Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Fred Endrikat >

Die lustige Arche

Fred Endrikat: Die lustige Arche - Kapitel 22
Quellenangabe
typepoem
booktitleDie lustige Arche
authorFred Endrikat
year1935
firstpub1935
publisherG. Hirth
addressMünchen
titleDie lustige Arche
pages54
created20131105
sendergerd.bouillon@t-online.de
Schließen

Navigation:

Größenwahn

        Unter einer Silberpappel
liegt ein güldner Pferdeappel.
Rund und fein blinkt er im Sonnenschein,
strahlt in seiner frischen, jugendlichen Pracht.
Dieser Pferdeapfel bildet sich tatsächlich ein,
ein Goldschmiedemeister habe ihn gemacht.
Höhnisch blickt der Pferdeapfel
auf zur grauen Silberpapfel,
näselt stolz hinauf: »Na nu,
ä sage mal, ä, wer bist denn du
da aufgebaut aus Talmisilber?
Siehst ja grade aus – ä – wie –
na – ich finde keinen Reim auf Silber.
Ich weiß nichts von Poesie,
mach dir deine Reime silber.«
Leise rauscht die Silberpappel:
»Pferdeappel, Pferdeappel,
bläh dich nicht im grünen Rasen.
Bald wird die Trompete blasen.
Heut noch bist du jung und neu,
morgen schon vielleicht nur Spreu.
Kratzt ein Spatz dich mit dem Fuß,
bist du Pferdeappelmus.«
Also sprach die Silberpappel
zu dem stolzen Pferdeappel.
Und beim nächsten Morgenrot
lag im Gras er – mausedot. –

 


 

 << Kapitel 21  Kapitel 23 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.