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Gutenberg > Otto Ludwig >

Die Makkabäer

Otto Ludwig: Die Makkabäer - Kapitel 2
Quellenangabe
typetragedy
booktitleDie Makkabäer
authorOtto Ludwig
year1898
publisherVerlag von Otto Hendel
addressHalle a. d. Saale
titleDie Makkabäer
pages81-82
created20020519
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1852
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Erster Akt.

Vor den Thoren der Bergstadt Modin im Gebirge Juda.

Rechts vom Schauspieler die Häuser der Familie Simei, links die der Hauses Mattathias; rechts führt ein Felsenweg aus dem Thale herauf, das den Berg, auf dem Modin liegt, umgiebt; die daher Kommenden werden erst mit den Häuptern, dann allmählich ganz sichtbar; links vorn mündet eine Felsenschlucht aus. Hinten ein Thor der Stadt Modin; über der Stadtmauer, die meist aus natürlichen Felsen besteht, die Häuser der Stadt, und über diesen fern und ferner die zackigen Hörner des Gebirges Juda; der Horizont hoch angenommen. Palmen und Terebinthen den Thalweg herauf und sonst verstreut. Links vorn ein steinerner Tisch und Rasenbänke.

Lea, den Thalweg hinuntersehend. Joarim, kränzewindend auf einer Rasenbank. Benjamin, zuhörend vor ihm. Hinten kränzewindende Mägde.

Joarim (indem er lebhaft erzählend auf die Bank tritt und in das Thal hinunterzeigt).
Da – diesseits in dem Thal der Terebinthen
Lag Saul, dort Goliath mit seinem Heer.
Dort aus dem Bach nahm David sich den Kiesel –
Ist's nicht so, Mutter?

Lea.                                   Bei der Eiche dort
Traf er auf Goliath.

Joarim.                           Und schlug ihn nieder.
Und Saul und unsers Volkes Krieger jagten
Die Brüder Goliaths durchs ganze Thal
Bis an das Thor von Ekron und von Gaza.

Benjamin. Von Salomo erzähl' mir, Joarim.

Joarim. Da Saul gestorben war, ward David König,
Und nach ihm Salomo, sein Sohn. Da war
Israel groß – nicht, Mutter?

Benjamin.                                   Da war's groß?
(er läuft zu Lea)
Was heißt das, Mutter? Sag mir: Wer ist groß?

Lea. Der, den man fürchtet, auch wenn er nicht droht.

Benjamin. Und so war Salomo?

Lea.                                             Er war's; es knieten
Fünf Heidenkönige um seinen Stuhl,
Froh, ihm zu dienen.

Joarim.                             Schiffe ließ er baun –

Lea (im wachsenden Eifer vergißt sie auszuschauen und nähert sich mit Benjamin dem Joarim. Beide Kinder ganz Ohr).
Und seine Segel trugen seinen Ruhm
Das Meer entlang, so weit als Menschen wohnen.
Bis an Ägypten dehnte sich sein Reich,
Von Typhsa bis gen Gaza zahlten ihm
Die Könige Tribut. Die Tochter Pharao
Erkannt' es für ein Glück, sein Weib zu sein,
Und bracht ihm Gaza zu in Kanaan.
Er saß auf elfnem Stuhl mit Gold bedeckt,
Und pur von Gold war all sein Trinkgefäß.

Benjamin (ausbrechend).
O, daß ich groß wär'!

Lea (lächelnd).                   Du?

Benjamin.                                 Damit, wenn du
Von mir erzähltest, deine Augen glänzten,
Wie wenn du uns von Salomo erzählst,
Und du nicht weintest mehr, daß Israel
Zerfiel und schwach ward und des Fremden Knecht,
Und nun der Syrer sitzt auf Davids Stuhl.

Joarim. Ich weine nicht. Was würde Juda sagen!
Ein Mann und weinen?! Pfui!

Lea.                                               Bist du ein Mann ?

Joarim. Nein; werden will ich's, daß du nicht mehr traurig
Mußt sagen: Israel hat keinen Mann!

Lea (ihn liebkosend).
Das willst du! Du!

Benjamin (von der anderen Seite sich beischmiegend).
                              Ich auch; doch du mußt froh sein.

Lea. O, hielte stets der Mann dem Kinde Wort,
Wer dürft' es mehr als ich ? Doch so ist's nicht.

Joarim. Warum auch weinen? Kommt nicht einst der Retter,
Der Israel befrein wird und erhöhn?
Zum großen Volk uns wieder machen, hoch
Auf Zion herrschend, wie's einst David that?
Das hat der Herr verheißen, unser Gott,
Da er noch zu den Menschen redete.
Drum laß den Gram und sei uns fröhlich, Mutter,
Will er aus Judas Stamm ihn doch erwecken,
Aus Davids Haus, und bist doch du auch, Mutter,
Aus Judas Stamm und von des Davids Haus!

Eleazar kommt den Thalweg herauf.

Benjamin. Sieh, hier kommt Eleazar.

Lea (Eleazar entgegen).                       Ist die Schafschur
Beendet schon? Kommt euer Vater?

Eleazar (er ist hastig und aufgeregt).        Mutter,
Hilf mir von hier!

Lea.                             Was ist dir? Bist du nicht
Vom Vater mir gesandt? Was solltest du? –
Daß er nicht zürne. Ihr da
(sie küßt die Kinder)
                                          zu den Mägden;
Helft Kränze winden zu des Vaters Fest. (Sie gehorchen)
Nun, Eleazar? (Sie führt ihn vor.)

Eleazar.                 Vor dem Hause will
Er essen, und schon sind sie aus dem Weg.

Lea. Wenn bringt er mir zu Gaste?

Eleazar.                                         Judas Schwäher
Den Boas, dessen Bruder Simei
Und Amri –

Lea.                     Freunde, Mattathias würdig?
So weis' er im Gesetz, im Leben ist
Er's nicht. Ein Kind durchschaute diese Heuchler,
Doch ihn macht seine eigne Treue blind.
Ist Juda bei der Schafschur?

Eleazar.                                       Wußt' ich nicht,
Nach Juda würdst du fragen? Wär' ich Juda,
Nach Eleazar hättst du nicht gefragt.

Lea. Was ist dir? Bist du krank?

Eleazar.                                       An Juda krank ich.
Nur eben erst da an dem Felsensteig:
»Wer ist der schlanke Knab' mit Feueraug'
Und stolzem Wesen?« »Von des Juda Brüdern
Ist's einer.« »Juda? Kennst du den?« »Ich sollte
Nicht kennen, der die einz'ge Hoffnung ist
Des Volkes?« »Ja, einen Mann laß uns erschaffen,
So sprach der Herr, und Juda ward. Er, der
Nun Lamm, nun Löwe ist, und wieder Lamm,
So wie der Augenblick ihn heischt; so stolz
Im Denken, stark im Thun und schlicht von Wort.
Ist er der Mann nicht, Israel zu retten,
So ist es keiner!« So wetteifert Zung'
Mit Zung', ihn lobend; Eleazar ist
Der Gegenwärtige, vergessen, jeder
Lebt im Abwesenden. Und sollt er nicht?
Juda nur ist etwas, und Eleazar
Ein Namenloser, einer, der nichts wäre,
Wär' er des Allgenannten Bruder nicht.
Laß mich von hier!

Lea.                                 Wohin?

Eleazar.                                       Gleichviel; nur wo
Ich nicht mehr Judas Bruder heißen muß.

Lea. Wollt ihr mich beide lassen, böse Knaben?

Eleazar. Mich wirst du nicht vermissen, bleibt nur er.

Lea. Juda? Verließ er nicht die Mutter schon,
Wie er sich an die Simeitin hing,
Die niedre Magd, des niedern Hauses Tochter,
Vom jüngsten Sohn des jüngsten Aarons?
Das unterm Heuchelschleier Abfall birgt?
Der Herr will Mattathias' Haus erhöhn
Und durch des Mattathias Haus sein Volk;
Den König wählt er sich, den Helden wählt er,
Der jenen krönen soll aus diesem Haus
Und –

Eleazar.     Was sprichst du? Wer ist es, den der Herr
Zum König sich erwählt? Ist's Juda?

Lea.                                                           Nein.
Ihn zog ich aus zu seines Volkes Helden,
Zum Retter aus des Fremden Drängerhand –

Eleazar. Ein König – sagtest du – aus unserm Haus?

Lea. Der Gram verriet, was Hoffnung heimlich hegte.

Eleazar. Wer ist es? wer der König, den du meinst?

Lea. Du bist es.

Eleazar.             Ich? – Doch woher sprichst du das?

Lea. Frag' nicht; laß dir genug sein, daß ich's sprach.

Eleazar (sinnend).
Ja. – Du hast mir, da ich ein Kind noch war,
Schon einmal so gesprochen. Um den Stolz
Gegen die Brüder hatte Mattathias
Mich streng bestraft; ich saß und weinte; da
Tratst du zu mir; nur einen Augenblick,
Damit der Vater es nicht merkte; streicheltest
Die nasse Wange mir – als sprächst du's jetzt,
Hör' ich dein Wort: Vergiß dein Weinen, Kind;
Die Zeit wird kommen, wo du stolz sein darfst.

Lea. Das merktest du?

Eleazar.                       Lehr' mich mich selbst vergessen!
Eh' lernt' ich alle Weisheit dieser Welt,
Eh' daß ich dieses einz'ge Wort vergäße!

Lea. Soll ich's ihm sagen? Quillt aus seinem Eifer
Doch Trost, er wird nicht sein, wie Juda ist!
Weil Mattathias mir's verbot? Der Weisheit
Soll man gehorchen, nicht dem Mund. So höre –
Doch deinen Mund versiegle kluges Schweigen:
Vor zwanzig Jahren, da, als ich mit dir
Gesegnet, las ich einst im Iesaias,
Wie ich gewohnt war schon von Kindheit auf,
Da, wo er von des Retters Zukunft spricht,
Der wieder Davids Stuhl erhöhen soll;
Da faßte mich der ganze Schmerz des Falls
Des Hauses David, meines Vaterhauses,
Und seiner Knechtschaft unter fremdem Arm,
Der ganze Schmerz um meiner Söhne Schmach,
Da zu gehorchen, wo sie herrschen sollten,
Um dich, die Knospe, die, noch nicht geöffnet,
Im Mutterschoße schon die Ketten trug.
Und Asche streut ich auf mein Haupt und schloß
Mich einsam ins Gemach und fastete
Und hielt den Schlummer fern drei Nächte lang.
So lang schrie ich zum Herrn um seine Hilfe:
Herr, mich laß weinend in die Grube fahren,
Doch meine Kinder laß den Retter sehn,
Dein Volk erhöhen von der Erde Völkern
Und ihren Stuhl erhöhen vor dem Volk,
Wie's Fürstenkindern ziemt. Ja – weiter ging ich –
Herr, schrie ich endlich, wecke deinen Retter
Aus meinem Samen! – Da, wie ich so schrie –

Eleazar. Wie du so schriest, da – was geschah da?

Lea.                                                                         Da
Fiel Müdigkeit vom Herrn auf mein Gebein,
Und – das Gesicht des Herrn kam über mich.

Eleazar. Des Herrn Gesicht? – Doch wie –

Lea.                                                               Es brannten rings
Die Wände, wie um Mose einst der Busch,
Und oben – wich die Decke weit und weiter
Und dehnte sich, und wie ein Saphir war's.
Und durch den unermeßlich weiten Raum
Ging erst ein Donner,
Dann eine Stimme, säuselnd wie die Luft,
Wenn sie bei Nacht in Palmenwipfeln säuselt,
Und rieselnd, wie ein Quell in Wüsten rieselt.
Und sprach, doch ich verstand nicht, was sie sprach
Und doch wußt ich, sie sprach: Erheb dein Auge!

Eleazar. Und du erhobst dein Aug' und sahst – was sahst
Du da?

Lea.             Aarons Hut sah ich sich langsam
Herniederlassen. Über meinem Schoß
Hielt er im Schweben wie ein Adler, der
Mit ausgespannten Flügeln aus der Luft
Zu ruhen scheint – so lang, als sprachlos ich
Und wie gelähmt zurückgesunken lag –
Und um
Den Hut lief wie ein Kranz die Krone Davids.

Eleazar. Die Krone Davids? Um Aarons Hut
Lief wie ein Kranz die Krone Davids? um
Den Hohenpriesterhut –

Lea.                                       Die Königskrone.

Eleazar. Und schwebte über deinem Schoß, und du,
Mit mir warst du gesegnet, nicht mit Juda?

Lea. Mit dir.

Eleazar.         Doch dann! doch dann!

Lea.                                                     War es verschwunden
So plötzlich, wie ein Wolkenschatten schwindet.
Und ich sank auf die Knie –

Eleazar.                                       Das war's, was mit
Gesang zu Nacht im Thal der Terebinthen
Einst vor mir herzog wie Prophetenruf!

Lea. Schon naht dein Vater uns –

Eleazar.                                         Ja, alles eint
Sich, um zu rufen: Ein Gesicht war's und
Kein Traum! Den nächsten Anspruch hat zur Würde
Des Hohenpriesters nach dem Haus Onias',
Der jetzt den Hut auf seinem Haupte trägt,
Des Mattathias', meines Vaters Haus –
Doch – welche Welt von Hindernissen legt
Sich in Onias' Söhnen, seinen Enkeln
Dem raschen Glauben in den Weg!

Lea.                                                         Du glaubst
An Hindernisse? Hindernisse findet
Nur der, der an sie glaubt.

Eleazar.                                     Was heißt das?

Lea.                                                                     Nichts.
Wenn du mich nicht verstehst, so sprach ich nicht
Zu dir. Komm.

Eleazar (kämpfend). Nur besonnen laß uns bleiben!

Lea. O freilich! Fasten und durchwachte Nächte
Und Iesaias' flammend Wort – ist's denn
Ein Wunder dann, zu sehn was nirgend ist
Und dem Besonnenheit den Glauben weigert?
O, so besonnen sein, das kostet wenig
Besinnen! Doch schon kommt dein Vater. Birg,
Was dich bewegt. Wir reden mehr davon.

Juda kommt, einen toten Löwen über der Schulter.

Lea. Du, Juda?

Juda.                   Friede sei mit meiner Herrin.

Lea. Zu deines Vaters Fest kommst du allein?

Juda. Hier bring' ich einen Gast, der ungebeten
Oft einsprach;
(er wirft ihn in die Öffnung der Felsenschlucht)
                        's ist ein sonderbarer Kauz;
Dasmal mußt' ich ihn nöt'gen.

Lea.                                                 Wußt er nur
In Demut seine Tücke zu verhüllen,
Dann –

Juda.           Dann war er kein Löwe. Ganz gewiß.
Kommt dort nicht Mattathias?

Lea.                                               Warum kommst du
Allein?

Juda.           Du siehst, ich komme nicht vom Haus;
Und käm' ich auch vom Haus, ich sparte dir
Verhaßten Anblick, ihr Demütigung.

Lea. Doch deinem Haus ersparst du diese nicht,
Wie –

Juda.         Laß das abgethan sein, bitt' ich, Herrin.

Lea. Wie Judas Liebe zu der Mutter ist
Ja abgethan, wie Judas großes Streben
Ja abgethan, wie all der Größe Saat,
Mit Thränen in die Seele dir geströmt,
Vor einer Demutslarve falschem Lächeln –
O Juda, harrst du so des Herren Ruf?
Der Stunde so, mein irrgelocktes Kind,
Die Mattathias' Haus erhöhen soll,
Daß du, du selbst, der es erhöhn soll, es
Erniedrigst? Komm zurück zum Herrn, zur Mutter,
Trenn diesen Ehbund, wirf die Heuchlerin
Zurück in ihres Loses Niedrigkeit!

Juda. Kein Los ist niedrig, das die Seele adelt.
Und wahrlich, Mutter, nicht hinab, hinauf
Sehn muß ein solch gewöhnlich Menschenaug'
An ihr, als deines Juda ist. So hoch
Erhebt sie ihrer Demut Niedrigkeit,
Als nicht des Stolzes kühnstes Wagen schwindelt,
So rein – doch wozu zwingst du mich? Ich lobe,
Was mein ist. Gut, daß mich kein Fremder hörte,
Sonst säh' er mich erröten.

Lea (wollte antworten; da sie die Kommenden hört. schweigt sie).

Simei, Mattathias von Johannes geführt, Boas, Amri, Simeon, Jonathan kommen den Thalweg herauf. Juda begrüßt die Kommenden.

Simei (indem er sichtbar wird).     Was beklagst du,
Was deine Schuld nicht ist?

Juda (für sich).                             Schon wieder jammernd!

Mattathias (wird sichtbar).
Die Schuld der Väter ist der Kinder Schuld.

Boas (ebenso).
Allein Ergebung hilft sie leichter tragen.

Amri. Hat dich dein Gott mit voller Hand gesegnet,
Daß über fremdes Leid du klagen sollst?

Mattathias. Ist mir mein Bruder fremd? mein Volk ein Fremder?

Simei. Wahr ist's, es könnte besser sein wie's ist.

Juda (für sich). Könnt's wirklich?

Simei.                                             Doch zu unsrer Väter Zeit
War's noch weit schlimmer. Sind wir nicht im Lande
Von Jakobs Erbteil mind'stens? Haben wir
Nicht unsern Hohenpriester noch?

Juda (wie vorhin).                                 So lang' er
Des Syriers Schatten ist.

Simei.                                     Und unsern Gott?

Juda (wie vorhin).
So lang' der Syrier ihn wohnen läßt
Bei sich zur Miete.

Simei.                             Sind wir sozusagen
Nicht noch ein Volk für uns? Antiochus
Der Ältere ist ein Tyrann, doch hält ihm
Der Herr die Hand gebunden wider uns.
Sein Sohn, Antiochus der Jüngere,
Der in Jerusalem jetzt sitzt, ist uns
Gewogen.

Juda.                 Ja, er sucht uns abzuschmeicheln,
Was uns sein Vater noch nicht abgetrotzt.
Herr, wenn aus andern Gründen auch, doch rat' ich
Wie Simei, laß deinen Kummer fahren.
Weintest du mit dem Weinenden – nun das
Begriff ich, doch du weinst um den, der lacht,
Du weinst im Haus, das eine Hochzeit feiert.
Du siehst im Geiste, Herr, ein ander Volk.
Dies Volk sitzt nicht mehr unter Thränenweiden,
Und Jeremias' Harfe, Herr, hat längst
Schon keine Saiten mehr. Dies Volk ist nicht
Dem Volke Iesaias gleich; so abgegriffen
Ist von den vielen Händen das Gepräg',
Durch die es ging. Du seufzest nach dem Retter,
Der Altes wiederbringen soll? Die Zeit
Geht vorwärts; tot ist das Vergangene,
Und Volk und Kinder greifen nach dem Neuen.
Herr, ziehst hinauf du nach Jerusalem –
Daß dir's nicht geht wie mir! Ich stand verdutzt
Rings griechische Gewänder! – ist's auch noch
Die alte Davidsstadt? – und alt und jung
Wie auf verdrehten Knien! – Wie gottgesandt
Kam mir da Joel, unser alter Gastfreund,
Entgegen. Joel! rief ich; vor dem Ruf
Erschrak der Mann und wich vor mir; ich nach,
Und erst in einem kleinen Gäßchen nah
Am Schafthor blieb er ganz verlegen stehn.
»Ich bitte dich: nenn mich nicht Joel mehr,
Denn Menelaus heiß ich jetzt, so wie
Onias' jüngster Bruder. Freund, man merkt,
Daß du vom Lande kommst; ich bitte dich:
Sprich griechisch, oder laß mich gehn. Nennst du
Verdrehtes Bein das angezogne Knie,
Mit dem die Griechen ihre Götter bilden,
Das so weit schöner ist als unser jüdisch
Gemeines Stehn auf straffem Bein? Ja, Freund,
Solch alter Vorurteile wie dies Stehn
Aus straffen Beinen sind wir voll; das kommt
Von unserm Eigensinn, mit dem wir uns
Dem Strom der griech'schen Bildung abgeschlossen,
Draus alles abgestorbne Völkertum
Des Morgens neues Leben trinken muß.
Doch Jason wird uns retten!« Jason? Was
Soll uns der Grieche? fragt ich. »Nun beim Zeus!«
Entgegnet er, »Modin liegt aus der Welt.
Onias' Bruder ist's, des Hohenpriesters –
In der gestreckten Kniezeit hieß er Jakob –
Er ist's, der uns die Fechterschulen baut,
Der uns zu Menschen machen wird, sobald
Er an Onias' Stelle sitzt. Schon hat er
Antiochus vierhundert Centner Silbers
Geboten, daß er ihn nicht hindern soll,
Wenn er sich mit Onias' Krone krönt.
Und schon –

Mattathias.         Halt ein! Der Mund müsse verstummen,
Der lachend so ein frommes Ohr zersticht,
Den Pfeil des Unglücks noch mit Hohn vergiftet! –
Der Unglücksel'ge wirft den frommen Namen,
Mit dem sein Vater ihn genannt, von sich!

Boas. Die Sprache, die der Herr geheiligt, da er
Vom Sinai zu seinem Volk sie sprach!

Mattathias. Aarons Priesterhut macht er zur Ware.

Juda. Die man beim Syrierkönig kauft –

Mattathias.                                             Er lockt
Das Volk mit griech'schem Greul vom Herren fort!

Boas. Wie gehst mit deinem Volk du zu Gericht!

Simei. Ich sag' euch: Thorheit ist's, 's ist Lüge von
Dem – Menelaus oder wie er sonst heißt.
Vierhundert Centner Silber! wie käm' Jason
Dazu?

Juda.         Der Tempelschatz ist reich, mein Ohm,
Und Schlüssel giebt's wohl zu dem Heiligsten.

Mattathias. Vom Schatz des Herrn! Der Wais' und Witwen Armut?
Entsetzlich! Mehr als eine Zunge kann
Aussprechen, mehr als hören kann ein Ohr.
Doch Fromme giebt's noch in Jerusalem,
Gewiß noch Männer in der Davidsstadt,
Die eng um das Gesetz des Herrn sich scharen;
Sie werden Schulter sich an Schulter stemmen –

Juda. Herr, sie verfluchen einer sich dem andern,
Der so abscheulich thut, daß im Gesetz
Er einen Buchstab' anders liest als er.
Die einen nennen sich die Heiligen,
Die andern die Gerechten. Beide macht
Die Wut des Hasses blind für's allgemeine.
Der Laue höhnt, der Syrier lächelt – Herr,
Sieh hin, das ist das Volk, um das du klagst.

Mattathias. Herr, sende deinem Volk bald einen Retter!

Juda. Herr, sende deinem Retter bald ein Volk!

Mattathias. Zweifaches Weh häufst du auf deinen Knecht.
Sein Volk hat sich von dir gewandt, und der
Die Blüte seiner Hoffnung war, ist nun
Ein Höhner, der des eignen Volkes Schmach
Herzlos verspottet, wie der Spötter Ham
An Noah einst, dem eignen Vater, that!

Juda. Und soll ich ächzen? Meiner Väter Gott!
Gäb's keinen andern Weg zu deiner Gnade
Als nur durch's Ächzen – außen müßt ich bleiben;
So wenig ist von einem Junikätzchen
Im Juda.

Simei (zu Mattathias, der sich von Juda ab nach hinten wendet).
                Er ist scharf wie Bergesluft.
's ist Jugend, von sich selber überfüllt,
Und Kraft, die mit sich selbst nicht weiß, wohin?
Laß ihn nur, Alter; oft hab' ich's erlebt:
Die wildsten Knaben wurden mit der Zeit
Die zahmsten Männer.

Lea.                                     Herr, irr' nicht zu früh
Im eignen Kind. Haßt er das Volk, so haßt er's
Aus Liebe. Diesen Haß und diese Liebe
Laß für ihn bürgen. – Nur des Diamants
Harrt dieser Stahl, der würdig ist, den Funken
Zu wecken, der in seiner Kühle schläft.
Den großen Mann in ihm zu wecken, braucht's nur
Den großen Augenblick. – Boas und Simei
Und Amri, Mattathias lud euch ein,
So wünscht er, daß ich euch willkommen heiße.
Und nun, Herr, wirf die Sorgen weg. Schön sitzt
Sich's unter dieser Palme Schatten heut;
Ein Lüftchen, kühl vom Schnee des Libanon,
Erfrischt die Sinne. Was von Sorge noch
Und Last des Tags dich drückt, – sieh hin: dort nahn
Bekränzte Dirnen, mit dem Saitenspiel
Und leichten Tanz es dir hinweg zu scherzen.

Sie gehen nach hinten; Mägde ihnen mit Kränzen tanzend entgegen.

Simei (zu Amri). Sie heißt willkommen uns, weil er es wünscht.
Gleichviel! Ihr Mahl ist besser als ihr Gruß. (Beide folgen.)

Jojakim wird den Thalweg heraufkommend sichtbar.

Jojakim. Weh über Israel!

Mattathias.                       Was für ein Ruf?

Jojakim (bleibt wie entsetzt stehen, wie er das Bekränzen sieht)
Ist das des Mattathias Haus?

Mattathias.                                   So fragt
Des Mattathias Bruderssohn?

Jojakim.                                         Der Zorn
Des Herrn auf Israel, und Mattathias
Hält Feste? Israel in Sack und Asche,
Und Mattathias kränzt sein Haupt? Dort Stöhnen,
Hier Saitenspiel?

Mattathias.                 Eh' du uns zürnst um etwas,
Das wir nicht wissen, meld' es uns. Ist's von
Onias?

Simei.         Wie? er war' entsetzt?

Jojakim.                                         Entsetzt,
Meinst du, und stehst schon bleich? Was willst du thun,
Vernimmst du, was ihm wirklich ist geschehn?
Fort mit den Kränzen! Staub auf euer Haupt!
Tot ist Onias!

Mattathias (wie alle erschrocken).
                        Tot?

Simei.                             Tot?

Lea.                                       Tot, sagst du?
Hörtest du's, Eleazar?

Eleazar.                               Staunend –

Lea.                                                         Schweig;
Ruf all dein Leben jetzt ins Ohr.

Jojakim.                                             Ich sagt' es –
Gemordet – Herr der Rache, weck' den Rächer
Für deinen Knecht und deines Knechtes Haus!

Mattathias. Sein Haus?

Boas.                               Was lauert mehr noch?

Eleazar.                                                               Auch sein Haus?

Lea. Ich atme kaum –

Jojakim.                       Des Greisen spärlich Blut
Genügte seinen Mördern nicht; sie wollten sich
In Blut berauschen. Alle sieben Söhne
Onias' – ja, als lebte noch der Greis
In jedem seiner Enkel fort – das Blut
Des ganzes Hauses schreit zum Rächer auf.

Lea (zu Eleazar).
Zweifelst du noch?

Eleazar.                         Woran? an meiner Seele?
Den Königsreif fühl' ich schon um die Stirn.

Lea. Vor dir send' ich, der dir den Weg bereitet.

Mattathias (der wie die übrigen überwältigt gestanden).
Onias tot? Weint, Töchter Israels!

Boas. Er war ein Quell im Thale Israel –

Jojakim. Und Menelaus zieht herauf.

Lea.                                                   Auch der?
Er will Onias rächen?

Jojakim.                             Nein; er will
Von Jasons Haupt, er, den der Herr verfluche,
Die Kron' entreißen des Verfluchten Haupt,
Sich selbst damit zu krönen.

Simei.                                             So bestiehlt
Der Dieb den Dieb.

Lea (zu Eleazar).             Und treibt uns selbst zur Eil',
Ihm zu begegnen.

Simei (sie haben sich mit den Augen verständigt).
                              Amri, komm; wir gehn.

Lea. Da mit Verwirrung so die Zeit uns droht,
Die Stadt Modin verlangt von euch ein Beispiel –
Beschließt drum, Männer, wie ihr handeln wollt.

Simei (für sich). Soll ich die Stufe sein für fremden Fuß? –
Nun so beschließ' ich, daß es wenig taugt,
Sich selber das Gesind' zu überlassen. (Zu Boas.)
Komm, denn du fehlst so gut als ich daheim.

(Simei geht mit Amri.)

Mattathias. Ihr geht? Nun Rat und Hilfe nötig, lassen
Die Freunde mich? Boas, auch du?

Boas.                                                       Was ist
Boas, daß er ein Beispiel geben sollte?
Der Mann der Demut? Welch ein Beispiel kann
Modin von Boas fordern als Ergebung
In Demut? Sei der Herr mit dir, mein Bruder!
(Umarmt Mattathias und geht.)

Lea. Laß sie; denn der Verlust ist ein Gewinn.
Ließen uns alle, die den falschen Sinn
In Demut hüllen. Alles laß! Denk' jetzt
Nur an den Anspruch, an der Söhne Recht.

Mattathias. Bist du berauscht? So wie dem Trunknen glüht
Die Wange dir.

Lea.                         Von Mutterseligkeit
Denn wär' ich trunken; doch ich bin es nicht.
Die Muttersorge heißt mich, mich besinnen,
Denn nur Besonnenheit führt zu dem Ziel.

Mattathias. Du sprichst von unserm Anspruch?

Lea.                                                                     Soll ich nicht?
Nun da kein Hindernis –

Mattathias.                             Vergissest du
Onias' Brüder?

Lea.                           Die durch ihre Schuld
Längst selber dem Vergessen sich geweiht?
Kann auch der Abgefallne Priester sein?
Ihr Anspruch lischt in ihres Abfalls Greul,
Dein Name steigt voll Reinheit leuchtend auf,
Ein Stern, nach dem sich alle Blicke richten.

Jojakim. Ja, Herr, nach dem Gesetz bührt dir der Hut.

Lea. Dir hält das Alter schon den Fuß gebunden;
Send' einen deiner Söhne denn hinab.
Was man von deinem Anspruch denkt, zu hören.
Die Gleichgesinnten gilt's dann zu vereinen,
Das Volk sich zu gewinnen ohne Aufsehn
Und scheinbar ohne Zweck; klug dann abwarten,
Bis des Onias Brüder ihre Kraft
Und die Geduld des Volkes selbst vergeudet,
Und alles von Verwirrung übersättigt
Im andern Zustand schon den bessern sieht.
Dem Syrier selbst wird es gelegen kommen,
Kann Ruh' er schaffen und den Schein doch wahren.
Schnell sende, Herr, eh' uns die Hast der Zeit
Verliert und unsre Reu' vergeblich nachweint.
Du siehst dich um und wählst? Den Überlegnen, der
Verwirren kann und selber fest doch stehn
In der Verwirrung. – Sieh, ob ich vorhin
Zu viel sprach. (Zu Juda, der in sich kämpfend dasteht, feierlich)
                        Juda! Mattathias' Sohn!

Juda. Es rief? Und du warst's, Herrin?

Lea.                                                       Ich? Die Stunde rief,
Die Größe selbst: Auf, was in Juda Mann ist!

Juda. Den Schakal? –

Lea.                             Träumst du jetzt vom Jagen?

Juda.                                                                         Bis
Der Löwe kommen wird, und – kommen wird er.

Lea. Verträumtest, was die Toten wecken müßte?
Du weißt nicht, was geschehn?

Juda.                                                 Doch, doch; ich weiß es.

Lea. Der Mann in Juda fände seine Stunde,
Die Stunde nicht in Juda ihren Mann?

Juda. Ich bin ein Freund der Ruhe – und was sollt' ich –
Hier, wo es Worte künstlich setzen gilt,
Ein feines Spiel zu spielen – was soll da
Der ungelenke Juda? Den Gewinnenden,
Den Glänzenden, den Redner sende, Herrin,
Send Eleazar!

Mattathias.           Siehst du deinen Juda?

Lea. Hat dieses Weib ihn mir schon so verderbt?

Mattathias. Sein Hohn verschont des eignen Bruders nicht.

Juda. Ihn sendet, er hat Ehrgeiz; Juda, wißt ihr,
Hat keinen.

Lea.                   Herr, folg ihm.

Mattathias.                                Der Leichtverführte
Ist's, der euch Weiber leicht verführt. Klug ist er,
Allein ihm fehlt die Festigkeit des Manns.

Lea. Herr, ist dir das Gesicht, das mir der Herr
Einst sandte, noch ein Traum? da wundervoll
Für seine Wahrheit schon Erfüllung zeugt?
Hat nicht der Herr den Ungebornen schon
Erwählt? Und meinst du, seinem Boten wird
Der Herr nicht geben, was er braucht? Und sieh:
Ist er nicht schon ein andrer, als er war?
Wie jetzt der Größe Schwing' ihn trägt – Herr, sieh
Ihn an – wo ist die Krone, Herr, die ihm
Mehr Glanz zu leihn vermag, als er der Krone?
Nun kommt herein, daß –

Eleazar.                                 Nicht die Schwelle, Herrin,
Vom Vaterhaus beschreitet Eleazar,
Eh' er des Herren Botschaft ausgeführt.
Laß meinen Stab mir holen.

Lea (winkt).                                 Joarim.

Joarim ins Haus.

Lea. Sieh, wie der Eifer seine Stirn vergoldet,
Daß ohne Krone schon er König ist.
So bleib, mein Kind!

Eleazar.                           So, Herrin; kleiner nie
Als meine Größe. Nie soll Eleazar
Sich Größe leihn von etwas außer ihm,
Und wär's die Krone.

Mattathias.                       Herr, verschließ dein Ohr!

Lea. So ehrt dein Denken deiner Mutter Ahnen.
Joarim bringt den Stab.
Hier nimm den Stab; war's schon das Scepter Davids!
Nun segn' ihn, Herr, und heiß ihn ziehn.

Mattathias.                                                   Ist das
Dein Segen? Ist das einer Mutter Segen?
Die Mutter soll das Kind vor Leidenschaft
Behüten, die den Reifern oft dahinreißt –
Und du, du selber füllst des Knaben Hirn
Mit Schwindelbildern? Reizest seinen Stolz
Zur Überhebung, deiner gleich? Weh dir!
Daß dich der Herr nicht an dem Gegenstand
Der Überhebung strafe, daß du nicht
Dem Liebling fluchen müssest!

Lea.                                                 Ist's denn besser
Zum Abschied zürnen? Sieh, noch ließ ich keinen
Von meinen Söhnen in die Fremde ziehn;
Soll ich ihn niederdrücken, wenn er geht?

Eleazar. Herr, laß mich ziehn und gieb mir deinen Segen.

Lea. So leicht läßt du die Mutter? – Geh und kehr
Dich nicht an mich; das Mutterherz ist thöricht.

Mattathias. Geleit ihn, Jojakim, sei sein Gewissen!

Lea. Vorsichtig, Kind, sei mit dem Syrier.
Sei freundlich mit dem Niedrigsten; ein Lächeln,
Das nichts dich kostet, tauscht dir Herzen ein.

Mattathias. Sei oft in seinem Hause, halte dich
Zu seinen Knechten –

Lea.                                   Sei aufmerksam, daß du
Gesund bleibst. Schwerer ist die Luft da unten,
Und man wird leichter krank. O daß ich dich
Mit diesem Kuß versiegeln könnte wie
Ein Kleinod, daß dich keine rauhe Hand
Berühren könnte und kein gift'ger Hauch,
Bis daß dich Größ' erbräch und leuchtend hoch
An ihrer Stirn hieß glänzen. Leb' – leb' wohl!

Mattathias. Nimm diese Lehren noch: Thu mehr als not
Und denk, du hättest weniger gethan.
Siehst du, daß andre falsch sind, sei du selbst
Gerecht, so mußt an der Gerechtigkeit
Der Welt du nie verzweifeln und behältst
Die Thatkraft unzerbrochen. Laß dich nicht
Irr' machen am geringsten im Gesetz.
Denn Zweifel frißt wie Feuer fort und wird
Nur hungriger vom Fressen. Werde nie
So reich am Geist, daß arm du würdst am Herzen.
Des Menschen ist der erste Schritt, der zweite
Nur halb, der dritte so nur, wie ein Schiff
Auf hoher See des Eigners ist; drum, wenn
Den ersten Schritt du thun willst, denke, daß
Du in dem ersten schon den dritten thust.
Nun geh, mein Sohn, der sei gesegnet, der
Dich segnet, wer dir flucht, der sei verflucht.
Leb' wohl, mein Jojakim, sei, wie du bist.

Jojakim. Dein Auftrag, Herr, sei deines Knechtes Seele.

Lea. Leb' wohl und laß uns öfter von dir hören.
Was hilft's, zu zaudern, zu verschieben, was
Doch einmal sein muß. Lieber eile, Herz,
Dem Jetzt voraus, vergiß sein wirklich Gehn,
Indem du ihn im Geiste kehren siehst,
Die Herrlichkeit der Könige mit ihm.

Eleazar. Nun, Herr und Herrin! Brüder, lebet wohl!
Es heften Flügel sich an meine Füße.
Der Herr trägt mich auf seiner Hand dahin.

Die Brüder. Leb' wohl!

Lea.                               Noch diesen Kuß nimm, Leas Sohn,
Und diesen Gruß (wirft sich vor ihm nieder)
                            Israels künft'ger König!

Eleazar (hebt sie auf).
Nicht so. Vor dir kniet einst das weite Land,
Zu deinen Füßen dieses Landes König.

(Ab. Die anderen folgen, außer)

Juda (der einen Augenblick den gehenden nachsieht).
Geh hin und sei der Sklav' des Scheins, der Schatten
Des Syriers. Juda will sein. Ihn treibt
Ein andrer Ehrgeiz, der das Höchste nur
Sein wert hält. – Einziger Gedanke du,
Der diesen Busen bis zum Springen schwellt,
Reif in des Schweigens Schatten. Nur die That
Soll deine Zunge sein.

(Indem er nach der anderen Seite geht, fällt der Vorhang)

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