retten, die an der That betheiligt sind oder den Thätern Vorschub und Schutz gewährt haben, um sie vor der vollen und strengen Ahndung des Gesetzes zu schützen, bis ich mit so viel Leben den gräßlichen Mord gesühnt habe, als der Greis Silberhaare auf seinem Haupte getragen.« Bei ihm ist weder Hilfe noch Erbarmen zu finden.«

Jenny Dennison, die bisher geschwiegen hatte, wagte es jetzt, bei dem Uebermaß des Schmerzes, der die beiden Liebenden unfähig machte, auf ein Auskunftsmittel zu sinnen, ihren eigenen Rath anzubieten.

»Mit Eurer Erlaubniß, Fräulein Editha und junger Herr Morton, wir dürfen keine Zeit vertrödeln. Herr Milnwood soll meinen Plaid und Rock anziehen, ich will beides dort in der dunkeln Ecke ablegen, wenn er mir verspricht, nicht hinzusehen, er kann dann vor Tom Halliday vorübergehen, der halb blind ist von seinem Bier, und ich kann ihm einen geheimen Weg aus dem Schlosse zeigen, Ihr, gnädiges Fräulein, mögt ruhig auf Euer Zimmer gehen, ich hülle mich in seinen grauen Mantel, setze seinen Hut auf und spiele den Gefangenen, bis die Luft rein ist, und dann schreie ich nach Tom Halliday und bitte ihn, daß er mich heraus läßt.«

»Heraus läßt?« sagte Morton; »Ihr werdet dafür mit dem Leben büßen müssen.«

»Keineswegs!« erwiderte Jenny; »Tom darf um seiner selbst willen nicht sagen, daß er jemand herein gelassen, und ich will ihm schon etwas anderes angeben, was die Flucht entschuldigen soll.«

»Willst Du, Gott verdamm mich!« sagte die Wache, plötzlich die Thür öffnend; »bin ich auch halb blind, so bin ich doch nicht taub, und Du hättest Deinen Plan zur Flucht nicht so laut machen müssen, wenn Du auf Gelingen hofftest! Geht mir, Jungfer Jenny! Fort, scheert Euch zum Teufel! Marsch! Und Ihr, Frau Base, ich will Euch nach Eurem rechten Namen nicht fragen, obgleich Ihr mir einen so bösen Streich gespielt; aber ich muß hier die Festung evacuiren. Blast zum Rückzug, oder ich mache Lärm!«

»Ich hoffe,« begann Morton ängstlich, »Ihr werdet dieses Umstandes nicht erwähnen, mein guter Freund, und auf meine Ehre vertrauen, daß ich Eure Gefälligkeit nicht vergesse, wenn Ihr schweigt. Da Ihr unsere Unterhaltung vernommen, so müßt Ihr bemerkt haben, daß wir den voreiligen Vorschlag dieses gutmüthigen Mädchens nicht angenommen haben.«

»O wahrhaftig, verteufelt gutmüthig,« sagte Halliday. »Was das Uebrige betrifft, so hab ich Lunte gerochen und mag keinen Groll nachtragen oder Geschichten erzählen, so wenig als irgend einer. Aber danken kann ich doch wahrhaftig diesem kleinen schlauen Teufel, der Jenny Dennison, nicht, die eine Tracht Prügel dafür verdiente, daß sie einen ehrlichen Burschen in die Patsche führen wollte, weil er so albern war, sich in ihre nichtsnutzige Fratze zu vergaffen!«

Jenny wußte sich nicht besser zu rechtfertigen als durch die letzte Entschuldigung, auf die sich ihr Geschlecht nicht vergebens zu verlassen pflegt. Sie drückte das Schnupftuch vors Gesicht, schluchzte heftig und weinte entweder wirklich oder ahmte es ganz vorzüglich nach.

»Und nun,« fuhr der Soldat etwas erweicht fort, »habt Ihr noch etwas zu sagen, so sagt es in zwei Minuten, und gebt dann Fersengeld; denn wenn es dem besoffenen Bothwell einfällt, die Runde eine halbe Stunde früher zu machen, so kanns uns allen noch schlimm ergehn.«

»Lebt wohl, Editha,« flüsterte Morton mit einer Festigkeit, die er in Wirklichkeit durchaus nicht besaß, »bleibt nicht hier, überläßt mich meinem Geschicke, es kann nicht meine Kraft übersteigen, da Ihr Antheil daran nehmt. – Gute Nacht, gute Nacht! Bleibt nicht hier, bis Ihr entdeckt werdet.«

Mit diesen Worten übergab er Editha ihrer Dienerin, von der sie aus dem Gemache geführt oder vielmehr getragen wurde.

»Jeder nach seinem Geschmack, das muß wahr sein,« sagte Halliday; »aber hol mich der Teufel, wenn ich so ein hübsches Mädchen hätte kränken können um aller Whigs willen, die je den Covenant beschworen.«

Als Editha ihr Zimmer wieder erreicht hatte, überließ sie sich ihrem Schmerze, der Jenny Dennison so rührte, daß sie alles aufbot, um ihr Fräulein zu trösten.

»Quält Euch doch nicht so sehr, Fräulein Editha,« sagte die treue Dienerin; »wer weiß, was sich noch zur Hilfe des jungen Milnwood ereignen mag? Er ist ein braver hübscher Herr und hoch angesehen; mit seines Gleichen verfahren sie gewiß nicht so wie mit armen Whigs, die sie auf der Haide zusammenraffen wie ein Bund Zwiebeln; vielleicht, daß sein Oheim etwas für ihn thut; vielleicht legt auch Euer Großoheim ein gutes Wort für ihn ein, er ist ja mit all den Rothröcken bekannt genug.«

»Du hast Recht, Jenny, Du hast Recht,« sagte Editha, aus der langen Betäubung sich wieder emporrichtend, »dies ist keine Zeit zum Verzweifeln, sondern zum Handeln. Du mußt jemand ausfindig machen, der noch heute Nacht mit einem Briefe zu meinem Oheim reitet.«

»Nach Charnwood, Fräulein? Es ist schon schrecklich spät und sechs Meilen weit den Fluß hinab. Ich zweifle, ob wir einen Boten und ein Pferd noch diese Nacht finden, zumal sie eine Schildwache vors Thor gestellt haben. Armer Cuddie! Der arme Mensch ist fort, der alles in der Welt für mich gethan haben würde, ohne nach dem Grunde zu fragen, ich habe noch nicht Zeit gehabt, mit dem neuen Ackerknecht anzuknüpfen; überdies sagen die Leute auch, er wolle die Meg Murdieson heirathen, eine so garstige Fratze sie auch ist.«

»Du mußt einen finden, der hinreitet, Jenny, Tod und Leben hängt davon ab.«

»Ich wollte gern selbst gehen, Fräulein; ich könnte aus dem Fenster in der Speisekammer und den alten Eibenbaum hinunterklettern, ich habe das schon früher oft versucht, aber die Straße ist jetzt zu unsicher und überall sind so viel Rothröcke, von den Whigs ganz abgesehen, die auch nicht viel besser sind (ich meine die jungen), wenn sie jemand Fremdes allein finden auf der Haide. Aus dem Gange mache ich mir nichts, ich kann recht gut vier Stunden beim Mondlicht gehen.«

»Fällt Dir niemand ein, der mir für Geld oder aus Gefälligkeit diesen Dienst erweist?« fragte Editha in großer Angst.

»Ich weiß niemand,« sagte Jenny nach kurzem Besinnen, »als den Gänse-Gibbie. Aber der kennt vielleicht den Weg nicht, obschon er nicht schwer zu finden ist, wenn er auf dem Fahrweg bleibt und die Krümmung bei Clappercleugh nicht aus dem Auge läßt, und wenn er nicht in dem Whomlekirn-Morast einsinkt, und wenn er nicht von den Whigs auf die Hügel geschleppt wird, oder die kitzligen Stufen am Walkwarypaß verfehlt, oder von den Rothröcken gefangen wird.«

»Wir müssen alles wagen,« sagte Editha und machte der ganzen Liste von Zufällen, die sich Gibbies sicherer Ankunft am Ziele seiner Pilgerfahrt entgegenstellen konnten, ein Ende. »Alles muß gewagt werden, wenn Du keinen bessern Boten ausfindig machen kannst. – Geh, sage dem Burschen, daß er sich fertig mache, und laß ihn so heimlich als möglich aus dem Schlosse. Begegnet er jemandem, so mag er sagen, daß er dem Major Bellenden in Charnwood einen Brief bringe, ohne einen Namen zu nennen.«

»Ich verstehe, Fräulein,« sagte Jenny Dennison. »Der Bursche wirds schon gut ausrichten, und Tib, die Hühnerfrau, wird die Gänse unter ihre Aufsicht nehmen, wenn ich ihr ein gut Wort gebe. Auch will ich dem Gibbie sagen, Ihr wollet Lady Margarethe freundlich gegen ihn stimmen und wollet ihm obendrein einen Thaler geben.«

»Zwei, wenn er seine Sache gut macht,« sagte Editha.

Jenny ging, um den Gänse-Gibbie aus dem Schlummer zu wecken, dem er sich gewöhnlich mit der seiner Obhut vertrauten Heerde nach Sonnenuntergang hinzugeben pflegte. Während ihrer Abwesenheit nahm Editha ihre Schreibmaterialien und brachte folgenden Brief zu Stande.

»Mein theurer Oheim!

Gegenwärtiges soll Euch benachrichtigen, daß ich gern wissen möchte, wie es mit Eurer Gicht geht, da wir Euch nicht bei der Waffenschau gesehen, was meine Großmutter und mich sehr beunruhigt hat. Wenn Ihr Euch die Reise gestatten dürftet, so würden wir uns herzlich freuen, Euch morgen zum Frühstück in unserm bescheidenen Hause zu sehen, da Oberst Graham von Claverhouse unterwegs bei uns einsprechen wird und wir Eurer Hilfe bedürfen, um einen Kriegsmann von solchem Range zu empfangen, den wahrscheinlich Frauengesellschaft nicht sehr anspricht. Auch bitte ich Euch, lieber Oheim, der Frau Carefort, Eurer Haushälterin, zu sagen, sie möchte mir mein doppelt besetztes Sergekleid mit den Hängeärmeln schicken, es liegt in der dritten Schublade des Nußbaumschrankes im grünen Zimmer, welches Ihr so gütig seid, das meine zu nennen. Ebenso bitte ich Euch, lieber Oheim, mir den zweiten Band des großen Cyrus zu senden, da ich erst bis zur Gefangenschaft des Philidaspes auf der 733. Seite gekommen bin; vor allem aber bitte ich Euch, morgen vor 8 Uhr hier zu sein, was Ihr, da Euer Paßgänger so gut ist, leicht thun könnt, ohne ungewöhnlich früh aufzustehen. Indem ich also Gott bitte, Eure Gesundheit zu erhalten,

verbleibe ich
Eure treue und Euch herzlich liebende Nichte
Editha Bellenden.

Nachschrift: Ein Trupp Soldaten hat heute Abend Euren jungen Freund, Herrn Heinrich Morton, als Gefangenen hierhergebracht. Ich glaube, es wird Euch um den jungen Mann leid thun, und melde es Euch deswegen, falls Ihr mit Oberst Graham seinetwegen sprechen wollt. Ich habe seinen Namen der Großmutter nicht genannt, weil ich ihren Widerwillen gegen seine Familie kenne.«

Als sie diesen Brief zugesiegelt und Jenny übergeben hatte, beeilte sich die treue Dienerin, ihn dem Gänse-Gibbie einzuhändigen, den sie schon bereit fand, vom Schlosse aufzubrechen. Sie gab ihm sodann verschiedene Anweisungen in Betreff des Weges, den er, wie sie fürchtete, leicht verfehlen konnte, da er ihn erst fünf oder sechsmal gegangen war, und eine ebenso geringe Dosis Gedächtniß als Verstand besaß. Schließlich schmuggelte sie ihn aus der Garnison durch das Fenster der Speisekammer den ästigen Eibenbaum hinab und hatte das Vergnügen, ihn wohlbehalten auf den Erdboden gelangen und gleich anfangs den rechten Weg einschlagen zu sehen. Hierauf kehrte sie zu ihrer jungen Herrin zurück, bewog Editha, sich zu Bett zu begeben, und tröstete sie mit der Versicherung, daß Gibbies Sendung den besten Erfolg haben werde, bedauerte aber dabei über die Maßen, daß der zuverlässige Cuddie, dem der Auftrag noch sicherer anvertraut worden wäre, nicht mehr in der Nähe sei, um solche Dienste leisten zu können.

Gibbie hatte es mehr seinem Glück als seiner Geschicklichkeit zu verdanken, daß er nicht öfter als neunmal fehl ging, daß seine Kleider zwar die kenntlichen Spuren jeder Pfütze zwischen Tillietudlem und Charnwood an sich trugen, daß er aber doch bei Tagesanbruch vor der Schloßpforte des Majors Bellenden stand, und in wenig mehr als zehn Stunden einen Weg von mehr als drei geographischen Meilen zurückgelegt hatte.

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