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Die lustige Arche

Fred Endrikat: Die lustige Arche - Kapitel 33
Quellenangabe
typepoem
booktitleDie lustige Arche
authorFred Endrikat
year1935
firstpub1935
publisherG. Hirth
addressMünchen
titleDie lustige Arche
pages54
created20131105
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Wanzen-Transaktion

                        Feine Leute hängen echte, alte Bilder
teils als Schmuck, teils als Reklameschilder,
innerhalb der Wohnung ringsum an die Wände.
Es gibt Rubens, Tintorettos und Rembrände.
Diese – und noch viele andre Meister hängen
in den Wohn- und Speisezimmern, oder Wandelgängen.
Feine Leute haben Bilder, Vögel oder Pflanzen,
aber nur in ganz höchst seltnen Fällen haben feine Leute Wanzen.
1. weil die Tiere sich erschreckend schnell vermehren.
2. weil sie nun mal nicht zum guten Ton gehören.
3. weil sie jucken und zerbeulen zarte Häute.
Summa: Wanzen sind das Privileg für arme Leute.
So vermeidet man das Hausuntier möglichst nach Kräften
wegen dieser wenig angenehmen Eigenschäften.
Aber es gibt Fälle, daß sich Wanzen einquartieren
irgendwo in einen Bilderrahmen, und dort führen
sie ein frisch-fromm-fröhlich-freies Leben.
In dem Schutze eines alten Meisters wirken sie und streben.
Ja dort streben sie – sie nisten und sie brüten –
und der alte Rembrandt muß sie – übel oder wohl – behüten.
Manchmal wundern sich die allerfeinsten Leute
über Bisse an den Schenkeln, und zerbeulte Häute.
Niemand ahnt es von den nobeln Herrn und Damen,
daß das Unheil nistet überm Bett im goldnen Rahmen.
In den Ritzen spukt und wimmelt es von bösen Geistern.
Das ist die Gefahr beim Kauf von alten Meistern.
Auf diese Weise kann man Wanzen
von hier nach Afrika verpflanzen. –

 


 

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