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Die Millionenbraut. Vierter Band

Adolf Mützelburg: Die Millionenbraut. Vierter Band - Kapitel 6
Quellenangabe
typefiction
authorDumas-Mützelburg
titleDie Millionenbraut. Vierter Band
publisherVerlag von Gyldahl & Hansen
year1914
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20140331
projectid5834b610
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Schluß

Hätte Edmond Dantes noch gelebt, so wäre es seinem Einflusse vielleicht möglich gewesen, den gefangenen Kaiser Maximilian zu retten. Max sandte auch zu ihm, aber Dantes schlief bereits den letzten Schlaf. Edmond de Tréport befand sich erst zu kurze Zeit in Mexiko und Mr. Büchting sowie die anderen Männer waren zu wenig mit den Führern der republikanischen Partei bekannt, um die Befreiung des Kaisers ermöglichen oder auch nur versuchen zu können. Und so starb denn der habsburgische Prinz, der Sprößling eines der ältesten Fürstengeschlechter Europas, am 19. Juni 1867 wie ein Rebell durch die Kugeln der Juaristen, auf demselben Cerro de las Campanas, auf welchem er sich an dem unheilvollen Morgen des 15. Mai ergeben hatte, ihm zur Seite Miramon und Mejia.

Durch ein zufälliges Zusammentreffen Edmonds mit Don Luis Guarato erfuhr er, auf welche Weise Ralph Pettow gestorben sei und welchen Verrat er geübt habe. Die Frauen atmeten bei der Nachricht von seinem Tode auf. Eliza hatte seit jener Nacht ihr Kind nicht einen Augenblick verlassen.

Guarato war natürlich auch Gefangener, verdankte es aber der Liebenswürdigkeit seiner schönen Gattin, daß man ihm nicht den Prozeß machte. Indessen mußte er Mexiko verlassen, da man wußte, daß er ein Anhänger der Schwarzen oder Klerikalen sei. Er ging als Intendant eines reichen, aus Mexiko verbannten Herrn nach der Havanna, wo Donna Marion als eine der ersten Schönheiten gefeiert wird. Sie läßt alle Welt glauben, daß sie dem erschossenen Kaiser sehr nahe gestanden habe; die Eingeweihten lächeln darüber, geben sich aber nicht die Mühe, eine Unwahrheit zu widerlegen, durch welche doch nur Donna Marion selbst erniedrigt wird.

Kein Unfall hat seitdem das Glück der Familien Büchting, Toledo, Tréport und Everett getrübt. Richard hat seinen ständigen Wohnsitz in New York, Mr. Büchting hat Liberty-Plantation wieder bezogen und Alfonse weilt zurzeit noch bei seinem Vater, denkt jedoch ernstlich daran, ebenfalls eine Kolonie zu gründen. In Toledo wohnte auch Anna Schwartz. Es war Eliza gelungen, sie aufzufinden, als Anna nach Booths Tode ihre erniedrigende Stellung als Wirtin des geheimen Klubs aufgegeben. Anfangs war Anna Willens gewesen, sich Lady Georgiana anzuschließen, die seit Ralphs schmachvollem Verrat sich vollkommen von der Welt abgeschlossen hatte und nach ihr verlangte. Aber Lady Georgiana war schnell gestorben. Man glaubte, sie habe Gift genommen, weil sie ihre Schmach nicht mehr ertragen konnte. Nach ihrem Tode willigte Anna ein, ihren alten Freund und Reisebegleiter, den Mayer Wetzel, in Toledo aufzusuchen. Dort gilt sie für eine Verwandte des braven Mannes und für eine Witwe, die das Gelübde abgelegt, nie wieder zu heiraten. Das freundliche, allerdings glücklicherweise meist leere Hospital steht unter ihrer Aufsicht.

Justus White, der brave Neger, ist in seine Heimat zurückgekehrt, um im Vaterlande selbst für seine Stammesgenossen zu wirken und ihre barbarischen Sitten zu mildern.

So ruht nun der wunderbare Mann, der die seltsamsten Wandlungen durchgemacht, der die Samenkörner der Humanität in allen Ländern der Welt ausgestreut hatte, in einem einfachen Grabe im Tal der Hoffnung, wie er einst auf dem Berge der Wünsche gelebt. All sein Dasein war Hoffnung auf eine bessere Welt schon hienieden, auf Vervollkommnung der Menschheit und Verminderung der Leiden – Wünschen und Hoffen, vereint mit einer Tatkraft und Willensstärke, seine erhabenen Pläne durchzuführen, wie sie vielleicht kein zweiter Sterblicher besessen hat.

 

Ende des 4. Bandes.

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